Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzuganlage mit zumindest einer Aufzugkabine, die mittels
eines Zugmittels von einer Treibscheibe antreibbar ist, wobei neben dem Zugmittel
ein von einem Spannmittelgewicht gespanntes Unterspannmittel für die Aufzugkabine
vorgesehen ist. Speziell betrifft die Erfindung das Gebiet der Aufzuganlagen, bei
denen das Auftreten eines Schlupfes des Zugmittels an der Treibscheibe verhindert
ist. Zudem betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Betreiben einer solchen Aufzugsanlage.
Stand der Technik
[0002] Aus der
EP 0 619 263 A2 ist eine Aufzuganlage mit einer Aufzugkabine, einem Gegengewicht und einem Zugmittel,
das die Aufzugkabine mit dem Gegengewicht verbindet, bekannt. Dabei überträgt sich
die Bewegung einer Treibscheibe über das Zugmittel auf die Aufzugkabine und das Gegengewicht.
Ferner sind Spannmittel vorgesehen, über die die Aufzugkabine entgegen der Kraft des
Gegengewichts mit einer Spannkraft beaufschlagt wird. Speziell bei hochbauenden Aufzuganlagen
kann dadurch ein durch das Gewicht des Zugmittels auftretendes Ungleichgewicht an
der Treibscheibe ausgeglichen werden, so dass ein Schlupf des Zugmittels an der Treibscheibe
verhindert ist und die Beanspruchung einer die Treibscheibe antreibenden Antriebsmaschineneinheit
verringert ist.
[0003] Die aus der
EP 0 619 263 A2 bekannte Aufzuganlage hat den Nachteil, dass in einem Zustand, in dem das Gegengewicht
in seiner Endstellung auf einem Puffer ruht, ein weiteres Anheben der Aufzugkabine
möglich ist. Speziell bei sehr hochgebauten Aufzuganlagen kann das Gewicht des Zugmittels,
das von der Seite des Gegengewichts an der Treibscheibe angreift, ausreichen, um die
zum Anheben der Aufzugkabine erforderliche Reibung an der Treibscheibe zu gewährleisten.
Da dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt, ist die Bauhöhe der bekannten
Aufzuganlage für einen sicheren Betrieb begrenzt.
Darstellung der Erfindung
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Aufzuganlage zu schaffen, bei der die Sicherheit
verbessert ist und bei der insbesondere ein übermässiges Anheben einer Aufzugkabine
verhindert ist.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine erfindungsgemässe Aufzuganlage mit den Merkmalen der
unabhängigen Ansprüche 1 und 9 gelöst.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Massnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
der im Anspruch 1 angegebenen Aufzuganlage möglich.
[0007] Es ist anzumerken, dass ein Zugmittel neben der Funktion des Übertragens der Kraft
oder des Moments einer Antriebsmaschineneinheit auf die Aufzugkabine, um die Aufzugkabine
zu betätigen, auch die Funktion haben kann, die Aufzugkabine zu tragen. Unter einer
Betätigung der Aufzugkabine wird insbesondere ein Heben oder Senken der Aufzugkabine
verstanden, wobei die Aufzugkabine durch eine oder mehrere Führungsschienen geführt
sein kann.
[0008] Vorteilhaft ist es, dass eine Messvorrichtung eine vertikale Bewegung des Spannmittelgewichts
erfasst und eine Messgrösse, insbesondere eine Messspannung ausgibt. Dazu verfügt
die Messvorrichtung über Weg-, Geschwindigkeits- oder Beschleunigungserfassungsmittel.
Vorliegend wird vorzugsweise eine Messvorrichtung mit Geschwindigkeitserfassungsmittel
bzw. eine Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung eingesetzt. Die von der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung
ausgegebene Messspannung nimmt dabei mit zunehmender vertikaler Geschwindigkeit des
Spannmittelgewichts betragsmässig zu. Die Erfassung einer Geschwindigkeit des Spannmittelgewichts
hat den Vorteil, dass über relativ lange Zeiträume auftretende Lageänderungen des
Spannmittelgewichts keinen Einfluss auf die Erfassung haben. Beispielsweise können
sich die Länge des Zugmittels sowie die Länge des Unterspannmittels auf Grund der
Dauerbelastung vergrössern, was zu Lageänderungen des Spannmittelgewichts führen kann.
Eine nicht betriebsgemässe Bewegung der Aufzugkabine relativ zu dem Gegengewicht,
beispielsweise bei stehendem Gegengewicht, wirkt sich allerdings in einer Bewegung
des Spannmittelgewichts aus, so dass die Erfassung der Geschwindigkeit des Spannmittelgewichts
unabhängig von der Ausgangslage des Spannmittelsgewichts die Erfassung eines unerwünschten
Betriebszustands ermöglicht.
[0009] Vorteilhaft ist es, dass die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung einen Magnetstab,
der zumindest teilweise magnetisch ausgebildet ist, und zumindest ein Spulenelement
aufweist, das den Magnetstab abschnittsweise umschliesst und dass der Magnetstab und
das Spulenelement so angeordnet sind, dass eine Bewegung des Spannmittelgewichts eine
Relativbewegung zwischen dem Magnetstab und dem Spulenelement verursacht. Beispielsweise
kann der Magnetstab mittels eines Bügels oder dergleichen mit dem Spannmittelgewicht
verbunden sein, so dass sich der Magnetstab zusammen mit dem Spannmittelgewicht bewegt.
Das Spulenelement kann in diesem Fall ortsfest angeordnet sein und beispielsweise
über einen Träger mit einem Boden oder einer Wand eines Aufzugsschachtes oder einer
andersartigen Begrenzung des Fahrbereichs der Aufzugskabine, wie beispielsweise ein
Fundament einer Fachwerkkonstruktion, verbunden sein.
