Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen der Innenwand von Entwässerungsrohren.
Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung für ein solches Verfahren gemäss dem
Oberbegriff von Anspruch 8.
Hintergrund
[0002] Ein gängiges Problem beim/nach dem Erstellen oder Sanieren von Bauwerken sind sogenannte
Inkrustierungen an den Innenwänden bzw. Innenseiten von Rohren, insbesondere an Tunnelentwässerungsrohren.
Die Rohrinnenseiten sind wegen des eingeleiteten Abflusses von verunreinigten Flüssigkeiten,
insbesondere während eines Baustellenbetriebs, stellenweise stark mit Zementmörtel,
Kalkablagerungen oder anderen Verunreinigungen versehen. Diese Verunreinigungen sind
in der Regel unerwünscht und zu beseitigen.
[0003] Es ist bekannt, solche Rohre mittels Wasserhochdruck-Reinigung bzw. -anlagen zu reinigen.
Als Nachteil erweist sich hierbei insbesondere, dass die Rohre durch den unter hohem
Druck auf der Rohrinnenseite auftreffenden Strahl stellenweise verletzt werden können.
Zudem sind Wasserhochdruck-Reinigungsanlagen bezüglich Grösse zum Reinigen von relativ
kleinen Rohrinnendurchmessern von weniger als einem Meter schlecht geeignet. Solche
Reinigungsanlagen sind auch kaum in der Lage, die erwähnten Inkrustierungen und Verunreinigungen
über vergleichsweise lange Rohrabschnitte von 50-200m Länge einwandfrei zu beseitigen.
[0004] Aus
EP 0 461 997 A1 ist eine Reinigungsvorrichtung für Lüftungskanäle bekannt, welche eine angetriebene
Bürstenanordnung mit gegenläufig angetriebenen Bürsterädern aufweist.
Darstellung der Erfindung
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren bereitzustellen, welches
die Innenseite von Entwässerungsleitungen bzw. Entwässerungsrohren, insbesondere von
Tunnelentwässerungsrohren, von Inkrustierungen und anderen Verunreinigungen möglichst
vollständig und schonend befreit, und welches zudem für lange Rohrabschnitte von bis
zu 200m oder mehr geeignet ist. Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde,
eine Reinigungsvorrichtung zu schaffen, mit welcher das Verfahren ausführbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren gemäss Anspruch 1 gelöst und mit der Reinigungsvorrichtung
nach Anspruch 8.
[0007] Die Reinigungsvorrichtung mit der drehbar angetriebenen Bürstenanordnung wird in
der üblichen im Rohr herrschenden Fliessrichtung des flüssigen Medium von diesem beaufschlagt.
Hierdurch wird einerseits der Vortrieb der Reinigungsvorrichtung in Fliessrichtung
des Mediums im Rohr bewirkt. Andererseits bewirkt das flüssige Medium das gleichzeitige
und effektive Ausspülen von Verunreinigungen, insbesondere von Inkrustierungen, welche
durch die motorisch betriebene Bürstenanordnung von der Rohrinnenseite gelöst werden.
Alternativ kann die Reinigungsvorrichtung entgegen der Fliessrichtung durch das Rohr
gezogen werden, wodurch die Reinigung ebenfalls mit den genannten Vorteilen möglich
ist. Das flüssige Medium ist in der Regel das im Rohr fliessende Wasser. Es ist aber
auch möglich, während der Reinigung zusätzliches Wasser in das Rohr einzuleiten, insbesondere
dann, wenn das Gefälle und/oder die Wassermenge zu klein ist, um genügend Vortrieb
der Reinigungsvorrichtung und/oder eine genügende Ausspülungswirkung zu erzielen.
Ein Wasservolumenstrom in Fliessrichtung von 50-250 1/min, vorzugsweise etwa 150 l/min,
kann zur Reinigung genügen. Dieser Wasservolumenstrom genügt auch, um die Reinigungsvorrichtung
bei einem üblicherweise verwendeten Innendurchmesser des Rohrs von weniger als einem
Meter, häufig etwa 0,6m, mit genügender Geschwindigkeit in Fliessrichtung voranzutreiben,
selbst bei wenig Gefälle.
[0008] In einer besonders vorteilhaften Variante wird das Verfahren angewendet, indem die
Reinigungsvorrichtung mindestens zwei durch den motorischen Antrieb gegenläufig drehend
angetriebene Bürstenräder mit radial nach aussen weisenden Borsten oder Borstengruppen
aufweist, welche die Innenwand des Rohrs kontaktieren. Durch die gegenläufige Drehung
der Bürstenräder wird ein Massenausgleich geschaffen, der die Reinigungsvorrichtung
im Betrieb stabilisiert und gleichzeitig deren kompakte Bauform ermöglicht, welche
zur Reinigung der bereits erwähnten Rohre mit einem Innendurchmesser von weniger als
einem Meter, häufig etwa 0,6m, notwendig ist.
[0009] In einer weiteren, besonders vorteilhaften Variante wird das Verfahren angewendet,
indem die Reinigungsvorrichtung mindestens eine durch einen motorischen Antrieb drehend
angeordnete Schlageinrichtung mit radial nach aussen weisenden Schlagelementen aufweist,
welche die Rohrinnenwand beaufschlagen. Die auf die Rohrinnenwand wirkenden Schlagelemente
entfernen selbst hartnäckige Inkrustierungen und andere stark haftende Verunreinigungen.
