Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einheit zum Bevorraten eines Fluids,
auf eine Aufnahmevorrichtung zum Aufnehmen der Einheit zum Bevorraten des Fluids,
auf ein System zum Bereitstellen des Fluids, auf ein Verfahren zum Herstellen der
Einheit sowie auf ein Verfahren zum Bereitstellen des Fluids.
[0002] In modernen Analyseverfahren werden zunehmend kleine Einheiten für die Laboranalyse
verwendet, die als Kartusche mit Komponenten eines Einweg-Labors aufgebaut ist. Die
für eine Analyse benötigten Reagenzien sind hierbei in dieser Kartusche vorzuhalten.
Die
DE 10 2009 045 685 A1 beschreibt in diesem Zusammenhang einen mikrofluidischen Chip, der eine dehnbare
Membran aufweist, welche unter Volumenverdrängung in ein Flüssigkeitsreservoir hinein
dehnbar ist, um eine Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsreservoir durch einen Flüssigkeitskanalzugang
in einen Flüssigkeitskanal des mikrofluidischen Chips zu bewegen.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Vor diesem Hintergrund wird mit der vorliegenden Erfindung eine Einheit zum Bevorraten
eines Fluids, eine Aufnahmevorrichtung zum Aufnehmen der Einheit zum Bevorraten des
Fluids, ein System zum Bereitstellen des Fluids, ein Verfahren zum Herstellen der
Einheit sowie ein Verfahren zum Bereitstellen des Fluids gemäß den Hauptansprüchen
vorgestellt. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung.
[0004] Kunststoffe können je nach Art permeabel für bestimmte Substanzen sein, während sie
undurchlässig für andere Substanzen sind. Wenn verschiedene Substanzen in einer Analyseeinheit
aus Kunststoff mit mehreren unmittelbar benachbarten Kammern gelagert werden, können
leicht flüchtige Substanzen durch den Kunststoff diffundieren und sich verflüchtigen
oder andere, in benachbarten Kammern gelagerte Substanzen verunreinigen.
[0005] Um die Verunreinigung durch eindiffundierende Substanzen bei Reagenzien und Hilfsstoffen
innerhalb einer Analyseeinheit eines biochemischen Analyseverfahrens auszuschließen,
können die Reagenzien und Hilfsstoffe vorportioniert in diffusionsdichten Behältnissen
gelagert werden und diese Behältnisse können erst unmittelbar vor dem Gebrauch automatisiert
geöffnet werden und die Reagenzien und Hilfsstoffe in einen Analysebereich umgelagert
werden. Im Analysebereich verbleiben die Reagenzien und Hilfsstoffe nur für die Dauer
des Analyseverfahrens. Anschließend kann die ganze Analyseeinheit entsorgt werden.
Insbesondere können leicht flüchtige Reagenzien und Hilfsstoffe in diffusionsdichten
Behältnissen gelagert werden. Die diffusionsdichten Behältnisse können diffusionsdichte
Einheiten mit einem diffusionsdichten Verschluss sein, die ansprechend auf einen Umlagerungsbefehl
geöffnet werden, sodass die Reagenzien und Hilfsstoffe in den Analysebereich fließen
können. Die Einheiten können innerhalb einer Aufnahmevorrichtung gelagert werden.
[0006] Es wird eine Einheit zum Bevorraten eines Fluids, insbesondere einer Reagenz oder
eines Hilfsstoffs für ein biochemisches Analyseverfahren vorgestellt, wobei die Einheit
die folgenden Merkmale aufweist:
einen Grundkörper mit einem Durchgangskanal in dem das Fluid angeordnet ist, wobei
der Grundkörper undurchlässig für das Fluid und/oder Bestandteile des Fluids ist und
dazu ausgebildet ist, fluiddicht mit einer Aufnahmevorrichtung einer biochemischen
Analyseeinheit verbunden zu werden, wobei der Durchgangskanal von einem ersten Ende
zu einem zweiten Ende verläuft;
einen Kolben, der in dem Durchgangskanal axial beweglich gelagert ist, wobei der Kolben
gegenüber dem Grundkörper fluiddicht abgedichtet ausgeführt ist und/oder der Kolben
undurchlässig für das Fluid und Bestandteile des Fluids ist und von dem ersten Ende
des Durchgangskanals zugänglich ist; und
einen Verschluss, der an dem zweiten Ende des Durchgangskanals angeordnet ist, wobei
der Verschluss undurchlässig für das Fluid und/oder Bestandteile des Fluids ist und
fluiddicht mit dem Grundkörper verbunden ist, wobei der Verschluss dazu ausgebildet
ist, zu bersten, wenn ein Druck in dem Fluid größer als ein Berstdruck ist.
[0007] Weiterhin wird eine Aufnahmevorrichtung zum Aufnehmen einer Einheit zum Bevorraten
eines Fluids gemäß dem hier vorgestellten Ansatz vorgestellt, wobei die Aufnahmevorrichtung
das folgende Merkmal aufweist:
eine Aufnahmeöffnung zum Aufnehmen des Grundkörpers, wobei die Aufnahmeöffnung ein
als ein Durchgangskanal von einer Außenseite der Aufnahmevorrichtung zu einer Innenseite
der Aufnahmevorrichtung ausgebildet ist, wobei die Aufnahmeöffnung dazu ausgebildet
ist, an einer Außenfläche des Grundkörpers fluiddicht abzudichten, wenn der Grundkörper
in der Aufnahmeöffnung angeordnet ist.