[0010] In vorteilhafter Weise ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die mit der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung
verbunden ist, wobei die Steuereinrichtung bei einer Überschreitung eines Schwellwertes
die Aufzugkabine anhält. Dieser Schwellwert ist in Bezug auf eine maximal zulässige
Geschwindigkeit der Bewegung des Spannmittelgewichts vorgegeben. Im Betrieb der Aufzuganlage
kann es beispielsweise beim Anfahren der Aufzugkabine oder beim Anlaufen des Gegengewichts
an einen hydraulischen Puffer zu gewissen, relativ geringen Bewegungen des Spannmittelgewichts
kommen. Ferner können sich Erschütterungen zu dem Spannmittelgewicht fortpflanzen.
Durch den Schwellwert kann ein Ansprechen einer Sicherheitseinrichtung in solch gewöhnlichen
Fällen zuverlässig verhindert werden. Beim Überschreiten des Schwellwerts kann die
Steuereinrichtung beispielsweise ein Sicherheitsrelais für eine Sicherheitskette zur
Auslösung eines Nothalts betätigen. Insbesondere ist der Schwellwert dermassen festlegbar,
dass die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung bei einer Auffahrt der Aufzugskabine
bzw. des Gegengewichts auf einen Puffer oder bei Blockieren der Aufzugskabine bzw.
des Gegengewichts anspricht.
[0011] Vorteilhaft ist es auch, dass die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung mit einer
Auswerteeinrichtung verbunden ist und dass die Steuereinrichtung mittels eines Bussystems
mit der mit der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung verbundenen Auswerteeinrichtung
verbunden ist. Über das Bussystem kann die erfasste Geschwindigkeit des Spannmittelsgewichts
oder eine mit der Geschwindigkeit des Spannmittelsgewichts korrelierte Messgrösse
an die Steuereinrichtung ausgegeben werden. Ferner kann die Steuereinrichtung auch
auf die Auswerteeinrichtung und über diese gegebenenfalls auf die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung
zugreifen, beispielsweise um eine Funktionsüberprüfung durchzuführen.
[0012] Vorteilhaft ist es, dass eine zweite Aufzugkabine und ein der zweiten Aufzugkabine
zugeordnetes zweites Gegengewicht, die an einem mit der zweiten Aufzugkabine und dem
zweiten Gegengewicht verbundenen zweiten Zugmittel aufgehängt sind. Zudem ist ein
zweites Unterspannmittel einerseits an dem zweiten Gegengewicht und andererseits an
der zweiten Aufzugkabine aufgehängt. Ebenfalls ist ein zweites Spannmittelgewicht
vorgesehen, das das zweite Unterspannmittel spannt. Schliesslich ist eine zweite Messvorrichtung,
vorzugsweise eine zweite Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung, für das zweite Spannmittelgewicht
vorgesehen, die zum Erfassen einer Bewegung des zweiten Spannmittelgewichts dient.
Dadurch kann die Sicherheitseinrichtung auch bei Aufzugsanlagen mit zwei Aufzugkabinen
und in entsprechender Weise auch bei Aufzuganlagen mit mehr als zwei Aufzugkabinen
zum Einsatz kommen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0013] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung
anhand der beigefügten Zeichnungen, in denen sich entsprechende Elemente mit übereinstimmenden
Bezugszeichen versehen sind, näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Aufzuganlage mit zwei Aufzugkabinen in einer schematischen Darstellung entsprechend
einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 2
- eine Aufzuganlage mit einer Aufzugkabine in einer schematischen Darstellung entsprechend
einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 3
- eine auszugsweise Darstellung einer Aufzuganlage, die unter anderem ein Spannmittelgewicht
zeigt;
- Fig. 4
- eine Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung für das in Fig. 3 gezeigte Spannmittelgewicht
mit einer Steuereinrichtung entsprechend einer möglichen Ausgestaltung der Erfindung;
- Fig. 5
- die in Fig. 4 gezeigte Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung in einer detaillierten,
schematischen Darstellung und
- Fig. 6
- eine Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung für das in Fig. 3 gezeigte Spannmittelgewicht
mit einer Auswerteeinrichtung, die über ein Bussystem mit einer Steuereinrichtung
verbunden ist, entsprechend einer weiteren möglichen Ausgestaltung der Erfindung.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
[0014] Fig. 1 zeigt eine Aufzuganlage 1, die in einem Aufzugschacht 2 angeordnet ist, der
durch seitliche Wände 3, 4 sowie einen Boden 5 und eine Decke 6 begrenzt ist. Speziell
kann die Aufzuganlage 1 sehr hoch gebaut sein und beispielsweise einen Aufzugschacht
2 mit einer Höhe von 300 m oder mehr aufweisen.
[0015] Die Aufzuganlage 1 weist eine erste Aufzugkabine 7 und eine zweite Aufzugkabine 8
auf, wobei die erste Aufzugkabine 7 unter der zweiten Aufzugkabine 8 angeordnet ist.
Die beiden Aufzugkabinen 7, 8 sind längs einer von beiden Aufzugkabinen 7, 8 benutzbaren
Fahrbahn unabhängig voneinander auf- und abwärts verfahrbar. Die Fahrbahn befindet
sich dabei in dem Aufzugschacht 2, wobei eine oder mehrere Aufzugkabinenführungsschienen
oder dergleichen vorgesehen sind, die zur Vereinfachung der schematischen Darstellung
nicht gezeigt sind.
[0016] Die untere, erste Aufzugkabine 7 ist an einem Zugmittel 10 mit zwei Zugmittelsträngen
10.1, 10.2 im Wesentlichen punktsymmetrisch mit sich diagonal gegenüberliegenden Krafteinleitungsbereichen
und im Verhältnis 1 : 1 aufgehängt. Das Zugmittel 10 besitzt auch die Funktion eines
Tragmittels. Der erste Zugmittelstrang 10.1 der ersten Aufzugkabine 7 weist ein erstes
Ende 11.1 und ein zweites Ende 12 auf, die an der Aufzugskabine 7 bzw. einem zugeordneten
Gegengewicht 18 befestigt sind. Dabei ist eine erste Hilfsrolle 16.1 im oberen Bereich
des Aufzugschachts 2 im Bereich der Decke 6 angebracht, um die der erste Zugmittelstrang
10.1 geführt ist. Ferner läuft der erste Zugmittelstrang 10.1 um eine erste Treibscheibe
17.1, die ebenfalls im Bereich der Decke 6 oben im Aufzugschacht 2 ortsfest montiert,
das heisst mit einer in dem Aufzugschacht 2 befestigten Antriebsmaschineneinheit verbunden
ist. Von der ersten Treibscheibe 17.1 aus verläuft der erste Zugmittelstrang 10.1
schliesslich zum zugeordneten Gegengewicht 18, an welchem der erste Zugmittelstrang
10.1 befestigt ist.
