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(11) |
EP 2 354 527 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.11.2014 Patentblatt 2014/46 |
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Anmeldetag: 04.01.2011 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Kraftstoffinjektor
Fuel injector
Injecteur de carburant
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
05.02.2010 DE 102010001612
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.08.2011 Patentblatt 2011/32 |
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Patentinhaber: Robert Bosch GmbH |
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70442 Stuttgart (DE) |
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Erfinder: |
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- Rapp, Holger
71254, Ditzingen (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 976 924 DE-A1-102008 001 330
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EP-A2- 1 245 822 US-A1- 2005 120 872
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kraftstoffinjekor für ein Kraftstoffeinspritzsystem,
insbesondere ein Common-Rail-Einspritzsystem, zum Einspritzen von Kraftstoff in den
Brennraum einer Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruchs
1.
Stand der Technik
[0002] Ein Kraftstoffinjektor der eingangs genannten Art geht beispielsweise aus der
DE 10 2004 061 800 A1 hervor. Dieser weist zum Öffnen und Schließen einer in einem Düsenkörper hubbeweglich
geführten Düsenadel ein Steuerventil mit einem Ventilkörper auf, der zumindest in
einem Teilbereich geführt ist. Durch die Führung des Ventilköpers, beispielsweise
mittels einer Hülse, ist eine verschleißarme Betätigung des Steuerventils gewährleistet.
Der Ventilkörper ist zudem in einem Ventilraum aufgenommen, der über eine erste, als
Ablaufkanal dienende Bohrung in Verbindung mit einem Steuerraum und über eine zweite,
als Bypass bezeichnete Bohrung in Verbindung mit einem Zulaufkanal steht. Über den
Bypass und den Ablaufkanal kann in einer ersten Schließstellung des Ventilkörpers
zusätzlich Kraftstoff in den Steuerraum strömen, so dass ein schnelles Schließen der
Düsennadel bewirkt wird.
[0003] Ein weiterer gattungsgemäßer Kraftstoffinjektor geht aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2008 001 330 A1 hervor. Das Ventilglied des Steuerventils ist hierbei in einer Hülse geführt, die
dichtend an einer den Ventilraum vom Steuerraum trennenden Drosselplatte anliegt.
Die Hülse begrenzt zwischen dem Ventilglied und der Drosselplatte einen Niederdruckraum,
der zu einer Reduktion der hydraulischen Schließkraft am Ventilglied und damit zu
einer Druckentlastung des Ventilglieds führt. Dadurch werden auch die benötigten Ansteuerspannungen
bzw. ströme reduziert. Die Hülse besitzt jedoch einen gewissen Platzbedarf, so dass
der Ventilraum ein größeres Volumen aufweisen muss. Das vergrößerte Ventilraumvolumen
führt zu einem verzögerten Druckaufbau sowohl im Ventilraum, als auch im Steuerraum,
der über wenigstens eine in der Drosselplatte ausgebildeten Bohrung in Verbindung
mit dem Ventilraum steht. Ferner ist die Bohrung derart zu führen, dass ihr Mündungsbereich
außerhalb der dichtend an der Drosselplatte anliegenden Hülse liegt. Hierzu kann die
Dichthülse im Anlagebereich mit einem verringerten Durchmesser und/oder der Ventilraum
mit einer radialen Aufweitung im Mündungsbreich der Bohrung ausgestattet sein, wobei
eine weitere Vergrößerung des Ventilraumvolumens unvermeidlich ist. Da zudem eine
in der Bohrung ausgebildete Drossel fertigungsbedingt oftmals im Bereich der Unterseite
der Drosselplatte, das heißt in der Nähe des Steuerraums, angeordnet ist, wird das
Ventilraumvolumen durch die sich an die Drossel anschließende Abströmbohrung weiter
vergrößert.
