(19)
(11) EP 2 584 264 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
14.05.2014  Patentblatt  2014/20

(21) Anmeldenummer: 11186180.3

(22) Anmeldetag:  21.10.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F23H 3/02(2006.01)
F23H 7/08(2006.01)

(54)

Roststufenmodul für einen Schub-Verbrennungsrost

Grate stage module for a push combustion grate

Module de grille à étages pour une grille de combustion à poussée


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.04.2013  Patentblatt  2013/17

(73) Patentinhaber: Martin GmbH für Umwelt- und Energietechnik
80807 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Bachmann, Jörg
    8575 Bürglen TG (CH)
  • Alpiger, Peter
    9500 Wil (CH)

(74) Vertreter: Castell, Klaus et al
Patentanwaltskanzlei Liermann - Castell Willi-Bleicher-Strasse 7
52353 Düren
52353 Düren (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 1 281 913
WO-A1-2011/063912
JP-A- 7 004 634
EP-A2- 1 617 143
DE-C- 914 664
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Roststufenmodul für einen Schub-Verbrennungsrost zum Verbrennen von Kehricht in einer Grossanlage nach Patentanspruch 1.

    [0002] Die Erfindung betrifft insbesondere ein Roststufenmodul für einen Schub-Verbrennungsrost zum Verbrennen von Kehricht in einer Grossanlage, wobei das Roststufenmodul ein Trägerteil für die Roststufen aufweist.

    [0003] Schub-Verbrennungsroste zum Verbrennen von Kehricht sind seit langem bekannt. Schub-Verbrennungsroste dieser Art haben eine Anzahl von beweglichen Roststufen, die geeignet sind, Schubhübe auszuführen und so das Brenngut auf dem Verbrennungrost in die gewünschte Richtung zu befördern. Typischerweise ist bei solchen Vorschubrosten jede zweite Roststufe ortsfest angeordnet und die dazwischenliegenden Roststufen sind mechanisch beweglich gelagert. Es ist auch bekannt, dass derartige Schub-Verbrennungsroste im Betrieb enormen Belastungen mechanischer, thermischer und chemischer Art ausgesetzt sind. Es sind deshalb in der Regel schwere Metallkonstruktionen, deren Einbau, Ausbau und Wartung wegen des hohen Gewichts und des starken Verschleisses meist sehr aufwendig ist.

    [0004] Ein Beispiel eines Schub-Verbrennungsrost-Moduls zum Verbrennen von Kehricht in Grossanlagen ist aus der WO-95/18333, welche den Oberbegriff des Anspruchs 1 offenbart, bekannt. Dieses Modul besteht aus mehreren gegeneinander beweglichen Roststufen, aus einer Primärluftzufuhr und einem Schlackenauffang. Das Modul als Ganzes inklusive sämtlicher Antriebs- Versorgungs- und Steuerungselemente bildet ein unteilbares und fertiges Einbaumodul. Das Modul hat eine tragende chassisartige Rahmenkonstruktion für alle Roststufen bzw. für den ganzen Rost. Eine Gewichtseinsparung wird insbesondere dadurch erreicht, dass tragende Elemente sowie der Rost aus gewichtssparenden Blech-Hohlkörpern bestehen, die im eingebauten Zustand von einem flüssigen Medium durchströmbar sind und so gekühlt werden. Dank dieser Flüssigkeitskühlung der wichtigsten Elemente können die Bauteile im Betrieb auf relativ niedrigen und lediglich gering schwankenden Temperaturen gehalten werden, so dass bei schmalen Roststufenbahnen zumindest teilweise sogar die Dilatations-Ausgleichselemente entfallen können. Insgesamt wird der Gedanke der Modulbauweise zwar gebraucht, er richtet sich aber klar auf ein als Ganzes einbaubares und Strassentransport-fähiges Fertigmodul. Das mag bei Neukonstruktionen zwar ein Vorteil sein, bei Wartungs- und Anpassungsarbeiten aber eher nicht, denn es dürfte unerwünscht sein, im Fall von Wartungsarbeiten grosse Module austauschen zu müssen oder im Fall von Anpassungsarbeiten infolge eines spezifische Modulaufbaus Einschränkungen bezüglich Flexibilität hinnehmen zu müssen.

