[0001] Die Erfindung betrifft ein externes Rack einer Flexodruckmaschine zum Ermitteln von
Druckprozessdaten sowie ein entsprechendes Verfahren zum Ermitteln von Druckprozessdaten.
[0002] Mit solchen Vorrichtungen und Verfahren wird beispielsweise der Abstand zwischen
zumindest zwei am Druckprozess beteiligten Zylindern eines Druckwerks eingestellt.
Dies ist bei verschiedenen Druckverfahren vor einer Aufnahme des eigentlichen Druckbetriebes
nötig. So dürfte die
DE 44 27 967 B4 dem Offsetdruckverfahren zuzuordnen sein. In dieser Druckschrift wird vorgeschlagen,
zwischen zwei farbtransportierenden Zylindern einen Papierstreifen hindurchzuführen.
Anschließend wird die Breite des auf diese Weise mit Farbe versehenen Bereiches gemessen.
Insbesondere wenn der Bereich zu klein ist, wird die Anstellung zwischen den betreffenden
Walzen erhöht.
[0003] Von besonderem Interesse ist die Optimierung der Anstellung im Bereich des Flexodrucks,
da hier relativ dicke, sehr flexible Druckformen verwendet werden, welche - insbesondere
zusammen mit ihrem Unterbau - große Dickentoleranzen aufweisen. In diesem Zusammenhang
schlägt die
EP 1 249 346 B1 unter anderem vor, das Druckbild der Druckmaschine auf dem Bedruckstoff bei der Anstellung
der Walzen mit optischen Sensoren zu beobachten. Eine Steuervorrichtung ermittelt
aufgrund der Messwerte die optimierte Relativposition der am Druckprozess beteiligten
Walzen zueinander und stellt diese ein. Da nach dieser Lehre die Messung des - noch
fehlerhaften - Druckbildes auf dem Bedruckstoff die Grundlage für die Einstellung
der Druckwalzenposition ist, wird während der Einstellung der Walzenposition unweigerlich
Makulatur erzeugt.
[0004] Dieser Umstand wird von der
EP 1 916 102 A1 kritisiert. Als Abhilfe schlägt diese Schrift vor, den Durchmesser von Formatzylindern
zu messen. Aufgrund der an dem Formatzylinder gewonnenen Messergebnisse ermittelt
eine Steuervorrichtung die optimierte Relativposition des Formatzylinders zu den anderen
am Druckprozess beteiligten Zylindern. Aufgrund dieser Werte stellt die Steuervorrichtung
der Druckmaschine die Position des Formatzylinders in der Druckmaschine ein. Auf diese
Weise soll makulaturfrei angedruckt werden.
[0005] Diese Lehre lässt jedoch außer Acht, dass neben den reinen Abmessungen der Druckform
auch Größen wie deren Elastizitätsmodul oder das Farbspaltungsverhalten der jeweils
verdruckten Farbe Einfluss auf das Druckergebnis haben.
[0006] Eine weitere Druckschrift, die sich mit der Optimierung der Farbübertragung von am
Druckprozess beteiligten Walzen im Offsetdruckprozess befasst, ist die
DE 102 11 870 A1, die vorschlägt, Walzen, die im Druckprozess Farbe übertragen, im Stillstand (keine
Rotation um die Hauptsymmetrieachse) aneinander zu fahren. Ist die in Farbtransportrichtung
erste der beiden Walzen im Moment der gegenseitigen Anstellung eingefärbt, entsteht
ein Farbstreifen auf der zweiten Walze. Dieser Farbstreifen wird deutlicher, wenn
sich die beiden Walzen eine zeitlang im Stillstand berühren.
[0007] Dieser Farbstreifen kann unter anderem mit einer CCD-Kamera ausgemessen werden, nachdem
die zweite Walze um einen Winkel von der Kontaktstellung in eine Stellung gedreht
worden ist, in der der entstandene Farbstreifen eingesehen werden kann.
[0008] Die Breite des Farbstreifens ist ein Maß für den Anspressdruck zwischen den Walzen,
so dass bei einer gewissen Breite vom richtigen Druck ausgegangen werden kann. Falls
der Streifen eine Rechtsecksform (gleiche Breite) aufweist, verlaufen die Hauptsymmetrieachsen
der beiden Walzen parallel.
[0009] Darüber hinaus kann gerade der Farbstreifen, der aus angetrockneter Farbe besteht,
die Druckqualität bei Druckbeginn herabsetzen und damit wieder zum Anfall von Makulatur
führen.
[0010] Die oben beschriebenen Probleme führen zu erhöhten Rüstzeiten beim Wechsel eines
Druckauftrags und damit auch zu erhöhten Druckkosten.
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Rüstzeiten einer Flexodruckmaschine beim
Wechsel eines Druckauftrags zu reduzieren.
[0012] Diese Aufgabe wird durch ein externes Rack einer Flexodruckmaschine zum Ermitteln
von Druckprozessdaten gelöst, wobei das Rack eine Einfärbevorrichtung, eine Rasterwalze
und einen Formatzylinder umfasst, wobei die Einfärbevorrichtung mit einer speziellen
Testfarbe zum Übertragen auf die Oberfläche der Rasterwalze beaufschlagt ist, wobei
der Formatzylinder dazu geeignet ist, in einem Berührungsbereich Testfarbe von der
Rasterwalze zu empfangen, wobei eine Sensorvorrichtung vorgesehen ist, mittels der
in Abhängigkeit von dem Arbeitsabstand zwischen Rasterwalze und Formatzylinder Druckprozessdaten
über die Veränderung des Farbfilms innerhalb einer Zone auf der Rasterwalze aufzeichenbar
sind, die in der Farbtransportrichtung dem Berührungsbereich nachgelagert und der
Einfärbevorrichtung vorgelagert ist, und wobei eine Kommunikationsvorrichtung vorgesehen
ist, die die Druckprozessdaten von der Sensorvorrichtung an die Flexodruckmaschine
weitergibt.
[0013] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Lösung der Aufgabe handelt es sich um ein
Verfahren zum Ermitteln von Druckprozessdaten in einem externen Rack einer Flexodruckmaschine,
wobei das Rack eine Einfärbevorrichtung, eine Rasterwalze und einen Formatzylinder
umfasst, wobei die Einfärbevorrichtung mit einer speziellen Testfarbe beaufschlagt
ist und diese Testfarbe auf die Oberfläche der Rasterwalze überträgt, wobei der Formatzylinder
dazu geeignet ist, in einem Berührungsbereich Testfarbe von der Rasterwalze zu empfangen,
wobei eine Sensorvorrichtung in Abhängigkeit von dem Arbeitsabstand zwischen Rasterwalze
und Formatzylinder Druckprozessdaten über die Veränderung des Farbfilms innerhalb
einer Zone auf der Rasterwalze aufzeichnet, die in der Farbtransportrichtung dem Berührungsbereich
nachgelagert und der Einfärbevorrichtung vorgelagert ist, und wobei die Druckprozessdaten
mit Bezug auf die Rasterwalze und mit Bezug auf den Formatzylinder von der Sensorvorrichtung
an die Flexodruckmaschine weitergegeben werden.
[0014] Ein Grundgedanke der vorliegenden Erfindung besteht also darin, dass die zeitaufwendigen
Maßnahmen zum Ermitteln und zum Einstellen eines optimierten Arbeitsabstandes zwischen
zumindest zwei am Druckprozess beteiligten Zylindern auf ein externes Rack verlagert
werden und damit für den nächstfolgenden Druckauftrag bereits durchgeführt werden
können, während der aktuelle Druckauftrag noch abgearbeitet wird. Auf diese Weise
lassen sich die Rüstzeiten an einer Flexodruckmaschine wirkungsvoll reduzieren.
[0015] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Rack mit einem Mounter
zur Rüstung des Formatzylinders ausgestattet ist.
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Druckprozessdaten
mit dem aus der Druckvorstufe bekannten Sollbild des Druckbildes verglichen werden.
[0017] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass anhand der Druckprozessdaten
die Güte der Einfärbung der Rasterwalze überwacht wird. Der Grundgedanke besteht hierbei
darin, dass die Änderung des Farbfilms auf einem farbübertragenden Zylinder detektiert
wird. Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist dabei vorgesehen, dass die Sensorvorrichtung
die Intensität des von der Zone reflektierten Lichts aufzeichnet. Nach einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass anhand der Druckprozessdaten eine
Kennlinie der Intensität über den Arbeitsabstand aufgezeichnet wird.
[0018] Auf diese Weise kann auch ein unter realistischen Voraussetzungen zustande gekommener
Farbübertrag der Auffindung der optimierten Relativpositionen der Walzen zugrunde
gelegt werden, ohne dass notwendigerweise Makulatur entsteht. So kann insbesondere
bei Flexodruckmaschinen die Anstellung zwischen Rasterwalze und Formatzylinder auf
der Grundlage der Beobachtung der Rasterwalze optimiert werden, ohne dass Makulatur
anfällt. Eine Anstellung des gut zueinander positionierten Walzenpakets Rasterwalze/Formatzylinder
gegen den Gegendruckzylinder kann dann unter der Produktion von Makulatur vorgenommen
werden. Versuche haben gezeigt, dass es in dem letztgenannten Fall auch möglich ist,
den Kontakt zwischen dem Formatzylinder und dem Bedruckstoff auf der Rasterwalze festzustellen:
Hier verschwinden nun Farbschlieren, die sich durch den mangelnden Farbabtransport
auf den Bedruckstoff gebildet haben.
[0019] Nachzutragen ist, dass sich die Relativposition der beiden bereits gegeneinander
angestellten Zylinder - hier Rasterwalze und Formatzylinder - bei der Anstellung an
den Gegendruckzylinder vorteilhafterweise nicht ändern sollte.
[0020] An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich erwähnt, dass auch ein Gegendruckzylinder,
der Bedruckstoff an seiner Oberfläche führt, so dass dem Bedruckstoff im Druckbetrieb
Farbe übertragen wird, im Sinne dieser Druckschrift ein Farbe empfangender Zylinder
ist.
[0021] Das vorerwähnte Verfahren zur Optimierung der Druckzylinderpositionen nach der
DE 102 11 870 A1 bringt einen hohen Zeitaufwand mit sich, da die Zylinder wie erwähnt für einen gewissen
Zeitraum angehalten werden müssen, damit sich der Farbstreifen auf dem zweiten Zylinder
ausprägt.
[0022] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es vorteilhafterweise möglich, den Farbfilm
bei sich drehenden Zylindern zu untersuchen. Hierbei können die Zylinder sich kontinuierlich
drehen. Es ist vorteilhaft zumindest eine kontinuierliche Drehung (360° um die Hauptsymmetrieachse),
zumindest zwei oder mehrere solcher Drehungen durchzuführen. Bei einem Teil der erfindungsgemäßen
Verfahren drehen sich die Zylinder während der ganzen Mess- oder Tastfahrt.
[0023] Interessanterweise ist es auch möglich, eine Berührung zwischen nachgelagerten farbtransportierenden
Zylindern auf einem vorgelagerten Zylinder zu messen, ohne dass ein Druckprozess stattfindet,
das heißt ohne dass der Bedruckstoff die Farbe endgültig abtransportiert.
[0024] Gerade in diesem Zusammenhang ist es jedoch vorteilhaft, die Messung und Einstellung
des Arbeitsabstandes innerhalb von wenigen Umdrehungen vorzunehmen (z.B. 1, 2 oder
3), da sich sonst im Bereich der Abtastfläche Sättigungseffekte ausprägen.
[0025] In der Regel wird die Einstellung des Walzenabstandes aufgrund der Messwerte aufgrund
einer dazu eingerichteten Steuervorrichtung vorgenommen werden. Hierzu wird die Steuervorrichtungen
in der Regel mit einem dementsprechenden Computerprogramm beaufschlagt werden. Überhaupt
ist es vorteilhaft, alle erfindungsgemäßen Verfahren in dieser Weise computerimplementiert
durchzuführen oder zu unterstützen.
[0026] Auch bei dem Vorhandensein von nur zwei Walzen ist das Verfahren von Vorteil. So
kann bei Tiefdruckmaschinen zum Beispiel die Farbabnahme von dem Gravurzylinder -
also dem Druckplattenzylinder - gemessen werden. Der Presseur oder allgemeiner Gegendruckzylinder
ist in diesem Falle am Druckprozess beteiligt, nimmt aber nicht am Farbtransport zum
Bedruckstoff oder in den Druckspalt teil.
[0027] Damit hat das Verfahren sowohl bei zwei Walzen als auch bei einem Farbtransport über
mehrere Zylinder und einer Messung des Farbfilms auf einer der vorderen Walzen seine
Vorteile. Wie erwähnt ändert sich auch in diesem letztgenannten Fall die Deckung der
Oberfläche der Walze mit Farbe, wenn die in Farbtransportrichtung hinteren Walzen
gegen die nachfolgende Walze oder den Bedruckstoff angestellt sind und tatsächlich
Farbe auf den Bedruckstoff transportiert wird.
[0028] Wie ebenfalls bereits angesprochen ist es vorteilhaft, den Farbfilm einer beispielsweise
im Flexodruck verwendeten Rasterwalze zu beobachten. Diese wird vor allem Farbe verlieren,
wenn weitere Zylinder angestellt werden.
[0029] Aber auch Glattwalzen werden in verschiedenen Druckverfahren zur Einfärbung weiterer
am Druckprozess beteiligter Walzen verwendet.
[0030] Nachzutragen ist an dieser Stelle, dass die Begriffe Walze und Zylinder in dieser
Druckschrift gegeneinander austauschbar oder äquivalent verwendet werden.
[0031] Bei der Ermittlung der optimierten Relativposition der zumindest zwei Walzen ist
die Frage, wie stark die Änderung der Flächendeckung auf der Walze sein muss, damit
die Steuervorrichtung erste Anhaltspunkte für einen optimierten Walzenabstand hat
und die Messfahrt beendet. Unter "Messfahrt" wird in diesem Zusammenhang die Phase
der Annäherung der Walzen verstanden, in der Messwerte gewonnen werden, die zur Bestimmung
einer ersten optimierten Relativposition herangezogen werden.
[0032] Eine Möglichkeit besteht darin, die Messfahrt zu beenden, sobald sich eine Änderung
des Farbfilms auf der Walze, an der gemessen wird, abzeichnet. Natürlich ist die Menge
an Farbe, die zu diesem Zeitpunkt übertragen wird, von der Empfindlichkeit des Messsystems
abhängig. In der Regel dürfte sich jedoch auf diese Weise eine Anstellsituation finden
lassen, die dem Drucker als "Kiss-print" bekannt ist. Hier findet eine erste leichte
Berührung zwischen den Walzen statt.
[0033] An diesem Punkt kann beispielsweise die weitere Messung der Farbübertragung beendet
werden. Eine weitere Annäherung kann jedoch - bei Bedarf - von der Steuervorrichtung
durchgeführt werden. So kann eine Annstellung der Zylinder gegeneinander um einen
empirisch oder rechnerisch ermittelten Offsetwert - also eine weitere Annäherung der
Zylinder um einen Streckenbetrag - nach Erreichen dieses "Kiss-Printpunktes" oder
hier einer ersten optimierten Relativposition - von der Steuervorrichtung herbeigeführt
werden. Auf diese Weise kann dann ein optimierter Arbeitsabstand zwischen den betreffenden
Zylindern, die eben in aller Regel bei Erreichen eines Kiss-Printpunktes noch nicht
gegeben ist, erreicht werden.
[0034] Eine wesentliche Alternative zu diesem Vorgehen besteht darin, die Annäherung der
Zylinder bei gleichzeitiger ausgewerteter Messung - "die Messfahrt" - weiter fortzusetzen,
bis ein primärer Schwellwert oder Toleranzwert - hier der Farbabnahme - erreicht ist.
Dieser primäre Schwellwert kann so gewählt sein, dass bei Überschreiten des primären
Schwellwertes bereits der optimierte Arbeitsabstand zwischen den Zylindern erreicht
ist, so dass in dieser Beziehung keine weiteren Maßnahmen mehr erforderlich sind.
Demnach wäre die Einstellung der Relativposition der Walzen mit dem Ende der Messfahrt
beendet und der optimierte Arbeitsabstand würde mit der ersten optimierten Relativposition
zusammenfallen. Jedoch kann auch bei Erreichen dieses Schwellwertes für die Farbabnahme
auf dem Zylinder, auf dem gemessen wird, eine weitere Annäherung der Zylinder um einen
Streckenbetrag ("Offsetwert") zusätzlich herbeigeführt werden.
[0035] Eine weitere Möglichkeit, eine optimierte Druckbeistellsituation zu ermitteln, besteht
darin, den Verlauf der Farbabnahme als Funktion der relativen Walzenposition zu verfolgen.
Dann besteht die Möglichkeit, bei Eintritt eines charakteristischen Verlaufs dieser
Funktion aufgrund von Erfahrungen und Berechnungen von dem Erreichen der optimierten
relativen Druckposition der Zylinder auszugehen. So zeichnet sich das Erreichen der
optimierten Druckposition der Zylinder häufig frühzeitig ab, da der Farbübertrag nach
Erreichen dieser Position kaum noch steigt, sondern bei weiterer Annäherung der Walzen
in einen Sättigungsbereich eintritt. Aufgrund dieser Sachverhalte besitzt die in Rede
stehende Funktion oft im Bereich der optimierten Druckposition Wendepunkte oder relative
Maxima. Charakteristische Punkte dieser Art können von der Steuervorrichtung zur Ermittlung
der optimierten Druckposition genutzt werden. Oft befindet sich eine optimierte relative
Druckposition einen "sekundären Schwellwert" (d.h. einen weiteren Betrag an Farbabnahme)
oder einen "Offsetwert" (d.h. einen gewissen Streckenbetrag) von einem solchen charakteristischen
Punkt entfernt. Wenn der Verlauf der Funktion weit genug aufgezeichnet ist, um die
Lage solcher Punkte zu errechnen, kann die Messfahrt auch hier beendet werden.
