[0001] Die Erfindung betrifft ein Fenster oder eine Tür mit einem eingeklebten Verglasungsbauelement
und ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Fensters oder einer solchen Tür. Das
Fenster bzw. die Tür eignet sich besonders für ein Niedrigenergiehaus oder ein Passivhaus.
Stand der Technik
[0002] Fenster und Türen aus Holz, Kunststoff, Metall wie Aluminium oder aus einer Kombination
dieser Materialien sind bekannt. Insbesondere sind auch Fenster und Türen für Niedrigenergiehäuser
oder sogenannte Passivhäuser, d. h. Häuser mit einem Heizwärmebedarf von maximal 15
kWh/(m
2a), bekannt, die sich durch besonders geringe Wärmedurchgangswerte auszeichnen. In
dieser Hinsicht sei beispielsweise auf die Produkte der Anmelderin verwiesen, die
u. a. auf der InternetSeite www.enersign.com beschrieben werden. Die Wärmedurchgangswerte
solcher Fenster bzw. Türen, insbesondere solcher, die für ein Gebäude vorgesehen sind,
das die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 40 (EnEV 2009) oder besser erfüllen
soll, werden zunehmend durch die Profile der Fenster bzw. Türen bestimmt und nicht
mehr wie im bisherigen Ausmaß von den Verglasungen oder Türfüllungen.
[0003] DE 195 46 678 C2 zeigt ein Fenster mit einem Blendrahmenprofil, einem Flügelrahmenprofil und einer
mit dem Flügelrahmenprofil verbundenen Verglasung, wobei im Schnitt durch das Fenster
und im geschlossenen Zustand des Fensters sich zumindest bereichsweise zwischen dem
Blendrahmenprofil und dem Flügelrahmenprofil eine geschlossene Kammer erstreckt. Die
Herstellung dieses Fensters ist relativ komplex. Unter anderem weist es vergleichsweise
viele Bauteile auf und seine Fertigung ist auch wenig standardisiert.
[0004] Bei Fenstern für Niedrigenergie- oder Passivhäusern wird in der Regel ein Mehrscheibenisolierglas
als Verglasung benutzt, wobei zwischen den Scheiben vorzugsweise ein Edelgas wie Argon
oder seltener auch Krypton vorgesehen ist, das zwischen den Scheiben über einen Randverbund
eingeschlossen ist. Für weitere Informationen zu solchen Mehrscheibenisoliergläsern,
deren Aufbau und bekannte Verfahren zur Verbindung solcher Mehrscheibenisolierverglasungen
mit dem Flügelrahmen oder dem Blendrahmen eines Fensters sei beispielsweise auf die
Internetseite http://de.wikipedia.org/wiki/Mehrscheiben-Isolierglas verwiesen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war die Bereitstellung eines einfachen, zuverlässigen
und kostengünstigen Verfahrens zur qualitativ hochwertigen Verbindung eines Verglasungsbauelementes
mit einem Profil eines Fensters oder einer Tür für ein Niedrigenergiehaus oder ein
Passivhaus, sowie die Bereitstellung eines entsprechend hergestellten Fensters oder
einer entsprechend hergestellten Tür für ein Niedrigenergiehaus oder ein Passivhaus.
Zusammenfassung und Vorteile der Erfindung
[0006] Die Erfindung betrifft ein Fenster oder eine Tür gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren
zur Herstellung eines Fensters oder einer Tür gemäß Anspruch 14.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Die Erfindung kann grundsätzlich gleichermaßen bei einem Fenster wie bei einer Tür
eingesetzt werden, wobei dem Blendrahmen des Fensters die Türzarge oder das Türzargenprofil
der Tür entspricht, und wobei dem Flügelrahmen des Fensters das Türblatt oder das
Türflügelprofil der Tür entspricht. Insofern gilt das nachfolgend für ein Fenster
beschriebene in analoger Weise auch für eine Tür.
[0009] Der Klebebereich ist vorteilhaft von dem weiteren Profilelement, dem Verglasungsbauelement,
einem Hohlraum zwischen dem weiteren Profilelement und dem Verglasungsbauelement und
dem Dichtungsprofil begrenzt. Dadurch ist der Ort des Klebebereiches dreiseitig genau
definiert und auch seine Dicke ist weitgehend vorgegeben bzw. über die Dimensionierung
des Dichtungsprofils einstellbar. Dies führt zu einer qualitativ hochwertigen Verklebung
mit gleichmäßiger Dicke der Klebeschicht.
