[0001] Die Erfindung betrifft einen Flugkörperbehälter mit einem Behältergehäuse, zumindest
einem darin gelagerten Kanister zum Tragen eines Flugkörpers und einem Bewegungsmittel
zum Bewegen des Kanisters von einer Lagerposition in eine Betriebsposition.
[0002] Für Verteidigungsaufgaben sind sogenannte Boden-Luft-Flugkörper bekannt, die in einem
Kanister gelagert und aus dem Kanister abgeschossen werden, entweder senkrecht oder
schräg nach oben. Beim Start eines Flugkörpers aus seinem Kanister entsteht ein heißer
Abgasstrahl, in dessen Nähe sich keine empfindlichen Komponenten befinden dürfen,
wenn deren Zerstörung vermieden werden soll. Um den Flugkörperbehälter und dessen
Innenkomponenten vor solchen Beschädigungen zu schützen, ist es bekannt, die Kanister
aus dem Behältergehäuse herauszuheben beispielsweise auf eine Lafette eines Fahrzeugs
zu montieren und von dort abzufeuern. Der heiße Abgasstrahl ist bei einem schrägen
Verschießen frei nach unten und seitlich gerichtet und trifft auf keine empfindlichen
Komponenten. Um dies zu erreichen, ist es jedoch notwendig, die Kanister mit ihren
Flugkörpern aus dem Behältergehäuse herauszuheben und auf ein entsprechendes Startgerät
zu montieren.
[0003] Flugkörper werden in der Regel über längere Zeiträume gelagert und sind zu diesem
Zweck im Behältergehäuse des Flugkörperbehälters gelagert. Auch bei einem Transport
sind sie innerhalb des Behältergehäuses des Flugkörperbehälters angeordnet und darin
fest verschlossen gehalten. Um in Gefechtsbereitschaft versetzt werden zu können,
müssen die Flugkörper mit ihrem Kanister aus dem Behältergehäuse herausgenommen und
entsprechend so positioniert werden, dass sie starten können, ohne durch ihren Abgasstrahl
Schäden zu verursachen.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Flugkörperbehälter anzugeben,
der zügig in einen Gefechtszustand versetzbar ist, in der der Kanister in einer gefechtsbereiten
Abschussposition des Flugkörpers ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch einen Flugkörperbehälter der eingangs genannten Art gelöst,
bei dem erfindungsgemäß das Bewegungsmittel ein kinematisches Koppelgetriebe zum Verschwenken
des Kanisters aufweist.
[0006] Die Erfindung geht hierbei von der Überlegung aus, dass es die Herstellung einer
Gefechtsbereitschaft beschleunigt, wenn der Kanister zum Tragen des Flugkörpers nicht
erst aus dem Behältergehäuse herausgehoben und auf ein Startgerät montiert und dort
in eine gefechtsbereite Position bewegt werden muss. Deutlich schneller ist die Gefechtsbereitschaft
herstellbar, wenn die beiden Bewegungsvorgänge des zumindest teilweisen Heraushebens
des Kanisters aus dem Behältergehäuse und das Bringen in eine Abschussposition durch
ein einziges Bewegungsmittel herstellbar sind. Um diese Bewegung zu bewerkstelligen,
sollte das Bewegungsmittel eine Bewegung des Kanisters ermöglichen, die einen höheren
Freiheitsgrad aufweist als eine einfache Rotation um eine einzelne Rotationsachse.
Dies ist durch das erfindungsgemäße kinematische Koppelgetriebe möglich. Der Kanister
kann durch das Bewegungsmittel sowohl aus seiner Lagerposition abgehoben und zumindest
teilweise aus dem Behältergehäuse herausgehoben werden als auch in eine Abschussposition
gebracht werden, in der der heiße Abgasstrahl des Triebwerks keinen unerwünschten
Schaden erzeugt.
[0007] Der Flugkörper ist zweckmäßigerweise ein Raketenflugkörper, also ein Flugkörper mit
einem Raketentriebwerk, insbesondere ein Boden-Luft-Flugkörper, ein Boden-Boden-Flugkörper
oder ein seegestützter Flugkörper. Der Flugkörper ist ein unbemannter Flugkörper und
zweckmäßigerweise mit einem Gefechtskopf ausgestattet, der eine Detonationsladung
beherbergen kann. Die Erfindung ist nicht auf Flugkörper und einen Behälter für einen
Flugkörper beschränkt. Anstelle eines Flugkörpers kann ein anderer Gegenstand bewegt
werden.
[0008] Der Kanister dient zum Tragen des Flugkörpers und außerdem zweckmäßigerweise zu dessen
Lagerung im verschlossenen Flugkörperbehälter und vorteilhafterweise auch zum Halten
bei einem Abschuss. Der Flugkörper wird somit zweckmäßigerweise aus dem Kanister abgeschossen
und dieser ist insofern für einen solchen Abschuss vorbereitet. Die Lagerposition
ist eine solche Position des Kanisters, in der der Flugkörper beziehungsweise der
Kanister über einen Lagerzeitraum gelagert ist, beispielsweise über mehrere Monate,
insbesondere über mehrere Jahre.
[0009] Die Lagerposition ist eine Position, in der der Flugkörper bzw. der Kanister mit
dem Flugkörper über einen längeren Zeitraum gelagert wird. Sie kann auch eine Transportposition
sein, in der der Kanister und der Flugkörper auf oder in einem Fahrzeug transportiert
werden. Die Betriebsposition ist eine Position, in der der Kanister in Betrieb ist.
Ein solcher Betrieb kann ein Abschuss des Flugkörpers aus dem Kanister sein, ein Wartungsbetrieb,
in dem der Kanister gewartet oder repariert wird, ein Testbetrieb, beispielsweise
zum Testen von Sensoren des Kanisters beziehungsweise des Flugkörpers, oder ein anderer
geeigneter Betrieb des Kanisters. Die Betriebsposition ist eine andere Position als
die Lagerposition, wobei der Kanister zweckmäßigerweise in der Betriebsposition relativ
zur Lagerposition verschwenkt ist.
[0010] Das Behältergehäuse ist zweckmäßigerweise ein rund um den Flugkörper geschlossenes
Gehäuse. Es weist zweckmäßigerweise die Abmessungen eines 20-Fuß-ISO-Transportcontainers
auf. Hierdurch ist der Flugkörperbehälter mit typischen logistischen Systemen für
Container kombinierbar und nutzbar. Weiter ist es vorteilhaft, wenn das Behältergehäuse
spritzwasserfest verschließbar ist, sodass der Innenraum des Behältergehäuses vor
stark beeinträchtigenden Witterungseinflüssen, wie Regen oder Sturm, geschützt ist.
Bei Ausgestaltung des Behältergehäuses äußerlich analog zu einem Standard-Transportcontainer
kann ein solcher Witterungsschutz erreicht werden. Zudem ist ein einfacher und unauffälliger
Transport möglich. Zweckmäßigerweise ist das Behältergehäuse mit massiven Seitenwänden
und einer Zugangstür ausgestattet. Zusätzlich ist ein Bedienfeldbereich mit einer
Schutzabdeckung vorteilhaft, beispielsweise einer Schutzklappe, sowie insbesondere
ein Anschluss für Versorgungsleitungen vorhanden.
[0011] Während der Lagerung und des Transports ist der Flugkörperbehälter beziehungsweise
dessen Behältergehäuse zweckmäßigerweise geschlossen, wie oben beschrieben. Es kann
jedoch auch sein, dass sich der Flugkörperbehälter über einen längeren Zeitraum in
Alarmbereitschaft oder Aktivierungsbereitschaft befindet, in der der Kanister in Gefechtsposition
angeordnet ist. Um das Innere des Behältergehäuses auch in diesem Zustand über einen
längeren Zeitraum vor äußeren Einflüssen zu schützen, ist es vorteilhaft, wenn das
Behältergehäuse auch in Gefechtsbereitschaft des Flugkörperbehälters beziehungsweise
in Gefechtsposition des Kanisters geschlossen ist. Wie im Lager- oder Transportzustand
ist auch hierbei eine Spritzwasserfestigkeit, insbesondere von allen Seiten, vorteilhaft.
[0012] Am Bewegungsmittel sind zweckmäßigerweise mehrere Kanister zum Tragen jeweils mindestens
eines Flugkörpers angeordnet. Üblich sind vier oder acht Kanister pro Kanistereinheit,
die als Einheit, z.B. fest in sich zusammengefügt, am Bewegungsmittel befestigt sind.
[0013] Das Bewegungsmittel dient zum Bewegen des Kanisters von der Lagerposition in die
Betriebsposition und umfasst hierzu ein Koppelgetriebe. Alternativ hierzu kann auch
ein beliebiges anderes geeignetes Bewegungselement vorhanden sein. Das Bewegungsmittel
ist zweckmäßigerweise dazu vorbereitet, eine Bewegung auszuführen, die mehr Freiheitsgrade
aufweist als eine einfache Rotation um eine einfache Rotationsachse. Hierbei ist ein
höherer Freiheitsgrad nicht zwingend als eine höhere Dimensionalität der Bewegung
zu verstehen, da eine eindimensionale Bewegung ausreicht. Es soll vielmehr eine komplexere
Bewegungsbahn als eine Gerade oder einfache Kreis- oder Ellipsenbahn ermöglicht werden,
beispielsweise eine Kombination aus zwei Kreisbahnen mit verschiedenen Mittelpunkten.
Solche komplexere Bewegungsbahnen werden im Folgenden als krummlinige Bahnen bezeichnet.
Eine bevorzugte Möglichkeit zum Erzeugen einer solchen krummlinigen Bahn ist ein Koppelgetriebe.
Ein Koppelgetriebe ist jedoch nicht die einzige vorteilhafte Möglichkeit, insofern
ist die Erfindung allgemein gesehen nicht auf ein Koppelgetriebe beschränkt. Es können
beispielsweise auch andere Getriebe vorgesehen sein, die eines oder mehrere der unten
beschriebenen Elemente aufweisen.
[0014] Ein Koppelgetriebe ist ein Getriebe, das eine Drehbewegung in eine Nicht-Drehbewegung
umsetzt, beispielsweise in eine geradlinige oder schwingende Bewegung. Ebenfalls möglich
ist die Umsetzung einer geradlinigen Bewegung in eine schwingende oder Drehbewegung.
[0015] Vorteilhafterweise ist das Koppelgetriebe mit einer mehrgliedrigen, insbesondere
viergliedrigen kinematischen Kette ausgeführt. Eine mehrgliedrige kinematische Kette
weist mehrere kinematische Glieder auf, eine viergliedrige kinematische Kette weist
vier kinematische Glieder auf. Eines der Glieder ist ein gehäusefestes Glied und ein
weiteres ist ein Betriebsglied, auch Koppelglied genannt, das die für den Betrieb
gewollte Bewegung vollzieht. Bei einer viergliedrigen kinematischen Kette liegen zwischen
dem Gehäuseglied und dem Betriebsglied zwei weitere bewegliche Glieder, die mit dem
Betriebsglied und/oder Gehäuseglied beweglich, in der Regel verschwenkbar, verbunden
sind. Alle vier Glieder sind so miteinander verbunden, dass die Bewegung eines der
beweglichen Glieder eine zwangsweise Bewegung der anderen beweglichen Glieder erzeugt.
[0016] Zweckmäßigerweise sind zwei bewegliche Glieder mit dem Gehäuseglied jeweils durch
ein Drehgelenk mit einer starren Drehachse verbunden. Ebenfalls vorteilhaft ist es,
wenn zwei bewegliche Glieder mit dem Betriebsglied jeweils durch ein Drehgelenk verbunden
sind, insbesondere mit Drehachse, die zwar nicht ortsfest ist, jedoch in ihrer Ausrichtung
unbeweglich, also nur parallel verschiebbar ist. Besonders zweckmäßig ist es, wenn
das Betriebsglied über zwei bewegliche Elemente des Koppelgetriebes mit dem Gehäuseglied
verbunden ist. Dies kann durch eine viergliedrige kinematische Kette realisiert werden.