Durch die vorteilhaft abgerundete oder kugelförmige Bauform der Schlagelemente erfolgt
dies schonend. Die Austauschbarkeit der Schlagelemente nach deren allfälliger Abnutzung
kann z.B. durch lösbare und gesicherte Verbindungsmittel sichergestellt werden.
[0010] Um die Umwelt zu schonen, wird in einer weiteren vorteilhaften Variante das flüssige
Medium am Ende des zu reinigenden Rohrs oder eines zu reinigenden Rohrabschnitts in
eine Reinigungsanlage geleitet, vorzugsweise in eine mobile Filter- und/oder Wasseraufbereitungsanlage.
Auf dieses Weise wird sichergestellt, dass die Verunreinigungen, insbesondere Nitrit
und/oder Kalk, aufgefangen, gefiltert und der ordnungsgemässen Entsorgung zugeführt
werden können. Ein Rohrabschnitt weist in der Regel eine Länge von weniger als 200m
auf, zumeist 50m bis 150m, und liegt zwischen zwei Rohrzugangsschächten, wobei die
Reinigungsvorrichtung an einer Hebevorrichtung in den in Fliessrichtung oberen Rohrzugangsschacht
herabgelassen oder an einem solchen umgehängt wird.
[0011] Die Reinigungsvorrichtung wird in der Regel entgegen der Fliessrichtung des Wassers
gebremst, indem mindestens ein an der Reinigungsvorrichtung befestigtes Verbindungskabel
von einer ausserhalb des Rohrs befindlichen Kabeltrommel abgewickelt wird. Die Kabeltrommel
ist hierbei vorteilhaft elektromotorisch betrieben, in beide Drehrichtungen antreib-
und bremsbar. Das Verbindungskabel ist hierbei vorzugsweise gleichzeitig als Energieversorgungskabel
für den motorischen Antrieb der Vorrichtung bzw. von deren Bürstenrädern und der Schlageinrichtung
ausgebildet. Durch das Zurückziehen der Reinigungsvorrichtung entgegen der Fliessrichtung
unter Zuhilfenahme des Verbindungskabels ist auch die Reinigung entgegen der Fliessrichtung
möglich. Auch eine mehrmalige Reinigung in oder entgegen der Fliessrichtung und/oder
die Geschwindigkeitsanpassung und damit eine schnellere oder langsamere Rohrreinigung
in oder entgegen der Fliessrichtung ist somit gewährleistet.
[0012] Das Verfahren ist in einer weiteren Variante
dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung zusätzlich einen motorischen Antrieb aufweist mit mindestens
einem an der Innenwand des Rohrs angreifenden Antriebsrad. Dieses Antriebsrad/diese
Antriebsräder unterstützt/unterstützen den durch das flüssige Medium erzeugten Vortrieb
in Fliessrichtung bzw. die Brems- oder Rückwärtsbewegung gegen die Fliessrichtung,
welche durch ein Bremsen oder das Zurückziehen des Verbindungskabels erreicht wird.
[0013] In einer weiteren Variante des Verfahrens kann mindestens ein an der Reinigungsvorrichtung
oder am Verbindungskabel angebrachtes Bild- oder Datenerfassungsgerät einen aktuellen
Reinigungszustand oder die Oberflächenbeschaffenheit der Rohrinnenseite und/oder die
Rohrwanddicke an einen Operateur und/oder ein Datenverarbeitungsgerät übermitteln.
[0014] Die Reinigungsvorrichtung ist so ausgeführt, dass mindestens die Antriebseinheit
der Reinigungsvorrichtung und deren Energiezuleitung druckwasserdicht ausgeführt sind.
Vorteilhaft entspricht die wasserdichte Ausführung der Schutzklasse (nach DIN EN 60529
und DIN 40 050 Teil 9) IP 65 und höher. Somit ist der vollständige Schutz gegen Berührung
(Schutzgrad für Berührungs- und Fremdkörperschutz; 1. Ziffer) und der Schutz gegen
Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel (Schutzgrad Wasserschutz; 2. Ziffer) als
Mindestmass und mit Blick auf die bevorzugte Verwendung der Reinigungsvorrichtung
sichergestellt. Dem Fachmann sind die Abdichtungsmassnahmen bekannt, die für die druckwasserdichte
Anordnung von Antrieben und elektrischen Verbindungen notwendig sind. Entsprechende
Bauteile sind auch handelsüblich, so dass hier keine weiteren Ausführungen zur Gestaltung
der Druckwasserdichtigkeit für den Antrieb der Vorrichtung und für die Energiezufuhr
zu dieser gemacht werden müssen.
[0015] In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform weist die Reinigungsvorrichtung
mindestens eine motorisch rotierend antreibbare Schlageinrichtung mit radial nach
aussen weisenden Schlagelementen auf, welche die Rohrinnenwand beaufschlagen. Wie
erwähnt entfernt die auf die Rohrinnenwand wirkende Schlageinrichtung bzw. auf die
Rohrinnenwand wirkenden Schlagelemente selbst hartnäckige Inkrustierungen und andere
stark haftende Verunreinigungen an der Rohrinnenwand konstant einwandfrei. Die Schlagelemente
sind besonders vorteilhaft als abgerundete oder kugelförmige Körper aus Metall und/oder
Kunststoff ausgebildet, welche vorzugsweise austauschbar sind. Die abgerundete oder
runde Form der Schlagelemente, welche vorteilhaft an einer Kette befestigt sind, reinigen
wie erwähnt besonders schonend. Zudem sind die Schlagelemente nach deren allfälligen
Abnutzung auf einfache Weise auswechselbar, z.B. durch Lösen von gesicherten Schraubenverbindungen.