    [0005] Bei der WO-95/18333 ist jede der beweglichen Roststufen ist von einer eigenen hydraulischen Zylinder-Kolben-Einheit angetrieben. Der Vorlaufstrang für das Kühlmedium, ein Zufuhrkanal für Sperrluft und der Lüftungskanal für die Primärluft verlaufen unmittelbar unterhalb der Roststufen in der Längsrichtung des Verbrennungsrostes. Letzteres bedeutet natürlich, dass eine im Betrieb allenfalls notwendige Anpassung bzw. Änderung einer bestehenden Zonen-Luft-Trennung doch zumindest stark behindert sein dürfte. Bekanntlich werden Verbrennungsroste in verschiedene Verbrennungszonen unterteilt, weil nämlich je nach Verbrennungszone stark unterschiedliche Verhältnisse vorherrschen die jeweils auch unterschiedlicher Belüftung und Kühlung bedürfen. Zonen-Anpassungen können beispielsweise notwendig sein, wenn sich die Art und Zusammensetzung des zu verbrennenden Kehrichts dauerhaft ändert.

    [0006] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Roststufenmodul für einen Schub-Verbrennungsrost zum Verbrennen von Kehricht in einer Grossanlage anzugeben, das in der Montage und Wartung leichter zu handhaben ist und eine grössere Flexibilität bezüglich der Anpassbarkeit der Zonen-Luft-Trennung bietet.

    [0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination des Patentanspruchs 1 gelöst.

    [0008] Die Lösung besteht darin, dass das bei einem gattungsgemässen Roststufenmodul genau eine feste Roststufe und genau eine bewegliche Roststufe sowie ein zugehöriger Roststufenantrieb vorgesehen ist. Dabei ist die bewegliche Roststufe gegenüber der festen Roststufe mit dem Roststufenantrieb hin- und hergehend verschiebbar. Zudem ist das Roststufenmodul mit weiteren gleichartigen Roststufenmodulen lückenlos aneinanderreihbar. Dies hat zunächst den Vorteil, dass auf einfache Weise Schub-Verbrennungsroste beliebiger Länge gebildet werden können.

    [0009] Diese Bauweise bringt aber auch den zusätzlichen Vorteil, dass grundsätzlich zwischen zwei Roststufenmodulen auf einfache Weise eine Zonen-Luft-Trennung in der Form eines Zonentrennbleches angebracht werden kann. Somit erreicht man die gewünschte grössere Flexibilität bezüglich der Anpassbarkeit der Zonen-Luft-Trennung in Kehrichtverbrennungsanlagen.

    [0010] Selbstverständlich ist mit Hinblick auf den in der WO-95/18333 offenbarten Modulaufbau zu bemerken, dass eine weitgehende Abwesenheit oder ein vollständiges Fehlen von in Förderrichtung des Verbrennungsrostes unmittelbar unter den Roststufen verlaufenden Längskanälen zur Förderung von Luft oder von Kühlmedien einer grösseren Flexibilität bezüglich der Anpassbarkeit der Zonen-Luft-Trennung natürlich sehr hilfreich ist. In den weiteren Ausführungen wird gezeigt, dass die diesbezüglich gewünschte Flexibilität in vielen Fällen dank der speziellen Gestaltung der Roststufenplatten auf den Roststufen tatsächlich realisierbar ist. Zum Einen ist nämlich davon auszugehen, dass selbst bei konventioneller Gestaltung von Roststufenplatten nicht alle Zonen eines Verbrennungsrostes immer einer zusätzlichen Kühlung bedürfen, und zum Anderen kann mit der nachstehend erwähnten speziellen Gestaltung der Roststufenplatten zusätzlich erreicht werden, dass nur noch wenige Zonen oder Zonenbereiche letztlich überhaupt gekühlt werden müssen. Die spezielle Gestaltung der Roststufenplatten, die vorzugsweise einzeln befestigbar sind, beinhaltet, dass die Roststufenplatten auf der dem Verbrennungsgut zugewandten Seite eine geeignete Schweissplattierung aufweisen. Damit lässt sich selbst bei ungekühlten Roststufenplatten eine vergleichsweise höhere Verschleissfestigkeit als bei gängigen Roststufenplatten ohne Schweissplattierung erzielen. Selbstverständlich können derartige Roststufenplatten im Innern auch noch einen mäandernden Kanal zur Führung eines Kühlmediums durch die Rosstufenplatte aufweisen, was die Verschleissfestigkeit der Roststufenplatten dank Kühlung natürlich weiter erhöht. Es versteht sich von selbst, dass ein Modularitätskonzept mit relativ einfachen Modulen geringer Grösse unabhängig vom Kühlungsbedarf in einzelnen Zonen bzw. einzelnen Modulgruppen für die generelle Erleichterung der Wartbarkeit wohl immer sinnvoll und vorteilhaft ist.

