(19)
(11) EP 2 080 859 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
23.07.2014  Patentblatt  2014/30

(21) Anmeldenummer: 08018647.1

(22) Anmeldetag:  24.10.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05C 3/02(2006.01)
E05B 63/14(2006.01)
E05G 1/00(2006.01)
E05C 17/50(2006.01)
G07D 11/00(2006.01)

(54)

Kassette mit einer Verschlussvorrichtung

Box with locking device

Cassette avec dispositif de fermeture


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 18.01.2008 DE 202008000693 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.07.2009  Patentblatt  2009/30

(73) Patentinhaber: Wincor Nixdorf International GmbH
33106 Paderborn (DE)

(72) Erfinder:
  • Anton, Karl-Heinz
    33106 Paderborn (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 0 936 333
US-A- 5 249 443
US-A- 4 236 501
US-A- 5 887 916
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Kassette mit einer Verschlussvorrichtung für der Klappe der Kassette und mit einer Sicherheitseinrichtung gegen unbefugtes Öffnen.

    [0002] Eine solche Kassette, insbesondere Kassette für Wertsachen, wie zum Beispiel bei Geldtransporten, weist in einer Ausführung eine Sicherheitseinrichtung gegen unbefugtes Öffnen auf, welche bei unsachgemäßer Öffnung der Kassette bzw. eines Deckels der Kassette den Inhalt der Kassette markiert bzw. unbrauchbar macht. Dies kann zum Beispiel mittels eines Farbstoffs, beispielsweise Tinte erfolgen.

    [0003] Wird eine mit einer solchen Sicherheitseinrichtung gegen unbefugtes Öffnen versehene Kassette sachgemäß von einer autorisierten Person geöffnet, kann es unter Umständen vorkommen, dass die Sicherheitseinrichtung gegen unbefugtes Öffnen trotzdem ausgelöst wird und den Inhalt bzw. diese Person mit dem Farbstoff bespritzt. Dies kann durch zu schnelles Öffnen des Deckels passieren, z.B., wenn die Sicherheitseinrichtung gegen unbefugtes Öffnen mit einem Innendruck arbeitet, der durch den Öffnungsvorgang des Deckels beeinflussbar ist.

    [0004] US 5 249 443 A beschreibt ein vormontiertes Doppelnockenchloss, welches durch eine Wandöffnung gedrückt werden kann und anschließend leicht in Betriebsstellung bewegbar ist. EP 0 936 333 beschreibt eine Geldkassette mit einem Klappdeckel.

    [0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Kassette mit einer Verschlussvorrichtung zu schaffen, welche die obigen Nachteile behebt.

    [0006] Die Aufgabe wird mit einer Kassette mit einer Verschlussvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

    [0007] Dadurch wird vorteilhaft erreicht, dass der Deckel bei geöffneter Verschlussvorrichtung zunächst nur in eine erste Öffnungsstellung geöffnet werden kann, in der die Verzögerungszunge die Wand hintergreift. Dadurch wird das Öffnen des Deckels auf einfache Weise verzögert. Dadurch kann eine vollständige Entschärfung einer Sicherheitseinrichtung gegen unbefugtes Öffnen erfolgen und unbeabsichtigtes Auslösen derselben kann vermieden werden.
    In der vorgeöffneten Stellung der Klappe kann nun in besonders einfacher Weise der Schwenkriegel wieder zurückgeschwenkt werden, wobei seine Sperrzunge außerhalb der Kassette verschwenkt und außer Funktion ist. Die Verzögerungszunge wird dabei gleichzeitig aus ihrer Anschlagsposition herausgeschwenkt und gibt die Klappe zur vollständigen Öffnung frei. Dazu ist vorgesehen, dass die Verzögerungszunge in ihrer Längsachse zu einer Längsachse der Sperrzunge in einem Winkel angeordnet ist, welcher vorzugsweise 90° beträgt.