Die beiden beweglichen Glieder sind über jeweils ein Drehgelenk mit einer starren
Drehachse mit dem Gehäuseelement und an ihrer anderen Seite jeweils über ein Drehgelenk
mit dem Betriebselement verbunden. Vorteilhafterweise besitzt das Betriebselement
einen einzigen Freiheitsgrad, kann also nur eine eindimensionale Bahn durchlaufen.
Das Betriebsglied oder Koppelglied ist zweckmäßigerweise eine Halteeinheit zum Halten
des Kanisters.
[0017] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Bewegungsmittel
ein Hebelgestänge mit vier gehäusefesten Drehpunkten aufweist. Das Hebelgestänge dient
zum Bewegen des Kanisters. Die vier gehäusefesten Drehpunkte sind zweckmäßigerweise
paarweise zueinander symmetrisch angeordnet. Hierbei liegen vorteilhafterweise jeweils
zwei gehäusefeste Drehpunkte einander gegenüber, zweckmäßigerweise in den beiden Seitenwänden
des Behältergehäuses. Sie können auf diese Weise zwei Fixachsen bilden, die also relativ
zum Behältergehäuse unbeweglich angeordnet sind. Diese beiden Fixachsen sind zweckmäßigerweise
parallel zueinander angeordnet und insbesondere horizontal ausgerichtet, wobei sich
die horizontale Richtung auf die Richtung einer Bodenplatte des Behältergehäuses beziehen
kann, die im regulären Betrieb des Flugkörperbehälters horizontal, also parallel zu
einer gedachten Wasserfläche auf der Erdoberfläche ausgerichtet ist. Die gehäusefesten
Drehpunkte sind vorteilhafterweise in oder an der Gehäusewandung des Behältergehäuses
angeordnet, sodass die beiden Seitenwände des zweckmäßigerweise quaderförmigen Behältergehäuses
zur Lagerung der Drehpunkte beziehungsweise von Lagermitteln zum Lagern der Drehpunkte
dienen.
[0018] Vorteilhafterweise sind die vier gehäusefesten Drehpunkte seitlich des Kanisters
angeordnet, sodass der Kanister in seiner Bewegung von der Lagerposition in die Betriebsposition
zwischen den vier Drehpunkten hindurch bewegt wird, die beiden Fixachsen durchfahrend.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Bewegungsmittel
eine Halteeinheit, an der der Kanister befestigt ist, und die mit dem Kanister von
der Lagerposition in die Betriebsposition mitbewegt wird, wobei die Halteeinheit und
der Kanister während dieser Bewegung zweckmäßigerweise unbeweglich zueinander angeordnet
sind. Diese Halteeinheit kann durch die mehrgliedrige kinematische Kette bewegt werden,
insbesondere um die beiden Fixachsen. Die Bewegung der Halteeinheit kann eine Rotation
um die beiden Fixachsen sein, wobei ein Teil der Halteeinheit um die eine Fixachse
rotiert wird und ein anderer Teil der Halteeinheit um die andere Fixachse. Insofern
bewegt sich der eine Teil in einer Kreisbahn um die eine Fixachse und der andere in
einer anderen Kreisbahn um die andere Fixachse, wobei die Fixachsen nicht zusammenfallen.
Durch diese Bewegungskombination entsteht eine krummlinige Bahn des Kanisters.
[0020] Allgemein gesprochen umfasst das Bewegungsmittel gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung zwei gehäusefeste Fixachsen, wobei das Bewegungsmittel dazu vorbereitet
ist, den Kanister von der Lagerposition in die Betriebsposition um diese beiden Fixachsen
zu verschwenken. Es kann auf einfachem Wege eine krummlinige Bewegungsbahn des Kanisters
erreicht werden, die eine vorteilhafte Betriebsposition ermöglicht.
[0021] Weiter ist es vorteilhaft, wenn das Bewegungsmittel eine mit zwei Schwenkachsen versehene
Halteeinheit zum Halten des Kanisters aufweist, wobei jede der beiden Schwenkachsen
jeweils mit einer Fixachse entfernungsstarr über ein Koppelglied verbunden ist. Die
Schwenkachsen rotieren also in einer Kreisbahn jeweils um ihre Fixachse, wobei jeder
Schwenkachse zweckmäßigerweise nur eine einzige Fixachse zugeordnet ist. Das Koppelglied
ist zweckmäßigerweise eine Stange oder ein anderes festes Element, das Lager für jeweils
eine der Schwenkachsen und eine der Fixachsen aufweist.
[0022] Vorteilhafterweise sind die beiden Fixachsen zueinander in einem Horizontalbereich
angeordnet. Der Horizontalbereich umfasst einen Winkelbereich von ±30° zur Horizontalen,
insbesondere maximal ±20°, sodass also eine Ebene durch die beiden Fixachsen eine
Neigung von weniger als 30° beziehungsweise 20° zur Horizontalen aufweist.
[0023] Die Schwenkachsen sind beweglich im Raum, also beweglich zum Gehäusebehälter, wobei
es vorteilhaft ist, wenn auch die beiden Schwenkachsen in Lagerposition des Kanisters
im Horizontalbereich angeordnet sind. Hierdurch kann einer Verkantung des Kanisters
bei seinem Bewegen aus der Lagerposition entgegengewirkt werden.
[0024] Bei einem schwenkenden Absetzen eines Kanisters oder der Halteeinheit in Lagerposition
können entsprechende Haltemittel leicht verkanten. Insofern ist eine translatorische
Bewegung des Kanisters und/oder der Halteeinheit in die Lagerposition vorteilhaft.
Eine im Wesentlichen translatorische Bewegung in die Lagerposition kann erreicht werden,
wenn die beiden Achsenpaare aus jeweils einer Fixachse und einer Schwenkachse in der
Lagerposition zueinander im Horizontalbereich angeordnet sind. Hierbei erstreckt sich
der Horizontalbereich über maximal ±20°, insbesondere maximal ±15° zur Horizontalen.
Besonders gut ist die translatorische Bewegung erzielbar, wenn der Horizontalbereich
nur im Bereich ±10° zur Horizontalen liegt, eine Ebene durch das entsprechende Achsenpaar
also in der Horizontalen mit einer Abweichung von maximal ±10° ausgerichtet ist.
[0025] Mit gleichem Vorteil ist das Bewegungsmittel zweckmäßigerweise zum translatorischen
Bewegen des Kanisters aus der Lagerposition vorbereitet. Vorteilhaft ist ein anschließendes
Schwenken des Kanisters, um eine vorteilhafte Betriebsposition zu erreichen. Die translatorische
Bewegung erfolgt zweckmäßigerweise über zumindest 10 cm insbesondere zumindest 20
cm nach oben. Hierbei ist das translatorische Bewegen nicht mathematisch zu sehen,
sondern kann aus einer oder mehreren Rotationsbewegungen zusammengesetzt sein, wobei
es sinnvoll ist, dass bei der translatorischen Bewegung eine Rotation des Kanisters
nicht mehr als 3° beträgt, insbesondere weniger als 2°.
[0026] Weiter wird vorgeschlagen, dass das Bewegungsmittel zweckmäßigerweise zum senkrechten
Abheben des Kanisters aus der Lagerposition und anschließendem Schwenken des Kanisters
vorbereitet. Das senkrechte Abheben ist zweckmäßigerweise ein translatorisches Abheben
des Kanisters beziehungsweise der Halteeinheit, an der der Kanister befestigt ist.
[0027] Die Bewegung des Kanisters beziehungsweise der Halteeinheit erfolgt zweckmäßigerweise
durch die Krafteinleitung eines oder mehrerer Bewegungsmotoren in das Koppelgetriebe.
Ein Bewegungsmotor greift hierbei zweckmäßigerweise an einem Element des Koppelgetriebes
an und dreht dieses um eine Fixachse. Besonders kraftvoll und exakt kann diese Bewegung
durch einen linearen Bewegungsmotor erfolgen, insbesondere mit einem Hydraulikgestänge.
Allgemein gesprochen ist ein Ausdehnen und/oder Zusammenziehen eines linearen Motorelements
vorteilhaft. Der Bewegungsmotor ist hier zweckmäßigerweise so ausgeführt, dass die
Bewegung von der Lagerposition in die Betriebsposition durch das kontinuierliche Eingeben
von Kraft in das Bewegungsmittel durch den Bewegungsmotor erfolgt. Die Krafteinleitung
eines Bewegungsmotors kann an einem Hebel erfolgen, der um eine der Fixachsen verschwenkt
wird.
[0028] Das Schwenken des Hebels kann ein translatorisches und insbesondere senkrechtes Abheben
des Kanisters und ein anschließendes Schwenken des Kanisters erzeugen. Ein Bewegungsmotor
erzeugt also sowohl das senkrechte und insbesondere translatorische Abheben als auch
das anschließende Schwenken durch das Einbringen von Kräften aus den gleichen Fixpunkten
in gleiche bewegte Lager.
[0029] Vorteilhafterweise umfasst das Bewegungsmittel zumindest zwei Bewegungsmotoren, die
beidseitig einer Bewegungsbahn des Kanisters beziehungsweise der Halteeinheit angeordnet
sind. Hierdurch kann eine symmetrische Krafteinleitung in das System erfolgen.
[0030] Ein kraftvoller und einfacher Antrieb des Bewegungsmittels kann erreicht werden,
wenn der Bewegungsmotor zwei in ihrer Bewegung gekoppelte Motoreinheiten aufweist,
die insbesondere paarweise zusammenwirkend beidseitig des Kanisters beziehungsweise
der Halteeinheit angeordnet sind. Die Motoreinheiten sind insbesondere als geradliniges
Schubgestänge ausgeführt, beispielsweise jeweils in Form eines Hydraulikgestänges.
Das Schubgestänge weist zweckmäßigerweise ein Fixlager und ein bewegtes Lager auf,
das durch die Schubbewegung des Schubgestänges linear, also gradlinig zum Fixlager
hingezogen oder von diesem weggedrückt wird. Das Fixlager des Schubgestänges ist zweckmäßigerweise
starr am Behältergehäuse befestigt und fällt insbesondere mit einem gehäusefesten
Drehpunkt beziehungsweise einer Fixachse zusammen.
[0031] Eine Motoreinheit ist vorteilhafterweise drehbar gelagert, so dass die Druck- und/oder
Zugrichtung des Schubgestänges um das Fixlager drehbar ist. Um einen Hebel um einen
weiten Schwenkbereich mit großer Krafteinleitung schwenken zu können, ist es vorteilhaft,
dass zwei Motoreinheiten am Hebel angreifen, insbesondere von gegenüberliegenden Seiten.
Auf diese Weise kann ein Schubgestänge drückend und das andere ziehend wirken, sodass
sich die Kräfte der beiden Motoreinheiten addieren. Hierzu ist das bewegte Lager der
beiden Schubgestänge vorteilhafterweise zumindest in einem Schwenkbereich des Hebels
zwischen den beiden Fixlagern der Schubgestänge angeordnet.
[0032] Beim Starten eines Flugkörpers ist es sinnvoll, den Abgasstrahl vollständig aus dem
Behälterinnenvolumen herauszuhalten. Als Behälterinnenvolumen kann dasjenige Volumen
des Behältergehäuses verstanden werden, das von diesem in seinem geschlossenen Zustand
umgriffen wird. Um den Abgasstrahl beim startenden Flugkörper aus diesem Volumen herauszuhalten,
ist es vorteilhaft, wenn das Bewegungsmittel dazu vorbereitet ist, den Kanister vollständig
aus dem Behältergehäuse in die Betriebsposition des Flugkörpers herauszuheben, insbesondere
nach oben aus dem Behältergehäuse herauszuheben. Auf diese Weise kann auch ein hinteres
Ende des Kanisters, aus dem der Abgasstrahl üblicherweise austritt, aus dem Behältergehäuse
herausgenommen werden und somit aus dem Behältervolumen entfernt werden.
[0033] Boden-Luft-Flugkörper können senkrecht nach oben gestartet werden. Hierbei tritt
der Abgasstrahl senkrecht nach unten aus. Um ein Auftreffen des Abgasstrahls auf dem
Behältergehäuse oder sogar im Inneren des Behältergehäuses zu vermeiden, ist es vorteilhaft,
wenn der Kanister seitlich neben das Behältergehäuse bewegt wird. Hierzu ist das Bewegungsmittel
zweckmäßigerweise vorbereitet. Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn in der Betriebsposition
eine Wand des Behältergehäuses zwischen Kanisterende und Behälterinnenraum angeordnet
ist. Die Wand steht wie ein Schutzschild zwischen dem heißen Abgasstrahl und dem Behälterinnenraum
und schirmt somit Elemente innerhalb des Innenraums vom Abgasstrahl ab. Die Wand des
Behältergehäuses kann eine Seitenwand oder eine Vorder- oder Rückwand beziehungsweise
Hinterwand des Behältergehäuses sein. Besonders vorteilhaft ist eine Rückwand des
Behältergehäuses, die gegenüber einer Vorderwand, in der eine Tür zum Betreten des
Behältergehäuses angeordnet ist, positioniert ist.
[0034] Eine Kanistereinheit aus mehreren Kanistern mit jeweils einem Flugkörper weist ein
beträchtliches Gewicht auf, weshalb eine Verankerung am Behältergehäuse stabil ausgeführt
sein muss. Um die Kraft nicht vollständig auf einer Behälterwandung ruhen zu lassen,
ist es sinnvoll, die kraftaufnehmenden Lager des Behältergehäuses möglichst nah aneinander
anzuordnen und kraftübertragende Verbindungen zwischen den Aufnahmelagern vorzusehen.
Je näher die Aufnahmelager hierbei beieinander liegen, desto einfacher und verbindungssteifer
kann die Konstruktion hergestellt werden. Insbesondere dann, wenn der Kanister vollständig
aus dem Behältergehäuse herausgehoben werden soll und somit eine große Schwenkbewegung
erforderlich ist, ist es schwierig, die Aufnahmelager eng nebeneinander zu legen.
Dieses Problem kann dadurch gelöst werden, dass die Schwenkbewegung mit einem großen
Schwenkwinkel durchgeführt wird. Hierzu ist das Bewegungsmittel vorteilhafterweise
derart ausgeführt, dass der Kanister in der Betriebsposition um mindest 210° von seiner
Lage in der Lagerposition verschwenkt ist. Durch die Verschwenkung in einem großen
Winkelbereich kann auch eine große Verschwenkstrecke bei nahe aneinanderliegenden
Aufnahmelagern erreicht werden. Zweckmäßigerweise beträgt die Verschwenkung zumindest
260°, insbesondere zumindest 270°. Der Kanister kann von einer waagrechten Lagerposition
in eine senkrechte Startposition gebracht werden.
[0035] Sowohl in Lagerposition als auch in Betriebsposition wird der Kanister mit dem Flugkörper
in der Regel eine lange Zeit ruhen. Einer Arbeitssicherheit ist es förderlich, wenn
in den beiden Ruhezuständen möglichst wenig oder keine Kraft vom Bewegungsmittel auf
den Kanister übertragen werden muss, dieser also möglichst auf einem Ablagemittel
abgelegt ruhen kann. Das Bewegungsmittel kann so kraftfrei bleiben und ein Bewegungsmotor
kann antriebslos bleiben. Hierdurch kann eine Bedienung, Wartung oder Reparatur des
Kanisters oder des Flugkörpers mit geringem Gefahrenpotential vollzogen werden. Hierfür
umfasst der Flugkörperbehälter zweckmäßigerweise ein Ablagemittel, auf dem das Bewegungsmittel
in der Lagerposition abgelegt ruht und ein Ablagemittel, auf dem das Bewegungsmittel
in der Betriebsposition abgelegt ruht.
[0036] Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Betrieb eines Flugkörperbehälters
mit einem Behältergehäuse und zumindest einem darin gelagerten Kanister zum Tragen
eines Flugkörpers. Um eine Gefechtsbereitschaft zügig erreichen zu können, wird vorgeschlagen,
dass der Kanister durch ein Bewegungsmittel des Flugkörperbehälters von einer Lagerposition
in eine Betriebsposition bewegt wird.
[0037] Das Bewegen erfolgt bevorzugt durch ein kinematisches Koppelgetriebe des Bewegungsmittels,
das insbesondere eine mehrgliedrige kinematische Kette aufweist.
[0038] Eine vorteilhafte Ausführungsform dieser Erfindung schlägt vor, dass der Kanister
von oben in das Behältergehäuse eingeführt und darin abgelegt wird. Hierdurch kann
ein einfaches Beladen des Behältergehäuses mit dem Kanister erreicht werden. Vorteilhafterweise
erfolgt das Ablegen des Kanisters im Behältergehäuse translatorisch senkrecht von
oben. Dies kann besonders einfach durch einen Kran erfolgen.
[0039] Zur Befestigung des Kanisters am Bewegungsmittel umfasst das Bewegungsmittel zweckmäßigerweise
eine Halteeinheit mit einem Befestigungsmittel zum insbesondere starren Befestigen
des Kanisters an der Halteeinheit. Zum verkantungsfreien Befestigen der Halteeinheit
am Kanister ist es vorteilhaft, wenn die Halteeinheit des Bewegungsmittels von oben
auf den Kanister abgesenkt wird und der Kanister an der Halteeinheit befestigt wird.
Auch das Absenken der Halteeinheit von oben auf den Kanister geschieht zweckmäßigerweise
translatorisch senkrecht von oben. Der an der Halteeinheit befestigte Kanister kann
an der Halteeinheit von der Lagerposition in die Betriebsposition bewegt werden.
[0040] Während der Lagerung und eines Transports ist der Kanister zweckmäßigerweise auf
einem Sockel des Behältergehäuses abgelegt und dort befestigt. Insbesondere bilden
Sockel, Kanister und Halteeinheit in der Lagerposition eine fest miteinander verbundene
Einheit.
[0041] Einem verkantungsfreien Ablösen des Kanisters von der Lagerposition, z.B. vom Sockel,
ist es dienlich, wenn der Kanister durch das Bewegungsmittel translatorisch aus der
Lagerposition heraus bewegt wird. Hierbei bewegt das Bewegungsmittel die Halteeinheit
und den Kanister zweckmäßigerweise senkrecht nach oben. Der Kanister kann während
der translatorischen Bewegung waagrecht ausgerichtet verbleiben. Die Bewegung erfolgt
zweckmäßigerweise um ein Schwenken des Kanisters um zumindest eine, insbesondere um
zwei Fixachsen.
[0042] Zum Erreichen einer guten Startposition vollständig außerhalb des Behältergehäuses
ist es vorteilhaft, wenn der Kanister von der Lagerposition in die Betriebsposition
über einen Winkelbereich von zumindest 260°, insbesondere um 270° um eine horizontale
Achse gedreht wird.
[0043] Vor einem Start und bei einer Wartung des Flugkörpers werden Sensoren des Flugkörpers
auf ihre Funktion getestet. Insbesondere die Beschleunigungs- und/oder Drehratensensoren
eines Inertialnavigationssystems (INS) können hierbei bezüglich Offset- und/oder Skalenfaktorwerten
überprüft werden. Hierzu kann der entsprechende Sensor zunächst in eine Position gebracht,
dort getestet, anschließend um 180° gedreht und noch einmal getestet werden, wobei
aus den beiden Tests ein Lage-, Winkel- oder Beschleunigungsoffset des Sensors ermittelt
werden kann. Solche Tests sind aufwändig, da die Flugkörper aus dem Lagerbehälter
herausgenommen und gedreht werden müssen.
[0044] Durch die hohe Beweglichkeit des Bewegungsmittels durch das Koppelgetriebe kann ein
Sensortest erheblich vereinfacht werden. Hierzu schlägt die Erfindung vor, dass das
Bewegungsmittel erfindungsgemäß den Kanister mit einem darin angeordneten Flugkörper
in zwei entgegengesetzt ausgerichtete Lagen bewegt. Hierbei wird der Flugkörper zweckmäßigerweise
um eine horizontal ausgerichtete Achse um 180° rotiert. Vorteilhafterweise wird in
den beiden Positionen ein Signal eines Sensors im Flugkörper erfasst und aus dem Signal
wird ein Zustand des Sensors ermittelt, beispielsweise wird ein Offset ermittelt.
Bei einer Beweglichkeit des Bewegungsmittels derart, dass der Kanister um zumindest
270° verschwenkbar ist, kann der Kanister mit dem Flugkörper in vier um jeweils 90°
zueinander verdrehte Positionen gebracht werden, sodass die Sensormessungen in allen
vier Positionen erfolgen können. Auf diese Weise können zwei paarweise Messungen aus
gegenüberliegenden, also 180° verdrehten Positionen erfolgen, wobei die Positionspaare
um 90° zueinander verdreht sind.
[0045] Weiter ist die Erfindung gerichtet auf ein Verfahren zum Betrieb eines Flugkörperbehälters
mit einem Behältergehäuse, bei dem ein Flugkörper in einem Kanister in das Behältergehäuse
eingebracht und dieses verschlossen wird und der Behälter über einen Zeitraum von
z. B. zumindest einem Monat gelagert wird. Anschließend wird der Flugkörperbehälter
auf ein Fahrzeug geladen und zu einem Betriebsort verbracht. Am Betriebsort wird das
Behältergehäuse geöffnet und der Kanister wird durch ein Bewegungsmittel des Flugkörperbehälters
aus dem Behältergehäuse bewegt und am Bewegungsmittel befestigt in Betrieb genommen.
Ein solcher Betrieb ist insbesondere ein Start des Flugkörpers aus dem Kanister.
[0046] Weiter ist die Erfindung gerichtet auf ein System von mehreren Flugkörperbehältern
mit jeweils einem Behältergehäuse, wobei die Behältergehäuse aufeinander gestapelt
gelagert werden.
[0047] Ferner wird durch die Erfindung ein Verfahren unter Schutz gestellt, bei dem mehrere
gleichartige Flugkörperbehälter in Betrieb genommen werden, wobei ein Flugkörperbehälter
auf einem festen Boden, beispielsweise einer betonierten Fläche, zum Einsatz kommt,
ein anderer Flugkörperbehälter auf einem Radfahrzeug angeordnet zum Einsatz kommt
und insbesondere ein dritter Flugkörperbehälter auf einer Containeraufnahme einer
zu schützenden Anlage in Betrieb geht. Ein solcher Betrieb ist zweckmäßigerweise der
Abschuss eines Flugkörpers aus einem Kanister des Flugkörperbehälters.
[0048] Die oben genannten Verfahren, Verfahrensmerkmale und Vorrichtungsmerkmale sind auch
mit den letztgenannten Ausrichtungen der Erfindung jeweils kombinierbar.
[0049] Die bisher gegebene Beschreibung vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung enthält
zahlreiche Merkmale, die in den einzelnen Unteransprüchen teilweise zu mehreren zusammengefasst
wiedergegeben sind. Diese Merkmale wird der Fachmann jedoch zweckmäßigerweise auch
einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen. Insbesondere
sind diese Merkmale jeweils einzeln und in beliebiger geeigneter Kombination mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß den unabhängigen
Ansprüchen kombinierbar.
[0050] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung, sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Die Ausführungsbeispiele dienen der Erläuterung
der Erfindung und beschränken die Erfindung nicht auf die darin angegebene Kombination
von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale. Außerdem können dazu
geeignete Merkmale eines jeden Ausführungsbeispiels auch explizit isoliert betrachtet,
aus einem Ausführungsbeispiel entfernt, in ein anderes Ausführungsbeispiel zu dessen
Ergänzung eingebracht und/oder mit einem beliebigen der Ansprüche kombiniert werden.