[0016] In einer weiteren Variante weist die Reinigungsvorrichtung mindestens einen Zusatzantrieb
auf, vorzugsweise einen Rad- oder Rollenantrieb, zum unterstützten Vorwärts- oder
Rückwärtsfahren der Reinigungsvorrichtung entlang einer Längsmittelachse der Reinigungsvorrichtung.
Hierbei ist der Zusatzantrieb über die Energiezuleitung speisbar und wasserdicht ausgeführt,
vorteilhaft wiederum mindestens in der Schutzklasse IP 65. Auf diese Weise ist das
Vorwärts- oder Rückwärtsfahren sichergestellt selbst dann, wenn z.B. eine Steigung
überwunden oder die Fahrrichtung entgegen der Fliessrichtung des in das Rohr eingeleiteten
Mediums oder gegen sonstige Widerstände zu erfolgen hat.
[0017] In einer weiteren Variante ist die Antriebseinheit für die Bürstenanordnung und/oder
der Zusatzantrieb zum unterstützten Vorwärts- oder Rückwärtsfahren ein Elektro-, Hydraulik-,
Elektrohydraulik oder Pneumatikantrieb, welcher vorzugsweise in der Längsmittelachse
der Reinigungsvorrichtung angeordnet ist.
[0018] Die Bürsten sind vorteilhaft als Scheiben-oder Walzenbürsten oder Topfbürsten ausgebildet
und vorzugsweise austauschbar. Die Austauschbarkeit ist wie erwähnt vorteilhaft über
lösbare und gesicherte Schraubenverbindungen sichergestellt.
[0019] Die Reinigungsvorrichtung ist in einer weiteren Variante ferngesteuert. Damit lassen
sich gewünschte Fahrbewegungen oder Reinigungsaktionen aus grosser Entfernung von
ausserhalb des Rohrs sicher und gezielt steuern.
[0020] In einer nochmals anderen Ausführung weist die Antriebseinheit mindestens ein lastabhängiges
Hydraulikgetriebe zur Drehzahlsteuerung der gegenläufigen Bürstenanordnung/en auf.
Hiermit lässt sich z.B. eine bestimmte Drehzahl auch bei steigender Last konstant
halten und gleichzeitig bei definierter Überlast automatisch abschalten.
[0021] In einer wiederum anderen Ausführungsform weist die Reinigungsvorrichtung wenigstens
ein drehend angeordnetes Bürstenrad und/oder wenigstens eine drehend angeordnete Schlageinrichtung
auf, welche gegenüber mindestens einem gegenläufig drehenden Bürstenrad massenausgeglichen
ausgebildet und/oder angeordnet ist.
[0022] In einer nochmals anderen Variante sind die gegenläufigen Bürsten zudem mit einem
abrasiven Filament beschichtet, z.B. Keramik, Siliciumcarbid, Diamant, Aluminiumoxid
oder Bornitrid. Versuche haben gezeigt, dass das abrasive Filament mindestens im Kontaktbereich
zwischen Bürsten/Borsten und Rohrinnenwand die Lebensdauer der Bürsten/Borsten erheblich
erhöht und gleichzeitig das Lösen und Beseitigung der Inkrustierungen und Verunreinigungen
erheblich unterstützt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0023] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen des Verfahrens sowie der Reinigungsvorrichtung
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und aus der folgenden Beschreibung von
Ausführungsbeispielen anhand der Figuren. Dabei zeigen:
Figur 1 eine Reinigungsvorrichtung in einem in Schnittansicht gezeigten Rohr;
Figur 2 eine Zentrieranordnung der Reinigungsvorrichtung gemäss Figur 1 im Rohrquerschnitt
A-A,
Figur 3 eine Zentrieranordnung mit zusätzlichem Hydraulikmotor-Radantrieb im Rohrquerschnitt
B-B von Figur 1; und
Fig. 4 die Reinigungsvorrichtung gemäss Figur 1 mit zusätzlicher Darstellung einer
rohraussenseitigen Kabeltrommel.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0024] Figur 1 zeigt eine Ausführung einer Reinigungsvorrichtung 1 zum verfahrensgemässen
Reinigen der Innenseite bzw. Innenwand 30 eines Rohrs 2. Gezeigt ist ein entlang der
Längsachse x-x geschnittener Abschnitt des Rohrs 2, das z.B. aus Polyethylen (PE oder
HDPE) besteht und z.B. einen Innendurchmesser von 0,6m aufweist. Solche Rohre 2 werden
z.B. als Tunnelentwässerungsrohre genutzt und sind insbesondere beidseits und/oder
mittig entlang der Tunnelröhren-Längsachse im Tunnelbodenbereich 3 verlegt. Sie dienen
zum Auffangen und Ableiten von Bergwasser und weiteren Flüssigkeiten aus dem Tunnel.
Der gezeigte Abschnitt ist über einen üblicherweise etwa 0,8m breiten Zugangsschacht
7 zugänglich, der in den Figuren 1 und 4 mit geöffnetem Schachtdeckel gezeigt ist.
Der Abschnitt zwischen zwei Schächten 7 weist z.B. eine Länge von 50 Metern bis 200
Metern auf.