    [0008] Um eine vorgeöffnete Stellung der Klappe zu erzielen, in welcher die Sperrzunge des Schwenkriegels außerhalb der Kassette zurückschwenkbar ist, ohne eine erneute Verschlussposition einzunehmen, ist eine Haltefläche der Verzögerungszunge in einer Ebene parallel zu einer Ebene einer Haltefläche der Sperrzunge in einem Abstand angeordnet. Dieser Abstand legt Voröffnungsweite der Klappe der Kassette fest. Die Verzögerungszunge kann zusammen mit der Sperrzunge und dem Schwenkriegel aus einem Stanzbiegeteil in einfacher Weise erstellt werden, wobei die Verzögerungszunge durch einen Abkantvorgang zum Beispiel so gekröpft wird, dass sie in dem Abstand zur Sperrzunge angeordnet ist.

    [0009] Vorhandene Verschlussvorrichtungen können in einfacher Weise durch Austausch des Schwenkriegels umgerüstet werden.

    [0010] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigt:
    Fig. 1
    eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel eines Schwenkriegels einer Verschlussvorrichtung für eine erfindungsgemäße Kassette;
    Fig. 2
    eine Seitenansicht A des Schwenkriegels nach Fig. 1;
    Fig. 3
    eine Draufsicht auf den Schwenkriegel von der Innenseite einer erfindungsgemäßen Kassette her in einem Verschlusszustand;
    Fig. 3a
    eine schematische Seitenansicht B nach Fig. 3;
    Fig. 4
    eine Draufsicht auf den Schwenkriegel von der Innenseite einer erfindungsgemäßen Kassette her in einem Voröffnungszustand;
    Fig. 4a
    eine schematische Seitenansicht B nach Fig. 4;
    Fig. 5
    eine Draufsicht auf den Schwenkriegel von der Innenseite einer erfindungsgemäßen Kassette her in einem Öffnungszustand; und
    Fig. 5a
    eine schematische Seitenansicht B nach Fig. 5.


    [0011] Fig. 1 ist eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel eines Schwenkriegels 1 einer Verschlussvorrichtung für eine erfindungsgemäße Kassette und Fig. 2 ist eine Seitenansicht A des Schwenkriegels nach Fig. 1. Es wird nun Bezug auf Fig. 1 und 2 genommen.

    [0012] Verschlussvorrichtungen, beispielsweise mit einem Drehgriff und/oder einem Zylinderschloss, sind bekannt und werden hier nicht weiter erläutert. Mit dem Drehgriff wird der Schwenkriegel 1 um eine Schwenkachse 2 zum Einnehmen einer Verschluss- und Öffnungsposition verschwenkt.

    [0013] Der Schwenkriegel 1 weist einen Sperrabschnitt 3 mit einer Sperrzunge 5 und einen Verzögerungsabschnitt 4 mit einer Verzögerungszunge 7 auf. Beide Abschnitte 3 und 4 sind durch einen Mittelabschnitt, durch den die Schwenkachse 2 verläuft, verbunden. In diesem Beispiel ist die Sperrzunge 5 mit einer Anschrägung (Fig. 2) ausgebildet, um ein Verschließen zu erleichtern.

    [0014] Der Sperrabschnitt 3 weist eine Längsachse 16 auf, welche in einem rechten Winkel zu einer Längsachse 17 des Verzögerungsabschnitts 4 verläuft. Die Verzögerungszunge 7 weist eine Haltefläche 8 auf, die in einer Ebene liegt, welche in einem Abstand 9 parallel zu einer Ebene, in der eine Haltefläche 11 (Fig. 2) der Sperrzunge angeordnet ist, verläuft. Diese Anordnung wird in diesem Beispiel durch eine einfache Kröpfung des Verzögerungsabschnitts 4 erreicht, wodurch sich ein Steg 6, der im Wesentlichen in diesem Beispiel in Richtung der Schwenkachse 2 verläuft, bildet, der die Verzögerungszunge 7 mit dem Verzögerungsabschnitt 4 verbindet.