[0004] Aus
EP 0 976 924 A2 und
EP 1 245 822 A2 sind darüber hinaus Kraftstoffeinspritzventile mit einem Servoventil bekannt, bei
denen die Befüllung des Steuerraums über eine direkte Verbindung mit einem Hochdruckkanal
geschieht.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Kraftstoffinjektor der vorstehend
beschriebenen Art derart weiterzubilden, dass das Ventilraumvolumen, insbesondere
bei Anordnung einer das Ventilglied druckentlastenden Dichthülse, möglichst klein
gehalten wird. Zudem soll die Ausbildung wenigstens einer in der Drosselplatte angeordneten
Bohrung bzw. Drossel vereinfacht werden.
[0006] Zur Lösung der Aufgabe wird ein Kraftstoffinjektor mit den Merkmalen des Anspruchs
1 vorgeschlagen. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen
angegeben.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Der vorgeschlagene Kraftstoffinjektor weist eine in einem Düsenkörper hubbeweglich
geführte Düsennadel zum Schließen und Freigeben wenigstens einer im Düsenkörper ausgebildeten
Einspritzöffnung und ein Steuerventil zur indirekten Ansteuerung der Düsennadel auf,
indem durch Öffnen oder Schließen des Steuerventils ein die Düsennadel in Schließrichtung
beaufschlagender Steuerdruck in einem Steuerraum verändert wird. Das Steuerventil
umfasst dabei einen in einer Ventilplatte ausgebildeten Ventilraum, der von einer
Drosselplatte begrenzt wird, die zwischen dem Düsenkörper und der Ventilplatte angeordnet
ist und in welcher wenigstens eine Bohrung zur Verbindung des Ventilraums mit dem
Steuerraum und/oder einem Hochdruckkanal ausgebildet ist.
[0008] Erfindungsgemäß mündet die wenigstens eine Bohrung über einen zwischen der Ventilplatte
und der Drosselplatte ausgebildeten Axialspalt in den Ventilraum und besitzt im Mündungsbereich
einen reduzierten Durchmesser d zur Ausbildung einer Drossel, deren Drosselwirkung
über die Höhe h des Axialspalts beeinflussbar ist. Die Drosselstelle ist demnach in
den Mündungsbereich verlagert, so dass die Bohrung derart ausgebildet sein kann, dass
sie weitestgehend einen konstanten Durchmesser besitzt. Dadurch wird zum Einen die
Herstellung der Bohrung vereinfacht, zum Anderen kann eine im Bereich der Unterseite
der Drosselplatte ausgebildete Drosselstelle und damit eine sich hieran anschließende
lange Abströmbohrung entfallen. Durch den Wegfall der Abströmbohrung wird das Ventilraumvolumen
verringert, was wiederum zu einem schnellen Druckaufbau und zu schnellen Schaltzeiten
führt. Gleichzeitig wird die Kleinstmengenfähigkeit des Kraftstoffinjektors und ferner
sein Verschleißverhalten im Bereich des Ventilsitzes verbessert. Denn aufgrund des
kleineren Ventilraumvolumens steigt der Druck im Ventilraum während des Schließvorgangs
des Steuerventils schnell an, so dass der verbleibende Druckhub und der Schlupf des
Ventils im Sitz nach dem Einschlag sich verringern.
[0009] Neben der Herstellung der Bohrung wird ferner die Herstellung der Drossel vereinfacht.
Diese ist nunmehr im Mündungsbereich der Bohrung und damit an leicht zugänglicher
Stelle an der Oberseite der Drosselplatte ausgebildet. Zudem entfallen eine sich an
die Drossel anschließende Abströmbohrung und/oder ein Diffusor. Des Weiteren kann
auf eine Verrundung der Bohrung im Bereich der Drossel verzichtet werden, so dass
ein weiterer aufwendiger Fertigungsschritt entfällt. Die Drosselung erfolgt im Mündungsbereich
der Bohrung und kann über die Höhe h des Axialspalts zwischen der Ventilplatte und
der Drosselplatte beeinflusst werden. Denn der die Drosselwirkung bestimmende Querschnitt
entspricht der Mantelfläche eines gedachten Zylinders, der entsteht, wenn der Durchmesser
d der in der Drosselplatte ausgebildeten Abströmfläche auf die gegenüberliegende Fläche
der Ventilplatte projiziert wird. Die Höhe h des Axialspalts entspricht dabei der
Höhe des Zylinders. Die gewünschte Drosselwirkung kann demnach durch Festlegung der
Parameter d und h bei der Herstellung erreicht werden.
