[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Versandtasche mit Aufreißstreifen.
[0002] Derartige Versandtaschen sind bekannt. Sie bestehen aus Papier oder Karton und weisen
zum Öffnen einen Aufreißstreifen auf, in den eine Aufreißhilfe bzw. ein Verstärkungsmaterial,
wie beispielsweise ein Band, ein Draht, eine Schnur, eine Folie oder ein Faden, eingearbeitet
ist. Damit wird sichergestellt, dass die Versandtasche sauber geöffnet werden kann,
und zwar durch das Ziehen in Reißrichtung, so dass sich eine saubere Risskante bildet.
Derartige Versandtaschen sind beispielsweise in der
DE 196 17 648 A1 und der
DE 196 48 527 A1 beschrieben.
[0003] Des Weiteren sind höherwertige Versandtaschen bekannt, die aus widerstandsfähigeren
Alternativen zu Papier, nämlich Verbundmaterialien, bestehen. Mit diesen Materialien
lässt sich ein besserer Dokumentenschutz, Sicht- und/oder Reißschutz und/oder Feuchtigkeitsschutz
erreichen. Bekannt sind hierbei aus Papier-Kunststofffolie-Papier bestehende Verbundmaterialien.
Solche Versandtaschen können nur durch Gewalt, mithilfe von Schneidwerkzeugen oder
durch Aufreißen im Bereich des Klebestreifens/der Verschlussklappe geöffnet werden.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Versandtasche mit Aufreißstreifen
zu schaffen, die sich durch besonders gute Eigenschaften auszeichnet, jedoch kostengünstig
herstellen lässt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Versandtasche der angegebenen Art dadurch
gelöst, dass sie aus einem eine erste äußere Papierschicht, eine zweite äußere Papierschicht
und eine dazwischen laminierte, kaschierte oder extrudierte Kunststofffolie aufweisenden
Verbundmaterial hergestellt ist und der Aufreißstreifen ohne die Einarbeitung von
Aufreißhilfsmitteln lediglich durch die Anordnung von zwei Perforations/Stanzlinien
gebildet ist.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Lösung findet somit ein Aufreißstreifen Verwendung, wie
er bei Versandtaschen aus Papier oder Karton bekannt ist. Dieser Aufreißstreifen ist
jedoch nicht mit Aufreißhilfsmitteln (eingearbeiteten Bändern, Drähten, Fäden etc.)
versehen, sondern wird lediglich durch die Anordnung von zwei Perforations/Stanzlinien
gebildet. Es wurde nämlich festgestellt, dass sich das vorstehend beschriebene Verbundmaterial
ohne solche Aufreißhilfsmittel nur durch Perforationen entlang den vorgesehenen Perforations/Stanzlinien
sauber aufreißen lässt, ohne dass es hierfür einer eingearbeiteten Materialverstärkung
bedarf, entlang der der Reißvorgang erfolgt. Durch die vorgesehenen Perforations/Stanzlinien
wird die mittige Kunststofffolie des Verbundmateriales lokal nur so beschädigt, dass
ein exaktes geradliniges Aufreißen ermöglicht wird.
[0007] Die Versandtasche ist mit einem Aufreißstreifen versehen. Beim Aufreißen erfolgt
eine gleichzeitige Trennung des Streifens an beiden Perforations/Stanzlinien, wodurch
sich die Versandtasche bequem und einfach öffnen lässt.
[0008] Die Breite und Höhe bzw. Tiefe der Perforations/Stanzlinien kann der Materialspezifikation
(Taschengröße, Materialstärke etc.) angepasst werden. Somit sind beim Öffnen der Versandstasche
jegliche Hilfsmittel in Form von Schneidwerkzeugen etc. nicht mehr notwendig. Wie
vorstehend erwähnt, können auch eingebaute Hilfsmittel im Material, wie Verstärkung
und Aufreißband etc., entfallen. Durch das perforierte Verbundmaterial wird die gleiche
Aufreißwirkung erreicht wie bei einem gesondert eingelegten Hilfsmittel (Schnur, Aufreißband
etc.). Die innenliegende Folie des Verbundmateriales entfaltet hierbei die gleiche
Wirkung wie ein zusätzlich eingearbeitetes Aufreißband.
