[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Faltrollos, wobei das Faltrollo
eine Textilbahn zur Verdunkelung oder Dekoration eines Fensters oder einer Tür, ein
an dem einen Ende der Textilbahn angeordnetes Befestigungsmittel zur Befestigung des
Faltrollos an einer im Bereich des Fensters oder der Tür angeordneten Wand oder Decke,
und wenigstens eine am anderen Ende der Textilbahn befestigte Zugschnur, aufweist,
wobei sich die wenigstens eine Zugschnur von dem einen Ende zu dem anderen Ende der
Textilbahn erstreckt und an dem einen Ende der Textilbahn zum Hochziehen und Herunterlassen
des Faltrollos beweglich gelagert ist.
[0002] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0003] Ein Verfahren zum Herstellen eines Faltrollos mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1 ist aus der
US 4931342 bekannt.
[0004] Es handelt sich bei Faltrollos um Textilbahnen, die zum Verdecken z.B. eines Fensters
mittels einer Schiene an der Decke oder an einer Wand befestigt sind, wobei die herabhängende
Textilbahn mit Hilfe einer oder mehrerer Zugschnüre hochgezogen und dabei in Falten
gelegt oder herabgelassen werden kann. Hierfür sind in der Regel an der Rückseite
der Textilbahn Schlaufen oder Ösen eingenäht, in denen die Zugschnüre geführt werden.
Wird das Faltrollo hochgezogen, legt sich die Textilbahn zu der die Ösen oder Schlaufen
aufweisenden gegenüberliegenden Seite einseitig in Falten und gibt das Fenster frei.
[0005] Nachteilig an dieser bekannten Ausführung ist zum einen, dass das Aufbringen von
Führungsschlaufen, Führungsösen oder ähnlicher Mittel aufwändig ist und das einseitige
In-Falten-Legen zu einer großen Ausdehnung des hochgezogenen Rollos führt. Darüber
hinaus ist es nicht ohne weiteres möglich, durchsichtige Stoffe für Faltrollos zu
verwenden, da das Aufbringen der Führungsschlaufen bzw. Führungsösen in der Fläche
der Textilbahn, den ansonsten ungehinderten Lichteinfall durch den durchsichtigen
Stoff beeinträchtigt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines Faltrollos zu schaffen,
das leicht anzuwenden und insbesondere für Faltrollos mit durchsichtigen Textilien
geeignet ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Die
Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.
[0008] Die Vorrichtung mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 4 ist zur Durchführung
des vorgenannten Verfahrens nach der Erfindung vorgesehen.
[0009] Grundgedanke der Erfindung ist es, weitgehend auf Führungsschlaufen oder Führungsösen
zu verzichten und die Zugschnüre mittig durch die Falten des Faltrollos zu nähen,
sodass sich die Falten zu beiden Seiten der Zugschnüre ausbilden. Dadurch wird eine
geringere Stapelhöhe der Textilbahn in hochgezogenem Zustand erreicht als bei herkömmlich
einseitig gefalteten Faltrollos. Das Faltrollo nach der Erfindung erinnert damit in
seiner äußeren Gestaltung an eine Plisseeanlage.