[0010] Die Höhe h des Axialspalts ist zudem möglichst klein gewählt, um das Ventilraumvolumen
klein zu halten. Bevorzugt beträgt die Höhe h des Axialspalts ≤ 500 µm, vorzugsweise
≤ 100 µm, weiterhin vorzugsweise ≤ 50 µm. Der Axialspalt zwischen der Ventilplatte
und der Drosselplatte wird bevorzugt durch eine vorrangig radial verlaufende Nut in
der Ventilplatte gebildet. Alternativ oder ergänzend kann aber auch eine entsprechende
Ausnehmung in der Drosselplatte vorgesehen sein.
[0011] Erfindungsgemäß verbindet die in der Drosselplatte ausgebildete Bohrung den Ventilraum
des Steuerventils mit dem Hochdruckkanal und die im Mündungsbereich der Bohrung ausgebildete
Drossel dient als Fülldrossel. Durch diese Maßnahmen ist ein schnelles Befüllen des
Ventilraumvolumens und damit ein schneller Druckaufbau im Steuerraum sichergestellt,
der wiederum ein schnelles Düsennadelschließen gewährleistet. Denn der Ventilraum
und der Steuerraum sind über wenigstens eine weitere in der Drosselplatte ausgebildete
und als Ablaufkanal dienende Bohrung hydraulisch verbunden.
[0012] Die als Ablaufkanal dienende weitere Bohrung, die den Ventilraum mit dem Steuerraum
verbindet, mündet vorzugsweise über einen weiteren zwischen der Ventilplatte und der
Drosselplatte ausgebildeten Axialspalt in den Ventilraum des Steuerventils. Dabei
ist die Höhe h des Axialspalts derart gewählt, dass der über die Bohrung abströmende
Kraftstoff einen Gegendruck, das heißt einen dem Strömungsdruck entgegen wirkenden
Druck, erfährt, der den Eintrag von Gasblasen in den Ventilraum bei geöffnetem Ventil
verrringert. Um diesen Gegendruck zu erzeugen, ist die Höhe h des Axialspalts geringer
als die Höhe einer als Schnaupe dienenden radialen Aufweitung des Ventilraums gewählt,
die üblicherweise bei etwa 1 mm liegt.
[0013] Die als Ablaufkanal dienende weitere Bohrung umfasst eine Ablaufdrossel, die in herkömmlicher
Weise durch eine Verringerung des Durchströmungsquerschnitts der Bohrung im Bereich
der Unterseite der Drosselplatte, das heißt in der Nähe zum Steuerraum, ausgebildet
sein kann. An die Drosselstelle schließt sich dann eine lange, das Ventilraumvolumen
vergrößernde Abströmbohrung an.
[0014] Um eine Vergrößerung des Ventilraumvolumens zu vermeiden, ist gemäß einer alternativen
Ausführungsform bzw. einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die in der
Drosselplatte ausgebildete Bohrung den Ventilraum mit dem Steuerraum verbindet und
die im Mündungsbereich der Bohrung ausgebildete Drossel als Ablaufdrossel dient. Die
vorstehend in Zusammenhang mit der die Fülldrossel aufweisenden Bohrung beschriebenen
Vorteile gelten nunmehr für die als Ablaufkanal dienende Bohrung entsprechend. Das
heißt, dass die Bohrung aufgrund ihres weitestgehend konstanten Durchmessers einfach
herstellbar ist. Die Verlagerung der Drosselstelle in den Mündungsbereich vereinfacht
zudem die Ausbildung der Drossel, die nunmehr an der Oberseite der Drosselplatte angeordnet
ist und eine lange Abströmbohrung und/oder einen Diffusor entbehrlich macht. Zusätzlich
zum Abaufkanal kann eine weitere, entsprechend ausgebildete Bohrung bzw. Drossel zur
Verbindung des Ventilraums mit dem Hochdruckkanal vorgesehen sein, so dass ferner
ein schnelles Befüllen des Ventilraumvolumens und damit einer schneller Druckaufbau
im Steuerraum gewährleistet ist.