    [0015] In Richtung der Längsachse 17 ist die Verzögerungszunge 7 um eine Ausdehnung 10 zur Kante der Sperrzunge 5 beabstandet. Dieses Maß ist bedeutend dafür, dass bei einem Öffnungsvorgang die Verzögerungszunge 7 in Eingriff kommt, bevor die Sperrzunge 5 außer Eingriff gerät (Fig. 4).

    [0016] Der Schwenkriegel 1 kann dabei ein Stanzbiegeteil sein, was die Fertigung erheblich vereinfacht.

    [0017] Fig. 3 zeigt eine Verschlussposition des Schwenkriegels 1 von der Innenseite einer Kassette 15 her, wobei die Fig. 3a hierbei mit betrachtet wird, die eine Seitenansicht B der Fig. 3 ist.

    [0018] Die Kassette 15 ist nur schematisch mit einer Wand 12 und einer Klappe 13 mit einem Scharniergelenk 14 gezeigt, das die Klappe 13 an der Kassette 15 verschwenkbar anlenkt. Von der an der Klappe 13 angebrachten Verschlussvorrichtung ist hier nur der Schwenkriegel gezeigt, dessen Sperrabschnitt 3 mit der Haltefläche 11 einen Abschnitt der Wand 12 überdeckt bzw. hintergreift. Die Verzögerungszunge 7 liegt mit ihrer Längsachse 17 ungefähr parallel zu den Kanten von Klappe 13 und Wand 12.

    [0019] Durch Verschwenkung des Schwenkriegels 1 um die Schwenkachse 2 im Uhrzeigersinn (Pfeil) um 90° wird der Sperrabschnitt 3 außer Eingriff gebracht und die Verzögerungszunge 7 hintergreift mit ihrer Haltefläche 8 die Wand 12, wie in den Figuren 4 und 4a (Seitenansicht B von Fig. 4) dargestellt ist. Die Klappe 13 kann nur soweit geöffnet werden, bis die Haltefläche 8 zum Anschlag kommt. Daraus ist ersichtlich, dass der Abstand 9 (Fig. 2) die Voröffnungsweite der Klappe 13 bestimmt.

    [0020] Nun ist in dieser Voröffnungsposition der Klappe 13 zwischen ihr und der Wand 12 ein bestimmter Freiraum entstanden, der benötigt wird, um den Schwenkriegel 1 wieder in seine Verschlussposition um 90° zurück zu schwenken. Dabei schwenkt der Sperrabschnitt 3 über die Wand 12 außerhalb der Kassette, wie Fig. 5 und 5a zeigen. Verzögerungszunge 7 liegt wieder unterhalb der Klappe 13, wie in der Verschlussposition in Fig. 3 und ist außer Eingriff. Der Sperrabschnitt 3 (gestrichelt gezeichnet in Fig. 5) ist außerhalb der Kassette 15. Die Klappe 13 kann somit, wie Fig. 5a zeigt, vollständig geöffnet werden.

    [0021] Das Schließen der Klappe 13 verläuft in umgekehrter Reihenfolge.

    [0022] Damit wird mit einfachen Mitteln eine Öffnungsverzögerung in einer ersten Öffnungsposition erreicht. Der Schwenkriegel 1 kann auf einfache Weise anstelle eines üblichen Schwenkriegels eingesetzt bzw. nachgerüstet werden.

    Bezugszeichenliste



    [0023] 
    1
    Schwenkriegel
    2
    Schwenkachse
    3
    Sperrabschnitt
    4
    Verzögerungsabschnitt
    5
    Sperrzunge
    6
    Steg
    7
    Verzögerungszunge
    8
    Haltefläche
    9
    Abstand
    10
    Ausdehnung
    11
    Sperrfläche
    12
    Kassettenwand
    13
    Klappe
    14
    Scharniergelenk
    15
    Kassette
    16
    Längsachse Sperrzunge
    17
    Längsachse Verzögerungszunge



    Ansprüche

    1. Kassette (15), umfassend eine Verschlussvorrichtung für eine Klappe (13) der Kassette, wobei die Kassette eine Sicherheitseinrichtung gegen unbefugtes Öffnen aufweist, mit einem Schwenkriegel (1) mit einer Sperrzunge (5) zum Hintergreifen einer Kassettenwand (12) in einer Verschlussposition der Verschlussvorrichtung, dadurch gekennzeichnet dass der Schwenkriegel (5) eine Verzögerungszunge (7) zum Hintergreife der Kassettenwand (12) in einer Öffnungsposition der Verschlussvorrichtung aufweist.
     