[0025] Die gezeigte Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung 1 weist einen Antriebskasten
11 mit einem an diesem angeschlossenen Verbindungskabel 4 zur Energiezuleitung auf.
Weiter ist an derselben Seite der Reinigungsvorrichtung 1 vorzugsweise eine Zentrieranordnung
12 vorgesehen, welche die Reinigungsvorrichtung 1 im Rohr 2 zentriert. Auf der anderen
Seite des Antriebskastens 11 ist eine Bürstenanordnung mit durch den Antrieb der Reinigungsvorrichtung
1 rotierend antreibbaren Bürstenrädern 27 und 28 mit Borsten oder Borstengruppen 8
und 8' vorgesehen. Die Bürstenräder 27, 28 werden durch den Antrieb gegenläufig motorisch
angetrieben und deren Borsten 8, 8' beaufschlagen die Innenwand 30 des Rohrs 2 und
reinigen diese. Die Borsten 8, 8' werden durch Fliehkraft an die Innenwand 30 gedrückt.
Ein erstes Bürstenrad 27 kann eine Mehrzahl von schwenkbaren Topfbürsten 8 aufweisen,
welche durch die Fliehkraft des drehenden Bürstenrads 27 gegen die Innenwand 30 schwenken.
Jede Topfbürste 8 bildet dabei eine Borstengruppe 8. Ein zweites Bürstenrad 28 weist
einen durchgehenden Borstenkranz 8' auf oder ebenfalls mehrere Borstengruppen 8',
die fest bzw. starr am zweiten Bürstenrad 28 angeordnet sind. Anstelle dieser Ausführung
des Bürstenrads 28 kann dieses ebenfalls schwenkbare Topfbürsten 8 oder Borstengruppen
8 oder andere Bürsten aufweisen; oder anstelle des Bürstenrads 27 kann eines mit einem
fix angeordneten Borstenkranz 8' oder mit Borstengruppen 8' oder andere Bürsten treten.
Es ist bevorzugt, dass beide Bürstenräder 27, 28 gegenläufig rotierend angetrieben
werden. Dem Fachmann sind dazu verschiedene Konstruktionsvarianten geläufig. So können
z.B. gegenläufig rotierende Antriebswellen aus dem Antriebskasten 11 austreten, an
welchen je ein Bürstenrad 27, 28 angeordnet ist. Oder es kann eine Antriebswelle aus
dem Antriebskasten 11 austreten, an welcher ein Bürstenrad 27 (oder 28) fest angekoppelt
ist und das andere Bürstenrad 28 (oder 27) über ein Getriebe des Antriebs angekoppelt
ist, das die Drehrichtung umkehrt. Es kann z.B. auch eine elektrisch angetriebene
Hydraulikpumpe im dargestellten Antriebskasten 11 vorgesehen sein, die in jedem Bürstenrad
27, 28 oder in einem der Bürstenräder 27 oder 28 einen Hydraulikmotor 10, 10' antreibt.
Die gegenläufig rotierenden Bürstenräder 27, 28 vermeiden eine Drehung der ganzen
Reinigungsvorrichtung 1 im Rohr 2, was zudem auch durch die bevorzugt vorhandene Zentrieranordnung
12, 12' verhindert wird, welche anhand der Figuren 2 bzw. 3 noch erläutert wird.
[0026] Weiter ist bevorzugt eine ebenfalls motorisch rotierend antreibbare Schlageinrichtung
29 vorgesehen. Diese dreht bevorzugt mit dem einen Bürstenrad mit, im gezeigten Beispiel
mit dem Bürstenrad 28. Die Massen der Bürstenräder 27, 28 bzw. der Bürstenräder 27,
28 mit der Schlageinrichtung 29 sind dabei vorzugsweise ungefähr gleich gross gewählt.
Die Schlageinrichtung 29 weist durch die Fliehkraft radial nach aussen auslenkbare
Schlagelemente 9 auf. Diese können z.B. mittels Ketten am drehenden zentralen Teil
der Schlageinrichtung 29 befestigt sein. Im gezeigten Beispiel ist dieser zentrale
Teil am Bürstenrad 28 befestigt oder ist einstückig mit diesem ausgeführt und wird
somit auf dieselbe Weise angetrieben, wie das Bürstenrad 28. Die Schlagelemente 9
sind bevorzugt kugelförmige Schlagkörper aus Metall oder auch aus Kunststoff. Anstelle
einer Kugelform (worunter hier auch ähnliche Formen wie z.B. eiförmige Schlagelemente
9 verstanden werden), können auch Polyeder verwendet werden, wobei deren Ecken vorzugsweise
abgerundet sind, um die Innenwand 30 des Rohrs 2 zu schonen. Sowohl die Borsten 8,
8' wie die Schlagelemente 9 können mittels lösbaren Verbindungsmitteln an den zentralen
Teilen der Bürstenräder 27, 28 bzw. der Schlageinrichtung 29 befestigt sein, um sie
bei Verschleiss problemlos auswechseln zu können. Es können auch die gesamten Bürstenräder
27, 28 bzw. die gesamte Schlageinrichtung 29 ausgewechselt werden, wenn dies bevorzugt
ist. Durch die Schlagelemente 9 werden im Betrieb auch hartnäckigste Inkrustierungen
und Verunreinigungen von der Innenwand 30 gelöst. Dies verbessert die Reinigung mit
den Bürsten bzw. Borsten 8, 8'. Das gemäss dem nachstehend erläuterten Verfahren bei
der Reinigung rohrabwärts fliessende Wasser, symbolisiert durch Pfeile FM in Fliessrichtung
des flüssigen Mediums, erhöht die Reinigungswirkung und beseitigt die von der Innenwand
30 gelösten Partikel und verhindert ein Festsitzen derselben in den Borsten 8, 8'.
