[0001] Diese Anmeldung betrifft Wasch- oder Reinigungsmittel. Insbesondere betrifft diese
Anmeldung polymer- und tensidhaltige Wasch- oder Reinigungsmittel.
[0002] An maschinell gespültes Geschirr werden heute häufig höhere Anforderungen gestellt
als an manuell gespültes Geschirr. So wird auch ein von Speiseresten völlig gereinigtes
Geschirr dann als nicht einwandfrei bewertet, wenn es nach dem maschinellen Geschirrspülen
noch weißliche, auf Wasserhärte oder anderen mineralischen Salzen beruhende Flecken
aufweist, die mangels Netzmittel aus eingetrockneten Wassertropfen stammen.
[0003] Um glanzklares und fleckenloses Geschirr zu erhalten, setzt man daher heute mit Erfolg
Klarspüler ein. Der Zusatz von Klarspüler am Ende des Spülprogramms sorgt dafür, dass
das Wasser möglichst vollständig vom Spülgut abläuft, so dass die unterschiedlichen
Oberflächen am Ende des Spülprogramms rückstandsfrei und makellos glänzend sind.
[0004] Das maschinelle Reinigen von Geschirr in Haushaltsgeschirrspülmaschinen umfasst üblicherweise
einen Vorspülgang, einen Hauptspülgang und einen Klarspülgang, die von Zwischenspülgängen
unterbrochen werden. Bei den meisten Maschinen ist der Vorspülgang für stark verschmutztes
Geschirr zuschaltbar, wird aber nur in Ausnahmefällen vom Verbraucher gewählt, so
dass in den meisten Maschinen ein Hauptspülgang, ein Zwischenspülgang mit reinem Wasser
und ein Klarspülgang durchgeführt werden. Die Temperatur des Hauptspülgangs variiert
dabei je nach Maschinentyp und Programmstufenwahl zwischen 40 und 65°C. Im Klarspülgang
werden aus einem Dosiertank in der Maschine Klarspülmittel zugegeben, die üblicherweise
als Hauptsbestandteil nichtionische Tenside enthalten. Solche Klarspüler liegen in
flüssiger Form vor und sind im Stand der Technik breit beschrieben. Ihre Aufgabe besteht
vornehmlich darin, Kalkflecken und Beläge auf dem gereinigten Geschirr zu verhindern.
Neben Wasser und schwachschäumenden Niotensiden enthalten diese Klarspüler oft auch
Hydrotope, pH-Stellmittel wie Citronensäure oder belagsinhibierende Polymere.
[0005] Aus der
EP-B1 0 197 434 (Henkel) sind flüssige Klarspüler bekannt, die als nichtionische Tenside Mischether enthalten.
In der Geschirrspülmaschine wird eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien (Glas,
Metall, Silber, Kunststoff, Porzellan) gereinigt. Diese Materialvielfalt muss im Klarspülgang
möglichst gut benetzt werden. Klarspülerformulierungen, die als Tensidkomponente ausschließlich
Mischether enthalten, erfüllen diese Anforderungen nicht oder nur in geringem Umfang,
so dass der Klarspül- bzw. Trocknungseffekt insbesondere bei Kunststoffoberflächen
nicht zufriedenstellend ist.
[0006] Der Vorratstank in der Geschirrspülmaschine muss in regelmäßigen Abständen mit Klarspüler
aufgefüllt werden, wobei eine Fällung je nach Maschinentyp für 10 bis 50 Spülgänge
ausreicht. Wird das Auffüllen des Tanks vergessen, so werden insbesondere Gläser durch
Kalkflecken und Beläge unansehnlich. Im Stand der Technik existieren daher einige
Lösungsvorschläge, einen Klarspüler in das Reinigungsmittel für das maschinelle Geschirrspülen
zu integrieren. Diese Lösungsvorschläge sind an die Angebotsform des kompakten Formkörpers
gebunden.
[0007] So beschreibt die europäische Patentanmeldung
EP-A-0 851 024 (Unilever) zweischichtige Reinigungsmitteltabletten, deren erste Schicht Peroxy-Bleichmittel,
Builder und Enzym enthält, während die zweite Schicht Acidifizierungsmittel und ein
kontinuierliches Medium mit einem Schmelzpunkt zwischen 55 und 70°C sowie Belagsinhibitoren
enthält. Durch das hochschmelzende kontinuierliche Medium sollen die Säure(n) und
Belagsinhibitor(en) verzögert freigesetzt werden und einen Klarspüleffekt bewirken.
Pulverförmige maschinelle Geschirrspülmittel oder tensidhaltige Klarspülsysteme werden
in dieser Schrift nicht erwähnt.
[0008] Weitere maschinelle Geschirrspülmittel mit Klarspülfunktion sind aus
WO 99/05248 und
EP 1321509 bekannt.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung hat darin bestanden, bleichmittelhaltige maschinelle
Geschirrspülmittel mit Klarspülspülfunktion bereitzustellen, die bezüglich der anwendungstechnischen
Eigenschaften mindestens gleiche Resultate liefern wie marktgängige Klarspüler und
die darüber hinaus weitere Leistungsvorteile erbringen. Dabei sollten die neuen Geschirrspülmittel
ihre Reinigungs- und Klarspülleistung unabhängig von der Zubereitungsform, insbesondere
ohne den Zusatz hochschmelzender Zusätze entfalten. Weiterhin sollten sich die neuen
maschinellen Geschirrspülmittel gegenüber herkömmlichen Mitteln durch eine verbesserte
Lagerfähigkeit und Verarbeitbarkeit auszeichnen.
[0010] Es wurde nun gefunden, dass bleichmittelhaltige Reinigungsmittel überdurchschnittliche
Reinigungs- und Klarspülergebnisse liefern, welche als weitere Bestandteile bestimmte
nichtionische Tenside und Polymere mit positiv geladenen Monomereinheiten enthalten
sind, wobei in diesen Mitteln die nichtionischen Tenside und die genannten Polymere
in einem bestimmten Gewichtsverhältnis vorliegen.
[0011] Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist daher ein festes maschinelles Geschirrspülmittel,
enthaltend
- a) 1 bis 40 Gew.-% Bleichmittel,
- b) 2 bis 8 Gew.-% Niotensid(e) der allgemeinen Formel
R1O[CH2CH2O]xCH2CH(OH)R2,
welche neben einem Rest R1, der für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische oder
aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise mit
4 bis 20 Kohlenstoffatomen steht, weiterhin einen linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten, aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis
30 Kohlenstoffatomen R2 aufweisen, welcher einer monohydroxylierten Zwischengruppe -CH2CH(OH)- benachbart ist und bei denen x für Werte zwischen 1 und 40 steht;
- c) 0,01 bis 10 Gew.-% mindestens eines Polymers mit einer Molmasse von 2000 gmol-1 oder darüber, das mindestens eine positive Ladung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis der Komponente b) zur Komponente
c) zwischen 25:1 und 100:1, vorzugsweise zwischen 30:1 und 80:1 und insbesondere zwischen
35:1 und 75:1 beträgt.
[0012] Ein erster wesentlicher Bestandteil der erfindungsgemäßen festen maschinellen Geschirrspülmittel
ist das Bleichmittel. Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumpercarbonat, das Natriumperborattetrahydrat
und das Natriumperboratmonohydrat besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel
sind beispielsweise Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure. Erfindungsgemäße Reinigungsmittel können
auch Bleichmittel aus der Gruppe der organischen Bleichmittel enthalten. Typische
organische Bleichmittel sind die Diacylperoxide, wie z.B. Dibenzoylperoxid. Weitere
typische organische Bleichmittel sind die Peroxysäuren, wobei als Beispiele besonders
die Alkylperoxysäuren und die Arylperoxysäuren genannt werden. Bevorzugte Vertreter
sind (a) die Peroxybenzoesäure und ihre ringsubstituierten Derivate, wie Alkylperoxybenzoesäuren,
aber auch Peroxy-α-Naphtoesäure und Magnesiummonoperphthalat, (b) die aliphatischen
oder substituiert aliphatischen Peroxysäuren, wie Peroxylaurinsäure, Peroxystearinsäure,
ε-Phthalimidoperoxycapronsäure [Phthaloiminoperoxyhexansäure (PAP)], o-Carboxybenzamidoperoxycapronsäure,
N-nonenylamidoperadipinsäure und N-nonenylamidopersuccinate, und (c) aliphatische
und araliphatische Peroxydicarbonsäuren, wie 1,12-Diperoxycarbonsäure, 1,9-Diperoxyazelainsäure,
Diperoxysebacinsäure, Diperoxybrassylsäure, die Diperoxyphthalsäuren, 2-Decyldiperoxybutan-1,4-disäure,
N,N-Terephthaloyl-di(6-aminopercapronsäure) können eingesetzt werden.
[0013] Als Bleichmittel in den erfindungsgemäßen Dispersionen können auch Chlor oder Brom
freisetzende Substanzen eingesetzt werden. Unter den geeigneten Chlor oder Brom freisetzenden
Materialien kommen beispielsweise heterocyclische N-Brom- und N-Chloramide, beispielsweise
Trichlorisocyanursäure, Tribromisocyanursäure, Dibromisocyanursäure und/oder Dichlorisocyanursäure
(DICA) und/oder deren Salze mit Kationen wie Kalium und Natrium in Betracht. Hydantoinverbindungen,
wie 1,3-Dichlor-5,5-dimethylhydantoin sind ebenfalls geeignet.
[0014] Erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie
1 bis 35 Gew.-%, vorzugsweise 2,5 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 3,5 bis 20 Gew.-%
und insbesondere 5 bis 15 Gew.-% Bleichmittel, vorzugsweise Natriumpercarbonat, enthalten,
sind im Rahmen der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugt.
[0015] Der Aktivsauerstoffgehalt der erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel beträgt,
jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Geschirrspülmittels, vorzugsweise zwischen
0,4 und 10 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 0,5 und 8 Gew.-% und insbesondere
zwischen 0,6 und 5 Gew.-%. Besonders bevorzugt verarbeitete feste Geschirrspülmittel
weisen einen Aktivsauerstoffgehalt oberhalb 0,3 Gew.-%, bevorzugt oberhalb 0,7 Gew.-%,
besonders bevorzugt oberhalb 0,8 Gew.-% und insbesondere oberhalb 1,0 Gew.-% auf.
[0016] Ein zweiter wesentlicher Bestandteil der erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel
ist das nichtionische Tensid. Wie eingangs beschrieben, enthalten erfindungsgemäße
Mittel zwischen 2 und 8 Gew.-% nichtionische(s) Tensid(e). Vorzugsweise enthalten
die erfindungsgemäßen Mittel jedoch mehr als 2,0 Gew.-% Niotensid(e), insbesondere
zwischen 2,5 und 7 Gew.-%, bevorzugt zwischen 3,0 und 6 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt
zwischen 3,0 und 6,0 Gew.-% und insbesondere zwischen 3,0 und 5,5 Gew.-%. Als nichtionische
Tenside werden dabei nichtionische(s) Tensid(e) der allgemeinen Formel
R
1O[CH
2CH
2O]
xCH
2CH(OH)R
2
eingesetzt, welche neben einem Rest R
1, der für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische oder
aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise mit
4 bis 20 Kohlenstoffatomen steht, weiterhin einen linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten, aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis
30 Kohlenstoffatomen R
2 aufweisen, welcher einer monohydroxylierten Zwischengruppe -CH
2CH(OH)- benachbart ist und bei denen x für Werte zwischen 1 und 40 steht.
[0017] Die entsprechenden endgruppenverschlossenen Poly(oxyalkylierten) Niotenside der vorstehenden
Formel lassen sich beispielsweise durch Umsetzung eines endständigen Epoxids der Formel
R
2CH(O)CH
2 mit einem ethoxylierten Alkohol der Formel R
1O[CH
2CH
2O]
x-1CH
2CH
2OH erhalten.
[0018] Die angegebenen C-Kettenlängen sowie Ethoxylierungsgrade bzw. Alkoxylierungsgrade
der vorgenannten Niotenside stellen statistische Mittelwerte dar, die für ein spezielles
Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können. Aufgrund der Herstellverfahren
bestehen Handelsprödukte der genannten Formeln zumeist nicht aus einem individuellen
Vertreter, sondern aus Gemischen, wodurch sich sowohl für die C-Kettenlängen als auch
für die Ethoxylierungsgrade bzw. Alkoxylierungsgrade Mittelwerte und daraus folgend
gebrochene Zahlen ergeben können.
[0019] Selbstverständlich können die erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel die
vorgenannten nichtionischen Tenside nicht nur als Einzelsubstanzen, sondern auch als
Tensidgemische aus zwei, drei, vier oder mehr Tensiden enthalten. Als Tensidgemische
werden dabei nicht Mischungen nichtionischer Tenside bezeichnet, die in ihrer Gesamtheit
unter eine der oben genannten allgemeinen Formeln fallen, sondern vielmehr solche
Mischungen, die zwei, drei, vier oder mehr nichtionische Tenside enthalten, die durch
unterschiedliche der vorgenannten allgemeinen Formeln beschrieben werden können.
[0020] Enthält das erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel zwei, drei, vier oder
mehr nichtionische Tenside, so liegt das Mengenverhältnis der in dem Mitteln enthaltenen
nichtionischen Tenside vorzugsweise innerhalb enger Grenzen. Wird eine Mischung aus
zwei nichtionischen Tensiden (Tensid 1 und Tensid 2) eingesetzt, so beträgt das Gewichtsverhältnis
der eingesetzten nichtionischen Tenside zueinander (Gewichtsverhältnis Tensid 1 zu
Tensid 2) vorzugsweise zwischen 10:1 und 1:10, bevorzugt zwischen 8:1 und 1:8, besonders
bevorzugt zwischen 6:1 und 1:6 und insbesondere zwischen 4:1 und 1:4.
[0021] Enthält das erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel ein Tensidgemisch aus
zwei, drei, vier oder mehr Tensiden, so ist bevorzugt, wenn wenigstens eines der Tenside
einen Gewichtsanteil oberhalb 2,0 Gew.-%, vorzugsweise oberhalb 3,0 Gew.-% und insbesondere
oberhalb 4,0 Gew.-% aufweist.
[0022] Als dritten wesentlichen Bestandteil enthalten die erfindungsgemäßen Mittel 0,01
bis 10 Gew.-% mindestens eines Polymers mit einer Molmasse von 2000 gmol
-1 oder darüber, das mindestens eine positive Ladung aufweist, wobei maschinelle Geschirrspülmittel,
welche 0,02 bis 7,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,05 bis 5 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,07
bis 2,5 Gew.-% und insbesondere 0,1 bis 1 Gew.-% mindestens eines Polymers mit einer
Molmasse von 2000 gmol
-1 oder darüber, das mindestens eine positive Ladung aufweist, enthalten, besonders
bevorzugt sind.
[0023] Bei den vorgenannten Polymeren mit kationischer Ladung kann es sich prinzipielle
um kationische oder amphotere Polymere handeln. Bevorzugte erfindungsgemäße maschinelle
Geschirrspülmittel sind dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Polymer, welches
kationische Monomereinheiten aufweist, um ein kationisches Polymer und/oder um ein
amphoteres Polymer handelt.