[0036] Verfahrensschritte wie Aufzeichnung der Funktion Änderung des Farbfilms/relative
Walzenposition, Beenden der Messfahrt, Auffinden eines oder mehrerer charakteristischer
Punkte dieser Funktion, Aufschaltung eines Schwellwertes und/oder Offsetwertes können
computerimplementiert von der Steuervorrichtung vorgenommen werden. Dies gilt natürlich
auch für die anderen in dieser Druckschrift vorgestellten Verfahren.
[0037] Den vorstehenden Ausführungen ist zu entnehmen, dass die Offsetwerte und die sekundären
Schwellwerte in Zusammenhang mit allen vorgestellten Verfahren, die die Dauer der
Messfahrt bestimmen, eingesetzt werden können. Das Vorzeichen der Offsetwerte ("mehr
oder weniger Beistellung") oder der sekundären Schwellwerte (mehr oder weniger Farbübertrag)
kann hierbei positiv oder negativ sein.
[0038] Es ist von Vorteil, den Bereich des Zylinders bzw. der Walze, an der die Messungen
vorgenommen werden, auf den Bereich zu begrenzen, in dem Farbe abgenommen werden kann.
In der Regel wird sich daher der maximale Messbereich der Sensorvorrichtung an dem
maximalen Druckbereich orientieren (oft gleich oder etwas größer sein). Eine Möglichkeit,
dies zu realisieren, besteht in der Verwendung einer Zeilenkamera, die die maximale
Druckbreite abbilden kann. Diese Kamera wird in einer Arbeitsposition, in der sie
den Druckbereich der Maschine überstreichen kann, zu dem betreffenden Zylinder aufgehängt.
Es ist sinnvoll, den gesamten Messbereich des Sensorsystems in Teilbereiche zu zerlegen.
Bereits das Sensorsystem selber kann modular zusammengesetzt sein - z. B. aus Fotodioden.
In diesem Fall werden die Module des Sensorsystems bereits Teilbilder des gesamten
Messbereichs liefern, der dann nicht mehr von einer Recheneinheit in Teilbereiche
zerlegt zu werden braucht.
[0039] Neben der Zerlegung der gesamten möglichen Kontaktfläche zwischen zwei Zylindern
in verschiedene Teilbereiche kommt jedoch auch das Messen der Änderung des Farbfilms
in einer Untermenge von Teilbereichen in Frage. So kann unter gewissen Bedingungen
eine Messung in einem quadratzentimetergroßen Teilbereich ausreichen. Mit neueren
Sensoren sind auch Teilbereiche mit einer Fläche im Quadratmillimeterbereich vorstellbar.
Da Druckwalzen an ihren beiden stirnseitigen Enden gelagert werden, ist es jedoch
von Vorteil, im Bereich jeweils einer jeden der beiden Stirnseiten Messungen durchzuführen,
um für jede der beiden Seiten Messwerte zu bekommen. Insbesondere in Bereichen der
Drucktechnik, in denen große Toleranzen bei Druckformen und Walzen zu berücksichtigen
sind - wie im Verpackungsdruck - sind mehrere Messungen von Vorteil.
[0040] Werden Messungen in mehreren Teilbereichen durchgeführt, so wird man vorteilhafterweise
die vorstehend skizzierten Verfahren zur Ermittlung der optimierten relativen Druckposition
der beteiligten Zylinder in den Teilbereichen anwenden. Die optimierte Anstellsituation
dürfte vorteilhafterweise dann als erreicht gelten, wenn in einer Teilmenge der Teilbereiche
die Bedingungen des jeweiligen Verfahrens erreicht sind.
[0041] Als Sensorvorrichtungen kommen wie erwähnt optische Sensoren wie Kameras in Frage.
Der Begriff "optische Sensoren und Kameras" wird in diesem Zusammenhang auch dann
verwendet, wenn nicht sichtbare elektromagnetische Strahlung aufgezeichnet werden
kann.
[0042] Wird elektromagnetische Strahlung gemessen, so ist die spektrale Lichtintensität
eine vorteilhafte Messgröße (Lichtintensität pro Spektralbereich pro Fläche). In diesem
Fall ist es von Vorteil, eine spezielle Strahlungsquelle vorzusehen, die geeignete
Strahlung auf die Walze einstrahlt. Die Sensoren messen dann die remittierte Strahlung.
Bei der Anbringung von Strahlungsquelle und Sensor sind in der Regel die Reflexionsgesetze
zu beachten (was unter anderem in den Figuren gezeigt ist).
[0043] Eine Vorrichtung zum Ermitteln eines optimierten Arbeitsabstandes zwischen zwei am
Druckprozess beteiligten Zylindern kann ein Druckwerk besonderer Ausstattung sein
oder sie kann ein aus Sicht der Druckmaschine externes Reck mit entsprechenden zusätzlichen
Merkmalen sein. Diesen Vorrichtungen ist gemein, dass Aufnahmen, in welchen die Druckzylinder
drehbar gelagert und gegeneinander anstellbar sind, vorhanden sind. In einem externen
Reck kann darüber hinaus die Vorbereitung des Druckplattenzylinders auf den Druck,
sprich seine Ausrüstung mit der Druckplatte, vorgenommen werden. Zu diesem Zweck kann
ein solches Reck zusätzlich mit Vorrichtungsmerkmalen ausgestattet sein, den so genannten
Mountern, die typischerweise zur Rüstung von Flexodruckformatzylindern benutzt werden,
eigen sind. Eine solche Vorrichtung wird beispielsweise in der
US 5,132,911 B beschrieben. In neuerer Zeit sind im Bereich der Flexodruckvorstufe auch reckartige
Vorrichtungen bekannt geworden, in denen ein Formatzylinder ebenfalls drehbar gelagert
wird. Dieser Zylinder ist jedoch mit einem glatten noch völlig unbearbeiteten gummiartigen
Klischee versehen, das von einer Laserablationseinheit derart bearbeitet wird, dass
sich die gewünschte Druckform bildet. Eine erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch
mit einer derartigen Laserablationseinheit oder einer anderen Gravureinheit zur Bearbeitung
des Klischees ausgestattet sein. Eine solche Einheit wird in der
WO 9713641 gezeigt.
[0044] Wird die Erfindung in einer externen Einheit verwirklicht, so ist es noch nicht einmal
nötig, den am Ende für optimal gehaltenen relativen Abstand zwischen den beteiligten
Zylindern in der externen Einheit auch tatsächlich einzustellen. Vielmehr ist es dann
erforderlich, die ermittelten Daten an die tatsächliche Druckmaschine weiterzugeben,
die diese Werte dann auch einstellt. Für diese Informationsweitergabe kommen alle
bekannten Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Vorrichtungen sowie eine Speicherung
in den betreffenden Zylindern (z. B. RFID mit Auslesemöglichkeit in der Druckmaschine)
in Frage.
[0045] Zu den Vorrichtungsbestandteilen, die in einem Farbwerk regelmäßig vorkommen, die
jedoch in einem externen Reck in der Regel fehlen, gehört eine Einfärbevorrichtung.
Für die Zwecke eines externen Recks kann eine solche Einfärbevorrichtung rudimentär
ausgestaltet sein. Sie kann auch mit einer speziellen Testfarbe beaufschlagt sein.
Eine solche Textfarbe kann ähnliche Farbspaltungseigenschaften aber andere optische
Eigenschaften ("leichter zu messen") als die eigentliche Farbe haben.
[0046] Insbesondere bei der Verwendung von weitgehend dielektrischen Farben kann die Güte
des Farbfilms auf einer Walze - im Reck oder im Farbwerk - auch durch kapazitive Sensoren
ermittelt werden. In diesem Fall ist leicht zu erkennen, dass die Dicke des Farbfilms
auf der Oberfläche der Walze, an der gemessen wird, Einfluss auf die kapazitive Messung
hat. Jedoch dürfte auch eine unebene Struktur eines Farbfilms hier eine Rolle spielen.
[0047] Bei einem erfindungsgemäßen Farbwerk kann die Entwicklung des Farbfilms auf der Walze
auch während des Druckbetriebs beobachtet werden. Auf diese Weise können gegenüber
dem Druckbetrieb dynamische Änderungen der Druckbedingungen erkannt werden. Es kann
auf diese Änderungen im laufenden Druckbetrieb reagiert werden (z. B. durch andere
Anstellung der Walzen oder durch Änderung der Viskosität der Druckfarbe).
[0048] An dieser Stelle ist noch einmal hervorzuheben, dass die Veränderung des Farbfilms
auf dem zumindest einen farbtransportierendem Zylinder bei sich drehender Walze vorgenommen
werden kann. Die Messung kann stattfinden, während die Zylinder - beziehungsweise
die Zylinder deren Relativposition optimiert wird - in der Umgebung ihres Kissprintpunkts
gegeneinander angestellt sind und ggf. während eine Messfahrt zur Auffindung einer
optimierten Druckposition stattfindet. Ein Abfahren der Walzen voneinander, um die
Messung durchzuführen, ist in der Regel nicht nötig.
