[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fachwerkkonstruktion, ein Verbindungselement
sowie einen Träger für eine derartige Fachwerkkonstruktion, ein Set zur Erstellung
einer derartigen Fachwerkkonstruktion und ein Gebäude umfassend eine derartige Fachwerkkonstruktion
gemäss den Oberbegriffen der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Arten von Fachwerkkonstruktionen bekannt.
Fachwerkkonstruktionen eignen sich vor allem für eine schnelle und modulare Bauweise
von Gebäuden.
[0003] Moderne Gebäude und Räumlichkeiten benötigen eine Vielzahl von Versorgungsleitungen,
sei es zur Strom- oder Wasserversorgung, zur medialen Anbindung oder ähnliche Einrichtungen.
Derartige Versorgungsleitungen sollten auf möglichst einfache Weise im Gebäude verlegt
werden können. Auch in wärmetechnischer Hinsicht sollte ein Gebäude möglichst ökonomisch
gebaut werden, zumal die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden in den
letzten Jahren stark zugenommen haben. Diese beiden Anforderungen stehen einander
allerdings in verschiedener Hinsicht entgegen. Während in wärmetechnischer Hinsicht
eine möglichst gute und vollständige Trennung einzelner Gebäudeabschnitte gegeneinander
wünschenswert ist, erfordert das Verlegen von Versorgungsleitungen zwischen Gebäudeabschnitten
von einem Raum zum anderen Durchbrüche und Öffnungen, durch welche die Leitungen verlegt
werden können. Insbesondere bei modularer Konstruktionsweise eines Gebäudes sind diese
Erfordernisse schwierig zu vereinbaren. Ähnliche Anforderungen gelten im Falle einer
Isolation gegenüber akustischen Schwingungen. Dabei ist es ebenfalls wünschenswert,
eine möglichst geringe Übertragung von akustischen Schwingungen zwischen verschiedenen
Gebäudeabschnitten zu erreichen.
[0004] Die
FR 2 526 890 beschreibt eine Fachwerkkonstruktion mit einem Knoten, der jeweils zwei parallele,
sich in Achsenrichtung eines kartesischen Koordinatensystems erstreckende Rohre aufnehmen
kann. Eine derartige Konstruktion ist mit verschiedenen Nachteilen behaftet. Beispielsweise
bleiben aufgrund der Verbindungselemente thermische Brücken zwischen den Rohren bestehen.
Zudem werden akustische Schwingungen von den Rohren gut geleitet und auf die Knoten
übertragen (und umgekehrt) und können sich somit durch das Fachwerk fortsetzen. Ausserdem
können derartige Konstruktionen die strukturellen Anforderungen von Gebäuden in der
Regel nicht erfüllen, da sich aufgrund der Anordnung der zwei Rohre eine Asymmetrie
in der Steifigkeit ergibt. Nicht zuletzt müssen Versorgungsleitungen gesondert geführt
werden, was zum einen konstruktiv aufwändig ist und zum anderen aufgrund von Öffnungen
und Durchbrüchen klimatisch ungünstig ist.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Fachwerkkonstruktion zur Verfügung zu stellen,
welche die Nachteile des Standes der Technik behebt. Insbesondere soll eine Fachwerkkonstruktion
sowie ein Verbindungselement und ein Träger für eine derartige Fachwerkkonstruktion
zur Verfügung gestellt werden, welche bei guten Isolationseigenschaften eine einfache
Führung von Versorgungsleitungen ermöglicht. Zudem soll die Fachwerkkonstruktion bei
einer einfachen und kostengünstigen Herstellung und Montage sowie guten strukturellen
Eigenschaften eine vielseitige Anwendung bei unterschiedlichen Gebäudetypen ermöglichen.
[0006] Diese Aufgaben werden durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen sowie aus
den Zeichnungen.
[0007] Im Folgenden bezeichnet "Leitungen" zur Versorgung eines Gebäudes benötigte Zuführungen.
Unter diesen Begriff fallen beispielsweise sowohl Wasserleitungen als auch Leitungen
für Elektrokabel sowie anderweitige Versorgungsleitungen.
[0008] Gattungsgemässe Fachwerkkonstruktionen umfassen typischerweise Längs- und Querbalken
sowie Stützen und Elemente zum Verbinden der einzelnen Komponenten. Hier und im Folgenden
werden sowohl Stützen zur vertikalen Montage als auch Balken zur horizontalen oder
schrägen Montage, sofern nicht anders vermerkt, gesamthaft mit "Träger" bezeichnet.
[0009] Anspruch 1 betrifft eine Fachwerkkonstruktion zum modularen Aufbau, welche wenigstens
ein Verbindungselement und wenigstens einen länglichen Träger umfasst. Das Verbindungselement
ist zum winkligen, insbesondere rechtwinkligen, Verbinden von wenigstens zwei Trägern
vorgesehen. Ein derartiges Verbindungselement weist zwei im Wesentlichen gleichartig
ausgebildete Anschlussflächen mit einem im Wesentlichen kreuzförmigen äusseren Umriss
auf. Diese Anschlussflächen sind zum stirnseitigen Anschluss jeweils eines Trägers
vorgesehen. Die Anschlussflächen grenzen mit einer Stirnkante eines Kreuzarmes längs
einer gemeinsamen Kante aneinander an und sind unter einem Winkel zueinander angeordnet.
In einem Bereich zwischen den aneinander angrenzenden Kreuzarmen ist ein Freiraum
zur Leitungsführung ausgebildet. Der Freiraum ist in einer Richtung parallel zur gemeinsamen
Kante beidseitig offen.
[0010] Der Freiraum ermöglicht eine Leitungsführung durch das Verbindungselement. Da der
Freiraum beidseitig offen ist, können Leitungen insbesondere von einer Seite des Verbindungselements
zur anderen geführt werden. Gegebenenfalls kann der Freiraum nach der Installation
der Leitungen mit einem Isolationsmaterial verschlossen werden, z.B. ausgeschäumt
werden, um die klimatechnischen Eigenschaften der Fachwerkkonstruktion weiter zu verbessern.
[0011] Allfällige Öffnungen, an welchen der Freiraum endseitig offen ist, können z.B. an
Aussenflächen des Verbindungselements ausgebildet sein, aber auch von diesen in das
Innere des Verbindungselements zurückversetzt sein. Die Öffnungen können z.B. derart
an die Anschlussflächen angrenzen, dass der Freiraum durch einen Bereich zwischen
zwei benachbarten Kreuzarmen der Anschlussflächen zugänglich ist.
[0012] Der längliche Träger weist eine Stirnfläche auf, welche zum Anschluss an eine der
Anschlussflächen des Verbindungselements ausgebildet ist. Die Stirnfläche schliesst
den Träger in seiner Längsrichtung ab. Bevorzugt ist die Stirnfläche als ebene Fläche
ausgebildet, welche flächig an die in diesem Fall ebenfalls ebene Anschlussflächen
des Verbindungselements anschliessbar ist.
[0013] Der Träger ist im Bereich der Stirnfläche derart ausgebildet, dass der Freiraum des
Verbindungselementes bei angeschlossenem Träger von aussen frei zugänglich ist. Bevorzugt
weist der Träger daher im Bereich der Stirnfläche einen kreuzförmigen Querschnitt
auf, der im Wesentlichen demjenigen der Anschlussfläche des Verbindungselementes entspricht.