[0051] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Flugkörperbehälter in einem Lager- oder Transportzustand mit geschlossenem Behältergehäuse,
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus dem Behälterdach des Flugkörperbehälters aus Fig. 1,
- Fig. 3
- den Flugkörperbehälter in einer Betriebsposition mit ebenfalls geschlossenem Behältergehäuse,
- Fig. 4
- den Flugkörperbehälter mit in Betriebsposition gehaltenen Kanistern und geöffnetem
Behälterdach,
- Fig. 5
- den Flugkörperbehälter aus Fig. 4 in einer teilgeschnittenen Ansicht,
- Fig. 6
- eine schematische Seitenansicht des Flugkörperbehälters mit Kanistern in Betriebsposition,
- Fig. 7
- der Flugkörperbehälter aus Fig. 6 mit Kanistern in Lagerposition,
- Fig. 8
- den Flugkörperbehälter aus Fig. 5 mit Kanistern in Lagerposition,
- Fig. 9
- den Flugkörperbehälter aus Fig. 8, bei dem die Kanister aus der Lagerposition senkrecht
nach oben abgehoben sind,
- Fig. 10
- die Kanister bei einem beginnenden Schwenkvorgang,
- Fig. 11
- die Kanister in fortgeschrittenerem Schwenkvorgang,
- Fig. 12
- die Kanister senkrecht ausgerichtet und mit dem rückwändigen Ende nach oben gestellt,
- Fig. 13
- die aus dem Behältergehäuse vollständig herausgehobenen Kanister in einer waagerechten
Position,
- Fig. 14
- eine schematisierte Seitendarstellung des Behältergehäuses und des Kanisters in Lagerposition
mit Bewegungskurven des Kanisters von seiner Bewegung von der Lagerposition in die
Betriebsposition,
- Fig. 15
- der Kanister aus Fig. 14 in einer um 90° gedrehten Stellung auf den eingezeichneten
Bewegungsbahnen,
- Fig. 16
- eine schematische Darstellung von zwei Dachflügeln zum Öffnen und Verschließen des
Behälterdachs eines Flugkörperbehälters aus den vorangegangenen Figuren,
- Fig. 17
- die beiden Dachflügel in einer leicht geöffneten Position,
- Fig. 18
- die beiden Dachflügel in vollständig geöffneter Position,
- Fig. 19
- eine schematische Detailansicht eines Dachflügels kurz vor und in Schließstellung,
- Fig. 20
- eine Antenne in einer Lagerposition und
- Fig. 21
- die Antennenmechanik aus Fig. 20 bei einer Betriebsposition der Antenne.
[0052] Fig. 1 zeigt einen Flugkörperbehälter 2 mit einem geschlossenen Behältergehäuse 4.
Das Behältergehäuse 4 hat die Abmessungen eines Standard-20-Fuß-Containers und enthält
auch die standardisierten Befestigungsausnehmungen und Befestigungsmittel zum Befestigen
an anderen 20-Fuß-Containern und entsprechenden Verladevorrichtungen. An seiner Vorderseite
umfasst das Behältergehäuse 4 eine Zugangstür 6 zum Betreten eines Behälterinnenraums,
die wie übliche Containertüren ausgeführt ist. Von außen entspricht der Flugkörperbehälter
2 in Formgebung und Design ebenfalls einem 20-Fuß-ISO-Transportcontainer. Wie beispielsweise
bei Kühlcontainern gebräuchlich, umfasst der Flugkörperbehälter 2 eine Schnittstelle
8 zum Anschluss an eine Stromversorgung, wobei auch ein oder mehrere weitere Anschlüsse
optional möglich sind, beispielsweise ein Datenanschluss. Weiter umfasst der Flugkörperbehälter
2 eine Abdeckung 10, durch die ein dahinterliegendes Anzeigeund Eingabemittel 12 (siehe
Fig. 3) nach außen geschützt ist.
[0053] Auf seiner Oberseite hat das Behältergehäuse 4 ein Behälterdach 14 mit zwei zueinander
symmetrischen Dachflügeln 16, die sich jeweils über mehr als die Hälfte der Länge
des Flugkörperbehälters 2 erstrecken. An dem hinteren Ende des Behälterdachs 14 sind
zwei Dachklappen 18 angeordnet, die in Fig. 2 vergrößert dargestellt sind.
[0054] Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt des hinteren Behälterdachs 14 des Flugkörperbehälters
2. Die beiden am hinteren Ende des Behälterdachs 14 angeordneten Dachklappen 18 grenzen
jeweils an einen Dachflügel 16 an und sind - ebenso wie die Dachflügel 16 - zu öffnen,
sodass ein von den Dachflügeln 16 freigegebene Dachöffnung an die von den Dachklappen
18 freigegebene Dachöffnung angrenzt, sodass eine einzige große Dachöffnung entsteht.
[0055] Fig. 3 zeigt den Flugkörperbehälter 2 ebenfalls in einem geschlossenen Zustand, das
Behältergehäuse 4 ist also verschlossen, jedoch sind Kanister 20 und darin gelagerte
Flugkörper außerhalb des Behältergehäuses 4 gehalten und in einer Betriebsposition
angeordnet. Ebenso ist eine Antenne 22 ausgeklappt und befindet sich außerhalb des
Behältergehäuses 4. Die Abdeckung 10 ist geöffnet, sodass ein dahinterliegendes Anzeige-
und Eingabemittel 12 zugänglich ist.
[0056] Sowohl bei den in Fig. 1 gezeigten Zustand, bei dem die Kanister 20 in einer Lagerposition
innerhalb des Behältergehäuses 4 gelagert sind, als auch in dem in Fig. 3 gezeigten
Zustand, bei dem sie außerhalb des Behältergehäuses angeordnet sind, ist der Flugkörperbehälter
2 insoweit geschlossen, dass der Behälterinnenraum, der vom Behältergehäuse 4 umschlossen
wird, vor Witterungseinflüssen der Umgebung weitgehend geschützt ist. So ist das Behältergehäuse
4 in den beiden Zuständen regendicht und spritzwasserfest sowie sand- und staubdicht,
sodass Elemente im Behälterinnenraum vor diesen Einflüssen geschützt sind.
[0057] Der in Fig. 1 gezeigte Zustand des Flugkörperbehälters 2 ist ein Lager- und Transportzustand,
in dem das Behältergehäuse 4 fest verschlossen ist und die Einrichtung im Behälterinnenraum
schützt. Dem gegenüber ist der in Fig. 3 gezeigte Zustand ein Betriebszustand des
Flugkörperbehälters 2, in diesem Fall ein Gefechtszustand. Auch in diesem Zustand
kann der Flugkörperbehälter 2 lange verharren, ohne dass - beispielsweise bei Regen
oder starkem Wind mit Flugsand - die Einrichtung im Behälterinnenraum den entsprechenden
äußeren Einflüssen ausgesetzt wäre. In der Betriebsposition sind die Kanister 20 senkrecht
ausgerichtet mit der Kanistervorderseite nach oben, sodass die in den Kanistern 20
gelagerten Flugkörper beim Start ihres Raketentriebwerks durch den Raketenschub nach
oben aus dem entsprechenden Kanister 20 austreten und senkrecht nach oben starten.
[0058] Um die Rückwirkungen des Abgasstrahls der startenden Flugkörper auf das Behältergehäuse
4 möglichst gering zu halten, sind die Kanister 20 außerhalb des Behältergehäuses
4 angeordnet und außerdem in angemessener Höhe über dem Grund positioniert. Die Höhe
der Unterkante der Kanister 20 beträgt zumindest 80 cm, insbesondere zumindest 1 m.
Die Containerrückwand, die in den Figuren nicht gezeigt ist, ist stets verschlossen,
sodass Gase des heißen Abgasstrahls nicht in das Innere des Behältergehäuses 4 eindringen.
[0059] Der Flugkörperbehälter 2 ist universell einsetzbar. Er ist sowohl auf einem festen
Boden stehend einsetzbar, als auch auf einem LKW. Auch ein Einsatz auf einem Schiff
oder anderen zu schützenden Objekten, beispielsweise einer Öl-Plattform, ist einfach
möglich.
[0060] Fig. 4 zeigt den Flugkörperbehälter 2 in einer Betriebsposition des Kanisters 20,
jedoch mit geöffnetem Behälterdach 14. Die beiden Dachklappen 16 sind nach oben und
zur Seite geschwenkt und geben somit eine Dachöffnung 24 des Behältergehäuses 4 frei.
Durch diese Dachöffnung 24 kann der Kanister 20 in den Behälterinnenraum und aus diesem
wieder heraus bewegt werden. Hierzu umfasst der Flugkörperbehälter 2 ein Bewegungsmittel
26, das durch die geschnittene Darstellung des Flugkörperbehälters 2 in Fig. 5 deutlicher
dargestellt ist.
[0061] Fig. 5 zeigt den Flugkörperbehälter 2 aus Fig. 4 in einer Darstellung, in der eine
Seitenwand des Behältergehäuses 4 geschnitten und somit offen dargestellt ist. Der
besseren Ansicht halber wurde einer der Dachflügel 16 in der Darstellung weggelassen.
Außerdem sind an einer Halteeinheit 28 des Bewegungsmittels 26 nur vier der acht Kanister
befestigt, die bei dem in Fig. 3 gezeigten Zustand zum Einsatz kommen. Die anderen
vier Kanister 20 sind in Lagerposition im Behälterinnenraum angeordnet und liegen
ruhend auf einem Sockel 30 des Flugkörperbehälters 2. Fig. 5 zeigt insofern einen
Beladungszustand des Flugkörperbehälters 2, bei dem die lagernden Kanister 20 schon
in den Flugkörperbehälter 2 verbracht aber noch nicht an Bewegungsmittel 26 befestigt
sind.
[0062] Das Bewegungsmittel 26 umfasst ein kinematisches Koppelgetriebe, das in dieser Ausführungsform
zwei spiegelsymmetrische Einheiten an beiden Behälterlängsseiten aufweist. Dabei stellt
eine Behälterseitenwand jeweils den ortsfesten Teil des Koppelgetriebes dar. Die Halteeinheit
28 bildet den beweglichen Teil des Koppelgetriebes, der mit den beiden Schwingen bzw.
Koppeigliedern der beiden Einheiten des Koppelgetriebes verbunden ist bzw. diese bildet.
[0063] Die beiden Einheiten des Bewegungsmittels 26 sind jeweils als Koppelgetriebe 46 in
Form einer viergliedrigen kinematischen Kette ausgeführt. Das Behältergehäuse 4 dient
jeweils als Gehäuseglied bzw. ortsfestes Gehäuseelement. Die Halteeinheit 28 dient
beiden Einheiten als Koppel beziehungsweise Koppelglied oder Betriebsglied. Das Koppelgetriebe
46 umfasst ein Hebelgestänge mit vier gehäusefesten Drehpunkten.
[0064] Jedes Koppelgetriebe 46 umfasst zwei bewegliche Glieder 32, 34 in Form von starren
Elementen, beispielsweise von Stangen. Jedes der beweglichen Glieder 32, 34 ist an
einem gehäusefesten Drehpunkt 36, 38 mit dem Gehäuseglied beziehungsweise dem Behältergehäuse
4 drehbar aber ansonsten ortsfest verbunden. Weiter sind die beweglichen Glieder 32,
34 über bewegliche Drehpunkte 40, 42 mit dem Betriebsglied beziehungsweise der Halteeinheit
28 verbunden. Die Drehpunkte 40, 42 sind hierbei relativ zum Koppelglied beziehungsweise
der Halteeinheit 28 starr gelagert.
[0065] Teile der Koppelgetriebe 46 befinden sich neben der Halteeinheit 28. Diese Ausführungsform
lässt schmale Elemente zu, sodass eine sehr breite Halteeinheit 28 verwendet werden
kann beziehungsweise die Anordnung aus Bewegungsmittel 26 und Kanistern 20 besonders
kompakt ausgeführt werden kann.
[0066] Das Koppelgetriebe 46 ist in den Figuren 6 und 7 von der Seite dargestellt, sodass
die vordere Einheit die spiegelsymmetrische hintere Einheit verdeckt. Fig. 6 zeigt
die Kanister 20 hierbei in der gleichen Position wie Fig. 5, wobei im Unterschied
zu Fig. 5 jedoch alle Kanister 20 am Bewegungsmittel 26 angeordnet sind. Fig. 7 zeigt
das Bewegungsmittel 26 und die Kanister 20 in der Lagerposition. Die Kanister 20 sind
auf dem Sockel 30 abgelegt, dort beispielsweise eingesteckt, und das Bewegungsmittel
26 ist an den Kanistern 20 befestigt.
