[0001] Die vorliegende Erfindung geht von einem gemäß Oberbegriff des Hauptanspruches konzipierten
elektrischen Schaltgerät für die Installationstechnik bzw. Gebäudesystemtechnik aus.
[0002] Derartige elektrische Schaltgeräte sind in der Regel dafür vorgesehen, die Ein- und
Ausschaltung eines Stromkreises bzw. die Umschaltung von einem auf einen anderen Stromkreis
und/oder die Aussendung von Telegrammen zu bewirken. Bei solchen elektrischen Schaltgeräten
können die unterschiedlichsten Kontaktsysteme Anwendung finden. Die Betätigung solcher
Schaltgeräte kann z. B. durch ein Verschwenken, ein Niederdrücken oder auch durch
Berührung eines zugehörigen Betätigungsorgans erfolgen. Oftmals sind solche elektrischen
Schaltgeräte mit einem Leuchtmittel ausgerüstet, damit entweder eine Funktionsanzeige
und/oder eine Suchbeleuchtung und/oder eine Betriebsanzeige realisiert werden kann
bzw. können.
[0003] Ein dem Oberbegriff des Hauptanspruchs entsprechendes elektrisches Schaltgerät ist
durch die
DE 102 33 331 C1 bekannt geworden. Dieses elektrische Schaltgerät besteht im Wesentlichen aus einem
wannenförmig ausgebildeten Sockelteil zur Aufnahme einer elektrischen Leiterplatte,
auf welcher die zur Realisierung der geforderten Funktionen notwendigen elektrischen/elektronischen
Bauelemente angeordnet sind und wobei zur Funktionsbeeinflussung als Benutzerschnittstelle
zumindest ein Betätigungsorgan vorgesehen ist. Der Aufbau eines solchen elektrischen
Schaltgerätes ist durch die Berücksichtigung von Modularitätsaspekten schon stark
vereinfacht. Trotzdem verursacht der Aufbau eines solchen elektrischen Schaltgerätes
immer noch einen erheblichen Herstellungs- und Montageaufwand. Der vorliegenden Erfindung
liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein elektrisches Schaltgerät zu schaffen, das
selbst bei hohem Funktionsumfang nur einen minimalen Herstellungs- und Montageaufwand
verursacht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die im Hauptanspruch angegebenen Merkmale gelöst. Bei einem
solchermaßen ausgebildeten Schaltgerät ist besonders vorteilhaft, dass sich das Betätigungsorgan
bei mehrteiligem Aufbau auf einfache Art und Weise mittels eines einzigen Werkzeuges
herstellen lässt.
[0005] Des Weiteren ist besonders vorteilhaft, wenn als Kunststoffdeckschicht Polyurethan
(PUR) Verwendung findet, dass, ohne besondere Maßnahmen ergreifen zu müssen, eine
besonders kratzfeste, selbstheilende sowie eine Tiefenwirkung aufweisende Oberfläche
entsteht und dass sich Symbole und Beleuchtungsfenster auf besonders einfache Art
und Weise z. B. durch Freilasern am ansonsten fertigen Betätigungsorgan realisieren
lassen. Ein solches elektrisches Schaltgerät besteht damit aus besonders wenigen,
in mehreren Varianten modifizierbare Modulkomponenten.
[0006] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Gegenstandes sind in den
Unteransprüchen angegeben. Anhand eines Ausführungsbeispiels sei der erfindungsgemäße
Gegenstand näher beschrieben, dabei zeigen:
- Fig. 1:
- prinziphaft ein solches elektrisches Schaltgerät, räumlich in Explosionsdarstellung;
- Fig. 2:
- prinziphaft ein gemäß Figur 1 aufgebautes elektrisches Schaltgerät, als Schnittdarstellung
im Zusammenbau;
- Fig. 3:
- prinziphaft den Aufbau der Folie, als Teilstück vergrößert im Schnitt.
[0007] Wie aus den Figuren hervorgeht, besteht ein solches elektrisches Schaltgerät hauptsächlich
aus einem wannenförmig ausgebildeten Sockelteil 1 zur Aufnahme einer elektrischen
Leiterplatte 2, auf welcher die zur Realisierung der geforderten Funktionen notwendigen
elektrischen/elektronischen Bauelemente 3a, 3b angeordnet sind und welches zur Funktionsbeeinflussung
als Benutzerschnittstelle ein Betätigungsorgan 4 aufweist. Das Betätigungsorgan 4
besteht aus einem den Innenraum des Sockelteiles 1 oberseitig verschließenden Grundkörper
5, einem auf der dem Sockelteil 1 abgewandten Hauptfläche angeordneten, aus mehreren
Schichten bestehenden Folienverbund 6 und einer den Folienverbund 6 abdeckenden, aus
Plyurethan bestehenden Kunststoffdeckschicht 7. Auch der Grundkörper 5 wird an seinem
Randbereich 5a partiell von der Kunststoffdeckschicht 7 umschlossen. Außerdem sind
zwei Laschen 7a durch die Kunststoffdeckschicht 7 ausgebildet, die jeweils den Randbereich
5a des Grundkörpers 5 überdecken. Mehrere erste Bauelemente sind als kapazitiv arbeitende
Schaltelemente 3a und mehrere zweite Bauelemente sind als für die Funktionsanzeige
und/oder die Betriebsanzeige vorgesehene Leuchtdioden 3b ausgeführt. Im vorliegenden
Fall übernimmt lediglich die eine zentral angeordnete Leuchtdiode 3b die Betriebsanzeige,
wohingegen die vierzehn dem Randbereich des Betätigungsorgans 4 zugeordneten Leuchtdioden
3b die Funktionsanzeige übernehmen.
[0008] Wie insbesondere aus Figur 1 und Figur 2 hervorgeht, besteht das elektrische Schaltgerät
lediglich aus drei Modulkomponenten, nämlich dem Sockelteil 1, der Leiterplatte 2
und dem in einem einzigen Werkzeug hergestellten Betätigungsorgan 4. Um auf besonders
einfache Art und Weise eine Vielzahl an Varianten eines solchen elektrischen Schaltgerätes
realisieren zu können, lassen sich sowohl das Sockelteil 1 als auch die Leiterplatte
2 und das Betätigungsorgan 4 bei Bedarf leicht variieren. Das Sockelteil 1 kann z.
B. bereits einstückig mit Funktionskomponenten versehen sein, die nicht in jedem Fall
benötigt werden. Außerdem kann ein derartiges Sockelteil 1 leicht in mehreren verschiedenen
Varianten mit unterschiedlichen geometrischen Abmessungen hergestellt werden, um verschiedene
Funktionsanforderungen zu erfüllen. Die Leiterplatte 2 kann z. B. leicht in unterschiedlichen
Bestückungsvarianten zur Verfügung gestellt werden, um unterschiedlichen Funktionsanforderungen
gerecht zu werden. Das Betätigungsorgan 4 kann in verschiedenen Ausführungen hinsichtlich
der Anzahl und Ausgestaltung von Symbolen 6a und Fenstern 6b, 6c an unterschiedliche
Funktionsanforderungen angepasst werden. Wie insbesondere aus Figur 1 hervorgeht,
weist der Folienverbund 6 ein mittig angeordnetes erstes Fenster 6b auf, welches für
die Betriebsanzeige mittels der mittig angeordneten Leuchtdiode 3b vorgesehen ist.
Außerdem sind mehrere zweite Fenster 6c vorgesehen, die für eine Funktionsanzeige
mittels der im Randbereich angeordneten Leuchtdioden 3b vorgesehen sind. Zu diesem
Zweck weist der Grundkörper 5 an entsprechenden Stellen Durchbrüche 5b auf und ist
die Kunststoffdeckschicht 7 klar transparent ausgeführt. Zudem besteht die Möglichkeit,
zum Beispiel Ausführungen zur Verfügung zu stellen, bei denen das Betätigungsorgan
4 bzw. die Betätigungsorgane 4 starr mit dem Sockelteil 1 verbunden oder aber beweglich
am Sockelteil 1 gelagert sind. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das Betätigungsorgan
starr mit dem Sockelteil 1 verbunden. Die auf der elektrischen Leiterplatte 2 vorhandenen
Schaltelemente 3a sind beim vorliegenden Ausführungsbeispiel als kapazitiv arbeitende
Schaltelemente 3a ausgeführt. Die Symbole 6a können hinterleuchtet werden.
[0009] Wie insbesondere aus Figur 3 hervorgeht, besteht der Folienverbund 6 aus drei verschiedenen
Schichten, wobei die erste Schicht 6d als Absorptionsschicht, die zweite Schicht 6e
als Farbschicht und die dritte Schicht 6f als Trägerschicht ausgeführt ist.
[0010] Über einen Stecker 8 und Haltefeder 9 kann das elektrische Schaltgerät leicht mit
üblichen Busankopplern der Gebäudesystemtechnik in Verbindung gebracht werden. Es
ist somit ein elektrisches Schaltgerät realisiert, dessen Betätigungsorgan bei mehrteiligem
Aufbau auf einfache Art und Weise mittels eines einzigen Werkzeuges hergestellt werden
kann. Weiterhin ist bei einem derartigen elektrischen Schaltgerät vorteilhaft, das
als Kunststoffdeckschicht Polyurethan (PUR) Verwendung findet, so dass, ohne besondere
Maßnahmen ergreifen zu müssen, eine besonders kratzfeste, selbstheilende sowie eine
Tiefenwirkung aufweisende Oberfläche entsteht. Symbole 6a und Fenster 6b, 6c lassen
sich auf besonders einfache Art und Weise durch Freilasern am ansonsten fertigen Betätigungsorgan
4 realisieren.
Bezugszeichenliste
[0011]
- 1
- Sockelteil
- 2
- Leiterplatte
- 3a
- Schaltelemente
- 3b
- Leuchtdioden
- 4
- Betätigungsorgan
- 5
- Grundkörper
- 5a
- Randbereich
- 5b
- Durchbrüche
- 6
- Folienverbund
- 6a
- Symbole
- 6b
- erstes Fenster
- 6c
- zweite Fenster
- 6d
- Absorptionsschicht
- 6e
- Farbschicht
- 6f
- Trägerschicht
- 7
- Kunststoffdeckschicht
- 7a
- Laschen
- 8
- Stecker
- 9
- Haltefedern
1. Elektrisches Schaltgerät mit einem wannenförmig ausgebildeten Sockelteil zur Aufnahme
einer elektrischen Leiterplatte, auf welcher die zur Realisierung der geforderten
Funktionen notwendigen elektrischen/elektronischen Bauelemente angeordnet sind und
wobei zur Funktionsbeeinflussung als Benutzerschnittstelle zumindest ein Betätigungsorgan
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsorgan (4) aus einem den Innenraum des Sockelteiles (1) oberseitig
verschließenden Grundkörper (5), einem auf der dem Sockelteil (1) abgewandten Hauptfläche
angeordneten, aus zumindest zwei Schichten bestehenden Folienverbund (6) und einer
den Grundkörper (5) und/oder den Folienverbund (6) zumindest partiell abdeckenden
Kunststoffdeckschicht (7) besteht.
2. Elektrisches Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Betätigungsorgan (4) starr mit dem Sockelteil (1) verbunden ist.
3. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Betätigungsorgan (4) beweglich am Sockelteil (1) gelagert ist.
4. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein auf der elektrischen Leiterplatte (2) vorhandenes Bauelement als kapazitiv
arbeitendes Schaltelement (3a) ausgeführt ist.
5. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein auf der elektrischen Leiterplatte (2) vorhandenes Bauelement als induktiv
arbeitendes Schaltelement ausgeführt ist.
6. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein auf der elektrischen Leiterplatte (2) vorhandenes Bauelement als Mikrotaster
ausgeführt ist.
7. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein auf der elektrischen Leiterplatte (2) vorhandenes Bauelement als Domschaltkontakt
ausgeführt ist.
8. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein auf der elektrischen Leiterplatte (2) vorhandenes Bauelement als Leuchtdiode
(3b) ausgeführt ist.
9. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer taktilen Rückmeldung miteinander in Wirkverbindung kommende Federelemente
am Grundkörper und am Sockelteil vorgesehen sind.
10. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Folienverbund (6) mit zumindest einem Symbol (6a) versehen ist.
11. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Folienverbund (6) mit zumindest einem, für eine Betriebsanzeige vorgesehenen,
ersten Fenster (6b) versehen ist.
12. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Folienverbund (6) mit zumindest einem, für eine Funktionsanzeige vorgesehenen
zweiten Fenster (6c) versehen ist.
13. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Symbolhinterleuchtung eine Suchanzeige realisiert ist.
14. Elektrisches Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffdeckschicht (7) zumindest teilweise aus Polyurethan (PUR) besteht.