[0010] Insbesondere erfolgt die Herstellung des Faltrollos durch die Schritte: a. Ausbreiten
eines ersten Textilbahnabschnitts auf einer Arbeitsfläche, b. Auflegen einer ersten
Schablone auf den Textilbahnabschnitt, wobei die Schablone eine Mehrzahl von auf deren
einen Längsseite sich zur anderen Längsseite erstreckenden Einkerbungen aufweist,
c. Umschlagen der Textilbahn um die Einkerbungen aufweisende Längsseite der ersten
Schablone unter Ausbildung einer ersten in den Textilbahnabschnitt eingebrachten Falte,
d. Auflegen einer weiteren Schablone auf die Textilbahn, wobei die weitere Schablone
eine Mehrzahl von auf deren einen Längsseite sich zur anderen Längsseite erstreckenden
Einkerbungen aufweist und die Öffnungen der Einkerbungen der beiden Schablonen unter
Bildung einer Mehrzahl von auf der Mittellinie der Textilbahnfalten angeordneten Kanälen
gegenüberliegend angeordnet sind, e. Umschlagen der Textilbahn um die Einkerbungen
aufweisende Längsseite der weiteren Schablone, f. Wiederholen der Schritte d. und
e. bis eine gewünschte Anzahl von Faltrollofalten entsprechend einer gewünschten Faltrollolänge
erreicht ist, g. Durchstechen der gestapelten Faltrollofalten durch wenigstens einen
von den Schablonen gebildeten Kanal mit wenigstens einer Zugschnur, h. Befestigen
der Zugschnur an einer der Falten im Bereich des einen Endes des Faltenstapels, besonders
bevorzugt am Ende der Textilbahn, i. Lagern der Zugschnur im Bereich des anderen Endes
des Faltenstapels, und j. Entnehmen der Schablonen aus den Falten der Textilbahn vor
oder nach einem der Schritte h. bis i.. Sofern nicht eine exakt zugeschnittene Textilbahn
verwendet wird, muss der Faltenstapel noch von einer Textilbahnrolle abgetrennt werden.
[0011] Dabei können einige dieser Schritte auch gleichzeitig oder in anderer Reihenfolge
ausgeführt werden. Insbesondere erfolgt das Umschlagen der Textilbahn durch Auflegen
der Schablonen auf die Textilbahn.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung werden anhand
eines in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten besonders bevorzugten Ausführungsbeispiels
der Vorrichtung nach der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung nach der Erfindung;
- Fig. 2
- eine teilweise geschnittene Detailansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem
ersten Verfahrensschritt;
- Fig. 3
- eine teilweise geschnittene Detailansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem
zweiten Verfahrensschritt;
- Fig. 4
- eine teilweise geschnittene Detailansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem
dritten Verfahrensschritt; und
- Fig. 5
- eine teilweise geschnittene Detailansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem
vierten Verfahrensschritt.
[0013] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung nach der Erfindung. Die
Vorrichtung 10 ist im Wesentlichen als Rahmengestell ausgebildet, das in seinem unteren
Bereich eine Arbeitsfläche aufweist, die die relativ zueinander beweglichen Elemente
der Vorrichtung 10 aufweist.
[0014] Anhand der in den in Fig. 2 bis Fig. 5 gezeigten teilweise geschnittenen Ansichten
der Vorrichtung 10 wird das Verfahren der Erfindung näher erläutert. Dabei wurde aus
Gründen der Übersichtlichkeit jeweils auf die Darstellung der zu einem Faltrollo zu
verarbeitenden Textilbahn verzichtet.
[0015] Im Wesentlichen zu erkennen ist, dass die Vorrichtung 10 einen Untertisch 20 aufweist,
der eine Mehrzahl von sich vom Untertisch in Richtung der Oberseite der Vorrichtung
10 erstreckende Hohlnadeln 30 aufweist. Die Hohlnadeln 30 werden bevorzugt von der
Einrichtung 100 mit einer als Zugschnur geeigneten Schnur gespeist, die besonders
bevorzugt aus Nylon besteht.
[0016] An beiden Seiten und bevorzugt oberhalb des Untertisches 20 ist jeweils eine Ablage
40, 50 angeordnet. Die Ablagen 40, 50 sind zur Aufnahme der für das erfindungsgemäße
Verfahren notwendigen Schablonen eingerichtet, wobei der Abstand zwischen dem Untertisch
20 und den Ablagen 40, 50 bevorzugt justierbar ist.
[0017] Sinnvollerweise entspricht der einzurichtende oder eingerichtete Abstand zwischen
der Oberseite des Untertisches 20 und der Oberseite der Ablagen 40, 50 in etwa der
Höhe des zu fertigenden Faltrollos in gefaltetem Zustand.