[0015] Ergänzend kann vorgesehen sein, dass wenigstens eine in der Drosselplatte vorgesehene
Bohrung zumindest in einem Teilbereich hydroerosiv verrundet ausgebildet ist. Diese
Maßnahme erweist sich insbesondere dann als vorteilhaft, wenn der Durchfluss einer
Drossel zu stark streut. Die Verrundung erfolgt vorzugsweise im zusammengefügten Zustand
mit zugehöriger Ventilplatte.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Steuerventil ein mit einem Ventilsitz
zusammenwirkendes hubbewegliches Ventilglied, dessen ventilsitzabgewandtes Ende in
einer an der Drosselplatte dichtend anliegenden und einen Niederdruckraum begrenzenden
Hülse geführt ist, so dass das Ventilglied in Anlage am Ventilsitz druckentlastet
ist. Denn durch die Führung des Ventilgliedes in einer solchen Dichthülse wird die
hydraulische Schließkraft auf das Ventilglied reduziert. Dies wiederum führt zu einer
Verringerung der Schaltkräfte und damit einhergehend zu einer Verringerung der benötigten
Ansteuerspannungen bzw. -ströme.
[0017] Da die Dichthülse in der Regel ein vergrößertes Ventilraumvolumen erfordert, kommen
die Vorteile der Erfindung insbesondere bei einem Steuerventil mit einer solchen Dichthülse
zum Tragen. Denn das Zusammenwirken der in der Drosselplatte ausgebildeten Bohrung
mit dem in der Ventilplatte ausgebildeten Axialspalt vermag zumindest einen Teil der
Ventilraumvergrößerung zu kompensieren.
[0018] Vorzugsweise ist der von der Hülse begrenzte Niederdruckraum über eine Bohrung an
einen Rücklauf angeschlossen. Die den Niederdruckraum mit einem Rücklauf verbindende
Bohrung ist zumindest teilweise ebenfalls in der Drosselplatte ausgebildet.
[0019] Weiterhin vorzugsweise ist zur Betätigung des Steuerventils ein Piezoaktor vorgesehen.
[0020] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Diese zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen aus dem Stand der Technik bekannten Kraftstoffinjektor
im Bereich der Drosselplatte,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen ersten erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor
im Bereich der Drosselplatte und
Fig. 3 einen Längsschnitt durch einen zweiten erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor
im Bereich der Drosselplatte.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0021] Der Fig. 1 ist ein Ausschnitt eines bereits bekannten Kraftstoffinjektors zu entnehmen.