[0017] Der zweite Zugmittelstrang 10.2 der ersten Aufzugkabine 7 weist ein erstes Ende 11.2
und ein zweites Ende 12 auf, die an der Aufzugskabine 7 bzw. dem zugeordneten Gegengewicht
18 befestigt sind. Dabei ist eine zweite Hilfsrolle 16.2 im oberen Bereich des Aufzugschachts
2 im Bereich der Decke 6 angebracht, um die der zweite Zugmittelstrang 10.2 geführt
ist. Ferner läuft der zweite Zugmittelstrang 10.2 um eine zweite Treibscheibe 17.2,
die ebenfalls im Bereich der Decke 6 oben im Aufzugschacht 2 ortsfest montiert, das
heisst mit einer in dem Aufzugschacht 2 befestigten Antriebsmaschineneinheit verbunden
ist. Von der zweiten Treibscheibe 17.2 aus verläuft der zweite Zugmittelstrang 10.2
schliesslich zum zugeordneten Gegengewicht 18, an welchem der zweite Zugmittelstrang
10.2 befestigt ist.
[0018] Die erste und zweite Treibscheibe 17.1, 17.2 liegen vorzugsweise auf einer gemeinsamen
Antriebsachse. In einer besonders bevorzugten Ausführung sind die beiden Treibscheiben
17.1, 17.2 als eine integrale Treibscheibe ausgeführt, die entsprechende Führungsrillen
zur Aufnahme beider Zugmittelstränge 10.1, 10.2 verfügt. In beiden bevorzugten Ausführungen
sind die beiden Treibscheiben 17.1, 17.2 bzw. die eine integrale Treibscheibe durch
eine Antriebsmaschineneinheit antreibbar.
[0019] Ferner ist ein Unterspannmittel 19 vorgesehen, wobei ein erstes Ende 20 des Unterspannmittels
19 unten an der ersten Aufzugkabine 7 aufgehängt ist und ein zweites Ende 21 des Unterspannmittels
19 unten an dem ersten Gegengewicht 18 aufgehängt ist. Das Unterspannmittel 19 ist
mittels eines Spannmittelgewichts 22 gespannt. Hierfür ist eine Rollenanordnung 23
mit Rollen 24, 25 vorgesehen, die mit dem Spannmittelgewicht 22 verbunden ist, so
dass das Unterspannmittel 19 um die Rollenanordnung 23 läuft.
[0020] Die zweite Aufzugkabine 8 ist zentrisch in einer 1 : 1-Aufhängung an einem zweiten
Zugmittel 30 aufgehängt, das auch als Tragmittel dient. Ein erstes Ende 31 des Zugmittels
30 ist an der zweiten Aufzugkabine 8, vorzugsweise an deren Decke befestigt. Ein zweites
Ende 32 des Zugmittels 30 ist oben an einem zweiten Gegengewicht 33, das der zweiten
Aufzugkabine 8 zugeordnet ist, befestigt. Ferner ist das Zugmittel 30 um eine Hilfsrolle
34 und um eine Treibscheibe 35 geführt, wobei die Treibscheibe 35 oben im Aufzugschacht
2 im Bereich der Decke 6 angeordnet und mit einer fest montierten Antriebsmaschineneinheit
verbunden ist.
[0021] Ausserdem ist ein zweites Unterspannmittel 36 mit zwei Spannmittelsträngen 36.1,
36.2 vorgesehen. Ein erstes Ende 37 des ersten und zweiten Spannmittelstrangs 36.1,
36.2 ist an einem zweiten zugeordneten Gegengewicht 33 befestigt. Von ihrem ersten
Ende 37 ausgehend sind der erste und zweite Spannmittelstrang 36.1, 36.2 um eine Rolleanordnung
39 geführt, die ein zweites Spannmittelgewicht 42 aufnimmt. Der erste Spannmittelstrang
36.1 ist dabei von zwei Rollen 40.1, 41.1 geführt. Der zweite Spannmittelstrang 36.2
ist von zwei weiteren Rollen 40.2, 41.2 geführt. Ferner sind ein zweites Ende 47.1
des ersten Spannmittelstrangs 36.1 sowie ein zweites Ende 47.2 des ersten Spannmittelstrangs
36.2 an der Unterseite der zweiten Aufzugskabine 8 im Wesentlichen punktsymmetrisch
mit sich diagonal gegenüberliegenden Befestigungspunkten befestigt.
[0022] Das Spannmittelgewicht 22 ist der ersten Aufzugkabine 7 zugeordnet. Das zweite Spannmittelgewicht
42 ist der zweiten Aufzugkabine 8 zugeordnet. Ferner sind die Spannmittelgewichte
22, 42 im Bereich des Bodens 5 des Aufzugsschachtes 2, das heisst unten im Aufzugschacht
2, angeordnet.
[0023] Dem Spannmittelgewicht 22 ist eine Messvorrichtung 80 für das Spannmittelgewicht
22 zugeordnet. Ferner ist dem Spannmittelgewicht 42 eine Messvorrichtung 51 für das
Spannmittelgewicht 42 zugeordnet. Die Messvorrichtungen 80, 51 sind in der Fig. 1
schematisch dargestellt, wobei die Ausgestaltung auch anhand der Fig. 2 bis 6 anhand
möglicher Ausgestaltungen der Messvorrichtung als Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung
80 in weiterem Detail erläutert ist.