Selbstverständlich kann der Querschnitt auch eine andere Form aufweisen, sofern der
Freiraum des Verbindungselementes zugänglich bleibt. Denkbar sind beispielsweise gezielte
Ausnehmungen im Bereich der Stirnseite des Trägers, welche den Zugang zum Freiraum
bei angeschlossenem Träger ermöglichen.
[0014] Die erfindungsgemässe Fachwerkkonstruktion zeichnet sich dadurch aus, dass ein wesentlicher
Flächenanteil einer Mantelfläche des Trägers als durchgehende Fläche ausgebildet ist.
Unter Mantelfläche wird diejenige Fläche verstanden, welche den Träger in radialer
Richtung bezüglich seiner Längsachse begrenzt. Als wesentlicher Flächenanteil wird
vorliegend ein Flächenanteil von wenigstens 50% der Mantelfläche, vorzugsweise von
wenigstens 75% und bevorzugt von wenigstens 90% verstanden. Besonderes vorteilhaft
ist es, wenn die Mantelfläche vollständig als durchgehende Fläche ausgebildet ist.
[0015] Indem ein wesentlicher Flächenanteil der Mantelfläche des Trägers durchgehend ausgebildet
ist, wirkt der Träger als Barriere z.B. gegen eine Luftzirkulation in Richtung quer
zu seiner Längsrichtung. Zudem kann auf diese Weise z.B. ein Zwischenraum zwischen
doppelwandigen Flächenelementen wie Wand-, Boden-, oder Deckenelementen, welche in
das Fachwerk eingesetzt werden, vom Träger abgeschlossen werden. Der Träger kann je
nach Erfordernis innerhalb der Mantelfläche einen Freiraum aufweisen, der sich gegebenenfalls
über die gesamte Länge des Trägers erstreckt. Ein derartiger Freiraum kann beispielsweise
zur Leitungsführung benutzt werden oder als geschlossene Luftkammer für eine verbesserte
Wärmeisolation. Eine geschlossene Mantelfläche weist zudem bezüglich struktureller
Eigenschaften wie Verwindungssteifigkeit und Durchbiegung besondere Vorteile auf.
[0016] Der Träger ist vorzugsweise aus einem wärmeisolierenden Werkstoff gefertigt. Bevorzugt
umfasst der Träger einen Holzwerkstoff und ist insbesondere aus Massivholz gefertigt.
Holzwerkstoffe zeichnen sich einerseits durch ihre guten wärmeisolierenden Eigenschaften
und andererseits durch ihre Festigkeit aus. Zudem ist Holz ein nachwachsender Rohstoff,
welcher somit auch in ökonomischer Hinsicht Vorteile hat. Als "Holzwerkstoffe" werden
vorliegend beispielsweise Sperrholz, Leimholz, Stabsperrholz sowie alle Arten von
Furnierholz verstanden. Ebenso denkbar ist, dass der Träger aus einem Kompositmaterial
gefertigt ist, welcher einen Holzwerkstoff sowie Zusatzstoffe wie z.B. einen Kunststoff
umfasst. Denkbar sind auch z.B. Armierungen aus Metall, wobei allerdings allfällige
Nachteile hinsichtlich der Isolationseigenschaften gegenüber den z.B. statischen Vorteilen
abgewogen werden müssen. Mit anderen Worten können die Träger je nach Anforderung
bevorzugt vollständig aus dem Holzwerkstoff bestehen oder bevorzugt einen Holzwerkstoff
als Teilwerkstoff umfassen. Eine derartige Materialwahl ist auch hinsichtlich einer
akustischen Isolation vorteilhaft, da derartige Träger akustische Schwingungen besonders
gut dämpfen.
[0017] Selbstverständlich kann der Träger auch aus einem anderen wärmeisolierenden und/oder
akustisch isolierenden Werkstoff wie z.B. einem Kunststoff hergestellt sein, sofern
für die jeweilige Anwendung ausreichende strukturelle Eigenschaften wie z.B. eine
erforderliche Steifigkeit sichergestellt werden können. Im Folgenden ist, sofern nichts
anderes vermerkt ist, mit "isolierenden Eigenschaften" auf wärmeisolierende Eigenschaften
verwiesen.
[0018] Mit Vorteil umfasst der Träger für die Fachwerkkonstruktion eine zweite Stirnfläche,
die zum Anschluss an eine der Anschlussflächen eines zweiten, im Wesentlichen gleichartigen
Verbindungselements ausgebildet ist. Die Stirnflächen schliessen den Träger beidseitig
in seiner Längsrichtung ab.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Träger zwischen der ersten Stirnfläche
und der zweiten Stirnfläche einen, insbesondere in Längsrichtung unveränderlichen,
durchgehend kreuzförmigen Querschnitt auf. Dies ist besonders vorteilhaft, da die
Aussparungen zwischen den Kreuzarmen Platz bieten, um beispielsweise Leitungen zu
führen und/oder Flächenelemente wie Boden-, Decken- oder Wandelemente einzusetzen.
Bevorzugt sind die Freiräume des Verbindungselementes über die Aussparungen des Trägers
zugänglich. Bevorzugt ist der kreuzförmige Querschnitt regulär, d.h. bezüglich der
Längsachse des Trägers zentralsymmetrisch. Damit weist der Träger bezüglich seiner
Längsachse auch symmetrische statische Eigenschaften auf und ist konstruktiv einfach
einsetzbar.
[0020] Mit Vorteil ist der offene Freiraum des Verbindungselementes für die Fachwerkkonstruktion
in Richtung quer zur der gemeinsamen Kante zumindest in einem Abschnitt allseitig
von einer Wand begrenzt.
[0021] Die allseitige Begrenzung des Freiraumes in Richtung quer zu der gemeinsamen Kante
des Verbindungselementes wirkt bei der Durchführung der Leitungen durch den Freiraum
des Verbindungselements als Leitungsführung. Eine derartige Führung ermöglicht es
dem Installateur beim Verlegen der Leitungen durch das Verbindungselement, insbesondere
im Falle mehrerer Freiräume in unterschiedlichen Richtungen, die Leitung im Verbindungselement
auf einfache Weise in eine gewünschte Richtung zu führen. Somit kann bei der Montage
sichergestellt werden, dass die Leitungen geordnet im Verbindungselement geführt sind
und beim Durchführen durch das Verbindungselement an der gewünschten Stelle wieder
aus dem Verbindungselement austreten. Ebenso wirkt die Wand zur geordneten Halterung
der durch das Verbindungselement geführten Leitungen.
[0022] Indem der Freiraum allseitig von einer Wand begrenzt ist, kann der vom Freiraum geschaffene
Durchgang im Abschnitt der Wand zudem erforderlichenfalls gezielt und auf einfache
Weise verschlossen und/oder isoliert werden.
[0023] Bevorzugt ist das Verbindungselement aus zwölf weitgehend gleichartigen, endseitig
offenen Vierkantrohrabschnitten mit jeweils vier weitgehend quadratischen Aussenflächen
zusammengesetzt. Das Verbindungselement ist dabei derart zusammengesetzt, dass benachbarte
Vierkantrohrabschnitte längs einer gemeinsamen Kante aneinander angrenzen und zwei
aneinander angrenzende Aussenflächen jedes der Vierkantrohrabschnitte jeweils zwei
aneinander angrenzende Kreuzarme zweier Anschlussflächen bilden.
