[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft spinngefärbte HMLS-Monofilamente, deren Herstellung
und Anwendung im Bausektor. Diese Monofilamente können bevorzugt im Bausektor in der
Form von Textilien eingesetzt werden, z.B. für leichte Dachkonstruktionen für Abschattungen
oder Fassadenverkleidungen.
[0002] Für technische Anwendungen werden synthetische Fäden aus schmelzspinnbaren Polymeren
bevorzugt. Aus Kostengründen greift man auf seit langem bekannte Standardpolymere
zurück, beispielsweise auf Polyolefine, wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), auf
Polyamide, wie Polyamid 6 (PA 6), Polyamid 6.6 (PA 6.6) oder auf Polyester, wie Polyethylenterephthalat
(PET), sofern Fäden aus diesen Polymeren die gewünschten Anforderungen erfüllen können.
[0003] In technisch textilen Anwendungen ist oftmals Dimensionsstabilität gewünscht. Ein
textiler Faden ist umso dimensionsstabiler, je geringer seine mechanische Dehnung
und sein Schrumpf bei Temperatureinwirkung ist.
[0004] Als Maß für diese Größen wird zum einen die Kraft-Dehnungskurve ("KD-Kurve") eines
Textilfadens herangezogen. Je nach verwendetem Rohstoff steigt diese Kurve mehr oder
weniger steil an. Der Beginn der Kurve ist meist reversibel. Hier befindet man sich
näherungsweise im Gültigkeitsbereich des Hook'schen Gesetzes, d.h. dass die Dehnung
proportional zur aufgewendeten Kraft ist.
[0005] Bei höheren Verdehnungen verläuft das Kraft-Dehnungs-Diagramm ("KD-Diagramm") nicht
mehr linear. Die Verdehnung ist dann in der Regel nicht mehr reversibel. Mit zunehmender
Kraft und Verdehnung erreicht die Kurve ein Maximum bis der Faden reißt.
[0006] Bei den meisten technischen Anwendungen ist man bemüht, im linearen Teil der KD-Kurve
zu bleiben. Je steiler diese Kurve ansteigt, desto höher ist der Elastizitätsmodul.
Er ist definiert als die Steigung der Tangente der KD-Kurve am Nullpunkt, also bei
0 % Dehnung. In der Praxis verwendet man meist die Sekante, welche die KD-Kurve bei
0% und 1 % Dehnung schneidet, oder auch die Sekante bei 0,5% und 1,0% Dehnung; die
Steigungen dieser beiden Sekanten sowie der Tangente an die Kurve bei 0 % Dehnung
unterscheiden sich meist kaum voneinander.
[0007] In der praktischen Anwendung versucht man Fäden bereitzustellen, die beim Einsatz
im linearen Teil der KD-Kurve verbleiben. Eine Lösung besteht darin, den Titer der
Fäden so stark zu wählen, dass bei den auftretenden Kräften der lineare Kurvenverlauf
des KD-Diagramms nicht überschritten wird. Eine weitere Lösung besteht darin, Fäden
mit hohen E-Moduli bereitzustellen. Einen hohen Modul erreicht man z.B. durch extrem
hohe Verstreckungen der synthetischen Fäden, da hierbei die Molekülketten weitestgehend
orientiert werden. Dadurch ergibt sich nur noch eine kleine Restdehnung bis zum Fadenbruch.
[0008] Ein weiteres Maß für die Dimensionsstabilität synthetischer Fäden ist der Thermoschrumpf:
Bei hohen Temperaturen steigt die Beweglichkeit der Molekülketten. Je höher die Ketten
orientiert sind, desto höher ist folglich der Schrumpf des Fadens.
[0009] Mit einer hohen Orientierung (Verstreckung) erzielt man zwar einen hohen Modul, erkauft
sich dieses aber im Allgemeinen durch einen hohen Thermoschrumpf und umgekehrt.
[0010] Als Maß für die Dimensionsstabilität verwendet man deshalb bevorzugt die Summe aus
der Dehnung und dem Schrumpf. Die Bruchdehnung ist dafür weniger geeignet, da sie
gewissen Schwankungen unterliegt. Bevorzugt wird die Dehnung bei einer vorgegebenen
Kraft, eine sogenannte Bezugsdehnung gewählt. Im Englischen spricht man vom EASL (Elongation
At Specific Load).
[0011] Ähnliches betrifft den Schrumpf. Bevorzugt wird der freie Schrumpf angegeben, d.h.
der Schrumpf ohne Vorspannung des Fadens, der bei der Behandlung des Fadens bei einer
fixen Temperatur, z.B. bei 180° C, nach einer definierten Einwirkungsdauer, z.B..
von 30 min, auftritt. Jedoch hängt dies natürlich auch von verwendeten Polymer ab.
[0012] Bei einem normalen Polyesterfaden aus PET kann z.B. die Bezugsdehnung (BD) bei 27
cN/tex und der freie Thermoschrumpf (TS) von 180° C gewählt werden. Typische Werte
für "langsam" gesponnene und anschließend verstreckte PET-Fäden liegen bei

[0013] Dabei bleibt die Summe beider Größen näherungsweise konstant, wenn ein Parameter
variiert wird. Diese Summe aus Bezugsdehnung und Thermoschrumpf eignet sich somit
hervorragend als Maß für die Dimensionsstabilität.
[0014] Für technische Garne sind Fäden mit hochmoduligen und niedrig schrumpfenden Eigenschaften
erstrebenswert, sogenannte High Modulus Low Shrinkage Typen ("HMLS-Typen").
[0015] Dem Fachmann ist bekannt, dass mit einem hohen Spinnverzug, also dem Verhältnis zwischen
Abzugs- und Spritzgeschwindigkeit im Spinnprozess, die Molekülketten in Längsrichtung
weitgehend orientiert werden. In einer anschließenden Nachverstreckung werden die
Molekülketten weiter orientiert und kristallisiert. Damit erreicht man hohe Moduln
und wegen des teilkristallinen Anteils auch geringe Schrumpfwerte.
[0017] Beeinflusst wird der Spinnverzug und die Kristallisation durch die Viskosität des
Polymeren, die Art des Polymeren, Vernetzungsmittel, weitere eventuelle Zuschlagstoffe
und dem Abkühlprozess unterhalb der Spinndüse, wie dies in zahlreichen Dokumenten
aufgeführt ist.