[0009] Es gelingt somit mit der Erfindung, ohne zusätzliches Verstärkungsmaterial, lediglich
durch eine unkomplizierte und kostengünstige Perforation im Verbundmaterial, die gewünschten
Eigenschaften für ein einfaches und komfortables Öffnen der Versandtasche zu erreichen.
Erfindungsgemäß wird somit eine Aufreißlasche ohne Hilfsmittel vorgesehen. Aufwendige
Produktionstechniken werden nicht mehr benötigt. Auch wird kein zusätzliches Aufreißmaterial
mehr gebraucht. Dies führt zu wesentlichen Produktions- und Kostenvorteilen.
[0010] In Weiterbildung der Erfindung ist der Aufreißstreifen im Bereich der Verschlussklappe
der Versandtasche angeordnet. Bei dieser Ausführungsform ist daher der Aufreißstreifen
an einer Stelle der Versandtasche angeordnet, an der ein Nutzer die Versandtasche
durch Aufreißen der Verschlussklappe ohnehin öffnen würde.
[0011] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist eine Perforations/Stanzlinie
des Aufreißstreifens auf einer Faltlinie der Versandtasche angeordnet. Bei dieser
Ausführungsform ist ein problemloses Öffnen der Versandtasche mittels Brieföffner
möglich, was bei einem an dieser Stelle nicht perforierten Verbundmaterial ausgeschlossen
ist. Vorzugsweise ist hierbei eine Perforations/Stanzlinie auf der Faltlinie der Verschlussklappe
angeordnet, so dass im Bereich der Verschlussklappe ein Öffnen mittels Brieföffner
möglich ist. Bei dieser Ausführungsform lässt sich daher die Versandtasche einerseits
durch Aufreißen des Aufreißstreifens und andererseits durch Verwenden eines Brieföffners
öffnen.
[0012] Der Aufreißstreifen weist vorzugsweise eine Grifflasche auf, um das manuelle Aufreißen
zu erleichtern.
[0013] Was das Verbundmaterial anbetrifft, aus dem die Versandtasche hergestellt ist, so
können hier beliebige bekannte Verbundmaterialien Verwendung finden. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform weist die Versandtasche als Verbundmaterial ein solches auf, das als
Kunststofffolie eine Polypropylenfolie besitzt. Natürlich sind auch andere Kunststofffolien
geeignet, wie beispielsweise Polyesterfolien etc.
[0014] Die mittlere Kunststofffolie ist vorzugsweise vollflächig zwischen die beiden äußeren
Papierschichten kaschiert.
[0015] Die vorgesehenen Perforations/Stanzlinien durchdringen das Verbundmaterial und sind
daher auf dessen Vorderseite und Rückseite erkennbar. Erst hierdurch lässt sich ein
einwandfreies Abreißen des Aufreißstreifens erreichen.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles in Verbindung mit
der Zeichnung im Einzelnen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf die Rückseite einer Versandtasche im geöffneten Zustand;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf die Vorderseite der Versandtasche im geöffneten Zustand;
- Figur 3
- eine Draufsicht auf die Rückseite der Versandtasche im geschlossenen Zustand; und
- Figur 4
- eine Draufsicht auf die Rückseite einer anderen Ausführungsform einer Versandtasche
im geöffneten Zustand.
[0017] Der in dieser Beschreibung verwendete Begriff "Versandtasche" soll allgemeine Bedeutung
haben und auch entsprechende Gegenstände umfassen, beispielsweise Kuverts etc.