Eine mobile Wasseraufbereitungsanlage sammelt bei Bedarf an geeigneten, nicht dargestellten
Sammelpunkten das Wasser zusammen mit den Rückständen auf und ermöglicht die umweltgerechte
Entsorgung.
[0027] Bei der bevorzugten bzgl. Drehrichtung in Umfangrichtung des Rohrs 2 gegenläufigen
Anordnung von Bürsten bzw. Borsten 8, 8' und Schlagelementen 9 wird bevorzugt ein
Massenausgleich angestrebt. D.h. auf die Reinigungsvorrichtung 1 wirken im Betriebszustand
Rotationsmomente, welche sich gegenseitig ausgleichen bzw. neutralisieren. Bei einer
bevorzugten Ausführung wird die motorische Drehung durch unabhängige Hydraulikmotoren
10, 10' bewirkt, welche durch eine Hydraulikpumpe im Antriebskasten 11 angetrieben
werden, die ihrerseits durch einen Elektromotor angetrieben wird. Dieser wird durch
eine Energieleitung im Verbindungskabel 4 mit elektrischem Strom versorgt. In einer
weiteren Variante könnte auch eine Anschlussstelle für die Energieleitung an der Vorderseite
(an der vom Schacht 7 abgewandten Seite) der Reinigungsvorrichtung 1 vorgesehen sein,
was in Figur 1 nicht dargestellt ist.
[0028] Um die Reinigungsvorrichtung 1 innerhalb des Rohres 2 zu zentrieren, ist bevorzugt
am vorderen und am hinteren Ende der Reinigungsvorrichtung 1 jeweils eine Zentrieranordnung
12, 12' vorgesehen, welche z.B. als Zentrierrollenanordnung ausgebildet sind, wie
anhand der Figuren 2 und 3 näher erläutert wird. Zughaken 13, 13' an beiden Enden
der Reinigungsvorrichtung 1 ermöglichen das Befestigen von weiteren Zugkabeln oder
-seilen. Bei Bedarf kann dadurch ein separates Zugkabel oder Seil an der Reinigungsvorrichtung
1 vorne und/oder hinten befestigen werden, womit es vorwärts oder unabhängig vom Verbindungskabel
4 auch rückwärts gezogen werden kann.
[0029] Figur 2 zeigt eine erste Ausführungsform der erwähnten Zentrieranordnung 12' gemäss
Figur 1 im Rohrquerschnitt A-A. Diese ist als einfache Anordnung von sternförmig angeordneten
Rollen oder Räder 14 mit Zentrierfunktion ohne Zusatzantrieb 16 (Fig. 3) für die Rollen
bzw. Räder 14 ausgebildet und zentriert die Reinigungsvorrichtung 1 in ihrem vorderen
Bereich. Eine Feder 15 kann dabei wenigstens eine der Rollen oder Räder 14 an die
Innenwand 30 drücken. Dies erlaubt den Ausgleich von Rohrunebenheiten, die vor allem
im noch nicht gereinigten Bereich vorhanden sein können. Auch die zweite, in Figur
1 schachtseitige Zentrieranordnung 12 könnte auf diese Weise ausgestaltet sein.
[0030] Figur 3 zeigt eine weitere Zentrieranordnung 12 gemäss Figur 1 im Rohrquerschnitt
B-B mit jeweils einem zusätzlichen Radantrieb 16 bei jedem Rad 14, der ein Hydraulikmotor
oder ein Elektromotor sein kann. Im Falle einer Hydraulikpumpe im Antriebskasten 11
können die Hydraulikmotoren 10, 10' auch von dieser Pumpe angetrieben werden. Es kann
auch nur eines der Räder 14 oder es können zwei der Räder 14 angetrieben sein. Die
Zentrieranordnung 12 mit zusätzlichem Radantrieb 16 zentriert die Reinigungsvorrichtung
1 in ihrem hinteren Bereich und kann den Vortrieb der Reinigungsvorrichtung 1 sowohl
vorwärts wie rückwärts unterstützen, was noch erläutert wird. Auch bei der in Figur
3 gezeigten Ausführungsform kann eine Feder 15 wenigstens eines der Rollen oder Räder
14 an die Innenwand 30 drücken, was den Reibschluss des Rads/der Rolle 14 mit der
Innenwand 30 verbessert. Es können auch beide Zentrieranordnungen 12, 12' gemäss Figur
3 gleichzeitig mit einem Rad- bzw. Rollenantrieb 14', 16 ausgestaltet sein.
[0031] In weiteren, nicht gezeigten Ausführungsvarianten sind a) ausschliesslich Zentrieranordnungen
12' ohne Zusatzantrieb 16 eingesetzt; b) ausschliesslich Zentrieranordnungen 12 mit
Zusatzantrieb 16 eingesetzt; c) oder die beiden Zentrieranordnungen 12, 12' sind gegenüber
Figur 1 vertauscht oder eine von ihnen oder eine dritte Anordnung ist mittig in der
Reinigungsvorrichtung 1 angeordnet.