[0018] Ausgedrückt als Dimensionsstabilität aus BD + TS sind hier Werte von 6% bis 8% für
PET erreichbar, wie sie z.B. für Reifencord Verwendung finden.
[0019] Um die hohen Spinnverzüge zu erreichen, sind Abzugsgeschwindigkeiten von > 2000 m/min
typisch. Technische Multifilamentgarne haben im Allgemeinen einen Einzeltiter von
5-8 dtex. Mit der für Multiflamentgame üblichen Abkühlung im Luftstrom nach der Spinndüse
ergeben sich bei diesen Abzugsgeschwindigkeiten auch keine Probleme.
[0020] Bei Monofilamenten liegen die Verhältnisse anders. Aufgrund des vergleichsweise hohen
Titers dieser Einzelfilamente von beispielsweise zwischen 40 dtex und 1000 dtex bzw.
bei Durchmessern von etwa 64 µm bis 300 µm ist eine ausreichende Luftabkühlung nicht
mehr möglich, da die Energie nicht schnell genug wegtransportiert werden kann. Als
Kühlmedium wird deshalb in der Regel ein Spinntank mit Wasser verwendet. Durch die
damit verbundene Reibung sind Abzugsgeschwindigkeiten oberhalb von 2000 m/min nicht
möglich. Abhängig vom Titer bzw. Durchmesser des Monofilaments sollte die Abzugsgeschwindigkeit
250 bis 300 m/min nicht übersteigen.
[0021] Monofilamente, die für den Einsatz im Bausektor vorgesehen sind, sollten flammhemmend
ausgerüstet sein und müssen bestimmte Zuschlagsstoffe enthalten, wie Farbstoffe und
vorzugsweise auch Stabilisatoren.
[0022] Der Fachmann erwartet, dass sich Zuschlagstoffe negativ auf die HMLS-Eigenschaften
auswirken. Diese werden in der Regel als Masterbatch dem Grundpolymer vor dem Verspinnen
zudosiert. Wegen der besseren Einarbeitung und Verteilung in den Grundpolyester basieren
die Masterbatches häufig auf Polymeren, die weicher sind als der Grundpolyester, beispielsweise
auf Polybutylenterephthalat ("PBT") oder auf Copolymeren. Der Einsatz dieser Polyester
und führt somit zu einer Verschlechterung der Dimensionsstabilitäten im Vergleich
mit Monofilamenten, die nur aus dem Grundpolyester aufgebaut sind.
[0023] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung von HMLS-Monofilamenten
die im Bausektor eingesetzt werden können und die sich durch gute HMLS-Eigenschaften
auszeichnen.
[0024] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung eines
einfachen Verfahrens zur Erzeugung von spinngefärbten HMLS-Monofilamenten.
[0025] Die vorliegende Erfindung betrifft ein spinngefärbtes Polyester-Monofilament mit
einem Titer von mindestens 40 dtex enthaltend mindestens ein Pigment ausgewählt aus
der Gruppe der Phthalocyanin-, Metallphthalocyanin-, Pyrazolon-, Anthrachinon-, Dioxazin-,
Schwefel-, Azo-, Dibenzanthron- und/oder Perylenpigmente, wobei die Summe aus freiem
Thermoschrumpf nach 30 Minuten Behandlung bei 180°C und aus Bezugsdehnung bei 27 cN/tex
aus dem Kraft-Dehnungsdiagramm des Polyester-Monofilaments weniger als 15 % beträgt.
[0026] Als Polyester für die erfindungsgemäßen Monofilamente können beliebige fadenbildende
Polyester eingesetzt werden, sofern diese sich zu HMLS-Monofilamenten mit dem oben
beschriebenen Eigenschaftsprofil verarbeiten lassen.
[0027] Typischerweise handelt es sich dabei um Monofilamente aus aromatischaliphatischen
Polyesterhomo- oder -copolymeren. Beispiele dafür sind Polyethylenterephthalat-Homopolymere
oder Copolymere enthaltend Ethylenterephthalateinheiten. Diese bevorzugten Polymeren
leiten sich also ab von Ethylenglykol und gegebenenfalls weiteren Alkoholen sowie
von Terephthalsäure oder deren polyesterbildenden Derivaten, wie Terephthalsäureestern
oder -chloriden.
[0028] Neben oder anstelle von Ethylenglykol können diese Polyester von anderen geeigneten
zweiwertigen Alkohole abgeleitete Struktureinheiten enthalten. Typische Vertreter
dafür sind aliphatische und/oder cycloaliphatische Diole, beispielsweise Propandiol,
1,4-Butandiol, Cyclohexandimethanol oder deren Gemische.
[0029] Neben oder anstelle von Terephthalsäure oder deren polyesterbildenden Derivaten können
diese Polyester von anderen geeigneten Dicarbonsäuren oder von deren polyesterbildenden
Derivaten abgeleitete Struktureinheiten enthalten. Typische Vertreter dafür sind aromatische
und/oder aliphatische und/oder cycloaliphatische Dicarbonsäuren, beispielsweise Naphthalindicarbonsäure,
Isophthalsäure, Cyclohexandicarbonsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure oder deren Gemische.
[0030] Es können also auch Monofilamente aus anderen Polyestern, wie Polybutylenterephthalat,
Polypropylenterephthalat, Polyethylennaphtalat-Homopolymer oder Copolymere enthaltend
Ethylennaphthalateinheiten, hergestellt werden.
[0031] Diese thermoplastischen Polyester sind an sich bekannt. Bausteine von thermoplastischen
Copolyestern sind vorzugsweise die oben genannten Diole und Dicarbonsäuren, bzw. entsprechend
aufgebaute polyesterbildende Derivate.
[0032] Die erfindungsgemäßen Monofilamente leiten sich bevorzugt von Polyestern ab, deren
Lösungsviskositäten (IV-Werte) mindestens 0,60 dl/g, vorzugsweise von 0,80 bis 1,05
dl/g, besonders bevorzugt von 0,80 - 0,95 dl/g, betragen (gemessen bei 25°C in Dichloressigsäure
(DCE)).
[0033] Die erfindungsgemäßen Monofilamente sind spinngefärbt. Die Farbe des Monofilaments,
bevorzugt schwarz, ist insbesondere für Abschattungen erwünscht. Als Pigmente können
die oben genannten Typen eingesetzt werden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um
Farbkörper, die im Grundpolymer nicht löslich sind und in der Form einer heterogenen
Phase im Grundpolymer feinverteilt vorliegen.