    [0011] Ein weiterer Vorteil des einfachen modularen Aufbaus besteht darin, dass die Roststufenmodule prinzipiell unterschiedliche Stufenhöhen oder unterschiedliche Stufenausformungen aufweisen können. Die lückenlose Aneinander-Reihbarkeit solch unterschiedlich gestalteter Roststufenmodule benötigt stets nur ein Minimum an konstruktiven Anpassungen. Weiterhin können die unterschiedliche Stufenhöhen oder die unterschiedlichen Stufenausformungen natürlich sowohl in der festen als auch in der beweglichen Roststufe ausgebildet sein. Derartige Abweichungen in der Formgebung können vorteilhaft sein um den zuverlässigen Weitertransport des Verbrennungsgutes sicherzustellen.

    [0012] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Roststufenmoduls ist die besonders einfache und zuverlässige Mechanik mit der die Hin- und Herbewegung der beweglichen Roststufe erzeugt wird. Dazu weist der Roststufenantrieb auf beiden Seiten des Roststufenmoduls je einen Hydraulikzylinder auf, wobei die Hydraulikzylinder natürlich gleichzeitig und gemeinsam gesteuert sind. Die Hydraulikzylinder bewirken über beidseitige Antriebshebel, eine Antriebswelle, weitere Antriebshebel und Umlenkhebel die hin- und hergehende Verschiebung der beweglichen Roststufe. So wird auf einfache Weise eine Drehbewegung der Antriebswelle in eine rein translatorische Hin- und Herbewegung der beweglichen Roststufe umgewandelt und die Hydraulikzylinder als krafterzeugende Antriebselemente sind zudem in weniger gefährdeten Seitenbereichen angeordnet. Dabei erfolgt die translatorische Führung der beweglichen Roststufe über Führungsträger, die fest mit der beweglichen Roststufe verbunden sind, und über Führungsrollen, die an dem Trägerteil angebracht sind.

    [0013] Die erfindungsgemässe Ausführung des Roststufenmoduls ermöglicht es zudem, dass auch sehr breite Roste einfach realisierbar sind. Wegen der erhöhten Gewichtsbelastung müssen dazu grundsätzlich lediglich Elemente des Roststufenmoduls, insbesondere natürlich das Trägerteil, festigkeitsmässig entsprechend ausgelegt sein. Bekannte Roste gängiger Bauart sind üblicherweise in einzelne Rostbahnen von ca. 2-3 Meter Breite aufgeteilt. Zwischen diese Rostbahnen werden Mittelstege zur Dehnungs-Aufnahme eingebaut. Diese Mittelstege sind sehr aufwendig in der Herstellung und auch im Unterhalt. Mit der erfindungsgemässen Ausführung des Roststufenmoduls können grundsätzlich auch Roste mit einer durchgehenden Breite von über 6 Meter und ohne Mittelstege realisiert werden. Zum Auffangen der WärmeDehnungen der einzelnen Komponenten müssen natürlich gleichwohl geeignete technische Massnahmen vorgesehen sein, diese sind aber in der Regel einfacher zu gestalten wenn auf Mittelstege verzichtet werden kann.