[0024] "Kationische Polymere" im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Polymere, welche
eine positive Ladung im Polymermolekül tragen. Diese kann beispielsweise durch in
der Polymerkette vorliegende (Alkyl-)Ammoniumgruppierungen oder andere positiv geladene
Gruppen realisiert werden. Besonders bevorzugte kationische Polymere stammen aus den
Gruppen der quaternierten Cellulose-Derivate, der Polysiloxane mit quaternären Gruppen,
der kationischen Guar-Derivate, der polymeren Dimethyldiallylammoniumsalze und deren
Copolymere mit Estern und Amiden von Acrylsäure und Methacrylsäure, der Copolymere
des Vinylpyrrolidons mit quaternierten Derivaten des Dialkylaminoacrylats und -methacrylats,
der Vinylpyrrolidon-Methoimidazoliniumchlorid-Copolymere, der quaternierten Polyvinylalkohole
oder der unter den INCI-Bezeichnungen Polyquaternium 2, Polyquaternium 17, Polyquaternium
18 und Polyquaternium 27 angegeben Polymere.
[0025] "Amphotere Polymere" im Sinne der vorliegenden Erfindung weisen neben einer postiv
geladenen Gruppe in der Polymerkette weiterhin auch negativ geladenen Gruppen bzw.
Monomereinheiten auf. Bei diesen Gruppen kann es sich beispielsweise um Carbonsäuren,
Sulfonsäuren oder Phosphonsäuren handeln.
[0026] Maschinelle Geschirrspülmittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Polymer c) enthalten,
welches Monomereinheiten der Formel R
1R
2C=CR
3R
4 aufweist, in der jeder Rest R
1, R
2, R
3, R
4 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus Wasserstoff, derivatisierter Hydroxygruppe,
C
1 bis C
30 linearen oder verzweigten Alkylgruppen, Aryl, Aryl substitutierten C
1-30 linearen oder verzweigten Alkylgruppen, polyalkoyxylierte Alkylgruppen, heteroatomaren
organischen Gruppen mit mindestens einer positiven Ladung ohne geladenen Stickstoff,
mindestens ein quaterniertes N-Atom oder mindestens eine Aminogruppe mit einer positiven
Ladung im Teilbereich des pH-Bereichs von 2 to 11, oder Salze hiervon, mit der Maßgabe,
dass mindestens ein Rest R
1, R
2, R
3, R
4 eine heteroatomare organische Gruppe mit mindestens einer positiven Ladung ohne geladenen
Stickstoff, mindestens ein quaterniertes N-Atom oder mindestens eine Aminogruppe mit
einer positiven Ladung ist, sind im Rahmen der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugt.
[0027] Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugte kationische oder amphotere
Polymere enthalten als Monomereneinheit eine Verbindung der allgemeinen Formel (VII)

bei der R
1 und R
4 unabhängig voneinander für H oder einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen stehen; R
2 und R
3 unabhängig voneinander für eine Alkyl-, Hydroxyalkyl-, oder Aminoalkylgruppe stehen,
in denen der Alkylrest linear oder verzweigt ist und zwischen 1 und 6 Kohlenstoffatomen
aufweist, wobei es sich vorzugsweise um eine Methylgruppe handelt; x und y unabhängig
voneinander für ganze Zahlen zwischen 1 und 3 stehen. X-repräsentiert ein Gegenion,
vorzugsweise ein Gegenion aus der Gruppe Chlorid, Bromid, lodid, Sulfat, Hydrogensulfat,
Methosulfat, Laurylsulfat, Dodecylbenzolsulfonat, p-Toluolsulfonat (Tosylat), Cumolsulfonat,
Xylolsulfonat, Phosphat, Citrat, Formiat, Acetat oder deren Mischungen.
[0028] Bevorzugte Reste R
1 und R
4 in der vorstehenden Formel (VII) sind ausgewählt aus -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, -CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, -CH
2-CH(OH)-CH
3, -CH(OH)-CH
2-CH
3, und -(CH
2CH
2-O)
nH.
[0029] Ganz besonders bevorzugt werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung Polymere, welche
eine kationische Monomereneinheit der allgemeinen Formel (VII) aufweisen, bei der
R
1 und R
4 für H stehen, R
2 und R
3 für Methyl stehen und x und y jeweils 1 sind. Die entsprechenden Monomereneinheiten
der Formel
H
2C=CH-(CH
2)-N
+(CH
3)
2-(CH
2)-C H=CH
2 X
-
werden im Falle von X- = Chlorid auch als DADMAC (Diallyldimethylammonium-Chlorid)
bezeichnet.
[0030] Weitere im Rahmen der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugte kationische oder
amphotere Polymere enthalten eine Monomereneinheit der allgemeinen Formel
R
1HC=CR
2-C(O)-NH-(CH
2)
x-N
+R
3R
4R
5 X
- (VIII),
[0031] in der R
1, R
2, R
3, R
4 und R
5 unabhängig voneinander für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigen
Alkyl, oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise für einen
linearen oder verzweigten Alkylrest ausgewählt aus -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, -CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, -CH
2-CH(OH)-CH
3, -CH(OH)-CH
2-CH
3, und -(CH
2CH
2-O)
nH steht und x für eine ganze Zahl zwischen 1 und 6 steht.
[0032] Ganz besonders bevorzugt werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung Polymere, welche
eine kationsche Monomereneinheit der allgemeinen Formel (VIII) aufweisen, bei der
R
1 für H und R
2, R
3, R
4 und R
5 für Methyl stehen und x für 3 steht. Die entsprechenden Monomereneinheiten der Formel
H
2C=C(CH
3)-C(O)-NH-(CH
2)
x-N
+(CH
3)
3 X
-
werden im Falle von X
- = Chlorid auch als MAPTAC
(Methyacrylamidopropyl-trimethylammonium-Chlorid) bezeichnet.
[0033] Erfindungsgemäß bevorzugte maschinelle Geschirrspülmittel sind dadurch gekennzeichnet,
dass das Polymer c) als Monomereinheiten Diallyldimethylammoniumsalze und/oder Acrylamidopropyltrimethylammoniumsalze
enthält.
[0034] Die zuvor erwähnten amphoteren Polymere weisen nicht nur kationische Gruppen, sondern
auch anionische Gruppen bzw. Monomereinheiten auf. Derartige anionischen Monomereinheinheiten
stammen beispielsweise aus der Gruppe der linearen oder verzweigten, gesättigten oder
ungesättigten Carboxylate, der linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
Phosphonate, der linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Sulfate
oder der linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Sulfonate. Bevorzugte
Monomereinheiten sind die Acrylsäure, die (Meth)acrylsäuren, die (Dimethyl)acrylsäure,
die (Ethyl)Acrylsäure, die Cyanoacrylsäure, die Vinylessigsäure, die Allylessigsäure,
die Crotonsäure, die Maleinsäure, die Fumarsäure, die Zimtsäure und ihre Derivate,
die Allylsulfonsäuren, wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure
oder die Allylphosphonsäuren.
[0035] Bevorzugt einsetzbare amphotere Polymere stammen aus der Gruppe der Alkylacrylamid/Acrylsäure-Copolymere,
der Alkylacrylamid/Methacrylsäure-Copolymere, der Alkylacrylamid/Methylmethacrylsäure-Copolymere,
der Alkylacrylamid/Acrylsäure/Alkyl-aminoalkyl(meth)acrylsäure-Copolymere, der Alkylacrylamid/Methacrylsäure/Alkylaminoalkyl(meth)-acrylsäure-Copolymere,
der Alkylacrylamid/Methylmethacrylsäure/Alkylaminoalkyl(meth)acrylsäure-Copolymere,
der Alkylacryl-amid/Alkymethacrylat/Alkylaminoethylmethacrylat/Alkylmethacrylat-Copolymere
sowie der Copolymere aus ungesättigten Carbonsäuren, kationisch derivatisierten ungesättigten
Carbonsäuren und gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren.
[0036] Bevorzugt einsetzbare zwitterionische Polymeren stammen aus der Gruppe der Acrylamidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Acrylsäure-Copolymere
sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze, der Acrylamidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Methacrylsäure-Copolymere
sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze und der Methacroylethylbetain/Methacrylat-Copolymere.
[0037] Bevorzugt werden weiterhin amphotere Polymere, welche neben einem oder mehreren anionischen
Monomeren als kationische Monomere Methacrylamidoalkyl-trialkylammoniumchlorid und
Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid umfassen.
[0038] Besonders bevorzugte amphotere Polymere stammen aus der Gruppe der
Methacrylamidoalkyl-trialkylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Acrylsäure-Copolyme
re, der
Methacryl-amidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Methacrylsäure-Copo
lymere und der
Methacrylamidoalkyltrialkylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Alkyl-(meth)acrylsäure
-Copolymere sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze. Insbesondere bevorzugt werden amphotere
Polymere aus der Gruppe der
Methacrylamidopropyltrimethylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Acrylsäure-Copoly
mere, der
Methacrylamidopropyltrimethylammoniumchlorid/Dimethyl(diallyl)ammonium-chlorid/Acrylsäure-Copol
ymere und der
Methacrylamidopropyltrimethylammonium-chlorid/Dimethyl(diallyl)ammoniumchlorid/Alkyl(meth)acryls
äure-Copolymere sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze.
[0039] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegen
die in den erfindungsgemäßen Mitteln enthaltenen Polymere mit einer Molmasse von 2000
gmol
-1 oder darüber in vorkonfektionierter Form vor. Zur Konfektionierung der Polymere eignet
sich dabei u.a.
- die Verkapselung der Polymere mittels wasserlöslicher oder wasserdispergierbarer Beschichtungsmittel,
vorzugsweise mittels wasserlöslicher oder wasserdispergierbarer natürlicher oder synthetischer
Polymere;
- die Verkapselung der Polymere mittel wasserunlöslicher, schmelzbarer Beschichtungsmittel,
vorzugsweise mittels wasserunlöslicher Beschichtungsmittel aus der Gruppe der Wachse
oder Paraffine mit einem Schmelzpunkt oberhalb 30°C;
- die Cogranulation der Polymere mit inerten Trägermaterialien, vorzugsweise mit Trägermaterialien
aus der Gruppe der wasch- oder reinigungsaktiven Substanzen, besonders bevorzugt aus
der Gruppe der Builder (Gerüststoffe) oder Cobuilder.
[0040] Im erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel beträgt das Gewichtsverhältnis
der Komponente b) zu der Komponente c) zwischen 25:1 und 100:1, vorzugsweise zwischen
28:1 und 90:1, besonders bevorzugt zwischen 33:1 und 80:1 und insbesondere zwischen
35:1 und 70:1.
[0041] Die erfindungsgemäßen festen maschinellen Geschirrspülmittel können dem Verbraucher
in unterschiedlichen Konfektionsformen zur Verfügung gestellt werden. Neben den bekannten
Pulvern, Granulaten oder Extrudaten werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung insbesondere
solche maschinellen Geschirrspülmittel bevorzugt, welche dem Verbraucher in Form vorgefertigter
Dosiereinheiten zur Verfügung gestellt werden. Zur Gruppe dieser vorgefertigten Dosiereinheiten
zählen beispielsweise ein- oder mehrphasige Kompaktate (vorzugsweise ein- oder mehrphasige
Tabletten), ein- oder mehrphasige Gießkörper oder befüllte wasserlösliche oder wasserdispergierbare
Behälter, vorzugsweise befüllte wasserlösliche oder wasserdispergierbare Spritzgusskörper,
Tiefziehkörper oder befüllte Folienbeutel.
[0042] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Anmeldung betrifft erfindungsgemäße
maschinelle Geschirrspülmittel, welche in Form einer vorgefertigten Dosiereinheit
vorliegen, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der vorgefertigten Dosiereinheit
um einen Formkörper, vorzugsweise um einen mehrphasigen Formkörper, insbesondere um
eine mehrphasige Tablette mit einer befüllten Mulde handelt.
[0043] Als "Tiefziehkörper" werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung dabei solche Behälter
bezeichnet, welche durch Tiefziehen eines ersten folienartigen Hüllmaterials erhalten
werden. Das Tiefziehen erfolgt dabei vorzugsweise durch Verbringen des Hüllmaterials
über eine in einer die Tiefziehebene bildenden Matrize befindlichen Aufnahmemulde
und Einformen des Hüllmaterials in diese Aufnahmemulde durch Einwirkung von Druck
und/oder Vakuum verformt wird. Das Hüllmaterial kann vor dabei vor oder während des
Einformens durch die Einwirkung von Wärme und/oder Lösungsmittel und/oder Konditionierung
durch gegenüber Umgebungsbedingungen veränderten relativen Luftfeuchten und/oder Temperaturen
vorbehandelt werden. Die Druckeinwirkung kann durch zwei Teile eines Werkzeugs erfolgen,
welche sich wie Positiv und Negativ zueinander verhalten und einen zwischen diese
Werkzeuge verbrachten Film beim Zusammendrücken verformen. Als Druckkräfte eignet
sich jedoch auch die Einwirkung von Druckluft und/oder das Eigengewicht der Folie
und/oder das Eigengewicht einer auf die Oberseite der Folie verbrachten Aktivsubstanz.
[0044] Das tiefgezogenen Hüllmaterialien werden nach dem Tiefziehen vorzugsweise durch Einsatz
eines Vakuums innerhalb der Aufnahmemulden und in ihrer durch den Tiefziehvorgang
erzielten Raumform fixiert. Das Vakuum wird dabei vorzugsweise kontinuierlich vom
Tiefziehen bis zum Befüllen bevorzugt bis zum Versiegeln und insbesondere bis zum
Vereinzeln der Aufnahmekammern angelegt. Mit vergleichbarem Erfolg ist allerdings
auch der Einsatz eines diskontinuierlichen Vakuums, beispielsweise zum Tiefziehen
der Aufnahmekammern und (nach einer Unterbrechung) vor und während des Befüllens der
Aufnahmekammern, möglich. Auch kann das kontinuierliche oder diskontinuierliche Vakuum
in seiner Stärke variieren und beispielsweise zu Beginn des Verfahrens (beim Tiefziehen
der Folie) höhere Werte annehmen als zu dessen Ende (beim Befüllen oder Versiegeln
oder Vereinzeln).
[0045] Wie bereits erwähnt, kann das Hüllmaterial vor oder während des Einformens in die
Aufnahmemulden der Matrizen durch die Einwirkung von Wärme vorbehandelt werden. Das
Hüllmaterial, vorzugsweise ein wasserlöslicher oder wasserdispergierbarer Polymerfilm,
wird dabei für bis zu 5 Sekunden, vorzugsweise für 0.1 bis 4 Sekunden, besonders bevorzugt
für 0,2 bis 3 Sekunden und insbesondere für 0,4 bis 2 Sekunden auf Temperaturen oberhalb
60°C, vorzugsweise oberhalb 80°C, besonders bevorzugt zwischen 100 und 120°C und insbesondere
auf Temperaturen zwischen 105 und 115°C erwärmt. Zur Abführung dieser Wärme, insbesondere
aber auch zur Abführung der durch die in die tiefgezogenen Aufnahmekammern gefüllten
Mittel eingebrachten Wärme (z.B. Schmelzen), ist es bevorzugt, die eingesetzten Matrizen
und die in diesen Matrizen befindlichen Aufnahmemulden zu kühlen. Die Kühlung erfolgt
dabei vorzugsweise auf Temperaturen unterhalb 20°C, bevorzugt unterhalb 15°C, besonders
bevorzugt auf Temperaturen zwischen 2 und 14°C und insbesondere auf Temperaturen zwischen
4 und 12°C. Vorzugsweise erfolgt die Kühlung kontinuierlich vom Beginn des Tiefziehvorganges
bis zur Versiegelung und Vereinzelung der Aufnahmekammern. Zur Kühlung eignen sich
insbesondere Kühlflüssigkeiten, vorzugsweise Wasser, welche in speziellen Kühlleitungen
innerhalb der Matrize zirkuliert werden.
[0046] Diese Kühlung hat ebenso wie das zuvor beschriebene kontinuierliche oder diskontinuierliche
Anlegen eines Vakuums den Vorteil, ein Zurückschrumpfen der tiefgezogenen Behältnisse
nach dem Tiefziehen zu verhindern, wodurch nicht nur die Optik des Verfahrensproduktes
verbessert wird, sondern gleichzeitig auch das Austreten der in die Aufnahmekammern
gefüllten Mittel über den Rand der Aufnahmekammer, beispielsweise in die Siegelbereiche
der Kammer, vermieden wird. Probleme bei der Versiegelung der befüllten Kammern werden
so vermieden.
[0047] Bei den Tiefziehverfahren lässt sich zwischen Verfahren, bei denen das Hüllmaterial
horizontal in eine Formstation und von dort in horizontaler Weise zum Befüllen und/oder
Versiegeln und/oder Vereinzeln geführt wird und Verfahren, bei denen das Hüllmaterial
über eine kontinuierlich umlaufende Matrizenformwalze (gegebenenfalls optional mit
einer gegenläufig geführten Patrizenformwalze, welche die ausformenden Oberstempel
zu den Kavitäten der Matrizenformwalze führen) geführt wird, unterscheiden. Die zuerst
genannte Verfahrensvariante des Flachbettprozesses ist dabei sowohl kontinuierlich
als auch diskontinuierlich zu betreiben, die Verfahrensvariante unter Einsatz einer
Formwalze erfolgt in der Regel kontinuierlich. Alle genannten Tiefziehverfahren sind
zur Herstellung der erfindungsgemäß bevorzugten Mittel geeignet. Die in den Matrizen
befindlichen Aufnahmemulden können "in Reihe" oder versetzt angeordnet sein.
[0048] Die Tiefziehkörper können eine, zwei, drei oder mehr Aufnahmekammern aufweisen. Diese
Aufnahmekammern können in dem Tiefziehteil nebeneinander und/oder übereinander angeordnet
sein. In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Anmeldung wird das erfindungsgemäße
maschinelle Geschirrspülmittel in einem wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren
Tiefziehkörper konfektioniert, welcher neben dem erfindungsgemäßen festen maschinellen
Geschirrspülmittel in einer abgetrennten Aufnahmekammer weiterhin ein flüssiges oder
gelförmiges Reinigungsmittel oder Reinigungsmittelgemisch enthält.
[0049] Die wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren Behälter können außer durch Tiefziehen
auch durch Spritzgießen hergestellt werden. Spritzgießen bezeichnet dabei das Umformen
einer Formmasse derart, dass die in einem Massezylinder für mehr als einen Spritzgießvorgang
enthaltene Masse unter Wärmeeinwirkung plastisch erweicht und unter Druck durch eine
Düse in den Hohlraum eines vorher geschlossenen Werkzeuges einfließt. Das Verfahren
wird hauptsächlich bei nichthärtbaren Formmassen angewendet, die im Werkzeug durch
Abkühlen erstarren. Der Spritzguss ist ein sehr wirtschaftliches modernes Verfahren
zur Herstellung spanlos geformter Gegenstände und eignet sich besonders für die automatisierte
Massenfertigung. Im praktischen Betrieb erwärmt man die thermoplastische Formmassen
(Pulver, Körner, Würfel, Pasten u. a.) bis zur Verflüssigung (bis 180 °C) und spritzt
sie dann unter hohem Druck (bis 140 MPa) in geschlossene, zweiteilige, das heißt aus
Gesenk (früher Matrize) und Kern (früher Patrize) bestehende, vorzugsweise wassergekühlte
Hohlformen, wo sie abkühlen und erstarren. Einsetzbar sind Kolben- und Schneckenspritzgußmaschinen.
Als Formmassen (Spritzgußmassen) eignen sich wasserlösliche Polymere wie beispielsweise
die oben genannten Celluloseether, Pektine, Polyethylenglycole, Polyvinylalkohole,
Polyvinylpyrrolidone, Alginate, Gelatine oder Stärke.
[0050] Die Hüllmaterialien können jedoch auch zu Hohlformen gegossen werden. Die Hohlform
der resultierenden erfindungsgemäß bevorzugten wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren
portionierten Mittel umfasst mindestens eine erstarrte Schmelze. Diese Schmelze kann
eine aufgeschmolzene Reinsubstanz oder ein Gemisch mehrerer Substanzen sein. Es ist
selbstverständlich möglich, die einzelnen Substanzen einer Mehrsubstanz-Schmelze vor
dem Aufschmelzen zu mischen oder separate Schmelzen herzustellen, die danach vereinigt
werden. Schmelzen aus Substanzgemischen können z.B. von Vorteil sein, wenn sich eutektische
Gemische bilden, die deutlich niedriger schmelzen und damit die Verfahrenskosten senken.
[0051] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das zur Hohlform
gegossene Hüllmaterial wenigstens anteilsweise ein erfindungsgemäßes Wasch- oder Reinigungsmittel.
Besonders bevorzugt ist die Herstellung gegossener Hohlformen, welche vollständig
aus einem erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel bestehen.
[0052] Maschinelle Geschirrspülmittel in einer vorgefertigten Dosiereinheit, dadurch gekennzeichnet,
dass sich bei der vorgefertigten Dosiereinheit um einen befüllten wasserlöslichen
Behälter, vorzugsweise um einen befüllten Spritzgußkörper, einen befüllten Gießkörper
oder einen befüllten Folienbeutel handelt, sind im Rahmen der vorliegenden Anmeldung
besonders bevorzugt.
[0053] Bei den zuvor beschriebenen vorgefertigten Dosiereinheiten handelt es sich vorzugsweise
um Dosiereinheiten für eine einfache Anwendung. Um auch über die Dosierkästchen der
Geschirrspülmaschinen eingesetzt werden zu können, weisen derartige Dosiereinheiten
vorzugsweise ein Volumen unterhalb 25 ml, bevorzugt zwischen 10 und 25 ml, besonders
bevorzugt zwischen 12 und 23 und insbesondere zwischen 15 und 21 ml auf. Das Gewicht
dieser vorgefertigten Dosiereinheiten beträgt vorzugsweise zwischen 10 und 30 g, besonders
bevorzugt zwischen 13 und 27 g und insbesondere zwischen 16 und 24 g. Maschinelle
Geschirrspülmittel, dadurch gekennzeichnet, dass das maschinelle Geschirrspülmittel
in Form einer vorgefertigten Dosiereinheit vorliegt, welche zwischen 0,5 und 4 g,
vorzugsweise zwischen 0,8 und 3,5 g, besonders bevorzugt zwischen 1,0 und 3,0 g und
insbesondere zwischen 1,5 und 2,5 g nichtionische Tenside enthält, sind im Rahmen
der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugt.
[0054] Die erfindungsgemäßen festen maschinellen Geschirrspülmittel eignen sich insbesondere
zur Reinigung von Glaswaren. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist
daher die Verwendung der erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel zum Reinigen
und Klarspülen von Glaswaren.
[0055] Neben den vorgenannten Bleichmitteln, nichtionischen Tensiden und Polymeren enthalten
die erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel vorzugsweise weitere wasch-
und reinigungsaktive Substanzen, insbesondere wasch- und reinigungsaktive Substanzen
aus der Gruppe der Bleichaktivatoren, Polymere, Gerüststoffe, Tenside, Enzyme, Desintegrationshilfsmittel,
Elektrolyte, pH-Stellmittel, Duftstoffe, Parfümträger, Farbstoffe, Hydrotrope, Schauminhibitoren,
Korrosionsinhibitoren und Glaskorrosionsinhibitoren.
Gerüststoffe
[0056] Zu den Gerüststoffe zählen im Rahmen der vorliegenden Anmeldung insbesondere die
Zeolithe, Silikate, Carbonate, organische Cobuilder und -wo keine ökologischen Vorurteile
gegen ihren Einsatz bestehenauch die Phosphate.
[0057] Geeignete kristalline, schichtförmige Natriumsilikate besitzen die allgemeine Formel
NaMSi
xO
2x+1 ·H
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Bevorzugte kristalline
Schichtsilikate der angegebenen Formel sind solche, in denen M für Natrium steht und
x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl ß- als auch δ-Natriumdisilikate
Na
2Si
2O
5 ·yH
2O bevorzugt.
[0058] Einsetzbar sind auch amorphe Natriumsilikate mit einem Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. Die Löseverzögerung
gegenüber herkömmlichen amorphen Natriumsilikaten kann dabei auf verschiedene Weise,
beispielsweise durch Oberflächenbehandlung, Compoundierung, Kompaktierung/ Verdichtung
oder durch Übertrocknung hervorgerufen worden sein. Im Rahmen dieser Erfindung wird
unter dem Begriff "amorph" auch "röntgenamorph" verstanden. Dies heißt, dass die Silikate
bei Röntgenbeugungsexperimenten keine scharfen Röntgenreflexe liefern, wie sie für
kristalline Substanzen typisch sind, sondern allenfalls ein oder mehrere Maxima der
gestreuten Röntgenstrahlung, die eine Breite von mehreren Gradeinheiten des Beugungswinkels
aufweisen. Es kann jedoch sehr wohl sogar zu besonders guten Buildereigenschaften
führen, wenn die Silikatpartikel bei Elektronenbeugungsexperimenten verwaschene oder
sogar scharfe Beugungsmaxima liefern. Dies ist so zu interpretieren, dass die Produkte
mikrokristalline Bereiche der Größe 10 bis einige Hundert nm aufweisen, wobei Werte
bis max. 50 nm und insbesondere bis max. 20 nm bevorzugt sind. Derartige sogenannte
röntgenamorphe Silikate, weisen ebenfalls eine Löseverzögerung gegenüber den herkömmlichen
Wassergläsern auf. Insbesondere bevorzugt sind verdichtete/kompaktierte amorphe Silikate,
compoundierte amorphe Silikate und übertrocknete röntgenamorphe Silikate.
[0059] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, dass diese Silikat(e), vorzugsweise
Alkalisilikate, besonders bevorzugt kristalline oder amorphe Alkalidisilikate, in
Wasch- oder Reinigungsmitteln in Mengen von 10 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise von 15
bis 50 Gew.-% und insbesondere von 20 bis 40 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht
des Wasch- oder Reinigungsmittels, enthalten sind.
[0060] Werden die Silikate als Bestandteil maschineller Geschirrspülmittel eingesetzt, so
enthalten diese Mittel vorzugsweise mindestens ein kristallines schichtförmiges Silikat
der allgemeinen Formel NaMSi
xO
2x+1 · y H
2O, worin M Natrium oder Wasserstoff darstellt, x eine Zahl von 1,9 bis 22, vorzugsweise
von 1,9 bis 4, ist und y für eine Zahl von 0 bis 33 steht. Die kristallinen schichtförmigen
Silikate der Formel NaMSi
xO
2x+1 · y H
2O werden beispielsweise von der Fa. Clariant GmbH (Deutschland) unter dem Handelsnamen
Na-SKS vertrieben, z.B. Na-SKS-1 (Na
2Si
22O
45·xH
2O, Kenyait), Na-SKS-2 (Na
2Si
14O
29·xH
2O, Magadiit), Na-SKS-3 (Na
2Si
8O
17·xH
2O) oder Na-SKS-4 (Na
2Si
4O
9·xH
2O, Makatit).
[0061] Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung besonders geeignet sind kristalline Schichtsilikate
der Formel (I), in denen x für 2 steht. Von diesen eignen sich vor allem Na-SKS-5
(α-Na
2Si
2O
5), Na-SKS-7
[0062] (ß-Na
2Si
2O
5, Natrosilit), Na-SKS-9 (NaHSi
2O
5·H
2O), Na-SKS-10 (NaHSi
2O
5·3H
2O, Kanemit), Na-SKS-11 (t-Na
2Si
2O
5) und Na-SKS-13 (NaHSi
2O
5), insbesondere aber Na-SKS-6 (δ-Na
2Si
2O
5).
[0063] Werden die Silikate als Bestandteil maschineller Geschirrspülmittel eingesetzt, so
enthalten diese Mittel im Rahmen der vorliegenden Anmeldung einen Gewichtsanteil des
kristallinen schichtförmigen Silikats der Formel NaMSi
xO
2x+1 · y H
2O von 0,1 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise von 0,2 bis 15 Gew.-% und insbesondere von 0,4
bis 10 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht dieser Mittel. Besonders bevorzugt
ist es insbesondere, wenn solche maschinellen Geschirrspülmittel einen Gesamtsilikatgehalt
unterhalb 7 Gew.-%, vorzugsweise unterhalb 6 Gew.-%, bevorzugt unterhalb 5 Gew.-%,
besonders bevorzugt unterhalb 4 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt unterhalb 3 Gew.-%
und insbesondere unterhalb 2,5 Gew.-% aufweisen, wobei es sich bei diesem Silikat,
bezogen auf das Gesamtgewicht des enthaltenen Silikats, vorzugsweise zu mindestens
70 Gew.-%, bevorzugt zu mindestens 80 Gew.-% und insbesondere zu mindestens 90 Gew.-%
um Silikat der allgemeinen Formel NaMSi
xO
2x+1 · y H
2O handelt.
[0064] Der eingesetzte feinkristalline, synthetische und gebundenes Wasser enthaltende Zeolith
ist vorzugsweise Zeolith A und/oder P. Als Zeolith P wird Zeolith MAP
® (Handelsprodukt der Firma Crosfield) besonders bevorzugt. Geeignet sind jedoch auch
Zeolith X sowie Mischungen aus A, X und/oder P. Kommerziell erhältlich und im Rahmen
der vorliegenden Erfindung bevorzugt einsetzbar ist beispielsweise auch ein Co-Kristallisat
aus Zeolith X und Zeolith A (ca. 80 Gew.-% Zeolith X), das von der Firma CONDEA Augusta
S.p.A. unter dem Markennamen VEGOBOND AX
® vertrieben wird und durch die Formel
nNa
2O · (1-n)K
2O · Al
2O
3 · (2 - 2,5)SiO
2 · (3,5 - 5,5) H
2O
beschrieben werden kann. Der Zeolith kann dabei sowohl als Gerüststoff in einem granularen
Compound eingesetzt, als auch zu einer Art "Abpuderung" der gesamten zu verpressenden
Mischung verwendet werden, wobei üblicherweise beide Wege zur Inkorporation des Zeoliths
in das Vorgemisch genutzt werden. Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße
von weniger als 10 µm (Volumenverteilung; Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten
vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere 20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser.
[0065] Selbstverständlich ist auch ein Einsatz der allgemein bekannten Phosphate als Buildersubstanzen
möglich, sofern ein derartiger Einsatz nicht aus ökologischen Gründen vermieden werden
sollte. Dies gilt insbesondere für den Einsatz erfindungsgemäßer Mittel als maschinelle
Geschirrspülmittel, welcher im Rahmen der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugt
ist. Unter der Vielzahl der kommerziell erhältlichen Phosphate haben die Alkalimetallphosphate
unter besonderer Bevorzugung von Pentanatrium- bzw. Pentakaliumtriphosphat (Natrium-
bzw. Kaliumtripolyphosphat) in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie die größte
Bedeutung.
[0066] Alkalimetallphosphate ist dabei die summarische Bezeichnung für die Alkalimetall-
(insbesondere Natrium- und Kalium-) -Salze der verschiedenen Phosphorsäuren, bei denen
man Metaphosphorsäuren (HPO
3)
n und Orthophosphorsäure H
3PO
4 neben höhermolekularen Vertretern unterscheiden kann. Die Phosphate vereinen dabei
mehrere Vorteile in sich: Sie wirken als Alkaliträger, verhindern Kalkbeläge auf Maschinenteilen
bzw. Kalkinkrustationen in Geweben und tragen überdies zur Reinigungsleistung bei.
[0067] Geeignete Phosphate sind beispielsweise das Natriumdihydrogenphosphat, NaH
2PO
4, in Form des Dihydrats (Dichte 1,91 gcm
-3, Schmelzpunkt 60°) oder in Form des Monohydrats (Dichte 2,04 gcm
-3), das Dinatriumhydrogenphosphat (sekundäres Natriumphosphat), Na
2HPO
4, welches wasserfrei oder mit 2 Mol. (Dichte 2,066 gcm
-3, Wasserverlust bei 95°), 7 Mol. (Dichte 1,68 gcm
-3, Schmelzpunkt 48° unter Verlust von 5 H
2O) und 12 Mol. Wasser (Dichte 1,52 gcm
-3, Schmelzpunkt 35° unter Verlust von 5 H
2O) eingesetzt werden kann, insbesondere jedoch das Trinatriumphosphat (tertiäres Natriumphosphat)
Na
3PO
4, welches als Dodecahydrat, als Decahydrat (entsprechend 19-20% P
2O
5) und in wasserfreier Form (entsprechend 39-40% P
2O
5) eingesetzt werden kann.
[0068] Ein weiteres bevorzugtes Phosphat ist das Trikaliumphosphat (tertiäres oder dreibasiges
Kaliumphosphat), K
3PO
4. Weiterhin bevorzugt werden das Tetranatriumdiphosphat (Natriumpyrophosphat), Na
4P
2O
7, welches in wasserfreier Form (Dichte 2,534 gcm
-3, Schmelzpunkt 988°, auch 880° angegeben) und als Decahydrat (Dichte 1,815-1,836 gcm
-3, Schmelzpunkt 94° unter Wasserverlust) existiert, sowie das entsprechende Kaliumsalz
Kaliumdiphosphat (Kaliumpyrophosphat), KaP
2O
7.
[0069] Durch Kondensation des NaH
2PO
4 bzw. des KH
2PO
4 entstehen höhermol. Natrium- und Kaliumphosphate, bei denen man cyclische Vertreter,
die Natrium- bzw. Kaliummetaphosphate und kettenförmige Typen, die Natrium- bzw. Kaliumpolyphosphate,
unterscheiden kann. Insbesondere für letztere sind eine Vielzahl von Bezeichnungen
in Gebrauch: Schmelz- oder Glühphosphate, Grahamsches Salz, Kurrolsches und Maddrellsches
Salz. Alle höheren Natrium- und Kaliumphosphate werden gemeinsam als kondensierte
Phosphate bezeichnet.
[0070] Das technisch wichtige Pentanatriumtriphosphat, Na
5P
3O
10 (Natriumtripolyphosphat), ist ein wasserfrei oder mit 6 H
2O kristallisierendes, nicht hygroskopisches, weißes, wasserlösliches Salz der allgemeinen
Formel NaO-[P(O)(ONa)-O]
n-Na mit n=3. Das entsprechende Kaliumsalz Pentakaliumtriphosphat, K
5P
3O
10 (Kaliumtripolyphosphat), kommt beispielsweise in Form einer 50 Gew.%-igen Lösung
(> 23% P
2O
5, 25% K
2O) in den Handel. Die Kaliumpolyphosphate finden in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie
breite Verwendung. Weiter existieren auch Natriumkaliumtripolyphosphate, welche ebenfalls
im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind. Diese entstehen beispielsweise,
wenn man Natriumtrimetaphosphat mit KOH hydrolysiert:
(NaPO
3)
3 + 2 KOH → Na
3K
2P
3O
10 + H
2O
[0071] Diese sind erfindungsgemäß genau wie Natriumtripolyphosphat, Kaliumtripolyphosphat
oder Mischungen aus diesen beiden einsetzbar; auch Mischungen aus Natriumtripolyphosphat
und Natriumkaliumtripolyphosphat oder Mischungen aus Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
oder Gemische aus Natriumtripolyphosphat und Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
sind erfindungsgemäß einsetzbar.
[0072] Werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung Phosphate als wasch- oder reinigungsaktive
Substanzen in Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzt, so enthalten bevorzugte Mittel
diese Phosphat(e), vorzugsweise Alkalimetallphosphat(e), besonders bevorzugt Pentanatrium-
bzw. Pentakaliumtriphosphat (Natrium- bzw. Kaliumtripolyphosphat), in Mengen von 5
bis 80 Gew.-%, vorzugsweise von 15 bis 75 Gew.-% und insbesondere von 20 bis 70 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das Gewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels.
[0073] Bevorzugt ist es insbesondere, Kaliumtripolyphosphat und Natriumtripolyphosphat in
einem Gewichtsverhältnis von mehr als 1:1, vorzugsweise mehr als 2:1, bevorzugt mehr
als 5:1, besonders bevorzugt mehr als 10:1 und insbesondere mehr als 20:1 einzusetzen.
Besonders bevorzugt ist es, ausschließlich Kaliumtripolyphosphat ohne Beimischungen
anderer Phosphate einzusetzen.
[0074] Weitere Gerüststoffe sind die Alkaliträger. Als Alkaliträger gelten beispielsweise
Alkalimetallhydroxide, Alkalimetallcarbonate, Alkalimetallhydrogencarbonate, Alkalimetallsesquicarbonate,
die genannten Alkalisilikate, Alkalimetasilikate, und Mischungen der vorgenannten
Stoffe, wobei im Sinne dieser Erfindung bevorzugt die Alkalicarbonate, insbesondere
Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat oder Natriumsesquicarbonat eingesetzt werden.
Besonders bevorzugt ist ein Buildersystem enthaltend eine Mischung aus Tripolyphosphat
und Natriumcarbonat. Ebenfalls besonders bevorzugt ist ein Buildersystem enthaltend
eine Mischung aus Tripolyphosphat und Natriumcarbonat und Natriumdisilikat. Aufgrund
ihrer im Vergleich mit anderen Buildersubstanzen geringen chemischen Kompatibilität
mit den übrigen Inhaltsstoffen von Wasch- oder Reinigungsmitteln, werden die Alkalimetallhydroxide
bevorzugt nur in geringen Mengen, vorzugsweise in Mengen unterhalb 10 Gew.-%, bevorzugt
unterhalb 6 Gew.-%, besonders bevorzugt unterhalb 4 Gew.-% und insbesondere unterhalb
2 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels,
eingesetzt. Besonders bevorzugt werden Mittel, welche bezogen auf ihr Gesamtgewicht
weniger als 0,5 Gew.-% und insbesondere keine Alkalimetallhydroxide enthalten.
[0075] Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Carbonat(en) und/oder Hydrogencarbonat(en),
vorzugsweise Alkalicarbonat(en), besonders bevorzugt Natriumcarbonat, in Mengen von
2 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise von 5 bis 40 Gew.-% und insbesondere von 7.5 bis 30
Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels. Besonders
bevorzugt werden Mittel, welche bezogen auf das Gewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels
(also das Gesamtgewicht des Kombinationsprodukts ohne Verpackung) weniger als 20 Gew.-%,
vorzugsweise weniger als 17 Gew.-%, bevorzugt weniger als 13 Gew.-% und insbesondere
weniger als 9 Gew.% Carbonat(e) und/oder Hydrogencarbonat(e), vorzugsweise Alkalicarbonate,
besonders bevorzugt Natriumcarbonat enthalten.
[0076] Als organische Cobuilder sind insbesondere Polycarboxylate / Polycarbonsäuren, polymere
Polycarboxylate, Asparaginsäure, Polyacetale, Dextrine, weitere organische Cobuilder
(siehe unten) sowie Phosphonate zu nennen. Diese Stoffklassen werden nachfolgend beschrieben.
[0077] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form ihrer Natriumsalze
einsetzbaren Polycarbonsäuren, wobei unter Polycarbonsäuren solche Carbonsäuren verstanden
werden, die mehr als eine Säurefunktion tragen. Beispielsweise sind dies Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure,
Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein derartiger
Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen aus diesen.
Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus diesen.
[0078] Auch die Säuren an sich können eingesetzt werden. Die Säuren besitzen neben ihrer
Builderwirkung typischerweise auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und dienen
somit auch zur Einstellung eines niedrigeren und milderen pH-Wertes von Wasch- oder
Reinigungsmitteln. Insbesondere sind hierbei Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure, Gluconsäure und beliebige Mischungen aus diesen zu nennen.
[0079] Als Gerüststoffe sind weiter polymere Polycarboxylate geeignet, dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise
solche mit einer relativen Molekülmasse von 500 bis 70000 g/mol.
[0080] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich im Sinne
dieser Schrift um gewichtsmittlere Molmassen M
w der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte
dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard, der aufgrund seiner strukturellen
Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische Molgewichtswerte liefert.
Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren
als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren gemessenen Molmassen
sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen Molmassen.
[0081] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 2000 bis 20000 g/mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 2000 bis
10000 g/mol, und besonders bevorzugt von 3000 bis 5000 g/mol, aufweisen, bevorzugt
sein.
[0082] Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Als besonders
geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen, die 50 bis
90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative Molekülmasse,
bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 2000 bis 70000 g/mol, vorzugsweise
20000 bis 50000 g/mol und insbesondere 30000 bis 40000 g/mol.
[0083] Die (co-)polymeren Polycarboxylate können entweder als Pulver oder als wäßrige Lösung
eingesetzt werden. Der Gehalt von Wasch- oder Reinigungsmitteln an (co-)polymeren
Polycarboxylaten beträgt vorzugsweise 0,5 bis 20 Gew.-%, insbesondere 3 bis 10 Gew.-%.
[0084] Zur Verbesserung der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren,
wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure, als Monomer
enthalten.
[0085] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die als Monomere Salze der
Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder
die als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zucker-Derivate
enthalten.
[0086] Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die als Monomere vorzugsweise Acrolein
und Acrylsäure/Acrylsäuresalze bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.
[0087] Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen polymere Aminodicarbonsäuren,
deren Salze oder deren Vorläufersubstanzen zu nennen. Besonders bevorzugt sind Polyasparaginsäuren
bzw. deren Salze.
[0088] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie
Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0089] Weitere geeignete organische Buildersubstanzen sind Dextrine, beispielsweise Oligomere
bzw. Polymere von Kohlenhydraten, die durch partielle Hydrolyse von Stärken erhalten
werden können. Die Hydrolyse kann nach üblichen, beispielsweise säure- oder enzymkatalysierten
Verfahren durchgeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich um Hydrolyseprodukte mit
mittleren Molmassen im Bereich von 400 bis 500000 g/mol. Dabei ist ein Polysaccharid
mit einem Dextrose-Äquivalent (DE) im Bereich von 0,5 bis 40, insbesondere von 2 bis
30 bevorzugt, wobei DE ein gebräuchliches Maß für die reduzierende Wirkung eines Polysaccharids
im Vergleich zu Dextrose, welche ein DE von 100 besitzt, ist. Brauchbar sind sowohl
Maltodextrine mit einem DE zwischen 3 und 20 und Trockenglucosesirupe mit einem DE
zwischen 20 und 37 als auch sogenannte Gelbdextrine und Weißdextrine mit höheren Molmassen
im Bereich von 2000 bis 30000 g/mol.
[0090] Bei den oxidierten Derivaten derartiger Dextrine handelt es sich um deren Umsetzungsprodukte
mit Oxidationsmitteln, welche in der Lage sind, mindestens eine Alkoholfunktion des
Saccharidrings zur Carbonsäurefunktion zu oxidieren.
[0091] Auch Oxydisuccinate und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat,
sind weitere geeignete Cobuilder. Dabei wird Ethylendiamin-N,N'-disuccinat (EDDS)
bevorzugt in Form seiner Natrium- oder Magnesiumsalze verwendet. Weiterhin bevorzugt
sind in diesem Zusammenhang auch Glycerindisuccinate und Glycerintrisuccinate. Geeignete
Einsatzmengen liegen in zeolithhaltigen und/oder silicathaltigen Formulierungen bei
3 bis 15 Gew.-%.
[0092] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte Hydroxycarbonsäuren
bzw. deren Salze, welche gegebenenfalls auch in Lactonform vorliegen können und welche
mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal zwei
Säuregruppen enthalten.
[0093] Eine weitere Substanzklasse mit Cobuildereigenschaften stellen die Phosphonate dar.
Dabei handelt es sich insbesondere um Hydroxyalkan- bzw. Aminoalkanphosphonate. Unter
den Hydroxyalkanphosphonaten ist das 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP) von besonderer
Bedeutung als Cobuilder. Es wird vorzugsweise als Natriumsalz eingesetzt, wobei das
Dinatriumsalz neutral und das Tetranatriumsalz alkalisch (pH 9) reagiert. Als Aminoalkanphosphonate
kommen vorzugsweise Ethylendiamintetramethylenphosphonat (EDTMP), Diethylentriaminpentamethylenphosphonat
(DTPMP) sowie deren höhere Homologe in Frage. Sie werden vorzugsweise in Form der
neutral reagierenden Natriumsalze, z. B. als Hexanatriumsalz der EDTMP bzw. als Hepta-
und Octa-Natriumsalz der DTPMP, eingesetzt. Als Builder wird dabei aus der Klasse
der Phosphonate bevorzugt HEDP verwendet. Die Aminoalkanphosphonate besitzen zudem
ein ausgeprägtes Schwermetallbindevermögen. Dementsprechend kann es, insbesondere
wenn die Mittel auch Bleiche enthalten, bevorzugt sein, Aminoalkanphosphonate, insbesondere
DTPMP, einzusetzen, oder Mischungen aus den genannten Phosphonaten zu verwenden.
[0094] Darüber hinaus können alle Verbindungen, die in der Lage sind, Komplexe mit Erdalkaliionen
auszubilden, als Gerüststoffe eingesetzt werden.
[0095] Erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel, welche 10 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise
15 bis 75 Gew.-%, besonders bevorzugt 20 bis 70 Gew.-% und insbesondere 25 bis 65
Gew.-% eines oder mehrerer wasserlöslicher Gerüststoffe enthalten, sind im Rahmen
der vorliegenden Anmeldung besonders bevorzugt.
Tenside
[0096] Zur Gruppe der Tenside werden neben den eingangs beschriebenen nichtionischen Tensiden
weiterhin die anionischen, kationischen und amphotern Tenside gezählt.
[0097] Als anionische Tenside werden beispielsweise solche vom Typ der Sulfonate und Sulfate
eingesetzt. Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen dabei vorzugsweise C
9-13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden. Ebenso sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren
(Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern-
oder Talgfettsäuren geeignet.
[0098] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester. Unter Fettsäureglycerinestern
sind die Mono-, Di- und Triester sowie deren Gemische zu verstehen, wie sie bei der
Herstellung durch Veresterung von einem Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder
bei der Umesterung von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden. Bevorzugte
sulfierte Fettsäureglycerinester sind dabei die Sulfierprodukte von gesättigten Fettsäuren
mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, beispielsweise der Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure,
Myristinsäure, Laurinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure oder Behensäure.
[0099] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-C
18-Fettalkohole, beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlängen bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind die C
12-C
16-Alkylsulfate und C
12-C
15-Alkylsulfate sowie C
14-C
15-Alkylsulfate bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche als Handelsprodukte der Shell
Oil Company unter dem Namen DAN
® erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0100] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet. Sie werden in Reinigungsmitteln aufgrund
ihres hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen
von 1 bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
[0101] Weitere geeignete Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure,
die auch als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und
die Monoester und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise
Fettalkoholen und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte
Sulfosuccinate enthalten C
8-18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
[0102] Als weitere anionische Tenside kommen insbesondere Seifen in Betracht. Geeignet sind
gesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Stearinsäure, hydrierte Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen
Fettsäuren, z.B. Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische.
[0103] Die anionischen Tenside einschließlich der Seifen können in Form ihrer Natrium-,
Kalium- oder Ammoniumsalze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-,
Di- oder Triethanolamin, vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in
Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze, insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
[0104] Sind die Aniontenside Bestandteil maschineller Geschirrspülmittel, so beträgt ihr
Gehalt, bezogen auf das Gesamtgewicht der Mittel vorzugsweise weniger als 4 Gew.-%,
bevorzugt weniger als 2 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt weniger als 1 Gew.-%.
Maschinelle Geschirrspülmittel, welche keine Aniontenside enthalten, werden insbesondere
bevorzugt.
[0105] An Stelle der genannten Tenside oder in Verbindung mit ihnen können auch kationische
und/oder amphotere Tenside eingesetzt werden.
[0106] Als kationische Aktivsubstanzen können beispielsweise kationische Verbindungen der
Formeln IX, X oder XI eingesetzt werden:

worin jede Gruppe R
1 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
1-6-Alkyl-, -Alkenyl- oder -Hydroxyalkylgruppen; jede Gruppe R
2 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
8-28-Alkyl- oder -Alkenylgruppen; R
3 = R
1 oder (CH
2)
n-T-R
2; R
4 = R
1 oder R
2 oder (CH
2)
n-T-R
2; T = -CH
2-, -O-CO- oder -CO-O- und n eine ganze Zahl von 0 bis 5 ist.
[0107] In maschinellen Geschirrspülmittel, beträgt der Gehalt an kationischen und/oder amphoteren
Tensiden vorzugsweise weniger als 6 Gew.-%, bevorzugt weniger als 4 Gew.-%, ganz besonders
bevorzugt weniger als 2 Gew.-% und insbesondere weniger als 1 Gew.-%. Maschinelle
Geschirrspülmittel, welche keine kationischen oder amphoteren Tenside enthalten, werden
besonders bevorzugt.
Polymere
[0108] Zur Gruppe der Polymere zählen insbesondere die wasch- oder reinigungsaktive Polymere,
beispielsweise die Klarspülpolymere und/oder als Enthärter wirksame Polymere. Generell
sind in Wasch- oder Reinigungsmitteln neben nichtionischen Polymeren auch kationische,
anionische und amphoter Polymere einsetzbar.
[0109] Als Enthärter wirksame Polymere sind beispielsweise die Sulfonsäuregruppen-haltigen
Polymere, welche mit besonderem Vorzug eingesetzt werden.
[0110] Besonders bevorzugt als Sulfonsäuregruppen-haltige Polymere einsetzbar sind Copolymere
aus ungesättigten Carbonsäuren, Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren und gegebenenfalls
weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren.
[0111] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind ungesättigte Carbonsäuren der Formel XII
als Monomer bevorzugt,
R
1(R
2)C=C(R
3)COOH (XII),
[0112] in der R
1 bis R
3 unabhängig voneinander für-H, -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit-NH
2, -OH oder-COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für-COOH oder-COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist.
[0113] Unter den ungesättigten Carbonsäuren, die sich durch die Formel XII beschreiben lassen,
sind insbesondere Acrylsäure (R
1 = R
2 = R
3 = H), Methacrylsäure (R
1 = R
2 = H; R
3 = CH
3) und/oder Maleinsäure (R
1 = COOH; R
2 = R
3 = H) bevorzugt.
[0114] Bei den Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren sind solche der Formel XIII bevorzugt,
R
5(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H (XIII),
in der R
5 bis R
7 unabhängig voneinander für -H -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder-COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für -COOH oder -COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist, und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
2CH
3)-.
[0115] Unter diesen Monomeren bevorzugt sind solche der Formeln Xllla, XIIIb und/oder XIIIc,
H
2C=CH-X-SO
3H (XIIIa),
H
2C=C(CH
3)-X-SO
3H (XIIIb),
HO
3S-X-(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H (XIIIc),
in denen R
6 und R
7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2CH
3, -CH(CH
3)
2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
2CH
3)-.
[0116] Besonders bevorzugte Sulfonsäuregruppen-haltige Monomere sind dabei 1-Acrylamido-1-propansulfonsäure
(X = -C(O)NH-CH(CH
2CH
3) in Formel Xla), 2-Acrylamido-2-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-C(CH
3)
2 in Formel Xllla), 2-Acrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-CH(CH
3)CH
2- in Formel XIIIa), 2-Methacrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-CH(CH
3)CH
2- in Formel Xlllb), 3-Methacrylamido-2-hydroxy-propansulfonsäure (X = -C(O)NH-CH
2CH(OH)CH
2- in Formel Xlllb), Allylsulfonsäure (X = CH
2 in Formel XIIIa), Methallylsulfonsäure (X = CH
2 in Formel Xlllb), Allyloxybenzolsulfonsäure (X = -CH
2-O-C
6H
4- in Formel Xllla), Methallyloxybenzolsulfonsäure (X = -CH
2-O-C
6H
4- in Formel XIIIb), 2-Hydroxy-3-(2-propenyloxy)propansulfonsäure, 2-Methyl-2-propen1-sulfonsäure
(X = CH
2 in Formel Xlllb), Styrolsulfonsäure (X = C
6H
4 in Formel XIIIa), Vinylsulfonsäure (X nicht vorhanden in Formel XIIIa), 3-Sulfopropylacrylat
(X = -C(O)NH-CH
2CH
2CH
2- in Formel Xllla), 3-Sulfopropylmethacrylat (X = -C(O)NH-CH
2CH
2CH
2- in Formel XIIIb), Sulfomethacrylamid (X = -C(O)NH- in Formel Xlllb), Sulfomethylmethacrylamid
(X = -C(O)NH-CH
2- in Formel Xlllb) sowie wasserlösliche Salze der genannten Säuren.
[0117] Als weitere ionische oder nichtionogene Monomere kommen insbesondere ethylenisch
ungesättigte Verbindungen in Betracht. Vorzugsweise beträgt der Gehalt der erfindungsgemäß
eingesetzten Polymere an Monomeren der Gruppe iii) weniger als 20 Gew.-%, bezogen
auf das Polymer. Besonders bevorzugt zu verwendende Polymere bestehen lediglich aus
Monomeren der Gruppen i) und ii).
[0118] Zusammenfassend sind Copolymere aus
- i) ungesättigten Carbonsäuren der Formel XII.
R1(R2)C=C(R3)COOH (XII),
in der R1 bis R3 unabhängig voneinander für -H, -CH3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für -COOH oder -COOR4 steht, wobei R4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist,
- ii) Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren der Formel XIII
R5(R6)C=C(R7)-X-SO3H (XIII),
in der R5 bis R7 unabhängig voneinander für -H -CH3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH2, -OH oder-COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für -COOH oder -COOR4 steht, wobei R4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist, und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH2)n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH2)k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH3)2- und -C(O)-NH-CH(CH2CH3)-
- iii) gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren
besonders bevorzugt.
[0119] Weitere besonders bevorzugte Copolymere bestehen aus
- i) einer oder mehrerer ungesättigter Carbonsäuren aus der Gruppe Acrylsäure, Methacrylsäure
und/oder Maleinsäure
- ii) einem oder mehreren Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren der Formeln XIIIa, XIIIb
und/oder Xlllc:
H2C=CH-X-SO3H (XIIIa),
H2C=C(CH3)-X-SO3H (XIIIb),
HO3S-X-(R6)C=C(R7)-X-SO3H (XIIIc),
in der R6 und R7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH3, -CH2CH3, -CH2CH2CH3, -CH(CH3)2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH2)n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH2)k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH3)2- und -C(O)-NH-CH(CH2CH3)-
- iii) gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren.
[0120] Die Copolymere können die Monomere aus den Gruppen i) und ii) sowie gegebenenfalls
iii) in variierenden Mengen enthalten, wobei sämtliche Vertreter aus der Gruppe i)
mit sämtlichen Vertretern aus der Gruppe ii) und sämtlichen Vertretern aus der Gruppe
iii) kombiniert werden können. Besonders bevorzugte Polymere weisen bestimmte Struktureinheiten
auf, die nachfolgend beschrieben werden.
[0121] So sind beispielsweise Copolymere bevorzugt, die Struktureinheiten der Formel XIV
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (XIV),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0122] Diese Polymere werden durch Copolymerisation von Acrylsäure mit einem Sulfonsäuregruppen-haltigen
Acrylsäurederivat hergestellt. Copolymerisiert man das Sulfonsäuregruppen-haltige
Acrylsäurederivat mit Methacrylsäure, gelangt man zu einem anderen Polymer, dessen
Einsatz ebenfalls bevorzugt ist. Die entsprechenden Copolymere enthalten die Struktureinheiten
der Formel XV
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (XV),
in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000 sowie Y
für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0123] Völlig analog lassen sich Acrylsäure und/oder Methacrylsäure auch mit Sulfonsäuregruppen-haltigen
Methacrylsäurederivaten copolymerisieren, wodurch die Struktureinheiten im Molekül
verändert werden. So sind Copolymere, welche Struktureinheiten der Formel XVI
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (XVI),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, ebenso bevorzugt wie Copolymere, der Struktureinheiten der Formel XVII
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (XVII),
in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000 sowie Y
für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht.
[0124] Anstelle von Acrylsäure und/oder Methacrylsäure bzw. in Ergänzung hierzu kann auch
Maleinsäure als besonders bevorzugtes Monomer aus der Gruppe i) eingesetzt werden.
Man gelangt auf diese Weise zu erfindungsgemäß bevorzugten Copolymeren, die Struktureinheiten
der Formel XVIII
-[HOOCCH-CHCOOH]
m[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (XVIII),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind und zu erfindungsgemäß bevorzugten Copolymeren, die Struktureinheiten
der Formel XIX
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)O-Y-SO
3H]
p- (XIX),
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0125] Zusammenfassend sind erfindungsgemäß solche Copolymere bevorzugt, die Struktureinheiten
der Formeln XIV und/oder XV und/oder XVI und/oder XVII und/oder XVIII und/oder XIX
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (XIV),
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (XV),
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (XVI),
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p- (XVII),
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p- (XVIII),
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)O-Y-SO
3H]
p- (XIX),
enthalten, in denen m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und
2000 sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder
unsubstituierten aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0126] In den Polymeren können die Sulfonsäuregruppen ganz oder teilweise in neutralisierter
Form vorliegen, d.h. dass das acide Wasserstoffatom der Sulfonsäuregruppe in einigen
oder allen Sulfonsäuregruppen gegen Metallionen, vorzugsweise Alkalimetallionen und
insbesondere gegen Natriumionen, ausgetauscht sein kann. Der Einsatz von teil- oder
volineutralisierten sulfonsäuregruppenhaltigen Copolymeren ist erfindungsgemäß bevorzugt.
[0127] Die Monomerenverteilung der erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzten Copolymeren beträgt
bei Copolymeren, die nur Monomere aus den Gruppen i) und ii) enthalten, vorzugsweise
jeweils 5 bis 95 Gew.-% i) bzw. ii), besonders bevorzugt 50 bis 90 Gew.-% Monomer
aus der Gruppe i) und 10 bis 50 Gew.-% Monomer aus der Gruppe ii), jeweils bezogen
auf das Polymer.
[0128] Bei Terpolymeren sind solche besonders bevorzugt, die 20 bis 85 Gew.-% Monomer aus
der Gruppe i), 10 bis 60 Gew.-% Monomer aus der Gruppe ii) sowie 5 bis 30 Gew.-% Monomer
aus der Gruppe iii) enthalten.
[0129] Die Molmasse der erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzten Sulfo-Copolymere kann variiert
werden, um die Eigenschaften der Polymere dem gewünschten Verwendungszweck anzupassen.
Bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittelzusammensetzungen sind dadurch gekennzeichnet,
dass die Copolymere Molmassen von 2000 bis 200.000 gmol
-1, vorzugsweise von 4000 bis 25.000 gmol
-1 und insbesondere von 5000 bis 15.000 gmol
-1 aufweisen.
Bleichaktivatoren
[0130] Bleichaktivatoren werden beispielsweise in Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzt,
um beim Reinigen bei Temperaturen von 60 °C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung
zu erreichen. Als Bleichaktivatoren können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen
aliphatische Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2
bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt
werden. Geeignet sind Substanzen, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl
und/oder gegebenenfalls substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach
acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte
Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT),
acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide, insbesondere
N-Nonanoylsuccinimid (NOSI), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder
Isononanoyloxybenzolsulfonat (n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride, insbesondere
Phthalsäureanhydrid, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin, Ethylenglykoldiacetat
und 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran. Weitere im Rahmen der vorliegenden Anmeldung bevorzugt
eingesetzte Bleichaktivatoren sind Verbindungen aus der Gruppe der kationischen Nitrile,
insbesondere kationische Nitrile der Formel

in der R
1 für -H, -CH
3, einen C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest, einen substituierten C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest mit mindestens einem Substituenten aus der Gruppe -Cl, -Br,
-OH, -NH
2, -CN, einen Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer C
1-24-Alkylgruppe, oder für einen substituierten Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer
C
1-24-Alkylgruppe und mindestens einem weiteren Substituenten am aromatischen Ring steht,
R
2 und R
3 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
2-CN, -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, -CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, -CH
2-CH(OH)-CH
3, -CH(OH)-CH
2-CH
3, -(CH
2CH
2-O)
nH mit n = 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 und X ein Anion ist.
[0131] Besonders bevorzugt ist ein kationisches Nitril der Formel

in der R
4, R
5 und R
6 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, wobei R
4 zusätzlich auch -H sein kann und X ein Anion ist, wobei vorzugsweise R
5 = R
6 = -CH
3 und insbesondere R
4 = R
5 = R
6 = -CH
3 gilt und Verbindungen der Formeln (CH
3)
3N
(+)CH
2-CN X
-, (CH
3CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
-, (CH
3CH
2CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
-, (CH
3CH(CH
3))
3N
(+)CH
2-CN X
-, oder (HO-CH
2-CH
2)
3N
(+)CH
2-CN X
- besonders bevorzugt sind, wobei aus der Gruppe dieser Substanzen wiederum das kationische
Nitril der Formel (CH
3)
3N
(+)CH
2-CN X
-, in welcher X
- für ein Anion steht, das aus der Gruppe Chlorid, Bromid, Iodid, Hydrogensulfat, Methosulfat,
p-Toluolsulfonat (Tosylat) oder Xylolsulfonat ausgewählt ist, besonders bevorzugt
wird.
[0132] Als Bleichaktivatoren können weiterhin Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen
aliphatische Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2
bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt
werden. Geeignet sind Substanzen, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl
und/oder gegebenenfalls substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach
acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte
Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT),
acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide, insbesondere
N-Nonanoylsuccinimid (NOSI), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder
Isononanoyloxybenzolsulfonat (n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride, insbesondere
Phthalsäureanhydrid, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin, Ethylenglykoldiacetat,
2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran, n-Methyl-Morpholinium-Acetonitril-Methylsulfat (MMA)
sowie acetyliertes Sorbitol und Mannitol beziehungsweise deren Mischungen (SORMAN),
acylierte Zuckerderivate, insbesondere Pentaacetylglukose (PAG), Pentaacetylfruktose,
Tetraacetylxylose und Octaacetyllactose sowie acetyliertes, gegebenenfalls N-alkyliertes
Glucamin und Gluconolacton, und/oder N-acylierte Lactame, beispielsweise N-Benzoylcaprolactam.
Hydrophil substituierte Acylacetale und Acyllactame werden ebenfalls bevorzugt eingesetzt.
Auch Kombinationen konventioneller Bleichaktivatoren können eingesetzt werden.
[0133] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
sogenannte Bleichkatalysatoren eingesetzt werden. Bei diesen Stoffen handelt es sich
um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze bzw. Übergangsmetallkomplexe wie beispielsweise
Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Salenkomplexe oder -carbonylkomplexe. Auch Mn-, Fe-, Co-,
Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit N-haltigen Tripod-Liganden sowie Co-, Fe-, Cu-
und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren verwendbar.
[0134] Sofern neben den Nitrilquats weitere Bleichaktivatoren eingesetzt werden sollen,
werden bevorzugt Bleichaktivatoren aus der Gruppe der mehrfach acylierte Alkylendiamine,
insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), N-Acylimide, insbesondere N-Nonanoylsuccinimid
(NOSI), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat
(n- bzw. iso-NOBS), n-Methyl-Morpholinium-Acetonitril-Methylsulfat (MMA), vorzugsweise
in Mengen bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,1 Gew.-% bis 8 Gew.-%, besonders 2 bis 8 Gew.-%
und besonders bevorzugt 2 bis 6 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der
bleichaktivatorhaltigen Mittel, eingesetzt.
[0135] Bleichverstärkende Übergangsmetallkomplexe, insbesondere mit den Zentralatomen Mn,
Fe, Co, Cu, Mo, V, Ti und/oder Ru, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe der Mangan
und/oder Cobaltsalze und/oder -komplexe, besonders bevorzugt der Cobalt(ammin)-Komplexe,
der Cobalt(acetat)-Komplexe, der Cobalt(Carbonyl)-Komplexe, der Chloride des Cobalts
oder Mangans, des Mangansulfats werden in üblichen Mengen, vorzugsweise in einer Menge
bis zu 5 Gew.-%, insbesondere von 0,0025 Gew.-% bis 1 Gew.-% und besonders bevorzugt
von 0,01 Gew.-% bis 0,25 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der bleichaktivatorhaltigen
Mittel, eingesetzt. Aber in speziellen Fällen kann auch mehr Bleichaktivator eingesetzt
werden.
Glaskorrosionsinhibitoren
[0136] Glaskorrosionsinhibitoren verhindern das Auftreten von Trübungen, Schlieren und Kratzern,
aber auch das Irisieren der Glasoberfläche von maschinell gereinigten Gläsern. Bevorzugte
Glaskorrosionsinhibitoren stammen aus der Gruppe der Magnesium- und/oder Zinksalze
und/oder Magnesium- und/oder Zinkkomplexe.
[0137] Eine bevorzugte Klasse von Verbindungen, die zur Verhinderung der Glaskorrosion eingesetzt
werden können, sind unlösliche Zinksalze.
[0138] Unlösliche Zinksalze im Sinne dieser bevorzugten Ausführungsform sind Zinksalze,
die eine Löslichkeit von maximal 10 Gramm Zinksalz pro Liter Wasser bei 20°C besitzen.
Beispiele für erfindungsgemäß besonders bevorzugte unlösliche Zinksalze sind Zinksilikat,
Zinkcarbonat, Zinkoxid, basisches Zinkcarbonat (Zn
2(OH)
2CO
3), Zinkhydroxid, Zinkoxalat, Zinkmonophosphat (Zn
3(PO
4)
2), und Zinkpyrophosphat (Zn
2(P
2O
7)).
[0139] Die genannten Zinkverbindungen werden vorzugsweise in Mengen eingesetzt, die einen
Gehalt der Mittel an Zinkionen zwischen 0,02 und 10 Gew.-%, vorzugsweise zwischen
0,1 und 5,0 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,2 und 1,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf
das gesamte glaskorrosionsinhibitorhaltige Mittel, bewirken. Der exakte Gehalt der
Mittel am Zinksalz bzw. den Zinksalzen ist naturgemäß abhängig von der Art der Zinksalze
- je weniger löslich das eingesetzte Zinksalz ist, umso höher sollte dessen Konzentration
in den·Mitteln sein.
[0140] Da die unlöslichen Zinksalze während des Geschirreinigungsvorgangs größtenteils unverändert
bleiben, ist die Partikelgröße der Salze ein zu beachtendes Kriterium, damit die Salze
nicht auf Glaswaren oder Maschinenteilen anhaften. Hier sind Mittel bevorzugt, bei
denen die unlöslichen Zinksalze eine Partikelgröße unterhalb 1,7 Millimeter aufweisen.
[0141] Wenn die maximale Partikelgröße der unlöslichen Zinksalze unterhalb 1,7 mm liegt,
sind unlösliche Rückstände in der Geschirrspülmaschine nicht zu befürchten. Vorzugsweise
hat das unlösliche Zinksalz eine mittlere Partikelgröße, die deutlich unterhalb dieses
Wertes liegt, um die Gefahr unlöslicher Rückstände weiter zu minimieren, beispielsweise
eine mittlere Partikelgröße kleiner 250 µm. Dies gilt wiederum umso mehr, je weniger
das Zinksalz löslich ist. Zudem steigt die glaskorrosionsinhibierende Effektivität
mit sinkender Partikelgröße. Bei sehr schlecht löslichen Zinksalzen liegt die mittlere
Partikelgröße vorzugsweise unterhalb von 100 µm. Für noch schlechter lösliche Salze
kann sie noch niedriger liegen; beispielsweise sind für das sehr schlecht lösliche
Zinkoxid mittlere Partikelgrößen unterhalb von 100 µm bevorzugt.
[0142] Eine weitere bevorzugte Klasse von Verbindungen sind Magnesium- und/oder Zinksalz(e)
mindestens einer monomeren und/oder polymeren organischen Säure. Diese bewirken, daß
auch bei wiederholter Benutzung die Oberflächen gläsernen Spülguts nicht korrosiv
verändert, insbesondere keine Trübungen, Schlieren oder Kratzer aber auch kein Irisieren
der Glasoberflächen verursacht werden.
[0143] Obwohl alle Magnesium- und/oder Zinksalz(e) monomerer und/oder polymerer organischer
Säuren eingesetzt werden können, werden doch, wie vorstehend beschrieben, die Magnesium-
und/oder Zinksalze monomerer und/oder polymerer organischer Säuren aus den Gruppen
der unverzweigten gesättigten oder ungesättigten Monocarbonsäuren, der verzweigten
gesättigten oder ungesättigten Monocarbonsäuren, der gesättigten und ungesättigten
Dicarbonsäuren, der aromatischen Mono-, Di- und Tricarbonsäuren, der Zuckersäuren,
der Hydroxysäuren, der Oxosäuren, der Aminosäuren und/oder der polymeren Carbonsäuren
bevorzugt.
[0144] Das Spektrum der erfindungsgemäß bevorzugten Zinksalze organischer Säuren, vorzugsweise
organischer Carbonsäuren, reicht von Salzen, die in Wasser schwer oder nicht löslich
sind, also eine Löslichkeit unterhalb 100 mg/L, vorzugsweise unterhalb 10 mg/L, insbesondere
keine Löslichkeit aufweisen, bis zu solchen Salzen, die in Wasser eine Löslichkeit
oberhalb 100 mg/L, vorzugsweise oberhalb 500 mg/L, besonders bevorzugt oberhalb 1
g/L und insbesondere oberhalb 5 g/L aufweisen (alle Löslichkeiten bei 20°C Wassertemperatur).
Zu der ersten Gruppe von Zinksalzen gehören beispielsweise das Zinkcitrat, das Zinkoleat
und das Zinkstearat, zu der Gruppe der löslichen Zinksalze gehören beispielsweise
das Zinkformiat, das Zinkacetat, das Zinklactat und das Zinkgluconat.
[0145] Mit besonderem Vorzug wird als Glaskorrosionsinhibitor mindestens ein Zinksalz einer
organischen Carbonsäure, besonders bevorzugt ein Zinksalz aus der Gruppe Zinkstearat,
Zinkoleat, Zinkgluconat, Zinkacetat, Zinklactat und/oder Zinkcitrat eingesetzt. Auch
Zinkricinoleat, Zinkabietat und Zinkoxalat sind bevorzugt.
[0146] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung beträgt der Gehalt von Reinigungsmitteln an
Zinksalz vorzugsweise zwischen 0,1 bis 5 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,2 bis 4 Gew.-%
und insbesondere zwischen 0,4 bis 3 Gew.-%, bzw. der Gehalt an Zink in oxidierter
Form (berechnet als Zn
2+) zwischen 0,01 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,02 bis 0,5 Gew.-% und insbesondere
zwischen 0,04 bis 0,2 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des glaskorrosionsinhibitorhaltigen
Mittels.
Korrosionsinhibitoren
[0147] Korrosionsinhibitoren dienen dem Schutze des Spülgutes oder der Maschine, wobei im
Bereich des maschinellen Geschirrspülens besonders Silberschutzmittel eine besondere
Bedeutung haben. Einsetzbar sind die bekannten Substanzen des Standes der Technik.
Allgemein können vor allem Silberschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe der Triazole,
der Benzotriazole, der Bisbenzotriazole, der Aminotriazole, der Alkylaminotriazole
und der Übergangsmetallsalze oder-komplexe eingesetzt werden. Besonders bevorzugt
zu verwenden sind Benzotriazol und/oder Alkylaminotriazol. Als Beispiele der erfindungsgemäß
bevorzugt einzusetzenden 3-Amino-5-alkyl-1,2,4-triazole können genannt werden: 5,-
-Propyl-, -Butyl-, -Pentyl-, -Heptyl-, -Octyl-, -Nonyl-, -Decyl-, -Undecyl-, -Dodecyl-,
-Isononyl-, -Versatic-10-säurealkyl-, -Phenyl-, -p-Tolyl-, -(4-tert. Butylphenyl)-,
-(4-Methoxyphenyl)-, -(2-, -3-, -4-Pyridyl)-, -(2-Thienyl)-, -(5-Methyl-2-furyl)-,
-(5-Oxo-2-pyrrolidinyl)-, -3-amino-1,2,4-triazol. In Geschirrspülmitteln werden die
Alkyl-amino-1,2,4-triazole bzw. ihre physiologisch verträglichen Salze in einer Konzentration
von 0,001 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,0025 bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,01
bis 0,04 Gew.-% eingesetzt. Bevorzugte Säuren für die Salzbildung sind Salzsäure,
Schwefelsäure, Phosphorsäure, Kohlensäure, schweflige Säure, organische Carbonsäuren
wie Essig-, Glykol-, Citronen-, Bernsteinsäure. Ganz besonders wirksam sind 5-Pentyl-,
5-Heptyl-, 5-Nonyl-, 5-Undecyl-, 5-Isononyl-, 5-Versatic-10-säurealkyl-3-amino-1,2,4-triazole
sowie Mischungen dieser Substanzen.
[0148] Man findet in Reinigerformulierungen darüber hinaus häufig aktivchlorhaltige Mittel,
die das Korrodieren der Silberoberfläche deutlich vermindern können. In chlorfreien
Reinigern werden besonders sauerstoff- und stickstoffhaltige organische redoxaktive
Verbindungen eingesetzt, wie zwei- und dreiwertige Phenole, z. B. Hydrochinon, Brenzkatechin,
Hydroxyhydrochinon, Gallussäure, Phloroglucin, Pyrogallol bzw. Derivate dieser Verbindungsklassen.
Auch salz- und komplexartige anorganische Verbindungen, wie Salze der Metalle Mn,
Ti, Zr, Hf, V, Co und Ce finden häufig Verwendung. Bevorzugt sind hierbei die Übergangsmetallsalze,
die ausgewählt sind aus der Gruppe der Mangan und/oder Cobaltsalze und/oder -komplexe,
besonders bevorzugt der Cobalt(ammin)-Komplexe, der Cobalt(acetat)-Komplexe, der Cobalt-(Carbonyl)-Komplexe,
der Chloride des Cobalts oder Mangans und des Mangansulfats. Ebenfalls können Zinkverbindungen
zur Verhinderung der Korrosion am Spülgut eingesetzt werden.
[0149] Anstelle von oder zusätzlich zu den vorstehend beschriebenen Silberschutzmitteln,
beispielsweise den Benzotriazolen, können redoxaktive Substanzen eingesetzt werden.
Diese Substanzen sind vorzugsweise anorganische redoxaktive Substanzen aus der Gruppe
der Mangan-, Titan-, Zirkonium-, Hafnium-, Vanadium-, Cobalt- und Cer-Salze und/oder
-Komplexe enthält, wobei die Metalle vorzugsweise in einer der Oxidationsstufen II,
III, IV, V oder VI vorliegen.
[0150] Die verwendeten Metallsalze bzw. Metallkomplexe sollen zumindest teilweise in Wasser
löslich sein. Die zur Salzbildung geeigneten Gegenionen umfassen alle üblichen ein-,
zwei-, oder dreifach negativ geladenen anorganischen Anionen, z. B. Oxid, Sulfat,
Nitrat, Fluorid, aber auch organische Anionen wie z. B. Stearat.
[0151] Metallkomplexe im Sinne der Erfindung sind Verbindungen, die aus einem Zentralatom
und einem oder mehreren Liganden sowie gegebenenfalls zusätzlich einem oder mehreren
der o.g. Anionen bestehen. Das Zentralatom ist eines der o.g. Metalle in einer der
o.g. Oxidationsstufen. Die Liganden sind neutrale Moleküle oder Anionen, die ein-
oder mehrzähnig sind; der Begriff "Liganden" im Sinne der Erfindung ist z.B. in "
Römpp Chemie Lexikon, Georg Thieme Verlag Stuttgart/New York, 9. Auflage, 1990, Seite
2507" näher erläutert. Ergänzen sich in einem Metallkomplex die Ladung des Zentralatoms
und die Ladung des/der Liganden nicht auf Null, so sorgt, je nachdem, ob ein kationischer
oder ein anionischer Ladungsüberschuß vorliegt, entweder eines oder mehrere der o.g.
Anionen oder ein oder mehrere Kationen, z. B. Natrium-, Kalium-, Ammoniumionen, für
den Ladungsausgleich. Geeignete Komplexbildner sind z.B. Citrat, Acetylacetonat oder
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat.
[0153] Besonders bevorzugte Metallsalze und/oder Metallkomplexe sind ausgewählt aus der
Gruppe MnSO
4, Mn(II)-citrat, Mn(II)-stearat, Mn(II)-acetylacetonat, Mn(II)-[1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat],
V
2O
5, V
2O
4, VO
2, TiOSO
4, K
2TiF
6, K
2ZrF
6, CoSO
4, Co(NO
3)
2, Ce(NO
3)
3 sowie deren Gemische., so dass bevorzugte erfindungsgemäße maschinelle Geschirrspülmittel
dadurch gekennzeichnet sind, dass die Metallsalze und/oder Metallkomplexe ausgewählt
sind aus der Gruppe MnSO
4, Mn(II)-citrat, Mn(II)-stearat, Mn(II)-acetylacetonat, Mn(II)-[1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat],
V
2O
51 V
2O
4, VO
2, TiOSO
4, K
2TiF
6, K
2ZrF
6, CoSO
4, Co(NO
3)
2, Ce(NO
3)
3.
[0154] Bei diesen Metallsalzen bzw. Metallkomplexen handelt es sich im allgemeinen um handelsübliche
Substanzen, die zum Zwecke des Silberkorrosions-Schutzes ohne vorherige Reinigung
in den erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden können. So ist z.B. das aus der
SO
3-Herstellung (Kontaktverfahren) bekannte Gemisch aus fünf- und vierwertigem Vanadium
(V
2O
5, VO
2, V
2O
4) geeignet, ebenso wie das durch Verdünnen einer Ti(SO
4)
2-Lösung entstehende Titanylsulfat, TiOSO
4. Die anorganischen redoxaktiven Substanzen, insbesondere Metallsalze bzw. Metallkomplexe
sind vorzugsweise gecoatet, d.h. vollständig mit einem wasserdichten, bei den Reinigungstemperaturen
aber leichtlöslichen Material überzogen, um ihre vorzeitige Zersetzung oder Oxidation
bei der Lagerung zu verhindern. Bevorzugte Coatingmaterialien, die nach bekannten
Verfahren, etwa Schmelzcoatingverfahren nach Sandwik aus der Lebensmittelindustrie,
aufgebracht werden, sind Paraffine, Mikrowachse, Wachse natürlichen Ursprungs wie
Carnaubawachs, Candellilawachs, Bienenwachs, höherschmelzende Alkohole wie beispielsweise
Hexadecanol, Seifen oder Fettsäuren. Dabei wird das bei Raumtemperatur feste Coatingmaterial
in geschmolzenem Zustand auf das zu coatende Material aufgebracht, z.B. indem feinteiliges
zu coatendes Material in kontinuierlichem Strom durch eine ebenfalls kontinuierlich
erzeugte Sprühnebelzone des geschmolzenen Coatingmaterials geschleudert wird. Der
Schmelzpunkt muss so gewählt sein, dass sich das Coatingmaterial während der Silberbehandlung
leicht löst bzw. schnell aufschmilzt. Der Schmelzpunkt sollte idealerweise im Bereich
zwischen 45°C und 65°C und bevorzugt im Bereich 50°C bis 60°C liegen.
[0155] Die genannten Metallsalze und/oder Metallkomplexe sind in Reinigungsmitteln, vorzugsweise
in einer Menge von 0,05 bis 6 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 2,5 Gew.-%, jeweils bezogen
auf das gesamte korrosionsinhibitorhaltige Mittel enthalten.
Enzyme
[0156] Zur Steigerung der Wasch-, beziehungsweise Reinigungsleistung von Wasch- oder Reinigungsmitteln
sind Enzyme einsetzbar. Hierzu gehören insbesondere Proteasen, Amylasen, Lipasen,
Hemicellulasen, Cellulasen oder Oxidoreduktasen, sowie vorzugsweise deren Gemische.
Diese Enzyme sind im Prinzip natürlichen Ursprungs; ausgehend von den natürlichen
Molekülen stehen für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Varianten
zur Verfügung, die entsprechend bevorzugt eingesetzt werden. Erfindungsgemäße Mittel
enthalten Enzyme vorzugsweise in Gesamtmengen von 1 x 10
-6 bis 5 Gewichts-Prozent bezogen auf aktives Protein. Die Proteinkonzentration kann
mit Hilfe bekannter Methoden, zum Beispiel dem BCA-Verfahren oder dem Biuret-Verfahren
bestimmt werden.
[0157] Unter den Proteasen sind solche vom Subtilisin-Typ bevorzugt. Beispiele hierfür sind
die Subtilisine BPN' und Carlsberg, die Protease PB92, die Subtilisine 147 und 309,
die Alkalische Protease aus
Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren
Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7.
Subtilisin Carlsberg ist in weiterentwickelter Form unter dem Handelsnamen Alcalase
® von der Firma Novozymes A/S, Bagsværd, Dänemark, erhältlich. Die Subtilisine 147
und 309 werden unter den Handelsnamen Esperase
®, beziehungsweise Savinase
® von der Firma Novozymes vertrieben. Von der Protease aus
Bacillus lentus DSM 5483 leiten sich die unter der Bezeichnung BLAP
® geführten Varianten ab. Weitere brauchbare Proteasen sind beispielsweise die unter
den Handelsnamen Durazym
®, Relase
®, Everlase
®, Nafizym, Natalase
®, Kannase
® und Ovozymes
® von der Firma Novozymes, die unter den Handelsnamen, Purafect
®, Purafect
®OxP und Properase
® von der Firma Genencor, das unter dem Handelsnamen Protosol
® von der Firma Advanced Biochemicals Ltd., Thane, Indien, das unter dem Handelsnamen
Wuxi
® von der Firma Wuxi Snyder Bioproducts Ltd., China, die unter den Handelsnamen Proleather
® und Protease P
® von der Firma Amano Pharmaceuticals Ltd., Nagoya, Japan, und das unter der Bezeichnung
Proteinase K-16 von der Firma Kao Corp., Tokyo, Japan, erhältlichen Enzyme.
[0158] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Amylasen sind die α-Amylasen aus
Bacillus licheniformis, aus
B. amyloliquefaciens oder aus
B. stearothermophilus sowie deren für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Weiterentwicklungen.
Das Enzym aus
B. licheniformis ist von der Firma Novozymes unter dem Namen Termamyl
® und von der Firma Genencor unter dem Namen Purastar
®ST erhältlich. Weiterentwicklungsprodukte dieser α-Amylase sind von der Firma Novozymes
unter den Handelsnamen Duramyl
® und Termamyl
®ultra, von der Firma Genencor unter dem Namen Purastar
®OxAm und von der Firma Daiwa Seiko Inc., Tokyo, Japan, als Keistase
® erhältlich. Die α-Amylase von
B. amyloliquefaciens wird von der Firma Novozymes unter dem Namen BAN
® vertrieben, und abgeleitete Varianten von der α-Amylase aus
B. stearothermophilus unter den Namen BSG
® und Novamyl
®, ebenfalls von der Firma Novozymes.
[0159] Desweiteren sind für diesen Zweck die α-Amylase aus
Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase (CGTase) aus
B. agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben.
[0160] Darüber hinaus sind die unter den Handelsnamen Fungamyl
® von der Firma Novozymes erhältlichen Weiterentwicklungen der α-Amylase aus
Aspergillus niger und
A. oryzae geeignet. Ein weiteres Handelsprodukt ist beispielsweise die Amylase-LT
®.
[0161] Erfindungsgemäß einsetzbar sind weiterhin Lipasen oder Cutinasen, insbesondere wegen
ihrer Triglycerid-spaltenden Aktivitäten, aber auch, um aus geeigneten Vorstufen
in situ Persäuren zu erzeugen. Hierzu gehören beispielsweise die ursprünglich aus
Humicola lanuginosa (
Thermomyces lanuginosus) erhältlichen, beziehungsweise weiterentwickelten Lipasen, insbesondere solche mit
dem Aminosäureaustausch D96L. Sie werden beispielsweise von der Firma Novozymes unter
den Handelsnamen Lipolase
®, Lipolase
®Ultra, LipoPrime
®, Lipozyme
® und Lipex
® vertrieben. Desweiteren sind beispielsweise die Cutinasen einsetzbar, die ursprünglich
aus
Fusarium solani pisi und
Humicola insolens isoliert worden sind. Ebenso brauchbare Lipasen sind von der Firma Amano unter den
Bezeichnungen Lipase CE
®, Lipase P
®, Lipase B
®, beziehungsweise Lipase CES
®, Lipase AKG
®, Bacillis sp. Lipase
®, Lipase AP
®, Lipase M-AP
® und Lipase AML
® erhältlich. Von der Firma Genencor sind beispielsweise die Lipasen, beziehungsweise
Cutinasen einsetzbar, deren Ausgangsenzyme ursprünglich aus
Pseudomonas mendocina und
Fusarium solanii isoliert worden sind. Als weitere wichtige Handelsprodukte sind die ursprünglich
von der Firma Gist-Brocades vertriebenen Präparationen M1 Lipase
® und Lipomax
® und die von der Firma Meito Sangyo KK, Japan, unter den Namen Lipase MY-30
®, Lipase OF
® und Lipase PL
® vertriebenen Enzyme zu erwähnen, ferner das Produkt Lumafast
® von der Firma Genencor.
[0162] Weiterhin können Enzyme eingesetzt werden, die unter dem Begriff Hemicellulasen zusammengefaßt
werden. Hierzu gehören beispielsweise Mannanasen, Xanthanlyasen, Pektinlyasen (=Pektinasen),
Pektinesterasen, Pektatlyasen, Xyloglucanasen (=Xylanasen), Pullulanasen und β-Glucanasen.
Geeignete Mannanasen sind beispielsweise unter den Namen Gamanase
® und Pektinex AR
® von der Firma Novozymes, unter dem Namen Rohapec
® B1L von der Firma AB Enzymes und unter dem Namen Pyrolase
® von der Firma Diversa Corp., San Diego, CA, USA erhältlich. Die aus B.
subtilis gewonnene β-Glucanase ist unter dem Namen Cereflo
® von der Firma Novozymes erhältlich.
[0163] Zur Erhöhung der bleichenden Wirkung können erfindungsgemäß Oxidoreduktasen, beispielsweise
Oxidasen, Oxygenasen, Katalasen, Peroxidasen, wie Halo-, Chloro-, Bromo-, Lignin-,
Glucose- oder Mangan-peroxidasen, Dioxygenasen oder Laccasen (Phenoloxidasen, Polyphenoloxidasen)
eingesetzt werden. Als geeignete Handelsprodukte sind Denilite
® 1 und 2 der Firma Novozymes zu nennen. Vorteilhafterweise werden zusätzlich vorzugsweise
organische, besonders bevorzugt aromatische, mit den Enzymen wechselwirkende Verbindungen
zugegeben, um die Aktivität der betreffenden Oxidoreduktasen zu verstärken (Enhancer)
oder um bei stark unterschiedlichen Redoxpotentialen zwischen den oxidierenden Enzymen
und den Anschmutzungen den Elektronenfluß zu gewährleisten (Mediatoren).
[0164] Die Enzyme stammen beispielsweise entweder ursprünglich aus Mikroorganismen, etwa
der Gattungen
Bacillus, Streptomyces, Humicola, oder
Pseudomonas, und/oder werden nach an sich bekannten biotechnologischen Verfahren durch geeignete
Mikroorganismen produziert, etwa durch transgene Expressionswirte der Gattungen
Bacillus oder filamentöse Fungi.
[0165] Die Aufreinigung der betreffenden Enzyme erfolgt vorzugsweise über an sich etablierte
Verfahren, beispielsweise über Ausfällung, Sedimentation, Konzentrierung, Filtration
der flüssigen Phasen, Mikrofiltration, Ultrafiltration, Einwirken von Chemikalien,
Desodorierung oder geeignete Kombinationen dieser Schritte.
[0166] Die Enzyme können in jeder nach dem Stand der Technik etablierten Form eingesetzt
werden. Hierzu gehören beispielsweise die durch Granulation, Extrusion oder Lyophilisierung
erhaltenen festen Präparationen oder, insbesondere bei flüssigen oder gelförmigen
Mitteln, Lösungen der Enzyme, vorteilhafterweise möglichst konzentriert, wasserarm
und/oder mit Stabilisatoren versetzt.
[0167] Alternativ können die Enzyme sowohl für die feste als auch für die flüssige Darreichungsform
verkapselt werden, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Extrusion der Enzymlösung
zusammen mit einem, vorzugsweise natürlichen Polymer oder in Form von Kapseln, beispielsweise
solchen, bei denen die Enzyme wie in einem erstarrten Gel eingeschlossen sind oder
in solchen vom Kern-Schale-Typ, bei dem ein enzymhaltiger Kern mit einer Wasser-,
Luft- und/oder Chemikalien-undurchlässigen Schutzschicht überzogen ist. In aufgelagerten
Schichten können zusätzlich weitere Wirkstoffe, beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren,
Pigmente, Bleich- oder Farbstoffe aufgebracht werden. Derartige Kapseln werden nach
an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch Schüttel- oder Rollgranulation oder
in Fluid-bed-Prozessen aufgebracht. Vorteilhafterweise sind derartige Granulate, beispielsweise
durch Aufbringen polymerer Filmbildner, staubarm und aufgrund der Beschichtung lagerstabil.
[0168] Weiterhin ist es möglich, zwei oder mehrere Enzyme zusammen zu konfektionieren, so
daß ein einzelnes Granulat mehrere Enzymaktivitäten aufweist.
[0169] Ein Protein und/oder Enzym kann besonders während der Lagerung gegen Schädigungen
wie beispielsweise Inaktivierung, Denaturierung oder Zerfall etwa durch physikalische
Einflüsse, Oxidation oder proteolytische Spaltung geschützt werden. Bei mikrobieller
Gewinnung der Proteine und/oder Enzyme ist eine Inhibierung der Proteolyse besonders
bevorzugt, insbesondere wenn auch die Mittel Proteasen enthalten. Erfindungsgemäße
Mittel können zu diesem Zweck Stabilisatoren enthalten; die Bereitstellung derartiger
Mittel stellt eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar.
[0170] Eine Gruppe von Stabilisatoren sind reversible Proteaseinhibitoren. Häufig werden
Benzamidin-Hydrochlorid, Borax, Borsäuren, Boronsäuren oder deren Salze oder Ester
verwendet, darunter vor allem Derivate mit aromatischen Gruppen, etwa ortho-substituierte,
meta-substituierte und para-substituierte Phenylboronsäuren, beziehungsweise deren
Salze oder Ester. Als peptidische Proteaseinhibitoren sind unter anderem Ovomucoid
und Leupeptin zu erwähnen; eine zusätzliche Option ist die Bildung von Fusionsproteinen
aus Proteasen und Peptid-Inhibitoren.
[0171] Weitere Enzymstabilisatoren sind Aminoalkohole wie Mono-, Di-, Triethanol- und -Propanolamin
und deren Mischungen, aliphatische Carbonsäuren bis zu C
12, wie Bernsteinsäure, andere Dicarbonsäuren oder Salze der genannten Säuren. Auch
endgruppenverschlossene Fettsäureamidalkoxylate sind geeignet. Bestimmte als Builder
eingesetzte organische Säuren vermögen zusätzlich ein enthaltenes Enzym zu stabilisieren.