[0008] Ferner wird ein System zum Bereitstellen eines Fluids für eine biochemische Analyseeinheit
vorgestellt, die die folgenden Merkmale aufweist:
eine Aufnahmevorrichtung gemäß dem hier vorgestellten Ansatz, wobei die Innenseite
fluidisch mit der Analyseeinheit verbunden ist; und
eine Einheit zum Bevorraten eines Fluids gemäß dem hier vorgestellten Ansatz, wobei
der Grundkörper in der Aufnahmeöffnung angeordnet ist und die Außenfläche des Grundkörpers
gegen die Aufnahmeöffnung fluiddicht abgedichtet ist, wobei der Grundkörper unlösbar
mit der Aufnahmevorrichtung verbunden oder verbindbar ist und der Verschluss auf der
Innenseite angeordnet oder anordenbar ist.
[0009] Es wird ein Verfahren zum Herstellen einer Einheit zum Bereitstellen eines Fluids
vorgestellt, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
Bereitstellen eines Grundkörpers mit einem Durchgangskanal und eines Kolbens, der
in dem Durchgangskanal axial beweglich gelagert ist, wobei in dem Durchgangskanal
das Fluid anordenbar ist und der Grundkörper undurchlässig für das Fluid und Bestandteile
des Fluids ist und dazu ausgebildet ist, fluiddicht mit einer Aufnahmevorrichtung
einer biochemischen Analyseeinheit verbunden zu werden, wobei der Durchgangskanal
von einem ersten Ende zu einem zweiten Ende verläuft, wobei der Kolben gegenüber dem
Grundkörper fluiddicht abgedichtet ausgeführt ist und der Kolben undurchlässig für
das Fluid und/oder Bestandteile des Fluids ist und von dem ersten Ende des Durchgangskanals
zugänglich ist;
Füllen zumindest eines Teils des Durchgangskanals mit dem Fluid von dem zweiten Ende
aus; und
Anordnen eines Verschlusses an dem zweiten Ende des Durchgangskanals, wobei der Verschluss
undurchlässig für das Fluid und/oder Bestandteile des Fluids ist und fluiddicht mit
dem Grundkörper verbunden wird, wobei der Verschluss dazu ausgebildet ist, zu bersten,
wenn ein Druck in dem Fluid größer als ein Berstdruck ist, um die Einheit zum Bereitstellen
des Fluids herzustellen.
[0010] Weiterhin wird ein Verfahren zum Bereitstellen eines Fluids für eine biochemische
Analyseeinheit vorgestellt, das die folgenden Schritte aufweist:
Bereitstellen eines Systems zum Bereitstellen gemäß dem hier vorgestellten Ansatz;
und
Bewegen des Kolbens von dem ersten Ende in den Durchgangskanal hinein, bis der Druck
im Fluid größer ist, als der Berstdruck, um das Fluid am zweiten Ende des Durchgangskanals,
auf der Innenseite bereitzustellen.
[0011] Ein Grundkörper kann beispielsweise ein Hohlzylinder sein. Ein Durchgangskanal kann
eine Bohrung oder allgemein eine Öffnung in dem Grundkörper sein. Der Durchgangskanal
kann geradlinig mit im Wesentlichen unverändertem Querschnitt durch den Grundkörper
führen. Der Durchgangskanal kann einen unregelmäßigen Querschnitt aufweisen. Ebenso
kann der Grundkörper eine prismatische Form aufweisen. Dabei kann der Durchgangskanal
als Querschnitt ein verkleinertes Abbild eines Querschnitts des Grundkörpers aufweisen.
Der Durchgangskanal kann auch unabhängig von dem Querschnitt des Grundkörpers geformt
sein. Beispielsweise kann der des Grundkörpers außen einem Polygon entsprechen, während
das Durchgangskanal zylindrisch ausgeführt ist. Dadurch kann beispielsweise die Einheit
über den Querschnitt des Grundkörpers gekennzeichnet sein und ein Einstecken des Grundkörpers
in die falsche Aufnahmevorrichtung verhindert werden. Im Inneren der Einheit kann
ein zur Verwendung in unterschiedlich ausgeformten Grundkörpern standardisierter Kolben
angeordnet sein, um Gleichteile in mehreren verschiedenen Einheiten verwenden zu können.
Der Kolben kann eine Dichtung zum Abdichten an dem Grundkörper aufweisen. Der Kolben
kann entlang des Durchgangskanals beweglich sein. Eine Querschnittsfläche des Durchgangskanals
kann von Einheit zu Einheit verschieden sein, je nach dem, was für ein Fluid in dem
Durchgangskanal angeordnet ist. Die Querschnittsfläche kann abhängig von einer benötigten
Menge des Fluids in dem biochemischen Analyseverfahren sein. Die Menge des Fluids
kann auch über eine Hublänge des Kolbens in dem Durchgangskanal bestimmt werden. Ein
Verschluss kann ein Deckel sein. Der Verschluss kann auch eine Kappe bzw. eine Klappe
sein. Der Grundkörper, der Kolben und der Verschluss können aus dem gleichen Material
ausgeführt sin. Der Grundkörper, der Kolben und der Verschluss können auch aus verschiedenen
Materialien angefertigt sein. Beim Bersten kann beispielsweise eine Verbindungsstelle
zwischen dem Verschluss und dem Grundkörper platzen. Ebenso kann der Verschluss selber
platzen. Der Druck kann ansteigen, wenn der Kolben in den Durchgangskanal in Richtung
des Verschlusses gedrückt wird. Eine Aufnahmevorrichtung kann eine Schnittstelle sein,
um eine Einheit aufzunehmen. Das Fluid kann auch in mehrere Kammern innerhalb des
Durchgangskanals abgefüllt werden. Dann können mehrere verschiedene Spezies in einem
einzelnen Durchgangskanal gelagert werden und gemeinsam von dem Kolben ausgepresst
werden. Beim Auspressen können die Spezies gemischt werden.