[0024] In weiteren Ausführungsvarianten können die Messvorrichtungen 80, 51 auch als Positionserfassungs-
oder Beschleunigungserfassungsvorrichtung ausgelegt sein. Zu diesem Zweck sind die
Messvorrichtungen 80, 51 mit Positions- bzw. mit Beschleunigungserfassungsmitteln
ausgestattet, wie beispielsweise Positionsgeber oder Lichtschranken respektive Beschleunigungs-
oder Trägheitssensoren.
[0025] Fig. 2 zeigt eine Aufzuganlage 1 entsprechend einem zweiten Ausführungsbeispiel der
Erfindung in einer schematischen Darstellung. Die Aufzuganlage 1 weist in diesem Ausführungsbeispiel
eine Aufzugkabine 7 auf, die über das Zugmittel 10 mit dem Gegengewicht 18 verbunden
ist. Das Zugmittel 10 läuft über die Treibscheibe 17, die mit einer ortsfest montierten
Antriebsmaschineneinheit 17' verbunden ist.
[0026] In dem Aufzugschacht 2 sind Puffervorrichtungen 60, 61 angeordnet, aus denen jeweils
ein hydraulisch gedämpfter Zylinder 62, 63 ragt. Dabei ist in der Fig. 2 eine Situation
dargestellt, in der das Gegengewicht 18 auf dem Zylinder 62 der Puffervorrichtung
60 abgelegt ist, wobei während des Ablegens eine Verzögerung des Gegengewichts 18
erfolgt ist, um ein schlagartiges Anprallen an der Puffervorrichtung 60 zu verhindern.
Ferner rotiert die Treibscheibe 17 in der Drehrichtung 64, so dass eine Zugkraft auf
das Zugmittel 10 in der Drehrichtung 64 ausgeübt wird.
[0027] Wenn das Gegengewicht 18 über den Zylinder 62 auf der Puffervorrichtung 60 aufliegt,
dann wird das Stück des Zugmittels 10 zwischen dem Gegengewicht 18 und der Treibscheibe
17 entlastet. Bei gewöhnlichen, niedrig gebauten Aufzuganlagen 1 kann das Zugmittel
10 auf Grund der Entlastung an der Treibscheibe 17 durchrutschen. Allerdings hat bei
hoch gebauten Aufzuganlagen 1, bei denen der Aufzugschacht 2 beispielsweise eine Höhe
von etwa 300 m hat, das Stück des Zugmittels 10 zwischen dem Gegengewicht 18 und der
Treibscheibe 17 bereits ein hohes Eigengewicht. Dieses Eigengewicht wirkt in einer
Richtung 65 auf das Zugmittel 10 im Bereich der Treibscheibe 17. Dadurch bildet sich
ein Schlaffseil 66 oder dergleichen, wie es in der Fig. 2 veranschaulicht ist. Die
Aufzugkabine 7 wird dabei in einer Richtung 67 weiter nach oben angehoben, obwohl
das Gegengewicht 18 bereits steht. Die Bildung von Schlaffseil 66 oder dergleichen
kann auch bereits während der Verzögerung des Gegengewichts 18 erfolgen, die durch
Eindrücken des hydraulisch gedämpften Zylinders 62 in die Puffervorrichtung bewirkt
wird.
[0028] Die Bildung von Schlaffseil 66 oder dergleichen, das heisst eine Übertraktion, kann
beim Einsatz von Polyurethan ummantelten Seilen als Zugmittel 10 oder beim Einsatz
von Keilrippenriemen als Zugmittel 10 auch bei relativ geringen Bauhöhen der Aufzuganlage
1, beispielsweise bei Bauhöhen von etwa 100 m beziehungsweise etwa 30 m, auftreten.
Bei Polyurethan ummantelten Zugmitteln können auch Aramidfasern eingesetzt werden.
Das Auftreten der Übertraktion wird daher begünstigt durch hohe Bauhöhen der Aufzuganlage
1 und durch eine relativ grosse Reibung zwischen der Treibscheibe 17 und dem Zugmittel
10.
[0029] Da das Gegengewicht 18 ruht, die Aufzugkabine 7 aber weiter in der Richtung 67 betätigt
wird, wird das Spannmittelgewicht 22 mit der Rollenanordnung 23 mit der Hälfte der
Geschwindigkeit der Aufzugkabine 7 in einer Richtung 68 bewegt. Die Bewegung in der
Richtung 68 kann dabei auch bereits bei der Verzögerung des Gegengewichts 18 beginnen.
[0030] Ein kritischer Zustand tritt auf, wenn bei abgelegtem Gegengewicht 18 zunehmend Schlaffseil
66 oder dergleichen gebildet wird. In diesem Fall bewegt sich das Spannmittelgewicht
22 mit der Rollenanordnung 23 in Richtung 68 mit der Hälfte der Geschwindigkeit der
Aufzugkabine 7. Zur Erfassung der Bewegung des Spannmittelgewichts 22 dient die Messvorrichtung
80, die zum einen an einer Führung 69 für das Spannmittelgewicht 22 und zum anderen
an dem Spannmittelgewicht 22 befestigt ist. Die Ausgestaltung der Messvorrichtung
80 als Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 ist im Folgenden anhand der Fig. 3
bis 6 im weiteren Detail erläutert.
[0031] Fig. 3 zeigt eine auszugsweise Darstellung einer Aufzuganlage 1, die ein Spannmittelgewicht
22 in einer Führung 69 zeigt. Die Führung 69 ist mit dem Boden 5 des Aufzugschachtes
2 verbunden. Ausserdem ist in diesem Ausführungsbeispiel die Rollenanordnung 23 in
das Spannmittelgewicht 22 integriert. Das Spannmittelgewicht 22 wird von der Führung
69 geführt, wobei es nach oben und nach unten bewegbar ist, wie es durch den Doppelpfeil
70 veranschaulicht ist. Die Bewegung des Spannmittelgewichts 22 wird dabei durch einen
unteren Anschlag 71 und einen oberen Anschlag 72 begrenzt.