[0032] Figur 4 schliesslich zeigt die Reinigungsvorrichtung 1 gemäss Figur 1 mit dem daran
befestigtem Verbindungskabel 4, welches von der erwähnten, rohraussenseitigen und
in beide Drehrichtungen antreib- und bremsbaren Kabeltrommel 6 oder Kabelrolle ab-
oder aufgewickelt wird. Es ist auch als Beispiel ein Fahrzeug 17 dargestellt, welches
die Kabeltrommel 6 mit den zum Betrieb der Trommel 6 und der Reinigungsvorrichtung
1 notwendigen Hydraulik- und Elektroaggregaten 18 aufweist sowie eine nicht näher
erläuterte Krananordnung mit einem Seil 19 zum Absenken der Reinigungsvorrichtung
1 in den Schacht 7 bzw. zum Herausheben der Reinigungsvorrichtung 1 aus dem Schacht
7. Das Fahrzeug 17 kann mit einem Mechanismus 20 zum Absenken/Anheben und Drehen des
Fahrzeugs 17 selbst an Ort und Stelle ausgerüstet sein und kann auch ausgerüstet sein,
um Schienen befahren zu können.
[0033] An Hand von Figur 4 werden die alternativen Verfahren zur Reinigung erläutert. Bevorzugt
ist die Reinigung in Fliessrichtung FM des Wassers im Rohr 2, welche zunächst erläutert
wird. Der Schacht 7 am Anfang des zu reinigenden Rohrabschnitts wird geöffnet und
die Reinigungsvorrichtung 1 wird mittels des Seils 19 in den Schacht 7 abgesenkt.
Dies erfolgt bei im Rohr 2 fliessendem Wasser oder, wenn eine Umleitung für das Wasser
zur Verfügung steht, bei umgeleitetem Wasser. Ist die Reinigungsvorrichtung 1 im Schacht
7 platziert, wird das Seil 19 gelöst und die Reinigungsvorrichtung 1 bewegt sich selbständig
im Rohr 2. Dazu wird das Wasser dem Rohr 2 wieder zugeführt, falls es während des
Absenkens der Reinigungsvorrichtung 1 in den Schacht 7 umgeleitet worden ist. Die
Reinigungsvorrichtung 1 bleibt über das Verbindungskabel 4 mit den Betriebsmitteln
ausserhalb des Rohrs 2 verbunden, welche hier die angetrieben drehbare Kabeltrommel
6 sowie ein Energieaggregat 18 sind. Vorzugsweise ist das Verbindungskabel 4 zugleich
das Energiezuführungskabel vom Aggregat 18 zur Reinigungsvorrichtung 1 als auch das
Zugkabel, welches die Reinigungsvorrichtung 1 bremst, falls diese durch das in Fliessrichtung
FM fliessende Wasser zu rasch durch das Rohr 2 vorgetrieben wird. Es können aber auch
ein separates Zugkabel und eine separate Energieleitung vorgesehen sein.
[0034] Das an der Reinigungsvorrichtung 1 angeschlossene bzw. befestigte Verbindungskabel
4 wird bei der Reinigung über eine Umlenkrolle 5 von einer rohraussenseitigen und
in beide Drehrichtungen antreib- und bremsbaren Kabeltrommel 6 abgewickelt, während
die Reinigungsvorrichtung 1 im Rohr 2 durch das im Rohr 2 fliessende Wasser, wiederum
symbolisiert durch Pfeile FM in Fliessrichtung, beaufschlagt und damit vorgetrieben
wird. Der Vortrieb kann alleine durch den Druck des im Rohr 2 fliessenden Wassers
auf die Reinigungsvorrichtung 1 erzeugt bzw. bewirkt werden. In der Regel wird dabei
die Reinigungsvorrichtung 1 mittels des Verbindungskabels 4 gebremst (wozu die Kabeltrommel
6 durch Bremsmittel gebremst wird oder durch ihren Antrieb 16 langsamer angetrieben
wird, als es der Fliessgeschwindigkeit des Wassers entspricht), damit die Reinigungsvorrichtung
1 sich mit geringerer Geschwindigkeit durch das Rohr 2 bewegt, als die Fliessgeschwindigkeit
des Wassers. Es kann über eine nicht dargestellte Leitung zusätzliches Wasser in den
Schacht 7 bzw. in das Rohr 2 eingeleitet werden, wenn dies für den Vortrieb und die
Reinigung vorteilhaft ist. Allenfalls kann das Wasser je nach Verschmutzungsart und
Verschmutzungsgrad des Rohrs 2 auch mit Reinigungszusatzstoffen versehen werden. Das
Verbindungskabel 4 ist in der gezeigten Ausführungsvariante, wie die Reinigungsvorrichtung
1 bzw. deren elektrischen und hydraulischen Bauteile auch, druckwasserdicht ausgeführt,
z.B. in der erwähnten Schutzklasse IP 65. Ist die Reinigungsvorrichtung 1 mit einem
Antrieb zur Bewegung in Rohrlängsachse x-x ausgestattet, z.B. mit den oben beschriebenen,
angetriebenen Rollen oder Räder 14', 16, so können auch diese zusätzlich zum vom Wasser
bewirkten Vortrieb einen Beitrag zum Vortrieb leisten, insbesondere, wenn die Menge
des Fliesswassers gering ist und kein weiteres Wasser zugeführt wird.