    [0014] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Dabei zeigt die
    Fig. 1
    einen Schub-Verbrennungsrost in schematischer Seitenansicht, bei dem eine Anzahl von erfindungsgemässen Roststufenmodulen aneinandergereiht ist, die
    Fig. 2
    ein Roststufenmodul in räumlicher Teilansicht von hinten mit vorgeschobener beweglicher Roststufe, die
    Fig. 3
    das Roststufenmodul von Fig. 2 in räumlicher Teilansicht von hinten mit zurückgezogener beweglicher Roststufe, die
    Fig. 4
    das Roststufenmodul von Fig. 2 in räumlicher Teilansicht von hinten mit angebrachtem Zonentrennblech, die
    Fig. 5
    das Roststufenmodul von Fig. 4 in räumlicher Teilansicht von vorne, und die
    Fig. 6
    das Roststufenmodul gemäss den Fig. 2-5 in einer teilweisen Ansicht von vorne.


    [0015] Die Fig. 1 zeigt einen Schub-Verbrennungsrost in schematischer Seitenansicht, bei dem eine Anzahl von erfindungsgemässen Roststufenmodulen (1) aneinandergereiht ist. Das Roststufenmodul (1) umfasst ein Trägerteil (2), genau eine feste Roststufe (3), genau eine bewegliche Roststufe (4) und einen Roststufenantrieb mit Hydraulikzylindern (5) als krafterzeugenden Antriebselementen. Die bewegliche Roststufe (4) ist gegenüber der festen Roststufe (3) mit Hilfe des Roststufenantriebs hin- und hergehend verschiebbar. Das Roststufenmodul (1) ist mit weiteren Roststufenmodulen (1) lückenlos aneinanderreihbar um so den ganzen Schub-Verbrennungsrost zu bilden. Gezeigt sind hier beispielhaft sechs aneinandergereihte Roststufenmodule (1), die Anzahl der aneinandergereihten Roststufenmodule (1) ist aber grundsätzlich frei wählbar.

    [0016] Werden erfindungsgemässe Roststufenmodule (1) wie in der Fig. 1 gezeigt lückenlos aneinandergereiht, so entsteht das typischerweise bei Verbrennungsrosten angewendete Muster, bei dem jede zweite Roststufe ortsfest angeordnet ist und die dazwischenliegenden Roststufen mechanisch beweglich gelagert sind. Die Darstellung gemäss Fig. 1 veranschaulicht zudem auch noch das üblicherweise angewendete Steuerungsprinzip für die beweglichen Roststufen 4, bei dem abwechslungsweise jeweils eine bewegliche Roststufe 4 in maximal vorgeschobener Position (A) ist, während jeweils eine weitere nachfolgende bewegliche Roststufe 4 in maximal zurückgezogener Position (B) ist; bei mehr als zwei Roststufenmodulen 1 also auch wiederum in abwechselnder Reihenfolge. Auf diese Weise wird das (nicht dargestellte) Brenngut auf dem Schub-Verbrennungsrost allmählich in der Transportrichtung (T) vorwärts geschoben. Die einzelnen beweglichen Roststufen 4 bewegen sich dabei jeweils translatorisch in einer Richtung (S) hin- und her.

    [0017] Als Roststufenantrieb wird hier die Gruppe von Komponenten bezeichnet, mit der eine bewegliche Rosstufe 4 translatorisch bewegt wird. Einige dieser Komponenten sind in der Fig. 1 zumindest teilweise sichtbar (für die weitere Verdeutlichung siehe insbesondere die Fig. 2). Der schwenkbar angebrachte Hydraulikzylinder 5 wirkt auf einen Antriebshebel 6, der eine Antriebswelle 7 in Drehbewegung versetzt. An der Antriebswelle 7 sind winkelversetzt weitere Antriebshebel 8 angebracht. An den weiteren Antriebshebel 8 sind Umlenkhebel 9 angelenkt, die ihrerseits auch an der beweglichen Roststufe 4 angelenkt sind. Auf diese Weise wird die ursprünglich translatorische Hin- und Herbewegung der Kolben der Hydraulikzylinder 5 in eine Drehbewegung der Antriebswelle 7 und schliesslich wieder in eine translatorische Hin- und Herbewegung der beweglichen Rostplatten 4 umgesetzt. Besonders deutlich erkennt man diesen Mechanismus in der Fig. 1 an den bewegliche Roststufen 4 in der maximal vorgeschobener Position (A).