[0032] An dem Spannmittelgewicht 22 ist ein Bügel 73 befestigt. Mit dem Bügel 73 ist ein
zumindest teilweise magnetisch ausgebildeter Magnetstab 74 verbunden, der abschnittsweise
in einem Schutzrohr 75 angeordnet ist. Das Schutzrohr 75 ist mit einem Träger der
Führung 69 verbunden. Somit bewegt sich der Magnetstab 74 mit dem Spannmittelgewicht
22. Und das Schutzrohr 75 ist ortsfest angeordnet. Eine Bewegung des Spannmittelgewichts
22 in einer Richtung 70 verursacht daher eine Relativbewegung zwischen dem Magnetstab
74 und dem Schutzrohr 75. Der Magnetstab 74 und das Schutzrohr 75 sind Teil einer
Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80, die auf Grund dieser Relativbewegung eine
Bewegung des Spannmittelgewichts 22 erfasst. Das Schutzrohr 75 der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung
80 weist Spulenelemente 81, 82 (Fig. 5) auf, die über Leitungen 83, 84 mit einer Steuereinrichtung
85 verbunden sind. Die Spulenelemente 81, 82 sind dabei innerhalb des Schutzrohres
75 angeordnet.
[0033] Fig. 4 zeigt eine Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 für das in Fig. 3 gezeigte
Spannmittelgewicht 22 mit einer Steuereinrichtung 85 entsprechend einer möglichen
Ausgestaltung der Erfindung. Dabei weist der Magnetstab 74 zumindest einen magnetischen
Abschnitt 86 auf. Im Bereich des magnetischen Abschnitts 86 sind die Spulenelemente
81, 82 der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 vorgesehen. Die Spulenelemente
81, 82 sind in diesem Ausführungsbeispiel über eine Verbindungsleitung 87 in Reihe
geschaltet. Bei einer Relativbewegung zwischen dem magnetischen Abschnitt 86 und den
Spulenelementen 81, 82, das heisst bei einer Bewegung des Spannmittelgewichts 22,
wird eine Messgrösse in Form einer Spannung bzw. Messspannung zwischen den Leitungen
83, 84 erzeugt, wie es anhand der Fig. 5 im Detail erläutert ist. Über die Leitungen
83, 84 sind die Spulenelemente 81, 82 mit einem als Spannungsvergleicher ausgestalteten
Vergleicher 90 verbunden, der die zwischen den Leitungen 83, 84 mit einer Schwellwertspannung
vergleicht, die von einem einstellbaren Schwellwertspeicher 91 bereitgestellt wird.
Der einstellbare Schwellwertspeicher 91 kann beispielsweise als einstellbarer Widerstand
ausgestaltet sein. Wenn die Messspannung zwischen den Leitungen 83, 84 die Schwellwertspannung
überschreitet, dann steuert der Vergleicher 90 ein Sicherheitsrelais 92 an. Das Sicherheitsrelais
92 ist in eine Leitung 93 einer Sicherheitskette 93' geschaltet, wobei bei einer Unterbrechung
der Sicherheitskette 93' eine Nothalteinrichtung 94 einen Nothalt der Aufzugkabine
7 erzwingt.
[0034] Für die Steuereinrichtung 85 ist ausserdem eine Spannungsversorgung 95 vorgesehen.
Ferner weist die Steuereinrichtung 85 eine Sensortesteinrichtung 96 auf, die zum Testen
der Funktionsfähigkeit der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 dient. Insbesondere
kann die Sensortesteinrichtung 96 überprüfen, ob ein Stromfluss über die Leitungen
83, 84 sowie die Spulenelemente 81, 82 und der Verbindungsleitung 87 möglich ist.
Ausserdem ist eine Selbsttesteinrichtung 97 vorgesehen, mit der ein Selbsttest des
Vergleichers 90 möglich ist. Ausserdem ist ein manuell betätigbarer Rückstelltaster
98 vorgesehen. Nach der Auslösung eines Nothalts durch die Nothalteinrichtung 94 muss
eine geeignete Bedienperson zur Überprüfung der Aufzuganlage gerufen werden. Nach
der Überprüfung kann die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 über den Rückstelltaster
98 in ihren Ausgangszustand zurückgestellt werden, wobei das Sicherheitsrelais 92
der Sicherheitskette 93' schliesst.
[0035] Alternativ oder in Ergänzung kann die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 ferngesteuert,
beispielsweise durch Servicepersonal von einer Überwachungszentrale aus zurückgestellt
werden. Dazu ist die Aufzugsanlage durch Signalübertragungsmittel, wie einer Leitung
oder Funk, mit der Überwachungszentrale verbunden.
[0036] Fig. 5 zeigt einen Ausschnitt der in Fig. 4 gezeigten Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung
80 in einer detaillierten, schematischen Darstellung. Dabei ist der magnetische Abschnitt
86 dargestellt, der innerhalb der Spulenelemente 81, 82 angeordnet ist. Bei einer
Bewegung des magnetischen Abschnitts 86 relativ zu den Spulenelementen 81, 82, wie
es durch den Doppelpfeil 70 veranschaulicht ist, werden Induktionsspannungen U1 und
U2 zwischen den jeweiligen Enden der Spulenelemente 81, 82 durch magnetische Induktion
erzeugt. In diesem Ausführungsbeispiel sind die Spulenelemente 81, 82 über die Verbindungsleitung
87 in Reihe geschaltet, so dass sich die Einzelspannungen U1 und U2 zu der Gesamtspannung
U1+U2 addieren. Es ist allerdings auch möglich, dass die Induktionsspannungen U1 und
U2 separat von einer Steuereinrichtung 85 ausgewertet werden. Hierfür kann eine Leitung
87' zusätzlich zu der Steuereinrichtung 85 geführt werden. Gegebenenfalls können anstelle
von einer Leitung 87' auch zwei Leitungen 83', 84' (Fig. 6) vorgesehen sein, um die
beiden induzierten Spannungen U1 und U2 vollständig getrennt voneinander auswerten
zu können. Durch die getrennte Messung der induzierten Spannungen U1 und U2 der Spulenelemente
81, 82 kann die Sicherheit infolge Redundanz und wechselseitigen Vergleichs der Signale
erhöht werden. In beiden Fällen kann die Funktionsweise durch eine geeignete Sensortesteinrichtung
96 überprüft werden.