[0018] Dieser Abstand ist sinnvoll, weil die bevorzugt als Schablonenfächer 90 ausgebildeten
Schablonen mit dem absenkbaren Obertisch 60 verbunden sind, der relativ zum Untertisch
20 und den Ablagen 40, 50 bewegt werden kann. Dieses erfolgt beispielsweise über die
im Ausführungsbeispiel als Seilzug 80 ausgeführten Mittel, wobei diese auch in Form
der mit dem Seilzug verbundenen in Fig. 1 gezeigten Haltestange besonders bevorzugt
als Abwickeleinrichtung in die für die Textilbahn verwendet werden können.
[0019] Wird der Obertisch 60 mittels der Mittel 80 abgesenkt, führt die fächerartige Verbindung
der Schablonen dazu, dass die Schablonen beim Absinken des Obertisches 60 in Richtung
des Untertisches 20 auf den Obertisch 60 geklappt und abgelegt werden, wobei darauf
geachtet werden muss, dass die Schablonen alternierend von der einen Ablage 40 und
von der anderen Ablage 50 auf den Obertisch 60 umgeklappt werden.
[0020] Beim automatischen Umklappen der Schablonen, die alternativ auch manuell eingelegt
werden können, wird die (nicht dargestellte) Textilbahn abwechselnd von links und
von rechts in Falten gelegt, wobei die Einkerbungen der übereinandergelegten Schablonen
in Draufsicht einen Kanal bilden, durch den die Hohlnadeln 30 des Untertisches hindurchtreten
können. Zu diesem Zweck ist im Obertisch 60 wenigstens eine Öffnung 70 vorgesehen,
die den Durchtritt der Hohlnadeln 30 durch den Obertisch 60 erlaubt. Alternativ kann
auch - wie ebenfalls dargestellt - eine Mehrzahl von als Bohrungen ausgebildeten Öffnungen
70 vorgesehen sein, wobei jede Nadel 30 durch eine Öffnung 70 tritt. Die im Obertisch
angeordneten Öffnungen 70 befinden sich mit den von den Schablonen gebildeten Kanälen
entlang der Mittellinie des Obertisches 60 in einer Flucht.
[0021] Fig. 3 und Fig. 4 zeigen jeweils einen Zustand, in dem der Obertisch 60 abgesenkt
wurde und sich auf den Untertisch 20 zubewegt hat. Dabei bildet sich auf dem Obertisch
60 ein Stapel aus Schablonen, um die sich die (nicht dargestellte) Textilbahn abwechselnd
in Falten legt.
[0022] Wird schließlich der in Fig. 5 gezeigte Zustand erreicht, ist das Faltrollo im Wesentlichen
fertiggestellt. In diesem Zustand haben die Nadeln 30 das die Textilbahn mäandrierend
faltende Schablonenpaket durchstochen und die Zugschnur kann gegebenenfalls nach Abtrennen
des Faltenstapels von der Textilbahn im oberen Bereich an der Textilbahn, beispielsweise
mittels Ösen befestigt, werden oder in Führungsösen gelagert werden. Entsprechend
muss das untere Ende des Faltenstapels zur Befestigung oder Lagerung der Zugschnur
verwendet werden.
[0023] Das Faltrollo wird einfach dadurch entnommen, dass der Obertisch 60 wieder angehoben
wird, wodurch die Schablonen durch ihre einseitigen Einkerbungen einfach aus dem Faltenstapel
herausgezogen und auf der Ablage 40, 50 abgelegt werden können.
[0024] Im Anschluss kann noch ein Fallstab und/oder ein Flauschband zur Befestigung an einer
an der Decke oder der Wand anzubringenden Leiste an der Textilbahn befestigt werden.
1. Verfahren zum Herstellen eines Faltrollos, wobei das Faltrollo
- eine Textilbahn zur Verdunkelung oder Dekoration eines Fensters oder einer Tür,
- ein an dem einen Ende der Textilbahn angeordnetes Befestigungsmittel zur Befestigung
des Faltrollos an einer im Bereich des Fensters oder der Tür angeordneten Wand oder
Decke, und
- wenigstens eine am anderen Ende der Textilbahn befestigte Zugschnur, aufweist,
wobei sich die wenigstens eine Zugschnur von dem einen Ende zu dem anderen Ende der
Textilbahn erstreckt und an dem einen Ende der Textilbahn zum Hochziehen und Herunterlassen
des Faltrollos beweglich gelagert ist,
gekennzeichnet durch die Schritte:
a. Ausbreiten eines ersten Textilbahnabschnitts auf einer Arbeitsfläche,
b. Auflegen einer ersten Schablone auf den Textilbahnabschnitt, wobei die Schablone
eine Mehrzahl von auf deren einen Längsseite sich zur anderen Längsseite erstreckenden
Einkerbungen aufweist,
c. Umschlagen der Textilbahn um die Einkerbungen aufweisende Längsseite der ersten
Schablone unter Ausbildung einer ersten in den Textilbahnabschnitt eingebrachte Falte,
d. Auflegen einer weiteren Schablone auf die Textilbahn, wobei die weitere Schablone
eine Mehrzahl von auf deren einen Längsseite sich zur anderen Längsseite erstreckenden
Einkerbungen aufweist und die Öffnungen der Einkerbungen der beiden Schablonen unter
Bildung einer Mehrzahl von auf der Mittellinie der Textilbahnfalten angeordneten Kanälen
gegenüberliegend angeordnet sind,
e. Umschlagen der Textilbahn um die Einkerbungen aufweisende Längsseite der weiteren
Schablone,
f. Wiederholen der Schritte d. und e. bis eine gewünschte Anzahl von Faltrollofalten
entsprechend einer gewünschten Faltrollolänge erreicht ist,
g. Durchstechen der gestapelten Faltrollofalten durch wenigstens einen der von den Schablonen gebildeten Kanäle mit wenigstens einer Zug
schnur,
h. Befestigen der Zugschnur an einer der Falten im Bereich des einen Endes des Faltenstapels,
i. Lagern der Zugschnur im Bereich des anderen Endes des Faltenstapels, und
j. Entnehmen der Schablonen aus den Falten der Textilbahn vor oder nach einem der
Schritte h. bis i..
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Umschlagen der Textilbahn durch Auflegen der Schablonen auf die Textilbahn erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Anbringen eines Fallstabs am einen Ende der Textilbahn.
4. Vorrichtung (10) zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
- einen Untertisch (20), der eine Mehrzahl von sich vom Untertisch (20) erstreckenden
Hohlnadeln (30) aufweist,
- jeweils eine zu jeder Seite des Untertischs (20) angeordnete Ablage (40, 50) zur
Aufnahme jeweils einer Mehrzahl von Schablonen,
- einen relativ zum Untertisch (20) und zu den Ablagen (40, 50) beweglichen Obertisch
(60) mit wenigstens einer Öffnung (70) zum Hindurchtreten der Hohlnadeln (30) des
Untertisches (20),
- Mittel (80) zum Verstellen der relativen Position von Ober- und Untertisch (20,
60) und
- eine dem Obertisch (60) eine Textilbahn zuführende Abwickeleinrichtung.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch je einen auf jeder Ablage (40, 50) angeordneten Schablonenfächer (90), wobei der
Schablonenfächer (90) eine Mehrzahl von Schablonen aufweist, die eine Mehrzahl von
auf deren einen Längsseite sich zur anderen Längsseite erstreckenden Einkerbungen
aufweisen, wobei die Schablonen an der den Öffnungen der Einkerbungen gegenüberliegenden
Seite fächerartig untereinander verbunden sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablagen (40, 50) oberhalb des Untertischs (20) angeordnet sind und der Schablonenfächer
(90) am Obertisch (60) derart befestigt ist, dass eine Relativbewegung des Obertisches
(60) in Bezug auf die Ablage (40, 50) ein Auf- oder Zuklappen des Schablonenfächers
(90) bewirkt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abwickeleinrichtung höhenverstellbar auf die relative Position von Obertisch
(60) zu Untertisch (20) wirkend eingerichtet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, gekennzeichnet durch den Hohlnadeln (30) Zugschnur zuführende Einrichtungen (90) zum Bereitstellen von
Zugschnur.