[0067] In den Figuren 8 bis 13 ist ein Bewegungsablauf des Bewegungsmittels 26 beziehungsweise
der Kanister 20 von der Lagerposition in die Betriebsposition dargestellt, wobei die
Betriebsposition aus Fig. 5 als Ende des letzten Bereichs des Bewegungsablaufs zwischen
den Stellungen aus Fig. 13 und Fig. 5 zu denken ist. Die Bewegungsbahnen dieses Bewegungsablaufs
sind in den Figuren 14 und 15 schematisch wiedergegeben. Ein solcher Bewegungsablauf
ist im Folgenden beschrieben.
[0068] Die Figuren 7 und 8 zeigen die Kanister 20 beziehungsweise das Bewegungsmittel 26
in der Lagerposition. In dieser Position sind die Kanister 20 zumindest in der Weise
formschlüssig mit dem Behältergehäuse 4 verbunden, beispielsweise über den Sockel
30, dass eine horizontale Bewegung der Kanister 20 relativ zum Behältergehäuse 4 blockiert
ist. Das Bewegungsmittel 26 beziehungsweise seine Halteeinheit 28 ist von oben auf
die ruhenden Kanister 20 abgesenkt und mit ihnen verbunden, sodass die Kanister 20
in alle Richtungen starr mit der Halteeinheit 28 verbunden sind.
[0069] Ein erster Teil des Bewegungsablaufs ist durch die Figuren 8 und 9 dargestellt. Die
Kanister 20 sind ein Stück weit vom Sockel 30 nach oben abgehoben. Dies geschieht,
indem ein Bewegungsmotor 48 das bewegliche Glied 32 um den Drehpunkt 36 dreht. Aus
Fig. 8 ist zu sehen, dass die beiden Einheiten beziehungsweise Koppelgetriebe 46 einander
im Behältergehäuse 4 gegenüber liegen, sodass ihre beiden Drehpunkte 36 eine Fixachse
50 bilden, um die das bewegliche Glied 32 beider Koppelgetriebe 46 rotiert wird. In
Fig. 8 ist eine weitere Fixachse 52 eingezeichnet, die die beiden gehäusefesten Drehpunkte
38 miteinander verbindet. Um diese Fixachse 52 rotieren die beiden beweglichen Glieder
34 der beiden Koppelgetriebe 46. Beide Fixachsen 50, 52 sind in Fig. 8 lang gestrichelt
dargestellt.
[0070] Durch die Rotation der beweglichen Glieder 32 der Koppelgetriebe 46 rotiert auch
deren beweglicher Drehpunkt 40 um den gehäusefesten Drehpunkt 36. Die beiden beweglichen
Drehpunkte 40 bilden eine Schwenkachse 54, die durch die beiden beweglichen Drehpunkte
40 verläuft und die in Fig. 8 strichpunktiert dargestellt ist. Ebenfalls strichpunktiert
dargestellt ist eine weitere Schwenkachse 56, die durch die Drehpunkte 42 der beweglichen
Glieder 34 der beiden Koppelgetriebe 46 verläuft. Diese Schwenkachse 56 rotiert kreisförmig
um die Fixachse 52.
[0071] Der Freiheitsgrad der Bewegung der Halteeinheit 28 beziehungsweise der Kanister 20
gegenüber der Behälterstruktur beziehungsweise den ortsfesten Behältergehäuse 4 wird
lediglich mit Drehgelenken realisiert. Jedes Koppelgetriebe 46 erzeugt die krummlinige
Bewegung somit aus lediglich Schwenkbewegungen um zwei ortsfeste Fixachsen 50, 52.
[0072] Die Bewegung des Bewegungsmittels 26 wird durch zwei Bewegungsmotoren 48 erzeugt,
wobei jedem Koppelgetriebe 46 ein Bewegungsmotor 48 zugeordnet ist. Jeder Bewegungsmotor
48 umfasst zwei Motoreinheiten 58, 60, die beide als Schubgestänge ausgeführt sind.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind beiden Motoreinheiten 58, 60 Hydraulikzylinder,
die mit einer Hydraulikpumpe verbunden und durch ein Steuermittel 62 gesteuert sind.
Die Hydraulikzylinder wirken direkt auf das Haupttragglied 32 des Koppelgetriebes
46. Die Antriebsleistung wird über vier Hydraulikzylinder, zwei auf jeder Seite, übertragen.
Bei einem Hydraulikleck kann damit die Halteeinheit 28 in jeder Position gestoppt
werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
[0073] Die beiden Motoreinheiten 58, 60 greifen jeweils an einem einzigen Hebel 64 des Koppelgetriebes
46 an, das starr mit einem der beweglichen Glieder 32, 34 verbunden ist, bei dem in
den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiel dem beweglichen Glied 32. Der Antrieb für
die Bewegung des Bewegungsmittels 26 wirkt nur auf ein Getriebeelement, in diesem
Fall das bewegliche Glied 32. Beide Motoreinheiten 58, 60 erzeugen die Bewegung des
Bewegungsmittels 26 durch eine Längenveränderung, also eine Kontraktion und Expansion.
Hierbei können beiden Motoreinheiten 58, 60 die Bewegungskraft ausschließlich durch
Expansion erzeugen oder zumindest eine der Motoreinheiten 58, 60 ist zusätzlich zum
Aufbringen von Bewegungskraft in das Bewegungsmittel 26 durch Kontraktion vorbereitet.
Dies ist vorliegend bei der Motoreinheit 60 der Fall.
[0074] In vorliegendem Ausführungsbeispiel umfasst jeder Bewegungsmotor 48 ausschließlich
längenveränderlich wirksame Motoreinheiten 58, 60, die jeweils um eine Fixachse 66,
68 schwenkbar sind. Diese beiden Fixachsen 66, 68 sind in Fig. 8 kurz gestrichelt
dargestellt und verbinden die entsprechenden Motoreinheiten 58 beziehungsweise 60
der beiden Bewegungsmotoren 48. Es ist jedoch auch möglich, die Bewegung des beweglichen
Glieds 32 durch einen anderen Bewegungsmotor ohne solche Fixachsen 66, 68 herzustellen.
[0075] Die Lageraufnahmen für die fixen Drehpunkte 36, 38 sowie die für die Drehpunkte der
Motoreinheiten 58, 60 liegen in einem relativ kleinen Bereich zusammen, sodass die
erforderlichen hoch belasteten Strukturbereiche nicht über große Distanzen zu führen
sind. Ein Vierseit zu den vier Fixachsen 50, 52, 66, 68 umfasst hierbei eine maximale
Ausdehnung, die kleiner ist, als eine halbe Kanisterlänge.
[0076] Durch den Antrieb der beiden Bewegungsmotoren 48 bewegen sich die Kanister 20 von
der in Fig. 8 gezeigten Lagerposition translatorisch von dem Sockel 30 weg, in diesem
Ausführungsbeispiel senkrecht nach oben. Eine solche translatorische Bewegung hat
den Vorteil, dass Halteglieder 70, die für die Fixierung der Kanister 20 am Sockel
30 sorgen, verkantungsfrei aus dem Sockel 30 oder den Kanistern 20 entfernt werden
können. Bei dem in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiel greift ein Halteglied
70 in eine Ausnehmung des Sockels 30 ein, durch die translatorische Bewegung nach
oben wird das Halteglied 70 also aus der entsprechenden Ausnehmung gezogen.
[0077] Diese translatorische Bewegung ist in den Figuren 14 und 15 durch den Anfang der
Bewegungsbahnen 72, 74 dargestellt, die in den Figuren 14 und 15 punktiert dargestellt
sind. Es ist dargestellt die Bewegungsbahn 72 des vorderen unteren Endes des Kanisters
20 und die Bewegungsbahn 74 des hinteren unteren Endes des Kanisters 20. Aus der vorderen
Bewegungsbahn 72 kann ersehen werden, dass die Vorderseite des Kanisters im Wesentlichen
senkrecht nach oben bewegt wird, wobei eine Winkelabweichung von bis zu 20°, insbesondere
bis zu 10° unschädlich ist und auch noch in diesem Zusammenhang begrifflich unter
die senkrechte Translation zu fassen ist. Aus der hinteren Bewegungsbahn 74 ist zu
sehen, dass auch das hintere Ende des Kanisters 20 zunächst nach oben abgehoben wird,
sodass sich aus dem nach oben Abheben des vorderen und hinteren Endes des Kanisters
20 die translatorische Bewegung ergibt. Wie aus Fig. 15 zu sehen ist, ist der erste
Teil der beiden Bewegungsbahnen 72, 74 parallel zueinander, woraus sich die translatorische
Bewegung, in diesem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen senkrecht nach oben, ergibt.
Dieser translatorische Teil der Bewegung verläuft über zumindest 110 cm, insbesondere
über zumindest 15 cm. Zur Sicherheit eines zuverlässigen Lösens auch bei größeren
Haltegliedern 70 beträgt der in Fig. 15 gezeigte translatorische Teil der Bewegung
etwa 25 cm.
[0078] Während das vordere Ende des Kanisters 20 im weiteren Verlauf seiner Bewegung kontinuierlich
nach oben gehoben wird, macht die Bewegung des hinteren Teils des Kanisters 20 nach
der translatorischen Phase einen scharfen Knick von zumindest 60°, im gezeigten Ausführungsbeispiel
sogar von 90°. Die translatorische Phase geht in eine Rotationsphase des Kanisters
20 über. In der Rotations- oder Schwenkphase bewegt sich der in Lagerposition hintere
Teil des Kanisters 20 im Wesentlichen horizontal. Der Übergang zwischen vertikaler
und horizontaler Bewegung ist kürzer als die translatorische Bewegung, im gezeigten
Ausführungsbeispiel nur wenige Zentimeter.
[0079] Der Übergang von der translatorischen Bewegungsphase zur rotatorischen Bewegungsphase
des Kanisters 20 erfolgt sehr scharf, wie aus den Bewegungsbahnen 72, 74 aus Fig.
15 zu sehen ist. Dieser scharfe Übergang ist vorteilhaft, da zunächst eine recht exakt
translatorische Bewegung zum Lösen des Kanisters 20 vom Behältergehäuse 4, zum Beispiel
vom Sockel 30, verwendet werden kann. Das schnelle Einsetzen der rotatorischen Bewegungsphase
führt zu einem verhältnismäßig geringen Volumenbedarf der Gesamtbewegung des Kanisters
20 von seiner Lagerposition in seine Betriebsposition. Durch diese Art der Bewegung
kann also nicht nur die Bewegung kompakt gehalten werden, sondern es kann auch verhältnismäßig
viel Raum des Behältergehäuses 4 für andere Gegenstände, beispielsweise Schaltschränke
76 verwendet werden, sodass eine kompakte Bauform des Flugkörperbehälters 2 insgesamt
ermöglicht ist.
[0080] Die Bewegung des Kanisters 20 senkrecht nach oben wird ermöglicht durch die Position
der Fixachse 50 relativ zur Schwenkachse 54 und der Fixachse 52 relativ zur Schwenkachse
56. Die beiden Achspaare aus Fixachse 50 und Schwenkachse 54 beziehungsweise Fixachse
52 und Schwenkachse 56 bilden jeweils eine Ebene, die im Wesentlichen horizontal angeordnet
ist. Hierdurch findet der erste Teil der Bewegungsbahnen 72, 74 durch ein Anheben
der beiden Schwenkachsen 54, 56 im Wesentlichen senkrecht nach oben statt. Die translatorische
Bewegung kann durch die weitgehende Parallelität dieser beiden Ebenen in der Lagerposition
erreicht werden. Durch die unterschiedlichen Längen der beiden beweglichen Glieder
32, 34 wird diese Parallelität im Verlauf der Bewegung aufgelöst, wodurch ein Schwenken
des Kanisters 20 eintritt. Dies geschieht aber erst dann, wenn sich das bewegliche
Glied 32 beziehungsweise die Ebene aus der Fixachse 50 und der Schwenkachse 54 aus
der Horizontalen wegbewegt hat.