[0010] Das Dichtungsprofil ist vorteilhaft mit dem Fensterprofilelement wie einem Blendrahmenprofil
oder einem Flügelrahmenprofil bzw., im Fall der Tür, mit einem analogen Türprofilelement
verbunden. Dadurch wirkt das Dichtungsprofilelement unter anderem auch als Anschlag
für das weitere Profilelement und definiert dessen Position.
[0011] Vorzugsweise ist der Klebebereich in einer Ecke oder einer Umgebung einer Ecke des
weiteren Profilelementes vorgesehen.
[0012] Durch den in dem Dichtungsprofil integrierten Hohlraum, kann dies vor dem Einbau
des Verglasungsbauelementes mit einer Vorspannung versehen sein, so dass es bereichsweise
zunächst nicht auf dem Fensterprofilelement bzw. dem Türprofilelement aufliegt, und
erst beim Einbau des Verglasungsbauelementes in diesem Bereich mit dem Fensterprofilelement
bzw. dem Türprofilelement in Kontakt gebracht wird. Dieses Vorgehen erhöht die Qualität
der Abdichtung.
[0013] Das erfindungsgemäße Fenster bzw. die erfindungsgemäße Tür ist vorzusgweise ein Fenster
oder eine Tür für ein Niedrigenergiehaus oder ein Passivhaus, d. h. im Fall des Fensters
ein Fenster, das gemäß EN 10077 und bezogen auf eine Fensterprüfgröße von 1230 x 1480
mm, einen Wärmedurchgang Fenster (U
Window) von ≤ 0,8 W/m
2K, insbesondere ≤ 0,70 W/m
2K, einen Wärmedurchgang Rahmen (U
Frame) seitlich und oben von ≤ 0,7 W/m
2K, insbesondere ≤ 0,65 W/m
2K, und einen Wärmedurchgang Rahmen (U
Frame) unten von ≤ 0,8 W/m
2K hat.
Zeichnungen
[0014] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen und der nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt Figur 1 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in Form eines
Schnittes durch einen Teil eines Fensters. Figur 2 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt
aus Figur 1. Figur 3 zeigt ebenfalls einen vergrößerten Ausschnitt aus Figur 1 mit
gegenüber Figur 1 bzw. Figur 2 weiteren Einzelheiten. Figur 4 zeigt ein alternatives
Ausführungsbeispiel der Erfindung in Form eines Schnittes durch einen Teil eines Fensters.
Ausführungsbeispiele
[0015] Die Figur 1 und die Figur 4 erläutert ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an einem
Fenster 10 für ein Niedrigenergie oder Passivhaus, das gemäß EN 10077 und bezogen
auf eine Fensterprüfgröße von 1230 x 1480 mm einen Wärmedurchgang Fenster U
Window von ≤ 0,65 W/m
2K, einen Wärmedurchgang Rahmen U
Frame seitlich und oben von ≤ 0,65 W/m
2K, und einen Wärmedurchgang Rahmen U
Frame unten von ≤ 0,8 W/m
2K hat.
[0016] Die Figuren 2 und 3 zeigen vergrößerte Teilaspekte des Fensters gemäß Figur 1, wobei
gleiche Bezugszeichen gleiche oder analoge Bauelemente bezeichnen.
[0017] Die Figuren 1 bis 3 zeigen einen Teilbereich des Fensters 10 im Schnitt mit einem
Blendrahmenprofil 11, einem Flügelrahmenprofil 12, einer Verglasung 13 bzw. einem
Verglasungsbauelement 40 und einer bei geschlossenem Fenster geschlossenen Kammer
14 zwischen dem Blendrahmenprofil 11 und dem Flügelrahmenprofil 12, die mit einer
Kammertrennvorrichtung 15 versehen ist, so dass die geschlossene Kammer 14 darüber
in eine erste Teilkammer 16 und eine zweite Teilkammer 17 geteilt wird.