[0012] Der Verschluss kann als diffusionsdichte Folie ausgeführt sein, die mit dem Grundkörper
verschweißt ist. Alternativ oder ergänzend kann der Verschluss eine Sollbruchstelle
aufweisen. Beispielsweise kann die Folie ein Laminat aus verschiedenen Kunststoffsorten
und/oder Metallfolie sein. Zum Verschließen kann zumindest eine Lage der Folie mit
dem Grundkörper verschmolzen werden. Eine Sollbruchstelle kann eine vorbestimmte Schwachstelle
des Verschlusses sein, die beispielsweise aufgrund von Kerbwirkung zuerst versagt,
wenn der Druck größer als der Berstdruck ist.
[0013] Der Verschluss kann dazu ausgebildet sein, sich zu schließen, wenn der Druck im Fluid
um einen Toleranzdruck geringer als der Berstdruck ist. Der Verschluss kann sich erneut
fluiddicht verschließen, wenn der Kolben in einer Position stehen bleibt, beispielsweise
weil nur eine Teilmenge des Fluids bei der biochemischen Analyse gebraucht wird. Beispielsweise
kann der Verschluss dazu Rückstellkräfte aufbringen, die den Verschluss erneut verschließen.
[0014] Eine Länge des Kolbens kann größer oder gleich einer Länge des Durchgangskanals sein.
Alternativ oder ergänzend können der Kolben und der Durchgangskanal eine Presspassung
bilden. Wenn der Kolben länger oder gleich lang wie der Grundkörper ist, kann der
Kolben ohne Hilfsmittel über die gesamte Länge des Durchgangskanals gedrückt werden.
Eine Presspassung kann eine Übermaßpassung sein. Wenn der Kolben einen geringfügig
größeren Querschnitt aufweist, als der Durchgangskanal, dann kann der Koben am Grundkörper
abdichten, ohne dass eine weitere Dichtung erforderlich ist.
[0015] Der Kolben kann auf einer dem ersten Ende zugewandten Seite eine Betätigungsfläche
aufweisen, die quer zu einer Bewegungsrichtung des Kolbens ausgerichtet ist. Alternativ
oder ergänzend kann der Kolben einen Tiefenanschlag aufweisen, der dazu ausgebildet
ist, eine Eindringtiefe des Kolbens in dem Durchgangskanal zu begrenzen. Unter einer
Betätigungsfläche kann beispielsweise eine Aufnahme für einen Stempel zum Betätigen
des Kolbens verstanden werden. Ebenso kann die Betätigungsfläche eine größere Fläche
zum Betätigen des Kolbens bereitstellen, als der Kolben Querschnittsfläche aufweist.
Dadurch kann der Kolben einfacher niedergedrückt werden. Beispielsweise kann der Kolben
an einem aus dem Grundkörper ragenden Ende eine Verdickung aufweisen. Ein Tiefenanschlag
kann eine Funktionsfläche am Kolben sein, die an einer anderen Funktionsfläche anschlägt,
wenn der Kolben seine maximal geplante Eindringtiefe erreicht. Die andere Funktionsfläche
kann am Grundkörper angeordnet sein. Die andere Funktionsfläche kann auch an der Aufnahmevorrichtung
angeordnet sein.
[0016] Der Grundkörper kann zumindest eine Verriegelungseinrichtung zum unlösbaren Verbinden
des Grundkörpers mit der Aufnahmevorrichtung aufweisen. Alternativ oder ergänzend
kann der Grundkörper zumindest eine Anschlagfläche aufweisen, um eine Einstecktiefe
des Grundkörpers in die Aufnahmevorrichtung zu begrenzen. Alternativ oder ergänzend
kann der Grundkörper zumindest eine Handhabungsfläche zum Handhaben der Einheit durch
ein Handhabungssystem aufweisen. Eine Verriegelungseinrichtung kann beispielsweise
eine Rastnase sein. Die Verriegelungseinrichtung kann in eingerastetem Zustand nicht
mehr manuell oder mittels eines Instrumentes erreichbar, d. h. verborgen sein, sodass
der Grundkörper nicht mehr aus der Aufnahmevorrichtung entfernt werden kann. Der Grundkörper
kann auch eine Eingriffsfläche für eine Verriegelungseinrichtung der Aufnahmevorrichtung
aufweisen. Aufnahmevorrichtung und Grundkörper können ineinander eingreifen. Eine
Anschlagfläche kann an einer weiteren Anschlagfläche der Aufnahmevorrichtung anliegen,
wenn der Grundkörper an einem vorgesehenen Platz angeordnet ist. Eine Handhabungsfläche
kann beispielsweise als Gegenstück zu einem Greifer ausgeformt sein. An der Handhabungsfläche
kann die Einheit automatisiert gefasst werden, um beispielsweise zum Füllen transportiert
zu werden oder in die Aufnahmevorrichtung eingesetzt zu werden.
[0017] Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild eines Systems zum Bereitstellen eines Fluids für eine biochemische
Analyseeinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Herstellen einer Einheit zum Bereitstellen
eines Fluids gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 3
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Bereitstellen eines Fluids für eine biochemische
Analyseeinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung eines Ausschnitts aus einem System zum Bereitstellen eines
Fluids für eine biochemische Analyseeinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung; und
- Fig. 5
- eine Darstellung eines Systems zum Bereitstellen eines Fluids mit zwei Einheiten gemäß
einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
[0018] In der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der vorliegenden
Erfindung werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden
Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte
Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
[0019] Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild eines Systems 100 zum Bereitstellen eines Fluids
102 für eine biochemische Analyseeinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung. Das Fluid 102 ist insbesondere als ein Reagenz oder ein Hilfsstoff für
ein biochemisches Analyseverfahren verwendbar. Beispielsweise kann das Fluid 102 Alkohol
oder ein Alkohol-Gemisch sein, das zumindest 75% Alkohol enthält. Das System 100 besteht
aus einer Einheit 104 zum Bevorraten des Fluids 102 und einer Aufnahmevorrichtung
106. Die Einheit weist einen Grundkörper 108, einen Kolben 110 und einen Verschluss
112 auf. Die Aufnahmevorrichtung 106 weist eine Aufnahmeöffnung 114, eine Bereitstellungskammer
116 und einen Kanal 118 zu einer nicht dargestellten biochemischen Analyseeinheit
zum Durchführen eines biochemischen Analyseverfahrens auf.
[0020] Die Einheit 104 zum Bevorraten des Fluids 102 ist in die Aufnahmevorrichtung 106
unlösbar eingesteckt worden, nachdem die Einheit 104 hergestellt worden ist. Die Einheit
104 und die Aufnahmevorrichtung 106 sind fluiddicht miteinander verbunden. Der Grundkörper
108 der Einheit weist einen mittigen Durchgangskanal 120 auf, in dem das Fluid 102
angeordnet ist. Der Grundkörper 108 ist aus einem Material, das undurchlässig für
das Fluid 102 und Bestandteile des Fluids 102 ist. Der Durchgangskanal 120 verläuft
von einem ersten Ende zu einem zweiten Ende des Grundkörpers 108. Der Kolben 110 ist
in dem Durchgangskanal axial beweglich gelagert. Der Kolben 110 ist gegenüber dem
Grundkörper 108 fluiddicht abgedichtet. Der Kolben 110 ist aus einem Material, das
undurchlässig für das Fluid und Bestandteile des Fluids ist. Der Kolben 110 ist von
dem ersten Ende des Durchgangskanals zugänglich. Der Verschluss 112 ist an dem zweiten
Ende des Durchgangskanals 120 angeordnet. Der Verschluss 112 ist aus einem Material,
das undurchlässig für das Fluid und/oder Bestandteilen des Fluids ist. Der Verschluss
120 ist fluiddicht mit dem Grundkörper 108 verbunden. Der Verschluss 112 ist dazu
ausgebildet, zu bersten, wenn ein Druck in dem Fluid 102 größer als ein Berstdruck
ist.
[0021] Die Aufnahmeöffnung 114 ist dazu ausgebildet, den Grundkörper 108 aufzunehmen. Die
Aufnahmeöffnung 114 ist als ein Durchgangskanal von einer Außenseite der Aufnahmevorrichtung
106 zu einer Innenseite der Aufnahmevorrichtung 106 ausgebildet. Die Aufnahmeöffnung
114 ist dazu ausgebildet, an einer Außenfläche des Grundkörpers 108 fluiddicht abzudichten,
wenn der Grundkörper 108 in der Aufnahmeöffnung 108 angeordnet ist.
[0022] Die Einheit 104 kann aus einem Material angefertigt sein, das diffusionsdicht für
Lösemittel, insbesondere Alkohol ist. Das Material kann insbesondere ein Polymer sein.
Dadurch können in der Einheit 104 lösemittelhaltige, insbesondere alkoholhaltige Fluide
bzw. Flüssigkeiten und/oder Pasten dauerhaft verlustfrei gelagert werden, bis sie
gebraucht werden. Auch zum Denaturieren neigende Fluide können in der Einheit vor
Lösemitteldämpfen, insbesondere Alkoholdämpfen geschützt werden. Die Aufnahmevorrichtung
106 kann wiederum aus einem kostengünstigen und gut formbaren Material hergestellt
sein, da das Fluid und andere Fluide lediglich für die Dauer des biochemischen Analyseverfahrens
in der Aufnahmevorrichtung verbleibt und für Diffusionsprozesse nicht genug Zeit zur
Verfügung steht.
[0023] Durch den Einsatz eines Spritzenbehälters 104 kann für die Lagerung von Alkohol als
Fluid ein vorteilhafter Kunststoff (COC, PP, PE) oder Stahl verwendet werden. Der
Kunststoff des Spritzen-Behälters 104 kann unabhängig vom Kunststoff der Kartusche
106 ausgewählt werden. Somit kann ein kostengünstiger Kunststoff, mit hohen Alkohol-Permeationsraten
bei der Auslegung der Kartusche 106 verwendet werden (z. B. PC).
[0024] Durch die Aktuierung der Spritze 104 wird die Flüssigkeit 102 immer zu 100% ausgedrückt
und es entsteht kein Verlust an teuren Reagenzien im LOC-Fluidnetzwerk 116, was zu
einer Kostenoptimierung von teuren PCR-Primern führt. Zusätzlich kann die Flüssigkeit
102 dosiert bereitgestellt werden, was zu einem verbesserten Ablauf führt. Kleine
Mengen (wenige µl) an Flüssigkeiten 102 können langzeitstabil gelagert und zu 100%
dem Assay bereitgestellt werden. Dadurch ergibt sich eine Qualitätsverbesserung beim
Ablauf des Assays.
[0025] Durch die Bewegung des Kolbens 110 können niederviskose Flüssigkeiten 102 gelagert
und sicher ausgedrückt werden. Das Ausdrücken über eine Volumenverdrängung stellt
ein flexibles und robustes System dar. Die Spritzen 104 können als zusätzliche Reservoire
während des Prozessablaufs auf der Kartusche 100 verwendet werden, wodurch eine Reduktion
der Baugröße ermöglicht wird. Durch ein Zweikammersystem innerhalb der Spritze 104
können Flüssigkeiten 102 innerhalb der Spritze 104 gemischt werden, wodurch eine weitere
Reduktion der Baugröße der Kartusche 100 ermöglicht wird.
[0026] Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 200 zum Herstellen einer Einheit
zum Bereitstellen eines Fluids gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Das Verfahren 200 weist einen Schritt 202 des Bereitstellens, einen Schritt 204 des
Füllens und einen Schritt 206 des Anordnens auf. Im Schritt 202 des Bereitstellens
werden ein Grundkörper mit einem Durchgangskanal und ein Kolben, der in dem Durchgangskanal
axial beweglich gelagert ist, bereitgestellt. In dem Durchgangskanal ist das Fluid
anordenbar. Der Grundkörper ist undurchlässig für das Fluid und/oder Bestandteile
des Fluids. Der Grundkörper ist dazu ausgebildet, fluiddicht mit einer Aufnahmevorrichtung
einer biochemischen Analyseeinheit verbunden zu werden. Das Durchgangskanal verläuft
von einem ersten Ende zu einem zweiten Ende. Der Kolben ist gegenüber dem Grundkörper
fluiddicht abgedichtet ausgeführt und undurchlässig für das Fluid und Bestandteile
des Fluids. Der Kolben ist von dem ersten Ende des Durchgangskanals zugänglich. Im
Schritt 204 des Füllens wird der Durchgangskanal von dem zweiten Ende mit dem Fluid
gefüllt. Im Schritt 206 des Anordnens wird ein Verschluss an dem zweiten Ende des
Durchgangskanals angeordnet. Der Verschluss ist undurchlässig für das Fluid und Bestandteile
des Fluids und wird fluiddicht mit dem Grundkörper verbunden, um die Einheit zum Bereitstellen
des Fluids herzustellen. Der Verschluss ist dazu ausgebildet, zu bersten, wenn ein
Druck in dem Fluid größer als ein Berstdruck ist.
[0027] Fig. 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 300 zum Bereitstellen eines Fluids
für eine biochemische Analyseeinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung. Das Verfahren 300 weist einen Schritt 302 des Bereitstellens und einen
Schritt 304 des Bewegens auf. Im Schritt 302 des Bereitstellens wird ein System zum
Bereitstellen gemäß dem hier vorgestellten Ansatz bereitgestellt. Im Schritt 304 des
Bewegens wird der Kolben von dem ersten Ende in den Durchgangskanal hinein bewegt,
bis der Druck im Fluid größer ist, als der Berstdruck, um das Fluid am zweiten Ende
des Durchgangskanals, auf der Innenseite bereitzustellen.
[0028] Fig. 4 zeigt eine Schnittdarstellung eines Ausschnitts aus einem System 100 zum Bereitstellen
eines Fluids für eine biochemische Analyseeinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Fig. 4 zeigt somit einen Querschnitt einer eingeclipsten
Spritze 104 in der Kartusche 106. Das System 100 entspricht dem System in Fig. 1.
Zusätzlich weist der Kolben 110 eine Länge auf, die größer als eine Länge des Grundkörpers
108 ist. Dadurch steht der Kolben 110 in dem dargestellten, gefüllten Zustand der
Einheit 104 mit einem freien Ende über den Grundkörper 108 über. Der Kolben 110 weist
an dem freien Ende eine Betätigungsfläche 400 auf. Die Betätigungsfläche 400 ist quer
zu einer Bewegungsrichtung des Kolbens 110 ausgerichtet. Die Betätigungsfläche 400
ist um ein Vielfaches größer als eine Querschnittsfläche des Kolbens 110. Durch die
Größe der Betätigungsfläche 400 wird ein Bewegen des Kolbens 110 zu vereinfacht. An
einem Rand der Betätigungsfläche 400 ist ein Kragen 402 angeordnet. Der Kragen 402
ist quer zu der Betätigungsfläche 400 ausgerichtet und weist in Richtung auf die Aufnahmevorrichtung
106. Der Kragen 402 ist um die Betätigungsfläche 400 umlaufend ausgeführt. Eine Schnittfläche
des Kolbens 110, der Betätigungsfläche 400 und des Kragens 402 weist die Form eines
Großbuchstaben T mit Serifen am Querstrich auf. Dabei repräsentieren der Kolben 110
den Stamm des Buchstabens, die Betätigungsfläche 400 den Querstrich und der Kragen
402 die Serifen. Der Kragen 402 ist dazu ausgebildet, als Tiefenanschlag für den Kolben
110 zu wirken. Beim Betätigen des Kolbens 110 kann der Kolben 110 so weit in den Grundkörper
108 gedrückt werden, bis eine Anschlagfläche 404 des Kragens 402 an einer Außenseite
der Aufnahmevorrichtung 106 anliegt.
[0029] Der Grundkörper 108 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Hohlzylinder ausgeführt.
Der Grundkörper weist eine Verriegelungseinrichtung 406 zum unlösbaren Verbinden des
Grundkörpers 108 mit der Aufnahmevorrichtung 106 auf. Die Verriegelungseinrichtung
406 ist in diesem Ausführungsbeispiel als eine Mehrzahl von Federn 406 ausgeführt,
die aus dem Grundkörper 108 hervorstehen. Die Federn 406 sind dazu ausgebildet, beim
Einführen der Einheit 104 in die Aufnahmevorrichtung 106 jeweils umgebogen zu werden
und an einem Vorsprung 408 der Aufnahmevorrichtung 106 einzurasten. Dazu weist die
Aufnahmevorrichtung 106 im Bereich des Durchgangskanals 114 Taschen 410 auf, die die
Vorsprünge 408 ausbilden. Zwischen den Taschen 410 und der Innenseite ist eine Dichtfläche
412 angeordnet, an der die Einheit 104 den Durchgangskanal 114 fluiddicht abdichtet,
wenn die Einheit 104 mit der Aufnahmevorrichtung 106 verbunden ist. Die Federn 406
liegen in eingestecktem Zustand an der zur Innenseite gerichteten Seite der Taschen
410 an und repräsentieren damit die Anschlagfläche zum Begrenzen der Einstecktiefe
des Grundkörpers 108. Zwischen der Außenseite und den Taschen 410 weist den Durchgangskanal
114 Verbreiterungen auf, um Raum zum Einführen der Federn 406 bereitzustellen. Wenn
die Federn 406 in den Taschen 410 angeordnet sind, erstrecken sie sich diagonal durch
die Taschen 410 und verhindern ein Entfernen der Einheit 104 aus der Aufnahmevorrichtung
106. Der Durchgangskanal in dem Grundkörper 108 ist wie in Fig. 1 durch eine Folie
als Verschluss 112 abgedeckt. Die Folie ist stoffschlüssig mit dem Grundkörper 108
verbunden. Um ein kontrolliertes Bersten des Verschlusses 112 zu erreichen, kann die
Folie eine Sollbruchstelle aufweisen. Ebenso kann beispielsweise ein Teilbereich einer
Verbindungsstelle zwischen dem Verschluss 112 und dem Grundkörper 108 schwächer als
der Rest der Verbindungsstelle ausgeführt werden, damit der Verschluss in dem Teilbereich
kontrolliert versagt.
[0030] Im Gegensatz zu Fig. 1 weist die Aufnahmevorrichtung 106 hier keine Bereitstellungskammer
auf. Der Verschluss 112 ist unmittelbar in dem Kanal 118 angeordnet, während der Grundkörper
104 in den Kanal 118 hineinragt.
[0031] Mit anderen Worten werden die Reagenzien in sogenannte Spritzen 104 abgefüllt. Fig.
4 zeigt einen Querschnitt einer eingeclipsten Spritze 104 in der Kartusche 106. Diese
Spritzen 104 können außerhalb der Kartusche 106 befüllt werden und werden anschließend
durch eine Klebefolie 112 versiegelt. Alle Spritzen 104 werden während des Produktionsprozesses
in die Kartusche 106 eingeclipst, wobei alternative Befestigungsmöglichkeiten ebenfalls
möglich sind, beispielsweise Schrauben oder Klemmen. Die Spritzen 104 können durch
einen Deckel, wie in Fig. 5 gegen unbeabsichtigtes Betätigen während des Transports
geschützt werden. Beim Bereitstellen des Fluids drückt die DxU (DxU = Diagnostic-Unit)
mit einer Kraft F auf den Kolben 110 und betätigt damit die Spritze 104. Unter einer
DxU kann ein Auswertegerät verstanden werden, in das die Kartusche gesteckt wird und
durch das die Kartusche betrieben wird. Die Auswerteeinheit stellt auch die Schnittstelle
zum Bediener her, in dem die Ergebnisse angezeigt werden. Die Menge der Reagenz, die
bereitgestellt wird, kann über den Verfahrweg und durch einen definierten Anschlag
404 in der Kartusche 106 bestimmt werden. Zusätzlich kann durch den Durchmesser des
Kolbens 110 das Volumen der Spritze 104 variiert werden. Für die Betätigung des Kolbens
110 sind zwischen DxU und Kartusche 100 keine Dichtelemente notwendig. Die Dichtelemente
sind bereits in der Kartusche 106 und Spritze 104 integriert.
[0032] Fig. 5 zeigt eine Darstellung eines Systems 100 zum Bereitstellen eines Fluids mit
zwei Einheiten 104 gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die
Einheiten 104 entsprechen der Einheit in Fig. 4. Beide Einheiten 104 sind nebeneinander
angeordnet. Die Einheiten 104 sind in einer gemeinsamen Aufnahmevorrichtung 106 eingesteckt
und unlösbar verrastet. Die Aufnahmevorrichtung 106 weist zwei nebeneinander angeordnete
Durchgangslöcher auf. Die Durchgangslöcher können in eine gemeinsame Mischkammer münden,
um die Fluide beider Einheiten 104 zu mischen. Ebenso können die Durchgangslöcher
auch in je einer Bereitstellungskammer münden, um für das biochemische Analyseverfahren
getrennt verwendbar zu sein. Um die Einheiten 104 vor einem unbeabsichtigten Betätigen
zu schützen, sind die Betätigungsflächen 400 durch eine Schutzhaube 500 abgedeckt.
Die Schutzhaube 500 ist an der Aufnahmevorrichtung 106 befestigt und ist dazu vorgesehen,
vor der Benutzung des Systems 100 entfernt zu werden, damit die Betätigungsflächen
freigelegt werden. Die Schutzhaube 500 schützt die Einheiten 104 auch vor Umwelteinflüssen,
insbesondere Verschmutzungen. Dadurch kann ein Analysegerät beim Einsetzen der Analyseeinheit
mit dem daran befestigten System 100 zum Bereitstellen rein gehalten werden.
[0033] Mit anderen Worten zeigt Fig. 5 eine LOC (Lab On Chip)-Kartusche 100 mit integrierten
Spritzen 104 zur Reagenzienvorlagerung. Bei Lab-on-Chip (LOC) Produkten oder sogenannten
Mikro-Fluidischen Plattformen (µTAS) werden medizinische und biologische Flüssigkeiten
auf einem Träger prozessiert und damit Patientenproben auf das Vorhandensein von Erregern
und Bakterien analysiert. Die Lab-on Chip Plattformen können als sogenannte Kartuschen
aufgebaut sein, welche als Einweg-Artikel die Patientenprobe aufnehmen und verarbeiten.
Für den Prozessablauf auf der Kartusche werden Flüssigkeiten benötigt, die entweder
auf der Kartusche gelagert werden können oder für den Prozessablauf durch einen Bediener
nachträglich zugegeben werden können. Das nachträgliche Einsetzen der Reagenzien auch
von alkoholhaltigen Stoffen kann durch den hier vorgestellten Ansatz vermieden werden,
da dieser erst kurz vor Ablauf des Assays bereitgestellt wird. Dadurch spielen die
hohen Permeationsraten des Alkohols in günstigen Kunststoffen keine Rolle.
[0034] Der hier vorgestellte Ansatz ermöglicht eine langzeitstabile Lagerung aller Reagenzien
eines Lab-On-Chip-Assays auf der Kartusche 100. Besonders alkoholhaltige Reagenzien
oder Reagenzien mit geringen Mengen können mit den hier vorgestellten Einheiten 104
zum Bevorraten sicher innerhalb der LOC-Kartusche 100 gelagert werden. Das gezeigte
System 100 stellt eine Lagerung während des Transports sicher und ermöglicht ein einfaches
Öffnen und Bereitstellen der Reagenzien im Anwendungsfall. Alle Kolben der Spritzen
104 einer Kartusche 106 können über einen Balken verbunden werden, der durch die DxU
heruntergedrückt wird und damit die Spritzen 104 gleichzeitig entleert.
[0035] Die beschriebenen und in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele sind nur beispielhaft
gewählt. Unterschiedliche Ausführungsbeispiele können vollständig oder in Bezug auf
einzelne Merkmale miteinander kombiniert werden. Auch kann ein Ausführungsbeispiel
durch Merkmale eines weiteren Ausführungsbeispiels ergänzt werden.
[0036] Ferner können erfindungsgemäße Verfahrensschritte wiederholt sowie in einer anderen
als in der beschriebenen Reihenfolge ausgeführt werden.
[0037] Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine "und/oder"-Verknüpfung zwischen einem ersten
Merkmal und einem zweiten Merkmal, so ist dies so zu lesen, dass das Ausführungsbeispiel
gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal als auch das zweite Merkmal und
gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal oder nur das zweite
Merkmal aufweist.
1. Einheit (104) zum Bevorraten eines Fluids (102), insbesondere einer Reagenz oder eines
Hilfsstoffs für ein biochemisches Analyseverfahren, wobei die Einheit (104) die folgenden
Merkmale aufweist:
einen Grundkörper (108) mit einem Durchgangskanal (120) in dem das Fluid (102) angeordnet
ist, wobei der Grundkörper (108) undurchlässig für das Fluid (102) und/oder Bestandteile
des Fluids (102) ist und dazu ausgebildet ist, fluiddicht mit einer Aufnahmevorrichtung
(106) einer biochemischen Analyseeinheit verbunden zu werden, wobei das Durchgangskanal
(120) von einem ersten Ende zu einem zweiten Ende verläuft;
einen Kolben (110), der in dem Durchgangskanal (120) axial beweglich gelagert ist,
wobei der Kolben (110) gegenüber dem Grundkörper (108) fluiddicht abgedichtet ausgeführt
ist und der Kolben (110) undurchlässig für das Fluid (102) und/oder Bestandteile des
Fluids (102) ist und von dem ersten Ende des Durchgangskanals (120) zugänglich ist;
und
einen Verschluss (112), der an dem zweiten Ende des Durchgangskanals (120) angeordnet
ist, wobei der Verschluss (112) undurchlässig für das Fluid (102) und/oder Bestandteile
des Fluids (102) ist und fluiddicht mit dem Grundkörper (108) verbunden ist, wobei
der Verschluss (112) dazu ausgebildet ist, zu bersten, wenn ein Druck in dem Fluid
(102) größer als ein Berstdruck ist.
2. Einheit (104) gemäß Anspruch 1, bei der der Verschluss (112) als diffusionsdichte
Folie ausgeführt ist, die mit dem Grundkörper (108) verschweißt ist und/oder der Verschluss
(112) eine Sollbruchstelle aufweist.
3. Einheit (104) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der der Verschluss (112)
dazu ausgebildet ist, sich zu schließen, wenn der Druck im Fluid (102) um einen Toleranzdruck
geringer als der Berstdruck ist.
4. Einheit (104) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der eine Länge des Kolbens
(110) größer oder gleich einer Länge des Durchgangskanals (120) ist und/oder bei der
der Kolben (110) und der Durchgangskanal (120) eine Presspassung bilden.
5. Einheit (104) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der der Kolben (110)
auf einer dem ersten Ende zugewandten Seite eine Betätigungsfläche (400) aufweist,
die quer zu einer Bewegungsrichtung des Kolbens (110) ausgerichtet ist und/oder der
Kolben (110) einen Tiefenanschlag (404) aufweist, der dazu ausgebildet ist, eine Eindringtiefe
des Kolbens (110) in dem Durchgangskanal (120) zu begrenzen.
6. Einheit (104) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei der der Grundkörper (108)
zumindest eine Verriegelungseinrichtung (406) zum unlösbaren Verbinden des Grundkörpers
(108) mit der Aufnahmevorrichtung (106) aufweist und/oder der Grundkörper (108) zumindest
eine Anschlagfläche aufweist, um eine Einstecktiefe des Grundkörpers (108) in die
Aufnahmevorrichtung (106) zu begrenzen und/oder der Grundkörper (108) zumindest eine
Handhabungsfläche zum Handhaben der Einheit (104) durch ein Handhabungssystem aufweist.
7. Aufnahmevorrichtung (106) zum Aufnehmen einer Einheit (104) zum Bevorraten eines Fluids
(102) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Aufnahmevorrichtung (106) das folgende
Merkmal aufweist:
eine Aufnahmeöffnung (114) zum Aufnehmen des Grundkörpers(1 08), wobei die Aufnahmeöffnung
(114) ein als ein Durchgangskanal von einer Außenseite der Aufnahmevorrichtung (106)
zu einer Innenseite der Aufnahmevorrichtung (106) ausgebildet ist, wobei die Aufnahmeöffnung
(114) dazu ausgebildet ist, an einer Außenfläche des Grundkörpers (108) fluiddicht
abzudichten, wenn der Grundkörper (108) in der Aufnahmeöffnung (114) angeordnet ist.
8. System (100) zum Bereitstellen eines Fluids (102) für eine biochemische Analyseeinheit
mit folgenden Merkmalen:
eine Aufnahmevorrichtung (106) gemäß Anspruch 7, wobei die Innenseite fluidisch mit
der Analyseeinheit verbunden ist; und
eine Einheit (104) zum Bevorraten eines Fluids (102) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
6, wobei der Grundkörper (108) in der Aufnahmeöffnung (114) angeordnet ist und die
Außenfläche des Grundkörpers (108) gegen die Aufnahmeöffnung (114) fluiddicht abgedichtet
ist, wobei der Grundkörper (108) unlösbar mit der Aufnahmevorrichtung (106) verbunden
oder verbindbar ist und der Verschluss (112) auf der Innenseite angeordnet oder anordenbar
ist.
9. Verfahren (200) zum Herstellen einer Einheit (104) zum Bereitstellen eines Fluids
(102) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Verfahren (200) die folgenden Schritte
aufweist:
Bereitstellen (202) eines Grundkörpers (108) mit einem Durchgangskanal (120) und eines
Kolbens (110), der in dem Durchgangskanal (120) axial beweglich gelagert ist, wobei
in dem Durchgangskanal (120) das Fluid (102) anordenbar ist und der Grundkörper (108)
undurchlässig für das Fluid (102) und Bestandteile des Fluids (102) ist und dazu ausgebildet
ist, fluiddicht mit einer Aufnahmevorrichtung (106) einer biochemischen Analyseeinheit
verbunden zu werden, wobei das Durchgangskanal (120) von einem ersten Ende zu einem
zweiten Ende verläuft, wobei der Kolben (110) gegenüber dem Grundkörper (108) fluiddicht
abgedichtet ausgeführt ist und der Kolben (110) undurchlässig für das Fluid (102)
und/oder Bestandteile des Fluids (102) ist und von dem ersten Ende des Durchgangskanals
(120) zugänglich ist;
Füllen (204) zumindest eines Teils des Durchgangskanals (120) mit dem Fluid (102)
von dem zweiten Ende aus; und
Anordnen (206) eines Verschlusses (112) an dem zweiten Ende des Durchgangskanals (120),
wobei der Verschluss (112) undurchlässig für das Fluid (102) und/oder Bestandteile
des Fluids (102) ist und fluiddicht mit dem Grundkörper (108) verbunden wird, wobei
der Verschluss (112) dazu ausgebildet ist, zu bersten, wenn ein Druck in dem Fluid
(102) größer als ein Berstdruck ist, um die Einheit (104) zum Bereitstellen des Fluids
(102) herzustellen.
10. Verfahren (300) zum Bereitstellen eines Fluids (102) für eine biochemische Analyseeinheit
mit folgenden Schritten:
Bereitstellen (302) eines Systems (100) zum Bereitstellen gemäß Anspruch 8; und
Bewegen (304) des Kolbens (110) von dem ersten Ende in den Durchgangskanal (120) hinein,
bis der Druck im Fluid (102) größer ist, als der Berstdruck, um das Fluid (102) am
zweiten Ende des Durchgangskanals (120), auf der Innenseite bereitzustellen.