[0034] Zum Herstellen der erfindungsgemäßen Monofilamente geeignete Pigmente sind dem Fachmann
bekannt.
[0035] Bei direkter Sonneneinstrahlung wird insbesondere der IR-Anteil im Monofilament absorbiert,
wobei sich dieses auf Temperaturen oberhalb der Glasumwandlung aufheizen kann. Damit
wird die Konstruktion "weich" und kann sich verformen.
[0036] Um dem entgegen zu wirken wird erfindungsgemäß vorzugsweise ein Perylenpigment verwendet.
Dieses wird besonders bevorzugt in Form eines Perylenpigment enthaltenden schwarzen
Masterbatches eingesetzt; insbesondere eignet sich hierzu das Produkt Lifocolor schwarz
VP 132-08 TPE der Fa. Lifocolor Farben GmbH & Co KG, Lichtenfels. Perylen ist wärmebeständig
und absorbiert weniger IR-Strahlung als beispielsweise ein sonst üblicher Ruß als
Farbstoff.
[0037] Als Perylenpigmente können alle beliebigen Verbindungen mit Perylengrundkörper verwendet
werden, die bei Einarbeitung in eine Matrix enthaltend thermoplastische Polyester
eine Einfärbung des Polyesters ergeben.
[0038] Besonders in Betracht kommende Klassen von Perylenpigmenten sind Perylen selbst,
also peri-Dinaphthylen, der Perylenderivate. Beispiele für Perylenderivate sind Tetracarbonsäuren
des Perylens, deren Derivate, wie Dianhydride, Diimide einschließlich der Bis-N-hydrocarbyldiimide
wie der Bis-N-alkyldiimide, Tetracarbonsäureester oder Tetracarbonsäureamide; Di-,
Tri- oder Tetraalkylderivate des Perylens, Di- oder Tetraketone des Perylens, Di-,
Tri- oder Tetrahydroxyderivate des Perylens, Di-, Tri- oder Tetraether des Perylens.
[0039] Besonders bevorzugt werden Perylen, 3,4,9,10-Perylentetracarbonsäuren, 3,4,9,10-Tetracarbonsäuredianhydrid,
3,4,9,10-Tetracarbonsäurediimid und/oder N,N'-Dimethyl-3,4,9,10-tetracarbonsäurediimid
eingesetzt.
[0040] Die im Einzelfall zur Verwendung ausgewählte Pigmenttype hängt von ihrer Verträglichkeit
mit der Polyestermatrix und dem jeweils gewünschten Farbton ab, der für das Monofilament
gewünscht wird. Dem Fachmann sind die Auswahlkriterien dafür bekannt.
[0041] Das Pigment im erfindungsgemäßen Monofilament kann allein oder in Form von Mischungen
gegebenenfalls in Kombination mit weiteren Pigmenten eingesetzt werden. Die Pigmente
können z.B. in Form von trockenen Pigmenten, flüssigen Pigmenten, eingekapselten Pigmenten,
Pigment-Dispersionen oder ganz besonders bevorzugt in Form eines Masterbatches mit
einem Trägerpolymeren, beispielsweise einem Polyolefin, einem thermoplastischen Polyester
oder einem thermoplastischen elastomeren Polymeren, eingesetzt werden.
[0042] Das Einbringen des Pigments in den thermoplastischen Polyester kann nach verschiedenen
im Stand der Technik beschriebenen Verfahren ausgeführt werden. Dazu zählen z.B. das
Vermischen des Pigments mit dem Polyester oder das Auflösen und/oder das Dispergieren
des Pigments in den Polyester.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Monofilament neben
dem thermoplastischen Polyester und dem Pigment als weitere Komponente ein Polymer
mit einem Schmelzpunkt im Bereich oder unterhalb des Schmelzpunktes des thermoplastischen
Polyesters, vorzugsweise von wenigstens 10°C unterhalb des Schmelzpunkts des thermoplastischen
Polyesters.
[0044] Als weitere Polymerkomponente kommen ausgewählte Polymere zum Einsatz. Dabei handelt
es sich üblicherweise um die Polymerkomponente eines bei der Herstellung der erfindungsgemäßen
Monofilamente eingesetzten Masterbatches. Um eine ausreichende Verformbarkeit und
Vermischbarkeit im Extruder zu gewährleisten, sollte der Schmelzpunkt des weiteren
Polymeren im Bereich des Schmelzpunktes oder vorzugsweise mindestens 10 °C unterhalb
des Schmelzpunktes der Polyesters der Grundkomponente liegen.
[0045] Beispiele für geeignete weitere Polymere sind Polyester, Polyamide, Polyolefine,
wie Polyethylen oder Polypropylen, oder thermoplastische, elastomere Polymere. Ganz
besonders bevorzugt enthält ein Masterbatch denselben Typ an Polymer wie das Grundpolymere.
[0046] Die Pigmente sind im erfindungsgemäss eingesetzten Masterbatch dispergiert. Das Masterbatch
wird bei der Herstellung des Monofilaments in die Polyestermatrix eingebracht. Die
Pigmentmoleküle färben das Monofilament ein. Überraschenderweise hat sich gezeigt,
dass das Pigment das Monofilament einerseits einfärbt, andererseits hingegen Wärmestrahlung
nur begrenzt absorbiert und den Hauptteil der Einstrahlung reflektiert, so dass sich
das Monofilament durch Einstrahlung von Sonnenlicht weniger aufheizt als dieses bei
der Einfärbung mittels Ruß der Fall wäre.
[0047] In einer weiteren bevorzugten Variante sind die erfindungsgemäßen Monofilamente flammhemmend
ausgerüstet. In dieser Variante ist der Flammschutz eine weitere wichtige Eigenschaft
des erfindungsgemäßen Monofilaments. Entsprechend ausgerüstete Monofilamente werden
aus Gründen des Brandschutzes im Bausektor eingesetzt. Somit werden für textiles Bauen
unbrennbare bzw. flammhemmende Materialien verwendet.
[0048] In diesen bevorzugten erfindungsgemäßen Monofilamenten kann der Brandschutz durch
den Einsatz an sich bekannter Flammschutzmittel erzielt werden. Alternativ dazu oder
ergänzend dazu kann auch der für die Herstellung des erfindungsgemäßen Monofilaments
eingesetzte Polyesterrohstoff flammhemmend sein. Als flammhemmender PET-Rohstoff haben
sich hier unterschiedlichste Rohstoffe bewährt; beispielsweise die Rohstofftypen RT
16, RT 18 und RT 1802 der Firma Trevira GmbH, Philipp-Reis-Straße 2, 65795 Hattersheim.