[0035] Während des Vortriebs in Fliessrichtung FM werden die Borstenräder und ggf. die Schlageinrichtung
29 rotierend angetrieben, um die Innenwand 30 des Rohrs 2 zu reinigen. Die abgelösten
Verschmutzungen werden durch das Fliesswasser mitgenommen.
[0036] Erreicht die Reinigungsvorrichtung 1 das Ende des Abschnitts der Rohrleitung bzw.
den in Fliessrichtung FM nächsten Schacht 7, so kann auf verschiedene Weise vorgegangen
werden. Einerseits kann die Reinigungsvorrichtung 1 entgegen der Fliessrichtung FM
zu demjenigen Schacht 7 zurück gezogen werden, in welchen sie eingesetzt worden ist.
Dies erfolgt über das Verbindungskabel 4, welches nun auch als Zugkabel dient, bzw.
über die Trommel 6. Angetriebene Rollen oder Räder 14', 16 der Reinigungsvorrichtung
1 können dies unterstützen. Bei diesem Zurückziehen können die Bürstenräder 27, 28
und/oder die Schlageinrichtung 29 zur Reinigung aktiv sein oder deaktiviert werden.
Damit dies möglich ist, sind im Zugkabel nicht dargestellte Steuerleitungen vorgesehen,
über welche entsprechend die Schlageinrichtung 29 und/oder die Bürstenräder 27, 28
deaktivierbar sind und ggf. die Drehrichtung der Antriebe 16 umstellbar sind. Auch
eine drahtlose Steuerung der Reinigungsvorrichtung 1 über Funk ist natürlich möglich.
Hat die Reinigungsvorrichtung 1 den dargestellten Schacht 7 wieder erreicht, so kann
sie mittels des Krans herausgehoben werden und der Schacht 7 wird wieder verschlossen.
Das Fahrzeug 17 transportiert dann die Reinigungsvorrichtung 1 zum nächsten Schacht
7 am Anfang des nächsten zu reinigenden Abschnitts der Rohrleitung, wo sich der Vorgang
wiederholt.
[0037] Alternativ kann die Reinigungsvorrichtung 1, hat sie am Ende des gereinigten Abschnitts
einen Schacht 7 erreicht, im Schacht 7 so blockiert werden, dass sie vom fliessenden
Wasser nicht weiter transportiert werden kann. Dann kann das Verbindungskabel 4 von
der Reinigungsvorrichtung 1 z.B. rohraussenseitig gelöst und von der Trommel 6 ohne
die Reinigungsvorrichtung 1 zum Fahrzeug 17 zurück gezogen werden, während die Reinigungsvorrichtung
1 im anderen Schacht 7 stationär bleibt. Das Fahrzeug 17 wird danach zu diesem Schacht
7 gefahren und das Verbindungskabel 4 wieder an der Reinigungsvorrichtung 1 befestigt,
worauf die Blockierung im Schacht 7 aufgehoben werden kann und die Reinigungsvorrichtung
1 auf dieselbe Weise wie beschrieben den nächsten Abschnitt der Rohrleitung reinigt,
bis erneut ein Schacht 7 erreicht wird.
[0038] Alternativ zu der beschriebenen Reinigung in Fliessrichtung FM kann auch eine Reinigung
entgegen der Fliessrichtung FM wie folgt durchgeführt werden: Das Fahrzeug 17 bringt
die Reinigungsvorrichtung 1 zu einem Schacht 7 und platziert sie in dem Schacht 7,
in welchem die Reinigungsvorrichtung 1 blockiert wird, so dass sie vom Fliesswasser
nicht in den in Fliessrichtung FM folgenden Abschnitt mitgenommen werden kann. Das
Fahrzeug 17 wird dann ohne die Reinigungsvorrichtung 1 entgegen der Fliessrichtung
FM bis zum nächsten "stromaufwärts" gelegenen Schacht 7 gefahren. Dort wird nur das
Verbindungskabel 4 in den Schacht 7 hinunter gelassen und vom Fliesswasser mitgeführt
(allenfalls wird dazu ein Körper am Verbindungskabel 4 befestigt, damit genügend beaufschlagbare
Fläche für die sichere Mitnahme vorhanden ist). Das Verbindungskabel 4 wird von der
Kabeltrommel 6 abgewickelt und gelangt mit dem Fliesswasser zur Reinigungsvorrichtung
1 im "stromabwärts" gelegenen Schacht 7, wo das Verbindungskabel 4 an der Reinigungsvorrichtung
1 befestigt wird. Diese wird dann mittels des Verbindungskabels 4 bzw. der Kabeltrommel
6 entgegen der Fliessrichtung FM gezogen (allenfalls unterstützt von den angetriebenen
Rollen oder Räder 14', 16). Während diesem Ziehen entgegen der Fliessrichtung FM erfolgt
wieder die Reinigung der Innenwand 30 mittels der Bürstenräder 27, 28 und der Schlageinrichtung
29. Diese können so angeordnet sein, dass die Schlageinrichtung 29 entgegen der Fliessrichtung
FM als erstes auf die Innenwand 30 einwirkt. Hat die zurück gezogene Reinigungsvorrichtung
1 den Schacht 7 erreicht, so kann sie entnommen werden. Oder es kann ein weiterer
Durchgang durch das Rohr 2 erfolgen, diesmal in Fliessrichtung FM.