Der Ausschnitt zeigt den Kraftstoffinjektor im Bereich einer Drosselplatte 7 einschließlich
angrenzender Bauteile. Letztere umfassen einen Düsenkörper 1, der in der Zeichnung
von unten an die Drosselplatte 7 angesetzt ist und der Aufnahme einer hubbeweglich
geführten Düsennadel 2 zum Freigeben oder Verschließen wenigstens einer im Düsenkörper
1 ausgebildeten Einspritzöffnung dient, sowie eine Ventilplatte 5, die in der Zeichnung
von oben an die Drosselplatte 7 angesetzt ist und der Aufnahme eines Steuerventils
3 zur indirekten Ansteuerung der Düsennadel 2 dient. Das Steuerventil 3 weist hierzu
einen mit einem Rücklauf 20 verbindbaren Ventilraum 6 auf, der ferner über eine als
Ablaufkanal ausgebildete Bohrung 12 mit einem Steuerraum 4 in Verbindung steht. Der
Steuerraum 4 steht wiederum über einen Zulaufkanal 21 in hydraulischer Verbindung
mit einem Hochdruckkanal 9, so dass eine Befüllung des Steuerraums 4 mit Kraftstoff
bei geschlossenem Steuerventil 3 gewährleistet ist. Der über den Zulaufkanal 21 in
den Steuerraum 4 einströmende Kraftstoff bewirkt einen Anstieg des dort vorhandenen
Steuerdrucks, der die Düsennadel 2 in Schließrichtung beaufschlagt. Die Düsennadel
2 vollzieht eine Schließbewegung bzw. wird in ihrer Schließstellung gehalten. Wird
das Steuerventil 3 geöffnet, wobei eine Verbindung des Ventilraums 6 zum Rücklauf
20 hergestellt und eine Absteuermenge dem Rücklauf 20 zugeführt wird, kommt es im
Ventilraum 6 und im Steuerraum 4 zu einem Druckabfall, der einen Öffnungshub der Düsennadel
2 ermöglicht. Die Betätigung des Steuerventils 3 erfolgt vorliegend durch Einsatz
eines Piezoaktors, der bei Bestromung ein Ventilglied 16 des Steuerventils 3 aus seinem
Ventilsitz 15 hebt und damit die Verbindung des Ventilraums 6 zum Rücklauf 20 herstellt.
Das Ventilglied 16 ist vorliegend in einer Hülse 18 geführt, die dichtend an der Drosselplatte
7 anliegt und einen Niederdruckraum 17 radial begrenzt. Über eine Bohrung 19 steht
der Niederdruckraum 17 in Verbindung mit dem Rücklauf 20. Dadurch, dass das ventilsitzabgewandte
und in der Hülse 18 aufgenommene Ende des Ventilgliedes 16 nicht hochdruckbeaufschlagt
ist, wird das Ventilglied 16 druckentlastet. Die Betätigung des Steuerventils erfordert
demnach geringere Schaltkräfte, das heißt geringere Ansteuerspannungen bzw. Ansteuerströme.
Dies wirkt sich vorteilhaft auf die Auslegung des Piezoaktors als Betätigungsmittel
aus.
[0022] Ein Nachteil der Anordnung einer Hülse 18 in dem Ventilraum 6 besteht jedoch darin,
dass die Hülse 18 einen größeres Ventilraumvolumen erfordert. Um dennoch eine schnelle
Befüllung und damit einen schnellen Druckanstieg im Ventilraum 6 und im mit dem Ventilraum
6 verbundenen Steuerraum 4 zu ermöglichen, ist neben der als Ablaufkanal dienenden
Bohrung 12 und dem Zulaufkanal 21 eine weitere Bohrung 8 in der Drosselplatte vorgesehen,
die den Ventilraum 6 direkt mit dem Hochdruckkanal 9 verbindet. Bei geschlossenem
Steuerventil 3 strömt somit nicht nur Kraftstoff über den Zulaufkanal 21 in Steuerraum
4, sondern auch über die Bohrungen 8 und 12, wobei die als Ablaufkanal dienende Bohrung
12 in umgekehrter Richtung durchströmt wird.
[0023] Üblicherweise weist jede als Ablauf- und/oder als Zulaufkanal dienende Bohrung 8,
12, 21 eine Drossel 11, 14, 22 zur Drosselung des Kraftstoffstroms auf. Zur Ausbildung
der Drosseln 11, 14, 22 weisen die Bohrungen 8, 12 und 21 jeweils einen verringerten
Durchströmungsquerschnitt im Bereich der Unterseite der Drosselplatte 7 auf. An den
verringerten Durchströmungsquerschnitt schließt sich jeweils eine lange Abströmbohrung
an, die in den Ventilraum 6 im Bereich einer radialen Aufweitung, das heißt einer
Schnaupe, mündet. Sowohl die langen Abströmbohrungen, als auch das Volumen der Schnaupen
tragen zu einer unerwünschten Vergrößerung des Volumens des Ventilraums 6 bei.