[0049] Diese flammhemmenden Polyesterrohstoffe enthalten phosphorhaltige Struktureinheiten
im Polymergerüst und sind seit Jahren im Markt bekannt. Unter Verwendung dieser Rohstoffe
erzielt man nahezu die gleichen textilphysikalischen Eigenschaften, wie sie oben mit
"reinem" PET beschrieben sind.
[0050] Bevorzugt sind Monofilamente enthaltend flammhemmende Zusätze, insbesondere in Form
von phosphorhaltigen und/oder von halogenhaltigen Verbindungen.
[0051] Besonders bevorzugt sind Monofilamente aufgebaut aus Phosphor enthaltendem Polyester
aufgebaut ist, ganz besonders bevorzugt mit Phosphor enthaltenden Monomeren modifiziertes
Polyethylenterephthalat.
[0052] In einer weiteren bevorzugten Variante sind die erfindungsgemäßen Monofilamente mit
einem reibungsvermindernden Zusatz versehen. Besonders bevorzugt werden reibungsvermindernde
Zusätze eingesetzt, die neben Fettsäureamid oder Mischungen verschiedener Fettsäureamide
zusätzlich Phosphite und Mineralpulver, vorzugsweise Calciumcarbonat, enthalten. Phosphite
wirken als Costabilisatoren und Mineralpulver wirken als Nukleierungsmittel. Besonders
bevorzugt werden solche reibungsvermindernden Zusätze in der Form eines Masterbatches
in das Monofilament eingearbeitet. Als Träger werden insbesondere Polyolefine, wie
Polyethylen oder Polypropylen, oder Polyester, wie Polyethylenterephthalat oder wie
Polybutylenterephthalat, eingesetzt. Als Fettsäureamide kommen insbesondere Amide
von gesättigten oder ungesättigten Carbonsäuren mit sechs bis zwanzig Kohlenstoffatomen
zum Einsatz. Bevorzugt wird Ölsäureamid eingesetzt, insbesondere in Kombination mit
anderen Fettsäureamiden.
[0053] Die mit reibungsvermindernden und Fettsäureamide enthaltenden Zusätzen ausgerüsteten
Monofilamente zeigen neben einer deutlich herabgesetzten Haft- und Gleitreibung zusätzlich
eine deutlich gesteigerte Schmutzabweisung. Ohne auf eine Theorie festgelegt zu werden
wird angenommen, dass aus der Polyestermatrix des Monofilaments ständig Fettsäureamid,
insbesondere Ölsäureamid, migrieren kann, da dessen Oberflächenenergie größer ist
als diejenige von Polyester. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Absenkung der Benetzbarkeit
der Polyesteroberfläche, was zu einer Verringerung der Anschmutzbarkeit durch Flüssigkeiten
führt.
[0054] Die erfindungsgemäßen Monofilamente können neben dem Polyestergrundstoff und dem
Pigment, gegebenenfalls weiteren Polymeren, gegebenenfalls Flammschutzmitteln und
gegebenenfalls reibungsvermindernden Zusätzen noch weitere Zusatzstoffe enthalten.
[0055] Beispiele für weitere Zusatzstoffe sind UV-Stabilisatoren, Hydrolysestabilisatoren,
Verarbeitungshilfsmittel, Antioxidantien, Weichmacher, weitere Gleitmittel, weitere
Pigmente, Viskositätsmodifizierer oder Kristallisationbeschleuniger.
[0056] Beispiele für UV-Stabilisatoren sind UV-absorbierende Verbindungen, wie Benzophenone
oder Benztriazole, oder Verbindungen vom Typ HALS ("hindered amine light stabilizer").
[0057] Beispiele für Hydrolysestabilisatoren sind Carbodiimide oder epoxidierte Verbindungen.
[0058] Beispiele für Verarbeitungshilfsmittel sind Siloxane, Wachse oder längerkettige Carbonsäuren
oder deren Salze, aliphatische, aromatische Ester oder Ether.
[0059] Beispiele für Antioxidantien sind Phosphorverbindungen, wie Phosphorsäureester, oder
sterisch gehinderte Phenole.
[0060] Ein Beispiel für einen Weichmacher ist Dioctylphthalat.
[0061] Beispiele für weitere Gleitmittel sind Polyolefinwachse.
[0062] Beispiele für weitere Pigmente oder Mattierungsmittel sind anorganische Pigmente,
wie Titandioxid, oder Ruß bzw. Graphit.
[0063] Beispiele für Viskositätsmodifizierer sind mehrwertige Carbonsäuren und deren Ester
oder mehrwertige Alkohole.
[0064] Besonders bevorzugt enthält das erfindungsgemäße Monofilament mindestens einen UV-Stabilisator.
[0065] Der Titer der erfindungsgemäßen Monofilamente liegt bei mindestens 40 dtex, kann
aber ansonsten in weiten Bereichen schwanken. Typische Titer bewegen sich im Bereich
von 40 bis 300 dtex, insbesondere im Bereich von 45 bis 200 dtex.
[0066] Die Querschnittsform der erfindungsgemäßen Fäden kann beliebig sein. Es kann sich
um unregelmäßige Querschnitte, punkt- oder achsensymmetrische Querschnitte handeln,
beispielsweise um runde, ovale oder n-eckige Querschnitte, wobei n größer gleich 3
ist.
[0067] Die Mengen an Grundpolymer, Pigment, weiterem Polymer und weiteren Zusatzstoffen
in den erfindungsgemäßen Monofilamenten können in weiten Bereichen gewählt werden.
[0068] Üblicherweise enthält das erfindungsgemäße Monofilament 70 bis 99,999 Gew. %, vorzugsweise
95 bis 99,98 Gew. %, an Grundpolymer, bezogen auf die Gesamtmasse des Monofilaments.
Die Menge des Grundpolymers wird vom Fachmann in Abhängigkeit des gewünschten Verwendungszweckes
und/oder der vorgesehenen Verarbeitung ausgewählt.
[0069] Die Menge des Pigments im erfindungsgemäßen Monofilament wird vom Fachmann ebenfalls
in Abhängigkeit vom gewünschten Verwendungszweck und/oder der vorgesehenen Verarbeitung
ausgewählt.
[0070] Üblicherweise beträgt die Menge des Pigments im erfindungsgemäßen Monofilament 0,0001
bis 5 Gew. %, bezogen auf Gesamtmasse des Monofilaments, vorzugsweise beträgt die
Menge des Pigments 0,001 bis 3 Gew. %.
