[0001] Die Erfindung betrifft ein Blattbildungssieb aus einem mehrlagigen Gewebe wie es
im Prozess der Papierherstellung in der Blattbildungszone einer Nasspartie einer Papiermaschine
zur Entwässerung einer Faserstoffsuspension verwendet wird.
[0002] Ein wesentlicher Prozess innerhalb der Papierherstellung ist die Formierung des Blattes
(=Blattbildung), die durch Entwässerung einer Faserstoffsuspension mittels Filtration
in der Blattbildungszone der Nasspartie einer Papiermaschine unter Verwendung eines
sog. Blattbildungssiebes oder Papiermaschinensiebes erfolgt.
[0003] Unter Faserstoffsuspension ist dabei ein in Wasser suspendiertes Gemisch aus Holz-
oder Zellstofffasern, Füllstoffen und chemischen Hilfsstoffen zu verstehen.
[0004] Um ein möglichst gleichmäßiges Papierblatt herstellen zu können, ist es erforderlich,
den Wasseranteil der Faserstoffsuspension unmittelbar vor der Blattbildung auf etwa
99 % zu erhöhen bzw. einzustellen. Dadurch wird gewährleistet, dass sich die Fasern
gleichmäßig im Wasser verteilen können, was sich vorteilhaft auf die Qualität des
zu bildenden Blattes auswirkt.
[0005] Innerhalb der Blattbildungszone, d.h. während des Blattbildungsprozesses, wird der
Wasseranteil durch den oben erwähnten Filtrationsprozess auf ca. 80 % reduziert. Die
Papierfasern sowie die Füll- und Hilfsstoffe bleiben gleichmäßig verteilt in Form
eines Faservlieses auf dem Papiermaschinensieb zurück.
[0006] Während früher die Entwässerung hauptsächlich durch ein auf eine Langsiebmaschine
aufgebrachtes Papiermaschinensieb erfolgte, kommen heute überwiegend Doppelsiebmaschinen
zum Einsatz, z.B. in Form so genannter Spaltformer (im Englischen "Gap- Former").
Diese Doppelsiebmaschinen zeichnen sich dadurch aus, dass die Faserstoffsuspension
in einen zwischen zwei Papiermaschinensieben gebildeten Spalt gespritzt wird, so dass
die Entwässerung zeitgleich durch beide Siebe erfolgen kann, wodurch der Filtrationsprozess
und damit auch die Produktionsgeschwindigkeit der Papiermaschine erheblich beschleunigt
wird. Heute existieren Papiermaschinen für Papiersorten mit niedrigen Flächengewichten,
die mit Geschwindigkeiten von mehr als 2000 m/min produzieren können.
[0007] Die extremen Anforderungen an das herzustellende Papier und die in der Papiermaschine
vorliegenden Bedingungen erfordern speziell dafür ausgelegte Blattbildungssiebe, die
gleichzeitig eine hohe Faserunterstützung, eine hohe Offenheit und eine hohe mechanische
Stabilität aufweisen. Speziell für den Bereich der grafischen Papiere ist zusätzlich
eine geringe Markierneigung des Gewebes erforderlich, also eine hohe Gleichmäßigkeit
des Blattbildungssiebes.
[0008] In den letzten Jahren haben sich für derartige Einsatzgebiete mehrlagige Papiermaschinensiebe
bewährt, die zwei unterschiedlich ausgebildete Seiten aufweisen, welche an den jeweiligen
Verwendungszweck angepasst sind. Derartige Siebe haben eine Papierseite, die von der
Oberseite eines Obergewebes gebildet ist. Die Papierseite wird im allgemeinen Sprachgebrauch
auch als Sieboberseite bezeichnet und ist für die Bildung des Papierblattes zuständig.
Außerdem verfügen diese Siebe über eine Laufseite, die von der Unterseite eines Untergewebes
gebildet ist. Die Laufseite, welche auch als Siebunterseite bezeichnet werden kann,
kommt mit den Elementen der Papiermaschine in Berührung. Die jeweilige Siebseite hat
eine Maschinenrichtung und eine Querrichtung, wobei unter der Maschinenrichtung (im
Englischen MD für "machine direction") die Laufrichtung der Papierbahn und damit auch
die Laufrichtung des Papiermaschinensiebes verstanden wird, und wobei die Querrichtung
(im Englischen CMD für "cross machine direction"), teilweise auch Quermaschinenrichtung
genannt, die in der Ebene des Papiermaschinensiebes um 90° gedrehte Richtung ist,
d.h. die quer zur Laufrichtung des Papiers und des Siebes angeordnete Richtung.
[0009] Auf Grund des sehr speziellen Aufbaus moderner Papiermaschinensiebe lassen sich in
der Regel weder Papier- und Laufseite, noch Maschinen- und Querrichtung vertauschen,
da ansonsten die Funktionsweise des Siebs nicht oder nicht ausreichend gewährleistet
ist. Zum Beispiel können auf der Laufseite die Maschinenrichtungsfäden (=Längsfäden),
die das Umlaufen des Siebes realisieren, durch deutlich über- bzw. hervorstehende
Querfäden vor Verschleiß geschützt werden. Auf der Papierseite kann z.B. durch das
Vorsehen eines ausgewogenen Verhältnisses von Längs- und Querfäden eine gute Ablagemöglichkeit
für die Papierfasern gewährleistet werden. Hinsichtlich der Faserunterstützung aber
auch in Bezug auf die Markierneigung des Siebes hat sich für das Obergewebe und somit
für die Papierseite die einfachste und gleichzeitig älteste Grundbindung der Textiltechnik,
die so genannte Leinwandbindung, bewährt. Bei dieser Bindung, deren Rapport (= kleinste
sich wiederholende Einheit der Bindung) aus genau zwei Kettfäden (in der Regel werden
von den Kettfäden die Längsfäden/Maschinenrichtungsfäden des Siebs gebildet) und zwei
Schussfäden (in der Regel werden von den Schussfäden die Querfäden des Siebs gebildet)
besteht, werden die Fäden auf besonders innige und gleichmäßige Weise zu einem Gewebe
verbunden. So geeignet die Leinwandbindung für die Bildung eines Papierblattes und
somit für die Papierseite ist, so wenig ist sie in der Regel für die Laufseite geeignet.
Wird ein Papiermaschinensieb mit einer Leinwand-Papierseite ausgestattet, so kann
es daher ratsam sein, eine zweite, die Laufseite des Siebs ausbildende Gewebelage
unterhalb der Leinwandbindung vorzusehen, die dem Sieb ausreichend Stabilität und
Verschleißpotenzial verleiht.
[0010] Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Verbindung der beiden Lagen (d.h.
des die Papierseite bildenden Obergewebes mit dem die Laufseite bildenden Untergewebe)
dar, u.a. deshalb, weil die für die Papierseite günstige Leinwandbindung denkbar ungünstige
Voraussetzungen für eine solche Lagenverbindung aufweist.
[0011] Im Stand der Technik sind unterschiedliche Lösungsansätze für die Verbindung zweier
Sieb-Gewebelagen beschrieben, von denen ein Ansatz die Verwendung zusätzlicher, separater
Bindefäden vorsieht, welche in Längs- oder Querrichtung verlaufen. Gemäß diesem Ansatz
werden zwei fertige, vollständig ausgebildete Gewebelagen über separate, gewebefremde
Bindefäden miteinander verbunden, welche Bindefäden nicht zum Aufbau der jeweiligen
Gewebelagenbindung beitragen/benötigt werden. Die beiden Gewebelagen bestehen aus
Längsfäden und Querfäden, die ausschließlich in der jeweiligen Gewebelage verlaufen
und dadurch das jeweilige Gewebelagenmuster bzw. die jeweilige Gewebelagenbindung
vollständig erzeugen. Diese Vorgehensweise ist z.B. beschrieben in
CA 1 115 177 A1, wo separate Bindeschussfäden eingesetzt werden, welche mit Kettfäden des Obergewebes
und Kettfäden des Untergewebes binden, und
DE 39 28 484 A1, in der separate Kettfäden als Verbindungsfäden verwendet werden. Weitere Beispiele
sind in
DE 42 29 828 A1,
WO 93/00472 und
EP 0 136 284 A2 zu finden. Die separaten Bindefäden werden üblicherweise dünner ausgeführt als die
die jeweilige Gewebelage ausbildenden Fäden (vgl. z.B.
CA 1 115 177 A1), da die Bindefäden zusätzlich zu den gewebebildenden Fäden in die Gewebestruktur
eingetragen werden müssen, wobei besonders in der Leinwandbindung wenig Platz für
solche separaten Bindefäden vorgesehen ist. Anderenfalls würde durch die Bindefäden
die ursprünglich homogene Struktur der Bindung gestört werden, so dass speziell in
der auf der Papierseite vorgesehenen Leinwandbindung Störstellen entstehen würden,
die Markierungen im Papier verursachen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die
dünnen Bindefäden vor allem bei Papiermaschinen, die einen hohen Anteil abrasiver
Füllstoffe verarbeiten oder deren Konstruktion die Siebe stark auf Biegung in Maschinenrichtung
belastet, recht schnell verschleißen und brechen, so dass sich in der Folge die beiden
Gewebelagen zunächst verschieben und später trennen. Selbstverständlich lässt sich
mit einem derartig veränderten Gewebe/Sieb kein qualitativ hochwertiges Papier erzeugen.
[0012] Eine Alternative stellt die Verwendung von mindestens zwei Querfäden dar, die als
sog. funktionales Querfadenpaar zusammenwirken. Einer oder beide der Querfäden eines
funktionalen Paares verlaufen abwechselnd im Ober- und Untergewebe. Die beiden Querfäden
eines funktionalen Paars können dabei einen virtuell ununterbrochenen Querfaden einer
papierseitigen Leinwandbindung ausbilden, d.h. einen oberen Verbundquerfaden. Diejenigen
Fadenabschnitte des funktionalen Paars, die gerade nicht für die Bildung des papierseitigen
virtuell ununterbrochenen Querfadens benötigt werden, verlaufen im Inneren des Gewebes
und können zur Anbindung des Untergewebes an das Obergewebe verwendet werden. Dabei
kann der das Untergewebe anbindende Fadenabschnitt z.B. gleichzeitig das Untergewebe
bzw. dessen Bindung komplettieren. Zwischen zwei funktionalen Querfadenpaaren kann
z.B. ein oberer Querfaden angeordnet sein, der ausschließlich die Leinwandbindung
vervollständigt (d.h. der nur im Obergewebe verläuft), jedoch keine Bindefunktion
hat. Ausführungsbeispiele für diesen Lösungsansatz findet man beispielsweise in
EP 0 097 966 A2,
EP 794 283 A1,
WO 99/06630 A1,
WO 99/06632 A1 und
WO 02/14601 A1. Ein Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass die Bindefäden und die das Obergewebe
ausbildenden Querfäden den gleichen Durchmesser haben können, wodurch die Gleichmäßigkeit
der Papierseite erhöht werden kann. Ferner wird der Materialeinsatz in Grenzen gehalten.
Andererseits wird jedoch die Bindefestigkeit reduziert. Zudem konnte mit diesem Ansatz
ein innerer Verschleiß und eine damit verbundene Lagentrennung nicht ausreichend vermieden
werden. Durch die Umlenkung des Siebes an Walzen und Entwässerungselementen in der
Papiermaschine wird das Sieb in Längsrichtung gebogen. Dabei wird immer eine der beiden
Gewebelagen gestaucht, wohingegen die andere gestreckt wird. Es kommt zu Reibung an
den Innenseiten der beiden Einzellagen und damit zu innerem Verschleiß. Außerdem werden
die quer orientierten Bindefäden geringfügig im Gewebe bewegt, wodurch auch zwischen
diesen und den ausschließlich in einer Lage eingebundenen Fäden Reibung und damit
Verschleiß entsteht.
[0013] Eine weitere Alternative ist die Verbindung der Lagen durch sog. funktionale Längsfadenpaare.
Werden die beiden Gewebelagen von Fäden durchdrungen, die in der hauptsächlichen Biegerichtung
liegen, kommt es zum Ausgleich der Längendifferenzen innerhalb sehr kurzer Abstände.
Die Möglichkeit der inneren Relativbewegung wird auf ein in der Praxis nicht mehr
relevantes Maß reduziert. In diesem Zusammenhang haben die in
DE 100 30 650 C1 und
US 2007/0 157 988 beschriebenen Lösungen in der Praxis gezeigt, dass mit der dort beschriebenen Anbindung
einer Laufseite an eine papierseitige Leinwandbindung mittels funktionaler Längsfadenpaare
keine Lagentrennung mehr auftritt. Auf Grund der langen Flottierung der laufseitigen
Querrichtungsfäden, der Anzahl und Verteilung der sog. Kettwechselstellen und der
Aufteilung von papier- zu laufseitigen Maschinenrichtungsfäden stoßen diese Gewebe
hinsichtlich Markierung im Papier, Wassergehalt im Gewebe und Faserunterstützung an
ihre Grenzen und können kaum für leicht gewichtige, grafische Papiere eingesetzt werden.
[0014] EP 0 069 101, welche ein Blattbildungssich gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 offenbart, und
EP 093 096 zeigen ebenfalls eine Lagenverbindung über funktionale Längsfadenpaare.
[0015] EP 1 767 692 A2 offenbart ein mehrlagiges Gewebe, bei dem eine papierseitige Leinwandbindung an eine
laufseitige 4-Schaft-Bindung angebunden ist. Im Obergewebe sind abwechselnd ein ausschließlich
im Obergewebe verlaufender oberer Längsfaden und ein funktionales Paar von Längsfäden
vorgesehen. Der jeweilige obere Längsfaden verläuft oberhalb von zwei paarweise nebeneinander
angeordneten unteren Längsfäden, die ausschließlich im Untergewebe verlaufen. Das
jeweilige funktionelle Längsfadenpaar bildet zum einen im Obergewebe einen oberen
Verbundlängsfäden aus und bindet zum anderen das Untergewebe links und rechts eines
unteren Längsfadens an, der unterhalb des oberen Verbundlängsfadens angeordnet ist
und ausschließlich im untergewebe verläuft. Das Untergewebe ist vollständig aus unteren
Querfäden und unteren Längsfäden gebildet und wird durch den zwischenzeitlich im Untergewebe
verlaufenden Fadenabschnitt der funktionalen Längsfadenpaare lediglich an das Obergewebe
angebunden (wobei der anbindende Fadenabschnitt als separater, gewebefremder Bindefaden
fungiert). Das Gewebe hat einen Längsfadenrapport von achtzehn Längsfäden, von denen
drei als obere Längsfäden und neun als untere Längsfäden ausgebildet sind, wobei die
verbleibenden sechs Längsfäden drei funktionale Paare ausbilden. Je nach Definition
(siehe unten) ergibt sich ein Längsfadenverhältnis von 2:3 (6:9) oder 1:2 (6:12) (betrachtet
man die paarweise nebeneinander angeordneten unteren Längsfäden als jeweils genau
einen unteren Längsfaden so ergibt sich ein Verhältnis von 1:1 (6:6) oder 2:3 (6:9)).
[0016] Ähnliche geartete Lösungsansätze sind in
WO 2004/085740 A2 und
WO 2004/085741 A1 beschrieben, wobei
WO 2004/085740 A2 ein Gewebe mit einem Längsfadenrapport von 20 Fäden zeigt, die auf vier obere Längsfäden,
vier funktionale Paare und acht untere Längsfäden verteilt sind. Das in
WO 2004/085741 A1 gezeigte Gewebe hat einen Längsfadenrapport von 16 Fäden, die auf vier obere Längsfäden,
vier funktionale Paare und vier untere Längsfäden verteilt sind, so dass sich ein
Längsfadenverhältnis von 2:1 (8:4) oder 1:1 (8:8) ergibt. Bei beiden Geweben wird
das Untergewebe durch Fadenabschnitte der funktionalen Paare lediglich an das Obergewebe
angebunden, d.h. das Untergewebe wird vollständig und abschließend durch untere Längsfäden
und untere Querfäden gebildet.
[0017] In
EP 1 826 316 A2 ist ein Gewebe beschrieben, dessen Längsfadenrapport aus vier oberen Längsfäden,
zwölf unteren Längsfäden und vier funktionalen Paaren besteht (also einem Längsfadenrapport
von 24 Fäden). Die Oberketten und die funktionalen Paare bilden eine papierseitige
Leinwand aus, die mit Hilfe der funktionalen Paare an eine komplette/vollständige
Unterseite angebunden ist. Für eine Herstellung des Gewebes werden zumindest drei
unterschiedliche Kettsysteme benötigt. Die oberen Längsfäden und die funktionalen
Paare sind alternierend angeordnet, was zu einer Überlagerung des papierseitigen Bindungsmusters
mit den beiden unterschiedlichen Oberkettsystemen führt.
[0018] EP 1 527 229 B1 und
EP 1 220 964 B1 offenbaren jeweils einen aus drei Kettfäden zusammengesetzten Drillingskettfaden,
dessen Kettfäden jeweils im Obergewebe und im Untergewebe verlaufen.
[0019] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Blattbildungssieb aus einem mehrlagigen
Gewebe bereitzustellen, das einfach herzustellen ist und den eingangs beschriebenen
Anforderungen gerecht wird, d.h. z.B. eine hohe Faserunterstützung, eine hohe mechanische
Stabilität, eine geringe Markierneigung und eine stabile Lagenverbindung aufweist.
[0020] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung ein Blattbildungssieb gemäß Anspruch
1 bereit. Weitere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Siebs sind in den abhängigen
Ansprüchen beschrieben.
[0021] Erfindungsgemäß ist das Blattbildungssieb aus einem mehrlagigen Gewebe gebildet,
das einen Längsfadenrapport von sechzehn Längsfäden hat, von denen vier Längsfäden
als obere Längsfäden und acht Längsfäden als untere Längsfäden ausgebildet sind. Die
verbleibenden vier Längsfäden bilden zwei funktionale Längsfadenpaare aus jeweils
zwei nebeneinander angeordneten Längsfäden aus.
[0022] Gemäß einer ersten Ausgestaltung der Erfindung verläuft jeder der vier Längsfäden,
welche die zwei funktionalen Längsfadenpaare ausbilden, sowohl in der oberen Gewebelage
als auch in der unteren Gewebelage, wodurch die obere Gewebelage sicher mit der unteren
Gewebelage verbunden wird.
[0023] Gemäß der ersten Ausgestaltung der Erfindung bilden die oberen Längsfäden zusammen
mit in der oberen Gewebelage verlaufenden Querfäden teilweise die Bindung der oberen
Gewebelage aus (dies ist z.B. die papierseitige Bindung), die acht unteren Längsfäden
bilden zusammen mit in der unteren Gewebelage verlaufenden Querfäden teilweise die
Bindung der unteren Gewebelage aus (dies ist z.B. die laufseitige Bindung), und die
von den verbleibenden vier Längsfäden gebildeten zwei funktionalen Längsfadenpaare
vervollständigen sowohl die Bindung der oberen Gewebelage als auch die Bindung der
unteren Gewebelage. Die Längsfäden der beiden funktionalen Paare bilden dabei zwei
obere Verbundlängsfäden und zwei untere Verbundlängsfäden aus, welche sich in das
jeweilige Bindungsmuster einfügen.
[0024] Gemäß einer zweiten Ausgestaltung der Erfindung verläuft zumindest einer der vier
Längsfaden, welche die beiden funktionalen Längsfadenpaare ausbilden, sowohl in der
oberen Gewebelage als auch in der unteren Gewebelage, wodurch die obere Gewebelage
mit der unteren Gewebelage verbunden wird. Diejenigen Längsfäden der beiden Längsfadenpaare,
die nicht in beiden Gewebelagen verlaufen, verlaufen abwechselnd in der oberen Lage
und zwischen den beiden Lagen, d.h. abwechselnd in der oberen Lage und im Gewebeinneren.
Bevorzugt verlaufen auch in der zweiten Ausgestaltung der Erfindung alle vier Längsfäden,
welche die zwei funktionalen Längsfadenpaare ausbilden, sowohl in der oberen Gewebelage
als auch in der unteren Gewebelage, so dass eine zuverlässige Verbindung der Gewebelagen
gewährleistet ist.
[0025] Gemäß der zweiten Ausgestaltung der Erfindung bilden die oberen Längsfäden zusammen
mit in der oberen Gewebelage verlaufenden Querfäden teilweise die Bindung der oberen
Gewebelage aus (dies ist z.B. die papierseitige Bindung), und die acht unteren Längsfäden
bilden zusammen mit in der unteren Gewebelage verlaufenden Querfäden bereits vollständig
die Bindung der unteren Gewebelage aus (dies ist z.B. die laufseitige Bindung). Die
beiden Längsfäden eines jeden Längsfadenpaares vervollständigen im Wechsel die Bindung
der oberen Gewebelage. Die Längsfäden der beiden funktionalen Paare bilden also zwei
obere Verbündlängsfäden aus, welche die Bindung der oberen Gewebelage vervollständigen.
Ferner bindet der zumindest eine Längsfaden, der sowohl in der unteren als auch in
der oberen Gewebelage verläuft, die durch die unteren Längsfäden vollständig ausgebildete
untere Gewebelage als separater Bindefaden fungierend an die obere Gewebelage an.
Verlaufen beide Längsfäden eines funktionalen Paares sowohl in der oberen als auch
in der unteren Gewebelage, so vervollständigen die beiden Längsfäden eines Längsfadenpaares
im Wechsel die erste Bindung und binden zudem im Wechsel die durch die unteren Längsfäden
vollständig ausgebildete untere Gewebelage an die obere Gewebelage an. D.h., in letzterem
Fall binden diejenigen Fadenabschnitte eines funktionalen Paares, die gerade nicht
zur Bildung des oberen Verbundlängsfadens verwendet werden, zumindest einen im Untergewebe
verlaufenden Querfaden als separater Bindefaden fungierend ein, um dadurch die untere
Gewebelage mit der oberen Gewebelage zu verbinden. Dies hat den Vorteil einer erhöhten
Anzahl von Bindepunkten und somit einer stärkeren Lagenverbindung. Zudem haben die
beiden Fäden eines funktionalen Paares in letzterem Fall die gleiche Fadenlänge, was
zu einer gleichmäßigen Einwebung führt.
[0026] Erfindungsgemäß erfolgt die Verbindung der oberen Lage mit der unteren Lage also
(zumindest teilweise) über funktionale Längsfadenpaare, was die eingangs beschriebenen
Vorteile gegenüber einer Lagenverbindung mittels separater Verbindungsfäden oder mittels
funktionaler Querfadenpaare mit sich bringt. Jedoch sollen von der Erfindung z.B.
auch solche Siebe umfasst sein, bei denen zusätzlich zu den funktionalen Längsfadenpaaren
z.B. separate Verbindungsfäden vorgesehen sind.
[0027] Dadurch, dass das Gewebe einen Längsfadenrapport von 16 Längsfäden aufweist, sowie
aufgrund der beanspruchten Verteilung der sechzehn Längsfäden auf vier obere Längsfäden,
acht untere Längsfäden und zwei funktionale Paare, lässt sich das erfindungsgemäße
Blattbildungssieb mit einer Webmaschine herstellen, die mit einem Schaftpaket aus
sechzehn Schäften und mit zwei Kettbäumen bestückt ist (wenn die Längsfäden durch
Kettfäden gebildet werden). Dabei lassen sich die sechzehn Längsfäden in zwei Kettbaum-Einheiten
von je acht Fäden aufteilen, wobei die erste Einheit die acht unteren Längsfäden des
jeweiligen Rapports umfasst, und wobei die zweite Einheit die restlichen acht Längsfäden
des jeweiligen Rapports umfasst. Eine mit sechzehn Schäften und zwei Kettbäumen ausgerüstete
Webmaschine wird für die Herstellung einer Vielzahl anderer Gewebe / Siebe benötigt,
so dass sich das erfindungsgemäße Sieb problemlos mit einer bestehenden Webmaschine
herstellen lässt. D.h., zur Fertigung des erfindungsgemäßen Siebes ist es nicht erforderlich,
eine separate Webmaschine abzustellen oder eine bestehende Webmaschine umzurüsten
(z.B. durch Hinzufügung oder Wegnahme von Schäften). Vielmehr kann das erfindungsgemäße
Sieb in den Produktionspausen eines anderen 16-Schaft-Siebes ohne vorherige Umrüstung
der Maschine gefertigt werden.
[0028] Aus der beanspruchten Verteilung/Zuordnung der sechzehn Längsfäden ergibt sich ein
Verhältnis von oberen Längsfäden zu unteren Längsfäden von 4:8 oder 1:2. Für die erste
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Siebes können jeweils zwei der vier Längsfäden
der beiden funktionalen Paare der unteren bzw. der oberen Gewebelage zugerechnet werden,
da diese vier Längsfäden in beiden Lagen zur Gewebebildung beitragen und jeweils zwei
Verbundlängsfäden ausbilden, so dass sich insgesamt ein Längsfadenverhältnis von 6:10
oder 3:5 ergibt. Werden in der der zweiten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Siebs
bei der Berechnung des Längsfadenverhältnisses lediglich die zwei oberen Verbundlängsfäden
berücksichtigt, so ergibt sich ein Längsfadenverhältnis von 6:8 oder 3:4. Werden die
vier Längsfäden gleichmäßig auf Obergewebe und Untergewebe verteilt (obwohl der mindestens
eine Längsfaden in der unteren Gewebelage lediglich als separater Bindefaden fungiert),
so erhält man wie für die erste Ausgestaltung ein Verhältnis von 6:10 oder 3:5. Das
beschriebene Längsfadenverhältnis von 3:5 oder 3:4 und die damit einhergehende reduzierte
Längsfadenanzahl in der oberen Gewebelage, von der i.d.R. die Papierseite gebildet
wird, begünstigt die Bildung von papierseitigen Quermaschen, deren Erstreckung in
Siebquerrichtung größer ist als in Sieblängsrichtung. Solche Quermaschen ermöglichen
eine hohe Faserunterstützung, da die Papierfasern durch die Arbeit der Papiermaschine
und die Strömüngsverhältnisse im Stoffauflauf derselben vorwiegend in Maschinenrichtung
ausgerichtet werden. D.h., bei gleich bleibender Gesamtfadenzahl hat die Sieboberfläche
bei vergleichbarer Durchlässigkeit und vergleichbarem Design ein höheres Faserunterstützungsvermögen.
Eine mehr quer orientierte Papierseite des Siebes bietet somit eine bessere Faserunterstützung.
Die vergleichsweise große Anzahl an unteren Längsfäden gleicht eine mit der Bildung
der Quermaschen einhergehende papierseitige Festigkeitsreduzierung und Siebdehnungserhöhung
in Maschinenrichtung aus, d.h. die durch eine Reduzierung der papierseitigen Längsfäden
verursachte Reduzierung der Festigkeit und Erhöhung der Dehnung des Siebes in der
kritischen Maschinenrichtung, kann durch eine höhere Anzahl laufseitiger Längsfäden
kompensiert werden.
[0029] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind in dem Gewebe zwischen zwei funktionalen
Längsfadenpaaren immer genau zwei obere Längsfäden und/oder genau vier untere Längsfäden
angeordnet, wodurch sich eine besonders gleichmäßige Papierseite bzw. Laufseite darstellen
lässt.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung haben die oberen Längsfäden und
die Längsfäden der funktionalen Paare im Wesentlichen denselben Durchmesser. Werden
die Längsfäden von Kettfäden gebildet, so können die oberen Längsfäden und die Längsfäden
der funktionalen Paare daher auf einen gemeinsamen Kettbaum aufgewickelt sein. Der
Durchmesser der unteren Längsfäden kann z.B. gleich dem Durchmesser der oberen Längsfäden
und der Längsfäden der funktionalen Paare sein (insbesondere in der ersten Ausgestaltung
der Erfindung). Alternativ kann der Durchmesser der unteren Längsfäden größer sein
als der Durchmesser der oberen Längsfäden und der Längsfäden der funktionalen Paare
(insbesondere in der zweiten Ausgestaltung der Erfindung).
[0031] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind sämtliche im Obergewebe verlaufende
Querfäden als obere Querfäden ausgebildet, welche ausschließlich im Obergewebe angeordnet
sind, und/oder sämtliche im Untergewebe verlaufende Querfäden sind als untere Querfäden
ausgebildet, welche ausschließlich im Untergewebe angeordnet sind.
[0032] Die in der unteren Gewebelage verlaufenden Querfäden können z.B. einen größeren Durchmesser
haben als die in der oberen Gewebelage verlaufenden Querfäden.
[0033] Das Verhältnis von im Obergewebe verlaufenden Querfäden zu im Untergewebe verlaufenden
Querfäden kann z.B. größer als 1 sein, z.B. mindestens oder genau 2:1 oder z.B. mindestens
oder genau 3:2. Die größere Anzahl von im Obergewebe verlaufenden Querfäden begünstigt
die Ausbildung der oben beschriebenen, papierseitigen Quermaschen. Die Erfindung ist
jedoch nicht auf eine bestimmte Anzahl von im Untergewebe und Obergewebe verlaufenden
Querfäden eingeschränkt.
[0034] Die erste Bindung (=Bindung der oberen Gewebelage) kann z.B. eine Leinwandbindung
sein, und die zweite Bindung (=Bindung der unteren Gewebelage) kann z.B. eine 5-Schaft-Bindung
(insbesondere in der ersten Ausgestaltung/Alternative der Erfindung; dabei bilden
die vier Längsfäden der beiden funktionalen Paare zwei untere Verbundlängsfäden aus,
die für die Benennung/Beurteilung der zweiten Bindung als zwei untere Längsfäden betrachtet
werden) oder eine 4-Schaft-Bindung (insbesondere in der zweiten Ausgestaltung/Alternative
der Erfindung) sein (4-Schaft-Bindung oder 5-Schaft-Bindung bedeutet dabei, dass sich
die Bindung mit 4 bzw. 5 Schäften herstellen lässt; mit anderen Worten hat der Rapport
einer solchen Bindung 4 bzw. 5 Kettfäden bzw. Längsfäden). Die Erfindung ist jedoch
nicht auf eine bestimmte Bindung des Obergewebes oder eine bestimmte Bindung des Untergewebes
beschränkt. Z.B. können Obergewebe und Untergewebe auch die gleiche Bindung aufweisen,
z.B. eine Leinwandbindung.
[0035] Weitere Variationen des erfindungsgemäßen Siebs ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen.
[0036] Im Folgenden werden einige in dieser Anmeldung verwendete Begriffe definiert:
[0037] Als Längsfäden werden Fäden des Siebes/Gewebes bezeichnet, die in Laufrichtung der
Papiermaschine angeordnet sind. Beim flach gewebten Sieb sind die Längsfäden durch
die Kettfäden des Webstuhls gebildet. Rundgewebe hingegen realisieren mit den Schüssen
die Längsfäden.
[0038] Als Querfäden werden Fäden des Siebes/Gewebes bezeichnet, die quer zur Laufrichtung
der Papiermaschine angeordnet sind. Beim flach gewebten Sieb sind die Querfäden durch
die Schüsse gebildet. Rundgewebe hingegen realisieren mit den Ketten des Webstuhls
die Querfäden.
[0039] Als Gewebelage wird ein einlagiges Gewebe verstanden, bestehend aus Querfäden und
Längsfaden (bzw. Ketten und Schüssen).
[0040] Das Obergewebe oder die obere Gewebelage ist eine in der Regel besonders fein ausgebildete
Gewebelage, von der i.d.R. die Papierseite (= nach außen gewandte, obere Seite des
Obergewebes) des Siebs gebildet wird, auf der die Papierfaserschicht gebildet wird.
Das Obergewebe befindet sich auf der "logischen Oberseite", des Siebes.
[0041] Das Untergewebe oder die untere Gewebelage ist eine i.d.R. besonders robust ausgebildete
Gewebelage, von der i.d.R. die Laufseite (= nach außen gewandte, untere Seite des
Untergewebes) des Siebs gebildet wird, die in direkten Kontakt tritt mit den Verschleiß
erzeugenden Antriebs- und Entwässerungselementen der Papiermaschine.
[0042] Obere Längsfäden sind solche Fäden, die sich ausschließlich im Obergewebe befinden
und dort mit im Obergewebe verlaufenden Querfäden verwoben sind. Obere Längsfäden
verlassen nie das Obergewebe, d.h. sie wechseln nicht in das Untergewebe.
[0043] Obere Querfäden sind solche Fäden, die sich ausschließlich im Obergewebe befinden
und dort mit den oberen Längsfäden (sowie den Längsfäden der funktionalen Paare) verwoben
sind. Obere Querfäden verlassen nie das Obergewebe, d.h. sie wechseln nicht in das
Untergewebe.
[0044] Untere Längsfäden sind solche Fäden, die sich ausschließlich im Untergewebe befinden
und dort mit im Untergewebe verlaufenden Querfäden verwoben sind. Untere Längsfäden
verlassen nie das Untergewebe, d.h. sie wechseln nicht in das Obergewebe.
[0045] Untere Querfäden sind solche Fäden, die sich ausschließlich im Untergewebe befinden
und dort mit den unteren Längsfäden (in der ersten Ausgestaltung der Erfindung zudem
mit den Längsfäden der funktionalen Paare) verwoben sind. Untere Querfäden verlassen
nie das Untergewebe, d.h. sie wechseln nicht in das Obergewebe.
[0046] Ein funktionales Längsfadenpaar besteht aus zwei direkt nebeneinander liegenden Längsfäden,
deren Position im Sieb/Gewebe nicht auf eine Gewebelage beschränkt ist, d.h. die Längsfäden
eines funktionalen Paars verlaufen nicht ausschließlich in einer Gewebelage. In der
Regel verlaufen beide Längsfäden eines funktionalen Längsfadenpaares sowohl im Untergewebe
als auch im Obergewebe, d.h. die Längsfäden eines Längsfadenpaares wechseln zwischen
oberer und unterer Gewebelage (in der ersten Ausgestaltung der Erfindung sowie in
einer Alternative der zweiten Ausgestaltung der Erfindung). Einer oder beide Längsfäden
eines funktionalen Paares können jedoch auch zwischen einer der beiden Lagen und dem
Gewebeinnenraum wechseln (gemäß einer zweiten Alternative der zweiten Ausgestaltung).
Gemäß der ersten Ausgestaltung der Erfindung erfüllen die beiden Fäden eines funktionalen
Paares gemeinsam sowohl die Aufgabe eines oberen Längsfadens (z.B. einer Oberkette)
als auch die eines unteren Längsfadens (z.B. einer Unterkette) und verbinden durch
ihren Verlauf zusätzlich die unterschiedlichen Gewebelagen. Ein derart gebildeter
oberer Längsfaden und ein derart gebildeter unterer Längsfaden können auch als "oberer
bzw. unterer Verbundlängsfäden" bezeichnet werden. Gemäß der zweiten Ausgestaltung
der Erfindung erfüllen die beiden Fäden eines funktionalen Paares gemeinsam die Aufgabe
eines oberen gewebeeigenen Längsfadens ("oberer Verbundlängsfaden") und ggf. die eines
unteren gewebefremden Bindefadens.
[0047] Ein Längsfadenrapport ist die kleinste sich wiederholende Einheit von Längsfäden
in dem Gewebe. Werden die Längsfäden durch Kettfäden gebildet, so entspricht die Fadenanzahl
des Längsfadenrapports der Anzahl von Schäften, die benötigt wird, um das Gewebe zu
fertigen.
[0048] Im Folgenden wird die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen schematisch dargestellten, vollständigen Rapport eines Gewebes gemäß
der vorliegenden Erfindung in perspektivischer Ansicht, wobei die obere Gewebelage
mit (A) und die untere Gewebelage mit (B) bezeichnet ist,
Fig. 2 in vereinfachter Darstellung die Aufteilung der sechzehn Längsfäden auf die
beiden Gewebelagen, wobei die Querfäden weggelassen sind,
Fig. 3 eine Stirnansicht des Gewebes aus Fig. 1 (zu sehen sind die Querschnittfläche
der Längsfäden sowie der Querfadenverlauf),
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht des Gewebes aus Fig. 1, in der das Verhältnis
der Längsfäden (bzw. der Kettfäden) von 6 zu 10 sowie der prinzipielle Verlauf der
papierseitigen und laufseitigen Querfäden der Bindung aus Fig. 1 erkennbar ist,
Fig. 5 eine schematische Draufsicht auf die Papierseite des Gewebes aus Fig. 1, wobei
die darunter befindliche Laufseite weggelassen ist,
Fig. 5a das Bindungsbild des Obergewebes, wobei die Einbindungsstellen, an denen ein
oberer Querfaden von einem oberen Längsfaden oder einem oberen Verbundlängsfaden eingebunden
wird, mit einem "x" markiert sind,
Fig. 6 eine schematische Draufsicht auf die untere Gewebelage des Gewebes aus Fig.
1 (ohne darüber befindliche Papierseite),
Fig. 6a das Bindungsbild des Untergewebes, wobei die Einbindungsstellen, an denen
ein unterer Querfaden von einem unteren Längsfaden oder einem unteren Verbundlängsfaden
eingebunden wird, mit einem "x" markiert sind,
Fig. 7 eine schematische Draufsicht auf das gesamte Gewebe aus Fig. 1, d.h. eine Ansicht
von oben auf sowohl die Papierseite (Obergewebe) als auch die darunter befindliche
Laufseite (Untergewebe), einschließlich der Wechselstellen der funktionalen Paare,
Fig. 8 eine schematische Ansicht betreffend die Einreihung der sechzehn Kettfäden
eines Rapports in die sechzehn Schäfte einer Webmaschine zur Realisierung des Gewebes
aus den Figuren 1 bis 7,
Fig. 9 eine schematische Draufsicht auf die obere Gewebelage eines mehrlagigen Gewebes
gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung, wobei die untere Gewebelage weggelassen
ist,
Fig. 9a das Bindungsbild des Obergewebes, wobei die Einbindungsstellen, an denen ein
oberer Querfaden von einem oberen Längsfaden oder einem oberen Verbundlängsfaden eingebunden
wird, mit einem "x" markiert sind,
Fig. 10 eine schematische Draufsicht auf die untere Gewebelage des mehrlagigen Gewebes
gemäß der zweiten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 10a das Bindungsbild des Untergewebes, wobei die Einbindungsstellen, an denen
ein unterer Querfaden von einem unteren Längsfaden eingebunden wird, mit einem "x"
markiert sind, und wobei die Anbindungsstellen, an denen das Untergewebe mittels eines
Längsfadens eines funktionalen Längsfadenpaares an das Obergewebe angebunden wird,
mit einem "-" markiert sind, und
Fig. 11 eine schematische Stirnansicht des Gewebes gemäß der zweiten Ausführungsform
der Erfindung.
[0049] Die
Figuren 1 bis 7 zeigen ein Gewebe gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung. Das Gewebe ist
ein mehrlagiges Gewebe und kann z.B. als Sieb verwendet werden, z.B. als ein Blattbildungssieb
wie es im Prozess der Papierherstellung benötigt wird. Die obere Gewebelage ist mit
dem Bezugszeichen (A) gekennzeichnet, wohingegen die untere Gewebelage mit dem Bezugszeichen
(B) gekennzeichnet ist. Die obere Lage kann z.B. die Papierseite eines Siebs bilden,
und die untere Lage kann z.B. die Laufseite des Siebs bilden.
[0050] In den
Figuren 1 bis 7 ist genau ein Rapport des Gewebes dargestellt, d.h. die kleinste sich wiederholende
Einheit des gesamten Gewebes. Wie aus den Figuren 1 bis 7 ersichtlich ist, weist der
Rapport des Gewebes gemäß dieser Ausführungsform genau sechzehn Längsfäden (=Maschinenrichtungsfäden)
(vgl. z.B. Figuren 2 bis 4) und genau dreißig Querfäden (=Maschinenquerrichtungsfäden)
(vgl. z.B. Figuren 5 bis 7) auf. Die Längsfäden können z.B. durch Kettfäden gebildet
sein, und die Querfäden können z.B. durch Schussfäden gebildet sein. Das gezeigte
Gewebe kann somit mit einer Anzahl von sechzehn Schäften (entsprechend des Längsfadenrapports
von 16 Fäden) hergestellt werden (vgl. Figur 8).
[0051] Die sechzehn Längsfäden sind wie folgt auf die untere Gewebelage und die obere Gewebelage
aufgeteilt. Die vier Längsfäden 11, 12, 13 und 14 verlaufen ausschließlich in der
oberen Gewebelage (siehe z.B. Fig. 5) und werden daher im Folgenden als obere Längsfäden
bezeichnet. Die acht Längsfäden 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37 und 38 hingegen verlaufen
ausschließlich in der unteren Gewebelage (siehe z.B. Fig. 6) und werden daher im Folgenden
als untere Längsfäden bezeichnet.
[0052] Die verbleibenden vier Längsfäden 21, 22, 23 und 24 des Geweberapports sind als zwei
sog. funktionale Paare ausgebildet. Die beiden unmittelbar nebeneinander angeordneten
Längsfäden 21 und 22 bilden ein erstes funktionales Paar, und die beiden unmittelbar
nebeneinander angeordneten Längsfäden 23 und 24 bilden ein zweites funktionales Paar.
Die vier Längsfäden 21, 22, 23 und 24, welche die beiden funktionalen Paare ausbilden,
verlaufen jeweils sowohl in der unteren Gewebelage als auch in der oberen Gewebelage,
d.h. diese vier Längsfäden 21, 22, 23 und 24 wechseln zwischen oberer und unterer
Gewebelage.
[0053] Wie z.B. aus
Figur 5 ersichtlich ist, befindet sich dabei stets genau einer der beiden Längsfäden eines
funktionalen Paares auf der Papierseite. D.h., wenn sich ein erster der beiden Längsfäden
eines Paares auf der Papierseite befindet, befindet sich der andere der beiden Längsfaden
des funktionalen Paares im Innern des Gewebes oder auf der Laufseite. Sobald der eine
Längsfaden des Paares die Papierseite verlässt, d.h. ins Innere des Gewebes bzw. auf
die Laufseite wechselt, tritt der andere Längsfaden an dessen Stelle und verläuft
auf der Papierseite. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel verläuft jeder Längsfaden
eines funktionalen Paares über eine Strecke von neun oberen Querfäden auf der Papierseite,
bevor er diese verlässt. So verläuft der Längsfaden 22 abwechselnd über und unter
die neun Querfäden 104-112, und der Längsfaden 21 verläuft abwechselnd über und unter
die Querfäden 114-120 (des gezeigten Rapports) und 101, 102 (des angrenzenden Rapports).
Die beiden funktionalen Paare 21, 22 und 23, 24 bilden somit zwei "obere Verbundlängsfäden"
aus. Die obere Gewebelage hat somit je Rapport vier obere Längsfäden und zwei obere
Verbundlängsfäden (siehe Fig. 5). Gemäß dieser Ausführungsform sind zwischen den beiden
funktionalen Paaren 21, 22 und 23, 24 bzw. zwischen den zwei Verbundlängsfäden genau
zwei obere Längsfäden 12, 13 angeordnet. Wie ferner aus Figur 5 ersichtlich ist, findet
der Wechsel zwischen den Längsfäden eines Längsfadenpaares unterhalb eines oberen
Querfadens statt (und oberhalb der unteren Querfäden, wie in Figur 6 zu sehen ist,
also zwischen unterer und oberer Lage bzw. im Innern des Gewebes). Die daraus resultierenden
sog. Wechselstellen sind in den Figuren 5 und 6 mit A1, A2, B1 und B2 bezeichnet.
Gemäß der gezeigten Ausführungsform sind die Wechselstellen des einen funktionellen
Paars gegenüber den Wechselstellen des anderen funktionellen Paars um drei obere Querfäden
versetzt angeordnet.
[0054] Figur 5a zeigt das Bindungsbild des Obergewebes, wobei gut zu erkennen ist, wie die beiden
Längsfäden 21, 22 gemeinsam einen oberen Verbundlängsfaden ausbilden, der sich in
das Bindungsmuster der Papierseite einfügt, d.h. der obere Verbundlängsfaden 21, 22
ersetzt einen oberen Längsfaden, der ansonsten zur Ausbildung der papierseitigen Leinwandbindung
benötigt werden würde. Das gleiche gilt für die Längsfäden 23, 24.
[0055] Wie z.B. aus
Figur 6 ersichtlich ist, befindet sich gemäß dieser Ausführungsform zudem stets genau einer
der beiden Längsfäden eines funktionalen Paares auf der Laufseite. D.h., wenn sich
ein erster der beiden Längsfäden eines Paares auf der Laufseite befindet, befindet
sich der andere der beiden Längsfaden auf der Papierseite. Sobald der eine Längsfaden
des Paares die Laufseite verlässt, tritt der andere Längsfaden an dessen Stelle und
verläuft auf der Laufseite. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel verläuft jeder Längsfaden
eines funktionalen Paares über eine Strecke von fünf unteren Querfäden auf der Laufseite,
bevor er diese verlässt. Die beiden funktionalen Paare 21, 22 und 23, 24 bilden somit
gleichzeitig zwei "obere Verbundlängsfäden" und zwei "untere Verbundlängsfäden" aus.
Die untere Gewebelage hat somit je Rapport acht untere Längsfäden und zwei untere
Verbundlängsfäden (siehe Fig. 6). Gemäß dieser Ausführungsform sind zwischen den beiden
funktionalen Paaren 21, 22 und 23, 24 bzw. zwischen den zwei Verbundlängsfäden genau
vier untere Längsfäden 33, 34, 35, 36 angeordnet.
[0056] Von den dreißig Querfäden sind zwanzig Querfäden 101 bis 120 der oberen Gewebelage
bzw. der Papierseite und zehn Querfäden 201 bis 210 der unteren Gewebelage bzw. der
Laufseite zugeordnet. Die zwanzig Querfäden 101 bis 120 der oberen Lage haben einen
kleineren Durchmesser als die zehn Querfäden 201 bis 210 der unteren Lage. Die zwanzig
Querfäden 101 bis 120 verlaufen ausschließlich in der oberen Gewebelage, und die zehn
Querfäden 201 bis 210 verlaufen ausschließlich in der unteren Gewebelage. D.h., keiner
der Querfäden 101 bis 120 wechselt auf die Laufseite, und keiner der Querfäden 201
bis 210 wechselt auf die Papierseite. Im Folgenden werden die Querfäden 101 bis 120
daher als obere Querfäden und die Querfäden 201 bis 210 als untere Querfäden bezeichnet.