1. Verfahren zum Reinigen der Innenwand (30) von Entwässerungsrohren (2), insbesondere
von Tunnelentwässerungsrohren, mittels einer Reinigungsvorrichtung (1), welche mindestens
eine motorisch drehend angetriebene Bürstenanordnung (8, 8', 27, 28) aufweist, deren
Borsten die Innenwand (30) beaufschlagen, wobei ein flüssiges Medium in das Rohr (2)
eingeleitet wird, welches die Reinigungsvorrichtung (1) mindestens teilweise beaufschlagt,
wobei der Vortrieb der Reinigungsvorrichtung (1) in Fliessrichtung (FM) des Mediums
im Rohr (2) durch deren Beaufschlagung mit dem Medium bewirkt wird; oder
wobei der Vortrieb der Reinigungsvorrichtung (1) durch ein an dieser angreifendes
Zugmittel entgegen der Fliessrichtung (FM) des Mediums bewirkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand (30) durch zwei gegenläufig drehend angetriebene Bürstenräder der Bürstenanordnung
(8, 8', 27, 28) beaufschlagt wird, welche radial nach aussen weisende Borsten oder
Borstengruppen aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand (30) durch eine drehend angetriebene Schlageinrichtung (9, 29) der
Reinigungsvorrichtung (1) mit radial nach aussen weisenden Schlagelementen (9) beaufschlagt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch mindestens ein an der Reinigungsvorrichtung (1) befestigtes Verbindungskabel
(4), welches von einer ausserhalb des Rohrs (2) befindlichen Kabeltrommel (6) abgewickelt
wird, die Reinigungsvorrichtung (1) bei der Reinigung in Fliessrichtung (FM) entgegen
der Fliessrichtung (FM) gebremst wird, oder dass durch mindestens ein an der Reinigungsvorrichtung
(1) befestigtes Verbindungskabel (4), welches von einer ausserhalb des Rohrs (2) befindlichen
Kabeltrommel (6) aufgewickelt wird, die Reinigungsvorrichtung (1) bei der Reinigung
entgegen der Fliessrichtung (FM) gezogen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungskabel (4) zugleich als Energieversorgungskabel für einen motorischen
Antrieb (14', 16) ausgebildet ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (1) zusätzlich durch den motorischen Antrieb (16) mit mindestens
einer an der Innenwand (30) angreifenden Antriebsrolle oder einem Antriebsrad (14')
in Fliessrichtung (FM) oder gegen die Fliessrichtung (FM) angetrieben wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Medium am Ende des zu reinigenden Rohrs (2) oder eines zu reinigenden
Rohrabschnitts in eine Reinigungsanlage geleitet wird, vorzugsweise in eine mobile
Filter- und/oder Wasseraufbereitungsanlage.
8. Reinigungsvorrichtung (1) zum Reinigen von Rohren (2) gemäss dem Verfahren nach einem
der Ansprüche 1 bis 7, umfassend:
- eine Bürstenanordnung (8, 8', 27, 28) mit mindestens zwei gegenläufig rotierend
antreibbaren Bürstenrädern mit radial angeordneten Borsten oder Borstengruppen,
- eine Antriebseinheit (10, 10', 11) für die Bürstenanordnung,
- eine Energiezuleitung für die Antriebseinheit (10, 10', 11) sowie
- eine Zentrieranordnung (12, 12'),
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die Antriebseinheit (10, 10', 11) und deren Energiezuleitung druckwasserdicht
ausgeführt sind.
9. Reinigungsvorrichtung (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass diese mindestens eine motorisch rotierend antreibbare Schlageinrichtung (9, 29) mit
im Betrieb radial nach aussen weisenden Schlagelementen (9) aufweist.
10. Reinigungsvorrichtung (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse der Schlageinrichtung (9, 29) koaxial zur Drehachse der Bürstenräder
(27, 28) angeordnet ist, oder dass die Drehachse der Schlageinrichtung (9, 29) senkrecht
zur Drehachse der Bürstenräder (27, 28) angeordnet ist.
11. Reinigungsvorrichtung (1) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlagelemente (9) als kugelförmige Schlagkörper aus Metall und/oder Kunststoff
ausgebildet sind, oder dass die Schlagkörper Polyeder mit abgerundeten Eckbereichen
sind, die aus Metall und/oder Kunststoff gebildet sind.
12. Reinigungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (1) mindestens einen Zusatzantrieb aufweist, vorzugsweise
einen Radantrieb (12, 14', 16), zum unterstützten Vorwärts- oder Rückwärtsfahren der
Reinigungsvorrichtung (1) in Richtung der Längsmittelachse der Reinigungsvorrichtung
(1), wobei der Zusatzantrieb über die Energiezuleitung speisbar und druckwasserdicht
ausgeführt ist.
13. Reinigungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit für die Bürstenanordnung (8, 8', 27, 28) und gegebenenfalls für
die die Schlageinrichtung (9, 29) und gegebenenfalls der Zusatzantrieb zum unterstützten
Vorwärts- oder Rückwärtsfahren ein Elektro- (16), Hydraulik-, Elektrohydraulik oder
Pneumatikantrieb ist, welcher vorzugsweise einen in der Längsmittelachse der Reinigungsvorrichtung
(1) angeordneten Antriebskasten (11) umfasst.
14. Reinigungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Bürstenräder (28) mit starr angeordneten radialen Borsten oder
Borstengruppen (8, 8') versehen ist und, dass ein weiteres der Bürstenräder (27) mit
einer Mehrzahl von radial ausschwenkbaren Topfbürsten (8) versehen ist.