[0081] Ein weiteres Kriterium der Bewegungsbahnen 72, 74, das zu einem geringen Platzverbrauch
der Bewegungsbahnen 72, 74 beziehungsweise des Kanisters 20 im Laufe seiner Bewegung
führt, ist, dass sich der geometrische Schwerpunkt 78 des Kanisters 20 nicht nur während
der translatorischen Phase der Bewegung sondern auch während des ersten Teils der
rotatorischen Bewegung senkrecht nach oben bewegt. Dies ist in den Figuren 14 und
15 durch die strichpunktierte Bewegungslinie des Schwerpunkts 78 gezeigt. Diese Bewegungsbahn
des Schwerpunkts 78 bleibt im Wesentlichen senkrecht, so lange, bis der Schwerpunkt
78 das Behältergehäuse 4 verlassen hat. Erst danach fängt ein signifikanter Schwenk
dieser Schwerpunktsbahn aus der Geraden und insbesondere der Senkrechten statt. Während
der Phase der Schwerpunktsbahn innerhalb des Behältergehäuses 4 ist hierbei eine Abweichung
von bis zu 20%, insbesondere bis nur maximal 10% in eine Richtung quer zur Hauptbewegungsrichtung
des Schwerpunkts 78, im gezeigten Beispiel also maximal 10% nach vorne, hinten oder
seitlich relativ zur Hauptbewegung nach oben, immer noch als gerade Bahn und insbesondere
senkrechte Bahn zu sehen.
[0082] Wie aus den Figuren 10 bis 12 zu erkennen ist, folgt der translatorischen Bewegungsphase
des Kanisters eine Schwenkphase, während der der Kanister 20 bei einer verhältnismäßig
geringen Bewegung nach oben stark geschwenkt wird, nämlich um 90°. Während dieser
Phase ist nicht nur die Gravitation und somit die Gewichtskraft der Kanister 20 und
der beweglichen Teile des Bewegungsmittels 26 durch die Bewegungsmotoren 48 zu überwinden,
sondern es ist auch die starke Schwenkbewegung zu vollführen, die nach der translatorischen
Bewegungsphase relativ zügig einsetzt und somit den Bewegungsmotoren 48 eine gewisse
Massenträgheit entgegensetzt. Insofern ist der größte Kräfteaufwand für die Bewegungsmotoren
48 während der ersten 90° Verschwenkung der Kanister 20 zu leisten. Hierfür sind die
Motoreinheiten 58, 60 so zueinander angeordnet, dass sie während dieser Phase gegenüberliegend
am Hebel 64 angreifen und hierdurch besonders gut Kräfte aufbringen können. Dies gilt
auch insbesondere dadurch, weil beide Schubgestänge in dieser Phase relativ kurz ausgefahren
sind und die Motoreinheiten 58, 60 hierdurch noch in ihrer kräftigsten Schiebe- beziehungsweise
Zugphase sind. Die Motoreinheit 58 wirkt hierbei durch Druck und die Motoreinheit
60 durch Zug, wobei die Motoreinheit 60 auch zu einem Kraftaufbringen durch Schub
vorbereitet ist, wie in der Bewegungsphase, die in Fig. 13 gezeigt ist, ersichtlich
ist. Ab einer Rotation von etwa 180° wirkt auch die Motoreinheit 60 durch Druck auf
den Hebel 64 und bringt die Kanister 20 somit in ihre Betriebsposition, die in Fig.
5 dargestellt ist.
[0083] Zur Durchführung einer rückläufigen Bewegung von der Betriebsposition in die Lagerposition
wirkt die Motoreinheit 60 auf Zug, wohingegen die Motoreinheit 58, die nur auf ein
Wirken auf Druck ausgeführt ist, passiv mitbewegt wird. Dass hierbei nur eine der
Motoreinheiten 58, 60 die motorische Kraft in das Koppelgetriebe 46 einbringt, ist
unkritisch, da die Last der Kanister 20 und der Halteeinheit 28 nur geringfügig angehoben
werden muss, um in die höchste Position zu gelangen, ab der im weiteren Verlauf der
Rückwärtsbewegung keine die Kanister 20 ziehende Kraft mehr aufgewendet werden muss.
[0084] Sowohl in der in Fig. 5 gezeigten Betriebsposition als auch in der in Fig. 8 gezeigten
Lagerposition der Kanister 20 bzw. des Bewegungsmittels 26 können die Bewegungsmotoren
48 kraftfrei gehalten bleiben. In Lagerposition ist dies einfach ersichtlich möglich,
da das Bewegungsmittel 26 auf dem Behälterboden beziehungsweise dem Sockel 30 abgelegt
ist. Aber auch in Betriebsposition ist das Bewegungsmittel 26 abgelegt, in diesem
Ausführungsbeispiel auf einer Ablagefläche 82, beispielsweise der Oberseite der rückwärtigen
Behälterwand, wie dies aus Fig. 5 ersichtlich ist. Hierbei liegt die Unterseite eines
Stützarms 80 des Bewegungsmittels 26 beziehungsweise der Halteeinheit 28 auf der Oberseite
(siehe Fig. 13) der hinteren Behälterwand auf. Die Gewichtskraft der Kanister 20 und
der Halteeinheit 28 hält hierbei das Bewegungsmittel 26 und die Kanister 20 in der
Betriebsposition. Auch in dieser Position kann der Bewegungsmotor 48 somit kraftlos
gehalten sein und die Kanister 20 bleiben sicher in ihrer Betriebsposition. Die beiden
in sich stabilen Positionen der Lagerposition und der Betriebsposition haben den Vorteil,
dass ein Bediener das Behältergehäuse 4 gefahrlos begehen kann und die Bewegungsmotoren
48 abgeschaltet sein können, ohne dass Gefahr vom Bewegungsmittel 26 beziehungsweise
den Kanistern 20 droht. Auch die Hydraulikleitungen sind drucklos und somit gefahrlos.
[0085] Während des gesamten Bewegungsverlaufs von der Lagerposition in die Betriebsposition
vollführen die Kanister 20 eine Rotation um 270°. Sie werden damit nicht nur von der
waagerechten in die senkrechte Position gehoben, sondern darüber hinaus um 180° gedreht.
Diese Bewegungsform hat den Vorteil, dass sie sehr kompakt ist und somit nur einen
geringen Platzbedarf sowohl innerhalb als auch außerhalb des Behältergehäuses 4 hat.
Außerdem hat sie den Vorteil, dass die Kanisterrückseite abgewandt zu den Koppelgetrieben
46 beziehungsweise den Bewegungsmotoren 48 angeordnet ist. Diese Seite ist besonders
einfach zugänglich, sodass diese Seite bei einem Betreten des Behältergehäuses 4 beziehungsweise
des Containers durch die Zugangstür 6 einfach und schnell zugänglich ist. Da sich
üblicherweise Schnittstellen eher am hinteren Ende des Kanisters 20 befinden, können
diese leicht angeschlossen werden.
[0086] Zum Betrieb des Flugkörperbehälters 2 ist dieser mit einem Betriebsgegenstand, beispielsweise
einem Kanister 20, zu beladen. Anstelle des oder der Kanister 20 können ganz generell
auch andere Betriebsgegenstände für den Betrieb des Flugkörperbehälters 2 verwendet
werden. Insofern ist der Flugkörperbehälter 2 und dessen Betrieb nicht auf einen oder
mehrere Kanister 20 beschränkt, sondern es können auch andere Betriebsgegenstände
verwendet werden, beispielsweise andere Halterungen für einen oder mehrere Flugkörper
oder anderer Gegenstände.
[0087] Zum Beladen des Flugkörperbehälters 2 mit einem Kanister 20 oder einem anderen Betriebsgegenstand
kann ein Bediener zunächst die Abdeckung 10 öffnen und über das Eingabemittel 12 das
Steuermittel 62 aktivieren. Anschließend öffnet der Bediener - zweckmäßigerweise über
das Eingabemittel 12 und Steuermittel 62 - das Behälterdach 14 durch das Öffnen der
Dachflügel 16. Zum Beladen des Behältergehäuses 2 mit einem Betriebsgegenstand, im
Folgenden vereinfacht als Kanister 20 bezeichnet, kann der Bediener nun das Bewegungsmittel
26 so bewegen, dass eine Ablage für den Kanister 20, im gezeigten Ausführungsbeispiel
der Sockel 30, frei wird, um den Kanister 20 auf diesem abzulegen. Hierzu kann das
Bewegungsmittel 26 aus seiner in den Figuren 7 und 8 gezeigten Lagerposition wegbewegt
werden, beispielsweise in die Betriebsposition, die in den Figuren 5 und 6 dargestellt
ist. Kanister 20 sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Halteeinheit 28 befestigt.
[0088] Nun kann ein Kanister 20 von oben in das Behältergehäuse 4 abgesenkt werden, beispielsweise
mit einem Kran. Die Dachöffnung 24 ist hierbei so weit geöffnet, dass der Kanister
20 senkrecht von oben auf die Ablage im Behältergehäuse 4, also beispielsweise den
Sockel 30, abgesenkt werden kann. Um diesem Ablegen zu assistieren, kann der Bediener
die Zugangstür 6 des Behältergehäuses 4 öffnen und in den Innenraum des Flugkörperbehälters
2 eintreten. Der Bediener kann so beispielsweise die an Kranseilen befestigen Kanister
20 mit der Hand so führen, dass die Halteglieder 70 formschlüssig zwischen Kanister
20 und Sockel 30 verbunden werden und der Kanister 20 auf diese Weise korrekt positioniert
in der Lagerposition gehaltert ist.
[0089] Hierbei ist es zweckmäßig, wenn nur ein Teil der Kanister 20, zu denen die Halteeinheit
28 zu tragen vorbereitet ist, in das Behältergehäuse 4 eingeführt ist. Dies ist in
Fig. 5 dargestellt, wobei die Flugkörperkanister 20 an der Halteeinheit 28 wegzudenken
sind. Hierdurch verbleibt innerhalb des Behältergehäuses 4 noch genügend Raum, dass
der Bediener seitlich der Kanister 20 stehen kann und die Kanister 20 auf diese Weise
gut in ihre Lagerposition führen kann. Anstelle des Sockels 30 kann auch eine andere
geeignete Ablageeinheit verwendet werden. Ebenso kann sich die Beladeposition, in
der ein oder mehrere Kanister im Behältergehäuse 4 abgelegt werden zur Verbindung
mit der Halteeinheit 28 von der Lagerposition unterscheiden. Bei dem in den Figuren
gezeigten Ausführungsbeispiel ist jedoch die Lagerposition identisch mit der Beladeposition.
[0090] Ist der oder sind die Kanister, im Ausführungsbeispiel sind vier Kanister 20 gezeigt,
in ihrer Beladeposition im Behältergehäuse 4 abgelegt, so kann der Bediener das Behältergehäuse
4 wieder verlassen und das Bewegen des Bewegungsmittels 26 zu den abgelegten Kanistern
hin veranlassen. Dies geschieht zweckmäßigerweise über das Eingabemittel 12 und das
Steuermittel 62, das zweckmäßigerweise sämtliche Bewegungen des Bewegungsmittels 26
steuert. Hierzu umfasst das Steuermittel 62 zweckmäßigerweise ein oder mehrere Steuerprogramme
sowie elektronische Elemente, wie einen Prozessor und Datenspeicher, die zum Ablaufen
der Steuerprogramme notwendig sind.
[0091] Die Halteeinheit 28 wird, wie durch die Bewegungsbahnen 72, 74 aus Fig. 15 gezeigt,
translatorisch an die liegenden Kanister 20 herangeführt, im gezeigten Ausführungsbeispiel
translatorisch senkrecht von oben. Hierdurch können Befestigungsmittel am Kanister
20 und/oder der Halteeinheit 28 zuverlässig in eine Halteposition gebracht werden,
in der der Kanister 20 mit dem Haltemittel 28 fest verbunden ist. Das Haltemittel
kann ein Rastmittel sein, das bei einer Bewegung der Halteeinheit 28 zum Kanister
20 hin in der Weise verrastet, dass der Kanister 20 fest mit der Halteeinheit 28 verbunden
ist.
[0092] Nun kann der Bediener das Bewegungsmittel 26 in eine Beladeposition oder - wie in
den Figuren exemplarisch gezeigt ist - in die Betriebsposition bewegt werden. In dieser
Position befindet sich die Halteeinheit 28 nun nur mit einem Teil der Kanister, zu
deren Tragen die Halteeinheit 28 vorbereitet ist. Dies ist beispielsweise in Fig.
5 dargestellt.
[0093] Nun kann ein weiterer Kanister 20 oder weiteres Paket mit mehreren Kanistern 20 wie
oben beschrieben im Behältergehäuse 4 abgelegt werden. Diese Situation ist genau in
Fig. 5 dargestellt. Die Halteeinheit 28 kann nun wieder auf die gelagerten Kanister
20 abgesenkt und mit diesen befestigt werden, sodass die Halteeinheit 28 nun vollständig
bestückt ist. Der Flugkörperbehälter 2 ist vollständig beladen und der Beladevorgang
kann abgeschlossen werden, indem der Bediener das Behälterdach 14 wieder schließt
und das Anzeige- und Eingabemittel 12 durch die Abdeckung 10 schützt. Der Flugkörperbehälter
2 ist nun bereit für einen Transport beziehungsweise eine längere Lagerung.
[0094] Zum Herstellen einer Betriebsbereitschaft, beispielsweise einer Gefechtsbereitschaft,
des Flugkörperbehälters 2, wird dieser zweckmäßigerweise an einen Betriebsort verbracht,
beispielsweise an ein zu schützendes Bauwerk, auf eine Ölplattform, auf ein Schiff,
auf einen LKW oder auf einem Boden abgestellt, die Einsatzmöglichkeiten sind sehr
vielfältig. Ein Bediener kann nun die Abdeckung 10 öffnen und über das Eingabemittel
12 das Steuermittel 62 aktivieren, zweckmäßigerweise mit einem geschützten Zugangscode.
Das Behälterdach 14 wird durch das Aufschwenken der Dachflügel 16 geöffnet, die Antenne
22 wird ausgeklappt und das Bewegungsmittel wird aus der Lagerposition in die Betriebsposition
gebracht, beispielsweise wie oben beschrieben. Die Kanister 20 beziehungsweise die
darin gelagerten Flugkörper sind nun bereit für den Betrieb, beispielsweise einen
Start.
[0095] Ein Wartungsbetrieb des Flugkörperbehälters 2 ist ebenfalls einfach und zügig durchführbar.
So kann ein Bediener beispielsweise den Innenraum des Behältergehäuses 4 durch die
Zugangstür 6 betreten und die Kanister 20 in Augenschein nehmen. Da außerdem die Rückseite
beziehungsweise Vorderseite der Kanister 20 der Zugangstür 6 zugewandt sind, können
Schnittstellen an den Kanistern 20, die sich üblicherweise an ihrem hinteren Ende
befinden, leicht geprüft werden beziehungsweise es kann leicht ein Prüfgerät angeschlossen
werden.
[0096] Auch ein Test von Sensoren der Flugkörper ist mit Hilfe des Bewegungsmittels 26 einfach
und schnell durchführbar. Ist beispielsweise ein Lagesensor, ein Richtungssensor,
ein Inertialnavigationssystem, ein Beschleunigungssensor oder dergleichen zu prüfen,
so ist es vorteilhaft, Messwerte dieses Sensors bei verschiedenen Stellungen des Flugkörpers
beziehungsweise des den Flugkörper lagernden Kanisters 20 auszulesen. Hierfür kann
der Kanister 20 beispielsweise in die vier in den Figuren 8, 12, 13 und 5 gezeigten
Positionen bewegt werden, in denen der Kanister jeweils um 90° zu den anderen benachbarten
Positionen verkippt ist. Sensormesswerte können aufgenommen werden und es kann ein
Offset oder Skalenfaktor des Sensors überprüft oder ermittelt werden.
[0097] Um den Flugkörperbehälter 2 aus seinem Lagerzustand in seinen Gefechtszustand beziehungsweise
Betriebszustand zu bringen, muss das Behälterdach 14 geöffnet werden, um die Kanister
20 aus dem Behältergehäuse 4 herausführen zu können. Hierzu umfasst der Flugkörperbehälter
2 Dachelemente, im gezeigten Ausführungsbeispiel sind diese als Dachflügel 16 ausgestaltet,
deren Funktion und Bewegung im Folgenden erläutert wird.
[0098] Fig. 1 zeigt die Dachflügel 16 in einer geschlossenen Position, in der das Behälterdach
14 geschlossen ist und der Flugkörperbehälter 2 spritzwasserdicht abgedichtet ist.
Diese Position der Dachflügel 16 ist in Fig. 16 schematisiert und vereinfacht wiedergegeben.
Das Behälterdach 14 hat eine bewegliche Dacheinheit, die in diesem Ausführungsbeispiel
die beiden beweglichen Dachflügel 16 umfasst. Die Dachflügel 16 liegen jeweils auf
einer Seitenwand des Behältergehäuses 4 des Flugkörperbehälters 2 auf und sind innen
durch ein Öffnungsmittel 88 gestützt. Das Öffnungsmittel 88 umfasst einen um eine
Fixachse 90 drehbaren Anlenker 92, der über einen Hebel 94 von einer Motoreinheit
96 bewegbar ist.
[0099] Die Position der Fixachse 90 liegt im Innenvolumen des Behältergehäuses 4, sodass
die Gelenkachsen der Fixachsen 90 geschützt im Innenbereich des Flugkörperbehälters
2 angeordnet sind. Die Drehachsen 90 der Dachflügel 16 liegen deutlich unterhalb der
Dachlinie und innerhalb des Behältergehäuses 4. Hierdurch können die Dachflügel 16
mit einem Schwenkwinkel von deutlich unter 90° voll geöffnet werden. Außerdem kann
die Abdichtung der Dachflügel 16 außerhalb der Drehachse 90 und unabhängig von dieser
erfolgen. Die Fixachsen 90 liegen zwischen 25% und 30% der Behälterbreite des Behältergehäuses
4 unter der Behälteroberkante 102, die jeweils durch die Oberkante der entsprechenden
Seitenwand 86 gebildet ist, wobei auch die obere seitliche Dachkante 104 als Behälteroberkante
gesehen werden kann. Außerdem liegt die Fixachse 90 um weniger als 5% der Behälterbreite
entfernt von der seitlichen Behälterwand 86.
[0100] Die Fixachse 90 ist eine Drehachse in Form einer Fixachse, die parallel zur Längsrichtung
des Dachflügels 16 verläuft. Die Anlenkung der Drehachse erfolgt über einen Hebelarm
94 mit einer an der Drehachse 90 befestigten Hebelstange. Die Hebelstange ist an eine
Motoreinheit 96 angeschlossen zur Betätigung der Hebelstange. Die Anlenkung erfolgt
von oben, insbesondere über eine ziehende Hydraulik.
[0101] Die Motoreinheit 96 umfasst ein Schubgestänge, das in dieser Ausführungsform als
Hydraulikzylinder ausgeführt ist. Die Motoreinheit 96 ist ihrerseits in einer Fixachse
98 verschwenkbar gelagert und über ein Gelenk 100 mit dem Anlenker 92 beweglich verbunden.
Die Motoreinheit 96 ist hierbei auf Zug tätig, entfaltet also ihre Kraft in eine Zugrichtung,
also bei Kontraktion.
[0102] Zum Öffnen der Dacheinheit 84 werden die beiden Motoreinheiten 96 durch das Steuermittel
62 angesteuert, sodass diese die Anlenker 92 um die Fixachse 90 verschwenken. Hierbei
heben sich die beiden Dachflügel 16 nach oben und zur Seite ab, wie in Fig. 17 zu
sehen ist.
[0103] Fig. 17 zeigt die schematische Darstellung des Behältergehäuses 4 in einer geschnittenen
Vorderansicht mit leicht geöffneter Dacheinheit 84. Gestrichelt eingezeichnet sind
die Bewegungsbahnen der Innenkante und der Außenseite der Dachflügel 16. Durch die
Rotation der Dachflügel 16 jeweils um ihre Fixachse 90 heben sich die Innenkanten
nach oben ab und die Außenseiten bewegen sich im Wesentlichen seitwärts nach außen,
entfernen sich also in seitliche Richtung von der Seitenwand 86.
[0104] Fig. 18 zeigt die Dacheinheit 84 in vollständig geöffneter Position. Die Dachflügel
16 befinden sich seitlich von den Seitenwänden 86, also außerhalb der durch die Seitenwände
86 aufgespannten gedachten Seitenebene des Behältergehäuses 4. Hierdurch steht viel
Platz zum Einsenken von Gegenständen in das Innere des Behältergehäuses 4 von oben
zur Verfügung, beispielsweise zum Einbringen der Kanister 20 auf den Sockel 30.
[0105] Wie aus Fig. 19 zu erkennen ist, ist im oberen Bereich der Seitenwand 86 eine Dichtung
106 angeordnet, an der der entsprechende Dachflügel 16 mit einem seitlichen Überhang
108, mit dem der Dachflügel 16 die Seitenoberkante 102 der Behälterseitenwand 86 von
oben und seitlich umgreift, im geschlossenen Flügel 16 anliegt. Dieser Überhang 108
drückt von der Seite von außen gegen die Dichtung 106. Die geschlossene Position des
Dachflügels 16 ist in Fig. 19 punktiert angedeutet. Es ist auch möglich, dass der
Dachflügel 16 von oben auf der Dichtung 106 aufliegt, wenn diese, wie in Fig. 19 dargestellt
ist, die Seitenoberkante der Behälterseitenwand 86 oben umgreift. Beim Schließen bewegen
sich die Außenkanten der Dachflügel 16 mit einem Anschiebewinkel von weniger 10° zur
Horizontalen an die seitliche Behälterwand 26 und die Dichtung 106 heran.
[0106] Durch den seitlich nach unten etwas überhängenden Überhang 108 schließen die Dachflügel
16 sehr dicht gegen die Seitenwand 86 ab, sodass auch vom Wind getriebener Regen nicht
zwischen Dachflügel 16 und Seitenwand 86 in das Innere des Behältergehäuses 4 eindringen
kann. Die Öffnungsbewegung der Dacheinheit 84 hat außerdem den Vorteil, dass auf dem
Behälterdach 14 liegendes Wasser, Sand oder Dreck beim Öffnen seitlich nach außen
rutscht und durch die Seitwärtsbewegung der Außenkante der Dachflügel 16 ein Stück
weit weg von der Seitenwand 86 geführt wird. Dreck oder Wasser fließt somit seitlich
vom Dachflügel 16 ab und fällt von der Behälterseitenwand 86 beabstandet herab. Ein
Eindringen von Schmutz, Sand oder Wasser in das Behälterinnere wird somit vermieden.
[0107] Zum Schutz der Dichtung 106 ist die Dacheinheit mit einer Innenabdeckung 110 versehen,
wobei jeder Dachflügel 16 eine Innenabdeckung 110 aufweist. Die Innenabdeckung 110
übergreift im geöffneten Zustand der Dacheinheit 84 die Seitenoberkante 102 des Behältergehäuses
4 beziehungsweise die obere Kante der Seitenwand 86, sodass diese im Verlauf der Innenabdeckung
110 vor Regen oder herabfallendem Schmutz geschützt ist. Die Innenabdeckung 110 deckt
etwa 75% der Dichtung 106 ab und ist als längliche Platte ausgeführt, die in den Figuren
4, 5, 8, 9, 10 zu sehen ist. Aus diesen Figuren ist auch ersichtlich, dass jeder Dachflügel
16 zwei Anlenker 92 und zwei Motoreinheiten 96 umfasst, sodass jeder Dachflügel 16
kräftesymmetrisch angehoben und nach außen verschwenkt werden kann. Um nicht mit dem
Bewegungsmittel 26 zu kollidieren, kann der hintere Anlenker 92 gegenüber der in den
Figuren gezeigten Position ein Stück weit nach vorne gesetzt werden.
[0108] Um die Motoreinheiten 96 im geöffneten Zustand der Dacheinheit 84 kräftefrei zu halten,
stützen sich die Anlenker 92 im geöffneten Zustand an der Seitenwand 86 des Behältergehäuses
4 ab, wie aus Fig. 18 zu sehen ist. Die Motoreinheiten 96 können kräftefrei geschaltet
werden und die Dachflügel 16 verbleiben, durch ihr Gewicht zur Seite gedrückt, sicher
in ihrer Öffnungsposition. In der geschlossenen Position liegen die Dachflügel 16
auf den Behälterseitenwänden 86 und nicht dargestellten vorderen und hinteren Stützen
auf, sodass auch in dieser Position die Motoreinheiten 96 kräftefrei geschaltet sein
können und die Dacheinheit 84 sicher verschlossen bleibt.