[0172] Niedere aliphatische Alkohole, vor allem aber Polyole, wie beispielsweise Glycerin,
Ethylenglykol, Propylenglykol oder Sorbit sind weitere häufig eingesetzte Enzymstabilisatoren.
Ebenso werden Calciumsalze verwendet, wie beispielsweise Calciumacetat oder Calcium-Formiat,
und Magnesiumsalze.
[0173] Polyamid-Oligomere oder polymere Verbindungen wie Lignin, wasserlösliche Vinyl-Copolymere
oder Cellulose-Ether, Acryl-Polymere und/oder Polyamide stabilisieren die Enzym-Präparation
unter anderem gegenüber physikalischen Einflüssen oder pH-Wert-Schwankungen. Polyamin-N-Oxid-enthaltende
Polymere wirken als Enzymstabilisatoren. Andere polymere Stabilisatoren sind die linearen
C
8-C
18 Polyoxyalkylene. Alkylpolyglycoside können die enzymatischen Komponenten des erfindungsgemäßen
Mittels stabilisieren und sogar in ihrer Leistung steigern. Vernetzte N-haltige Verbindungen
wirken ebenfalls als Enzym-Stabilisatoren.
[0174] Reduktionsmittel und Antioxidantien erhöhen die Stabilität der Enzyme gegenüber oxidativem
Zerfall. Ein schwefelhaltiges Reduktionsmittel ist beispielsweise Natrium-Sulfit.
[0175] Bevorzugt werden Kombinatonen von Stabilisatoren verwendet, beispielsweise aus Polyolen,
Borsäure und/oder Borax, die Kombination von Borsäure oder Borat, reduzierenden Salzen
und Bernsteinsäure oder anderen Dicarbonsäuren oder die Kombination von Borsäure oder
Borat mit Polyolen oder Polyaminoverbindungen und mit reduzierenden Salzen. Die Wirkung
von Peptid-Aldehyd-Stabilisatoren wird durch die Kombination mit Borsäure und/oder
Borsäurederivaten und Polyolen gesteigert und durch die zusätzliche Verwendung von
zweiwertigen Kationen, wie zum Beispiel Calcium-Ionen weiter verstärkt.
[0176] Bevorzugt werden ein oder mehrere Enzyme und/oder Enzymzubereitungen, vorzugsweise
feste Protease-Zubereitungen und/oder Amylase-Zubereitungen, in Mengen von 0,1 bis
5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,2 bis 4,5 und insbesondere von 0,4 bis 4 Gew.-%, jeweils
bezogen auf das gesamte enzymhaltige Mittel, eingesetzt.
Desintegrationshilfsmittel
[0177] Um den Zerfall vorgefertigter Formkörper zu erleichtern, ist es möglich, Desintegrationshilfsmittel,
sogenannte Tablettensprengmittel, in diese Mittel einzuarbeiten, um die Zerfallszeiten
zu verkürzen. Unter Tablettensprengmitteln bzw. Zerfallsbeschleunigern werden gemäß
Römpp (9. Auflage, Bd. 6, S. 4440) und
Voigt "Lehrbuch der pharmazeutischen Technologie" (6. Auflage, 1987, S. 182-184) Hilfsstoffe verstanden, die für den raschen Zerfall von Tabletten in Wasser oder
Magensaft und für die Freisetzung der Pharmaka in resorbierbarer Form sorgen.
[0178] Diese Stoffe, die auch aufgrund ihrer Wirkung als "Spreng"mittel bezeichnet werden,
vergrößern bei Wasserzutritt ihr Volumen, wobei einerseits das Eigenvolumen vergrößert
(Quellung), andererseits auch über die Freisetzung von Gasen ein Druck erzeugt werden
kann, der die Tablette in kleinere Partikel zerfallen lässt. Altbekannte Desintegrationshilfsmittel
sind beispielsweise Carbonat/Citronensäure-Systeme, wobei auch andere organische Säuren
eingesetzt werden können. Quellende Desintegrationshilfsmittel sind beispielsweise
synthetische Polymere wie Polyvinylpyrrolidon (PVP) oder natürliche Polymere bzw.
modifizierte Naturstoffe wie Cellulose und Stärke und ihre Derivate, Alginate oder
Casein-Derivate.
[0179] Bevorzugt werden Desintegrationshilfsmittel in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise
3 bis 7 Gew.-% und insbesondere 4 bis 6 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht
des desintegrationshilfsmittelhaltigen Mittels, eingesetzt.
[0180] Als bevorzugte Desintegrationsmittel werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung
Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis eingesetzt, so dass bevorzugte Wasch- und
Reinigungsmittelzusammensetzungen ein solches Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis
in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 7 Gew.-% und insbesondere 4 bis
6 Gew.-% enthalten. Reine Cellulose weist die formale Bruttozusammensetzung (C
6H
10O
5)
n auf und stellt formal betrachtet ein β-1,4-Polyacetal von Cellobiose dar, die ihrerseits
aus zwei Molekülen Glucose aufgebaut ist. Geeignete Cellulosen bestehen dabei aus
ca. 500 bis 5000 Glucose-Einheiten und haben demzufolge durchschnittliche Molmassen
von 50.000 bis 500.000. Als Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis verwendbar sind
im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch Cellulose-Derivate, die durch polymeranaloge
Reaktionen aus Cellulose erhältlich sind. Solche chemisch modifizierten Cellulosen
umfassen dabei beispielsweise Produkte aus Veresterungen bzw. Veretherungen, in denen
Hydroxy-Wasserstoffatome substituiert wurden. Aber auch Cellulosen, in denen die Hydroxy-Gruppen
gegen funktionelle Gruppen, die nicht über ein Sauerstoffatom gebunden sind, ersetzt
wurden, lassen sich als Cellulose-Derivate einsetzen. In die Gruppe der Cellulose-Derivate
fallen beispielsweise Alkalicellulosen, Carboxymethylcellulose (CMC), Celluloseester
und -ether sowie Aminocellulosen. Die genannten Cellulosederivate werden vorzugsweise
nicht allein als Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis eingesetzt, sondern in Mischung
mit Cellulose verwendet. Der Gehalt dieser Mischungen an Cellulosederivaten beträgt
vorzugsweise unterhalb 50 Gew.-%, besonders bevorzugt unterhalb 20 Gew.-%, bezogen
auf das Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis. Besonders bevorzugt wird als Desintegrationsmittel
auf Cellulosebasis reine Cellulose eingesetzt, die frei von Cellulosederivaten ist.
[0181] Die als Desintegrationshilfsmittel eingesetzte Cellulose wird vorzugsweise nicht
in feinteiliger Form eingesetzt, sondern vor dem Zumischen zu den zu verpressenden
Vorgemischen in eine gröbere Form überführt, beispielsweise granuliert oder kompaktiert.
Die Teilchengrößen solcher Desintegrationsmittel liegen zumeist oberhalb 200 µm, vorzugsweise
zu mindestens 90 Gew.-% zwischen 300 und 1600 µm und insbesondere zu mindestens 90
Gew.-% zwischen 400 und 1200 µm. Die vorstehend genannten und in den zitierten Schriften
näher beschriebenen gröberen Desintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis sind im
Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt als Desintegrationshilfsmittel einzusetzen
und im Handel beispielsweise unter der Bezeichnung Arbocel
® TF-30-HG von der Firma Rettenmaier erhältlich.
[0182] Als weiteres Desintegrationsmittel auf Cellulosebasis oder als Bestandteil dieser
Komponente kann mikrokristalline Cellulose eingesetzt werden. Diese mikrokristalline
Cellulose wird durch partielle Hydrolyse von Cellulosen unter solchen Bedingungen
erhalten, die nur die amorphen Bereiche (ca. 30% der Gesamt-Cellulosemasse) der Cellulosen
angreifen und vollständig auflösen, die kristallinen Bereiche (ca. 70%) aber unbeschadet
lassen. Eine nachfolgende Desaggregation der durch die Hydrolyse entstehenden mikrofeinen
Cellulosen liefert die mikrokristallinen Cellulosen, die Primärteilchengrößen von
ca. 5 µm aufweisen und beispielsweise zu Granulaten mit einer mittleren Teilchengröße
von 200 µm kompaktierbar sind.
[0183] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Desintegrationshilfsmittel, vorzugsweise
ein Desintegrationshilfsmittel auf Cellulosebasis, vorzugsweise in granularer, cogranulierter
oder kompaktierter Form, sind in den desintegrationsmittelhaltigen Mitteln in Mengen
von 0,5 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise von 3 bis 7 Gew.-% und insbesondere von 4 bis
6 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des desintegrationsmittelhaltigen
Mittels, enthalten.
[0184] Erfindungsgemäß bevorzugt können darüber hinaus weiterhin gasentwickelnde Brausesysteme
als Tablettendesintegrationshilfsmittel eingesetzt werden. Das gasentwickelnde Brausesystem
kann aus einer einzigen Substanz bestehen, die bei Kontakt mit Wasser ein Gas freisetzt.
Unter diesen Verbindungen ist insbesondere das Magnesiumperoxid zu nennen, das bei
Kontakt mit Wasser Sauerstoff freisetzt. Üblicherweise besteht das gasfreisetzende
Sprudelsystem jedoch seinerseits aus mindestens zwei Bestandteilen, die miteinander
unter Gasbildung reagieren. Während hier eine Vielzahl von Systemen denk- und ausführbar
ist, die beispielsweise Stickstoff, Sauerstoff oder Wasserstoff freisetzen, wird sich
das in den erfindungsgemäßen Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen eingesetzte
Sprudelsystem sowohl anhand ökonomischer als auch anhand ökologischer Gesichtspunkte
auswählen lassen. Bevorzugte Brausesysteme bestehen aus Alkalimetallcarbonat und/oder
-hydrogencarbonat sowie einem Acidifizierungsmittel, das geeignet ist, aus den Alkalimetallsalzen
in wäßrige Lösung Kohlendioxid freizusetzen.
[0185] Bei den Alkalimetallcarbonaten bzw. -hydrogencarbonaten sind die Natrium- und Kaliumsalze
aus Kostengründen gegenüber den anderen Salzen deutlich bevorzugt. Selbstverständlich
müssen nicht die betreffenden reinen Alkalimetallcarbonate bzw. -hydrogencarbonate
eingesetzt werden; vielmehr können Gemische unterschiedlicher Carbonate und Hydrogencarbonate
bevorzugt sein.
[0186] Bevorzugt werden als Brausesystem 2 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 15 Gew.-% und
insbesondere 5 bis 10 Gew.-% eines Alkalimetallcarbonats oder -hydrogencarbonats sowie
1 bis 15, vorzugsweise 2 bis 12 und insbesondere 3 bis 10 Gew.-% eines Acidifizierungsmittels,
jeweils bezogen das Gesamtgewicht des Mittels, eingesetzt.
[0187] Als Acidifizierungsmittel, die aus den Alkalisalzen in wäßriger Lösung Kohlendioxid
freisetzen, sind beispielsweise Borsäure sowie Alkalimetallhydrogensulfate, Alkalimetalldihydrogenphosphate
und andere anorganische Salze einsetzbar. Bevorzugt werden allerdings organische Acidifizierungsmittel
verwendet, wobei die Citronensäure ein besonders bevorzugtes Acidifizierungsmittel
ist. Einsetzbar sind aber auch insbesondere die anderen festen Mono-, Oligo- und Polycarbonsäuren.
Aus dieser Gruppe wiederum bevorzugt sind Weinsäure, Bernsteinsäure, Malonsäure, Adipinsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Oxalsäure sowie Polyacrylsäure. Organische Sulfonsäuren wie
Amidosulfonsäure sind ebenfalls einsetzbar. Kommerziell erhältlich und als Acidifizierungsmittel
im Rahmen der vorliegenden Erfindung ebenfalls bevorzugt einsetzbar ist Sokalan
® DCS (Warenzeichen der BASF), ein Gemisch aus Bernsteinsäure (max. 31 Gew.-%), Glutarsäure
(max. 50 Gew.-%) und Adipinsäure (max. 33 Gew.-%).
[0188] Bevorzugt sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung Acidifizierungsmittel im Brausesystem
aus der Gruppe der organischen Di-, Tri- und Oligocarbonsäuren bzw. Gemische.
Duftstoffe
[0189] Als Parfümöle bzw. Duftstoffe können einzelne Riechstoffverbindungen, z.B. die synthetischen
Produkte vom Typ der Ester, Ether, Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe
eingesetzt werden. Riechstoffverbindungen vom Typ der Ester sind z.B. Benzylacetat,
Phenoxyethylisobutyrat, p-tert.-Butylcyclohexylacetat, Linalylacetat, Dimethylbenzylcarbinylacetat,
Phenylethylacetat, Linalylbenzoat, Benzylformiat, Ethylmethylphenylglycinat, Allylcyclohexylpropionat,
Styrallylpropionat und Benzylsalicylat. Zu den Ethern zählen beispielsweise Benzylethylether,
zu den Aldehyden z.B. die linearen Alkanale mit 8-18 C-Atomen, Citral, Citronellal,
Citronellyloxyacetaldehyd, Cyclamenaldehyd, Hydroxycitronellal, Lilial und Bourgeonal,
zu den Ketonen z.B. die Jonone, α-Isomethylionon und Methylcedrylketon, zu den Alkoholen
Anethol, Citronellol, Eugenol, Geraniol, Linalool, Phenylethylalkohol und Terpineol,
zu den Kohlenwasserstoffen gehören hauptsächlich die Terpene wie Limonen und Pinen.
Bevorzugt werden jedoch Mischungen verschiedener Riechstoffe verwendet, die gemeinsam
eine ansprechende Duftnote erzeugen. Solche Parfümöle können auch natürliche Riechstoffgemische
enthalten, wie sie aus pflanzlichen Quellen zugänglich sind, z.B. Pine-, Citrus-,
Jasmin-, Patchouly-, Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl. Ebenfalls geeignet sind Muskateller,
Salbeiöl, Kamillenöl, Nelkenöl, Melissenöl, Minzöl, Zimtblätteröl, Lindenblütenöl,
Wacholderbeeröl, Vetiveröl, Olibanumöl, Galbanumöl und Labdanumöl sowie Orangenblütenöl,
Neroliol, Orangenschalenöl und Sandelholzöl.
[0190] Die Duftstoffe können direkt verarbeitet werden, es kann aber auch vorteilhaft sein,
die Duftstoffe auf Träger aufzubringen, die durch eine langsamere Duftfreisetzung
für langanhaltenden Duft sorgen. Als solche Trägermaterialien haben sich beispielsweise
Cyclodextrine bewährt, wobei die Cyclodextrin-Parfüm-Komplexe zusätzlich noch mit
weiteren Hilfsstoffen beschichtet werden können.
Farbstoffe
[0191] Bevorzugte Farbstoffe, deren Auswahl dem Fachmann keinerlei Schwierigkeit bereitet,
besitzen eine hohe Lagerstabilität und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen
der Mittel und gegen Licht sowie keine ausgeprägte Substantivität gegenüber den mit
den farbstoffhaltigen Mitteln zu behandelnden Substraten wie beispielsweise Glas,
Keramik oder Kunststoffgeschirr, um diese nicht anzufärben.