    [0018] Die Fig. 2 zeigt das Roststufenmodul 1 in räumlicher Teilansicht von hinten mit der beweglichen Roststufe 4 in maximal vorgeschobener Position (A). Ein Teilbereich der festen Roststufe 3 ist hier weggelassen um den darunter liegenden Mechanismus deutlicher erkennen zu können.

    [0019] Die Antriebswelle 7 hat äussere Antriebswellen-Lager 10 und innere Antriebswellen-Lager 11 mit denen sie am Trägerteil 2 gelagert ist. Auf diese Lagerung wird im Zusammenhang mit der Fig. 5 noch weiter eingegangen werden. Die feste Roststufe 3 ist an einer Auflage 12 angebracht, die ihrerseits fest mit dem Trägerteil 2 verbunden ist. Die bewegliche Roststufe 4 hat nach hinten herausragende Führungsträger 13, die mit derselben fest verbunden sind. Weiterhin sind am Trägerteil 2 Führungsrollen 14 angebracht, auf denen die Führungsträger 13 aufliegen und von denen die Führungsträger 13 und damit auch die bewegliche Rostplatte 4 in ihrer Hin- und Herbewegung geführt sind.

    [0020] Ebenfalls deutlich zu erkennen ist in der Fig. 2, dass sowohl die feste Roststufe 3 wie auch die bewegliche Roststufe 4 aus einzelnen Roststufenplatten 15 aufgebaut sind. Die Roststufenplatten 15 sind dabei einzeln auf einem Plattenträger 16 befestigbar.

    [0021] Die Fig. 3 zeigt das Roststufenmodul von Fig. 2 in räumlicher Teilansicht von hinten mit der beweglichen Roststufe 4 in maximal zurückgezogener Position (B). Es ist deutlich zu erkennen, dass die Führungsträger 13 in dieser Position etwas nach hinten herausragen. Es ist aber nicht so, dass dieses Hinausragen bei aneinandergereihten Roststufenmodulen 1 die Funktion des hintanliegenden Moduls in irgendeiner Weise stört.

    [0022] Die Fig. 4 zeigt das Roststufenmodul von Fig. 2 in räumlicher Teilansicht von hinten mit einem angebrachtem Zonentrennblech 17. Das Zonentrennblech 17 kann als einstückiges durchgehendes Abdeckteil ausgeführt sein und es ist vorzugsweise in geeigneter Form am Trägerteil 2 lösbar befestigt. Es ist somit möglich, auf diese Weise zwischen den einzelnen aneinandergereihten Roststufenmodulen 1 eines Verbrennungsrostes an den gewünschten oder notwendigen Stellen bedarfsgerecht Zonen-Luft-Trennungen einzuführen. Auf diese Weise kann die Menge an zugeführter Frischluft, die in einer spezifischen Brennzone durch Lüftungsschlitze 18 in den Roststufenplatten 15 in den Verbrennungsraum eintreten soll, gezielt und flexibel gesteuert werden. Zur Vereinfachung der Darstellung sind die Mittel zur Heranführung und Verteilung von Frischluft, die sich natürlich ebenfalls unter dem Verbrennungsrost befinden, in den Zeichnungen nicht dargestellt. Es handelt sich dabei aber, ebenso wie bei den Mitteln zur Schlackeabfuhr, aber um gängige Konstruktionen, die keiner weiteren Erläuterung bedürfen.