[0018] Die geschlossene Kammer 14 ist auf der Außenseite 24 des Fensters 10 mittels einer
ersten Dichtung 18 zwischen dem Blendrahmenprofil 11 und dem Flügelrahmenprofil 12
oder, wie gezeigt, mittels der ersten Dichtung 18 zwischen dem Blendrahmenprofil 11
und einem mit der Verglasung 13 bzw. dem Verglasungsbauelement 40 und dem Flügelrahmenprofil
14 verbundenen weiteren Profil 20, insbesondere einem Fiberglasprofil, zum Halten
des Verglasungsbauelementes 40 geschlossen. Statt eines Fiberglasprofils kann auch
eine Siebdruckplatte oder Multiplexplatte bzw. ein entsprechendes Profil verwendet
werden. Weiterhin kann statt eines Fiberglasprofils auch ein Polycarbonatprofil, ein
PVC-Profil oder ein Polyamidprofil eingesetzt werden. Vervorzugt wird ein Profil aus
einer Siebdruckplatte bzw. Multiplexplatte eingesetzt. Auf der Innenseite 25 des Fensters
10 ist die geschlossene Kammer 14 mittels einer zweiten Dichtung 19 zwischen dem Blendrahmenprofil
11 und dem Flügelrahmenprofil 12 geschlossen. Die Dichtungen 18, 19 sind vorzugsweise
übliche Gummidichtungen für Fenster des erläuterten Typs in der in Figur 1 bzw. Figur
2 oder Figur 3 näher gezeigten Form.
[0019] Unter der geschlossenen Kammer 14 wird somit der bei geschlossenem Fenster 10 in
der Regel mit Luft gefüllte Hohlraum zwischen dem Blendrahmenprofil 11 und dem Flügelrahmenprofil
12 verstanden, der im Querschnitt von diesen beiden Profilen 11, 12 und den beiden
Dichtungen 18, 19 begrenzt ist, und die sich in Richtung senkrecht zu der gezeigten
Querschnittsebene zumindest bereichsweise parallel zu den Profilen 11, 12 erstreckt.
[0020] Die Kammer 14 weist eine Stufe 23 zwischen der größeren ersten Teilkammer 16 und
der kleineren zweiten Teilkammer 17, die in Form eines etwa 2,5 mm breiten länglichen
Spaltes ausgebildet ist, in der Nähe des Ortes der Kammertrennvorrichtung 15 auf.
Die Höhe der zweiten Teilkammer liegt typischerweise im Bereich von etwa 8 mm.
[0021] Die Kammertrennvorrichtung 15 ist, wie gezeigt, in einer Nut 22 in dem Flügelrahmenprofil
12 verankert und hat in der Kammer 14 die Form einer dreiecksförmig zulaufenden Lippe
21, insbesondere einer Gummilippe aus einem handelsüblichen bzw. in der Fenstertechnik
üblichen Gummimaterial. Die Lippe 21 ist vorzugsweise auf das Blendrahmenprofil 11
hin ausgerichtet, berührt diese jedoch nicht. Vorzugsweise erstreckt sich die Dichtlippe
auf bis zu 60% - 85% der Höhe der zweiten Teilkammer 17 von dem Flügelrahmenprofil
12 ausgehend und insbesondere parallel zu der Ebene der Verglasung 13 in die zweite
Teilkammer 17 hinein, d. h. sie ragt beispielsweise 1,5 mm bis 2 mm in die zweite
Teilkammer 17 hinein.
[0022] Im erläuterten Beispiel hat die erste Teilkammer 16 eine Höhe von ca. 8 mm, die zweite
Teilkammer 17 eine Höhe von ca. 2,5 mm, und die Länge der Kammer 14 ist insgesamt
ca. 45 mm, wobei die Länge der ersten Teilkammer 16 und die Länge der zweiten Teilkammer
17 vorzugsweise zumindest in etwa gleich sind.
[0023] Das Blendrahmenprofil 11 und das Flügelrahmenprofil 12 können Massivholzprofile sein.
Vorzugsweise sind das Blendrahmenprofil 11 und das Flügelrahmenprofil 12 jedoch jeweils
aus einem Furnierschichtholz, d. h. beispielsweise aus ca. 3 mm dicken einzelnen Schälfurnieren
aus Nadelholz wie Fichte ausgebildet, die in einem Durchlaufverfahren mit versetzten
Stößen miteinander verleimt und gegebenenfalls oberflächlich mit einem Abschlussfurnier
aus dem Nadelholz, einem Furnier aus einem anderen Holz oder einer sonstigen Oberflächenbeschichtung
versehen sind. Ein derartiges Furnierschichtholz wird von der Firma Metsä Wood Deutschland
GmbH, Bremen, unter der Bezeichnung Kerto
® bzw. Kerto
®-S vertrieben.
[0024] Auf der Außenseite 24 des Fensters 10 ist weiterhin eine ca. 27 mm dicke Dämmplatte
26 aus XPS, d. h. expandiertem Polystyrol, vorgesehen, die beiderseits mit einer ca.
1 mm bis 3 mm dünnen Deckschicht 27 insbesondere aus Fiberglas versehen, vorzugsweise
verklebt ist, und die weiter mit einem vorzugsweise ebenfalls aufgeklebten Aluminiumprofil
oder allgemeiner einem Abdeckprofil 28 (z. B. auch aus Kunststoff oder Kupfer) versehen
ist. Die auf der dem Blendrahmenprofil 11 zugewandten Seite der Dämmplatte 26 vorgesehene
Deckschicht 27 ist mit dem Blendrahmenprofil 11 verbunden, vorzugsweise erneut verklebt.
[0025] Die Figuren 1 bis 3 zeigen weiter, wie das weitere Profil 20 das Verglasungsbauelement
40 hält. Dazu ist weiter ein Dichtungsprofil 31 vorgesehen, das vorzugsweise aus Gummi
ausgebildet ist. Das Dichtungsprofil 31 begrenzt das weitere Profil 20 durch eine
Begrenzungswand 35 des Dichtungsprofile 31 und ist in einer Dichtungsnut 34 in dem
Flügelrahmenprofil 12 über eine Verankerung 37 fixiert. Das Dichtungsprofil 31 weist
weiter einen Hohlraum 38 auf, dessen eine Begrenzungswand zumindest bereichsweise
eine Verglasungsseite 39 des Dichtungsprofils 31 bildet. Das Verglasungsbauelement
40 ist in an sich bekannter Weise als Mehrscheibenisolierglasbauelement mit drei Scheiben
42 ausgebildet und weist einen Randverbund 41 auf. Die inneren Hohlräume des Verglasungsbauelementes
40 sind beispielsweise mit Argon gefüllt.
[0026] Zwischen dem Verglasungsbauelement 40 und dem weiteren Profil 20 aus beispielsweise
Fiberglas oder einer Multiplex- oder Siebdruckplatte bzw. einem entsprechenden Profil
ist bereichsweise eine weitere Dichtung 43, insbesondere eine weitere Dichtung 43
aus Polypropylen oder Polypropylenschaumstoff vorgesehen.
[0027] Das Verglasungsbauelement 40 ist mit dem weiteren Profil 20 in einem Klebebereich
32 mit Hilfe eines Klebers 33 verklebt. Der Kleber ist vorzugsweise ein 2-Komponentenkleber,
insbesondere auf Silikonbasis. Zwischen der weiteren Dichtung 43 und dem Klebebereich
32 befindet sich vorzugsweise ein Hohlraum 45.
[0028] Auf der dem Klebebereich 32 gegenüberliegenden Seite des Verglasungsbauelementes
40, d. h. im erläuterten Beispiel auf der Außenseite 24 des Fensters 10, wird der
Übergangsbereich von dem weiteren Profil 20 zu dem Verglasungsbauelement 40 mit Hilfe
einer Abschlussdichtung 44 abgedichtet, die vorzugsweise an ihrem Ende eine Lippe
aufweist, die mit der Scheibe 42 in Kontakt ist.
[0029] Das weitere Profilelement 20 ist in dem Klebebereich 32 auf der Innenseite 25 des
Fensters 10 bzw. der Tür im Schnitt vorzugsweise als zumindest näherungsweise L-förmige
Struktur ausgebildet. Abgesehen von der zumindest näherungsweise L-förmigen Struktur
in dem Klebebereich 32 ist das weitere Profilelement 20 ist im Schnitt ansonsten vorzugsweise
grundsätzlich wie gezeigt T-förmig ausgebildet.