Es sei angemerkt, dass die Erfindung jedoch weder auf die gezeigte Anzahl von oberen
und unteren Querfäden noch auf das gezeigte Verhältnis von oberen Querfäden zu unteren
Querfäden (hier 2:1) beschränkt ist. Auch kann der Durchmesser der oberen Querfäden
z.B. gleich oder größer dem Durchmesser der unteren Querfäden sein.
[0057] Wie in
Figur 5 gezeigt ist, bilden die vier oberen Längsfäden 11-14 und die von den zwei funktionalen
Paaren 21, 22 und 23, 24 gebildeten zwei oberen Verbundlängsfäden zusammen mit den
zwanzig oberen Querfäden 101-120 auf der Papierseite bzw. in der oberen Gewebelage
eine Leinwandbindung aus. So verläuft der obere Längsfaden 11 abwechselnd über einen
und unter einen der oberen Querfäden 101-120 (Abfolge/Sequenz = 1*mal drüber, 1*mal
drunter). Gleiches gilt für den oberen Verbundlängsfaden 21, 22, wobei dessen Verlauf
über und unter die oberen Querfäden gegenüber dem Verlauf des oberen Längsfadens 11
um einen oberen Querfaden versetzt ist. D.h., während der obere Längsfaden 11 über
den oberen Querfaden 101 und unter den oberen Querfaden 102 verläuft, verläuft der
obere Verbundlängsfaden 21, 22 unterhalb des oberen Querfadens 101 und oberhalb des
oberen Querfadens 102. Der obere Längsfaden 12 und der obere Verbundlängsfaden 23,
24 haben den gleichen Verlauf wie der obere Längsfaden 11, und der Verlauf der oberen
Längsfäden 13 und 14 bzgl. der oberen Querfäden 101-120 entspricht dem des oberen
Verbundlängsfadens 21, 22. Mit anderen Worten bindet jeder der oberen Längsfäden und
oberen Verbundlängsfäden jeden zweiten oberen Querfaden in das Gewebe ein. Es wird
angemerkt, dass die Erfindung jedoch nicht auf eine papierseitige Leinwandbindung
beschränkt ist, wenngleich sich diese durchaus als geeignet erwiesen hat. An der mit
dem Bezugszeichen A1 gekennzeichneten Stelle taucht der Faden 21 in das Innere des
Gewebes ein und wechselt zu der unteren Lage. Dafür wechselt der Faden 22 an der mit
A1 gekennzeichneten Stelle auf die Papierseite und "ersetzt" dort den Faden 21. An
der mit dem Bezugszeichen A2 gekennzeichneten Stelle taucht dann der Faden 22 wieder
in das Innere des Gewebes ein und wechselt zu der unteren Lage. Dafür wechselt der
Faden 21 an der mit A2 gekennzeichneten Stelle wieder auf die Papierseite und "ersetzt"
dort den Faden 22.
[0058] Wie aus
Figur 6 ersichtlich, bilden die acht unteren Längsfäden 31-38 und die von den zwei funktionalen
Paaren 21, 22 und 23, 24 gebildeten zwei unteren Verbundlängsfäden zusammen mit den
zehn unteren Querfäden 201-210 auf der Laufseite bzw. in dem unteren Gewebe eine 5-Schaft-Bindung
aus. Die gezeigte Ausführung/Ausbildung der Laufseite ist jedoch nur eines von mehreren
möglichen Ausführungsbeispielen, d.h. es können auch andere laufseitige Bindungen
vorgesehen sein, wenngleich sich die gezeigte Bindung als geeignet erwiesen hat. Innerhalb
des in Figur 1 gezeigten Geweberapports bindet jeder der unteren Längsfäden 31-38
und unteren Verbundlängsfäden 21, 22 und 23, 24 genau zwei untere Querfäden ein und
flottiert über die verbleibenden acht unteren Querfäden (vgl. Fig. 6a). Die Abfolge/Sequenz
lautet "über vier untere Querfäden, unter einen unteren Querfaden". So bindet z.B.
der untere Längsfaden 31 die unteren Querfäden 201 und 206 ein und flottiert über
die unteren Querfäden 202-205 und 207-210. Die Steigung der in Figur 6 gezeigten 5-schäftigen
Bindung beträgt zwei bzw. zwei untere Querfäden. D.h., der nächste Längsfaden 32 (d.h.,
der zu dem unteren Längsfaden 31 benachbarte untere Längsfaden) bindet die unteren
Querfäden 203 und 208 ein, und der darauf folgende untere Verbundlängsfaden 21, 22
bindet die unteren Querfäden 205 und 210 ein, usw. Die durch die unteren Längsfäden
31, 32, 33, 34 und den unteren Verbundlängsfaden 21, 22 gebildete 5-Schaft-Bindung
wird durch die unteren Längsfäden 35, 36, 37, 38 und den unteren Verbundlängsfaden
23, 24 wiederholt. Mit anderen Worten sind in Figur 6 zwei Längsfadenrapporte der
laufseitigen 5-Schaft-Bindung gezeigt (sowie zwei Querfadenrapporte, so dass insgesamt
vier Rapporte der laufseitigen Bindung gezeigt sind).
[0059] Gemäß der in den Figuren 1-7 gezeigten Ausführungsform werden daher sowohl die Bindung
der oberen Gewebelage als auch die Bindung der unteren Gewebelage durch die beiden
funktionalen Paare 21, 22 und 23, 24 vervollständigt. D.h., die Längsfäden 21, 22,
23, 24 (z.B. Kettfäden) sind sowohl mit den oberen Querfäden (z.B. Oberschüsse) als
auch mit den unteren Querfäden (z.B. Unterschüssen) unter Komplettierung des jeweiligen
Gewebes bzw. der jeweiligen Bindung verwoben. Mit anderen Worten tragen die beiden
funktionalen Paare 21, 22 und 23, 24 zu der Ausbildung der jeweiligen Bindung bei,
in der gezeigten Ausführungsform zu der papierseitigen Leinwandbindung und der laufseitigen
5-Schaft-Bindung. Ferner werden die Papierseite und die Laufseite durch die beiden
funktionalen Paare 21, 22 und 23, 24 miteinander verbunden. Die Längsfäden der beiden
funktionalen Paare 21, 22 und 23, 24 dienen im Untergewebe und im Obergewebe als gewebeeigene
Fäden und fungieren gleichzeitig als Bindefäden. Somit werden die Fäden der funktionalen
Paare gemäß dieser Ausführungsform sowohl im Untergewebe bzw. auf der Laufseite als
auch im Obergewebe bzw. auf der Papierseite als essenzieller Bestandteil des jeweiligen
Gewebes verwendet. Ihre Einbindung in das jeweilige Gewebe dient nicht nur zur Anbindung
des Untergewebes an das Obergewebe sondern auch zur Ausbildung funktionaler Bindepunkte
innerhalb des jeweiligen Gewebes.
[0060] Die oben beschriebene Komplettierung der papierseitigen und laufseitigen Bindung
durch die beiden funktionalen Paare wird besonders aus einer Zusammenschau der Figuren
5 und 6 deutlich. So bindet der Faden 22 in Figur 5 die oberen Querfäden 104, 106,
108, 110 und 112 ein und vervollständigt insofern die papierseitige Leinwandbindung,
während der Faden 21 in Figur 6 den unteren Querfaden 205 einbindet und dadurch die
laufseitige 5-Schaftbindung vervollständigt (ohne diese Einbindung würde der Querfaden
205 nach unten aus dem Gewebe fallen, da er durch keinen der unteren Längsfäden eingebunden
wird). Wenn der Faden 22 nach unten wechselt, um in Figur 6 den unteren Querfaden
210 einzubinden, wodurch die laufseitige Bindung vervollständigt wird, wechselt der
Faden 21 nach oben, um die oberen Querfäden 114, 116, 118 und 120 einzubinden, wodurch
die papierseitige Leinwandbindung vervollständigt wird. Folglich vervollständigen
die beiden Längsfäden 21 und 22 im Wechsel die papierseitige Bindung (gemäß dieser
Ausführungsform eine Leinwandbindung) und die laufseitige Bindung (gemäß dieser Ausführungsform
eine 5-Schaft-Bindung).
[0061] Figur 7 zeigt die beiden in Figur 5 und Figur 6 getrennt dargestellten Lagen in einer
"Zusammenbau"-Zeichnung. Beide Lagen sind in der Ansicht von oben zu sehen. Die obere
Lage stellt die Papierseite eines Blattbildungssiebs dar.
[0062] Wie in Figur 7 gezeigt, liegt in der Draufsicht auf das Gewebe im Wesentlichen immer
ein oberer Längsfaden zwischen zwei unteren Längsfäden. So liegt der obere Längsfaden
11 in der Draufsicht im Wesentlichen zwischen den zwei unteren Längsfäden 31, 32,
der obere Längsfaden 12 liegt im Wesentlichen zwischen den unteren Längsfäden 33,
34, der obere Längsfaden 13 liegt im Wesentlichen zwischen den unteren Längsfäden
35, 36, und der obere Längsfaden 14 liegt im Wesentlichen zwischen den unteren Längsfäden
37, 38. Daraus resultiert ein Verhältnis von oberen zu unteren Längsfäden von 4:8
oder 1:2. Verteilt man die vier Längsfäden 21, 22, 23, 24 der funktionalen Paare gleichmäßig
auf die untere Gewebelage und die obere Gewebelage (da sie sie in beiden Lagen zur
Gewebebildung beitragen und in jeder Lage zwei Verbundlängsfäden ausbilden), so ergibt
sich ein Längsfadenverhältnis von 6:10 oder 3:5 (vgl. Figur 2).
[0063] Wie ebenfalls aus Figur 7 ersichtlich ist, ist die Bildung sog. Quermaschen (deren
Erstreckung in Maschinenrichtung/Längsrichtung kleiner ist als in Querrichtung) auf
der Papierseite durch die vergleichsweise geringe Anzahl von oberen Längsfäden und
oberen Verbundlängsfäden (resultierend aus dem Längsfadenverhältnis von 6:10 bzw.
3:5) begünstigt. Solche Quermaschen ermöglichen eine zweckmäßige Abstützung/Unterstützung
der in der Faserstoffsuspension enthaltenen Fasern. Durch die vergleichsweise große
Anzahl an unteren Längsfäden und unteren Verbundlängsfäden kann die mit der Bildung
der Quermaschen einhergehende papierseitige Festigkeitsreduzierung und Erhöhung der
Siebdehnung in Maschinenrichtung ausgeglichen werden.
[0064] Wie ebenfalls aus Figur 7 ersichtlich, ist in der Draufsicht über jedem unteren Querfaden
ein oberer Querfaden angeordnet. Desweiteren ist immer zwischen zwei unteren Querfäden
ein oberer Querfaden angeordnet. Daraus resultiert ein Verhältnis von oberen zu unteren
Querfäden von 20:10 oder 2:1. Wie oben erläutert, kann dieses Verhältnis jedoch variiert
werden. Eine erhöhte Anzahl oberer Querfäden begünstigt jedoch die Bildung der Quermaschen.
[0065] Gemäß der in den Figuren 1 bis 7 gezeigten Ausführungsform ist der Durchmesser der
oberen Längsfäden 11-14 gleich dem Durchmesser der Fäden 21-24 der funktionalen Paare.
Dadurch kann zum einen eine gleichmäßige Papierseite erhalten werden. Die Gleichmäßigkeit
der Papierseite wird lediglich durch die vier Wechselstellen A1, A2, B1 und B2 der
beiden funktionalen Paare geringfügig beeinträchtigt. Mit dem gezeigten Verhältnis
von vier oberen Längsfäden zu zwei funktionalen Paaren bzw. zwei oberen Verbundlängsfäden,
und insbesondere mit der gezeigten Verteilung von oberen Längsfäden und funktionalen
Paaren (zwei obere Längsfäden zwischen den funktionalen Paaren), wird die papierseitige
Bindung so gut wie gar nicht "gestört", verglichen mit papierseitigen Bindungen des
Stands der Technik, wo ausschließlich obere Verbundlängsfäden oder alternierend obere
Längsfaden und obere Verbundlängsfäden vorgesehen sind. Zum anderen können die oberen
Längsfäden 11-14 und die Fäden 21-24 der funktionalen Paare problemlos auf den gleichen
Kettbaum aufgebracht werden (Kettbaum X2 in Figur 8).
[0066] Der Durchmesser der unteren Längsfäden 31-38 kann gemäß der in den Figuren 1 bis
7 gezeigten Ausführungsform z.B. gleich dem Durchmesser der oberen Längsfäden 11-14
und der Fäden 21-24 der funktionalen Paare sein, wodurch eine gleichmäßige Laufseite
erhalten werden kann, welche lediglich durch die vier Wechselstellen A1, A2, B1 und
B2 unterbrochen wird.
[0067] In
Figur 2 ist zur Verdeutlichung und in starker Vereinfachung nochmals die funktionale Aufteilung
der Längsfäden auf die Papierseite (A) und die Laufseite (B) gezeigt. Dabei kann zunächst
der Eindruck entstehen, dass das beschriebene Gewebe bereits aus acht Schäften bzw.
mit einem Längsfadenrapport von 3:5 gefertigt werden kann. Wie in Figur 5 zu erkennen
ist, gleicht der Verlauf des oberen Längsfadens 11 jedoch nicht dem des oberen Längsfadens
13.
[0068] Die Figuren 1, 3 und 4 zeigen dreidimensionale Ansichten des beschriebenen Gewebes
bzw. Blattbildungssiebes.
[0069] Figur 8 zeigt eine schematische Darstellung einer Webmaschine zur Produktion des Gewebes
nach den Figuren 1 bis 7. Gezeigt sind zwei Kettbäume X1 und X2. Der erste Kettbaum
X1 trägt die unteren Längsfäden, und der zweite Kettbaum X2 trägt die oberen Längsfäden
und die Längsfaden der funktionalen Paare. Selbstverständlich ist in Figur 8 nur ein
kleiner Abschnitt der beiden Kettbäume gezeigt (entsprechend einem Längsfadenapport),
d.h. in Längsrichtung des Kettbaums X1 gesehen folgt auf den Faden 38 ein weiterer
Faden 31, dann ein weiterer Faden 32, usw. Der Faden 31 des Kettbaums X1 ist in den
Schaft S1 eingehängt oder durch diesen hindurch geführt. Der soeben erwähnte, nicht
gezeigte weitere Faden 31 ist ebenfalls in den Schaft S1 eingehängt (ebenso wie alle
anderen Fäden 31 des Gewebes). Wird der Schaft S1 angehoben, werden mit ihm alle Fäden
31 angehoben, so dass ein Schussfaden unter alle Fäden 31 hindurch geführt werden
kann. In gleicher Weise sind alle oberen Längsfäden 32 in den zweiten Schaft S2 eingehängt,
alle oberen Längsfäden 33 sind in den elften Schaft S11 eingehängt usw. Zur Herstellung
des in den Figuren 1 bis 7 gezeigten Gewebes (welches in Figur 8 schematisch dargestellt
und mit dem Bezugszeichen X4 bezeichnet ist), welches einen Längsfadenrapport von
sechzehn Längsfäden aufweist, wird daher - wenn die Längsfäden aus Kettfäden gebildet
sind - ein Schaftpaket X3 benötigt, welches aus sechzehn Schäften S1, S2, S3, ...
, S16 besteht.
[0070] D.h., die 16 Längsfäden sind in zwei Einheiten von jeweils 8 Fäden aufgeteilt, wobei
jeder Einheit ein eigener Kettbaum X1 bzw. X2 zugeordnet ist, und wobei die Fäden
entsprechend ihrer Funktion individuell in die Schäfte X3 des Webstuhls eingereiht
sind. Daraus ergibt sich eine logische Zuordnung der Kettfäden entsprechend ihrer
Funktion, die oben erläutert wurde.
[0071] Mit der beschriebenen Anordnung aus einem 16-schäftigen Schaftpaket X3 in Verbindung
mit zwei Kettbäumen X1 und X2 kann eine Vielzahl von unterschiedlichen Geweben hergestellt
werden, insbesondere solche Gewebe, bei denen die Verbindung von Obergewebe und Untergewebe
über funktionale Längsfadenpaare erfolgt. Beispiele für solche Gewebe sind z.B. das
in
DE 100 30 650 C1 und das in
WO 2007/087852 beschriebene Sieb bzw. Gewebe. Folglich können mit ein und derselben Webmaschine
zahlreiche Gewebe/Siebe hergestellt werden, ohne dass die Webmaschine zwischenzeitlich
umgebaut werden muss.
[0072] Die
Figuren 9 bis 11 zeigen ein mehrlagiges Gewebe gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung,
welches z.B. als Sieb verwendet werden kann, z.B. als ein Blattbildungssieb wie es
im Prozess der Papierherstellung benötigt wird. In Figur 9 ist dabei die obere Gewebelage
in der Draufsicht (also die Papierseite des Siebs) gezeigt, wohingegen Figur 10 die
untere Gewebelage in der Draufsicht zeigt. Figur 11 zeigt eine Stirnansicht des mehrlagigen
Gewebes.
[0073] In den
Figuren 9 und 10 ist genau ein Rapport des Gewebes dargestellt. Wie in den Figuren 9 und 10 gezeigt,
besteht der Rapport des Gewebes gemäß dieser Ausführungsform aus genau sechzehn Längsfäden
(=Maschinenrichtungsfäden) und genau zwanzig Querfäden (=Maschinenquerrichtungsfäden).
Die Längsfäden können z.B. durch Kettfäden gebildet sein, und die Querfäden können
z.B. durch Schussfäden gebildet sein. Das Gewebe gemäß der zweiten Ausführungsform
kann somit wie das Gewebe gemäß der ersten Ausführungsform mit einer Anzahl von sechzehn
Schäften hergestellt werden, d.h. z.B. mit der in Figur 8 gezeigten Anordnung.
[0074] Die sechzehn Längsfäden sind wie folgt auf die untere Gewebelage und die obere Gewebelage
aufgeteilt. Die vier Längsfäden 11, 12, 13 und 14 sind als obere Längsfäden ausgebildet
und verlaufen ausschließlich in der oberen Gewebelage (siehe Fig. 9), wohingegen die
acht Längsfäden 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37 und 38 als untere Längsfäden ausgebildet
sind, die ausschließlich in der unteren Gewebelage verlaufen (siehe Fig. 10). Von
den verbleibenden vier Längsfäden 21, 22, 23 und 24 des Geweberapports werden zwei
funktionale Paare ausgebildet, wobei die beiden unmittelbar nebeneinander angeordneten
Längsfäden 21 und 22 ein erstes funktionales Paar und die beiden unmittelbar nebeneinander
angeordneten Längsfäden 23 und 24 ein zweites funktionales Paar ausbilden. Jeder der
vier Längsfäden 21, 22, 23 und 24 verläuft sowohl in der unteren Gewebelage als auch
in der oberen Gewebelage, d.h. jeder dieser vier Längsfäden 21, 22, 23 und 24 wechselt
innerhalb eines Rapports zwischen oberer und unterer Gewebelage.
[0075] Wie in den Figuren 9 und 9a gezeigt ist, befindet sich stets genau einer der beiden
Längsfäden eines funktionalen Paares auf der Papierseite bzw. in der oberen Gewebelage.
D.h., wenn sich einer der beiden Längsfäden eines Paares auf der Papierseite bzw.
in der oberen Gewebelage befindet, befindet sich der andere der beiden Längsfaden
des funktionalen Paares im Innern des Gewebes (also zwischen oberer und unterer Lage)
oder in der unteren Gewebelage. Sobald der eine Längsfaden des funktionalen Paares
die Papierseite verlässt, tritt der andere Längsfaden an dessen Stelle und verläuft
auf der Papierseite. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel verläuft jeder Längsfaden
eines funktionalen Paares über eine Strecke von fünf oberen Querfäden auf der Papierseite
und bindet dabei drei Querfäden ein. Die beiden funktionalen Paare 21, 22 und 23,
24 bilden somit zwei "obere Verbundlängsfäden" aus, so dass die obere Gewebelage je
Längsfadenrapport des Gewebes vier obere Längsfäden und zwei obere Verbundlängsfäden
hat. Gemäß dieser Ausführungsform sind zwischen den beiden funktionalen Paaren 21,
22 und 23, 24 bzw. zwischen den zwei Verbundlängsfäden genau zwei obere Längsfäden
12, 13 angeordnet. Der Längsfadenwechsel des ersten Längsfadenpaares 21, 22 findet
unterhalb der oberen Querfäden 101 und 107 statt, der des zweiten Längsfadenpaares
23, 24 unterhalb der oberen Querfäden 104 und 110. Die resultierenden Wechselstellen
sind in Figur 9 mit den Bezugszeichen A1, A2, B1 und B2 bezeichnet. Die Wechselstellen
des einen funktionellen Paars sind gegenüber den Wechselstellen des anderen funktionellen
Paars um drei obere Querfäden versetzt angeordnet.
[0076] Wie aus den Figuren 10 und 10a ersichtlich ist, bindet derjenige Längsfadenabschnitt
eines funktionalen Längsfadenpaares, der sich gerade nicht in der oberen Gewebelage
befindet, die untere Gewebelage an die obere Gewebelage an, indem er mindestens einen
(in dem gezeigten Beispiel genau einen) unteren Querfaden unterläuft (in der Draufsicht
auf die untere Gewebelage) und dadurch einbindet. Der das Untergewebe anbindende Längsfaden
des funktionalen Längsfadenpaares fungiert dabei bezogen auf das Untergewebe als separater,
"gewebefremder" Bindefaden, d.h. der das Untergewebe anbindende Faden trägt nicht
zur Ausbildung der laufseiteigen Bindung bzw. zur Ausbildung des Untergewebes bei.
D.h., gemäß dieser Ausführungsförm bilden die beiden funktionalen Paare 21, 22 und
23, 24 keine "unteren Verbundlängsfäden" aus. Dies kann in den Figuren 10 und 10a
z.B. dadurch erkannt werden, dass die unteren Längsfäden jeweils unter Einbindung
von vier Querfäden abwechselnd über und unter die Querfäden des Untergewebes verlaufen,
wohingegen die beiden Längsfäden eines funktionalen Paares - wenn man sie als untere
Verbundfaden betrachten würde - gemeinsam lediglich zwei untere Querfäden einbinden
und einen Verlauf von "unter einem Querfaden, über drei Querfäden" haben. Zudem wird
gemäß der gezeigten laufseitigen 5-Schaft-Bindung jeder Querfaden je laufseitigem
Rapport (Figur 10 zeigt vier Rapporte der laufseitigen Bindung, siehe unten) genau
zweimal eingebunden, wobei die von dem funktionalen Paar 21, 22 angebundenen unteren
Querfäden 203, 207 bereits durch die unteren Längsfäden 32, 33 zweimal eingebunden
sind. Die untere Gewebelage hat somit je Längsfadenrapport des Gewebes genau acht
untere Längsfäden. Gemäß dieser Ausführungsform sind zwischen den beiden funktionalen
Paaren 21, 22 und 23, 24 genau vier untere Längsfäden 33, 34, 35, 36 angeordnet.
[0077] Von den zwanzig Querfäden sind zwölf Querfäden 101 bis 112 der oberen Gewebelage
und acht Querfäden 201 bis 208 der unteren Gewebelage zugeordnet. Die zwölf Querfäden
101 bis 112 der oberen Lage haben einen kleineren Durchmesser als die acht Querfäden
201 bis 208 der unteren Lage. Die zwölf Querfäden 101 bis 112 sind als obere Querfäden
ausgebildet und verlaufen ausschließlich in der oberen Gewebelage, und die acht Querfäden
201 bis 208 sind als untere Querfäden ausgebildet, welche ausschließlich in der unteren
Gewebelage verlaufen. D.h., keiner der Querfäden 101 bis 112 wechselt auf die Laufseite
bzw. in die untere Gewebelage, und keiner der Querfäden 201 bis 208 wechselt auf die
Papierseite bzw. in die obere Gewebelage. Es wird angemerkt, dass die Erfindung jedoch
weder auf die gezeigte Anzahl von oberen und unteren Querfäden noch auf das gezeigte
Verhältnis von oberen Querfäden zu unteren Querfäden (hier 12:8 oder 3:2) beschränkt
ist. Auch kann der Durchmesser der oberen Querfäden z.B. gleich oder größer dem Durchmesser
der unteren Querfäden sein.
[0078] Wie in Figur 9 gezeigt ist, bilden die vier oberen Längsfäden 11-14 und die von den
zwei funktionalen Paaren 21, 22 und 23, 24 gebildeten zwei oberen Verbundlängsfäden
zusammen mit den zwölf oberen Querfäden 101-112 eine papierseitige Leinwandbindung
aus. So verläuft der obere Längsfaden 11 abwechselnd über und unter einen oberen Querfaden
101-112 (Abfolge/Sequenz = einmal drüber, einmal darunter). Der Verlauf des oberen
Verbundlängsfadens 21, 22 ist gegenüber dem Verlauf des oberen Längsfadens 11 um genau
einen oberen Querfaden versetzt. Der obere Längsfaden 12 und der obere Verbundlängsfaden
23, 24 haben den gleichen Verlauf wie der obere Längsfaden 11, und der Verlauf der
oberen Längsfäden 13 und 14 entspricht dem Verlauf des oberen Verbundlängsfadens 21,
22. Somit bindet jeder der oberen Längsfaden und oberen Verbundlängsfaden jeden zweiten
oberen Querfaden in das Gewebe ein. Auch wenn sich diese Bindung als für das Obergewebe
bzw. die Papierseite geeignet erwiesen hat, ist die Erfindung nicht auf eine papierseitige
Leinwandbindung beschränkt.
[0079] Wie aus Figur 10 ersichtlich, bilden die acht unteren Längsfäden 31-38 zusammen mit
den acht unteren Querfäden 201-208 eine laufseitige 4-Schaft-Bindung aus. Die gezeigte
Ausführung/Ausbildung des Untergewebes ist jedoch nur eines von mehreren möglichen
Ausführungsbeispielen, d.h. es können auch andere laufseitige Bindungen vorgesehen
sein, wenngleich sich die gezeigte Bindung als geeignet erwiesen hat. Jeder der acht
unteren Längsfäden 31-38 verläuft abwechselnd über und unter einen unteren Querfaden
und bindet dadurch genau vier untere Querfäden ein. So bindet z.B. der untere Längsfaden
31 die unteren Querfäden 202, 204, 206 und 208 ein, und der untere Längsfaden 32 bindet
die unteren Querfäden 201, 203, 205 und 207 ein, d.h. der Verlauf des benachbart zu
dem Längsfaden 31 angeordneten Längsfadens 32 ist um einen Querfaden versetzt. Der
Verlauf des benachbart zu dem Längsfaden 32 angeordneten Längsfadens 33 entspricht
dem Verlauf des Längsfadens 32, und der Verlauf des benachbart zu dem Längsfaden 33
angeordneten Längsfadens 34 entspricht dem Verlauf des Längsfadens 31. Die durch die
unteren Längsfäden 31, 32, 33 und 34 gebildete 4-Schaft-Bindung wird durch die unteren
Längsfäden 35, 36, 37 und 38 wiederholt. zudem wiederholt sich die laufseitige 4-Schaft-Bindung
nach vier unteren Querfäden. Mit anderen Worten sind in den Figuren 10 und 10a vier
Rapporte der laufseitigen 4-Schaft-Bindung gezeigt. Je laufseitigem Bindungsrapport
wird jeder untere Querfaden zweimal eingebunden.
[0080] Gemäß der in den Figuren 9-11 gezeigten Ausführungsform wird also lediglich die Bindung
der oberen Gewebelage durch die Längsfäden der beiden funktionalen Paare 21, 22 und
23, 24 vervollständigt. Die Bindung der unteren Gewebelage wird allein durch die acht
unteren Längsfäden gebildet (zusammen mit den im unteren Gewebe verlaufenden Querfäden).
Im Untergewebe werden die Längsfäden der beiden funktionalen Paare 21, 22 und 23,
24 als separate Bindefäden verwendet, die ein bereits vollständig ausgebildetes Gewebe
an das Obergewebe anbinden.
[0081] Legt man die in Figur 9 gezeigte obere Gewebelage über die in Figur 10 gezeigte untere
Gewebelage (entsprechend Figur 7 der ersten Ausführungsform), so ist in der Draufsicht
auf das Gewebe immer ein oberer Längsfaden zwischen zwei unteren Längsfäden angeordnet.
So liegt der obere Längsfaden 11 in der Draufsicht im Wesentlichen zwischen den zwei
unteren Längsfäden 31, 32 (vgl. Figur 11), der obere Längsfaden 12 liegt im Wesentlichen
zwischen den unteren Längsfäden 33, 34, der obere Längsfaden 13 liegt im Wesentlichen
zwischen den unteren Längsfäden 35, 36, und der obere Längsfaden 14 liegt im Wesentlichen
zwischen den unteren Längsfäden 37, 38. Daraus resultiert ein Verhältnis von oberen
zu unteren Längsfäden von 4:8 oder 1:2. Ordnet man der oberen Gewebelage ferner die
von den vier Längsfäden 21, 22, 23, 24 gebildeten zwei oberen Verbundlängsfäden zu,
so ergibt sich ein Längsfadenverhältnis von 6:8 oder 3:4 (wenn keiner der vier Längsfäden
21, 22, 23, 24, welche gemäß dieser Ausführungsform in der unteren Gewebelage keine
Gewebefunktion innehaben sondern lediglich als separate Gewebefäden fungieren, der
unteren Gewebelage zugeordnet wird). Werden die vier Längsfäden 21, 22, 23, 24 gleichmäßig
auf Obergewebe und Untergewebe verteilt, so erhält man wie für die erste Ausführungsform
ein Verhältnis von 6:10 oder 3:5. Das beschriebene Längsfadenverhältnis von 6:8 (bzw.
6:10) und die damit einhergehende reduzierte Längsfadenanzahl auf der Papierseite
begünstigt die Bildung von Quermaschen (siehe Figur 9), welche eine zweckmäßige Faserunterstützung
ermöglichen. Die vergleichsweise große Anzahl an unteren Längsfäden gleicht die mit
der Bildung der Quermaschen einhergehende Festigkeitsreduzierung und Siebdehnungserhöhung
in Maschinenrichtung aus.
[0082] Wie bei dem Gewebe gemäß der ersten Ausführungsform kann bei dem Gewebe gemäß der
zweiten Ausführungsform der Durchmesser der oberen Längsfäden 11-14 gleich dem Durchmesser
der Fäden 21-24 der funktionalen Paare sein. Dadurch kann eine gleichmäßige Papierseite
erhalten werden, welche lediglich durch die vier Wechselstellen A1, A2, B1 und B2
geringfügig gestört wird. Ferner können die oberen Längsfäden 11-14 und die Fäden
21-24 der funktionalen Paare problemlos auf einem gemeinsamen Kettbaum angeordnet
werden (z.B. Kettbaum X2 in Figur 8).
[0083] Der Durchmesser der unteren Längsfäden 31-38 kann wie bei dem Gewebe gemäß der ersten
Ausführungsform z.B. gleich dem Durchmesser der oberen Längsfäden 11-14 und der Fäden
21-24 der funktionalen Paare sein. Es ist jedoch auch möglich, für die unteren Längsfäden
Fäden mit einem größeren Durchmesser zu verwenden, da die unteren Längsfäden auf einen
separaten Kettbaum aufgebracht werden können (z.B. Kettbaum X1 in Figur 8) und die
laufseitige Bindung ausschließlich durch die unteren Längsfäden gebildet wird. Haben
die unteren Längsfäden einen größeren Durchmesser als die Längsfäden der funktionalen
Paare, ragen die unteren Längsfäden weiter aus der Laufseite hervor als die abschnittsweise
im Untergewebe verlaufenden Längsfäden der funktionalen Paare, so dass die als separate
Bindefäden fungierenden Längsfäden der funktionalen Paare durch die unteren Längsfäden
vor Abrieb und Verschleiß geschützt werden.
[0084] Das Gewebe gemäß der zweiten Ausführungsform lässt sich wie das Gewebe gemäß der
ersten Ausführungsform mit der in Figur 8 gezeigten Webmaschine bzw. Kettfadenanordnung
herstellen.
1. Blattbildungssieb, ausgebildet als mehrlagiges Gewebe mit einer oberen, eine erste
Bindung aufweisenden Gewebelage (A) und einer unteren, eine zweite Bindung aufweisenden
Gewebelage (B),
dadurch gekennzeichnet, dass das mehrlagige Gewebe einen Längsfadenrapport von sechzehn Längsfäden hat,
von denen vier Längsfäden (11, 12, 13, 14) als obere Längsfäden ausgebildet sind,
welche ausschließlich in der oberen Gewebelage verlaufen und mit in der oberen Gewebelage
verlaufenden Querfäden (101-120, 101-112) unter teilweiser Ausbildung der ersten Bindung
verwebt sind,
von denen acht Längsfäden (31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38) als untere Längsfäden ausgebildet
sind, welche ausschließlich in der unteren Gewebelage verlaufen und dort mit in der
unteren Gewebelage verlaufenden Querfäden (201-210, 201-208) verwebt sind,
und von denen die verbleibenden vier Längsfäden (21, 22, 23, 24) zwei funktionale
Längsfadenpaare (21, 22; 23, 24) aus jeweils zwei nebeneinander angeordneten Längsfäden
bilden, wobei die beiden Längsfäden des jeweiligen Längsfadenpaares im Wechsel die
erste Bindung vervollständigen, und wobei einer oder mehrere oder alle der vier Längsfäden,
welche die zwei funktionalen Längsfadenpaare ausbilden, sowohl in der oberen Gewebelage
als auch in der unteren Gewebelage verlaufen und dadurch die untere Gewebelage an
die obere Gewebelage anbinden.
2. Blattbildungssieb nach Anspruch 1, wobei die acht unteren Längsfäden (31, 32, 33,
34, 35, 36, 37, 38) mit den in der unteren Gewebelage verlaufenden Querfäden (201-210)
unter teilweiser Ausbildung der zweiten Bindung verwebt sind, und wobei die beiden
Längsfäden des jeweiligen Längsfadenpaares (21, 22; 23, 24) im Wechsel sowohl die
erste Bindung als auch die zweite Bindung vervollständigen.
