Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft die Herstellung von Polyvinylacetalen mit ausgewählter Viskosität
durch Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal anhand dessen Teilchengrößenverteilung.
Stand der Technik
[0002] Die Herstellung von Polyvinylacetalen, insbesondere Polyvinylbutyral, durch sauer
katalysierte Acetalisierung von Polyvinylalkohol wird in vielen Varianten seit mehreren
Jahrzehnten großtechnisch wie z. B. in
DE 2838025,
US 5187217,
EP 1384731 beschrieben, durchgeführt. Gemeinsamkeit dieser Verfahren ist, dass Polyvinylalkohol
in homogener wässriger Lösung sukzessive acetalisiert wird, wobei das erhaltene Polyvinylacetal
mit steigendem Acetalisierungsgrad in Wasser unlöslich wird und in Form von Partikeln
aus der Reaktionslösung ausfällt. Die Polyvinylacetal-Partikel werden nach Abschluss
der Reaktionen abfiltriert, gewaschen und getrocknet.
[0003] Der eingesetzte Polyvinylalkohol liegt als radikalisches Polymerisat von Vinylacetat
mit einer relativ großen Polydispersität von 2,5 bis 4,5 vor. Dementsprechend sind
auch die erhaltenen Polyvinylacetale ein Gemisch aus Polyvinylacetalen unterschiedlicher
Kettenlänge und zum Teil unterschiedlichem Acetalisierungsgrad.
[0004] Die am Polyvinylacetal makroskopisch ermittelten Eigenschaften wie Acetalisierungsgrad,
Restpolyvinylalkoholgehalt, Polymerisationsgrad und Viskosität stellen dementsprechend
Mittelwerte über alle Fraktionen dar.
Aufgabe
[0005] Die Herstellung von Polyvinylacetalen mit niedriger Viskosität ist technisch mit
Problemen behaftet, da solche Verbindungen niedrige Schmelzpunkte aufweisen und bereits
bei Raumtemperatur 25 °C und darüber zum Verkleben an Reaktorwänden, Rohrleitungen
oder Filtersystemen neigen. Es wäre daher von Vorteil, eine alternative Herstellmethode
für niedrigviskose Polyvinylacetale unter Vermeidung einer gezielten Synthese bereitzustellen.
[0006] Überraschenderweise wurde gefunden, dass bei der Herstellung von Polyvinylacetalen
niedrigviskose Anteile hauptsächlich in Form von kleineren und hochviskose Anteile
hauptsächlich in Form von größerer Partikel vorkommen.
Darstellung der Erfindung
[0007] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur Fraktionierung
von Roh-Polyvinylacetal in mindestens zwei Fraktionen enthaltend Polyvinylacetale
mit unterschiedlichen Viskositäten durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal in mindestens
zwei Fraktionen mit unterschiedlicher mittlerer Teilchengröße.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren kann unabhängig von der absoluten Viskosität und mittleren
Teilchengröße des Roh-Polyvinylacetals durchgeführt werden. Durch die Sichtung in
mindestens zwei, bevorzugt in drei und besonders bevorzugt in vier oder fünf Fraktionen
mit unterschiedlicher mittlerer Teilchengröße wird eine entsprechende Anzahl Fraktionen
mit unterschiedlichen Viskositäten erhalten.
[0009] Der Begriff "Sichtung in Fraktionen unterschiedlicher Teilchengröße umfasst die Trennung
von Roh-Polyvinylacetal in Fraktionen, die aufgrund der Trennschärfe der Sichtungsverfahren
technisch bedingte Überlappungsbereiche aufweisen können.
[0010] Es ist ein besonderes Merkmal der vorliegenden Erfindung, dass sich Restacetatgehalt
und Polyvinylalkoholanteil des Polyvinylacetals durch die Sichtung nicht ändert, d.
h. die Polyvinylacetale der Fraktionen weisen nahezu die gleichen Restacetatgehalte
und Polyvinylalkoholanteile wie das eingesetzte Roh-Polyvinylacetal auf.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren wird in einer ersten Ausführungsform durchgeführt,
in dem das Roh-Polyvinylacetal durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal in zwei Fraktionen,
wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
kleiner d
50 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d
50 enthalten
[0012] In einer zweiten Ausführungsform wird Roh-Polyvinylacetal durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal
in zwei Fraktionen aufgeteilt, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d
40 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d
40 enthält.
[0013] In einer dritten Ausführungsform wird Roh-Polyvinylacetal durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal
in zwei Fraktionen aufgeteilt, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d
30 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d
30 enthält.
[0014] In einer vierten Ausführungsform wird Roh-Polyvinylacetal durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal
in zwei Fraktionen aufgeteilt, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d
20 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d
20 enthält.
[0015] In einer fünten Ausführungsform wird Roh-Polyvinylacetal durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal
in zwei Fraktionen aufgeteilt, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d
10 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d
10 enthält.
[0016] In einer sechsten Ausführungsform wird Roh-Polyvinylacetal durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal
in zwei Fraktionen aufgeteilt, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d
90 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d
90 enthält.
[0017] Durch die Trennung der Kornklassen wird eine Auftrennung des Roh-Polyvinylacetals
in Fraktionen mit unterschiedlichen mittleren Molekulargewichten realisiert. Die Viskositäten
und Molekulargewichte der Fraktionen hängen von der mittleren Partikelgröße und der
Molekulargewichtsverteilung, sowie deren Breite des Roh-Polyvinylacetals ab.
[0018] In einer zweiten Variante wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Roh-Polyvinylacetal
in Fraktionen mit den folgenden Größenverteilungen d
50 gesichtet:

[0021] Die erfindungsgemäße Fraktionierung kann durch Techniken wie Sieben, Zentrifugation
oder Windsichten erfolgen.
[0022] Die erfindungsgemäß verwendeten Roh-Polyvinylacetale besitzen bevorzugt einen Polyvinylalkoholanteil
von 12 - 27 Gew.-% und insbesondere von 12 - 18 Gew. %, von 18 - 21 %, 21 - 24 Gew.
% und von 24 - 27 Gew.-%.
[0023] Der Restacetatgehalt ist dabei bevorzugt kleiner 20 mol % und insbesondere von 16-6,5
mol%, oder kleiner 4 mol%
[0024] Die erfindungsgemäß verwendeten Polyvinylacetale besitzten eine Polydispersität von
15 bis 1, bevorzugt von 10-1,5 und besonders bevorzugt von 7-2.
[0025] Bevorzugt werden zur Fraktionierung Polyvinylacetale eingesetzt, deren Gewichtsmittel
des Molekulargewichts Mw größer 10000 g/mol, bevorzugt Mw größer als 20000 g/mol und/oder
deren Lösungsviskosität zwischen 14 mPas, bevorzugt 17 mPas und 90 mPas liegt (gemessen
an einer 10%igen Lösung von PVB in EtOH:H
2O (95:5) bei 20 °C). Dabei sollte das Gewichtsmittel des Molekulargewichts Mw 150000
g/mol und/oder eine Lösungsviskosität (gemessen an einer 5%igen Lösung von PVB in
EtOH:H
2O (95:5) bei 20°C) von 300 mPas nicht überschreiten.
[0026] Das Rohpolyvinylacetal weist bevorzugt eine Teilchengrößenverteilung d
50 von 30 bis 150 µm auf.
[0027] Das Molekulargewicht Mw bzw. die Lösungsviskosität wird wie in den Beispielen angegeben
mittels Gelpermeationschromatographie (GPC) bzw. an 10%igen bzw. 5%igen Lösung der
Polyvinylacetale in Ethanol/Wasser (95:5) bei 20 °C gemessen.
[0028] Die zur Herstellung der erfindungsgemäß verwendeten Roh-Polyvinylacetale werden nach
den bekannten Methoden durch Umsetzen von Polyvinylalkoholen mit einem entsprechenden
Molgewicht und Restacetatgehalt mit einem oder mehreren Aldehyden erhalten.
[0029] Als Polyvinylacetal wird insbesondere Polyvinylbutyral, erhältlich durch Umsetzen
von Polyvinylalkohol mit Butyraldehyd, eingesetzt.
[0030] Das absolute Molekulargewicht bzw. Lösungsviskosität kann durch Einsatz von entsprechenden
Polyvinylalkoholen für die Herstellung der Polyvinylacetale kontrolliert werden. Bevorzugt
weisen die zur Herstellung der Polyvinylacetale eingesetzten Polyvinylalkohole eine
Lösungsviskosität von mehr als 2,7 mPas auf, gemessen als 4% wässrige Lösung bei 20°C.
Die Polyvinylalkohole können im Rahmen der vorliegenden Erfindung rein oder als Mischung
von Polyvinylalkoholen mit unterschiedlichem Polymerisationsgrad oder Hydrolysegrad
eingesetzt werden. Falls Mischungen von Polyvinylalkoholen eingesetzt werden, liegt
deren Lösungsviskosität erfindungsgemäß oberhalb von 2,7 mPas und überschreitet 60
mPas nicht.
[0031] Als Polyvinylalkohol können im Rahmen der vorliegenden Erfindung neben Copolymeren
aus Vinylalkohol und Vinylacetat auch Terpolymere aus hydrolysierten Vinylacetat/EthylenCopolymeren
eingesetzt werden. Diese Verbindungen sind in der Regel zu mehr als 98% hydrolysiert
und enthalten 1 bis 10 Gew. auf Ethylen basierende Einheiten (z.B. Typ "Exceval" der
Kuraray Europe GmbH).
[0032] Als Polyvinylalkohol können im Rahmen der vorliegenden Erfindung weiterhin auch hydrolysierte
Copolymere aus Vinylacetat und mindestens einem weiteren ethylenisch ungesättigten
Monomer eingesetzt werden.
[0033] Es ist möglich, die Acetalisierung mit Aldehyden mit 2-10 Kohlenstoffatomen, sowie
deren verzweigten Isomeren, bevorzugt mit Acetaldehyd, Butyraldehyd, iso-Butyraldehyd,
Valeraldehyd, oder deren Mischungen durchzuführen.
[0034] In einer weiteren, zweiten Variante der Erfindung weisen die erfindungsgemäß verwendeten
Polyvinylacetale durch Vernetzung über Carboxylgruppen, durch Polyaldehyde, Glutardialdehyd
oder Glyoxylsäure ein erhöhtes Molekulargewicht und eine erhöhte Lösungsviskosität
auf.
[0035] Vernetzte Polyvinylacetale sind z.B. über eine intermolekulare Vernetzung von Carboxylgruppen-substituierten
Polyvinylacetalen erhältlich. Diese können z.B. durch die Coacetalisierung von Polyvinylalkoholen
mit Polyaldehyden, Glutardialdehyd oder Glyoxylsäure hergestellt werden. Besonders
bevorzugt weisen so die erhaltenen Polyvinylacetale die bereits beschriebenen Untergrenzen
für Molekulargewicht Mw bzw. Lösungsviskosität auf. Bevorzugt reagieren durch die
Vernetzung 0.001 bis 1 % der ursprünglich im Polyvinylacetal enthaltenen OH-Gruppen
ab. Die vernetzten Polyvinylacetale sollen ein ähnliches Löslichkeitsverhalten wie
die unvernetzten Polyvinylacetale aufweisen.
[0036] Geeignete Vernetzungsmöglichkeiten für Polyvinylacetale sind sind z.B. in
EP 1527107 B1 und
WO 2004/063231 A1 (thermische Selbstvernetzung von Carboxylgruppenhaltigen Polyvinylacetalen),
EP 1606325 A1 (mit Polyaldehyden vernetzte Polyvinylacetale),
EP 1622946 A1 (mit Glutardialdehyd vernetzte Polyvinylacetale) und
WO 03/020776 A1 (mit Glyoxylsäure vernetzte Polyvinylacetale) beschrieben. Auf die Offenbarung dieser
Patentanmeldungen wird vollumfänglich Bezug genommen. Die Vernetzung des Polyvinylacetals
wird makroskopisch über ein erhöhtes Molekulargewicht sowie eine erhöhte Viskosität
einer ethanolischen Lösung wahrgenommen.
[0037] Bei der Herstellung von Polyvinylacetalen wird üblicherweise ein Gemisch von Polyvinylalkohol
und Aldehyd(e) oder Polyvinylalkohol und einer Säure wie z.B. HCl vorgelegt und durch
Zugabe einer Säure bzw. Aldehyd(e) bei einer Temperatur von -6 bis 40°C unter Ausfallen
des Polyvinylacetals umgesetzt (Fällphase). Die Fällphase beginnt mit der Zugabe der
letzten Komponente (Säure oder Aldehyd) und dauert in der Regel zwischen 5 und 360
Minuten, bevorzugt zwischen 5 und 240 Minuten. Die Fällphase endet mit Beginn des
Heizens auf die Endtemperatur.
[0038] Der Beginn des Heizens ist der Start der Heizphase. Anschließend wird die Reaktion
bei einer Endtemperatur von 20 bis 80 °C vervollständigt, wonach die Reaktionsmischung
abgekühlt und das Polyvinylacetal abgetrennt u. aufgearbeitet wird. Die Heizphase
endet mit Beginn des Abkühlens und dauert in der Regel zwischen 0 und 300 Minuten.
[0039] Die Zugabe von Säure und Aldehyd(e) kann auf einmal oder in Teilmengen erfolgen.
[0040] Der Polyvinylacetatanteil der erfindungsgemäß verwendeten Roh-Polyvinylacetale liegt
bevorzugt unter 14 Gew.%, besonders bevorzugt unter 10 Gew.% bzw. unter 5 Gew.% und
insbesondere kleiner gleich 4 Gew.%.
[0041] Aus dem Polyvinylalkoholanteil und dem Restacetatgehalt kann der Acetalisierungsgrad
rechnerisch ermittelt werden.
Messmethoden:
[0042] Der
Polyvinylalkohol- und Polyvinylalkoholacetatgehalt der Polyvinylacetale wurde gemäß ASTM D 1396-92 bestimmt.
[0043] Das
Molekulargewicht Mw (= Gewichtsmittel) der Polyvinylacetale wurde mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) in Eisessig unter Verwendung von RI-Detektoren bestimmt und einer unpolaren
stationären Phase (SDV Säulen der Firma Polymer Standards Service (PSS)). Die Kalibrierung
der Detektoren erfolgte mittels PVB-Eichstandards, deren Absolutwerte mittels statischer
Lichtstreuung ermittelt wurden.
[0044] Die Polydispersität errechnet sich aus dem in der GPC gewonnen Gewichts- und Zahlenmittel
nach folgender Formel:

[0045] Die Uneinheitlichkeit errechnet sich aus der Polydispersität nach folgender Formel:

[0046] Die Messung der
Lösungsviskosität der Polyvinylacetale erfolgte gemäß DIN 53015 bei 20°C in einem Gemisch aus 95 Teilen Ethanol u. 5 Teilen
Wasser. Der Feststoffgehalt der Viskositätslösung betrug 10 Gew.%, bzw. 5 Gew% bei
hochviskosen Verbindungen.
[0047] Die Messung der
Lösungsviskosität der Polyvinylalkohole erfolgte gemäß DIN 53015 bei 20°C in Wasser. Der Feststoffgehalt der Viskositätslösung
betrug 4 Gew.%.
[0048] Die Messung der Korngröße des PVB-Pulvers erfolgte mittels Laserbeugung gemäß ISO
13320:2009. Der zur Messung der Partikelgröße verwendete Laser wird an den zu messenden
Partikeln gebeugt und ergibt ein spezifisches Beugungsmuster anhand dessen die Partikelgröße
nach der sogenannten Fraunhofer - oder Mie-Theorie bestimmt werden kann. Dabei wird
das Ergebnis allerdings idealisiert und die gemessenen Partikel als ideal Kugelförmig
angesehen. Gängige Messsyteme stammen von Sympatec (Rodos), Malvern (Mastersizer 2000
/ 3000) etc.
[0049] Die Trennung der Korngrößenklassen erfolgt durch sogenanntes
windsichten. Hierbei wird mittels eines konstanten Luftstroms Partikel nach ihrer Größe und Dichte
klassiert, wobei das Prinzip der Schwerkrafttrennung ausgenutzt wird. Großtechnisch
werden hierzu verschiedene Sichtergeometrien standardmäßig eingesetzt, wobei der Lufteintrag
horizontal oder vertikal erfolgen kann. Gängige Sichtersysteme stammen z.B. von PMT
Jetmill GmbH oder Hosokawa Alpine Aktiengesellschaft.
Beispiele
[0050] Die Beispiele 1 und 2 zeigen exemplarisch die Synthese eines Roh-PVBs mit niedriger
bzw. höherer Viskosität. Dabei ist bereits ersichtlich, dass die Herstellung niedrig
viskoser PVBs höhere Anforderungen an Kühlleistungen etc. erfordert, bei gleichzeitig
geringerer Ausbeute pro Ansatz.
[0051] In den Tabellen 1 und 2 ist zunächst die Viskosität und die Korngrößenverteilung
des Roh-PVBs aufgeführt. Durch Sichtung wurde dies in verschiedene Fraktionen aufgetrennt,
die wiederum PVB mit unterschiedlichen Viskositäten enthalten. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren kann somit PVB einer bestimmten Viskosität durch Auftrennen von Roh-PVB
in Fraktionen unterschiedlicher Korngrößen hergestellt werden.
Beispiel 1
[0052] Allgemeine Herstellmethode für Roh-Polyvinylacetale 100 Gewichtsteile des Polyvinylalkohols
mit der dynamischen Viskosität von 2,85 mPas wurden in 1492 Gewichtsteilen Wasser
unter Erwärmen auf 90 °C gelöst. Es wurden bei einer Temperatur von 40 °C 64,0 Gewichtsteilen
n-Butyraldehyd und bei einer Temperatur von -0,5 °C unter Rühren innerhalb 15 min
220 Gewichtsteile 20 %ige Salzsäure zugegeben, wonach das Polyvinylbutyral (PVB) ausfiel.
Die Mischung wurde danach unter Rühren noch 50 min bei -0,5 °C gehalten, danach innerhalb
110 min auf 31°C erwärmt und bei dieser Temperatur für 30 min gehalten. Das PVB wurde
nach Abkühlen auf Raumtemperatur abgetrennt, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet.
Es wurde ein PVB mit einem Polyvinylalkoholgehalt von 19,8 Gew.% und einem Polyvinylacetatgehalt
von 2,5 Gew.% erhalten.
Tabelle 1
| Lfd. Nummer |
Beschreibung |
d10 [µm] |
d50 [µm] |
D90 [µm] |
Viskosität 10 % [mPas] |
| 1 |
ungesichtete Probe |
22,2 |
60 |
140,8 |
17 |
| 2 |
gesichtete Probe |
1, 8 |
7 |
21,2 |
8, 12 |
| 3 |
gesichtete Probe |
5, 8 |
15,3 |
23, 9 |
14,47 |
| 4 |
gesichtete Probe |
6,3 |
15,7 |
24, 8 |
14, 83 |
| 5 |
gesichtete Probe |
15, 1 |
24,2 |
34, 7 |
16, 65 |
| 6 |
gesichtete Probe |
21,3 |
34, 91 |
52, 6 |
17, 1 |
| 7 |
gesichtete Probe |
43, 8 |
73, 6 |
134,4 |
17,41 |
| 8 |
gesichtete Probe |
75, 8 |
124, 6 |
196,3 |
17, 87 |
Beispiel 2:
[0053] Allgemeine Herstellmethode für Roh-Polyvinylacetale 100 Gewichtsteile des Polyvinylalkohols
mit der dynamischen Viskosität von 4,23 mPas wurden in 1111 Gewichtsteilen Wasser
unter Erwärmen auf 90 °C gelöst. Es wurden bei einer Temperatur von 40 °C 59,5 Gewichtsteilen
n-Butyraldehyd und bei einer Temperatur von 2°C unter Rühren innerhalb 15 min 120
Gewichtsteile 20 %ige Salzsäure zugegeben, wonach das Polyvinylbutyral (PVB) ausfiel.
Die Mischung wurde danach unter Rühren noch 15 min bei gehalten, danach innerhalb
105 min auf 38 °C erwärmt und bei dieser Temperatur für 90 min gehalten. Das PVB wurde
nach Abkühlen auf Raumtemperatur abgetrennt, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet.
Es wurde ein PVB mit einem Polyvinylalkoholgehalt von 19,6 Gew.% und einem Polyvinylacetatgehalt
von 1,8 Gew.% erhalten.
Tabelle 2
| Lfd. Nummer |
Beschreibung |
d10 [µm] |
d50 [µm] |
d90 [µm] |
Viskosität 10 % [mPas] |
| 1 |
ungesichtete Probe |
48,4 |
86, 1 |
145,4 |
48,4 |
| 2 |
gesichtete Probe |
1, 7 |
12, 8 |
18, 6 |
46, 4 |
| 3 |
gesichtete Probe |
14, 7 |
22, 1 |
24, 9 |
49,3 |
| 4 |
gesichtete Probe |
49, 1 |
85, 6 |
144,3 |
50,3 |
| 5 |
gesichtete Probe |
48, 0 |
86,2 |
150, 9 |
50,3 |
| |
|
|
|
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| |
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|
|
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1. Verfahren zur Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal in mindestens zwei Fraktionen
enthaltend Polyvinylacetal mit unterschiedlichen Viskositäten durch Sichten des Roh-Polyvinylacetal
in mindestens zwei Fraktionen mit unterschiedlicher Teilchengröße.
2. Verfahren zur Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal gemäß Anspruch 1 durch Sichten
des Roh-Polyvinylacetal in zwei Fraktionen, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d50 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d50 enthalten
3. Verfahren zur Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal gemäß Anspruch 1 durch Sichten
des Roh-Polyvinylacetal in zwei Fraktionen, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d40 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d40 enthalten
4. Verfahren zur Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal gemäß Anspruch 1 durch Sichten
des Roh-Polyvinylacetal in zwei Fraktionen, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d30 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d30 enthalten.
5. Verfahren zur Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal gemäß Anspruch 1 durch Sichten
des Roh-Polyvinylacetal in zwei Fraktionen, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d20 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d20 enthalten.
6. Verfahren zur Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal gemäß Anspruch 1 durch Sichten
des Roh-Polyvinylacetal in zwei Fraktionen, wobei die erste Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen
mit einem mittleren Teilchendurchmesser kleiner d10 und die zweite Fraktion alle Roh-Polyvinylacetal-Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
größer d10 enthalten
7. Verfahren zur Fraktionierung von Roh-Polyvinylacetal gemäß Anspruch 1 durch Sichten
des Roh-Polyvinylacetal in Fraktionen mit den Größenverteilungen d
50
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass die Fraktionierung durch Sieben, Zentrifugation oder Windsichten erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass das Roh- Polyvinylacetal eine Viskosität von 14 - 90 mPas (10%ige Lösung, siehe Methodenbeschreibung)
aufweist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass das Roh-Polyvinylacetal eine Teilchengrößenverteilung d50 von 30 - 150 µm aufweist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass das Roh- Polyvinylacetal und die Fraktionen den gleichen Restacetat- und Polyvinylalkoholgehalt
aufweisen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 dadurch gekennzeichnet, dass als Polyvinylacetal Polyvinylbutyral eingesetzt wird.