[0037] Als Messspannung für die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 kann somit die
Summenspannung U1+U2 dienen. Oder es werden zwei Messspannungen verwendet, nämlich
die Einzelspannungen U1 und U2.
[0038] Die Ausgestaltung der Spulenelemente 81, 82 in Bezug auf den magnetischen Abschnitt
86 kann so erfolgen, dass die erzeugten Spannungen U1 und U2 zumindest im Wesentlichen
proportional zu der Geschwindigkeit des Spannmittelgewichts 22 sind. Dieser Sensor
hat eine hohe Funktionsfähigkeit, da er berührungslos arbeitet und keine elektrische
Energieversorgung für die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80 erforderlich ist.
Die Spannungsversorgung 95 für die Steuereinrichtung 85 kann batterie- oder akkumulatorgepuffert
sein, wobei die Ansteuerung des Sicherheitsrelais 92 so erfolgen kann, dass bei mangelnder
Funktionsfähigkeit, insbesondere bei Ausfall der Spannungsversorgung, der Steuereinrichtung
85 die Sicherheitskette 93' unterbrochen wird.
[0039] Die Steuereinrichtung 85 kann ohne Mikroprozessor und entsprechender Software ausgestaltet
sein. Dadurch ist ein einfacher Aufbau möglich und es kann eine hohe Zuverlässigkeit
gewährleistet werden. Wenn die Geschwindigkeit des Spannmittelgewichts 22 zu gross
wird, insbesondere, wenn die Geschwindigkeit des Spannmittelgewichts 22 gleich der
halben Geschwindigkeit der Aufzugkabine 7 ist, dann öffnet das Sicherheitsrelais 92
der Sicherheitskette 93'. Der hierfür erforderliche Schwellwert des Schwellwertspeichers
91 ist so niedrig eingestellt, dass unter Berücksichtigung einer Sicherheitsreserve
ein Ansprechen der Steuereinrichtung 85 erfolgt.
[0040] Die Länge des Magnetstabes 74 kann beispielsweise gleich der Länge des möglichen
Hubs des Spannmittelgewichts 22 zuzüglich einer gewissen Länge zur Befestigung an
dem Bügel 73 sein. Durch das Schutzrohr 75 ist eine Beschädigung sowohl des Magnetstabes
74 als auch der Spulenelemente 81, 82 verhindert.
[0041] Fig. 6 zeigt die in Fig. 4 dargestellte Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung 80,
die über eine Auswerteeinrichtung 100 und ein Bussystem 101 mit einer Steuereinrichtung
102 verbunden ist, entsprechend einer weiteren möglichen Ausgestaltung der Erfindung.
In diesem Ausführungsbeispiel sind die Spulenelemente 81, 82 über die Leitungen 83,
83' beziehungsweise 84, 84' mit der Auswerteeinrichtung 100 verbunden. Durch die getrennte
Verbindung der Spulenelemente 81, 82 mit der Auswerteeinrichtung 100 können die induzierten
Spannungen U1, U2 getrennt erfasst werden, wodurch die Sicherheit verbessert ist.
Die Auswerteeinrichtung 100 wertet die induzierten Spannungen U1, U2 aus, beispielsweise
mittels geeigneter Analog/Digital-Umsetzer und gibt diese Daten in Bezug auf beispielsweise
einen Bustakt des Bussystems 101 über das Bussystem 101 aus. Dabei kann die Auswerteeinrichtung
100 einseitig, wie es durch den Datenpfeil 103 veranschaulicht ist, mit dem Bussystem
101 verbunden sein. Allerdings ist es auch möglich, dass die Auswerteeinrichtung 100
Daten von dem Bussystem 101 empfängt, wie es durch den Datenpfeil 104 veranschaulicht
ist. Somit ist die Auswerteeinrichtung 100 zumindest in einer Richtung mit dem Bussystem
101 gekoppelt. Das Bussystem 101 ist ausserdem mit der Steuereinrichtung 102 verknüpft,
die auf die über das Bussystem 101 übertragenen Daten zugreifen und Daten über das
Bussystem 101 zu weiteren Einrichtungen, insbesondere zu der Auswerteeinrichtung 100,
senden kann. Die Steuereinrichtung 102 kann die von der Auswerteeinrichtung 100 erhaltenen
Daten auswerten und gegebenenfalls einen Notstopp der Aufzugkabine 7 veranlassen.
[0042] Dabei ist es auch möglich, dass die Auswerteeinrichtung 100 bereits eine weitgehende
Auswertung der induzierten Spannungen U1 und U2 der Spulenelemente 81, 82 vornimmt,
wobei insbesondere der Vergleicher 90 und ein Schwellwertspeicher 91, wie sie anhand
der Fig. 4 beschrieben sind, in die Auswerteeinrichtung 100 integriert sein können.
In diesem Fall kann die Auswerteeinrichtung 100 über das Bussystem 100 berichten,
ob ein Nothalt erforderlich ist oder nicht.
[0043] Beim Ausbleiben von Daten der Auswerteeinrichtung 100 kann die Steuereinrichtung
102 dadurch auf einen Fehler in der Auswerteeinrichtung 100 schliessen.
[0044] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt.
1. Aufzuganlage (1) mit zumindest einer Aufzugkabine (7) und einem der Aufzugkabine (7)
zugeordneten Gegengewicht (18), die an zumindest einem Zugmittel (10) aufgehängt sind,
einer Treibscheibe (17), über die das Zugmittel (10) läuft, zumindest einem Unterspannmittel
(19), das an dem Gegengewicht (18) und an der Aufzugkabine (7) aufgehängt ist, und
einem Spannmittelgewicht (22), das das Unterspannmittel (19) spannt, wobei eine Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung
(80) für das Spannmittelgewicht (22) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung (80) eine Geschwindigkeit des Spannmittelgewichts
(22) erfasst und dass eine Steuereinrichtung (85) vorgesehen ist, die einen der erfassten
Geschwindigkeit entsprechenden Messwert mit einem Schwellwert vergleicht.
2. Aufzuganlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung (80) einen Magnetstab (74), der zumindest
teilweise magnetisch ausgebildet ist, und zumindest ein Spulenelement (81, 82) aufweist,
das den Magnetstab (74) abschnittsweise umschliesst, und dass der Magnetstab (74)
und das Spulenelement (81, 82) so angeordnet sind, dass eine Bewegung des Spannmittelgewichts
(22) eine Relativbewegung zwischen dem Magnetstab (74) und dem Spulenelement (81,
82) verursacht.
3. Aufzuganlage nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Magnetstab (74) zumindest mittelbar mit dem Spannmittelgewicht (22) verbunden
ist und dass das Spulenelement (81, 82) ortsfest angeordnet ist.
4. Aufzuganlage nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Spulenelement (81, 82) in einem ortsfesten Schutzrohr (75) angeordnet ist und
dass der Magnetstab (74) abschnittsweise in dem Schutzrohr (75) angeordnet und in
dem Schutzrohr (75) geführt ist.
5. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (85) bei einer Überschreitung des Schwellwertes die Aufzugkabine
(7) anhält, wobei der Schwellwert in Bezug auf eine maximal zulässige Geschwindigkeit
des Spannmittelgewichts (22) vorgegeben ist.
6. Aufzuganlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (85) einen Spannungsvergleicher (90) aufweist, der eine von
der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung (80) ausgegebene Messspannung mit einem
Schwellwertspannung vergleicht, dass die Steuereinrichtung (85) ein Sicherheitsrelais
(92) einer Sicherheitskette (93') für einen Nothalt aufweist und dass das Sicherheitsrelais
(92) von dem Spannungsvergleicher (90) betätigbar ist.
7. Aufzuganlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung (80) mit zumindest einer Auswerteeinrichtung
(100) verbunden ist und dass die Steuereinrichtung (102) mittels eines Bussystems
(101) mit der mit der Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung (80) verbundenen Auswerteeinrichtung
(100) in zumindest einer Richtung verbunden ist.
8. Aufzuganlage insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine zweite Aufzugkabine (8) und ein zweites der zweiten Aufzugkabine (8)
zugeordnetes zweites Gegengewicht (33), die an zumindest einem zweiten Zugmittel (30)
aufgehängt sind, zumindest ein zweites Unterspannmittel (36), das an einem zweiten
Gegengewicht (33) und an der zweiten Aufzugkabine (8) aufgehängt ist, und ein zweites
Spannmittelgewicht (42), dass das zweite Unterspannmittel (36) spannt, vorgesehen
sind und dass zumindest eine zweite Geschwindigkeitserfassungsvorrichtung (51) für
das zweite Spannmittelgewicht (42) vorgesehen ist, die zum Erfassen einer Geschwindigkeit
des zweiten Spannmittelgewichts (42) dient.
9. Verfahren zum Betreiben einer Aufzuganlage (1) mit zumindest einer Aufzugkabine (7)
und einem der Aufzugkabine (7) zugeordneten Gegengewicht (18), einer Treibscheibe
(17), zumindest einem Unterspannmittel (19), das an dem Gegengewicht (18) und an der
Aufzugkabine (7) aufgehängt ist, und einem Spannmittelgewicht (22), das das Unterspannmittel
(19) spannt, umfassend die Schritte:
- erfassen einer Geschwindigkeit des Spannmittelgewichts (22); und
- vergleichen eines der erfassten Geschwindigkeit entsprechenden Messwerts mit einem
Schwellwert.
10. Verfahren nach Anspruch 9, umfassend die Schritte:
- vorgeben des Schwellwertes in Bezug auf eine maximal zulässige Geschwindigkeit des
Spannmittelgewichts (22); und
- anhalten der Aufzugkabine (7) bei einer Überschreitung des Schwellwertes.
1. Elevator system (1) with at least one elevator car (7) and counterweight (18) associated
with the elevator car (7), which are suspended at least one traction means (10), a
drive pulley (17) over which the traction means (10) runs, at least one bottom tensioning
means (19) suspended at the counterweight (18) at the elevator car (7), and a tensioning
means weight (22) tensioning the bottom tensioning means (19), wherein a speed detecting
device (80) for the tensioning means weight (22) is provided, characterised in that the speed detecting means (80) detects a speed of the tensioning means weight (22)
and that a control device (85), which compares a measurement value corresponding with
the detected speed with a threshold value, is provided.
2. Elevator system according to claim 1, characterised in that the speed detecting device (80) comprises a magnet rod (74), which is at least in
part of magnetic construction, and at least one coil element (81, 82) surrounding
a section of the magnet rod (74), and that the magnet rod (74) and the coil element
(81, 82) are so arranged that a movement of the tensioning means weight (22) causes
a relative movement between the magnet rod (74) and the coil element (81, 82).
3. Elevator system according to claim 2, characterised in that the magnet rod (74) is connected at least indirectly with the tensioning means weight
(22) and that the coil element (81, 82) is arranged to be stationary.
4. Elevator system according to claim 3, characterised in that the coil element (81, 82) is arranged in a stationary protective tube (75) and that
the magnet rod (74) is arranged by a section in the protective tube (75) and is guided
in the protective tube (75).
5. Elevator system according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the control device (85) stops the elevator car (7) when a threshold value is exceeded,
wherein the threshold value is predetermined with respect to a maximum permissible
speed of the tensioning means weight (22).
6. Elevator system according to claim 5, characterised in that the control device (85) comprises a voltage comparator (90) which compares a measurement
voltage, which is output by the speed detecting device (80), with a threshold value
voltage, that the control device (84) has a safety relay (92) of a safety chain (93')
for an emergency stop and that the safety relay (92) is actuable by the voltage comparator
(90).