3. Blattbildungssieb nach Anspruch 1, wobei die acht unteren Längsfäden (31, 32, 33,
34, 35, 36, 37, 38) mit den in der unteren Gewebelage verlaufenden Querfäden (201-208)
unter vollständiger Ausbildung der zweiten Bindung verwebt sind, und wobei der zumindest
eine Längsfaden, der sowohl in der oberen Gewebelage als auch in der unteren Gewebelage
verläuft, die durch die unteren Längsfäden vollständig ausgebildete untere Gewebelage
an die obere Gewebelage anbindet.
4. Blattbildungssieb nach Anspruch 3, wobei alle der vier Längsfäden, welche die zwei
funktionalen Längsfadenpaare ausbilden, sowohl in der oberen Gewebelage als auch in
der unteren Gewebelage verlaufen, und wobei die beiden Längsfäden des jeweiligen funktionalen
Paares im Wechsel die durch die unteren Längsfäden vollständig ausgebildete untere
Gewebelage an die obere Gewebelage anbinden.
5. Blattbildungssieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei in dem Gewebe zwischen zwei
funktionalen Längsfadenpaaren (21, 22; 23, 24) immer genau zwei obere Längsfäden (12,
13) und/oder genau vier untere Längsfäden (33, 34, 35, 36) angeordnet sind.
6. Blattbildungssieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die oberen Längsfäden (11-14),
die unteren Längsfäden (31-38) und die Längsfäden (21-24) der funktionalen Paare denselben
Durchmesser aufweisen.
7. Blattbildungssieb nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei die oberen Längsfäden (11-14)
und die Längsfäden (21-24) der funktionalen Paare denselben Durchmesser aufweisen,
und wobei der Durchmesser der unteren Längsfäden (31-38) größer ist als der Durchmesser
der oberen Längsfäden (11-14) und der Längsfäden (21-24) der funktionalen Paare.
8. Blattbildungssieb nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei sämtliche in der oberen
Gewebelage verlaufenden Querfäden als ausschließlich in der oberen Gewebelage verlaufende
obere Querfäden (101-120, 101-112) ausgebildet sind, und/oder wobei sämtliche in der
unteren Gewebelage verlaufenden Querfäden als ausschließlich in der unteren Gewebelage
verlaufende untere Querfäden (201-210, 201-208) ausgebildet sind.
9. Blattbildungssieb nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Verhältnis von
in der oberen Gewebelage verlaufenden Querfäden zu in der unteren Gewebelage verlaufenden
Querfäden größer als 1 ist, z.B. mindestens oder genau 2:1 oder z.B. mindestens oder
genau 3:2.
10. Blattbildungssieb nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste Bindung
eine Leinwandbindung ist, und/oder wobei die zweite Bindung eine 5-Schaft-Bindung
oder eine 4-Schaft-Bindung ist.
1. Sheet forming screen,
formed as a multilayer fabric having an upper fabric layer (A) comprising a first
weave, and a lower fabric layer (B) comprising a second weave,
characterized in that the multilayer fabric has a longitudinal thread repeat of sixteen longitudinal threads,
four longitudinal threads (11, 12, 13, 14) of which are formed as upper longitudinal
threads extending exclusively in the upper fabric layer and being interwoven with
transverse threads (101 1 to 120, 101 to 112) extending in the upper fabric layer,
thereby partially forming the first weave,
eight longitudinal threads (31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38) of which are formed as
lower longitudinal threads extending exclusively in the lower fabric layer and there
being interwoven with transverse threads (201 to 210, 201 to 208) extending in the
lower fabric layer,
and the remaining four longitudinal threads (21, 22, 23, 24) of which form two functional
longitudinal thread pairs (21, 22; 23, 24) of two respective longitudinal threads
arranged next to each other, wherein the two longitudinal threads of the respective
longitudinal thread pair alternately complete the first weave, and wherein one or
more or all of the four longitudinal threads forming the two functional longitudinal
thread pairs extend both in the upper fabric layer and in the lower fabric layer and
thereby bind the lower fabric layer to the upper fabric layer.
2. Sheet forming screen according to claim 1, wherein the eight lower longitudinal threads
(31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38) are interwoven with the transverse threads (201 to
210) extending in the lower fabric layer, thereby partially forming the second weave,
and wherein the two longitudinal threads of the respective longitudinal thread pair
(21, 22; 23, 24) alternately complete both the first weave and the second weave.
3. Sheet forming screen according to claim 1, wherein the eight lower longitudinal threads
(31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38) are interwoven with the transverse threads (201 to
208) extending in the lower fabric layer, thereby completely forming the second weave,
and wherein the at least one longitudinal thread extending both in the upper fabric
layer and in the lower fabric layer binds the lower fabric layer completely formed
by the lower longitudinal threads to the upper fabric layer.
4. Sheet forming screen according to claim 3, wherein all of the four longitudinal threads
forming the two functional longitudinal thread pairs extend both in the upper fabric
layer and in the lower fabric layer, and wherein the two longitudinal threads of the
respective functional pair alternately bind the lower fabric layer completely formed
by the lower longitudinal threads to the upper fabric layer.
5. Sheet forming screen according to any of claims 1 to 4, wherein always exactly two
upper longitudinal threads (12, 13) and/or exactly four lower longitudinal threads
(33, 34, 35, 36) are arranged in the fabric between two functional longitudinal thread
pairs (21, 22; 23, 24).
6. Sheet forming screen according to any of claims 1 to 5, wherein the upper longitudinal
threads (11 to 14), the lower longitudinal threads (31 to 38) and the longitudinal
threads (21 to 24) of the functional pairs have the same diameter.
7. Sheet forming screen according to any of claims 3 to 5, wherein the upper longitudinal
threads (11 to 14) and the longitudinal threads (21 to 24) of the functional pairs
have the same diameter, and wherein the diameter of the lower longitudinal threads
(31 to 38) is greater than the diameter of the upper longitudinal threads (11 to 14)
and the longitudinal threads (21 to 24) of the functional pairs.
8. Sheet forming screen according to any of the preceding claims, wherein all transverse
threads extending in the upper fabric layer are formed as upper transverse threads
(101 to 120, 101 to 112) extending exclusively in the upper fabric layer, and/or wherein
all transverse threads extending in the lower fabric layer are formed as lower transverse
threads (201 to 210, 201 to 208) extending exclusively in the lower fabric layer.
9. Sheet forming screen according to any of the preceding claims, wherein the ratio of
transverse threads extending in the upper fabric layer to transverse threads extending
in the lower fabric layer is greater than 1, for example at least or exactly 2:1 or
for example at least or exactly 3:2.
10. Sheet forming screen according to any of the preceding claims, wherein the first weave
is a plain weave, and/or wherein the second weave is a 5-shaft weave or a 4-shaft
weave.
1. Toile de formation de feuille,
réalisée comme un tissu stratifié avec une couche de tissu (A) supérieure présentant
une première armure et une couche de tissu (B) inférieure présentant une deuxième
armure,
caractérisée en ce que le tissu stratifié a un rapport de seize fils longitudinaux,
dont quatre fils longitudinaux (11, 12, 13, 14) sont réalisés comme fils longitudinaux
supérieurs qui s'étendent exclusivement dans la couche de tissu supérieure et sont
tissés avec des fils transversaux (101-120, 101-112) s'étendant dans la couche de
tissu supérieure en formant partiellement la première armure,
dont huit fils longitudinaux (31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38) sont réalisés comme
fils longitudinaux inférieurs qui s'étendent exclusivement dans la couche de tissu
inférieure et y sont tissés avec des fils transversaux (201-210, 201-208) s'étendant
dans la couche de tissu inférieure,
et dont les quatre fils longitudinaux (21, 22, 23, 24) restants forment deux paires
fonctionnelles de fils longitudinaux (21, 22 ; 23, 24) constituées chacune de deux
fils longitudinaux juxtaposés, où les deux fils longitudinaux de chaque paire de fils
longitudinaux complètent en alternance la première armure, et où un ou plusieurs des
fils longitudinaux ou les quatre fils longitudinaux qui forment les deux paires fonctionnelles
de fils longitudinaux s'étendent dans la couche de tissu supérieure ainsi que dans
la couche de tissu inférieure, et lient ainsi la couche de tissu inférieure à la couche
de tissu supérieure.
2. Toile de formation de feuille selon la revendication 1, dans laquelle les huit fils
longitudinaux inférieurs (31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38) sont tissés avec les fils
transversaux (201-210) qui s'étendent dans la couche de tissu inférieure en formant
partiellement la deuxième armure, et dans laquelle les deux fils longitudinaux de
chaque paire de fils longitudinaux (21, 22 ; 23, 24) complètent en alternance la première
armure ainsi que la deuxième armure.
3. Toile de formation de feuille selon la revendication 1, dans laquelle les huit fils
longitudinaux inférieurs (31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38) sont tissés avec les fils
transversaux (201-208) qui s'étendent dans la couche de tissu inférieure en formant
l'intégralité de la deuxième armure, et dans laquelle le ou les fils longitudinaux
qui s'étendent dans la couche de tissu supérieure ainsi que dans la couche de tissu
inférieure lient la couche de tissu inférieure complètement formée par les fils longitudinaux
inférieurs à la couche de tissu supérieure.
4. Toile de formation de feuille selon la revendication 3, dans laquelle les quatre fils
longitudinaux qui forment les deux paires fonctionnelles de fils longitudinaux s'étendent
dans la couche de tissu supérieure ainsi que dans la couche de tissu inférieure, et
dans laquelle les deux fils longitudinaux de chaque paire fonctionnelle lient en alternance
la couche de tissu inférieure complètement formée par les fils longitudinaux inférieurs
à la couche de tissu supérieure.
5. Toile de formation de feuille selon l'une des revendications 1 à 4, dans laquelle
sont toujours disposés précisément deux fils longitudinaux supérieurs (12, 13) et/ou
précisément quatre fils longitudinaux inférieurs (33, 34, 35, 36) dans le tissu entre
deux paires fonctionnelles de fils longitudinaux (21, 22 ; 23, 24).
6. Toile de formation de feuille selon l'une des revendications 1 à 5, dans laquelle
les fils longitudinaux supérieurs (11-14), les fils longitudinaux inférieurs (31-38)
et les fils longitudinaux (21-24) des paires fonctionnelles ont le même diamètre.
7. Toile de formation de feuille selon l'une des revendications 3 à 5, dans laquelle
les fils transversaux supérieurs (11-14) et les fils transversaux (21-24) des paires
fonctionnelles ont le même diamètre, et dans laquelle le diamètre des fils longitudinaux
inférieurs (31-38) est supérieur au diamètre des fils transversaux supérieurs (11-14)
et des fils longitudinaux (21-24) des paires fonctionnelles.
8. Toile de formation de feuille selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
tous les fils transversaux qui s'étendent dans la couche de tissu supérieure sont
réalisés comme fils transversaux supérieurs (101-120, 101-112) qui s'étendent exclusivement
dans la couche de tissu supérieure, et/ou dans laquelle tous les fils transversaux
qui s'étendent dans la couche de tissu inférieure sont réalisés comme fils transversaux
inférieurs (201-210, 201-208) qui s'étendent exclusivement dans la couche de tissu
inférieure.
9. Toile de formation de feuille selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
le rapport entre les fils transversaux qui s'étendent dans la couche de tissu supérieure
et les fils transversaux qui s'étendent dans la couche de tissu inférieure est supérieur
à 1, en étant notamment supérieur ou égal ou exactement égal à 2:1 ou en étant notamment
supérieur ou égal ou exactement égal à 3:2.
10. Toile de formation de feuille selon l'une des revendications précédentes, dans laquelle
la première armure est une armure-toile, et/ou dans laquelle la deuxième armure est
une armure à 5 lisses ou une armure à 4 lisses.