    [0023] Die Fig. 5 zeigt das Roststufenmodul von Fig. 4 in räumlicher Teilansicht von vorne. Besonders deutlich sind hier die Antriebswelle 7 und die Befestigung derselben zu erkennen. Dazu weist das Trägerteil 2 in Abständen Stützteile 19 auf, an denen die Antriebswelle 7 mit den inneren Antriebswellen-Lagern 11 in einer Weise lösbar befestigt ist, dass die Antriebswelle als Ganzes ohne Demontage des Trägerteils 2 aus einem (nicht dargestellten) Verbrennungsrost-Rahmen ausbaubar ist. Allerdings müssen zu diesem Zweck die äusseren Antriebswellen-Lager 10 (vgl. dazu Fig. 2) und die Hydraulikzylinder vorgängig ebenfalls demontiert werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass selbst Teile des Roststufenmoduls 1 vor Ort austauschbar sind.

    [0024] Die Fig. 6 zeigt schliesslich noch in ergänzender Weise das Roststufenmodul gemäss den Fig. 2-5 in einer teilweisen Ansicht von vorne. Insbesondere Teile des Roststufenantriebs, so etwa die Antriebswelle 7, die weiteren Antriebshebel, wie auch die inneren und die äusseren Antriebswellen-Lager 11, 10 sind hier deutlicher erkennbar. Zudem ist ersichtlich, dass weitere Massnahmen zur erleichterten Austauschbarkeit der Antriebswelle 7 vorgesehen sind, so etwa eine Aufteilung der Antriebswelle 7 in Teilantriebswellen-Stücke oder die Separierbarkeit des äusseren Antriebswelle-Lagers 10 mit dem Hydraulikzylinder 5.

    Bezugsziffernliste



    [0025] 
    1
    Roststufenmodul
    2
    Trägerteil
    3
    feste Roststufe
    4
    bewegliche Roststufe
    5
    Hydraulikzylinder
    6
    Antriebshebel
    7
    Antriebswelle
    8
    weiterer Antriebshebel
    9
    Umlenkhebel
    10
    äusseres Antriebswellen-Lager
    11
    inneres Antriebswellen-Lager
    12
    Auflage (für feste Roststufe)
    13
    Führungsträger
    14
    Führungsrolle
    15
    Roststufenplatte
    16
    Plattenträger
    17
    Zonentrennblech
    18
    Lüftungsschlitze
    19
    Stützteil
    A
    maximal vorgeschobener Position
    B
    maximal zurückgezogene Position
    T
    Transportrichtung des Brennguts
    S
    Richtung der Hin- und Herbewegung



    Ansprüche

    1. Roststufenmodul (1) für einen Schub-Verbrennungsrost zum Verbrennen von Kehricht in einer Grossanlage, wobei das Roststufenmodul (1) ein Trägerteil (2) für Roststufen (3,4) aufweist,
    dadurch gekennzeichnet, dass das Roststufenmodul (1) genau eine feste Roststufe (3) und genau eine bewegliche Roststufe (4) sowie einen Roststufenantrieb aufweist, wobei die bewegliche Roststufe (4) gegenüber der festen Roststufe (3) mit dem Roststufenantrieb hin- und hergehend verschiebbar ist und wobei das Roststufenmodul (1) mit weiteren Roststufenmodulen (1) lückenlos aneinanderreihbar ist um den Schub-Verbrennungsrost zu bilden.
     
    2. Roststufenmodul (1) nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Roststufenmodul (1) eine Zonen-Luft-Trennung in der Form eines Zonentrennbleches (17) aufweist.
     
    3. Roststufenmodul (1) nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zonentrennblech (17) lösbar in einem hinteren Bereich des Trägerteils (2) anbringbar ist.
     
    4. Roststufenmodul (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Roststufenantrieb auf beiden Seiten des Roststufenmoduls (1) je einen Hydraulikzylinder (5) aufweist, wobei die Hydraulikzylinder (5) gemeinsam gesteuert sind.
     
    5. Roststufenmodul (1) nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikzylinder (5) über beidseitige Antriebshebel (6), eine Antriebswelle (7), weitere Antriebshebel (8) und Umlenkhebel (9) die hin- und hergehende Verschiebung der beweglichen Roststufe (4) bewirken.
     
    6. Roststufenmodul (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führung der beweglichen Roststufe (4) über Führungsträger (13), die fest mit der beweglichen Roststufe (4) verbunden sind, und über Führungsrollen (14), die an dem Trägerteil (2) angebracht sind, erfolgt.
     
    7. Roststufenmodul (1) nach einem der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die feste und die bewegliche Roststufe (3,4) mit einzeln befestigbaren Roststufenplatten (15) versehen ist.
     
    8. Roststufenmodul (1) nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Roststufenplatte (15) auf der dem Verbrennungsgut zugewandten Seite eine Schweissplattierung aufweist.
     
    9. Roststufenmodul (1) nach Patentanspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Roststufenplatte (15) einen mäandernder Kanal zur Führung eines Kühlmediums durch die Rosstufenplatte aufweist.
     
    10. Verbrennungsrost zum Verbrennen von Kehricht in einer Grossanlage mit mindestens zwei Roststufenmodulen (1) nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Roststufenmodule (1) lückenlos aneinandergereiht sind und die Roststufenantriebe aufeinander abgestimmt sind.
     
    11. Verbrennungsrost zum Verbrennen von Kehricht in einer Grossanlage mit mindestens zwei Roststufenmodulen (1) nach Patentanspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Roststufenmodule (1) unterschiedliche Stufenhöhen oder unterschiedliche Stufenausformungen aufweisen.
     
    12. Verbrennungsrost zum Verbrennen von Kehricht in einer Grossanlage mit mindestens zwei Roststufenmodulen (1) nach Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedliche Stufenhöhen oder die unterschiedlichen Stufenausformungen in der festen oder in der beweglichen Roststufe ausgebildet sind.
     


    Claims

    1. A grate step module (1) for a thrust combustion grate for the combustion of refuse in a large-scale facility, wherein the grate step module (1) features a carrier part (2) for grate steps (3, 4), characterized in that the grate step module (1) features exactly one fixed grate step (3) and exactly one movable grate step (4), as well as a grate step drive, wherein the movable grate step (4) can be displaced relative to the fixed grate step (3) in a reciprocating fashion by means of the grate step drive, and wherein the grate step module (1) can be connected in a row to other grate step modules (1) without gap in order to form the thrust combustion grate.
     
    2. The grate step module (1) according to Claim 1, characterized in that the grate step module (1) features a zonal air separation in the form of a zone separating plate (17).
     
    3. The grate step module (1) according to Claim 2, characterized in that the zone separating plate (17) can be separably attached to a rear region of the carrier part (2).
     
    4. The grate step module (1) according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the grate step drive respectively features a hydraulic cylinder (5) on both sides of the grate step module (1), wherein the hydraulic cylinders (5) are jointly controlled.
     
    5. The grate step module (1) according to Claim 4, characterized in that the hydraulic cylinders (5) bring about the reciprocating displacement of the movable grate step (4) by means of drive levers (6) on both sides, a driveshaft (7), additional drive levers (8) and reversing levers (9).
     
    6. The grate step module (1) according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the movable grate step (4) is guided by means of guide carriers (13) that are rigidly connected to the movable grate step (4) and by means of guide rollers (14) that are arranged on the carrier part (2).
     
    7. The grate step module (1) according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the fixed and the movable grate step (3, 4) are provided with individually mountable grate step plates (15).
     
    8. The grate step module (1) according to Claim 7, characterized in that the grate step plate (15) features a cladding deposited by welding on the side that faces the material to be combusted.
     
    9. The grate step module (1) according to Claim 7 or 8, characterized in that the grate step plate (15) features a meandering channel for conveying a cooling medium through the grate step plate.
     
    10. A combustion grate for the combustion of refuse in a large-scale facility with at least two grate step modules (1) according to Claim 1, characterized in that the grate step modules (1) are connected in a row without gap and the grate step drives are harmonized with one another.
     
    11. The combustion grate for the combustion of refuse in a large-scale facility with at least two grate step modules (1) according to Claim 10, characterized in that the grate step modules (1) have different step heights or different step shapes.
     