[0024] Aufgrund der Verwendung von Vierkantrohrabschnitten zur Herstellung eines Verbindungselementes
ergibt sich im Verbindungselement eine innere Struktur, welche den Freiraum zur Leitungsführung
abgrenzt. Der Freiraum kann insbesondere durch einen der endseitig offenen Innenräume
der Vierkantrohrabschnitte gebildet sein. In Richtung quer zur der gemeinsamen Kante
ist der Freiraum in diesem Fall zumindest in einem Abschnitt auch allseitig von den
Seitenwänden dieses Vierkantrohrabschnitts begrenzt. Die endseitigen Öffnungen dieses
Vierkantrohrabschnitts stellen die offenen Enden des Freiraums bereit.
[0025] Indem das Verbindungselement aus zwölf Vierkantrohren wie beschrieben zusammengesetzt
ist, werden im Inneren des Verbindungselements zwölf nach aussen offene Freiräume
bereitgestellt. Zudem ergeben sich sechs Anschlussflächen für Träger, welche auf einem
gedachten regulären Kubus angeordnet sind. Eckpartien des Kubus, d.h. Bereiche zwischen
Kreuzarmen der Anschlussflächen, sind dabei ausgenommen, sodass von jeder Eckpartie
jeweils drei Freiräume direkt zugänglich sind. Auf diese Weise wird eine besonders
vielseitige und geordnete Leitungsführung im Verbindungselement ermöglicht. Nicht
zuletzt trägt die auf diese Weise erreichte innere Struktur auch wesentlich zur strukturellen
Festigkeit des Verbindungselementes bei.
[0026] Vorzugsweise können Vierkantrohrabschnitte aus Stahl verwendet werden, dies ermöglicht
eine besonders schnelle und kostengünstige Fertigung, da benachbarte Rohrabschnitte
jeweils längs einer der Kante, an welcher sie aneinander angrenzen, miteinander verschweisst
werden. Die Vierkantrohrabschnitte können längs dieser Kante aber auch auf anderweitige
Weise verbunden sein, wie z.B. verklebt sein. Insbesondere können mit einer isolierenden
Verbindung an dieser Kante wie sie z.B. durch eine Verklebung bereitgestellt werden
kann, die isolierenden Eigenschaften, insbesondere auch die akustisch isolierende
Eigenschaften, des Verbindungselements verbessert werden.
[0027] Mit Vorteil weist der offene Freiraum Öffnungen auf, deren Öffnungsebenen im Wesentlichen
senkrecht zu der gemeinsamen Kante der zwei Anschlussflächen angeordnet sind. Auf
diese Weise ist der Freiraum in einer Durchtrittsrichtung des Freiraums durch die
Öffnungen zugänglich. Bevorzugt entspricht eine Öffnungsfläche dabei einem Querschnitt
des Freiraums in Durchtrittsrichtung. Gegebenenfalls sind die Öffnungen bevorzugt
durch die offenen Enden eines der Vierkantrohrabschnitte gebildet.
[0028] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verbindungselement für eine vorliegend
beschriebene Fachwerkkonstruktion mit den Merkmalen des Anspruchs 6. Das Verbindungselement
weist zwei im Wesentlichen gleichartig ausgebildete Anschlussflächen auf. Diese Anschlussflächen
weisen einen im Wesentlichen kreuzförmigen äusseren Umriss auf, an die jeweils ein
Träger stirnseitig anschliessbar ist. Die Anschlussflächen grenzen mit einer Stirnkante
jeweils eines ihrer Kreuzarme längs einer gemeinsamen Kante aneinander an und sind
unter einem Winkel zueinander angeordnet. Sie sind zum winkligen, insbesondere rechtwinkligen,
Verbinden von wenigstens zwei Trägern vorgesehen.
[0029] Bevorzugt sind die Anschlussflächen im Wesentlichen eben. In einem Bereich zwischen
den aneinander angrenzenden Kreuzarmen ist ein Freiraum zur Leitungsführung ausgebildet.
Der Freiraum ist in einer Richtung parallel zur gemeinsamen Kante beidseitig offen.
Dies ermöglicht die Führung von Leitungen zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten
eines Verbindungselementes.
[0030] Das erfindungsgemässe Verbindungselement zeichnet sich dadurch aus, dass der Freiraum
in Richtung quer zur der gemeinsamen Kante zumindest in einem Abschnitt allseitig
von einer Wand begrenzt ist. Die mit diesem Merkmal verbundenen Vorteile ergeben sich
aus der Beschreibung des Verbindungselements im Zusammenhang mit der Fachwerkkonstruktion.
Es versteht sich, dass das Verbindungselement grundsätzlich auch mit anderen Trägern
wie vorliegend beschrieben in einer Fachwerkkonstruktion zum Einsatz kommen kann.
Insbesondere kann das Verbindungselement auch mit Trägern mit durchbrochener Mantelfläche
zur Anwendung kommen wie z.B. Gitterträgern oder Hohlträgern mit z.B. gelochten Seitenwänden,
sofern auf die genannten Vorteile einer geschlossenen Mantelfläche des Trägers (z.B.
strukturelle Stabilität, Luftzirkulation) verzichtet werden kann oder soll.
[0031] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Verbindungselement wenigstens eine weitere,
im Wesentlichen gleichartig ausgebildete Anschlussfläche aufweist. Eine derartige
weitere Anschlussfläche grenzt mit einer Stirnkante wenigstens eines ihrer Kreuzarme
in einer weiteren gemeinsamen Kante an die Stirnkante eines der freien Kreuzarme einer
der wenigstens zwei Anschlussflächen an.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform grenzt die weitere Anschlussfläche mit einem
weiteren ihrer Kreuzarme in einer weiteren gemeinsamen Kante an die Stirnkante von
der zweiten Anschlussfläche an. Die drei Anschlussflächen sind in diesem Fall auf
drei sich in einem Punkt schneidenden Ebenen angeordnet.
[0033] In jedem Bereich zwischen aneinander angrenzenden Kreuzarmen im Inneren des Verbindungselements
ist ein Freiraum zur Leitungsführung ausgebildet. Dieser Freiraum ist in einer Richtung
parallel zur entsprechenden gemeinsamen Kante beidseitig offen und kann quer zu dieser
Kante beispielsweise durch eine Wandung zumindest in einem Abschnitt allseitig abgegrenzt
sein. In der Längsrichtung dieser Kante kann der Freiraum offen sein, bevorzugt endet
er in Öffnungen zur Leitungsdurchführung welche beispielsweise auf der Anschlussfläche
oder an diese angrenzend oder in das Innere des Verbindungselements zurückversetzt
ausgebildet sein können.
[0034] Bevorzugt sind zwei Anschlussflächen, welche aneinander angrenzende Kreuzarme aufweisen,
senkrecht zueinander angeordnet. Auf diese Weise wird eine grundsätzlich rechtwinklige
Anordnung der Träger der mit dem Verbindungselement erstellten Fachwerkkonstruktion
vorgegeben, welche in der Regel als standardisierte Bauweise häufig Anwendung findet.
Es versteht sich, dass für besondere Konstruktionen bzw. in gewissen Bereichen eines
Gebäudes wie z.B. im Dachbereich Verbindungselemente erforderlich sind, welche andere
Winkel zwischen zwei benachbarten Trägern vorgeben. Hierzu können die Anschlussflächen
je nach Bedarf unter anderen Winkeln, z.B. unter einem Winkel von beispielsweise 60°
oder 120°, zueinander angeordnet sein. Es versteht sich ebenso, dass unterschiedliche
Paare benachbarter Anschlussflächen eines einzelnen Verbindungselements unter unterschiedlichen
Winkeln zueinander angeordnet sein können.
