Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Schienenfahrzeugtechnik und betrifft ein Schienenfahrzeug
mit einer Sanitärzelle, sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Sanitärzelle für
ein Schienenfahrzeug.
Vorbekannter Stand der Technik
[0002] Sanitärzellen in Schienenfahrzeugen müssen einer Vielzahl von Anforderungen genügen.
So muss der Boden flüssigkeitsdicht und leicht reinigbar sein. Diese Anforderungen
erfüllt beispielsweise ein geschlossener Boden in Form einer Wanne, wie in
DE 10 2007 007 624 A1 beschrieben. Die Bodenwanne sitzt dabei über eine materialverstärkte Randpartie mittels
einer schalldämmenden Auflage auf dem Boden des Schienenfahrzeugs auf.
[0003] Um das Gewicht der Bodenwanne einzusparen, schlägt die
DE 10 2009 029 954 A1 vor, anstelle einer massiven Bodenwanne den Fußboden der Sanitärzelle durch einen
Bodenbelag nachzubilden, der direkt auf dem Fußboden des Schienenfahrzeugs aufliegt
und randseitig durch ein mehrteiliges Wannenprofil aufgewölbt wird, um so eine erhabenen
Randbereich zu bilden.
[0004] Neben dem flüssigkeitsdichten Boden wird aus Komfortgründen auch eine ausreichende
Raumhöhe und Türdurchgangshöhe gefordert. In einstöckigen Schienenfahrzeugen kann
diese Anforderung aufgrund des zur Verfügung stehenden Bauraums oftmals leicht erfüllt
werden. In Doppelstockfahrzeugen steht dagegen nur eine begrenzte Raumhöhe zur Verfügung,
so dass diese Anforderung nur bedingt erfüllt werden kann. Insbesondere erfordert
die TSI PRM eine Durchgangshöhe von 1950 mm für Innentüren. Dies stellt besondere
konstruktive Anforderungen, wenn, wie beispielsweise bei Doppelstockfahrzeugen, die
Fahrzeuginnenraumhöhe nur etwa 2000 mm ist.
Nachteile des Standes der Technik
[0005] Die vorbekannten Lösungen sind jedoch nur teilweise zufriedenstellend und können
nicht alle Anforderungen gleichzeitig lösen. So verringert der Einsatz einer massiven
Bodenwanne die maximale Raumhöhe. Die in der
DE 10 2009 029 954 A1 vorgeschlagene Lösung ist dagegen recht aufwendig.
Problemstellung
[0006] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Sanitärzelle für ein Schienenfahrzeug
vorzuschlagen, die leicht zu montieren und platzsparend ist.
Erfindungsgemäße Lösung
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Schienenfahrzeug mit einer Sanitärzelle nach Anspruch
1 gelöst. Weiterhin wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Herstellung einer Sanitärzelle
in einem Schienenfahrzeug nach Anspruch 10 gelöst. Weitere Ausführungsformen, Modifikationen
und Verbesserungen ergeben sich anhand der folgenden Beschreibung und gemäß den beigefügten
Ansprüchen.
[0008] Gemäß einer Ausführungsform wird ein Schienenfahrzeug mit einer Sanitärzelle bereitgestellt,
die einen am Fußboden des Schienenfahrzeugs befestigten offenen Fußbodenkranz und
Seitenwände aufweist. Zwischen dem Fußbodenkranz und dem Fußboden des Schienenfahrzeugs
ist eine Dichtung zum flüssigkeitsdichten Abdichten des Fußbodenkranzes gegenüber
dem Fußboden angeordnet. Die Seitenwände sind am Fußbodenkranz befestigt.
[0009] Diese Sanitärzelle zeichnet sich durch ein geringes Gewicht aufgrund des offenen
Fußbodenkranzes auf, denn es wird auf eine separate geschlossene Fußbodenwanne verzichtet.
Die so ermöglichte Gewichtsreduzierung zieht auch eine Kostenreduzierung nach sich.
[0010] Im Gegensatz zur Lösung der
DE 10 2009 029 954 A1 wird auch die Montagezeit der Sanitärzelle deutlich verringert, denn der Fußbodenkranz
muss lediglich auf dem Boden moniert werden. Es entfällt das aufwendige Verlegen des
Fußbodenbelags insbesondere im aufwölbenden Bereich des dortigen Wannenprofils. Außerdem
wird das Herstellen eines flüssigkeitsdichten Fußbodens erleichtert und verbessert,
da der Fußbodenbelag eben bleibt. Bei der Lösung der
DE 10 2009 029 954 A1 treten insbesondere im aufgewölbten Randbereich Dichtheitsprobleme auf, wenn dort
der Fußbodenbelag auf Stoß verklebt werden muss.
[0011] Im Gegensatz dazu erfolgt gemäß der hier vorgestellten Lösung eine Abdichtung zum
ebenen Fußboden des Schienenfahrzeugs. Die Dichtung sitzt zwischen dem Fußbodenkranz
und dem Fußboden bzw. Fußbodenbelag des Schienenfahrzeugs. Die Abdichtung wird auch
noch dadurch verbessert, dass das Gewicht der Sanitärzelle auf dem Fußbodenkranz liegt
und dadurch die Dichtung sicher anpresst. Außerdem kann die Dichtung flächig und damit
noch wirkungsvoller ausgeführt werden. Eine solche Abdichtung lässt sich auch vergleichsweise
einfach montieren, beispielsweise in dem ein separates Dichtungsband auf den Fußboden
aufgelegt und dann darauf der Fußbodenkranz aufgesetzt wird. Alternativ erfolgt die
Abdichtung mit einer Dichtmasse, welche vor dem Auflegen des Fußbodenkranzes aufgetragen
wird.
[0012] Der hier vorgestellte Aufbau der Sanitärzelle erlaubt auch eine Reduzierung der Schnittstellen
zwischen Sanitärzelle und Schienenfahrzeug. Beispielsweise können Installationseinrichtungen
bereits vormontiert oder im Fußboden vorgesehen sein. Der offene Fußbodenkranz wird
dann um die bereits vormontierten Anschlüsse herumgelegt.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform ist der Fußbodenkranz einteilig. Dadurch wird ein besonders
stabiler und kostengünstiger Aufbau ermöglicht.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform ist der Fußbodenkranz mehrteilig. Bei dieser Ausführungsform
erfolgt der Aufbau des Fußbodenkranzes aus einzelnen Segmenten, die auch bei geschlossener
Fahrzeugdecke einfach in das Schienenfahrzeug getragen und dort auf den Fußboden montiert
werden können. Schadhafte Segmente lassen sich dadurch auch leichter austauschen.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform ist die Sanitärzelle nach oben offen, und die Decke der
Sanitärzelle wird von einer Fahrzeugdecke oder einer Zwischendecke des Schienenfahrzeugs
gebildet. Dadurch wird der Bauraum noch besser ausgenutzt, sodass die zur Verfügung
stehende Innenhöhe maximal ausgenutzt werden kann. Dadurch kann auch die von der TSI
PRM geforderte Durchgangshöhe von 1950 mm für Innentüren eingehalten werden. Die Fahrzeugdecke
kann dekorativ gestaltet werden und dient als obere Begrenzung für die Sanitärzelle.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform weist die Sanitärzelle einen umlaufenden offenen Deckenkranz
auf, an dem die Seitenwände befestigt sind. Dieser Deckenkranz stellt die obere Begrenzung
der Sanitärzelle dar und dient der mechanischen Stabilisierung der Sanitärzelle. Die
Seitenwände der Sanitärzelle sind am Deckenkranz befestigt. Der Deckenkranz kann weiterhin
als tragendes Element ausgeführt sein, an dem Installationseinrichtungen, wie beispielsweise
der Antrieb für eine Schiebetür, befestigt sind. Der Deckenkranz kann ein- oder mehrteilig
sein. Gemäß einer Ausführungsform ist der Deckenkranz nicht starr mit der Fahrzeugdecke
oder Zwischendecke verbunden.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform sind die Seitenwände der Sanitärzelle in ihrem oberen
Bereich verstärkt und dort miteinander verbunden sind, so dass sie einen umlaufenden
offenen Deckenkranz bilden. Hierbei wird auf einen separaten Deckenkranz verzichtet.