    2. Kassette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsachse (17) der Verzögerungszunge (7) in einem Winkel größer Null zur Längsachse (16) der Sperrzunge (5) angeordnet ist.
     
    3. Kassette nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel der Längsachsen (16, 17) mehr als 60°, insbesondere 90° beträgt.
     
    4. Kassette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Haltefläche (8) der Verzögerungszunge (7) in einem Abstand (9) parallel zu einer Haltefläche (11) der Sperrzunge (5) angeordnet ist.
     
    5. Kassette nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (9) eine Voröffnungsweite der Klappe (13) der Kassette (15) festlegt.
     
    6. Kassette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkriegel (1) für einen Schwenkungswinkel von mehr als 80°, insbesondere 90°, ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. Box (15) comprising a locking mechanism for a shutter flap (13) of the box, wherein the box has a safeguarding device against unauthorized opening, having a pivoting bolt (1) with a blocking tongue (5) for engaging behind a box wall (12) in a locking position of the locking mechanism, characterized in that the pivoting bolt (1) has a delay tongue (7) for engaging behind the box wall (12) in an opening position of the locking mechanism.
     
    2. Box according to Claim 1, characterized in that the longitudinal axis (17) of the delay tongue (7) is arranged at an angle of greater than zero in relation to the longitudinal axis (16) of the blocking tongue (5).
     
    3. Box according to Claim 2, characterized in that the angle of the longitudinal axes (16, 17) is more than 60°, in particular 90°.
     
    4. Box according to one of the preceding claims, characterized in that a retaining surface (8) of the delay tongue (7) is arranged at a distance (9) parallel to a retaining surface (11) of the blocking tongue (5).
     
    5. Box according to Claim 4, characterized in that the distance (9) defines a pre-opening extent of the shutter flap (13) of the box (15).
     
    6. Box according to one of the preceding claims, characterized in that the pivoting bolt (1) is designed for a pivoting angle of more than 80°, in particular 90°.
     


    Revendications

    1. Cassette (15), comportant un dispositif de fermeture pour un volet (13) de la cassette, la cassette comprenant un dispositif de sécurité contre une ouverture non autorisée, comprenant un verrou pivotant (1) pourvu d'une patte de blocage (5) pour venir en prise par l'arrière avec une paroi de cassette (12) dans une position de fermeture du dispositif de fermeture, caractérisée en ce que le verrou pivotant (1) comprend une patte de retard (7) pour venir en prise par l'arrière avec la paroi de cassette (12) dans une position d'ouverture du dispositif de fermeture.
     
    2. Cassette selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'axe longitudinal (17) de la patte de retard (7) est disposé suivant un angle supérieur à zéro par rapport à l'axe longitudinal (16) de la patte de blocage (5).
     
    3. Cassette selon la revendication 2, caractérisée en ce que l'angle entre les axes longitudinaux (16, 17) vaut plus de 60°, en particulier 90°.
     
    4. Cassette selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'une surface de retenue (8) de la patte de retard (7) est disposée à une certaine distance (9) parallèlement à une surface de retenue (11) de la patte de blocage (5).
     
    5. Cassette selon la revendication 4, caractérisée en ce que la distance (9) définit une largeur de pré-ouverture du volet (13) de la cassette (15).
     
    6. Cassette selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le verrou pivotant (1) est réalisé pour un angle de pivotement de plus de 80°, en particulier de 90°.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente