[0001] Die Erfindung betrifft eine Lastabtrageinrichtung für einen gegen einen Rahmen schwenkbaren
Flügel eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen mit einem rahmenseitigen
Beschlagteil und einem flügelseitigen Beschlagteil und mit einer an beiden Beschlagteilen
anlenkbaren Stützeinrichtung, wobei eines der Beschlagteile ein Grundteil und ein
mit dem Grundteil in Schließstellung des Flügels verbindbares Lagerteil hat und die
Stützeinrichtung an dem Lagerteil angelenkt ist.
[0002] Eine solche Lastabtrageinrichtung ist beispielsweise aus der
EP 0 360 024 B1 bekannt. Bei dieser Lastabtrageinrichtung ist die Stützeinrichtung stabförmig gestaltet
und oberhalb eines Ecklagers an vertikalen Holmen des Rahmens und des Flügels angeordnet
und stützt den Flügel bei einem Schwenken in eine Drehöffnungsstellung ab. Hierdurch
werden hohe Gewichte des Flügels abgestützt und Belastungen des Ecklagers besonders
gering gehalten. Die Montage der Stützeinrichtung kann erst nach der Montage des Flügels
in dem Rahmen erfolgen. Daher ist nach der Montage des Flügels in dem Rahmen zunächst
eine Drehöffnung des Flügels ohne die Stützeinrichtung erforderlich.
[0003] Aus der
EP 0 385 414 B1 ist eine Lastabtrageinrichtung bekannt geworden, bei der die Stützeinrichtung ein
Zugelement hat. Bei dieser Lastabtrageinrichtung hängt die Gewichtskraft des Flügels
über das Zugelement an dem Rahmen. Nachteilig ist auch bei dieser Lastabtrageinrichtung,
dass das Zugelement erst nach der Montage des Flügels an dem Rahmen montiert werden
kann.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Lastabtrageinrichtung der eingangs
genannten Art so weiter zu bilden, dass das Flügelgewicht unmittelbar nach der Montage
des Flügels an dem Rahmen abgestützt wird.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass an dem dem Grundteil gegenüberliegenden
Bauteil des Rahmens oder des Flügels ein Halteteil befestigt ist, dass das Lagerteil
mit dem Halteteil in einer Vormontage koppelbar ist und dass die Verbindung zwischen
dem Lagerteil und dem Halteteil eine geringere Festigkeit hat als die Verbindung des
Lagerteils mit dem Grundteil.
[0006] Durch diese Gestaltung lässt sich die Stützeinrichtung in der Vormontage mit dem
Lagerteil zunächst an dem Rahmen oder dem Flügel montieren. Das Lagerteil wird bei
dieser Vormontage an dem Halteteil gehalten. Bewegt man den Flügel bei der Erstmontage
in die Schließstellung, ist das Lagerteil sowohl mit dem Halteteil als auch mit dem
Grundteil verbunden. Bei der ersten Bewegung des Flügels in die Drehöffnungsstellung
wird die schwächste Verbindung, also die Verbindung des Lagerteils mit dem Halteteil
zerstört. Die Verbindung des Lagerteils mit dem Grundteil bleibt bestehen und ermöglicht
die Abstützung der Gewichtskraft des Flügels bei der ersten Bewegung in die Drehöffnungsstellung.
[0007] Die vorgesehene Festigkeit der Verbindung des Lagerteils mit dem Halteteil lässt
sich gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach begrenzen, wenn
die Verbindung des Lagerteils mit dem Halteteil eine mit geringem Kraftaufwand zerstörbare
Sollbruchstelle aufweist. Das Lagerteil lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung besonders einfach bei der Montage mit dem Grundteil verbinden,
wenn das Grundteil und das Lagerteil über eine Rastverbindung miteinander verbindbar
sind.
[0008] Zur weiteren Vereinfachung der Verbindung des Lagerteils mit dem Grundteil trägt
es gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bei, wenn das Grundteil
eine einseitig offene Ausnehmung für einen Zapfen des Lagerteils hat. Vorzugsweise
ist der Zapfen pilzförmig mit einem umlaufenden Rand an seinem freien Ende gestaltet.
Dieser umlaufende Rand kann durch einen entsprechenden Rand der Ausnehmung hintergriffen
werden.
[0009] Die Rastverbindung des Grundteils mit dem Lagerteil gestaltet sich gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die
Rastverbindung eine in der einseitig offenen Ausnehmung angeordnete Haltenase zur
Hintergreifung des Zapfens des Lagerteils hat.
[0010] Nach der ersten Drehöffnung des Flügels stützt die Stützeinrichtung den Flügel über
das Lagerteil und das Grundteil ab. Die Anzahl der für die Abstützung notwendigen
Bauteile lässt sich jedoch gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
besonders gering halten, wenn das Lagerteil Bohrungen zur Verschraubung mit dem Flügel
oder dem Rahmen hat. Durch diese Gestaltung kann nach der ersten Drehöffnung das Lagerteil
direkt mit dem Flügel oder dem Rahmen verschraubt werden. Eine Abstützung des Gewichts
des Flügels über das Grundteil wird anschließend vermieden. Das Grundteil verbleibt
nach der Verschraubung des Lagerteils mit dem Flügel oder dem Rahmen funktionslos.
[0011] Die Stützeinrichtung gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die Stützeinrichtung eine Zugstange
hat und wenn die Beschlagteile Lagerpfannen zur beweglichen Abstützung der Enden der
Zugstange aufweisen.
[0012] Eine zuverlässige Lastabtragung mit der Lastabtrageinrichtung lässt sich gemäß einer
anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach erreichen, wenn die Stützeinrichtung
eine Verstelleinrichtung zur Verstellung des Abstandes der Lagerpfannen hat.
[0013] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
Fig. 1 einen Teilbereich eines Fensters in einer Drehöffnungsstellung mit einer erfindungsgemäßen
Lastabtrageinrichtung.
Fig. 2 die Lastabtrageinrichtung aus Figur 1 mit weiteren Beschlagteilen,
Fig. 3 vergrößert einen Teilbereich der Lastabtrageinrichtung bei der Vormontage in
einer Schnittdarstellung,
Fig. 4 eine Schnittdarstellung durch den Teilbereich der Lastabtrageinrichtung aus
Figur 3 entlang der Linie IV - IV.
[0014] Figur 1 zeigt einen Teilbereich eines Fensters mit einem gegen einen Rahmen 1 schwenkbaren
Flügel 2 in einer Drehöffnungsstellung. Die Gewichtskraft des Flügels 2 wird von einer
Lastabtrageinrichtung 3 abgestützt. Die Lastabtrageinrichtung 3 hat ein rahmenseitiges
Beschlagteil 4 und ein flügelseitiges Beschlagteil 5. Zwischen den Beschlagteilen
4, 5 ist eine Stützeinrichtung 6 mit einer Zugstange 7 angeordnet. Die Beschlagteile
4, 5 haben zur Abstützung der Zugstange 7 jeweils Lagerpfannen 8, 9. Die Position
einer der Lagerpfannen 8 ist über eine Verstelleinrichtung 10 verstellbar.
[0015] Figur 2 zeigt die Lastabtrageinrichtung 3 aus Figur 1 mit einem als unteres Ecklager
11 ausgebildeten Beschlagteil bei der Montage. Das an dem Flügel 2 angeordnete Beschlagteil
5 hat einen Stützkörper 12. Das an dem Rahmen 1 angeordnete Beschlagteil 4 hat ein
Lagerteil 13, an dem die Zugstange 7 angelenkt ist und ein Grundteil 14, welches mit
dem Rahmen 1 verschraubt ist. Das Lagerteil 13 ist zudem mit einem an dem Flügel 2
befestigten Halteteil 15 verbunden. Zur Vereinfachung der Zeichnung sind in Figur
2 der Rahmen 1 und der Flügel 2 nur schematisch dargestellt. Weiterhin sind Schrauben
16 zur Verbindung des flügelseitigen Beschlagteils 5 mit dem Flügel 2, Schrauben 17
zur Verbindung des Halteteils 15 mit dem Flügel 2 sowie Schrauben 18 zur Verbindung
des Grundteils 14 des rahmenseitigen Beschlagteils 4 mit dem Rahmen 1 in Figur 2 dargestellt.
[0016] Figur 3 zeigt in einer vergrößerten Schnittdarstellung die Verbindung des Lagerteils
13 mit dem Grundteil 14 und dem Halteteil 15. Hierbei ist zu erkennen, dass das Halteteil
15 zwei Haltezapfen 19 mit Einschnürungen 20 als Sollbruchstelle aufweist. Das Lagerteil
13 hat Bohrungen 21 und ist bei der Vormontage auf die Haltezapfen 19 des Halteteils
15 aufgesteckt. Damit sind zur Vormontage die Zugstange 7, der in Figur 2 dargestellte
Stützkörper 12, das Halteteil 15 mit dem Lagerteil 13 an dem Flügel 2 fixiert, während
das Grundteil 14 an dem Rahmen 1 befestigt ist.
[0017] Bei der Montage des Flügels 2 an dem Rahmen 1 und der erstmaligen Bewegung des Flügels
2 in die geschlossene Stellung dringt ein pilzkopfförmiger Zapfen 22 des Lagerteils
13 in eine einseitig offene Ausnehmung 23 des Grundteils 14 ein. Hierdurch hintergreift
ein Rand 24 der Ausnehmung 23 einen Rand 25 des Zapfens 22, wodurch das Lagerteil
13 mit dem Grundteil 14 verbunden wird. Wegen der Einschnürungen 20 als Sollbruchstellen
an den Haltezapfen 19 hat die Verbindung des Lagerteils 13 mit dem Grundteil 14 jedoch
eine wesentlich höhere Festigkeit als die Verbindung des Lagerteils 13 mit dem Halteteil
15. Dies führt dazu, dass die Verbindung des Lagerteils 13 mit dem Halteteil 15 an
den Sollbruchstellen der Haltezapfen 19 zerstört wird, wenn der Flügel 2 erstmalig
in die in Figur 1 dargestellte Drehöffnungsstellung bewegt wird. Damit wird der Flügel
2 gleich bei seiner erstmaligen Bewegung in die Drehöffnungsstellung von der Lastabtrageinrichtung
3 abgestützt. Das Lagerteil 13 hat Bohrungen 26, über die es nach der erstmaligen
Bewegung des Flügels 2 in die Drehöffnungsstellung dauerhaft mit dem Rahmen 1 verschraubt
werden kann.
[0018] Figur 4 zeigt in einer Schnittdarstellung die Verbindung des Lagerteils 13 mit dem
Grundteil 14 entlang der Linie IV - IV aus Figur 3. Die Verbindung des Grundteils
14 mit dem Lagerteil 13 hat eine Rastverbindung 27 mit einer den Zapfen 22 hintergreifenden
und in der Ausnehmung 23 des Grundteils 14 angeordneten Haltenase 28.
1. Lastabtrageinrichtung (3) für einen gegen einen Rahmen (1) schwenkbaren Flügel (2)
eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen mit einem rahmenseitigen Beschlagteil
(4) und einem flügelseitigen Beschlagteil (5) und mit einer an beiden Beschlagteilen
(4, 5) anlenkbaren Stützeinrichtung (6), wobei eines der Beschlagteile (4) ein Grundteil
(14) und ein mit dem Grundteil (14) in Schließstellung des Flügels (2) verbindbares
Lagerteil (13) hat und die Stützeinrichtung (6) an dem Lagerteil angelenkt ist, dadurch gekennzeichnet, dass an dem dem Grundteil (14) gegenüberliegenden Bauteil des Rahmens (1) oder des Flügels
(2) ein Halteteil (15) befestigt ist, dass das Lagerteil (13) mit dem Halteteil (15)
in einer Vormontage koppelbar ist und dass die Verbindung zwischen dem Lagerteil (13)
und dem Halteteil (15) eine geringere Festigkeit hat als die Verbindung des Lagerteils
(13) mit dem Grundteil (14).
2. Lastabtrageinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung des Lagerteils (13) mit dem Halteteil (15) eine mit geringem Kraftaufwand
zerstörbare Sollbruchstelle aufweist.
3. Lastabtrageinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundteil (14) und das Lagerteil (13) über eine Rastverbindung (27) miteinander
verbindbar sind.
4. Lastabtrageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundteil (14) eine einseitig offene Ausnehmung (23) für einen Zapfen (22) des
Lagerteils (13) hat.
5. Lastabtrageinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastverbindung (27) eine in der einseitig offenen Ausnehmung (23) angeordnete
Haltenase (28) zur Hintergreifung des Zapfens (22) des Lagerteils (13) hat.
6. Lastabtrageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagerteil (13) Bohrungen (26) zur Verschraubung mit dem Flügel (2) oder dem Rahmen
(1) hat.
7. Lastabtrageinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützeinrichtung (6) eine Zugstange (7) hat und dass die Beschlagteile (4, 5)
Lagerpfannen (8, 9) zur beweglichen Abstützung der Enden der Zugstange (7) aufweisen.
8. Lastabtrageinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützeinrichtung (6) eine Verstelleinrichtung (10) zur Verstellung des Abstandes
der Lagerpfannen (8, 9) hat.