[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Stuhl welcher leicht zerlegbar und wieder zusammensetzbar
ist, ohne dass Befestigungsmittel eingesetzt werden, wobei einfache, unter sich gleichartige,
Steckverbindungen welche an jedem der, den Stuhl bildenden, Elementen vorgesehen sind.
[0002] Aus der
DE 3523658 sind zerlegbare Stühle bekannt welche aus plattenähnlichen Elementen zusammengesetzt
sind welche Schlitze aufweisen in welche Befestigungselemente eingesetzt werden welche
ihrerseits durch gleitende Befestigungselemente in der zusammengebauten Position blockiert
werden. Diese Stühle sind, wegen der Verwendung von Platten, schwer und ästhetisch
plump, ihre Stabilität ist nicht dauerhaft und erfordert das häufige Nachstellen der
gleitenden Befestigungselemente.
[0003] Aus der
FR 2895889 ist ein zerlegbarer Stuhl bekannt welcher eine traditionelle Struktur aufweist welche
aus einem trapezförmigen Grundrahmen besteht auf welchem oberhalb die Sitzfläche montiert
wird während hinten ein Element montiert wird welches die Stuhllehne und die beiden
hinteren Füße bildet, an der Vorderseite hingegen wird am selben Grundrahmen ein Element
montiert welches die Form eines umgekehrten U hat und die beiden Vorderfüße bildet.
Die Steckverbindung zwischen den einzelnen Teilen erfolgt mittels Dübel und wird durch
Schrauben gesichert welche die Teile des Grundrahmens horizontal durchdringen. Für
den Zusammenbau und das Zerlegen dieser Stühle ist ein Schraubendreher oder ein Schraubenschlüssel
erforderlich, weiters sind die einzelnen demontierten Teile des Stuhles sperrig und
platzraubend bei ihrer Verpackung und somit auch bei ihrer Lagerung und beim Transport.
[0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe einen zerlegbaren und wiederholt zusammensetzbaren
Stuhl der eingangs genannten Art zu schaffen welcher frei von Befestigungselementen
ist, eine beachtenswerte Stabilität aufweist, einfach in der Herstellung ist, im zerlegten
Zustand einen minimalen Platzbedarf hat und welcher, ohne Hilfe von Werkzeugen, auch
von einem Jugendlichen zusammensetzbar ist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung einen Stuhl vor welcher aus vier
Arten von Elementen mit unterschiedlicher Form besteht welche über mehrfache Steckverbindungen
in Form von Kreuzüberplattungen, identischer Art und Abmessungen an allen Elementen,
zusammensetzbar sind so dass die Belastung des Stuhles selbst, diesem die nötige Stabilität
verleiht. Insbesondere die identische Ausführung der beachtlichen Anzahl der Steckverbindungen
ermöglicht die Herstellung der einzelnen Teile in großer Serie, während die hohe Anzahl
von Steckverbindungen an jedem der einzelnen Teile eine hohe Stabilität der Struktur
garantiert. Erfindungsgemäß können die Steckverbindungen aus einfachen Kreuzüberplattungen
bestehen oder, eventuell teilweise, von komplexerer Art sein, wobei die Ausfräsungen
Abstufungen aufweisen welche zueinander parallele oder mit Neigung von 45° verlaufende
Kontaktflächen haben.
[0006] Der erfindungsgemäße Stuhl besteht aus zwei identischen Elementen von denen jedes
ein Füßepaar bildet. Das Paar der vertikalen Füße ist an den oberen Enden der Füße
über einem horizontalen Teil verbunden so dass ein Element entsteht welches die Form
eines verkehrten U hat. Das besagte Element besteht aus zwei identischen U-förmigen
Teilen welche z.B. aus einer Sperrholzplatte gefertigt sind, dabei sind diese Teile,
im vertikalen Bereich welcher die Füße bildet, fest durch ein Element verbunden welches
z.B. aus Sperrholz gefertigt ist so dass ein H-förmiger Querschnitt entsteht. Das
besagte Verbindungselement hat eine derartigen Querschnitt, dass die beiden identischen
U-förmigen Teile mit einem Abstand befestigt werden welcher dem Abstand zwischen den
einzelnen Einschnitten der Kreuzüberplattungen am horizontalen Bereich des Elementes
mit dem Paar der vertikalen Füße und an allen übrigen, den Stuhl bildenden, Elementen
entspricht.