[0049] In der nachfolgenden gegenständlichen Beschreibung werden Sensoren gezeigt, die in
einer Arbeits- oder Messposition zu einer farbtransportierenden Walze angebracht sind.
Bei optischen Sensoren - Kameras - sind oft auch noch Strahlungsquellen vorgesehen.
Es hat sich gezeigt, dass sich durch Messungen auf den farbtransportierenden Walzen,
die mit den gezeigten Sensoren möglich sind, auch noch andere für den Druckprozess
relevante Größen oder Phänomene messen oder feststellen lassen. Diese werden nachfolgend
in Bezug auf die Beobachtung einer Flexodruck-Rasterwalze erläutert:
Auswertung des Negativbildes
[0050] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass sich auf der Rasterwalze ein mit geeigneten
Sensoren gut erkennbares Negativbild des Druckmotives abzeichnet. Dieses kann mit
dem aus der Druckvorstufe oft bekannten Sollbild des Druckbildes verglichen werden,
das oft in elektronischer Form (z. B. pdf) vorliegt. Auf diese Weise können Fehler
erkannt werden, bevor diese - ebenfalls unter Anfall von Makulatur auftreten.
Einfärbungsüberwachung
[0051] Die Güte der Einfärbung der Rasterwalze - welche in der Regel durch eine Rakelkammer
vorgenommen wird - kann vor oder während des Druckprozesses überwacht werden. Dies
ist sehr wichtig, da es noch immer vorkommt, dass wenig oder gar keine Farbe auf der
Walze ist, was natürlich das Druckbild negativ beeinflusst. Trockenlaufende Walzen
aller Art können jedoch auch in Druckmaschinen Entzündungen und Explosionen hervorrufen,
so dass die Erkennung der trockenen Walze zum "Explosionsschutz" verwendet werden
kann (z. B. Druckabbruch oder Warnsignal)
Ghosting oder Rakelstreifen oder Schwingungen
[0052] Farbablagerungen, die zu sogenanntem Ghosting führen können, oder Rakelstreifen,
die durch ein zu stark angestelltes und/oder vibrierendes Rakelmesser auf der Oberfläche
der Rasterwalze zustande kommen können, können mit den Sensoren erkannt werden. Als
Abhilfe gegen das Ghosting kann man die Rasterwalze reinigen. Während des Druckbetriebes
kann man mehr Lösemittel zuführen. Bei den Rakelstreifen bietet sich als Gegenmaßnahme
eine Justage des Rakelmessers an. Streifen auf der Rasterwalze können auch durch Schwingungen
in dem Farbwerk zustande kommen. Solche Schwingungen führen oft zu sehr regelmäßigen
Dickeschwankungen des Farbfilms auf der Walze.
Dynamische Messung
[0053] Bereits oben wurde erwähnt, dass Änderungen des Farbfilms auf einer farbtransportierenden
Walze auch während des Druckbetriebs gemessen werden können. Bei solchen Änderungen
kann dann wieder aufgrund der Messungen des Sensorsystems eine Optimierung der Walzenposition
erfolgen. Maßnahmen dieser Art sind vorteilhaft, da sich aufgrund dynamischer Änderungen
im Druckbetrieb eben Änderungen der Parameter einstellen. Daher wird in der Regel
bei steigender Druckgeschwindigkeit weiter zugestellt.
Registern oder Vorregistern
[0054] Anhand signifikanter Punkte in dem oben erwähnten Negativbild des Druckbildes auf
der Rasterwalze oder anhand eigens zu diesem Zweck vorgesehener Registermarken, die
ebenfalls in dem Negativbild abgebildet werden, kann auch eine Registerung oder Vorregisterung
des druckbildtragenden Zylinders - beim Flexodruck des Formatzylinders - zu dem druckbildtragenden
Zylinder zumindest eines weiteren Farbwerkes vorgenommen werden. Hierzu wird der signifikante
Punkt oder die Marke auf der Oberfläche der Rasterwalze zu einem Zeitpunkt erkannt
und die Winkelposition der Rasterwalze zu diesem Zeitpunkt z. B. mit einem Drehgeber
aufgezeichnet. Ein signifikanter Punkt oder eine Marke auf der Oberfläche der Rasterwalze
des weiteren Farbwerkes muss dann in eine geeignete relative Winkelposition gebracht
werden. Dieser Umstand würde ebenfalls mit einem optischen Sensor und einem Drehgeber
überprüft. Dieses Verfahren würde zum Beispiel ein makulaturfreies Vorregistern ermöglichen.
[0055] Die vorstehenden Verfahren sind mit den Verfahren zur Einstellung der Relativposition
der zumindest zwei am Druckprozess beteiligten Walzen vorteilhaft kombinierbar. Beide
Typen von Verfahren haben überraschende Vorteile, wenn sie anhand von Messungen an
Zylindern mit unebenen Oberflächen - wie Rasterwalzen, Formatzylindern oder Formzylindern
- durchgeführt werden.
[0056] Bei Glattwalzen ergeben sich in der Regel geringere Signal-Rauschverhältnisse.
[0057] Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung gehen aus der gegenständlichen Beschreibung
und den Ansprüchen hervor.
[0058] Die einzelnen Figuren zeigen:
- Fig. 1
- Eine Funktionsskizze einer ersten Zentralzylinderflexodruckmaschine
- Fig. 2
- Eine Funktionsskizze einer zweiten Zentralzylinderflexodruckmaschine
- Fig. 3
- Eine Funktionsskizze einer dritten Zentralzylinderflexodruckmaschine
- Fig. 4
- Eine schematische Schnittdarstellung des Farbwerks 5 der dritten Zentralzylinderflexodruckmaschine
- Fig. 5
- Eine Funktionsskizze einer vierten Zentralzylinderflexodruckmaschine
- Fig. 6
- Einen ersten Ausschnitt aus Figur 8
- Fig. 7
- Einen zweiten Ausschnitt aus Figur 8
- Fig. 8
- Eine Skizze einer Rasterwalze und eines Sensorsystems
- Fig. 9
- Eine zweite Ansicht des Sensorsystems aus Figur 8
- Fig. 10
- Eine Veranschaulichung eines ersten Messverfahrens
- Fig. 11
- Eine Veranschaulichung eines zweiten Messverfahrens
- Fig. 12
- Eine Veranschaulichung einiger Begriffe
- Fig. 13
- Eine Veranschaulichung eines dritten Messverfahrens
- Fig. 14
- Eine Veranschaulichung eines vierten Messverfahrens
- Fig. 15
- Eine Rasterwalze und eine Kamera
- Fig. 16
- Eine weitere Rasterwalze und eine Kamera
- Fig. 17
- Eine Vergrößerung der Oberfläche einer Rasterwalze 7 in der Schnittdarstellung
- Fig. 18
- Die Schnittdarstellung aus Figur 17 mit leeren Näpfchen 30
- Fig. 19
- Eine weitere Vergrößerung der Oberfläche einer Rasterwalze 7 in der Schnittdarstellung
- Fig. 20
- Die Schnittdarstellung aus Figur 19 mit leeren Näpfchen 30
- Fig. 21
- Eine Skizze einer Rasterwalze 7, die von einer beweglichen Kamera abgetastet wird
- Fig. 22
- Die Skizze aus Figur 21, wobei ein Formatzylinder an die Rasterwalze angestellt ist
- Fig. 23
- Der Verlauf der Intensität von der Rasterwalze remittieren Lichts als Funktion des
Walzendrehwinkels ϕ
[0059] Fig. 1 ist eine Prinzipskizze einer Zentralzylinderflexodruckmaschine 15, bei der
die Druckwerke beziehungsweise Farbwerke 2, 3, 4 und 5 um den zentralen Gegendruckzylinder
1 herum angeordnet sind. Die Farbwerke 2, 3 und 4 sind lediglich mit gestrichelten
Linien dargestellt, da eine genauere Betrachtung des Farbwerkes 5 an dieser Stelle
genügt.
Hier überträgt die Rakelkammer 6 Farbe auf die Oberfläche der Rasterwalze 7.
[0060] Diese 7 transportiert die Farbe durch ihre Drehung weiter zu dem Formatzylinder 8.
Der Formatzylinder 8 trägt das erhabene Klischee 11, das Farbe von der Oberfläche
der Rasterwalze 7 abnimmt. Auf der Oberfläche der Rasterwalze 7 bildet sich daher
in dem Berührungsbereich 10 zwischen dem Klischee 11 des Formatzylinders 8 und der
Rasterwalze 7 eine Zone aus, in der Farbverlust eintritt. Diesen Farbverlust gilt
es bei einer Druckmaschine 15, wie sie in Figur 1 gezeigt ist, zu messen, bevor der
Berührungsbereich 10 durch die Drehung der Rasterwalze 7 wieder die Rakelkammer 6
erreicht. Darüber hinaus kann es bei genaueren Messungen nötig sein, den Farbverlust
pro Flächeneinheit zu messen. Falls dies schnell und während einer Tastfahrt geschehen
soll, ist eine Messung bei drehender Walze 7 vorteilhaft.
[0061] Das Klischee 11 überträgt die Farbe auf den Bedruckstoff 9, der auf der Umfangsfläche
des Gegendruckzylinders 1 transportiert wird. Im unteren Bereich der Figur 1 ist bereits
das Druckbild 16 auf dem Bedruckstoff zu sehen.
[0062] In Figur 2 ist eine zu Figur 1 weitgehend identische Skizze zu sehen, bei der gleiche
Bezugszeichen auch dieselben Merkmale benennen. Hinzugetreten ist allerdings die Zeilenkamera
17, deren Breite der maximalen Druckbreite entspricht. Die Kamera ist modular aufgebaut.
Sie besteht aus den Modulen 18, in denen Fotodioden Teilbereiche der Rasterwalze 7
aufnehmen können. In der skizzierten Arbeitssituation der Druckmaschine 15 sind lediglich
die mittleren Module 18 der Kamera 17 aktiviert. Bereits diese Module sind in der
Lage, den Berührungsbereich 10 der Oberfläche der Rasterwalze 7 mit dem Klischee 11
vollständig oder teilweise abzutasten, wenn sich dieser Bereich 10 durch die Drehung
der Rasterwalze 7 an der Kamera 17 vorbeibewegt.
[0063] In der Regel wird die Zeilenkamera 17 bereits mit eigenen Strahlungsquellen, die
Strahlung auf den Berührungsbereich 10 einstrahlen, ausgestattet sein.
[0064] Figur 3 zeigt wieder eine prinzipiell gleich aufgebaute Druckmaschine 15. Neben der
in Drehrichtung 14 der Rasterwalze 7 vor der Rakelkammer 6 angebrachten, bereits in
Figur 2 gezeigten Kamera 17 ist die in Drehrichtung 14 der Rasterwalze 7 der Rakelkammer
6 nachgelagerte Kamera 19 zu sehen. Mit dieser Kamera kann die Güte der Einfärbung
der Rasterwalze 7 durch die Rakelkammer 6 kontrolliert werden.
[0065] Ein solcher Aufbau ist auch in der Schnittdarstellung des Farbwerks 5 in Figur 4
zu sehen. Hier wurde der Formatzylinder 8 mit zwei Klischees 11 gezeigt. Es ist dargestellt,
dass die Rasterwalze 7 in dem Berührungsbereich 10 keinen unbeeinträchtigten Farbfilm
22, wie in ihrer restlichen Umfangsfläche, mehr aufweist. In der Schnittdarstellung
der Rakelkammer 6 sind auch ihr Farbreservoir 20 und ihre Rakelmesser 21 zu sehen.
Der Pfeil 23 symbolisiert die Transportrichtung der Farbe.
[0066] Anhand von Figur 4 lässt sich eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens
darstellen:
[0067] Hierbei wird der Arbeitsabstand zwischen einer ersten Gruppe von am Druckprozess
beteiligten Zylindern 1,7,8 eingestellt, wobei die erste Gruppe eine erste Anzahl
N von Zylindern aufweist und die erste Anzahl zumindest drei beträgt,
wobei der Arbeitsabstand zwischen einer zweiten Gruppe von am Druckprozess beteiligten
Zylindern 7,8 aufgrund von Messwerten eingestellt wird, die die Veränderung des Farbfilms
auf zumindest einem der zwei Zylinder betreffen, wobei die zweite Gruppe eine Teilmenge
der ersten Gruppe ist, die zweite Gruppe eine zweite Anzahl M von Zylindern aufweist
und die zweite Anzahl M zumindest zwei beträgt,
und wobei der Arbeitsabstand zwischen einer dritten Gruppe von am Druckprozess beteiligten
Zylindern 1,8 aufgrund von Messwerten eingestellt wird, die auf andere Weise gewonnen
werden als die Messwerte für die Einstellung des Arbeitsabstandes zwischen den Zylindern
der zweiten Gruppe von am Druckprozess beteiligten Zylindern, wobei die dritte Gruppe
eine Teilmenge der ersten Gruppe ist, die dritte Gruppe eine dritte Anzahl O von Zylindern
aufweist und die dritte Anzahl O zumindest zwei beträgt.
[0068] In dem in Figur 4 dargestellten Flexofarbwerk 5 besteht die erste Gruppe von am Druckprozess
beteiligten Zylindern aus dem Gegendruckzylinder 1, dem Formatzylinder 8 und der Rasterwalze
7. Es ist vorteilhaft, die zweite Gruppe aus dem Formatzylinder 8 und der Rasterwalze
7 zu bilden. Wenn diese beiden Zylinder gegeneinander angestellt werden, während sie
sich drehen, wird trotzdem keine Makulatur erzeugt.
[0069] Die dritte Gruppe kann dann aus dem Gegendruckzylinder 9 und dem Formatzylinder 8
gebildet werden. Bei diesen beiden Zylindern kann die Einstellung der optimierten
Druckposition in einer anderen Art und Weise erfolgen, um Makulatur zu sparen.
[0070] Ein solches anderes Verfahren zur Einstellung einer optimierten Druckposition ist
in der noch unveröffentlichten deutschen Patentanmeldung mit der Anmeldenummer
10 2009 025 053 offenbart. In dieser Druckschrift wird ausgeführt, dass ein sich drehender am Druckprozess
beteiligter Zylinder gegen einen anderen Zylinder angestellt wird. Zwischen den Oberflächen
der Zylinder herrscht ein Geschwindigkeitsgradient, so dass der Antrieb zumindest
eines der beiden Zylinder zusätzliches Drehmoment aufwendet. Ein Rückgriff auf die
Lehre der deutschen Patentanmeldung mit der Anmeldenummer
10 2009 025 053 zur Abrundung der vorliegenden Lehre wird ausdrücklich vorbehalten.
[0071] Bei der Lehre der deutschen Patentanmeldung mit der Anmeldenummer
10 2009 025 053 ist besonders wichtig, wie die Antriebe der Druckmaschine ausgestaltet sein sollten,
um die Drehmomentänderung wahrzunehmen. Darüber hinaus ist die Art und Weise, wie
die Zylinder in der deutschen Patentanmeldung mit der Anmeldenummer
10 2009 025 053 gegeneinander angestellt werden, von großer Bedeutung. Auch die Auswertung der Messwerte
und die tatsächliche Optimierung der Druckposition können zur Abrundung des in der
hier vorliegenden Druckschrift vorgestellten Verfahrens herangezogen werden.
[0072] Die Lehre der deutschen Patentanmeldung mit der Anmeldenummer
10 2009 025 053 gestattet die Einstellung der Druckposition - unter anderem bei Gegendruckzylinder
9 und Formatzylinder 8 - bei extrem geringer Druckgeschwindigkeit oder gar bei Stillstand
des Gegendruckzylinders 9. Also kann auch durch die Kombination dieser Verfahren makulaturarm
oder gar frei angedruckt werden.
[0073] Figur 5 zeigt erneut die Druckmaschine 15 in ähnlicher Weise wie die Figuren 1 bis
3. Jedoch ist diesmal anstelle der Zeilenkamera 17 in dem Farbwerk 5 die bewegliche
Kamera 24 dargestellt. Sie ist entlang einer nicht dargestellten Schiene in der axialen
Richtung der Rasterwalze 7 verfahrbar. Dies ist durch die Pfeile 25 dargestellt.
[0074] Die in Figur 5 dargestellte Kamera kann zu einem Zeitpunkt nur Teilbereiche der Berührungsfläche
10 zwischen den Zylindern 7 und 8 abdecken. Es wäre auch möglich, mehrere solcher
beweglichen Kameras 24 vorzusehen oder eine und mehrere Kameras, die nur kleinere
Teilbereiche der Fläche abdecken können, ortsfest anzubringen.
[0075] Es hat sich gezeigt, dass auch solche Kameras bei bestimmten Anwendungsfällen völlig
ausreichend sind. Als Kameras mit kleinem Gesichtsfeld (Größenordnung Quadratmillimeterbereich)
kommen Sensoren, wie Reflexionssensoren beziehungsweise Lichttaster, die bereits in
Reihendruckmaschinen als Registersensoren Verwendung finden, in Frage. Diese Sensoren
verfügen über Lichtleiter (in der Regel glasfaserbasiert), die sowohl Licht auf den
Beobachtungsbereich leiten als auch das von der Walzenoberfläche remittierte Licht,
das der Messung dient, ableiten (in der Regel nachdem es von einer Linse oder Ähnlichem
gesammelt wurde). Dank der Lichtleiter befinden sich sowohl die Strahlungsquelle als
auch die Analyseeinheit in ungefährdeter Einbaulage in einem Abstand von der Messstelle.
Die genannten Sensoren sind als hochintegrierte (u. a. mechanisch belastbare und gegen
chemische Einflüsse relativ unempfindliche Bauteile zu erwerben). Es ist dank der
Lichtleiter auch möglich, die Positionen der lichtemittierenden und immittierenden
Bauteile (Sender und Empfänger) sowie der Walzenoberfläche so einzustellen, dass ein
Großteil des remittierten Lichtes in den Empfänger zurückfällt und der Messung zugeführt
wird (in der Regel mit Fotodioden). Die Erzeugung des Lichtes wird in der Regel mit
LEDs durchgeführt. Oft wird hierbei Licht erzeugt, das in seiner Farbe auf die Farbe
der untersuchten Walze abgestimmt ist. Diese Maßnahme ist bei allen Strahlungsquellen
in Zusammenhang mit der hier vorgestellten Lehre hilfreich.
[0076] Die Figur 9 zeigt noch einmal die aus den Modulen 18 zusammengesetzte Zeilenkamera
17, die in der Drehrichtung der Rasterwalze 7 in Figur 2 der Rakelkammer 6 vorgelagert
ist. Die Ausrichtung in z-Richtung entspricht auch dem Symbol der Zeilen kamera 17
(gestricheltes Rechteck) in Figur 8. In Figur 8 sind die Module 18 der Zeilenkamera
als Diodenmodule dargestellt, die mit dem Leitungssystem 26 miteinander verbunden
sind. In Figur 8 ist die Ausrichtung der Zeilenkamera 17 zur Rasterwalze 7 zu sehen.
Zwei Teilbereiche der Kamera 27 und 28, die von jeweils einem Kameramodul 18 erfasst
werden, sind durch gestrichelte Kreise hervorgehoben. Der Teilbereich 27 liegt an
einem stirnseitigen Rand der Rasterwalze 7 und ist auch im Betrieb der Druckmaschine
mit einem unbeeinträchtigten Farbfilm 22 versehen. Der Teilbereich 28 gehört zu dem
Berührungsbereich 10. Die Folgen dieser Umstände sind in den Figuren 6 und 7 dargestellt,
die Vergrößerungen des Teilbereichs 28 (Figur 6) und 27 (Figur 7) darstellen. Im Teilbereich
27 sind die Näpfchen 30 der Rasterwalze 7 mit Farbe 29 gefüllt. Die Farbe reicht bis
an die Steege zwischen den Näpfchen, da die Oberfläche der Rasterwalze 7 ja lediglich
von den Rakelmessern 21 der Rasterwalze 7 abgerakelt wird. Als Folge ergibt sich im
Teilbereich 27 ein guter Reflexionsgrad der Rasterwalzen, der weitgehend von dem relativ
glatten Farbfilm auf der Rasterwalzenoberfläche bestimmt wird. Im Teilbereich 28 ist
dies nicht der Fall. Hier sind die Näpfchen 30 weitgehend entleert, die Stege kaum
noch von Farbe 29 benetzt. Der einfallenden Strahlung, die in Regel von einer nicht
dargestellten zusätzlichen Strahlungsquelle stammt, bietet sich eine Raue Oberfläche,
die unregelmäßig, vor allem aber schwächer und diffus reflektiert. Der Unterschied
des Reflexionsgrades zwischen den Teilbereichen 27 und 28 ist daher signifikant, es
ergibt sich ein gutes Signal-Rauschverhältnis, wenn mit geeigneten Sensoren gemessen
wird.
[0077] Bereits in den bisherigen Figuren wurde auf die Darstellung eines externen Recks
verzichtet, da es dieselben mechanischen Funktionskomponenten aufweisen muss wie die
skizzierten Farbwerke beziehungsweise Druckmaschinen. Es wurde auch auf die Darstellung
von Steuereinheiten, Leitungen und Schnittstellen verzichtet. Trotzdem wird ausdrücklich
darauf verwiesen, dass die geschilderten Verfahren computerimplementiert durchgeführt
werden können. Oft werden die Steuereinheit der Druckmaschine und/oder die Steuereinheit
eines externen Recks mit den entsprechenden Soft- und Hardwarekomponenten ausgestattet
sein. Bei Vorhandensein eines externen Recks kann die Arbeit auch zwischen den betreffenden
Steuereinheiten des Recks und der Druckmaschine geteilt werden.
[0078] In den Figuren 10 bis 14 werden noch einmal verschiedene Messverfahren, die bereits
in der einleitenden Beschreibung gewürdigt wurden, an Beispielen erläutert. Auch bei
diesen Beispielen ist es vorteilhaft, irgendwelche Steuereinheiten dazu einzurichten,
diese Verfahren automatisch durchzuführen. Die diesen Verfahren zugrunde liegende
Frage ist: Bei welcher Änderung der Flächendeckung auf der zumindest einen farbtransportierenden
Walze gilt ein optimierter Arbeitsabstand der zumindest zwei am Druckprozess beteiligten
Walzen als erreicht? Hierzu wird wegen der gebotenen Kürze zunächst nur untersucht,
welche Möglichkeiten sich bei einer zunehmenden Anstellung der Walzen und der damit
verbunden Änderung der Oberflächenstruktur des Farbfilms- und/oder einer Farbabnahme
ergeben.
[0079] Durch die Figuren 10 bis 14 wird verdeutlicht, wie sich die Intensität des von einer
Kamera 17, 24 als Funktion des Arbeitsabstandes ändert. Bei der Optimierung des Arbeitsabstandes
zwischen den Walzen werden diese in der Regel - bei weitgehend parallelen Walzenachsen
- einander angenähert. Hierbei ändert sich der Abstand der Walzen in ihrer radialen
Richtung r. In den nachstehenden Figuren steht eine Steigerung des Wertes x für diese
Annäherung in der radialen Richtung, da der Bock einer Walze in Richtung auf die andere
Walze gefahren wird. Natürlich kann die Relativposition der beiden Walzen auch in
anderer Weise geändert werden.
[0080] Das in Figur 10 gezeigte Ausführungsbeispiel beruht auf einer Messung des von der
farbtransportierenden Walze remittierten Lichts beziehungsweise auf der Messung der
Intensität I dieses Lichts. Zu Beginn der durch die Klammer 32 symbolisierten Messfahrt,
bei der die Lichtintensitätswerte, die sich als Funktion der Annäherung der Walzen
ergeben (der Walzenabstand sinkt von links nach rechts, da eine Walze in x-Richtung
an die andere angestellt wird), gemessen werden, ändert sich die Lichtintensität nicht.
Es findet noch keine Berührung statt. Bei Erreichen eines sehr frühen Kissprintpunktes
31 beginnt ein Farbübertrag, der ab dem Punkt 37 von dem Sensorsystem gemessen werden
kann, da der Abfall der Lichtintensität I hier bereits größer ist als die Messtoleranz
35 des Sensorsystems. An diesem Punkt endet die Messfahrt 32, das heißt, man nimmt
bei diesem Beispiel die bei Punkt 37 erreichte Relativposition als erste optimierte
Relativposition der beiden Walzen hin. Je nach den gesamten Systemparametern (Empfindlichkeit
des Sensorsystems, Art des Druckverfahrens, Farbe usw.) kann schon hier ein optimierter
Arbeitsabstand 38 erreicht sein. In der Regel wird man aber mehr tun müssen, um einen
akzeptablen optimierten Arbeitsabstand 38 zu erreichen. Hier geschieht dies, indem
eine zusätzliche Annäherung der Walzen um einen Offsetwert 34 - also einen Streckenbetrag
x - herbeigeführt wird. Die Größe dieses Streckenbetrages kann auf Berechnungen oder
Empirik beruhen.
[0081] Das Erreichen des optimierten Arbeitsabstands 38 kann durch Messungen verifiziert
werden, was oft aber nicht nötig sein dürfte.
[0082] Auch in Figur 11 und den restlichen Figuren ist die Annäherung der beiden Walzen
infolge der Anstellung einer Walze in x-Richtung gegen die andere gegen die remittierte
Lichtintensität I aufgetragen. Auch in Figur 11 verbleibt die Lichtintensität zunächst
auf ihrem Maximum 42, da kein Farbübertrag stattfindet. Wieder beginnt bei dem Punkt
31 der Farbübertrag. Die Messfahrt 32 endet jedoch nicht in dem Moment, in dem der
Abfall der Lichtintensität eine Nachweisschwelle 35 überschreitet, sondern in dem
Moment, in dem der Abfall der Lichtintensität einen vorgegebenen Schwellwert 33 überschreitet.
Vom Punkt 31 bis zum Erreichen dieses Schwellwertes haben sich die Walzen zwar bereits
um den Anstellbetrag 39 weiter angenähert, aber- in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
wird die Anstellung noch einmal um einen Offsetwert 34 erhöht ("weiter zugestellt"),
bis vom Erreichen einer optimierten Arbeitsposition 38 der beiden Walzen ausgegangen
wird.
[0083] In Figur 12 können die Begriffe Offset 34, Schwellwert 33 und Anstellbetrag 39 zu
Schwellwert 33 noch einmal erklärt werden: Ein Offset 34 ist eine Annäherung der Walzen
um einen Streckenbetrag. Dieser kann von der Maschinensteuerung gesteuert und ggf.
von Positionssensoren wie Drehgebern in Spindelmotoren gemessen werden. Ist ein Schwellwert
33 (an Lichtintensität I) vorgegeben, wird der Abstand zwischen den Walzen (durch
Änderung von x) solange geändert, bis der Schwellwert erreicht ist. Es ergibt sich
ein Anstellbetrag 39 zum Schwellwert 33.
[0084] In den Figuren 13 und 14 ist der Verlauf der Lichtintensität als Funktion der Annäherung
über einen breiteren Bereich dargestellt:
[0085] Wie bereits in den Figuren 10 und 11 gezeigt, befindet sich die Lichtintensität zunächst
auf einem Maximum 42. Nach dem Verlassen dieses Maximums (dies beginnt im Punkt 31,
wie bereits gezeigt) nimmt der Graph 45 oft einen sehr charakteristischen Verlauf
46 an, bis er sein Minimum 43 erreicht. Innerhalb dieses Bereiches lassen sich charakteristische
Punkte 44 ermitteln (wie Wendepunkte oder lokale Maxima), von denen sich Aussagen
zu der Lage einer optimierten Arbeitsposition der beiden Walzen machen lassen. So
ist in Figur 13 eine Situation dargestellt, in der die Messfahrt bis zum Erreichen
einer optimierten Druckposition durchgeführt wird. Bei Erreichen des Punktes 38 kann
die Steuereinrichtung den weiteren Kurvenbereich berechnen oder abschätzen. Sie hält
keine weitere Anstellung für nötig und beendet sowohl die Messfahrt als auch den Anstellvorgang.
Oft wird es sogar möglich sein, bei diesem Verfahren (Optimierung der Relativen Walzenposition
aufgrund der Auswertung des charakteristischen Verlaufs der Funktion 45) die Messfahrt
sehr früh zu beenden und die optimierte Walzenposition durch einen Offset 34 zu erreichen.
[0086] In Figur 14 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei dem die Messfahrt 32 andauert,
bis das Minimum 41 erreicht wird. Dann werden die Walzen um einen errechneten Wert
47 weiter beabstandet, um den optimierten Arbeitsabstand 38 einzustellen.
[0087] In Bezug auf die Figuren 10 bis 14 wurde als Messwert ausschließlich von der Lichtintensität
I gesprochen. Wie eingangs erwähnt können jedoch auch andere Messgrößen diese Rolle
einnehmen. In Zusammenhang mit der Erfindung ist es von Vorteil, wenn mit dem angewandten
Messverfahren die Flächendeckung pro Flächeneinheit bei laufender - also sich drehender
- Walze gemessen werden kann.
[0088] Die in den Figuren gezeigten Verläufe der Graphen 45 können sich in Teilbereichen
der Fläche oder aber in der gesamten Fläche einstellen. Daher ist es möglich, mit
den dargestellten Verfahren die Veränderung der Farbschicht in Teilbereichen der Berührungsfläche
10 oder in der ganzen Berührungsfläche 10 zu beobachten.
[0089] Figur 15 zeigt eine Rasterwalze 7, deren Oberfläche von einer Strahlungsquelle 48
mit einfallender Strahlung 49 angestrahlt wird. Die Strahlung wird von der Oberfläche
der Rasterwalze 7 remittiert. Die remittierte Strahlung 50 ist diffuser als als die
einfallende Strahlung 49. Die Rasterwalze 7, die Strahlungsquelle 48 und die Kamera
24 sind derart zueinander positioniert, dass ein Großteil der remittierten Strahlung
in die Kamera 24 fällt. In der Regel wird dieser Umstand durch die Beziehung Einfallswinkel
(zu der relevanten Walzenoberfläche) gleich Ausfallswinkel sichergestellt.
[0090] Während die Bildebene der Figur 15 von den Axial- (z) und Radialkoordinaten (r) der
Walze 7 aufgespannt wird, wird die Bildebene der Figur 16 von den Umfangs- (ϕ) und
Radialkoordinaten (r) aufgespannt. Die Rasterwalze 7 in Figur 16 ist also gegenüber
der Rasterwalze in Figur 15 um 90° gedreht. Die Strahlungsquelle 48 und die Kamera
24 sind anders zu der Rasterwalze positioniert. Die Figuren 17 und 18 zeigen eine
Vergrößerung eines Ausschnitts der Fläche einer Rasterwalze 7. In Figur 17 sind die
Näpfchen 30 der Rasterwalzenfläche bis zum Rand mit Farbe 29 gefüllt. In Figur 18
sind die Näpfchen weitgehend von Farbe 29 entleert. Der Verlauf der remittierten Strahlung
50 verdeutlicht in den Figuren 17 und 18 die Folgen dieses Umstandes: In Figur 17
ist die Remission weniger diffus als in Figur 18, so dass in Figur 17 mehr Licht in
die der Kamera 24 vorgelagerte Sammellinse 51 und damit in die Kamera 24 fällt. Zu
erwähnen ist noch, dass auch den Lichtquellen 48 in den Figuren 17 und 18 Linsen 51
zugeordnet sind.
[0091] Auch die Figuren 19 und 20 zeigen ebenfalls vergrößerte Ausschnitte der Rasterwalzenoberfläche,
wobei die Figur 19 mit Farbe 29 gefüllte Näpfchen 30 zeigt, während die Näpfchen in
Figur 20 weitgehend entleert sind. Der breitere Verlauf der Strahlungsintensitätskeule
in Figur 20 verdeutlicht die Konsequenzen:
[0092] Das von der Rasterwalze 7 remittierte Licht 50 wird in Figur 20 stärker gestreut
als in Figur 19, so dass in Figur 20 weniger Lichtintensität - oder weniger Photonen
- in der Sammellinse 51 ankommen. Durch diesen Intensitätsabfall wird klar, dass eine
Anstellung der Rasterwalze 7 an eine andere Walze - wie einen Formatzylinder - stattgefunden
hat.
[0093] Gerade angesichts der Figuren 16 bis 20, die die Oberfläche von Rasterwalzen in einer
Schnittdarstellung darstellen, kann aufgezeigt werden, dass es zu der Veränderung
des Remissionsverhaltens der Oberfläche einer farbtransportierenden Walze 7 nicht
notwendigerweise eines Farbübertrages und damit einer Farbabnahme auf der Walzenoberfläche
bedarf. Vielmehr ist insbesondere bei farbtransportierenden Walzen mit einer unebenen
Oberfläche - wie Rasterwalzen, Klischeewalzen bzw. Formatzylindern aber auch Formzylindern
- davon auszugehen, dass bereits die Änderung der Oberflächenstruktur infolge einer
ersten Berührung zwischen Walzen zu einer nachweisbaren Änderung der Oberfläche des
Farbfilms auf der Walze führt.
[0094] Eine solche Veränderung der Oberfläche kann zum Beispiel in einer "Entglättung" derselben
- also in einer Steigerung ihrer "Rauhigkeit" - also eigentlich Unebenheit - bestehen.
Schon bei einem solchen Ergebnis kommt es zu einer größeren Streuung der remittierten
Strahlung, so dass ein erster Kontakt zwischen am Druckprozess beteiligten Walzen
1,7,8 nachgewiesen werden kann.
[0095] Darüber hinaus kann eine solche erste Berührung zwischen den Walzen auch dazu führen,
dass Farbe von der Oberfläche der Walze in Näpfchen 30, Zwischenräumen zwischen erhabenen
Abschnitten des Druckbildes oder sonstige tiefer gelegenen Bereiche der Walzenoberfläche
verdrängt wird, ohne dass eine Farbübertragung an einen anderen Zylinder - in aller
Regel Farbspaltung genannt - stattfindet. Auch in dem zuletzt geschilderten Fall kann
sich das Reflexionsverhalten der Walzenoberfläche signifikant verändern. So verschwindet
die Farbe aus den höhergelegenen Bereichen der Walzenoberfläche, so dass diese nicht
mehr von einer glatten Farbschicht abgedeckt sind. Die in der Regel unregelmäßigen
erhabenen Elemente der Walzenoberfläche (bei Rasterwalzen oft Stege zwischen den Näpfchen
30, bei Formatzylindern 8 druckaktive Bereiche) verhindern eine einheitliche direkte
Reflexion und tragen so zur Erzeugung diffuseren oder ungerichtet reflektierten Lichts
bei der ausfallenden Strahlung 50 bei.
[0096] Neben der Farbabnahme und der Änderung der Oberflächenstruktur kann natürlich auch
eine Farbzunahme in Folge eines Kontaktes zwischen am Druckprozess beteiligten Walzen
gemessen werden. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Farbzunahme auf einem
Formatzylinder 8, gegen den eine bereits eingefärbte Rasterwalze angestellt wird,
gemessen wird. Für die qualitativen Veränderungen - beispielsweise der in Folge der
Anstellung gemessenen Zulahme der Intensität I des remittierten Lichts 50 - gilt dann
das in Bezug auf die Figuren 10 bis 14 Gesagte, wobei die Intensität als Folge der
Annäherung der Walzen zunimmt und nicht abnimmt. Wird der solcherart eingefärbte farbübertragende
Zylinder 8 seinerseits an einen weiteren noch nicht eingefärbten Zylinder 1 und/oder
an den Bedruckstoff 9 angestellt (siehe zum Beispiel Figur 4), so ist wieder eine
Veränderung des Farbfilms und daher - falls die Lichtintensität I des remittierten
Lichts 50 die Messgröße ist - eine Abnahme der Lichtintensität 50 zu erkennen (Vergleiche
Figuren 10 bis 14). Die Farbzunahme, die Farbabnahme und die Veränderung der Struktur
der Farboberfläche fallen unter den Oberbegriff Veränderung des Farbfilms.
[0097] Mit den dargestellten Verfahren ist es daher u. a. möglich,
- einen ersten Kontakt zwischen Zylindern 1,7,8 zu erkennen,
- die Güte des Kontaktes zu erkennen,
- Teilbereiche 27,28 des Berührungsbereichs 10 zu untersuchen,
- den gesamten Berührungsbereich in solche Teilbereiche zu zerlegen.
[0098] Die Beobachtung kann bei sich drehenden Walzen erfolgen. Hierbei kann die Entstehung
von Makulatur vermieden werden. Es kann die Vollständigkeit und/oder Gleichmäßigkeit
des Farbübertrages untersucht werden. Es ist vorteilhaft, die erwähnten und nachfolgenden
Verfahren mit Vorrichtungen durchzuführen, die zu ihrer Durchführung - beispielsweise
durch die Programmierung einer Steuervorrichtung - eingerichtet sind.
[0099] Die Messung der Veränderung des Farbfilms kann gemessen werden, während die Walzen
noch gegeneinander angestellt sind.
[0100] Die Figur 21 ähnelt insoweit Figur 5 als eine Rasterwalze 7 dargestellt ist, die
von einer beweglichen Kamera abgetastet wird. In Figur 21 ist jedoch angedeutet, dass
die Kamera 24 die Walze zu einem Zeitpunkt abtastet, da diese bereits mit einem Farbfilm
22 an den Stellen eingefärbt ist, die überhaupt mit dem Formatzylinder 8 - als dem
zweiten Zylinder, dem die Rasterwalze Farbe überträgt - abrollen können. Eine Anstellung
der Rasterwalze 7 und des Formatzylinders 8 gegeneinander ist jedoch noch nicht erfolgt,
so dass die Kamera im Bereich ihrer Abtastbereiche 53, die aufeinander in der Umdrehungsrichtung
ϕ abfolgen, einen unbeeinflussten Farbfilm 22 abtastet. Dies geschieht bei sich drehender
Rasterwalze 7, so dass die Kamera 24 eine Referenzkurve R (Figur 23) aufzeichnet.
Diese Referenzkurve R gibt hier den Verlauf der Intensität I des von der Rasterwalze
remittierten Lichts als Funktion des Drehwinkels ϕ der Walze 7 an. Es ist von Vorteil,
wenn der Farbfilm 22 vollständig ist, das heißt, dass er dem Farbfilm 22 im Druckbetrieb
entspricht.
[0101] In Figur 22 ist bereits eine erste Anstellung (die zu einer Berührung geführt hat)
zwischen der Rasterwalze 7 und dem Formatzylinder 8 erfolgt und in dem Berührungsbereich
10 zwischen dem Klischee 22 und der Rasterwalzenoberfläche ist ein Farbverlust zu
erkennen.
[0102] Dieser Farbverlust in dem Berührungsbereich 10 führt zu einer signifikaten Änderung
der Messwerte gegenüber der vor der Anstellung gemessenen Referenzkurve R, die durch
die punktierte Tastmesskurve TM in Figur 23 dargestellt ist.
[0103] Es ist vorteilhaft, die weitere Anstellung der Zylinder 7, 8 zu beenden (optimierte
Einstellung der relativen Walzenposition erreicht), wenn die Differenz zwischen den
Tastmesswerten TM und den Referenzwerten R in einer Winkelposition ϕ der Walze (kann
mit einem Drehgeber aufgezeichnet werden) einen bestimmten Wert (z. B. Toleranzwerte
T1 oder T2 überschreitet). In einem solchen Fall greift die Kurve TM über die die
gestrichelten Kurven G1 oder G2 hinaus aus. Auch der Verlauf der Differenz zwischen
Referenzwerten R und Tastmesswerten TM kann der Einstellung der relativen Walzenpositionen
zugrunde gelegt werden. Beispiel: Die Differenz TM-R -jeweils in einer bestimmten
Winkelstellung ϕ
1 wird nach ϕ abgeleitet.
[0104] Überschreitet die Ableitung einen bestimmten Ableitungsgrenzwert K ist die optimierte
Walzenposition erreicht:

[0105] In Figur 23 ist die Ordinate mit -I bezeichnet. Mit dieser Maßnahme wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass es in Folge des Farbabtrages und/oder der Degradation des
Farbfilms im Berührungsbereich 10 in der Regel eben zu einem signifikanten Abfall
der Intensität des remittierten Lichtes zumindest in einem bestimmten Spektralbereich
kommt.
[0106] Oft ist es vorteilhaft, wenn die in den Figuren dargestellten Sensoren 17, 19, 24
nach dem Abtasten der Walze aus dem Bereich des Farbwerkes herausgeschwenkt werden.
In diesem Fall werden die empfindlichen Sensoren im weiteren Druckbetrieb nicht mehr
verschmutzt. In der abgeschwenkten Position kann eine Reinigung stattfinden, die zum
Beispiel von einer eigens dafür vorgesehenen Reinigungsvorrichtung vorgenommen werden
kann. In dieser Position kann auch ein Rekalibrieren des Sensors vorgenommen werden.
Bei Farbwechseln in dem Farbwerk können die spektralen Empfindlichkeitsbereiche der
Sensoren durch Filter und/oder durch Beaufschlagung der Halbleiterdioden mit einer
anderen Gegenspannung verstellt werden.
| Bezugszeichenliste |
| 1 |
Zentraler Gegendruckzylinder |
| 2 |
Druckwerk/Farbwerk |
| 3 |
Druckwerk/Farbwerk |
| 4 |
Druckwerk/Farbwerk |
| 5 |
Druckwerk/Farbwerk |
| 6 |
Rakelkammer |
| 7 |
Rasterwalze |
| 8 |
Formatzylinder |
| 9 |
Bedruckstoff |
| 10 |
Berührungsbereich |
| 11 |
Klischee |
| 12 |
Pfeil in Drehrichtung des Gegendruckzylinders |
| 13 |
Pfeil in Drehrichtung des Formatzylinders |
| 14 |
Pfeil in Drehrichtung der Rasterwalze |
| 15 |
Druckmaschine |
| 16 |
Druckbild |
| 17 |
Zeilenkamera vor der Rakelkammer |
| 18 |
Module der Zeilenkamera/Laserdioden |
| 19 |
Zeilenkamera nach der Rakelkammer |
| 20 |
Farbreservoir der Rakelkammer 6 |
| 21 |
Rakelmesser |
| 22 |
Unbeeinträchtigter Farbfilm |
| 23 |
Pfeil der die Transportrichtung der Farbe im Farbwerk symbolisiert |
| 24 |
Bewegliche Kamera |
| 25 |
Pfeil Bewegungsrichtungen der Kamera |
| 26 |
Leitungssystem der Zeilenkamera 17 |
| 27 |
Erster Teilbereich der Rasterwalzenfläche |
| 28 |
Zweiter Teilbereich der Rasterwalzenfläche |
| 29 |
Farbe |
| 30 |
Näpfchen |
| 31 |
Früher Kissprintpunkt |
| 32 |
Geschweifte Klammer "Messfahrt" |
| 33 |
Geschweifte Klammer "Schwellwert" |
| 34 |
Pfeil "Offset" |
| 35 |
Nachweisschwellwert/Messtoleranz |
| 36 |
Anstellfehler bei Erreichen der Nachweisschwellwert/Messtoleranz |
| 37 |
Linie (x-Wert) |
| 38 |
Optimierter Arbeitsabstand |
| 39 |
Anstellbetrag zu Schwellwert 33 |
| 40 |
Linie (x-Wert) |
| 41 |
Linie (x-Wert, "Kurvenverlauf ermittelt") |
| 42 |
Maximum I |
| 43 |
Minimum I |
| 44 |
Charakteristischer Punkt |
| 45 |
Graph/Funktion x gegen I |
| 46 |
Verlauf der Funktion 45 zwischen Minimum 42 und Maximum 43 |
| 47 |
Errechneter Wert (x) |
| 48 |
Strahlungsquelle/Beleuchtungseinheit |
| 49 |
Einfallende Strahlung |
| 50 |
Remittierte Strahlung |
| 51 |
Linse |
| 52 |
Strahlungsintensitätskeule |
| 53 |
Abtastbereiche |
| ϕ |
Drehwinkel, Laufvariable in Umdrehungsrichtungϕ |
| ϕ1 |
Bestimmte Winkelstellung der Rasterwalze 7 |
| Z |
Axiale Richtung der Walzen Zylinder 7, 1, 8 |
| X |
Anstellrichtung einer Walze an die andere (Verringerung ihres Abstandes) |
| I |
Licht- oder Strahlungsintensität |
| TM |
Tastmesswerte/Messwerte |
| T1/T2 |
Toleranzwerte |
| G/G1/G2 |
Grenzwert |
| K |
Ableitungsgrenzwert |