7. Elevator system according to claim 5, characterised in that the speed detecting device (80) is connected with at least one evaluating device
(100) and that the control device (102) is connected by means of a bus system (101)
with the evaluating device (100), which is connected with the speed detecting device
(80), in at least one direction.
8. Elevator system particularly according to any one of claims 1 to 7, characterised in that at least one second elevator car (8) and second counterweight (33) associated with
the second elevator car (8), which are suspended at at least one second traction means
(30), at least one second bottom tensioning means (36) suspended at a second counterweight
(33) and at the second elevator car (8), and a second tensioning means weight (42)
tensioning the second bottom tensioning means (36) are provided and that at least
one second speed detecting device (51), which serves for detection of a speed of the
second tensioning means weight (42), for the second tensioning means weight (42) is
provided.
9. Method of operating an elevator system (1) with at least one elevator car (7) and
counterweight (18) associated with the elevator car (7), a drive pulley (17), at least
one bottom tensioning means (19) suspended at the counterweight (18) and at the elevator
car (7), and a tensioning means weight (22) tensioning the bottom tensioning means
(19), comprising the steps:
- detecting a speed of the tensioning means weight (22); and
- comparing a measurement value corresponding with the detected speed with a threshold
value.
10. Method according to claim 9, comprising the steps:
- predetermining the threshold value with respect a maximum permissible speed of the
tensioning means weight (22); and
- stopping the elevator car (7) when the threshold value is exceeded.
1. Installation d'ascenseur (1) avec au moins une cabine d'ascenseur (7) et un contrepoids
(18) associé à la cabine d'ascenseur (7), qui sont suspendus à au moins un moyen de
traction (10), une poulie motrice (17) sur laquelle passe le moyen de traction (10),
au moins un moyen de tension inférieur (19) qui est suspendu au contrepoids (18) et
à la cabine d'ascenseur (7), et un poids de moyen de tension (22) qui tend le moyen
de tension inférieur (19), étant précisé qu'il est prévu un dispositif de détection
de vitesse (80) pour le poids de moyen de tension (22),
caractérisée en ce que le dispositif de détection de vitesse (80) détecte une vitesse du poids de moyen
de tension (22), et en ce qu'il est prévu un dispositif de commande (85) qui compare à une valeur seuil une valeur
de mesure correspondant à la vitesse détectée.
2. Installation d'ascenseur selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif de détection de vitesse (80) comporte une barre aimantée (74) qui est
conçue au moins en partie pour être magnétique, et au moins un élément de bobine (81,
82) qui entoure par zones la barre aimantée (74), et en ce que la barre aimantée (74) et l'élément de bobine (81, 82) sont disposés de telle sorte
qu'un mouvement du poids de moyen de tension (22) provoque un mouvement relatif entre
la barre aimantée (74) et l'élément de bobine (81, 82).
3. Installation d'ascenseur selon la revendication 2, caractérisée en ce que la barre aimantée (74) est reliée au moins indirectement au poids de moyen de tension
(22), et en ce que l'élément de bobine (81, 82) est disposé de manière fixe.
4. Installation d'ascenseur selon la revendication 3, caractérisée en ce que l'élément de bobine (81, 82) est disposé dans un tube de protection fixe (75), et
en ce que la barre aimantée (74) est disposée par zones dans le tube de protection (75) et
est guidée dans ledit tube de protection (75).
5. Installation d'ascenseur selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que le dispositif de commande (85) arrête la cabine d'ascenseur (7) en cas de dépassement
de la valeur seuil, étant précisé que la valeur seuil est prédéfinie par rapport à
une vitesse maximale autorisée du poids de moyen de tension (22).
6. Installation d'ascenseur selon la revendication 5, caractérisée en ce que le dispositif de commande (85) comporte un comparateur de tension (90) qui compare
à une tension de valeur seuil une tension de mesure émise par le dispositif de détection
de vitesse (80), en ce que le dispositif de commande (85) comporte un relais de sécurité (92) d'une chaîne de
sécurité (93') pour un arrêt d'urgence, et en ce que le relais de sécurité (92) est apte à être activé par le comparateur de tension (90).
7. Installation d'ascenseur selon la revendication 5, caractérisée en ce que le dispositif de détection de vitesse (80) est relié à au moins un dispositif d'analyse
(100), et en ce que le dispositif de commande (102) est relié dans au moins un sens, à l'aide d'un système
de bus (101), au dispositif d'analyse (100) relié au dispositif de détection de vitesse
(80).
8. Installation d'ascenseur en particulier selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce qu'il est prévu au moins une deuxième cabine d'ascenseur (8) et un deuxième contrepoids
(33) associé à la deuxième cabine d'ascenseur (8), qui sont suspendus à au moins un
deuxième moyen de traction (30), au moins un deuxième moyen de tension inférieur (36)
qui est suspendu à un deuxième contrepoids (33) et à la deuxième cabine d'ascenseur
(8), et un deuxième poids de moyen de tension (42) qui tend le deuxième moyen de tension
inférieur (36), et en ce qu'il est prévu pour le poids de moyen de tension (42) au moins un deuxième dispositif
de détection de vitesse (51) qui sert à détecter une vitesse du deuxième poids de
moyen de tension (42).
9. Procédé pour faire fonctionner une installation d'ascenseur (1) avec au moins une
cabine d'ascenseur (7) et un contrepoids (18) associé à la cabine d'ascenseur (7),
une poulie motrice (17), au moins un moyen de tension inférieur (19) qui est suspendu
au contrepoids (18) et à la cabine d'ascenseur (7), et un poids de moyen de tension
(22) qui tend le moyen de tension inférieur (19), comprenant les étapes suivantes
:
- détection d'une vitesse du poids de moyen de tension (22) ; et
- comparaison d'une valeur de mesure correspondant à la vitesse détectée, à une valeur
seuil.
10. Procédé selon la revendication 9, comprenant les étapes suivantes :
- prédéfmition de la valeur seuil par rapport à une vitesse maximale autorisée du
poids de moyen de tension (22) ; et
- arrêt de la cabine d'ascenseur (7) en cas de dépassement de la valeur seuil.