    12. The combustion grate for the combustion of refuse in a large-scale facility with at least two grate step modules (1) according to Claim 11, characterized in that the different step heights or the different step shapes are realized in the fixed or in the movable grate step.
     


    Revendications

    1. Module de grille à étages (1) pour grille de combustion à poussée pour la combustion d'ordures dans une grosse installation, ce module de grille à étages (1) présentant une pièce porteuse (2) pour les grilles à étages (3, 4), caractérisé en ce que le module de grille à étages (1) présente précisément une grille à étages fixe (3) et précisément une grille à étages mobile (4), de même qu'une commande de grille à étages, la grille à étages mobile (4) étant mobile en va et vient par rapport à la grille à étages fixe (3) à l'aide de la commande de grille à étages et le module de grille à étages (1) pouvant être aligné en continu avec d'autres modules de grille à étages (1) pour former la grille de combustion à poussée.
     
    2. Module de grille à étages (1) selon la revendication 1 du brevet, caractérisé en ce que le module de grille à étages (1) présente un système de séparation de l'air en zones sous forme d'une tôle de séparation de zones (17).
     
    3. Module de grille à étages (1) selon la revendication 2 du brevet, caractérisé en ce que la tôle de séparation de zones (17) peut être installée de manière dissociable dans une partie arrière de la pièce porteuse (2).
     
    4. Module de grille à étages (1) selon une des revendications 1 à 3 du brevet, caractérisé en ce que la commande de grille à étages présente un vérin hydraulique (5) sur chacun des deux côtés du module de grille à étages (1), les vérins hydrauliques (5) pouvant être commandés ensemble.
     
    5. Module de grille à étages (1) selon la revendication 4 du brevet, caractérisé en ce que les vérins hydrauliques (5) provoquent le mouvement de va et vient de la grille à étages mobile (4) à l'aide de leviers d'entraînement bilatéraux (6), d'un arbre moteur (7) d'autres leviers d'entraînement (8) et de leviers d'inversion (9).
     
    6. Module de grille à étages (1) selon une des revendications 1 à 5 du brevet, caractérisé en ce qu'un guidage de la grille à étages mobile (4) est assuré par des porte-guides (13) qui sont raccordés fixement à la grille à étages mobile (4) et à des rouleaux de guidage (14) qui sont installés sur la pièce porteuse (2).
     
    7. Module de grille à étages (1) selon une des revendications 1 à 6 du brevet, caractérisé en ce que les grilles à étages fixe et mobile (3, 4) sont pourvues de plaques de grille à étages (15) pouvant être fixées individuellement.
     
    8. Module de grille à étages (1) selon la revendication 7 du brevet, caractérisé en ce que la plaque de grille à étages (15) présente un placage soudé sur sa face tournée vers le produit à brûler.
     
    9. Module de grille à étages (1) selon la revendication 7 ou 8 du brevet, caractérisé en ce que la plaque de grille à étages (15) présente un canal sinueux pour guider un fluide de refroidissement dans la plaque de grille à étages.
     
    10. Grille de combustion pour la combustion d'ordures dans une grosse installation comportant au moins deux modules de grille à étages (1) selon la revendication 1 du brevet, caractérisé en ce que les modules de grille à étages (1) sont alignés en continu les uns avec les autres et que les commandes de grilles à étages sont harmonisées mutuellement.
     
    11. Grille de combustion pour la combustion d'ordures dans une grosse installation comportant au moins deux modules de grille à étages (1) selon la revendication 10 du brevet, caractérisé en ce que les modules de grille à étages (1) ont des hauteurs d'étages différentes ou des saillies d'étages différentes.
     
    12. Grille de combustion pour la combustion d'ordures dans une grosse installation comportant au moins deux modules de grille à étages (1) selon la revendication 11 du brevet, caractérisé en ce que les hauteurs d'étages différentes ou les saillies d'étages différentes sont réalisées dans la grille à étages fixe ou mobile.
     




    Zeichnung























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente