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EP 1 995 744 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.03.2014 Patentblatt 2014/12 |
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Anmeldetag: 16.04.2008 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Miniaturrelais-Schalter
Miniature relay switch
Commutateur à relais miniature
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB |
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Priorität: |
25.05.2007 DE 102007024458 28.06.2007 DE 102007029874
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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26.11.2008 Patentblatt 2008/48 |
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Patentinhaber: Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG |
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81671 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Beutelspacher, Werner
82064 Straßlach (DE)
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Vertreter: Körfer, Thomas |
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Mitscherlich & Partner
Patent- und Rechtsanwälte
Sonnenstrasse 33 80331 München 80331 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-97/10636 DE-A1- 10 029 853 US-A1- 2002 089 804 US-A1- 2006 269 186 US-A1- 2007 057 746
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WO-A-99/19974 DE-A1- 19 927 762 US-A1- 2003 107 859 US-A1- 2007 009 202 US-A1- 2007 080 764
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Miniaturrelais-Schalter, insbesondere einen sogenannten
MEMS-Schalter (
Micro
Electro
Mechanical
System), der extrem kleine Kontaktflächen aufweist.
[0002] Miniaturrelais-Schalter dieser Art werden bevorzugt zum breitbandigen Schalten von
Hochfrequenzsignalen eingesetzt, da sie in einem großen Frequenzbereich von Gleichstrom
bzw. kHz bis in den GHz-Bereich lineare Schalteigenschaften besitzen. Sie haben jedoch
das Problem, dass sie sehr leicht beschädigt oder zerstört werden, wenn sie zwischen
zwei verschiedenen Gleichspannungs-Potenzialen schalten. Dieser Effekt wird als Hot
Switching bezeichnet. Da solche Schalter sehr niederohmig sind genügen bereits sehr
kleine Spannungsdifferenzen von beispielsweise nur 1 V und sehr geringe Lastkapazitäten
von beispielsweise nur wenigen pF, um an den sehr kleinen Kontaktflächen sehr hohe
Impulsströme bzw. Impulsstromdichten zu erzeugen. Daher sind solche Schalter beispielsweise
in Eingangsstufen von Empfängern extrem gefährdet und konnten aus diesem Grunde für
viele mögliche Anwendungsfälle nicht eingesetzt werden.
[0003] Das Problem des Hot Switching ist z.B. in der
DE 103 40 619 A1 beschrieben.
[0004] Fig. 1 zeigt anhand eines Schaltbeispieles diesen Effekt. Mit dem dargestellten MEMS-Schalter
A, der über eine Steuereinrichtung S mittels elektrostatischer oder magnetischer Kräfte
ein- und ausschaltbar ist, soll ein Hochfrequenzsignal HF zu einer Last L durchgeschaltet
werden. Der MEMS-Schalter A besitzt beispielsweise einen sehr kleinen Durchgangswiderstand
von 300 mOhm, die Last L ist beispielsweise nur eine kleine Lastkapazität von 10 pF.
Am Eingang des Schalters A liegt neben dem HF-Signal auch noch ein Gleichspannungspotenzial
von beispielsweise 3 V an, das schematisch durch die Gleichspannungsquelle Q angedeutet
ist. Bei offenem Schalter A liegt also an einem Schaltkontakt ein Gleichspannungspotenzial
von 3 V, am anderen Schaltkontakt ein Gleichspannungspotenzial von 0 V. Beim Schließen
des Schalters A durch die Steuereinrichtung S liegt am niederohmigen Schalter A eine
Spannungsdifferenz von 3 V und es würde hierdurch kurzzeitig ein Impulsstrom von bis
zu 10 A über die Kontaktflächen des Schalters A fließen, die extrem klein sind und
nur wenige µm groß sind. Durch diese Gleichspannungsdifferenz am Schalter A würde
dieser beschädigt oder sogar zerstört.
[0005] Um dieses Hot Switching zu vermeiden ist es bekannt, parallel zu den Kontakten des
MEMS-Schalters eine Ausgleichseinrichtung in Form eines oder mehrerer parallel zum
MEMS-Schalter angeordneten Transistoren vorzusehen (
US 2007/0009202). Diese Transistoren der Ausgleichseinrichtung sind zusammen mit dem MEMS-Schalter
so gesteuert, dass zunächst nur die Transistoren eingeschaltet sind und so über deren
Kanalwiederstand ein Potentialausgleich erfolgen kann und erst nach erfolgtem Potentialausgleich
der MEMS-Schalter geschlossen wird. Es ist auch schon bekannt, in Reihe zu diesen
Transistoren für die HF-Entkopplung Wiederstände anzuordnen. Diese bekannte Parallelschaltungslösung
besitzt den Nachteil, dass sie die kompensierte Grenzfrequenz des MEMS-Schalters stark
herabsetzt.
[0006] DE 10029853 A1 offenbart die Merkmale des Oberbegriffs von Anspruch 1.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Miniaturrelais-Schalter mit zugeordneter
Ausgleichseinrichtung zum Gleichspannungs-Potentialausgleich zu schaffen, bei dem
dieser Nachteil der eingeschränkten Grenzfrequenz vermieden ist und der ohne Gefahr
von Hot Switching als Hochfrequenzschalter einsetzbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Miniaturrelais-Schalter laut Hauptanspruch,
vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Durch die Realisierung der Ausgleichseinrichtung zum Potentialausgleich als in Reihe
zum Schalter angeordneten Wiederstand, der nach erfolgtem Potentialausgleich durch
einen zusätzlichen Schalter überbrückt wird, ist die kompensierte Grenzfrequenz wesentlich
geringer eingeschränkt als bei der bekannten Parallelschaltungslösung und ein erfindungsgemäßer
Miniaturrelais-Schalter besitzt daher eine wesentlich höhere Grenzfrequenz und kann
bis höchste Frequenzen im Gigahertz eingesetzt werden. Gemäß der Erfindung erfolgt
der Gleichspannungs-Potentialausgleich zunächst über den Wiederstand und der Schalter
wird dadurch vor Beschädigung geschützt. Erst wenn der Gleichspannungs-Potentialausgleich
erreicht ist, wird über den zusätzlichen Schalter der Schutzwiderstand wieder ausgeschaltet
und das Hochfrequenzsignal wird über den nunmehr wieder allein wirksamen Miniaturrelais-Schalter
mit seinen vorteilhaften Hochfrequenz-Schalteigenschaften durchgeschaltet. Der geringe
Schaltzeitverlust bis zum Gleichspannungspotenzialausgleich, der in der Größenordnung
von Mikrosekunden liegen kann, ist verglichen mit dem großen Vorteil, dass damit erstmals
auch solche MEMS-Schalter als Hochfrequenzschalter ohne der Gefahr einer Beschädigung
oder Zerstörung eingesetzt werden können, vernachlässigbar.
[0010] Die Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer Zeichnungen an Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- an einem Prinzipschaltbild den sogenannten Hot Switching Effekt eines MEMS-Schalters;
- Fig. 2
- an einem vergleichbaren Prinzipschaltbild wie Fig. 1 ein erstes erfindungsgemäßes
Ausführungsbeispiel mit in Reihe zum Schalter liegenden, überbrückbaren Schutzwiderstand
und
[0011] Fig. 2 zeigt einen MEMS-Schalter A, der durch eine Steuereinrichtung S ein- und ausschaltbar
ist. In Reihe zu diesem MEMS-Schalter A ist ein Schutzwiderstand W geschaltet, der
über einen ebenfalls mittels der Schalteinrichtung S betätigbaren zusätzlichen Schalter
B überbrückbar ist. Zum Durchschalten des HF-Signals zur Last L wird zunächst gesteuert
über die Steuereinrichtung S der Schalter A geschlossen, der Schalter B bleibt offen.
Der Potentialausgleichsstrom zwischen der Gleichspannungsquelle Q und der Lastkapazität
wird durch den Widerstand W für den Schalter A auf ein erlaubtes Maß begrenzt und
dieser damit geschützt. Der Wert des Widerstandes W wird so groß gewählt, dass die
vom Hersteller angegebene maximale Stromdichte an den Schaltkontakten des MEMS-Schalters
A nicht überschritten wird. In der Praxis wird dies mit einem Widerstand von einigen
kOhm, beispielsweise 10 kOhm erreicht. Der Widerstand W ist vorzugsweise ein rein
Ohm'scher Widerstand.
[0012] Der Schalter A kann ohne Gefährdung sofort geschlossen werden. Erst nach erfolgtem
GleichspannungsPotenzialausgleich an den Kontakten des Schalters A wird dieser Widerstand
W durch den zweiten zusätzlichen Schalter B überbrückt. Der über die Steuereinrichtung
S gesteuerte Schalter B ist vorzugsweise in gleicher Technologie aufgebaut wie der
Schalter A, also beispielsweise ebenfalls ein MEMS-Schalter. Da das Hochfrequenzsignal
nach Abschluss des Potenzialausgleiches über beide Schalter A und B zur Last durchgeschaltet
wird, müssen an diese beiden Schalter hohe Anforderungen bezüglich der Übertragungseigenschaften
gestellt werden.
[0013] Am einfachsten ist es, den zeitlichen Ablauf der beiden Schalter A und B zeitabhängig
über die Steuereinrichtung S zu steuern. Da die Dimensionierung des Schutzwiderstandes
W und die zu erwartende Gleichspannungs-Potenzialdifferenz am Schalter A und auch
die angrenzenden Kapazitäten am Schalter bzw. an der Last in der Regel bekannt sind,
kann die Wartezeit, die zum Potentialausgleich erforderlich ist, berechnet werden.
Z. B. gilt:

mit τ = Zeitkonstante,
RSchutz =Widerstandswert von W,
CLast=Kapazität von L.
[0014] Anstelle einer zeitabhängigen Steuerung könnte die Steuerung der Schalter A und B
auch über eine die Potentialdifferenz messende Messeinrichtung erfolgen. In der Steuereinrichtung
S ist dazu eine hochohmige Spannungsmesseinrichtung vorgesehen, beispielsweise eine
Spannungskomparatorschaltung, die die Gleichspannungsdifferenz zwischen den Schaltpunkten
1 und 2 des Schalters A erfasst. Wenn die Potentialdifferenz zwischen diesen Schaltpunkten
1 und 2 einen vorgegebenen Minimalwert erreicht, also ausreichender Potentialausgleich
erreicht ist, wird gesteuert über diese Messeinrichtung der Steuereinrichtung S der
Schalter B geschlossen.
[0015] Die beschriebenen Maßnahmen können in integrierter Technik beispielsweise im MEMS-Schalter
realisiert werden. Alle beschriebenen und/oder gezeichneten Merkmale sind im Rahmen
der Erfindung beliebig miteinander kombinierbar.
1. Miniaturrelais-Schalter, insbesondere MEMS-Schalter, mit einer Ausgleichseinrichtung
zum Gleichspannungs-Potentialausgleich an den Kontakten des Schalters, wobei die Ausgleichseinrichtung
einen in Reihe zum Schalter (A) angeordneten Schutzwiderstand (W) aufweist, der mittels
eines zusätzlichen Schalters (B) überbrückbar ist, und eine Steuereinrichtung (S)
aufweist, die derart ausgebildet ist, dass die beiden Schalter (A, B) so gesteuert
sind, dass bis zum Gleichspannungs-Potenzialausgleich am geschlossenen Schalter (A)
bei zunächst offenem zusätzlichem Schalter (B) der Schutzwiderstand (W) in Reihe zum
Schalter (A) geschaltet ist und erst nach Potentialausgleich der Schutzwiderstand
(W) durch den zusätzlichen Schalter (B) überbrückt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausgleichseinrichtung einschließlich Schutzwiderstand (W) und zusätzlichem Schalter
(B) und der Steuereinrichtung (S) in den Miniaturrelais-Schalter integriert ist.
2. Miniaturrelais-Schalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zusätzliche Schalter (B) von gleicher Technologie wie der Schalter (A) ist, insbesondere
beide Schalter MEMS-Schalter sind.
3. Miniaturrelais-Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schaltfolge der beiden Schalter (A, B) zeitgesteuert ist.
4. Miniaturrelais-Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Schaltkontakt (A) eine Gleichspannungs-Potential-Messvorrichtung zugeordnet ist
und die Schaltfolge der beiden Schalter (A, B) in Abhängigkeit von der gemessenen
Potentialdifferenz am Schalter (A) gesteuert ist.
5. Miniaturrelais-Schalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzwiderstand (W) so groß gewählt ist, dass die maximal zulässige Stromdichte
des Schalters (A) und/oder des Schalters (B) nicht überschritten wird.
1. Miniature relay switch, in particular MEMS switch, having a compensation device for
DC voltage potential compensation at the contacts of the switch, wherein the compensation
device has a protective resistor (W) arranged in series with the switch (A), it being
possible for said protective resistor to be bridged by means of an additional switch
(B), and has a control device (S), which is designed such that the two switches (A,
B) are controlled in such a way that the protective resistor (W) is connected in series
with the switch (A) with the additional switch (B) open prior to the DC voltage potential
compensation at the closed switch (A), and the protective resistor (W) is only bridged
by means of the additional switch (B) after potential compensation,
characterized
in that the compensation device including protective resistor (W) and additional switch (B)
and the control device (S) is integrated in the miniature relay switch.
2. Miniature relay switch according to Claim 1,
characterized
in that the additional switch (B) uses the same technology as the switch (A), in particular
both switches are MEMS switches.
3. Miniature relay switch according to either of the preceding claims,
characterized
in that the switching sequence of the two switches (A, B) is time-controlled.
4. Miniature relay switch according to one of the preceding claims,
characterized
in that a DC voltage potential measuring unit is assigned to the switch contact (A) and the
switching sequence of the two switches (A, B) is controlled on the basis of the measured
potential difference across the switch (A).
5. Miniature relay switch according to one of the preceding claims,
characterized
in that the protective resistor (W) is selected to have a resistance high enough that the
maximum permissible current density of the switch (A) and/or of the switch (B) is
not exceeded.
1. Commutateur à relais miniature, en particulier un commutateur MEMS, comportant un
dispositif de compensation pour compenser le potentiel de tension continue aux contacts
du commutateur, dans lequel le dispositif de compensation présente une résistance
de protection (W) disposée en série par rapport au commutateur (A), qui peut être
pontée grâce à un commutateur supplémentaire (B), et un dispositif de commande (S),
qui est réalisé de telle sorte que les deux commutateurs (A, B) sont commandés de
sorte que la résistance de protection (W) est connectée en série par rapport au commutateur
(A) jusqu'à la compensation du potentiel de tension continue au commutateur fermé
(A) dans le cas du commutateur supplémentaire d'abord ouvert (B) et, seulement après
la compensation de potentiel, la résistance de protection (W) est pontée par le commutateur
supplémentaire (B),
caractérisé en ce que
le dispositif de compensation, y compris la résistance de protection (W) et le commutateur
supplémentaire (B) et le dispositif de commande (S), est intégré dans le commutateur
à relais miniature.
2. Commutateur à relais miniature selon la revendication 1, caractérisé en ce que
le commutateur supplémentaire (B) est de la même technologie que le commutateur (A),
les deux commutateurs étant en particulier des commutateurs MEMS.
3. Commutateur à relais miniature selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que
la séquence de commutation des deux commutateurs (A, B) est contrôlée dans le temps.
4. Commutateur à relais miniature selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
qu'un dispositif de mesure du potentiel de tension continue est associé au contact à
fermeture (A) et la séquence de commutation des deux commutateurs (A, B) est commandée
conformément à la différence de potentiel mesurée au commutateur (A).
5. Commutateur à relais miniature selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que
la résistance de protection (W) est choisie si grande que la densité de courant admissible
maximale du commutateur (A) et/ou du commutateur (B) ne sera pas dépassée.

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