[0018] Die in den Figuren dargestellte Versandtasche 3 besitzt die üblichen Abmessungen
und weist eine Verschlussklappe 4 auf. Die Versandtasche 3 besteht aus einem Verbundmaterial,
das eine äußere Papierschicht, eine mittlere Polypropylenfolie und eine'äußere Papierschicht
umfasst. Die beiden Papierschichten (50g-Papier) besitzen in diesem Ausführungsbeispiel
eine Stärke von 50 µm, während die Polypropylenfolie eine Stärke von 40 µm hat. Die
Polypropylenfolie ist vollflächig zwischen den beiden Papierschichten kaschiert.
[0019] Auf der Verbundlasche 4 der Versandtasche befindet sich ein Klebestreifen, der durch
eine abziehbare Folie 5 abgedeckt ist. Dies entspricht dem Stand der Technik.
[0020] Die Verbundlasche 4 der Versandtasche 3 ist ferner mit einem Aufreißstreifen 1 versehen,
der sich zwischen zwei Perforations/Stanzlinien 2, 6 befindet. Der Aufreißstreifen
1 ist seitlich mit einer Grifflasche 7 zum Aufreißen versehen.
[0021] Figur 2 zeigt die Versandtasche 3 in der Vorderansicht. Man erkennt beide Perforations/Stanzlinien
2, 6, die den Aufreißstreifen 1 mit Grifflasche 7 bilden.
[0022] Figur 3 zeigt die Versandtasche 3 im geschlossenen Zustand. In diesem Zustand ist
die Verschlussklappe 4 mit dem Umschlag der Versandtasche verklebt. Ein Öffnen der
Versandtasche ist durch Einreißen des Umschlages nicht möglich, da das Verbundmaterial
reißfest ist. Es kann lediglich die Verbundklappe 4 auf mühsame Weise wieder vom Umschlag
abgezogen werden. Um das Öffnen zu vereinfachen, ist der Aufreißstreifen 1 vorgesehen,
der durch Ergreifen der Grifflasche 7 entlang der beiden Perforations/Stanzlinien
2, 6 aufgerissen und an der Verschlussklappe 4 abgerissen werden kann. Der Inhalt
der Versandtasche 3 ist damit zugänglich.
[0023] Bei der in Figur 4 gezeigten anderen Ausführungsform ist der Aufreißstreifen 1 so
auf der Verschlusslasche 4 angeordnet, dass die eine Perforations/Stanzlinie 2 mit
der Faltlinie der Verschlussklappe 4 zusammenfällt, so dass sich im geschlossenen
Zustand die Versandtasche zusätzlich zum Aufreißen des Aufreißstreifens 1 mithilfe
eines Brieföffners öffnen lässt, der entlang der Perforations/Stanzlinie 2 bewegt
wird.
1. Versandtasche mit Aufreißstreifen, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem eine erste äußere Papierschicht, eine zweiten äußere Papierschicht
und eine dazwischen laminierte, kaschierte oder extrudierte Kunststofffolie aufweisenden
Verbundmaterial hergestellt ist und der Aufreißstreifen (1) ohne die Einarbeitung
von Aufreißhilfsmitteln lediglich durch die Anordnung von zwei Perforations/Stanzlinien
(2, 6) gebildet ist.
2. Versandtasche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufreißstreifen (1) im Bereich der Verschlussklappe (4) der Versandtasche (3)
angeordnet ist.
3. Versandtasche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Perforations/Stanzlinie (2) des Aufreißstreifens (1) auf einer Faltlinie der
Versandtasche (3) angeordnet ist.
4. Versandtasche nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Perforations/Stanzlinie (2) auf der Faltlinie der Verschlussklappe (4) angeordnet
ist.
5. Versandtasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufreißstreifen (1) eine Grifflasche (7) aufweist.
6. Versandtasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Verbundmaterial ein solches umfasst, das als Kunststofffolie eine Polypropylenfolie
aufweist.