[0007] In die äußersten Sitze der Serie von Einschnitten welche oberhalb an den beiden U-förmigen
Elementen mit den vertikalen Füßen vorgesehen sind, werden z.B. jeweils zwei, unter
sich identische, Längselemente pro Seite eingesetzt, welche z.B. aus einer Sperrholzplatte
gefertigt sind und die beiden äußersten Längsbereiche der Sitzfläche des Stuhles bilden.
Diese besagten Elemente weisen an beiden Endbereichen zwei untere Einschnitte für
das Einstecken in die entsprechenden Einschnitte an den mit Füßen ausgestatteten Elementen
und eine Reihe von oberen Einschnitten, für die Aufnahme einer Reihe von Querelementen,
auf welche ebenfalls, jeweils an jedem der Endbereiche, zwei untere Einschnitte aufweisen
um auf die zwei benannten seitlichen Längselementen aufgesteckt werden zu können und
eine Reihe von oberen Einschnitten aufweisen um eine Reihe L-förmiger Elemente aufnehmen
zu können welche, am horizontalen, die Sitzfläche bildenden Teil, untere Einschnitte
aufweisen während der vertikale Teil ohne Einschnitte die Stuhllehne bildet.
[0008] Der Abstand zwischen allen Einschnitten an allen vier Arten der Elemente welche den
Stuhl bilden ist erfindungsgemäß identisch und entspricht insbesondere auch dem Abstand
zwischen den beiden U-förmigen Elementen welche die beiden Paare der Stuhlfüße bilden.
[0009] Die Erfindung schließt nicht aus, dass auch die seitlichen Längselemente mit den
mehrfachen Einschnitten für die Steckverbindung und/oder die Querelemente mit den
mehrfachen Einschnitten für die Steckverbindung und/oder die L-förmigen Elemente welche
die Sitzfläche und die Lehne bilden, unter sich in Gruppen von zwei oder mehreren
Elementen mittels Dübel oder dazwischen vorgesehenen Abstandselementen fest verbunden
sind. Insbesondere im Eckbereich der L-förmigen Elemente welche die Sitzfläche und
die Lehne bilden können Abstandselemente vorgesehen sein welche geeignet sind die
Struktur zu verstärken.
[0010] Insbesondere wegen der relativ tiefen Einschnitte der Steckverbindungen zwischen
den Elementen welche alle zueinander in einem Winkel von 90° ausgerichtet sind, wird
eine beachtenswerte Formstabilität auch unter Belastung erreicht. Erfindungsgemäß
liegen die mehrfachen Steckverbindungen im Montagezustand der einzelnen, den Stuhl
bildenden, Elemente alle in einer einzigen Ebene welche die Ebene der Sitzfläche ist,
wobei eine Gitterstruktur mit identischen Zwischenräumen gebildet wird.
[0011] Erfindungsgemäß können die einsteckbaren Längselemente welche an den beiden Seitenbereichen
der Sitzfläche vorgesehen sind auch aus L-förmigen Elementen bestehen welche die Sitzfläche
und die Lehne bilden, wobei in diesem Fall der horizontale Teil mit unteren Einschnitten
ausgestattet ist um das Aufstecken oben auf den horizontalen Teilen der U-förmigen
Elemente zu ermöglichen und mit oberen Einschnitten versehen sein um die die horizontalen
Querelemente der Sitzfläche aufnehmen zu können.
Erfindungsgemäß können die Querelemente welche die Sitzfläche bilden U-förmig oder
L-förmig sein um mit den vertikalen Bereichen einen Auflagebereich für die Arme des
Benützers zu bilden.
Die Erfindung schließt nicht den Zusammenbau von Schemel ohne Lehne oder von Tischen,
bzw. Tischchen aus, wobei immer das selbe Zusammenbausystem mittels mehrfacher Kreuzplattverbindungen
ohne Befestigungselementen angewandt wird.
[0012] Die Elemente für die Herstellung der erfindungsgemäßen Stühle können aus Holz, aus
Wolzwerkstoffen, aus Kunststoff oder aus Materialien welche durch Recycling von Papier,
Karton, Holz oder Kunststoff gewonnen werden, hergestellt werden.
[0013] Die Erfindung wird anhand eines, in den beigelegten Zeichnungen schematisch dargestellten,
vorzuziehenden Ausführungsbeispieles eines erfindungsgemäßen Stuhles näher erklärt,
dabei erfüllen die Zeichnungen rein erklärenden, nicht begrenzenden, Zweck.
[0014] Die Fig. 1 zeigt in perspektivischer Darstellung einen erfindungsgemäßen zusammensetzbaren
und zerlegbaren Stuhl im zusammengesetzten gebrauchsfertigem Zustand.
[0015] Die Fig. 2 zeigt in Draufsicht den selben in Fig. 1 dargestellten Stuhl.
[0016] Die Fig. 3 zeigt in auseinandergezogener Darstellung die einzelnen Elemente des in
Fig. 1 dargestellten Stuhles.
[0017] Der erfindungsgemäße Stuhl besteht aus vier unterschiedlichen Typologien von Elementen
1, 2, 3, 4 welche untereinander zusammengesteckt sind um die Sitzfläche zu bilden.
Die Stuhlfüße werden von zwei Elementen mit umgekehrter U-Form 1 gebildet, jedes dieser
Elemente umfasst ein Paar von Füßen welche an ihrem oberen Ende durch ein horizontales
Teil verbunden sind welches eine Reihe von oberen unter sich gleich beabstandeten
A Einschnitten 1s aufweist. Diese Elemente mit der Form eines umgekehrten U bestehen
aus zwei identischen U-förmigen Teilen welche im vertikalen Abschnitt der Füße, mittels
einem fest angebrachten Verbindungsteil 1b, verbunden sind so dass zwischen den beiden
U-förmigen Teilen ein Abstand A gesichert wird welcher identisch zum Abstand zwischen
den einzelnen Einschnitten 1s der Steckverbindung ist. Auf diese Weise können die
einzelnen Füße einen H-förmigen oder einen U-förmigen Querschnitt aufweisen und haben
somit eine beachtenswerte Stabilität.
[0018] An den oberen horizontalen Teilen 1a der U-förmigen Elemente 1 werden in die oberen
Einschnitten 1s zwei seitliche Längselement 2 aufgesteckt welche in beiden Endbereichen
entsprechende untere Einschnitte 2i aufweisen. Die selben seitlichen Längselemente
2 weisen eine Reihe von oberen Einschnitten 2s für das Aufstecken der Querelement
3 auf welche an den beiden Endbereichen untere Einschnitte 3i aufweisen, während an
der oberen Seite die selben Elemente obere Einschnitte 3s für das Aufstecken der L-förmigen
Elemente 4 aufweisen welche mit ihren horizontalen Teilen 4a die Sitzfläche des Stuhles
und mit den vertikalen Teilen die Stuhllehne bilden. Der horizontale Teil 4a ist mit
einer Reihe unterer Einschnitte 4i, zwecks Aufstecken in die oberen Einschnitte 3s
der Querelemente 3, ausgestattet.
[0019] Die Erfindung schließt nicht aus, dass zwei oder mehrere Elemente 2, 3, 4 unter sich,
z.B. mittels Leisten oder Dübel, über ihre gesamte Erstreckung oder in spezifischen
Punkten, verbunden sind. Diese gegenseitige feste Verbindung kann z.B. zwecks Verstärkung
des Eckbereiches 4c an den L-förmigen Elementen 4 nützlich sein.
[0020] Die Querelemente 3 welche die Sitzfläche bilden können U-förmig oder L-förmig sein
um so mit den vertikalen Teilen eine Auflage für die Arme zu schaffen.
[0021] Die Stärke der einzelnen, den Stuhl bildenden, Elementen 1, 2, 3, 4 ist identisch
und entspricht der Breite der Einschnitte 1s, 2i, 2s, 3i, 3s, 4i für die Steckverbindungen
welche weiters alle identische Einstecktiefe aufweisen, wobei diese Tiefe der Hälfte
der Breite der einzelnen Elemente entspricht.
[0022] Die Erfindung schließt nicht das Zusammensetzen von Stühlen ohne Rückenlehne aus,
welche somit die Funktion von Schemel, bzw. von Tischchen, haben. Weiters besteht
die Möglichkeit, an Stelle der seitlichen Längselemente 2, L-förmige Elemente 4 aufzustecken,
wodurch eine breitere Rückenlehne gebildet wird.
Die seitlichen Längselemente 2 können auch mit den Querelemente 3 identisch sein.
1. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl, welcher frei von Befestigungsmitteln ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stuhl aus vier unterschiedlichen Typologien von Elementen (1, 2, 3, 4) besteht
welche unter sich, mittels mehrfacher Steckverbindungen von der Art Kreuzüberplattung,
zusammensteckbar sind wobei diese aus einer Reihe von Einschnitten (1s, 2i, 2s, 3i,
3s, 4i) bestehen welche an allen Elementen identisch sind, wobei diese Einschnitte
vertikal zur Ebene der Sitzfläche angeordnet sind und wobei die Steckverbindungen
alle in der, die Sitzfläche des Stuhles bildenden, Ebene enthalten sind.
2. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elemente (1, 2, 3, 4) welche den Stuhl bilden, zwei U-förmige Elemente enthalten
von welchen jedes ein Paar von Füßen bildet welche an ihrem oberen Ende von einem
horizontalen Teil (1a) verbunden sind welcher oberhalb Einschnitte (1s) aufweist,
mindestens zwei seitliche Längselemente (2) enthalten welche an den Endbereichen mit
unteren Einschnitten (2i) und am Zwischenbereich mit oberen Einschnitten (2s) ausgestattet
sind, mehrere Querelemente (3) enthalten welche an den Endbereichen mit unteren Einschnitten
(3i) und im gesamten Zwischenbereich mit oberen Einschnitten (3s) ausgestattet sind
und L-förmige Elemente enthalten welche mit ihrem horizontalen Teil (4a) die Sitzfläche
und mit ihrem vertikalen Teil (4b) die Lehne des Stuhles bilden, wobei der horizontale
Teil (4a) untere Einschnitte (4i) aufweist.
3. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die U-förmigen Elemente (1) aus zwei identischen Teilen bestehen welche an den vertikalen,
die Füße bildenden, Teilen durch ein fest angebrachtes Abstandsteil (1b) derart verbunden
sind, dass die Füße einen H-förmigen oder U-förmigen Querschnitt haben.
4. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr der Elemente (2, 3, 4) welche den Stuhl bilden unter sich durch ein
fest angebrachtes Abstandsteil oder mittels Dübel verbunden sind wobei die besagten
Elemente (2, 3, 4) unter sich in einem Abstand gehalten werden welcher gleich dem
Abstand (A) zwischen allen mehrfachen Einschnitten (1s, 2i, 2s, 3i, 3s, 4i) der Steckverbindungen
ist.
5. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Längselemente (2) mit den Querelementen (3) identisch sind.
6. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass die seitlichen Längselemente (2) alle oder teilweise von L-förmigen Elementen (4)
ersetzt werden können welche in diesem Fall mit Einschnitten (2i, 2s) ausgestattet
sind welche mit jenen identisch sind welche an den seitlichen Längselementen (2) vorgesehen
sind.
7. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass die Querelemente (3) der Sitzfläche U-förmig oder L-förmig sind, wobei die vertikalen
Teile dieser Elemente eine Auflage für die Arme des Benützers bilden.
8. Zusammensetzbarer und zerlegbarer Stuhl gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die L-förmigen Elemente (4) ohne vertikalem Teil (4b) welcher die Lehne bildet sein
können um einen Schemel oder ein Tischchen schaffen zu können welches auf identische
weise wie der Stuhl zusammensetzbar und zerlegbar ist.