Stattdessen bilden die verstärkten Bereiche der Seitenwände einzelne Segmente eines
Deckenkranzes. Dies erleichtert die Montage. Gemäß einer Ausführungsform sind die
Seitenwände nicht starr mit der Fahrzeugdecke oder Zwischendecke verbunden.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform ist die Sanitärzelle über ein flexibles oder elastisches
Kompressionsband mit der Fahrzeugdecke oder der Zwischendecke verbunden, wobei das
Kompressionsband eine Relativbewegung zwischen der Sanitärzelle und der Fahrzeugdecke
oder der Zwischendecke ermöglicht. Das Kompressionsband dient einerseits der Abdichtung
zwischen der nach oben offenen Sanitärzelle und der Decke oder Zwischendecke des Schienenfahrzeugs
und ermöglicht andererseits eine gewisse Relativbewegung von Sanitärzelle zur Decke
oder Zwischendecke. Dadurch können mechanische Beanspruchungen und betriebsbedingte
Verbiegungen, beispielsweise der Zwischendecke, wenn Fahrgäste darüber laufen, aufgefangen
werden. Die Sanitärzelle ist somit nicht starr mit der Decke oder Zwischendecke verbunden.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform weist die Sanitärzelle eine geschlossene Decke auf, die
mit den Seitenwänden der Sanitärzelle verbunden ist.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform ist die Sanitärzelle eine selbsttragende Sanitärzelle
ohne tragende Anbindung an die Fahrzeugdecke oder Zwischendecke des Schienenfahrzeugs.
Die Sanitärzelle kann zwar mit der Fahrzeugdecke oder Zwischendecke verbunden sein,
wobei dies typischerweise nicht zur Aufnahme von Kräften erfolgt. Dies erleichtert
sowohl die Montage als auch eine eventuelle Reparatur der Sanitärzelle. Auch müssen
bei der Konstruktion der Fahrzeugdecke oder der Zwischendecke die durch die Sanitärzelle
eingebrachten Kräfte, beispielsweise seitliche Schwankungen der Sanitärzelle durch
Fahrzeugbewegungen, nicht berücksichtigt werden. Eine Verbindung zwischen Sanitärzelle
und der Fahrzeugdecke kann jedoch dann sinnvoll sein, wenn beispielsweise eine zu
große Relativbewegung zwischen Sanitärzelle und Fahrzeugdecke vermieden werden soll
oder wenn Installationseinrichtungen, wie beispielsweise der Antrieb für eine Schiebetür,
fixiert werden sollen.
[0021] Besonders vorteilhaft ist es, eine vormontierte selbsttragende Sanitärzelle mit offenem
Deckenkranz zur Stabilisierung der Sanitärzelle zu bilden, da hierbei die maximal
mögliche Innenhöhe ausgenutzt und zur Verfügung gestellt werden kann.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform wird ein Verfahren zur Herstellung einer Sanitärzelle
in einem Schienenfahrzeug bereitgestellt, bei dem ein offener Fußbodenkranz unter
Zwischenlage einer Dichtung auf einem Fußboden, insbesondere auf einem Fußbodenbelag,
des Schienenfahrzeugs befestigt wird, wobei die Dichtung den Fußbodenkranz gegenüber
dem Fußboden flüssigkeitsdicht abdichtet, und bei dem die Seitenwände am Fußbodenkranz
befestigt werden. Der Fußbodenkranz wird bevorzugt auf einen an sich flüssigkeitsdichten
Fußboden des Schienenfahrzeugs aufgelegt und mit einer zwischengelegten Dichtung abgedichtet.
Dadurch wird eine flüssigkeitsdichte "Bodenwanne" geschaffen, deren Seitenwände vom
Fußbodenkranz gebildet werden.
[0023] Der Fußboden des Schienenfahrzeugs kann bereits mit einem geeigneten Fußbodenbelag
belegt sein, sodass das aufwendige Verlegen eines Fußbodenbelags nach Montage des
Fußbodenkranzes entfällt.
[0024] Die hier beschriebene Sanitärzelle eignet sich insbesondere für Doppelstockfahrzeuge,
bei denen nur ein sehr begrenzter Bauraum zur Verfügung steht. Die Erfindung ist aber
nicht darauf beschränkt, sondern kann auch bei einstöckigen Schienenfahrzeugen eingesetzt
werden, um beispielsweise Bauraum für Installationseinrichtungen oberhalb Sanitärzelle
zu schaffen.
[0025] Die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen können beliebig miteinander kombiniert
werden.
Figuren
[0026] Die beiliegenden Zeichnungen veranschaulichen Ausführungsformen und dienen zusammen
mit der Beschreibung der Erläuterung der Prinzipien der Erfindung. Die Elemente der
Zeichnungen sind relativ zueinander und nicht notwendigerweise maßstabsgetreu. Gleiche
Bezugszeichen bezeichnen ähnliche Teile.
[0027] Figur 1 zeigt eine Sanitärzelle gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
[0028] Figur 2 zeigt eine Sanitärzelle gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
[0029] Figur 3 zeigt eine Sanitärzelle gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
[0030] Figur 4 zeigt die Abdichtung der Sanitärzelle an der Decke gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung.
Ausführungsbeispiele
[0031] Figur 1 zeigt eine Sanitärzelle gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung.
Diese Sanitärzelle ist als selbsttragende Sanitärzelle 100 für Schienenfahrzeuge mit
teilweise offenem Fußboden ausgeführt, wobei hier die Sanitärzelle 100 nicht über
eine starre Verbindung mit der Fahrzeugdecke verbunden ist, sondern lediglich über
eine flexible Verbindung, wie weiter unten näher erläutert.
[0032] Die Sanitärzelle 100 umfasst einen offenen Fußbodenkranz 110, der am Fußboden 120
des Schienenfahrzeugs mit geeigneten Befestigungselementen 105 festgelegt ist. Dies
kann beispielsweise durch Verschrauben erfolgen.
[0033] Der Fußbodenkranz 110 kann, wie in der vorliegenden Ausführungsform gezeigt, einteilig
sein. Der Fußbodenkranz 110 wird somit als Einheit in das Schienenfahrzeug gebracht
und dort befestigt. Alternativ ist es möglich, den Fußbodenkranz 110 aus einzelnen
Segmenten herzustellen, die erst im Schienenfahrzeug miteinander verbunden werden.
[0034] Zwischen dem Fußbodenkranz 110 und dem Fußboden 120 des Schienenfahrzeugs wird eine
Dichtung gelegt, welche den Fußbodenkranz 110 flüssigkeitsdicht gegen den Fußboden
120 des Schienenfahrzeugs abdichtet, um so eine flüssigkeitsdichte Wanne zu bilden.
Als Dichtung kann ein separates Dichtungsband oder auch eine Dichtungsmasse verwendet
werden, die auf den Fußboden 120 aufgetragen wird.
[0035] Der Fußbodenkranz 110 weist einen umlaufenden Rand auf, an dem die Seitenwände 130
der Sanitärzelle 100 befestigt werden. Die Seitenwände 130 können aus einzelnen Segmenten
bestehen, die sowohl mit dem Fußbodenkranz 110 als auch untereinander verschraubt
werden können.
[0036] Die obere Begrenzung der Sanitärzelle 100 ist in dieser Ausführungsform die Fahrzeugdecke
oder Zwischendecke bei Doppelstockfahrzeugen. Zur Stabilisierung der Sanitärzelle
im oberen Bereich kann ein umlaufender Deckenkranz vorgesehen sein, der mit den Seitenwänden
130 verschraubt ist. Alternativ kann bei entsprechender Ausführung der Seitenwandsegmente
auf einen separaten Deckenkranz verzichtet werden. In diesem Fall gewährleisten die
in ihrem oberen Bereich verstärkt oder mit zusätzlichen Profilen ausgebildeten Seitenwandsegmente
eine ausreichende Stabilität. Die Seitenwandsegmente sind in ihrem oberen Bereich
miteinander verbunden und bilden so einen Deckenkranz.
[0037] Bei Verwendung eines umlaufenden einteilen oder mehrteiligen Deckenkranzes können
an diesem die Seitenwandsegmente sowie ggf. die weitere Einrichtungen wie Türlaufschienen
und Beleuchtung montiert werden. Dies ist in dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel
einer Sanitärzelle 200 zu sehen. Deren Boden wird ebenfalls vom Fußboden 220 des Schienenfahrzeugs
gebildet, wobei dies in der Figur 2 nicht angedeutet ist. Auf dem umlaufenden Fußbodenkranz
210 stützen sich die Seitenwandsegmente 230 ab, die beispielsweise mittels Schraubverbindungen
205 mit dem Fußbodenkranz 210 verbunden sind. In ihrem oberen Bereich sind die Seitenwandsegmente
230 mit einem hier einteilig ausgeführten offenen Deckenkranz 240 verbunden, welcher
der Sanitärzelle 200 die notwendige Stabilität verleiht. Der Deckenkranz 240 kann
weiterhin über Halterungen 242 verfügen, an denen beispielsweise der Antrieb einer
Schiebetür der Sanitärzelle 200 befestigt sein kann.
[0038] Die nach oben offene Sanitärzelle kann gegenüber der Fahrzeugdecke bzw. der Zwischendecke
abgedichtet sein. Dies kann beispielsweise mittels eines Kompressionsbandes 454 erfolgen,
welches den Spalt zwischen dem oberen Ende des Deckenkranzes 440 und der Fahrzeugdecke
450 bzw. der Zwischendecke ausfüllt. Dies ist beispielsweise in Figur 4 dargestellt,
welche einen Querschnitt durch den Aufbau einer Sanitärzelle 400 zeigt, die über einen
Fußbodenkranz 410 verfügt, der unter Zwischenlage einer Dichtung 412 unmittelbar auf
dem Bodenbelag 422 des Fahrzeugfußbodens 420 aufsitzt und dort mittels Schraubverbindungen
405 verschraubt ist.
[0039] Der Fußbodenkranz 410 kann in Form eines Profils, beispielsweise eines seitlich nach
außen offenen C-Profils ausgebildet sein, in dem ein Verstärkungsmaterial 416 eingelegt
ist. Die Seitenwände bzw. Seitenwandsegmente 430 sind mit dem Fußbodenkranz 410 ebenfalls
über Schraubverbindungen 414 verbunden und lassen sich so leicht montieren und im
Bedarfsfall demontieren.
[0040] Bei der hier gezeigten Ausführungsform der Sanitärzelle ist kein Toleranzausgleich
zwischen Sanitärzelle 400 und Fahrzeugdecke 450 bzw. Zwischendecke nötig, da zwischen
der Sanitärzelle 400 und der Fahrzeugdecke 450 keine starre Verbindung besteht, sondern
der Spalt zwischen Sanitärzelle 400 und der Fahrzeugdecke 450 mit dem Kompressionsband
454 geschlossen wird. Dadurch können die vor allem bei Doppelstockfahrzeug üblichen
Durchbiegungen von Fußboden und Zwischendecke bei den auftretenden Lastfällen im Betrieb
aufgefangen werden.
[0041] Alternativ kann anstelle der Fahrzeugdecke oder Zwischendecke die obere Begrenzung
der Sanitärzelle 300 auch durch Ausrüstungsgegenstände 352, wie z.B. ein Tank mit
dekorativer Unterseite gebildet werden, welche unmittelbar unterhalb der Fahrzeugdecke
350 angeordnet sind, wie in Figur 3 angedeutet. In diesem Fall können sich die Seitenwände
330 vom Fußboden 320 bis zur Fahrzeugdecke 350 erstrecken, ohne mit der Fahrzeugdecke
350 starr verbunden zu sein.
[0042] Die untere Begrenzung der Sanitärzelle wird - anstelle einer üblichen separaten Fußbodenplatte
oder Fußbodenwanne für die Sanitärzelle - direkt durch den Fahrzeugfußboden gebildet.
Die Stabilität der Sanitärzelle im unteren Bereich wird über einen einteiligen oder
mehrteiligen Fußbodenkranz gewährleisten an dem die Seitenwandsegmente sowie ggf.
die Türlaufschiene montiert sind. Der Fußbodenkranz kann insbesondere mittels Schrauben
am Fahrzeugfußboden befestigt sein.
[0043] Durch den Einbau der Sanitärzelle auf den fertigen Fahrzeugfußboden kann eine schnelle
und einfache Montage der Sanitärzelle im Schienenfahrzeug gewährleistet werden. Zur
Abdichtung der Sanitärzelle kann die Fuge zwischen dem Fußbodenkranz und dem Fahrzeugfußboden
beispielsweise mit flexibler Dichtungsmasse gefüllt werden, wodurch der Montageaufwand
noch weiter verringert werden kann.
[0044] Alternativ ist es auch möglich, eine Sanitärzelle mit geschlossenem Bodenkranz zur
Bildung einer Wanne und einem offenen Deckenkranz zu kombinieren. Eine andere Weiterbildung
sieht einen offenen Fußbodenkranz und eine geschlossene Decke vor. Grundsätzlich ist
es möglich, den Fußboden offen oder geschlossen zu gestalten und mit einer offenen
oder geschlossenen Decke zu kombinieren. Dies kann beispielsweise in Abhängigkeit
von dem zur Verfügung stehenden Bauraum erfolgen.
[0045] Die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen können beliebig miteinander kombiniert
werden.
[0046] Wenngleich hierin spezifische Ausführungsformen dargestellt und beschrieben worden
sind, liegt es im Rahmen der vorliegenden Erfindung, die gezeigten Ausführungsformen
geeignet zu modifizieren, ohne vom Schutzbereich der vorliegenden Erfindung abzuweichen.
Die nachfolgenden Ansprüche stellen einen ersten, nicht bindenden Versuch dar, die
Erfindung allgemein zu definieren.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 100, 200, 300, 400
- Sanitärzelle
- 105, 205, 405
- Schraubverbindung
- 110, 210, 410
- Fußbodenkranz
- 412
- Dichtung
- 414
- Schraubverbindung
- 416
- Verstärkungsmaterial
- 120, 220, 320, 420
- Fußboden
- 422
- Fußbodenbelag
- 130, 230, 330, 430
- Seitenwände, Seitenwandsegmente
- 240, 440
- Deckenkranz
- 242
- Halterung
- 454
- Kompressionsband
- 350, 450
- Decke
1. Schienenfahrzeug mit einer Sanitärzelle, die einen am Fußboden (420) des Schienenfahrzeugs
befestigten offenen Fußbodenkranz (410) und Seitenwände (430) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Fußbodenkranz (410) und dem Fußboden (420, 422) des Schienenfahrzeugs
eine Dichtung (412) zum flüssigkeitsdichten Abdichten des Fußbodenkranzes (410) gegenüber
dem Fußboden (420, 422) angeordnet ist, und dass die Seitenwände (430) am Fußbodenkranz
(410) befestigt sind.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbodenkranz (410) einteilig ist.
3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußbodenkranz (410) mehrteilig ist.
4. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sanitärzelle (400) nach oben offen ist und die Decke der Sanitärzelle von einer
Fahrzeugdecke (450) oder einer Zwischendecke (450) des Schienenfahrzeugs gebildet
wird.
5. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sanitärzelle (400) einen umlaufenden offenen Deckenkranz (440) aufweist, an dem
die Seitenwände (430) befestigt sind.
6. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände der Sanitärzelle in ihrem oberen Bereich verstärkt und dort miteinander
verbunden sind, so dass sie einen umlaufenden offenen Deckenkranz bilden.
7. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Sanitärzelle über ein flexibles oder elastischen Kompressionsband (454) mit der
Fahrzeugdecke (450) oder der Zwischendecke (450) verbunden ist, welches eine Relativbewegung
zwischen der Sanitärzelle und der Fahrzeugdecke (450) oder der Zwischendecke (450)
ermöglicht.
8. Schienenfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sanitärzelle eine geschlossene Decke aufweist, die mit den Seitenwänden (430)
verbunden ist.
9. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sanitärzelle eine selbsttragende Sanitärzelle (400) ohne tragende Anbindung an
die Fahrzeugdecke (450) oder Zwischendecke (450) des Schienenfahrzeugs ist.
10. Verfahren zur Herstellung einer Sanitärzelle in einem Schienenfahrzeug, wobei
ein offener Fußbodenkranz (410) unter Zwischenlage einer Dichtung (412) auf einem
Fußboden (420, 422) des Schienenfahrzeugs befestigt wird, wobei die Dichtung (412)
den Fußbodenkranz (410) gegenüber dem Fußboden (420, 422) flüssigkeitsdicht abdichtet,
und
Seitenwände (430) am Fußbodenkranz (410) befestigt werden.