[0035] Bevorzugt bildet jede kreuzförmige Anschlussfläche eine im Wesentlichen rechtwinklige
Kreuzform. Einfach herzustellende und zu verarbeitende Verbindungselemente ergeben
sich, wenn die Kreuzarme einer der Anschlussflächen im Wesentlichen gleiche Länge
aufweisen, besonders vorteilhaft sind derartige Anschlussflächen symmetrisch zu einem
Mittelpunkt der Kreuzform ausgebildet.
[0036] Mit Vorteil entspricht die Länge der Kreuzarme jeder kreuzförmigen Anschlussfläche
der Länge einer Kante eines Mittelquadrats dieser Anschlussfläche. Hiermit ergibt
sich in Richtung der Kreuzarme jeweils eine im Wesentlichen äquidistante Drittelung
der Anschlussfläche. Die gesamte Anschlussfläche ist in diesem Fall aus fünf im Wesentlichen
gleichen, weitgehend quadratischen Teilflächen zusammengesetzt. Das Mittelquadrat
kann dabei eine Ausnehmung aufweisen, in welche ein zentraler Anschlussstutzen des
Trägers als Scherbolzen eingreifen kann.
[0037] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform eines Verbindungselementes umfasst genau
sechs weitgehend gleichartige Anschlussflächen mit einem weitgehend kreuzförmigen
äusseren Umriss. Jeder Kreuzarm einer Anschlussfläche grenzt mit einer Stirnkante
in einer gemeinsamen Kante an eine Stirnkante eines Kreuzarms einer anderen Anschlussfläche
an.
[0038] Bevorzugt sind die Anschlussflächen auf den Seiten eines gedachten regulären Kubus
angeordnet. In jedem Bereich zwischen aneinander angrenzenden Kreuzarmen ist im Inneren
des Verbindungselements jeweils ein Freiraum ausgebildet. Diese Freiräume sind in
einer Richtung parallel zur entsprechenden gemeinsamen Kante beidseitig offen. Diese
Freiräume sind analog dem vorgenannten Freiraum geeignet, Leitungen zu führen.
[0039] Bevorzugt weist jeder Freiraum eine lichte Querschnittsfläche auf, welche im Wesentlichen
einem Parallelogramm entspricht, das von den Kreuzarmen, zwischen welchen der Freiraum
angeordnet ist, in einer entsprechenden Querschnittsebene aufgespannt wird.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Verbindungselement, wie bereits zuvor
im Zusammenhang mit der Fachwerkkonstruktion beschrieben, aus zwölf weitgehend gleichartigen,
endseitig offenen Vierkantrohrabschnitten mit jeweils vier weitgehend quadratischen
Aussenflächen zusammengesetzt. Zwei aneinander angrenzende Aussenflächen jedes der
Vierkantrohrabschnitte bilden zwei aneinander angrenzende Kreuzarme zweier Anschlussflächen
und eine gemeinsame Kante. Benachbarte Rohrabschnitte grenzen längs einer gemeinsamen
Kante aneinander an. Die Vorteile dieser Konstruktion des Verbindungselements ergeben
sich aus der Beschreibung im Zusammenhang mit der Fachwerkkonstruktion.
[0041] Vorzugsweise können Vierkantrohrabschnitte aus Stahl verwendet werden. Die benachbarten
Vierkantrohrabschnitte sind längs der gemeinsamen Kante miteinander verschweisst.
Dies ermöglicht eine effiziente und kostengünstige Fertigung. Alternativ können wie
erwähnt auch andere Verbindungsarten wie z.B. eine Verklebung mit dem erwähnten Vorteil
zum Einsatz kommen.
[0042] Bevorzugt sind zum Anschluss von Trägern am Verbindungselement Befestigungsmittel
vorhanden, mittels denen an die Anschlussflächen anschliessbare Träger am Verbindungselement
festlegbar sind. Bevorzugt umfassen die Befestigungsmittel auf den Kreuzarmen der
Anschlussflächen ausgebildete Befestigungsöffnungen. Diese Öffnungen sind dazu geeignet,
beispielsweise Schrauben oder Bolzen aufzunehmen, welche sich von den zum Anschluss
vorgesehenen Stirnseiten der Träger erstrecken können. Mit derartigen Befestigungsmitteln
ist eine einfache Montage möglich. Durch die von aussen zugänglichen Freiräume des
Verbindungselements sind die Befestigungsöffnungen von der Innenseite des Verbindungselements
her zugänglich, womit z.B. die Schrauben oder Bolzen der Träger auf einfache Weise
im Inneren des Verbindungselements beispielsweise mit einer Mutter fixiert werden
können.
[0043] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Träger mit den Merkmalen des Anspruchs
16 für eine erfindungsgemässe Fachwerkkonstruktion. Der erfindungsgemässe Träger ist
länglich ausgebildet und weist an wenigstens einer Stirnseite eine Stirnfläche mit
einem kreuzförmigen äusseren Umriss auf. Ein wesentlicher Flächenanteil einer Mantelfläche
des Trägers ist als durchgehende Fläche ausgebildet ist. Der Träger ist aus einem
isolierenden Werkstoff, insbesondere umfassend einen Holzwerkstoff, bevorzugt aus
Massivholz, gefertigt. Vorzugsweise weist der Träger über seine gesamte Länge einen
kreuzförmigen Querschnitt auf. Die Vorteile eines derartigen Trägers ergeben sich
aus der Beschreibung im Zusammenhang mit der erfindungsgemässen Fachwerkkonstruktion.
[0044] An seiner Stirnseite kann der Träger Befestigungsmittel aufweisen, welche zum Anschluss
an ein erfindungsgemässes Verbindungselement mit entsprechenden Befestigungsmitteln
des Verbindungselements zusammenwirken. Beispielsweise kann der Träger in Längsrichtung
überstehende Schraubbolzen an der Stirnseite aufweisen, welche in entsprechende Befestigungsöffnungen
des Verbindungselements eingreifen können. Je nach Ausbildung des Verbindungselements
können die Bolzen zum Anschluss des Trägers im Inneren des Verbindungselements verschraubt
werden. Ebenso kann zentral am Träger ein Scherbolzen ausgebildet sein, welcher in
eine entsprechende Ausnehmung der Anschlussfläche des Verbindungselements eingreifen
kann, um Scherkräfte zwischen Träger und Verbindungselement zu übertragen.
[0045] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Set zum Erstellen einer Fachwerkkonstruktion
mit den Merkmalen des Anspruchs 17. Ein derartiges Set umfasst wenigstens ein Verbindungselement
wie vorliegend beschrieben sowie wenigstens zwei Träger wie vorliegend beschrieben.
Insbesondere können nach der Planungsphase eines Gebäudes festgelegte Verbindungselemente
und Träger gesamthaft in einem Set bereitgestellt werden, sodass ein kompletter Bausatz
für die Fachwerkkonstruktion des Gebäudes zur Verfügung steht.
[0046] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Gebäude mit den Merkmalen des Anspruchs
18, umfassend eine Fachwerkkonstruktion wie vorliegend beschrieben. Dabei ist ein
parallel zur Ebene der beiden Träger angeordnetes Wand-, Boden- oder Deckenelement,
hier und im Folgenden als Flächenelemente bezeichnet, zwischen den Trägern eingesetzt.
Die Ebene der beiden Träger bezeichnet hierbei eine Ebene, welche von den Längsachsen
der beiden Träger aufgespannt ist. Das Flächenelement ist dabei bevorzugt mit jeweils
einem Kantenbereich in einem Bereich zwischen benachbarten Kreuzarmen der Träger angeordnet.
Im Gebäude ist wenigstens eine Leitung eines Gebäudeleitungssystems durch den Freiraum
im Inneren des Verbindungselements von einer Seite des Flächenelements zur anderen
geführt. Im Falle eines kreuzförmigen Querschnitts der Träger ist wenigstens eine
Leitung bevorzugt in wenigstens einem Abschnitt in einem Bereich zwischen benachbarten
Kreuzarmen wenigstens eines der Träger geführt. Insbesondere können die Leitungen
in entsprechenden Leitungsführungen der Flächenelemente geführt sein, welche in den
Kantenbereichen angeordnet sind, mit welchem das Flächenelement in einem Bereich zwischen
benachbarten Kreuzarmen der Träger angeordnet ist.
[0047] Die Erfindung betrifft daher auch ein Flächenelement, welches in wenigstens einem
Kantenbereich längs der Kante eine Leitungsführung umfasst. Die Leitungsführung ist
bevorzugt in Kantenrichtung endseitig offen, sodass eine in der Leitungsführung verlaufende
Leitung bei eingesetztem Flächenelement in den Freiraum des Verbindungselements geführt
werden kann. Alternativ kann das Flächenelement im Kantenbereich eine Aussparung aufweisen,
sodass sich bei eingesetzten Flächenelementen zwischen dem Flächenelement und dem
Träger ein Hohlraum zur Leitungsführung ergibt.
[0048] Mit Vorteil sind die Wand-, Boden- oder Deckenelemente als Paneele ausgebildet, die
wenigstens auf einer Seite eine Deckschicht oder eine Deckplatte aufweisen. Bevorzugt
weisen diese Elemente zwei solcher Deckplatten auf. Zwischen oder auf diesen Deckschichten
bzw. -platten kann beispielsweise eine isolierende Schicht angeordnet sein.
[0049] Es versteht sich, dass derartige Flächenelemente vorgefertigt sein können und beispielsweise
bereits Türen oder Fenster enthalten können. Auch Versorgungsleitungen oder weitere
Komponenten können bereits in der Vorfabrikation in den Flächenelementen platziert
werden. Bei der Montage müssen derartig platzierte Komponenten nur noch durch den
oder die Freiräume in den Verbindungselementen miteinander verbunden werden.
[0050] Wie sich aus der vorliegenden Beschreibung der Erfindung ergibt, können Verbindungselement,
Träger und Wand-, Boden- oder Deckenelemente als vorgefertigte Teile einer Fachwerkkonstruktion
eines Gebäudes auf einfache Weise vorgefertigt und modular bereitgestellt werden.
[0051] Anhand von Figuren, welche lediglich Ausführungsbeispiele darstellen, wird die Erfindung
im Folgenden näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Figur 1:
- Ein erfindungsgemässes Verbindungselement;
- Figur 2:
- einen Vierkantrohrabschnitt für das Verbindungselement gemäss Fig. 1;
- Figur 3:
- einen Ausschnitt einer erfindungsgemässen Fachwerkkonstruktion in einer Explosionsdarstellung;
- Figur 4:
- einen Ausschnitt der erfindungsgemässen Fachwerkkonstruktion gemäss Fig. 3 in einer
perspektivischen Aussenansicht.
- Figur 5:
- Querschnitt durch ein Gebäude mit einem erfindungsgemässen Träger
[0052] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemässes Verbindungselement 10 in einer perspektivischen
Aussenansicht. Das Verbindungselement 40 weist im Wesentlichen eine reguläre kubische
Grundform auf, wobei Eckbereiche sowie zentrale Bereiche jeder Seitenfläche ausgespart
sind.
[0053] Das Verbindungselement 10 ist aus zwölf Vierkantrohrabschnitten 40 zusammengesetzt,
die paarweise jeweils an einer gemeinsamen Kante 41 miteinander verbunden sind. Bevorzugt
sind die Vierkantrohrabschnitte 40 aus Metall, insbesondere einem Stahl, gefertigt
und längs der gemeinsamen Kante 41 miteinander verschweisst. Die Vierkantrohrabschnitte
40 weisen quadratische Seitenwände 25 auf, sodass sich gesamthaft eine reguläre kubische
Form ergibt (siehe auch Fig. 2). Die Vierkantrohrabschnitte 40 weisen einen Innenraum
26 auf, welcher endseitig an Öffnungen 22 über den gesamten Querschnitt des jeweiligen
Vierkantrohrabschnitts 40 offen ist.
[0054] Jeder Vierkantrohrabschnitt 40 ist mit vier weiteren Vierkantrohrabschnitten 40 an
jeweils einer gemeinsamen Kante 41 verbunden. Auf diese Weise ergibt sich die genannte,
im Wesentlichen kubische Grundform des Verbindungselements 10. In einer gemeinsamen
Ebene angeordnete Seitenwände 25 von jeweils vier der zwölf Vierkantrohrabschnitte
40 bilden eine kreuzförmige Anschlussfläche 11. Die Anschlussflächen 11 weisen jeweils
vier Kreuzarme 30 auf und sind jeweils auf einer der Seitenflächen der im Wesentlichen
kubischen Grundform des Verbindungselements 10 angeordnet. Die Kreuzarme 30 jeder
Anschlussfläche 11 sind dabei von jeweils einer der Seitenwände 25 der vier zugehörigen
Vierkantrohrabschnitte 40 gebildet. Ein Mittelquadrat der Anschlussflächen 11 ist
ausgespart, sodass sich eine zentrale Öffnung 32 zum Inneren des Verbindungselements
10 ergibt. Die Öffnung 32 kann einen Scherbolzen 150 eines Trägers 100-105 (Fig. 3)
aufnehmen. Eine Öffnungsfläche der Öffnung 32 entspricht dabei der Fläche einer der
Seitenwände 25 der Vierkantrohrabschnitte 40. Gesamthaft ergeben sich somit sechs
kreuzförmige Anschlussflächen 11, welche paarweise unter einem rechten Winkel zueinander
angeordnet sind.
[0055] Jeder Kreuzarm 30 einer Anschlussfläche 11 endet an einer Stirnkante 20 und grenzt
mit dieser in einer gemeinsamen Kante 21 an die Stirnkante 20 eines Kreuzarms 30 einer
weiteren Anschlussfläche 11. Zwei angrenzende Kreuzarme 30 sind dabei jeweils von
einem der Vierkantrohrabschnitte 40 bereitgestellt, wobei die Kante 21 von einer Kante
des Vierkantrohrabschnitts 40 gebildet ist.
[0056] Der Innenraum 26 jedes Vierkantrohrabschnitts 40 stellt einen Freiraum 24 bereit,
welcher sich längs der gemeinsamen Kante 21 im Inneren des Verbindungselements 10
erstreckt. Der Freiraum 24 mündet in den endseitigen Öffnungen 22 des jeweiligen Vierkantrohrabschnittes
40 und ist im Innern des Verbindungselementes 10 von den Seitenwänden 25 des jeweiligen
Vierkantrohrabschnitts 40 begrenzt.
[0057] An jedem Kreuzarm 20 einer der der Anschlussflächen 11 sind Befestigungsmittel 31
ausgebildet. Die Befestigungsmittel 31 sind vorliegend als jeweils zwei Befestigungsöffnungen
in den entsprechenden Seitenwänden 25 des jeweiligen Vierkantrohrabschnitts 40 ausgebildet.
Die Befestigungsöffnungen sind in Richtung des endseitig offenen Freiraums 24 hintereinander
angeordnet. Diese Befestigungsöffnungen dienen zur Aufnahme von komplementär entsprechenden
Befestigungsmitteln 131 der Träger 100-105 (siehe Fig. 3) und können vor oder nach
dem Zusammenfügen der Vierkantrohrabschnitte 40 ausgebildet werden.
[0058] Figur 2 zeigt einen der zwölf Vierkantrohrabschnitte 40 des Verbindungselementes
10. Die vier Seitenwände 25 des Vierkantrohrabschnitts 40 sind als quadratische Wandabschnitte
ausgebildet, welche unter einem rechten Winkel paarweise an gemeinsamen Kanten aneinander
stossen. Die Seitenwände umschliessen den Innenraum 26 des Vierkantrohrabschnitts
40 und begrenzen die endseitigen Öffnungen 22. Der Innenraum 26 sowie die Öffnungen
22 weisen einen quadratischen Querschnitt auf, welcher im Wesentlichen der Fläche
einer der Seitenwände 25 entspricht.
[0059] Der Vierkantrohrabschnitt 40 kann vollständig vorgefertigt sein. Zwei aneinander
angrenzende Seitenwände 25 weisen die erwähnten Befestigungsmittel 31 auf, während
die zwei weiteren Seitenwände durchgehend ausgebildet sind. Im Verbindungselement
10 sind die Vierkantrohrabschnitte 40 derart angeordnet, dass die Seitenwände 25 mit
den Befestigungsmitteln 31 nach aussen gerichtet sind, während die zwei weiteren Seitenwände
25 nach innen gerichtet sind.
[0060] Figur 3 zeigt eine Ausschnittsansicht einer erfindungsgemässen Fachwerkkonstruktion
1 im Bereich um ein Verbindungselement 10 in einer Explosionsdarstellung. Um das zentral
angeordnete Verbindungselement 10 sind vertikale Stützträger 100/101 sowie horizontale
Querträger 104/105 und Längsträger 102/103 angeordnet (im Folgenden gesamthaft mit
Träger 100 - 105 bezeichnet). Die Träger 100 - 105 sind länglich ausgebildet und weisen
an ihren Enden jeweils kreuzförmige Stirnflächen 151 auf. Die Stirnflächen 151 sind
senkrecht zur Längsachse der Träger 100 - 105 und komplementär zur Anschlussfläche
11 des Verbindungselements 10 ausgebildet. Eine Mantelfläche 106 der Träger 100 -
105 schliesst den Träger 100 - 105 in radialer Richtung ab und ist vorliegend vollständig
durchgehend ausgebildet. Der Träger 100 - 105 ist bevorzugt aus einem isolierenden
Baustoff, insbesondere aus einem Holzwerkstoff gefertigt bzw. umfasst einen derartigen
Stoff. Indem auf diese Weise der gesamte Träger 100 - 105 als isolierender Körper
ausgebildet ist, sind in die Fachwerkkonstruktion 1 eingesetzten Wandelemente 172
(siehe Fig. 5) aufgrund des Fachwerks selbst thermisch gegeneinander isoliert. Es
versteht sich, dass die Träger 100 - 105 aus einem Holzwerkstoff auch eine gute akustische
Isolation bereitstellen können, was insbesondere bei Boden- und Deckenelementen 170/171
(siehe Fig. 4) vorteilhaft sein kann.
[0061] Die Träger 100-105 weisen vorliegend bezüglich ihrer Längsachse vorliegend über ihre
gesamte Länge einen gleichförmigen Querschnitt auf, welcher den kreuzförmigen Stirnflächen
151 entspricht.
[0062] Die Träger 100-105 sind in der Darstellung der Fig. 3 jeweils mit ihrer Längsachse
senkrecht zu eine zugeordneten Anschlussfläche 11 des Verbindungselements 10, d.h.
in einer Anschlussrichtung ausgerichtet, um dieses herum angeordnet. An den Stirnflächen
151 sind jeweils mehrere Befestigungsmittel 131 und ein Scherbolzen 150 angeordnet.
[0063] Die Befestigungsmittel 131 sind als in Längsrichtung über die Stirnseite 151 hinausragende
Bolzen ausgebildet, die in der jeweiligen Anschlussrichtung beim Anschliessen der
Träger 100 - 105 an das Verbindungselement 10 in die Befestigungsöffnungen 31 des
Verbindungselements 10 eingebracht werden können. Die Träger 100 - 105 können mittels
der Befestigungsmittel 31/131 am Verbindungselement 10 fixiert werden. Beispielsweise
können die Bolzen als Schraubbolzen und mit einem Gewinde versehen sein, auf welches
nach dem Anschluss an das Verbindungselement 10 im jeweiligen Freiraum 24 entsprechende
Muttern aufgesetzt und angezogen werden können. Die Freiräume 24 sind durch die Öffnungen
22 zugänglich, womit eine einfache Fixierung möglich ist.
[0064] Der Scherbolzen 150 dient dazu, Querkräfte zwischen den Trägern 100 - 105 und dem
Verbindungselement 10 zu übertragen. Im Angeschlossenen Zustand greift der Scherbolzen
150 in die Öffnung 32 des Verbindungsmittels 10 ein. Damit können die Befestigungsmittel
31/131 hinsichtlich einer Belastung in Querrichtung entlastet werden. Der Scherbolzen
150 ist vorliegend direkt an den Träger 100 - 105 angeformt. Es ist selbstverständlich
auch möglich, dass der Querbolzen 150 als separates Teil ausgebildet und am Träger
100 - 105 befestigt ist. Ebenso kann der Scherbolzen 150 Teil des Verbindungselements
10 sein und in eine Ausnehmung am Träger 100 - 105 eingreifen. Es ist aber auch vorstellbar,
dass ein derartiger Scherbolzen 150 aus strukturellen Gründen nicht benötigt wird.
[0065] Figur 4 zeigt die in Fig. 3 beschriebene Fachwerkkonstruktion 1 in zusammengebautem
Zustand. Die Träger 100 - 105 sind jeweils mit einer Stirnfläche 151 an das Verbindungselement
10 angeschlossen und an diesem festgelegt. Die Träger 100 - 105 sind im Inneren des
Verbindungselements 10 über die Befestigungsmittel 31/131 fixiert. Aufgrund des kreuzförmigen
Querschnitts der Träger 100 - 105 sind die Eckbereiche des Verbindungselements 10
von aussen frei zugänglich. Insbesondere sind damit die Öffnungen 22 des Vierkantrohrabschnittes
40 von aussen zugänglich.
[0066] Zwischen zwei Kreuzarmen der vertikalen Stützträger 100/101 ist beispielhaft eine
Leitung 160 dargestellt. Die Leitung 160 tritt vom Zwischenraum zwischen den Kreuzarmen
des Trägers 101 im Eckbereich des Verbindungselements 10 durch die Öffnung 22 in den
Freiraum 24 ein. Die Leitung 160 ist im Freiraum 24 durch das Verbindungselement 10
von einer Seite auf die gegenüberliegende Seite des Verbindungselements 10 hindurchgeführt.
Auf der gegenüberliegenden Seite tritt die Leitung 160 an der weiteren Öffnung 22
des entsprechenden Vierkantrohrabschnitts 40 in einem weiteren Eckbereich aus dem
Verbindungselement 10 aus und verläuft zwischen den Kreuzarmen des Trägers 100 weiter.
[0067] Die Leitung kann somit erfindungsgemäss auf einfache Weise von einer Seite eines
zwischen dem Längsträger 102 und dem Querträger 104 eingesetzten Bodenelementes 170
auf dessen andere Seite geführt sein. Hierzu sind keine Durchbrüche im Bodenelement
170 erforderlich.
[0068] Selbstverständlich kann der Freiraum 24, durch den die Leitung 160 geführt ist, nach
der Leitungsdurchführung nötigenfalls mit einem Isolationsmaterial ausgefüllt und
isoliert werden. Auf diese Weise können die zwei Raumbereiche, welche durch das Bodenelement
170 abgetrennt sind, thermisch gegeneinander isoliert werden.
[0069] In Fig. 4 ist zudem eine Deckenelement 171 angedeutet, welches im Wesentlichen parallel
zum Bodenelement 170 ebenfalls zwischen dem Längsträger 102 und dem Querträger 104
eingesetzt ist. Aus der Anordnung ergibt sich unmittelbar, dass zum einen der zwischen
dem Bodenelement 170 und dem Deckelement 171 angeordnete Kreuzarm des Trägers 102
bzw. 104 als Abstandhalter für die Elemente 170 und 171 wirkt. Ein so entstehender
Zwischenraum 173 kann beispielsweise mit einem Isolationsmaterial befüllt werden.
Zum anderen schliesst die erfindungsgemäss geschlossene Mantelfläche des Trägers 102
bzw. 104 den Zwischenraum 173 auf vorteilhafte Weise isolierend, z.B. gegen eine Luftzirkulation,
ab.
[0070] Die vorteilhafte Leitungsführung der erfindungsgemässen Fachwerkkonstruktion 1 ermöglicht
somit ein einfaches, z.B. ein geradliniges, Verlegen der Leitung 160 in der Fachwerkkonstruktion
und durch das Verbindungselement 10 hindurch. Selbstverständlich können Leitungen
auch abgewinkelt durch das Verbindungselement 10 geführt sein, je nachdem welche der
von dem Fachwerk vorgegebenen Raumbereiche durch die Leitung 160 miteinander verbunden
werden sollen.
[0071] Figur 5 zeigt einen horizontalen Querschnitt durch einen Kantenbereich eines Gebäudes
mit einer erfindungsgemässen Fachwerkkonstruktion. Der Querschnitt erstreckt sich
insbesondere durch den als vertikaler Stützträger ausgebildeten erfindungsgemässen
Träger 100. Der Träger 100 ist in der Darstellung der Fig. 5 längs einer äusseren
Hochkante des Gebäudes angeordnet.
[0072] Ein Wandelement 172 ist an den Träger 100 angeschlagen. Im Gegensatz zu den schematisch
angedeuteten Boden- und Deckenelementen 170 bzw. 171 gemäss der Darstellung der Fig.
4 ist das Wandelement 172 doppelwandig ausgeführt und mit zusätzlichen Isolationsschichten
versehen. An einer weiteren Seite des Trägers 100, unter einem rechten Winkel zum
Wandelement 172, ist eine Glasfassade 180 angeschlagen, welche über eine Isolationselement
181 an den Träger 100 anschliesst. Glasfassade 180 und Wandelement 172 bilden somit
einen Aussenwandabschnitt des Gebäudes.
[0073] Der Träger 100 ist zur Aussenseite hin vollständig von einer Isolationsschicht 182
ummantelt. Die Isolationsschicht 182 erstreckt sich bezüglich des Trägers 100 umfangseitig
bis an das Wandelement 172 und die Glasfassade 180 heran. Eine Leitung 161 ist zwischen
zwei Kreuzarmen des Trägers 100 gebäudeaussenseitig geführt. Die Isolationsschicht
182 überdeckt dabei auch die zwischen den Kreuzarmen untergebrachte Leitung 161.
1. Fachwerkkonstruktion (1) zum modularen Aufbau, umfassend:
a) wenigstens ein Verbindungselement (10) zum winkligen, insbesondere rechtwinkligen,
Verbinden von wenigstens zwei Trägern (100 - 105), welches Verbindungselement (10)
zwei im Wesentlichen gleichartig ausgebildete Anschlussflächen (11) mit einem im Wesentlichen
kreuzförmigen äusseren Umriss zum stirnseitigen Anschluss jeweils eines der Träger
(100 - 105) aufweist, wobei die Anschlussflächen (11) mit einer Stirnkante (20) jeweils
einer ihrer Kreuzarme (30) längs einer gemeinsamen Kante (21) aneinander angrenzen
und unter einem Winkel zueinander angeordnet sind, wobei in einem Bereich zwischen
den aneinander angrenzenden Kreuzarmen (30) im Verbindungselement ein Freiraum (24)
zur Leitungsführung ausgebildet ist, welcher in einer Richtung parallel zur gemeinsamen
Kante (21) beidseitig offen ist, und
b) wenigstens einen länglichen Träger (100 - 105) mit einer Stirnfläche (151), welche
zum Anschluss an eine der Anschlussflächen (11) des Verbindungselements (10) ausgebildet
ist, wobei der Träger (100 - 105) im Bereich der Stirnfläche (151) derart ausgebildet
ist, dass der Freiraum des Verbindungselementes bei angeschlossenem Träger (100 -
105) von aussen frei zugänglich ist, insbesondere der Träger (100 - 105) im Bereich
der Stirnfläche (151) einen kreuzförmigen Querschnitt aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein wesentlicher Flächenanteil einer Mantelfläche (106) des Trägers (100 - 105) als
durchgehende Fläche ausgebildet ist und der Träger (100 - 105) vorzugsweise aus einem
wärmeisolierenden Werkstoff, insbesondere umfassend einen Holzwerkstoff, bevorzugt
aus Massivholz, gefertigt ist.
2. Fachwerkkonstruktion (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (100 - 105) eine zweite Stirnfläche (151) umfasst, die zum Anschluss an
eine der Anschlussflächen (30) eines zweiten, im Wesentlichen gleichartigen Verbindungselements
(10) ausgebildet ist und bevorzugt zwischen der ersten Stirnfläche (151) und der zweiten
Stirnfläche (151) einen, insbesondere in Längsrichtung unveränderlichen, durchgehend
kreuzförmigen Querschnitt aufweist.
3. Fachwerkkonstruktion (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der offene Freiraum (24) des Verbindungselementes (10) in Richtung quer zur der gemeinsamen
Kante (21) zumindest in einem Abschnitt allseitig von einer Wand (23) begrenzt ist.
4. Fachwerkkonstruktion (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (10) aus zwölf weitgehend gleichartigen, endseitig offenen
Vierkantrohrabschnitten (40) mit jeweils vier weitgehend quadratischen Aussenflächen
zusammengesetzt ist, derart, dass benachbarte Vierkantrohrabschnitte längs einer gemeinsamen
Kante (41) aneinander angrenzen und zwei aneinander angrenzende Aussenflächen jedes
der Vierkantrohrabschnitte (40) jeweils zwei aneinander angrenzende Kreuzarme (30)
zweier Anschlussflächen (11) bilden.
5. Fachwerkkonstruktion (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der offene Freiraum (24) Öffnungen (22) aufweist, deren Öffnungsebenen im Wesentlichen
senkrecht zu der gemeinsamen Kante (21) angeordnet sind, wobei die Öffnungen (22)
gegebenenfalls durch die offenen Enden eines der Vierkantrohrabschnitte (40) gebildet
sind.
6. Verbindungselement (10), insbesondere für eine Fachwerkkonstruktion (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 5, zum winkligen, insbesondere rechtwinkligen, Verbinden von wenigstens
zwei Trägern (100 - 105), welches Verbindungselement (10) zwei im Wesentlichen gleichartig
ausgebildete Anschlussflächen (11) mit einem im Wesentlichen kreuzförmigen äusseren
Umriss zum stirnseitigen Anschluss jeweils eines der Träger (100 - 105) aufweist,
wobei die Anschlussflächen (11) mit einer Stirnkante (20) jeweils einer ihrer Kreuzarme
(30) längs einer gemeinsamen Kante (21) aneinander angrenzen und unter einem Winkel
zueinander angeordnet sind, wobei in einem Bereich zwischen den aneinander angrenzenden
Kreuzarmen (30) ein Freiraum zur Leitungsführung, welcher in einer Richtung parallel
zur gemeinsamen Kante (21) beidseitig offen ist, ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Freiraum in Richtung quer zur der gemeinsamen Kante (21) zumindest in einem Abschnitt
allseitig von einer Wand (23) begrenzt ist.
7. Verbindungselement (10) gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine weitere, im Wesentlichen gleichartig ausgebildete Anschlussfläche
(11) vorhanden ist, welche mit einer Stirnkante (20) wenigstens eines ihrer Kreuzarme
(30) in einer weiteren gemeinsamen Kante (21) an die Stirnkante (20) eines der freien
Kreuzarme (30) einer der wenigstens zwei Anschlussflächen (11) angrenzt, wobei in
jedem Bereich zwischen aneinander angrenzenden Kreuzarmen (30) im Inneren des Verbindungselements
(10) ein Freiraum zur Leitungsführung ausgebildet ist, welcher in einer Richtung parallel
zur entsprechenden gemeinsamen Kante (21) beidseitig offen ist.
8. Verbindungselement (10) gemäss einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Anschlussflächen (11), welche aneinander angrenzende Kreuzarme (30) aufweisen,
senkrecht zueinander angeordnet sind.
9. Verbindungselement (10) gemäss einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jede kreuzförmige Anschlussfläche (11) eine im Wesentlichen rechtwinklige Kreuzform
bildet und insbesondere die Kreuzarme (30) einer der Anschlussflächen (11) im Wesentlichen
eine gleiche Länge aufweisen.
10. Verbindungselement (10) gemäss Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Kreuzarme (30) jeder kreuzförmigen Anschlussfläche (11) der Länge einer
Kante eines Mittelquadrats dieser Anschlussfläche (11) entspricht.
11. Verbindungselement (10) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass es genau sechs weitgehend gleichartige Anschlussflächen (11) mit einem weitgehend
kreuzförmigen äusseren Umriss umfasst, wobei jeder Kreuzarm (30) einer Anschlussfläche
(11) mit einer Stirnkante (20) in einer gemeinsamen Kante (21) an eine Stirnkante
(20) eines Kreuzarms (30) einer anderen Anschlussfläche (11) angrenzt, derart, dass
die Anschlussflächen (11) auf den Seiten eines gedachten Kubus angeordnet sind, wobei
in jedem Bereich zwischen aneinander angrenzenden Kreuzarmen (30) im Inneren des Verbindungselements
(10) jeweils ein Freiraum ausgebildet ist, welcher in einer Richtung parallel zur
entsprechenden gemeinsamen Kante (21) beidseitig offen ist.
12. Verbindungselement (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Freiraum eine lichte Querschnittsfläche aufweist, welche im Wesentlichen einem
Parallelogramm entspricht, das von den Kreuzarmen (30), zwischen welchen der Freiraum
angeordnet ist, in einer entsprechenden Querschnittsebene aufgespannt wird.
13. Verbindungselement (10) gemäss Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass es aus zwölf weitgehend gleichartigen, endseitig offenen Vierkantrohrabschnitten
(40) mit jeweils vier weitgehend quadratischen Aussenflächen zusammengesetzt ist,
derart, dass benachbarte Vierkantrohrabschnitte (40) längs einer gemeinsamen Kante
(41) aneinander angrenzen und zwei aneinander angrenzende Aussenflächen jedes der
Vierkantrohrabschnitte (40) jeweils zwei aneinander angrenzende Kreuzarme (30) zweier
Anschlussflächen (11) bilden.
14. Verbindungselement (10) gemäss Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vierkantrohrabschnitte (40) aus Stahl gefertigt sind und die benachbarten Vierkantrohrabschnitte
(10) längs der gemeinsamen Kante (41) miteinander verschweisst sind.
15. Verbindungselement (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass Befestigungsmittel (31) vorhanden sind, mittels denen an die Anschlussflächen (11)
anschliessbare Träger (100 - 105) am Verbindungselement (10) festlegbar sind, insbesondere
die Befestigungsmittel (31) auf den Kreuzarmen (30) der Anschlussflächen (11) ausgebildete
Befestigungsöffnungen umfassen.
16. Träger (100 - 105), insbesondere für eine Fachwerkkonstruktion (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 5, wobei der Träger (100 - 105) länglich ausgebildet ist und an wenigstens
einer Stirnseite eine Stirnfläche (151) mit einem kreuzförmigen äusseren Umriss aufweist,
wobei ein wesentlicher Flächenanteil einer Mantelfläche (106) des Trägers (100 - 105)
als durchgehende Fläche ausgebildet ist und der Träger (100 - 105) aus einem isolierenden
Werkstoff, insbesondere umfassend eine Holzwerkstoff, bevorzugt aus Massivholz, gefertigt
ist, wobei der Träger (100 - 105) vorzugsweise über seine gesamte Länge einen kreuzförmigen
Querschnitt aufweist.
17. Set zum Erstellen einer Fachwerkkonstruktion (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis
5, umfassend wenigstens ein Verbindungselement (10) gemäss einem der Ansprüche 6 bis
15 sowie wenigstens zwei Träger (100 - 105) gemäss Anspruch 16.
18. Gebäude, umfassend eine Fachwerkkonstruktion (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei ein parallel zur Ebene der beiden Träger (100 - 105) angeordnetes Flächenelement
zwischen den Trägern (100 - 105) eingesetzt ist und wenigstens eine Leitung eines
Gebäudeleitungssystems durch einen Freiraum des Verbindungselements (10) von einer
Seite des Flächenelements zur anderen Seite geführt ist, wobei im Falle eines kreuzförmigen
Querschnitts der Träger (100 - 105) die wenigstens eine Leitung bevorzugt in wenigstens
einem Abschnitt in einem Bereich zwischen benachbarten Kreuzarmen wenigstens eines
der Träger (100 - 105) geführt ist.