[0109] Bei einem Verfahren zum Betrieb des Flugkörperbehälters 2 steuert ein Bediener nach
Öffnen der Abdeckung 10 über das Eingabemittel 12 das Steuermittel 62 über entsprechende
Befehle zum Öffnen des Behälterdachs 14 über das Eingabemittel 12 an. Die Steuereinheit
62 steuert die Motoreinheiten 96 der Dacheinheit 84, sodass diese die Dachflügel 16
von ihrer geschlossenen Position beziehungsweise Schließposition in ihre geöffnete
Position bringen, wie in Fig. 18 dargestellt ist. Hierdurch wird der Flugkörperbehälter
2 aus dem in Fig. 1 dargestellten geschlossenen Zustand in den in Fig. 8 dargestellten
geöffneten Zustand gebracht. Anschließend wird das Bewegungsmittel 26 durch entsprechende
Eingaben des Bedieners am Eingabemittel 12 von der in Fig. 8 dargestellten Lagerposition
in die in Fig. 4 dargestellte Betriebsposition gebracht. Hierbei drückt das Bewegungsmittel
26, im gezeigten Ausführungsbeispiel konkret die beweglichen Glieder 32, kurz vor
Erreichen der Betriebsposition gegen die Dachklappen 18, die in Fig. 2 dargestellt
sind. Durch die schräge Stellung der beiden beweglichen Glieder 32 werden die Dachklappen
18 gegen eine in Schließstellung drückende Federkraft nach unten in eine Öffnungsstellung
gedrückt. Die Dachklappen 18 sind Verschlussmittel, die eine entsprechende Durchführung
für das Bewegungsmittel 26 freigeben und wieder verschließen. Das Bewegungsmittel
26 bewegt sich vollständig in seine Betriebsposition und lehnt an der Hinterwand des
Behältergehäuses 4 an.
[0110] Aufgrund von entsprechenden Befehlen im Eingabemittel 12 wird die Antenne 22 nach
oben geklappt. Auch sie drückt gegen eine Dachklappe 18, die in Fig. 1 dargestellt
ist, sodass diese nach unten aufgedrückt wird. Alternativ kann das Ausklappen der
Antenne 22 auch vor dem Bewegen des Bewegungsmittels 26 in seine Betriebsstellung
erfolgen.
[0111] Durch entsprechende Bedienbefehle auf dem Eingabemittel 12 steuert der Bediener das
Schließen der Dacheinheit 84, sodass die beiden Dachflügel 16 wieder schließen und
die in Fig. 3 dargestellte Schließposition erreichen. Beim Schließen der Dachflügel
16 wird das Behälterdach 14 vollständig geschlossen. Die durch die Dachklappen 18
freigegebenen Öffnungen im Behälterdach 14 dienen nun dazu, dass die Antenne 22 und
das Bewegungsmittel 26 durch das geschlossene Behälterdach 14 hindurchgeführt werden
können, ohne dass hierfür die Dacheinheit 84 offen stehen muss. Der Flugkörperbehälter
2 kann somit auch in seiner Betriebsposition geschlossen gehalten werden, wobei er
zweckmäßigerweise in dieser Position spritzwasserdicht geschlossen ist. Regen oder
umher fliegender Staub gelangt somit nicht in das Behälterinnere.
[0112] Soll der Flugkörperbehälter 2 wieder in seinen Lagerzustand gebracht werden, so kann
die Dacheinheit 84 wieder geöffnet werden und die Antenne 22 und das Bewegungsmittel
26 wieder in die Lagerstellung gebracht werden. Hierbei bewegen sich die entsprechenden
Elemente aus den Durchführungen heraus und die Dachklappen 18 bewegen sich federgetrieben
in ihre Schließposition zurück. Hierdurch werden die Durchführungen verschlossen,
sodass bei einem Schließen der Dachflügel 16 das Behälterdach 14 wieder verschlossen
ist. Um ein Herunterdrücken der Dachklappen im verschlossenen Zustand zu blockieren,
greifen Formschlussmittel 112 (siehe Fig. 19) der Dachflügel 16 hinter Haltemittel
114 der geschlossenen Verschlussmittel beziehungsweise Dachklappen 18. Dies ist in
Fig. 19 dargestellt, aus der zu sehen ist, dass ein Formschlussmittel 112 seitlich
an das Haltemittel 114 anfährt und dieses hinter- beziehungsweise untergreift, sodass
das Formschlussmittel 112 und das Haltemittel 114 einen Formschluss bilden. Das Herunterdrücken
der Dachklappe 18 ist nun nicht mehr möglich, da das Haltemittel 114 auf dem Formschlussmittel
112 aufliegt.
[0113] Die Dachflügel 16 werden in ihrer Schließposition dadurch gesichert, dass ein gehäusefestes
Sicherungsmittel 116 (siehe Fig. 18), das beispielsweise als ein Haltebolzen ausgeführt
sein kann, von vorne in den oberen Dachflügel einfährt und somit eine Öffnungsbewegung
des Dachflügels blockiert. Der obere Dachflügel 16, in Fig. 18 ist es der linke Dachflügel,
greift in Schließposition im inneren Bereich über den unteren Dachflügel 16, der in
Fig. 18 der rechte Dachflügel 16 ist. Durch dieses Übergreifen ist auch der untere
Dachflügel 16 daran gehindert, ohne ein Öffnen des oberen Dachflügels 16 sich aus
der Verschlussposition herauszubewegen.
[0114] Die Figuren 20 und 21 zeigen die Antenne 22 in einem Lagerzustand des Flugkörperbehälters
2 (Fig. 1 und Fig. 20) und einem Betriebszustand des Flugkörperbehälters 2 (Fig. 3
und Fig. 21.) Durch einen Bewegungsmotor 118 in Form eines Hydraulikzylinders wird
die Antenne 22 von der vollständig im Behälterinnenvolumen befindlichen Position in
eine senkrechte Position aufgeklappt, in der die Antenne 22 durch die Dachöffnung
24 ragt. Der Bewegungsmotor erzeugt aus einer linearen Bewegung eine Rotation der
Antenne 22 um eine Drehachse. Auch ein Einklappen der Antenne 22 wird durch den Bewegungsmotor
118 bewirkt.
Bezugszeichenliste
[0115]
- 2
- Flugkörperbehälter
- 4
- Behältergehäuse
- 6
- Zugangstür
- 8
- Schnittstelle
- 10
- Abdeckung
- 12
- Anzeige- und Eingabemittel
- 14
- Behälterdach
- 16
- Dachflügel
- 18
- Dachklappe
- 20
- Kanister
- 22
- Antenne
- 24
- Dachöffnung
- 26
- Bewegungsmittel
- 28
- Halteeinheit
- 30
- Sockel
- 32
- bewegliches Glied
- 34
- bewegliches Glied
- 36
- Drehpunkt
- 38
- Drehpunkt
- 40
- Drehpunkt
- 42
- Drehpunkt
- 44
- Koppel
- 46
- Koppelgetriebe
- 48
- Bewegungsmotor
- 50
- Fixachse
- 52
- Fixachse
- 54
- Schwenkachse
- 56
- Schwenkachse
- 58
- Motoreinheit
- 60
- Motoreinheit
- 62
- Steuermittel
- 64
- Hebel
- 66
- Fixachse
- 68
- Fixachse
- 70
- Halteglied
- 72
- Bewegungsbahn
- 74
- Bewegungsbahn
- 76
- Schaltschrank
- 78
- Schwerpunkt
- 80
- Stützarm
- 82
- Oberseite
- 84
- Dacheinheit
- 86
- Seitenwand
- 88
- Öffnungsmittel
- 90
- Drehachse
- 92
- Anlenker
- 94
- Hebel
- 96
- Motoreinheit
- 98
- Fixachse
- 100
- Gelenk
- 102
- Behälteroberkante
- 104
- Dachkante
- 106
- Dichtung
- 108
- Überhang
- 110
- Innenabdeckung
- 112
- Formschlussmittel
- 114
- Haltemittel
- 116
- Sicherungsmittel
- 118
- Bewegungsmotor
1. Flugkörperbehälter (2) mit einem Behältergehäuse (4), zumindest einem darin gelagerten
Kanister (20) zum Tragen eines Flugkörpers und einem Bewegungsmittel (26) zum Bewegen
des Kanisters (20) von einer Lagerposition in eine Betriebsposition,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bewegungsmittel (26) ein kinematisches Koppelgetriebe (46) zum Verschwenken des
Kanisters (20) aufweist.
2. Flugkörperbehälter (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bewegungsmittel (26) ein Hebelgestänge mit vier gehäusefesten Drehpunkten (36,
38) aufweist.
3. Flugkörperbehälter (2) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bewegungsmittel (26) zwei gehäusefeste Fixachsen (50, 52) aufweist und das Bewegungsmittel
(26) zum Verschwenken des Kanisters (20) von der Lagerposition in die Betriebsposition
um beide Fixachsen (50, 52) vorbereitet ist.
4. Flugkörperbehälter (2) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bewegungsmittel (26) eine mit zwei Schwenkachsen (54, 56) versehene Halteeinheit
(28) zum Halten des Kanisters (20) aufweist, wobei jede der beiden Schwenkachsen (54,
56) jeweils mit einer Fixachse (50, 52) entfernungsstarr über ein Koppelglied (32,
34) verbunden ist.
5. Flugkörperbehälter (2) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beide Achsenpaare aus jeweils einer Fixachse (50, 52) und einer Schwenkachse
(54, 56) in der Lagerposition jeweils horizontal zueinander angeordnet sind.
6. Flugkörperbehälter (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Bewegungsmittel (26) zum translatorischen Bewegen des Kanisters (20) aus der Lagerposition
und anschließendem Schwenken des Kanisters (20) vorbereitet ist.
7. Flugkörperbehälter (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Bewegungsmittel (26) dazu vorbereitet ist, den Kanister (20) vollständig nach oben
aus dem Behältergehäuse (4) in die Betriebsposition des Kanisters (20) heraus zu heben.
8. Flugkörperbehälter (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Betriebsposition eine Rückwand des Behältergehäuses (4) zwischen Kanisterende
und Behälterinnenraum angeordnet ist.
9. Flugkörperbehälter (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bewegungsmittel (26) derart ausgeführt ist, dass der Kanister (20) in der Betriebsposition
um mindestens 210° von seiner Lage in der Lagerposition verschwenkt ist.
10. Flugkörperbehälter (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet
durch ein Ablagemittel (30), auf dem das Bewegungsmittel in der Lagerposition abgelegt
ruht und ein Ablagemittel (82), auf dem das Bewegungsmittel (26) in der Betriebsposition
abgelegt ruht.
11. Verfahren zum Betrieb eines Flugkörperbehälters (2) mit einem Behältergehäuse (4)
und zumindest einem darin gelagerten Kanister (20) zum Tragen eines Flugkörpers, bei
dem der Kanister (20) durch ein Bewegungsmittel (26) von einer Lagerposition in eine
Betriebsposition bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bewegen durch ein Schwenken mittels eines kinematischen Koppelgetriebes (46)
des Bewegungsmittels (26) erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kanister (20) von oben in das Behältergehäuse (4) eingeführt und darin abgelegt
wird, anschließend eine Halteeinheit (28) des Bewegungsmittels (26) von oben auf den
Kanister (20) abgesenkt, der Kanister (20) an der Halteeinheit (28) befestigt wird
und an der Halteeinheit von der Lagerposition in die Betriebsposition bewegt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kanister (20) durch das Bewegungsmittel (26) translatorisch aus der Lagerposition
bewegt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kanister (20) von der Lagerposition in die Betriebsposition über einen Winkelbereich
von 270° gedreht wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bewegungsmittel (26) den Kanister (20) mit einem darin angeordneten Flugkörper
in zwei entgegengesetzt ausgerichtete Lagen bewegt, in beiden Positionen ein Signal
eines Sensors im Flugkörper erfasst und aus den Signalen ein Zustand des Sensors ermittelt
wird.