[0030] Der Klebebereich 32 ist vorzugsweise, wie gezeigt, einseitig bereichsweise von dem
Dichtungsprofil 31 begrenzt und das Dichtungsprofil 31 ist entlang seiner Verglasungsseite
39 des Dichtungsprofils 31 auf der Innenseite 25 des Fensters 10 bzw. der Tür mit
der Scheibe 42 des Verglasungsbauelementes 40 in Kontakt. Das Dichtungsprofil 31 liegt
entlang der Verglasungsseite 39 vorzugsweise zumindest bereichsweise plan auf der
Scheibe 42 auf und/oder ist auf der Verglasungsseite 39 zumindest bereichsweise mit
einer Strukturierung, insbesondere einer wellenförmigen oder gezackten Strukturierung
(siehe Figur 3) versehen, die ebenfalls bereichsweise mit der Scheibe 42 in Kontakt
ist. Das Dichtungsprofil 31 ist in der Dichtungsnut 34 des Flügelrahmenprofils 12
(oder allgemein des Fensterprofilelementes oder des Türprofilelementes) verankert.
[0031] Die weitere Dichtung 43 ist im Schnitt vorzugsweise in etwa mittig zwischen den äußeren
Scheiben 42 des Verglasungsbauelementes 40 oder in etwa mittig aber in Richtung auf
das Flügelrahmenprofil 12 (oder allgemein das Fensterprofilelement oder das Türprofilelement)
versetzt zwischen den äußeren Scheiben 42 des Verglasungsbauelementes 40 vorgesehen.
[0032] Das Flügelrahmenprofil 12 (oder allgemeiner das Fensterprofilelement oder das Türprofilelement)
weist vorzugsweise insbesondere auf der dem Klebebereich 32 abgewandten äußeren Seite
des weiteren Profilelementes 20 eine Nut zur Aufnahme eines entsprechenden vorstehenden
Bereiches des weiteren Profilelementes 20 auf. Dies erleichtert eine präzise Fertigung
und Positionierung des weiteren Profilelementes 20 mit dem Verglasungsbauelement 40
relativ zu dem Flügelrahmenprofil 12 bei der Verklebung.
[0033] Die Abschlussdichtung 44 ist vorzugsweise eine relativ harte Abschlussdichtung 44
mit einer Härte in einem Bereich von 70 bis 90 Shore A, insbesondere 80 Shore A. Sie
ist mit dem weiteren Profil 20 verbunden und erstreckt sich über die Grenzfläche zwischen
dem Verglasungsbauelement 40 und dem weiterem Profil 20 hinaus in die Scheibe 42 des
Verglasungsbauelementes 40 und berührt diese dort. Dazu weist die Abschlussdichtung
44 dort ein Dichtlippe auf. Die Abschlussdichtung 44 ist vorzugsweise aus Gummi ausgebildet
und vorzugsweise in einer Nut des weiteren Profils 20 verankert.
[0034] Die beiden Scheiben 42 des Verglasungsbauelementes 40 und der Randverbund 41 schließen
einen Hohlraum ein, der insbesondere mit einem Edelgas wie Argon (oder gegebenenfalls
auch Krypton) gefüllt ist. Vorzugsweise weist das Verglasungsbauelement 40 mindestens
drei Scheiben 42 auf, die mit dem Randverbund 41 mindestens zwei getrennte, insbesondere
mit einem Edelgas wie Argon gefüllte Hohlräume einschließen. Das Verglasungsbauelement
40 ist im Bereich des Randverbundes 41 mit dem weiteren Profilelement 20 wie gezeigt
verbunden.
[0035] Bei der Herstellung des Fensters 10 oder analogen einer Tür, insbesondere für ein
Niedrigenergiehaus oder ein Passivhaus, wird vorzugsweise zunächst das weitere Profilelement
20 mit dem Flügelrahmenprofil 12 (oder allgemeiner einem Fensterprofilelement oder
einem Türprofilelement) verbunden. Weiter wird zunächst das Dichtungsprofil 31 in
die Dichtungsnut 34 eingesetzt und insbesondere dort verankert. Anschließend wird
vorzugsweise in einer Ecke oder in einer Umgebung einer Ecke des weiteren Profilelementes
20 der Kleber 33 aufgebracht. Das Dichtungsprofil 31 dient dabei als einseitige Begrenzung
des Klebebereiches 32. Das Dichtungsprofil 31 weist weiter vor dem Einsetzen des Verglasungsbauelementes
40 vorzugsweise eine Vorspannung auf, so dass der Bereich des Dichtungsprofils 31,
der den Hohlraum 38 begrenzt, nicht in Kontakt mit dem Fensterprofilelement oder Türprofilelement
ist, das im erläuterten Beispiel ein Flügelrahmenprofil 12 ist, und sich das Dichtungsprofil
31 bereichsweise von dem Flügelrahmenprofil 12 wegkrümmt. Danach wird dann das Verglasungsbauelement
40 in das weitere Profil 20 eingesetzt und mit diesem im Klebebereich 32 verklebt.