[0071] Die Menge des optional vorliegenden Flammschutzmittels im erfindungsgemäßen Monofilament
wird vom Fachmann ebenfalls in Abhängigkeit vom gewünschten Verwendungszweck und/oder
der vorgesehenen Verarbeitung ausgewählt.
[0072] Üblicherweise beträgt die Menge des Flammschutzmittels im erfindungsgemäßen Monofilament
0 bis 15 Gew. %, bezogen auf Gesamtmasse des Monofilaments, vorzugsweise beträgt die
Menge des Flammschutzmittels 0,1 bis 10 Gew. % und insbesondere 1 bis 5 Gew. %.
[0073] Die Menge des optional vorliegenden weiteren Polymeren im erfindungsgemäßen Monofilament
wird vom Fachmann ebenfalls in Abhängigkeit des gewünschten Verwendungszweckes und/oder
der vorgesehenen Verarbeitung ausgewählt.
[0074] Üblicherweise beträgt die Menge dieser Komponente 0 bis 25 Gew. %, bezogen auf die
Gesamtmasse des Monofilaments.
[0075] Auch der Anteil der optional eingesetzten weiteren Zusatzstoffe wird vom Fachmann
nach dem beabsichtigen Verwendungszweck und/oder der vorgesehenen Verarbeitung ausgewählt.
Üblicherweise beträgt der Anteil dieser Komponente bis zu 20 Gew. %, vorzugsweise
bis zu 10 Gew. %, bezogen auf die Gesamtmasse des Monofilaments.
[0076] Beim Zusatz von UV-Stabilisatoren beträgt deren Menge im erfindungsgemäßen Monofilament
üblicherweise 0,0001 bis 5 Gew. %, bezogen auf Gesamtmasse des Monofilaments, vorzugsweise
beträgt die Menge des UV-Stabilisators 0,001 bis 2 Gew. %.
[0077] Die zur Herstellung der erfindungsgemäßen Monofilamente benötigten Komponenten sind
an sich bekannt, teilweise kommerziell erhältlich oder können nach an sich bekannten
Verfahren hergestellt werden.
[0078] Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Fäden zur Herstellung von textilen Flächengebilden,
insbesondere von Geweben, Gelegen, Gewirken, Geflechten oder Gestricken, eingesetzt.
Die Herstellung dieser Flächengebilde erfolgt nach bekannten Techniken.
[0079] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Monofilamente kann durch eine Modifikation
des herkömmlichen Schmelzspinnverfahrens erfolgen, kombiniert mit ein- oder mehrfachem
Verstrecken und Fixieren der erhaltenen Monofilamente.
[0080] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren der oben beschriebenen Polyester-Monofilamente.
Dazu wird Polyesterrohstoff zusammen mit dem Farbstoff, vorzugsweise in Form eines
Masterbatches in einen Extruder dosiert. Die Feinbohrung der Spinndüse ist von der
Querschnittsfläche her größer als bei Spinndüsen, die üblicherweise für Monofilamente
dieser Durchmesser Verwendung finden. Mit dieser Maßnahme wird die Spritzgeschwindigkeit
des Polymeren bei gleichem Durchsatz herabgesetzt. Mit einer Abzugsgeschwindigkeit
von ≤ 300 m/min, die sich mit Spinntanks mit Wasser noch umsetzen lässt, erreicht
man einen Spinnverzug, wie er zur Herstellung von HMLS-Fäden erforderlich ist.
[0081] Im erfindungsgemäßen Verfahren beträgt der Durchmesser der Feinbohrungen in der Spinndüse
typischerweise 0,4 bis 1,0 mm, vorzugsweise 0,4 bis 0,8 mm. Unter Feinbohrung ist
die Bohrung am austrittsseitigem Ende der Polymermasse zu verstehen.
[0082] Integriert in den Prozess sind ein oder mehrere Verstreckungen mit thermischen Einwirkungen,
die dem Faden die Endeigenschaften verleihen.
[0083] Bevorzugt wird der erhaltene Faden mehrfach verstreckt, insbesondere in einem Gesamt-Verstreckverhältnis
im Bereich von 1: 5,0 bis 1 : 6,5.
[0084] Besonders bevorzugt schließt sich an die Verstreckstufen mindestens eine Relaxierstufe
(Fixierstufe) an. Dabei werden die verstreckten Monofilamente unter Beibehaltung der
Fadenspannung thermisch behandelt, so dass sich im Faden eingebaute Spannungen abbauen
können.
[0085] Anschließend werden die erzeugten Monofilamente einer geeigneten Lagerform zugeführt,
beispielsweise aufgespult.
[0086] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung der oben beschriebenen
spinngefärbten HMLS-Monofilamente umfassend die folgenden Maßnahmen:
- i) Vermischen von thermoplastischem Polyester mit einem Masterbatch enthaltend ein
fadenbildendes Polymer und mindestens ein Pigment ausgewählt aus der Gruppe der Phthalocyanin-,
Metallphthalocyanin-, Pyrazolon-, Anthrachinon-, Dioxazin-, Schwefel-, Azo-, Dibenzanthron-
und/oder Perylenpigmente in einem Extruder,
- ii) Extrudieren des Gemisches aus Schritt i) durch eine Spinndüse mit einer oder mehreren
Feinbohrungen, welche einen Durchmesser von 0,4 bis 1,0 mm aufweisen,
- iii) Abziehen des gebildeten Filaments mit einer Abzugsgeschwindigkeit von kleiner
gleich 300 m/min, vorzugsweise von 200 bis 300 m/min,
- iv) ein- oder mehrfaches Verstrecken des gebildeten Monofilaments,
- v) Relaxieren des gebildeten Monofilaments, und
- vi) gegebenenfalls Aufspulen des gebildeten Monofilaments.
[0087] Für die Dimensionsstabilität der Monofilamente können durch die oben genannte Verfahrensweise
typischerweise Werte für BD
27cN/tex + TS
180°C/30min von kleiner als 15 % erzielt werden. Bevorzugt sind Werte von kleiner als 12 %, insbesondere
Werte zwischen 9,5 % bis 10,1 %
[0088] Diese Werte sind nicht ganz so günstig wie bei Multifilamenten, doch kann man diese
Monofilamente immer noch als HMLS-Monofilamente ansehen, welche die geforderten Anforderungen
beispielsweise im textilen Bauen erfüllen.