[0024] Bei dem in der Fig. 2 dargestellten erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor wird der
Nachteil eines vergrößerten Ventilraumvolumens aufgrund des Einsatzes einer Hülse
18 zur Druckentlastung des Ventilgliedes 16 dadurch kompensiert, dass die Drossel
11 der Bohrung 8 in den Mündungsbereich der Bohrung 8 verlagert wurde. Eine lange
den Ventilraum 6 vergrößernde Abströmbohrung entfällt somit. Des Weiteren wurde die
Schnaupe durch einen Axialspalt 10 zwischen der Ventilplatte 5 und der Drosselplatte
7 ersetzt, über dessen Höhe h die Drosselwirkung beeinflussbar ist. Der Axialspalt
10 bildet somit einen Bestandteil der Drossel 11 aus. Die als Ablaufkanal dienende
Bohrung 12 ist bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 weiterhin in herkömmlicher Weise
ausgebildet, das heißt mit einer Drossel 14, die im unteren Bereich der Bohrung 12
ausgebildet ist und an welche sich eine lange Abströmbohrung anschließt. Alternativ
kann aber auch die als Ablaufkanal dienende Bohrung 12 entsprechend der Bohrung 8
mit einer Drossel 14 im Mündungsbereich ausgebildet sein.
[0025] Eine weitere alternative Ausführungsform der als Ablaufkanal dienenden Bohrung 12
geht aus dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors
hervor. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel der Fig. 2 mündet die Bohrung 12 in
einen Axialspalt 13, dessen Höhe h derart gewählt ist, dass ein Gegendruck auf den
abströmenden Kraftstoff asugeübt wird. Der Gegendruck soll den Eintrag von Gasblasen
in den Ventilraum 6 verringern. Der Axialspalt 13 weist hierzu eine Höhe h auf, die
gegenüber der Höhe der in Fig. 1 dargestellten Schnaupe deutlich reduziert ist, so
dass eine Verkleinerung des Ventilraumvolumens erreicht wird. Die Höhe h des Axialspalts
13 ist jedoch größer als die Höhe h des Axialspalts 10 gewählt, da innerhalb der Bohrung
12 bereits eine Ablaufdrossel 14 zur Drosselung des Kraftstoffstroms ausgebildet ist.
1. Kraftstoffinjektor für ein Kraftstoffeinspritzsystem mit einer in einem Düsenkörper
(1) hubbeweglich geführten Düsennadel (2) zum Schließen und Freigeben wenigstens einer
im Düsenkörper (1) ausgebildeten Einspritzöffnung und mit einem Steuerventil (3) zur
indirekten Ansteuerung der Düsennadel (2), indem durch Öffnen oder Schließen des Steuerventils
(3) ein die Düsennadel (2) in Schließrichtung beaufschlagender Steuerdruck in einem
Steuerraum (4) verändert wird, wobei das Steuerventil (3) einen in einer Ventilplatte
(5) ausgebildeten Ventilraum (6) umfasst, der von einer Drosselplatte (7) begrenzt
wird, die zwischen dem Düsenkörper (1) und der Ventilplatte (5) angeordnet ist und
in welcher wenigstens eine Bohrung (8, 12) zur Verbindung des Ventilraums (6) mit
dem Steuerraum (4) und/oder einem Hochdruckkanal (9) ausgebildet ist, wobei die Bohrung
(8) über einen zwischen der Ventilplatte (5) und der Drosselplatte (7) ausgebildeten
Axialspalt (10) in den Ventilraum (6) mündet und im Mündungsbereich einen reduzierten
Durchmesser d zur Ausbildung einer Drossel (11, 14) besitzt, deren Drosselwirkung
über die Höhe h des Axialspalts (10) beeinflussbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung (8) den Ventilraum (6) mit dem Hochdruckkanal (9) verbindet und die Drossel
(11) als Fülldrossel dient.
2. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe h des Axialspalts (10, 13) ≤ 500 µm, vorzugsweise ≤ 100 µm, weiterhin vorzugsweise
≤ 50 µm beträgt.
3. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine als Ablaufkanal dienende weitere Bohrung (12) in der Drosselplatte (7) vorgesehen
ist, die den Ventilraum (6) mit dem Steuerraum (4) verbindet und über einen weiteren
zwischen der Ventilplatte (5) und der Drosselplatte (7) ausgebildeten Axialspalt (13)
in den Ventilraum (6) mündet, wobei die Höhe h des Axialspalts (13) derart gewählt
ist, dass der über die Bohrung (12) abströmende Kraftstoff einen Gegendruck erfährt.
4. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Bohrung (12) den Ventilraum (6) mit dem Steuerraum (4) verbindet und
die Drossel (14) als Ablaufdrossel dient.
5. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Bohrung (8, 12) zumindest in einem Teilbereich hydroerosiv verrundet
ausgebildet ist.
6. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerventil (3) ein mit einem Ventilsitz (15) zusammenwirkendes hubbewegliches
Ventilglied (16) umfasst, dessen ventilsitzabgewandtes Ende in einer an der Drosselplatte
(7) dichtend anliegenden und einen Niederdruckraum (17) begrenzenden Hülse (18) geführt
ist, so dass das Ventilglied (16) in Anlage am Ventilsitz (15) druckentlastet ist.
7. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdruckraum (17) über eine Bohrung (19) an einen Rücklauf (20) angeschlossen
ist.
8. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Betätigung des Steuerventils (3) ein Piezoaktor vorgesehen ist.
1. Fuel injector for a fuel injection system, with a nozzle needle (2), guided in reciprocating
motion in a nozzle body (1), for closing and releasing at least one injection orifice
formed in the nozzle body (1), and with a control valve (3) for the indirect activation
of the nozzle needle (2), in that, when the control valve (3) being opened or closed,
a control pressure acting upon the nozzle needle (2) in the closing direction is varied
in a control space (4), the control valve (3) comprising a valve space (6) which is
formed in a valve plate (5) and is delimited by a throttle plate (7) which is arranged
between the nozzle body (1) and the valve plate (5) and in which at least one bore
(8, 12) for connecting the valve space (6) to the control space (4) and/or to a high-pressure
duct (9) is formed, the bore (8) issuing into the valve space (6) via an axial gap
(10) formed between the valve plate (5) and the throttle plate (7) and possessing
in the region of issue a reduced diameter d, so as to form a throttle (11, 14), the
throttle action of which can be influenced via the height h of the axial gap (10),
characterized in that the bore (8) connects the valve space (6) to the high-pressure duct (9), and the
throttle (11) which serves as a filling throttle.
2. Fuel injector according to Claim 1, characterized in that the height h of the axial gap (10, 13) amounts to ≤ 500 µm, preferably ≤ 100 µm,
furthermore preferably ≤ 50 µm.
3. Fuel injector according to one of the preceding claims, characterized in that, in the throttle plate (7), a further bore (12) is provided, which serves as an outflow
duct and which connects the valve space (6) to the control space (4) and issues into
the valve space (6) via a further axial gap (13) formed between the valve plate (5)
and the throttle plate (7), the height h and the axial gap (13) being selected such
that the fuel flowing out via the bore (12) experiences a counterpressure.
4. Fuel injector according to Claim 3, characterized in that the further bore (12) connects the valve space (6) to the control space (4), and
the throttle (14) serves as an outflow throttle.
5. Fuel injector according to one of the preceding claims, characterized in that at least one bore (8, 12) is formed, at least in a sub region, so as to be rounded
by hydroerosion.
6. Fuel injector according to one of the preceding claims, characterized in that the control valve (3) comprises a reciprocal-motion valve member (16) which co-operates
with a valve seat (15) and of which the end facing away from the valve seat is guided
in a sleeve (18) bearing sealingly against the throttle plate (7) and delimiting a
low-pressure space (17), so that the valve member (16) is relieved of pressure when
it is in bearing contact on the valve seat (15).
7. Fuel injector according to Claim 6, characterized in that the low-pressure space (17) is connected to a return (20) via a bore (19).
8. Fuel injector according to one of the preceding claims, characterized in that a piezo-actuator is provided for actuating the control valve (3).
1. Injecteur de carburant pour un système d'injection de carburant comprenant une aiguille
d'injecteur (2) guidée de manière déplaçable suivant un mouvement de va-et-vient dans
un corps d'injecteur (1) pour fermer et libérer au moins une ouverture d'injection
réalisée dans le corps d'injecteur (1) et comprenant une soupape de commande (3) pour
la commande indirecte de l'aiguille d'injecteur (2), par le fait que, par ouverture
ou fermeture de la soupape de commande (3), une pression de commande sollicitant l'aiguille
d'injecteur (2) dans le sens de fermeture est modifiée dans un espace de commande
(4), la soupape de commande (3) comportant un espace de soupape (6) réalisé dans une
plaque porte-soupape (5), lequel espace de soupape est limité par une plaque d'étranglement
(7) qui est disposée entre le corps d'injecteur (1) et la plaque porte-soupape (5)
et dans laquelle est réalisé au moins un alésage (8, 12) pour la liaison de l'espace
de soupape (6) à l'espace de commande (4) et/ou à un canal haute pression (9), l'alésage
(8) débouchant, par le biais d'un interstice axial (10) réalisé entre la plaque porte-soupape
(5) et la plaque d'étranglement (7), dans l'espace de soupape (6) et présentant dans
la région d'embouchure un diamètre réduit d pour réaliser un étranglement (11, 14)
dont l'effet d'étranglement peut être influencé par le biais de la hauteur h de l'interstice
axial (10), caractérisé en ce que l'alésage (8) relie l'espace de soupape (6) au canal haute pression (9) et l'étranglement
(11) sert d'étranglement de remplissage.
2. Injecteur de carburant selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la hauteur h de l'interstice axial (10, 13) vaut ≤ 500 µm, de préférence ≤ 100 µm,
de préférence encore ≤ 50 µm.
3. Injecteur de carburant selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'un alésage supplémentaire (12) servant de canal d'évacuation est prévu dans la plaque
d'étranglement (7), lequel relie l'espace de soupape (6) à l'espace de commande (4)
et débouche dans l'espace de soupape (6) par le biais d'un interstice axial (13) supplémentaire
réalisé entre la plaque porte-soupape (5) et la plaque d'étranglement (7), la hauteur
h de l'interstice axial (13) étant choisie de telle sorte que le carburant s'écoulant
par l'alésage (12) subisse une contre-pression.
4. Injecteur de carburant selon la revendication 3,
caractérisé en ce que l'alésage supplémentaire (12) relie l'espace de soupape (6) à l'espace de commande
(4) et l'étranglement (14) sert d'étranglement d'évacuation.
5. Injecteur de carburant selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'au moins un alésage (8, 12) est réalisé de manière arrondie par hydroérosion au moins
dans une zone partielle.
6. Injecteur de carburant selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la soupape de commande (3) comporte un organe de soupape (16) déplaçable suivant
un mouvement de va-et-vient et coopérant avec un siège de soupape (15), l'extrémité
de l'organe de soupape opposée au siège de soupape étant guidée dans une douille (18)
s'appliquant de manière étanche contre la plaque d'étranglement (7) et limitant un
espace basse pression (17), de telle sorte que l'organe de soupape (16) soit détendu
en pression en appui contre le siège de soupape (15).
7. Injecteur de carburant selon la revendication 6,
caractérisé en ce que l'espace basse pression (17) est raccordé à un retour (20) par le biais d'un alésage
(19).
8. Injecteur de carburant selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'un actionneur piézo-électrique est prévu pour l'actionnement de la soupape de commande
(3).


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