Das Dichtungsprofil 31 definiert dabei den gewünschten Abstand zwischen der Scheibe
42 und weiterem Profilelement 20 und damit auch die Dicke des Klebebereiches 32. Insbesondere
wird der Klebebereich 32 auf diese Weise mit gleichmäßiger Dicke ausgebildet. Das
Einsetzen des Verglasungsbauelementes 40 kann dabei im Stehen (bezogen auf das fertige
Fenster 10) oder auch im Liegen erfolgen. Vorzugsweise erfolgt es im Liegen.
[0036] Nach dem Einsetzen der Verglasungsbauelementes 40 in das weitere Profil 20 und das
Verkleben, wird dann die dritte Dichtung 43 in eine entsprechende Nut in dem weiteren
Profil 20 eingesetzt und insbesondere dort verankert. Damit ist dann auch auf der
dem Klebebereich 20 gegenüberliegenden Seite des Verglasungsbauelementes 40 dieses
mit dem weiteren Profil 20 verbunden und die Grenzfläche zwischen weiterem Profil
20 und Verglasungsbauelement 40 dort abgedichtet.
[0037] Ingesamt zeichnet sich das erläuterte Herstellungsverfahren durch Zuverlässigkeit
und gleichbleibende Qualität der erhaltenen Fenster bzw. Türen aus.
[0038] Die Figur 4 erläutert ein alternatives Ausführungsbeispiel eines Fensters 10, wobei
dieses Fenster in vielerlei Hinsicht analog zu Figur 2 bzw. Figur 3 aufgebaut ist,
so dass hier nur die Unterschiede zwischen dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 bzw.
Figur 3 und dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 erläutert werden sollen. Ansonsten
sind die beiden Fenster analog aufgebaut, so dass in Figur 2 bzw. Figur 3 gezeigte
Bezugszeichen in Figur 4 teilweise der Übersichtlichkeit halber nicht noch einmal
eingezeichnet sind, sofern sie in beiden Ausführungsformen ein analoges Bauelement
bezeichnen.
[0039] Gegenüber Figur 2 bzw. Figur 3 weist das Fenster gemäß Figur 4 zunächst keine Kammertrennvorrichtung
15 auf und die zweite Teilkammer 17 ist von der ersten Teilkammer 16 ausgehend leicht
in Richtung zur Verglasung 13 geneigt. Daneben ist in Figur 4 statt der ersten Dichtung
18 gemäß Figur 2 eine dritte Dichtung 47 vorgesehen, die zwar ähnlich zu der ersten
Dichtung 18 aufgebaut ist, jedoch nicht wie in Figur 2 zwischen dem weiteren Profil
20 und dem Blendrahmenprofil 11 dichtet, sondern zwischen dem Blendrahmenprofil 11
und dem Flügelrahmenprofil 12. Dazu ist die dritte Dichtung 47 beispielsweise in dem
Blendrahmenprofil 11 verankert und vorzugsweise so angebracht, dass sie vorzugsweise
keinen Kontakt zu der Siebdruckplatte 48 bzw. Multiplexplatte 48 hat, die in Figur
4 als weiteres Profil statt dem weiteren Profil 20 gemäß Figur 2 bzw. Figur 3 vorgesehen
ist. Daneben ist in Figur 4 das Blendrahmenprofil 11 und das Flügelrahmenprofil 12
vorzugsweise ein Massivholzprofil und die Dämmplatte 26 ist wie gezeigt etwas anders
mit dem Blendrahmenprofil 11 verbunden als in Figur 1 gezeigt.
[0040] Ein wichtiger Unterschied zwischen Figur 2 bzw. Figur 3 und Figur 4 ist die Verbindung
der Verglasung 13 mit dem weiteren Profil 20 bzw. der Siebdruckplatte oder Multiplexplatte
48. Gemäß Figur 4 ist statt des Klebebereiches 32 nun ein Dichtungsbereich 46 oder
Klebebereich 46 vorgesehen, der sich auf der der Außenseite 24 zugewandten Seite der
Siebdruckplatte oder Multiplexplatte 48 in der von der Verglasung 13, der Abschlussdichtung
44 und der Siebdruckplatte oder Multiplexplatte 48 gebildeten Ecke befindet. Dieser
Dichtungsbereich 46 ist dabei nicht wie in Figur 2 bzw. Figur 3 um die Ecke umlaufend
ausgebildet und ist vorzugsweise auch nicht in Kontakt mit der Abschlussdichtung 44,
d. h. der Dichtungsbereich verbindet vorzugsweise nur die Verglasung 43 mit der Siebdruckplatte
oder Multiplexplatte 48. Weiterhin ist im Unterscheid zu Figur 2 bzw. Figur 3 in Figur
4 auch das Dichtungsprofil 31, das mit dem Flügelrahmenprofil verbunden ist, nicht
mehr mit einem Hohlraum 38 versehen und vereinfacht im Design. Zur Ausbildung des
Dichtungsbereiches 46 kann wieder ein Kleber wie ein 2-Komponentenkleber auf Silikonbasis
eingesetzt werden.
[0041] Insgesamt hat die Konstruktion gemäß Figur 4 den Vorteil, dass die Fertigung der
Siebdruckplatte oder Multiplexplatte 48 gemäß der Form des weiteren Profils 20 aus
Figur 2 bzw. 3 vereinfacht ist. Daneben ist das Dichtungsdesign und die Herstellung
insgesamt vereinfacht.
[0042] Unter einer Siebdruckplatte bzw. Multiplexplatte wird im Rahmen der Erfindung eine
Sperrholzplatte verstanden, die mehrere Lagen, insbesondere mehr als fünf Lagen vorzugsweise
identischer Stärke Furnier aufweist. Diese Furnierschichten werden in auch als Mittellagen
bezeichnet. Die Mittellagen weisen bei Siebdruckplatten üblicherweise eine Stärke
zwischen 0,8 und 2,5 Millimetern auf. Um eine beispielsweise 80 Millimeter betragende
Gesamtstärke einer Siebdruckplatte zu erreichen, können bis zu 35 Lagen Furnier miteinander
verbunden werden. Siebdruckplatten können unterschiedliche Designs der Oberfläche
der Platten aufweisen und werden zumeist aus dem Holz der Buche, Fichte, Ahorn oder
der Birke hergestellt. Die einzelnen Lagen einer Siebdruckplatte sind miteinander
verleimt. Dazu wird in der Regel wasserfester Leim beispielsweise in Form von Melaninharz,
Resorcinharz, Phenolharz oder Kombinationen davon verwendet.
1. Fenster oder Tür, insbesondere für ein Niedrigenergiehaus oder ein Passivhaus, mit
einem Fensterprofilelement (11, 12) bzw. einem Türprofilelement, einem weiteren Profilelement
(20, 48) und mindestens einem Verglasungsbauelement (40), wobei das Verglasungsbauelement
(40) mindestens zwei Scheiben (42) aufweist, die über einen Randverbund (41) miteinander
verbunden sind, wobei das Verglasungsbauelement (40) mit dem weiteren Profilelement
(20, 48) und das weitere Profilelement (20, 48) mit dem Fensterprofilelement (11,
12) bzw. dem Türprofilelement verbunden ist, und wobei das Verglasungsbauelement (40)
mit dem weiteren Profilelement (20, 48) in mindestens einem Klebebereich (32, 46)
verklebt ist.
2. Fenster oder Tür nach Anspruch 1, wobei der Klebebereich (32) von dem weiteren Profilelement
(20, 48), dem Verglasungsbauelement (40), einem Hohlraum (45) zwischen dem weiteren
Profilelement (20, 48) und dem Verglasungsbauelement (40), und einem insbesondere
mit dem Fensterprofilelement (11, 12) bzw. dem Türprofilelement verbundenen Dichtungsprofil
(31, 44) begrenzt ist.
3. Fenster oder Tür nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Klebebereich (32, 46) in einer
Ecke oder einer Umgebung einer Ecke des weiteren Profilelementes (20, 48) vorgesehen
ist.
4. Fenster oder Tür nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Klebebereich
(32, 46) bereichsweise von einem Dichtungsprofil (31) begrenzt wird, wobei das Dichtungsprofil
(31) mit dem Fensterprofilelement (11, 12) bzw. dem Türprofilelement verbunden ist.
5. Fenster oder Tür nach Anspruch 4, wobei das Dichtungsprofil (31) eine Begrenzungswand
(35) aufweist, die sich entlang eines Randes des weiteren Profilelementes (20, 48)
zu einer Scheibe (42) des Verglasungsbauelementes (40) erstreckt.
6. Fenster oder Tür nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Klebebereich
(46) bereichsweise von einer Abschlussdichtung (44) begrenzt wird und wobei die Abschlussdichtung
(44) mit dem weiteren Profilelement (20, 48) verbunden ist und sich entlang eines
Randes des weiteren Profilelementes (20, 48) zu einer Scheibe (42) des Verglasungsbauelementes
(40) erstreckt.
7. Fenster oder Tür nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Dichtungsprofil
(31) einen Hohlraum (38) der einerseits von einer Scheibe (42) begrenzt ist, und der
andererseits auf der gegenüberliegen Seite von einem Bereich des Fensterprofilelementes
(11, 12) bzw. des Türprofilelementes begrenzt ist.
8. Fenster oder Tür nach Anspruch 7, wobei der Hohlraum (38) zumindest näherungsweise
quadratisch oder rechteckig ist.
9. Fenster oder Tür nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei bereichsweise
zwischen dem weiteren Profilelement (20, 48) und dem Verglasungsbauelement (40) eine
weitere Dichtung (43) vorgesehen ist.
10. Fenster oder Tür nach Anspruch 9, wobei die weitere Dichtung (43) eine Dichtung aus
Polypropylen oder Polypropylenschaumstoff ist.
11. Fenster oder Tür nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das weitere
Profilelement (20, 48) ein Fiberglasprofil, ein Polycarbonatprofil, ein Polyamidprofil
oder ein PVC-Profil ist.
12. Fenster oder Tür nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das weitere
Profilelement (20, 48) eine Siebdruckplatte oder ultiplexplatte oder ein Profil aus
einer Siebdruckplatte oder ultiplexplatte ist.
13. Fenster oder Tür nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im Fall
eines feststehenden Fensters das Fensterprofilelement ein Blendrahmenprofil (11) ist,
wobei im Fall eines öffenbaren Fensters (10) das Fensterprofilelement ein Flügelrahmenprofil
(11) ist, und wobei im Fall der Tür das Türprofilelement ein Türblatt oder ein Türflügelprofil
ist.
14. Verfahren zur Herstellung eines Fensters oder einer Tür, insbesondere für ein Niedrigenergiehaus
oder ein Passivhaus, mit einem Fensterprofilelement (11, 12) bzw. einem Türprofilelement,
einem weiteren Profilelement (20, 48) und mindestens einem Verglasungsbauelement (40),
wobei das Verglasungsbauelement (40) mindestens zwei Scheiben (42) aufweist, die über
einen Randverbund (41) miteinander verbunden sind, wobei das Verglasungsbauelement
(40) mit dem weiteren Profilelement (20, 48) in mindestens einem Klebebereich (32,
46) derart verklebt wird, dass der Klebebereich (32, 46) von dem weiteren Profilelement
(20, 48), dem Verglasungsbauelement (40), einem Hohlraum (45) zwischen dem weiteren
Profilelement (20) und dem Verglasungsbauelement (40) und einem Dichtungsprofilelement
(31, 44) begrenzt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei das Dichtungsprofilelement (31, 44) bei dem Verkleben
des Verglasungsbauelementes (40) bereichsweise einem Druck ausgesetzt und durch den
Druck bereichsweise mit einem Fensterprofilelement (11, 12) bzw. einem Türprofilelement,
insbesondere einem mit dem weiteren Profilelement (20) verbundenen Fensterprofilelement
(11, 12) bzw. Türprofilelement, in Kontakt gebracht wird.