[0089] Überraschend ist, dass die Eigenschaften der gebildeten Monofilamente auch bei der
Zudosierung von Masterbatches enthaltend weichere Polymere als das Grundpolymer, wie
PBT oder PTE-E, das Anforderungsprofil an HMLS-Fäden noch erfüllen.
[0090] Die erfindungsgemäßen Monofilamente eignen sich hervorragend zum Einsatz im Bauwesen,
insbesondere im textilen Bauen, ganz besonders bevorzugt für leichte Dachkonstruktionen,
Abschattungen, Fassadenverkleidungen sowie für textile Dekorationsflächen in oder
an Gebäuden.
[0091] Diese Verwendungen sind ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
[0092] Die vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele ausführlicher beschrieben.
Diese Beispiele dienen nur zur Erläuterung der Erfindung und sind nicht als Einschränkung
zu verstehen.
Ausführungsbeispiele 1 und 2
[0093] Ausgangsrohstoff war in beiden Fällen die PET-Type RT 51 von INVISTA Resins & Fibres
GmbH aus Hattersheim/M. Der Rohstoff wurde in einem Taumeltrockner auf einen Wert
von IV = 0,823 feststoffkondensiert. Dem Polymerstrom wurden vor dem Extruder gravimetrisch
2,4 Gew. % Masterbatch Lifocolor schwarz 9000169 TPE (Fa. Lifocolor Farben GmbH &
Co. KG; Lichtenfels, Deutschland), Compound eines Perylenpigments in einem thermoplastischem
Copolyester, zudosiert; ebenso 4,0 Gew-% eines Masterbatches CESA-F Light NBAADH (Fa.
Clariant, Frankfurt/M., Deutschland) als UV-Stabilisator.
[0094] Die polymere Mischung wurde in einen Extruder bei 280° C bis 295° C aufgeschmolzen,
mittels einer Zahnradpumpe in ein Spinnpack gedrückt und anschließend in ein Wasserbad
von 50° C versponnen. Es folgte eine mehrfache Verstreckung unter Wärmeeinwirkung
mit Thermofixierung sowie anschließend die Aufspulung der Monofilamente.
[0095] In der nachfolgenden Tabelle sind Fahrdaten und die Textilwerte der erhaltenen Monofilamente
angegeben.
Tabelle
| |
Monofil Beispiel 1 |
Monofil Beispiel 2 |
| Durchmesser (mm) |
0,064 |
0,126 |
| Zudosierung, Additiv 1 |
Lifocolor schwarz 000169 TPE |
Lifocolor schwarz 9000169 TPE |
| Zudosierung, Additiv 2 |
CESA-F Light |
CESA-F Light |
| Extruder, Zonen 1-6 (°C) |
250 - 295 |
250 - 295 |
| Schneckendrehzahl (U/min) |
29 |
45 |
| Extruder, Druck (bar) |
100 |
100 |
| Spinnpack, Masse (°C) |
296 |
298 |
| Spinnpack, Durchsatz (g/min) |
324 |
552,6 |
| Zudosierung Additiv 1 (%) |
2,4 |
2,4 |
| Zudosierung Additiv 1 (g/min) |
7,8 |
13,3 |
| Zudosierung Additiv 2 (%) |
4,0 |
4,0 |
| Zudosierung Additiv 2 (g/min) |
13,0 |
22,1 |
| Düse, Lochzahl |
60 |
40 |
| Düse, Lochdurchmesser (mm) |
0,5 |
0,6 |
| Streckwerk 1, Galette (m/min) |
215 |
143 |
| 1. Verstreckung (°C) |
130 |
130 |
| Streckwerk 2, Galette (m/min) |
1030 |
685 |
| 2. Verstreckung (°C) |
250 |
250 |
| Streckwerk 3, Galette (m/min) |
1275 |
850 |
| Fixierung, Temperatur (°C) |
238 |
240 |
| Streckwerk 4, Galette (m/min) |
1200 |
800 |
| |
|
|
| Feinheit (dtex) |
45 |
172,7 |
| spez. Festigkeit (cN/tex) |
63 |
62 |
| Höchstzugkraftdehnung (%) |
18,3 |
19,8 |
| Bezugsdehnung 27 cN/tex (%) |
7,3 |
7,7 |
| Thermoschrumpf 180°C/30'(%) |
2,2 |
2,4 |
| Dimensionsstabilität BD+TS |
9,5 |
10,1 |
[0096] Zur Darlegung der geringen Absorption von IR-Strahlung durch Perylen im Vergleich
mit dem üblicherweise eingesetzten Ruß als Farbstoff dient der nachstehende Vergleich.
[0097] In der nachstehenden Tabelle-werden die Aufheizraten von Monofilamenten mit Ruß ("Carbon
Black") und Perylen enthaltendem Masterbatch gezeigt. Dabei zeigt sich, dass das Perylen
enthaltende Monofilament eine ähnlich geringe Aufheizrate wie ein weißes Monofilament
(hier TiO
2-enthaltend) aufweist.
Tabelle: Vergleich der Aufheizrate von Monofilamenten mit unterschiedlichen färbenden
Zusätzen
| Zeit (min) |
0 |
10 |
20 |
30 |
40 |
| Carbon Black (°C) |
22 |
60 |
73 |
75 |
80 |
| Schwarz VP 132/08 TPE (°C) |
22 |
45 |
52 |
54 |
55 |
| TiO2-Weiß (°C) |
22 |
42 |
50 |
51 |
51 |
Ausführungsbeispiel 3
[0098] Die Herstellung der Monofilamente erfolgte entsprechend den Ausführungsbeispielen
1 und 2. Zusätzlich zu den Masterbatches Lifocolor schwarz 9000169 TPE und CESA-F
Light NBAADH wurden zwischen 0 und 10 Gew. % eines Masterbatches auf PBT-Basis (Monoslip
230310 PET, U. Müller, Parkstr. 18, Coburg) dem Polymerstrom zudosiert. Dieser Masterbatch
enthielt neben dem PBT 20 Gew. % einer Mischung aus Fettsäureamid und Ölsäureamid,
0,5 Gew. % eines phosphitischen Co-Stabilisators und 15 Gew. % an Calciumcarbonat
als Nukleierungsmittel.
[0099] Die mit den Komponenten dieses Masterbatches ausgerüsteten Monofilamente wiesen im
Vergleich zu den nicht damit ausgerüsteten Monofilamenten signifikant abgesenkte Reibungskoeffizienten
sowohl für die Haftreibung als auch für die Gleitreibung auf. Dadurch konnte bei der
Herstellung entweder ganz ohne Spinnpräparation gearbeitet werden oder es konnte mit
wesentlich verringertem Präparationsauftrag gearbeitet werden. Darüber hinaus zeigten
die mit diesem Masterbatch ausgerüsteten Monofilamente eine deutlich gesteigerte Schmutzabweisung.
[0100] In der nachfolgenden Tabelle sind Fahrdaten und die Textilwerte der erhaltenen Monofilamente
angegeben.
Tabelle
| |
Monofil Beispiel 3 |
| Durchmesser (mm) |
0,126 |
| Zudosierung, Additiv 1 |
Lifocolor schwarz 000169 TPE |
| Zudosierung, Additiv 2 |
CESA-F Light |
| Zudosierung, Additiv 3 |
Monoslip 230310 PET |
| Extruder, Zonen 1-6 (°C) |
250-295 |
| Schneckendrehzahl (U/min) |
45 |
| Extruder, Druck (bar) |
100 |
| Spinnpack, Masse (°C) |
295 |
| Spinnpack, Durchsatz (g/min) |
553 |
| Zudosierung Additiv 1 (%) |
2,4 |
| Zudosierung Additiv 1 (g/min) |
13,3 |
| Zudosierung Additiv 2 (%) |
4,0 |
| Zudosierung Additiv 2 (g/min) |
22,1 |
| Zudosierung Additiv 3 (%) |
5,0 |
| Zudosierung Additiv 3 (g/min) |
27,7 |
| Düse, Lochzahl |
40 |
| Düse, Lochdurchmesser (mm) |
0,6 |
| Streckwerk 1, Galette (m/min) |
143 |
| 1. Verstreckung (°C) |
130 |
| Streckwerk 2, Galette (m/min) |
690 |
| 2. Verstreckung (°C) |
248 |
| Streckwerk 3, Galette (m/min) |
857 |
| Fixierung, Temperatur (°C) |
236 |
| Streckwerk 4, Galette (m/min) |
800 |
| |
|
| Feinheit (dtex) |
170,9 |
| spez. Festigkeit (cN/tex) |
59 |
| Höchstzugkraftdehnung (%) |
20,8 |
| Bezugsdehnung 27 cN/tex (%) |
8,0 |
| Thermoschrumpf 180°C/30'(%) |
2,4 |
| Dimensionsstabilität BD+TS |
10,4 |
1. Spinngefärbtes Polyester-Monofilament mit einem Titer von mindestens 40 dtex enthaltend
mindestens ein Pigment ausgewählt aus der Gruppe der Phthalocyanin-, Metallphthalocyanin-,
Pyrazolon-, Anthrachinon-, Dioxazin-, Schwefel-, Azo-, Dibenzanthron- und/oder Perylenpigmente,
wobei die Summe aus freiem Thermoschrumpf nach 30 Minuten Behandlung bei 180°C und
aus Bezugsdehnung bei 27 cN/tex aus dem Kraft-Dehnungsdiagramm des Polyester-Monofilaments
weniger als 15 % beträgt.
2. Polyester-Monofilament nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe aus freiem Thermoschrumpf nach 30 Minuten Behandlung bei 180°C und der
Bezugsdehnung bei 27 cN/tex aus dem Kraft-Dehnungsdiagramm weniger als 12 % beträgt.
3. Polyester-Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Titer des Monofilaments zwischen 45 und 300 dtex beträgt.
4. Polyester-Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Monofilaments unregelmäßig, punkt- oder achsensymmetrisch ist,
vorzugsweise rund, oval oder n-eckig, wobei n größer gleich 3 ist.
5. Polyester-Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Monofilament mindestens einen UV-Stabilisator enthält, vorzugsweise in einer
Menge von 0,0001 bis 5,0 Gew. %.
6. Polyester-Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Pigment ein Perylenpigment ist.
7. Polyester-Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Monofilament flammhemmend ausgerüstet ist.
8. Polyester-Monofilament nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Monofilament flammhemmende Zusätze enthält, insbesondere in Form von phosphorhaltigen
und/oder von halogenhaltigen Verbindungen.
9. Polyester-Monofilament nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Monofilament aus Phosphor enthaltendem Polyester aufgebaut ist.
10. Polyester-Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Monofilament Polyethylenterephthalat enthält, insbesondere mit Phosphor enthaltenden
Monomeren modifiziertes Polyethylenterephthalat.
11. Polyester-Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Monofilament einen reibungsvermindernden Zusatz enthält.
12. Polyester-Monofilament nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der reibungsvermindernde Zusatz eines oder mehrere Fettsäureamide enthält.
13. Polyester-Monofilament nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der reibungsvermindernde Zusatz zusätzlich Phosphit und Mineralpulver, insbesondere
Calciumcarbonat, enthält.
14. Verfahren zur Herstellung von spinngefärbten Polyester-Monofilamenten nach Anspruch
1 umfassend die folgenden Maßnahmen:
i) Vermischen von thermoplastischem Polyester mit einem Masterbatch enthaltend ein
fadenbildendes Polymer und mindestens ein Pigment ausgewählt aus der Gruppe der Phthalocyanin-,
Metallphthalocyanin-, Pyrazolon-, Anthrachinon-, Dioxazin-, Schwefel-, Azo-, Dibenzanthron-
und/oder Perylenpigmente in einem Extruder,
ii) Extrudieren des Gemisches aus Schritt i) durch eine Spinndüse mit einer oder mehreren
Feinbohrungen, welche einen Durchmesser von 0,4 bis 1,0 mm aufweisen,
iii) ein- oder mehrfaches Verstrecken des gebildeten Monofilaments,
iv) Relaxieren des gebildeten Monofilaments, und
v) gegebenenfalls Aufspulen des gebildeten Monofilaments.
15. Verwendung von Polyester-Monofilamenten nach einem der Ansprüche 1 bis 13 zur Herstellung
von textilen Flächen zum Einsatz im Baubereich.
16. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die textilen Flächen in Dachkonstruktionen, Abschattungen, Fassadenverkleidungen
oder textilen Dekorationen für den Baubereich eingesetzt werden.
1. A spun-dyed polyester monofilament having a linear density of at least 40 dtex containing
at least one pigment selected from the group of phthalocyanine, metallophthalocyanine,
pyrazolone, anthraquinone, dioxazine, sulfur, azo, dibenzanthrone and/or perylene
pigments, wherein the sum total of free hot-air shrinkage after 30 minutes' treatment
at 180°C and extension at a specified load of 27 cN/tex from the stress-strain diagram
of the polyester monofilament is less than 15%.
2. The polyester monofilament as claimed in claim 1, characterized in that the sum total of free hot-air shrinkage after 30 minutes' treatment at 180°C and
extension at a specified load of 27 cN/tex from the stress-strain diagram is less
than 12%.
3. The polyester monofilament according to either claim 1 or 2, characterized in that the linear density of the monofilament is between 45 and 300 dtex.
4. The polyester monofilament as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that the cross section of the monofilament is irregular, point- or axially symmetrical,
preferably round, oval or n-angular, where n is not less than 3.
5. The polyester monofilament as claimed in any of claims 1 to 4, characterized in that the monofilament contains at least one UV stabilizer, preferably in an amount of
0.0001 to 5.0 wt%.
6. The polyester monofilament as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that the pigment is a perylene pigment.
7. The polyester monofilament as claimed in any of claims 1 to 6, characterized in that the monofilament is flame retardant.
8. The polyester monofilament as claimed in claim 7, characterized in that the monofilament contains flame-retardant additives, especially in the form of phosphorus-containing
and/or halogen-containing compounds.
9. The polyester monofilament as claimed in claim 7, characterized in that the monofilament is constructed of phosphorus-containing polyester.
10. The polyester monofilament as claimed in any of claims 1 to 9, characterized in that the monofilament contains polyethylene terephthalate, especially polyethylene terephthalate
modified with phosphorus-containing monomers.
11. The polyester monofilament as claimed in any of claims 1 to 10, characterized in that the monofilament contains a friction-reducing additive.
12. The polyester monofilament as claimed in claim 11, characterized in that the friction-reducing additive contains one or more fatty acid amides.
13. The polyester monofilament as claimed in claim 12, characterized in that the friction-reducing additive additionally contains phosphite and mineral powder,
especially calcium carbonate.
14. A process for producing spun-dyed polyester monofilaments as claimed in claim 1 comprising
the measures of
i) mixing thermoplastic polyester with a masterbatch containing a fiber-forming polymer
and at least one pigment selected from the group of phthalocyanine, metallophthalocyanine,
pyrazolone, anthraquinone, dioxazine, sulfur, azo, dibenzanthrone and/or perylene
pigments in an extruder,
ii) extruding the mixture from step i) through a spinneret die having one or more
finely drilled holes having a diameter of 0.4 to 1.0 mm,
iii) drawing the produced monofilament one or more times,
iv) relaxing the produced monofilament, and
v) optionally winding the produced monofilament up.
15. The use of polyester monofilaments as claimed in any of claims 1 to 13 to produce
textile sheets for use in the building construction sector.
16. The use as claimed in claim 15, characterized in that the textile sheets are used in roof structures, shading, façade cladding or textile
decorations for the building construction sector.
1. Monofilament de polyester teinté dans la masse ayant un titre d'au moins 40 dtex,
contenant au moins un pigment sélectionné dans le groupe des pigments phtalocyanine,
phtalocyanine métallique, pyrazolone, anthraquinone, dioxazine, soufrés, azoïques,
dibenzanthrone et/ou pérylène, dans lequel la somme du retrait thermique libre après
30 minutes de traitement à 180 °C et de l'allongement de référence à 27 cN/tex tiré
du diagramme force-allongement du monofilament de polyester est inférieure à 15 %.
2. Monofilament de polyester selon la revendication 1, caractérisé en ce que la somme du retrait thermique libre après 30 minutes de traitement à 180 °C et de
l'allongement de référence à 27 cN/tex tiré du diagramme force-allongement du monofilament
de polyester est inférieure à 12 %.
3. Monofilament de polyester selon une des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que le titre du monofilament est compris entre 45 et 300 dtex.
4. Monofilament de polyester selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la section du monofilament est irrégulière, à symétrie ponctuelle ou axiale, de préférence
ronde, ovale ou à n angles, n étant supérieur ou égal à 3.
5. Monofilament de polyester selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le monofilament contient au moins un stabilisateur UV, de préférence dans une quantité
de 0,0001 à 5,0 % en poids.
6. Monofilament de polyester selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le pigment est un pigment pérylène.
7. Monofilament de polyester selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le monofilament présente un apprêt ignifuge.
8. Monofilament de polyester selon la revendication 7, caractérisé en ce que le monofilament contient des additifs ignifuges, en particulier sous la forme de
composés phosphorés et/ou halogénés.
9. Monofilament de polyester selon la revendication 7, caractérisé en ce que le monofilament est constitué de polyester contenant du phosphore.
10. Monofilament de polyester selon une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le monofilament contient du téréphtalate de polyéthylène, en particulier du téréphtalate
de polyéthylène modifié par des monomères contenant du phosphore.
11. Monofilament de polyester selon une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que le monofilament contient un additif réducteur de frottement.
12. Monofilament de polyester selon la revendication 11, caractérisé en ce que l'additif réducteur de frottement contient un ou plusieurs amides d'acides gras.
13. Monofilament de polyester selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'additif réducteur de frottement contient en outre un phosphite et une poudre minérale,
en particulier du carbonate de calcium.
14. Procédé de fabrication de monofilaments de polyester teintés dans la masse selon la
revendication 1, comprenant les mesures suivantes :
i) mélange de polyester thermoplastique avec un mélange maître contenant un polymère
formant des fils et au moins un pigment sélectionné dans le groupe des pigments phtalocyanine,
phtalocyanine métallique, pyrazolone, anthraquinone, dioxazine, soufrés, azoïques,
dibenzanthrone et/ou pérylène dans une extrudeuse,
ii) extrusion du mélange de l'étape i) à travers une filière dotée d'un ou plusieurs
trous fins qui présentent un diamètre de 0,4 à 1,0 mm,
iii) étirage une ou plusieurs fois du monofilament formé,
iv) relaxation du monofilament formé, et
v) le cas échéant, bobinage du monofilament formé.
15. Utilisation de monofilaments de polyester selon une des revendications 1 à 13 pour
la fabrication de surfaces textiles destinées à être utilisées dans le domaine de
la construction.
16. Utilisation selon la revendication 15, caractérisée en ce que les surfaces textiles sont utilisées dans des constructions de toits, des systèmes
d'ombrage, des revêtements de façade ou des décorations textiles pour le domaine de
la construction.