(19)
(11) EP 2 505 320 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
19.11.2014  Patentblatt  2014/47

(21) Anmeldenummer: 12001958.3

(22) Anmeldetag:  20.03.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B26B 3/00(2006.01)
B26B 3/02(2006.01)

(54)

Messer mit einer metallenen Endkappe

Blade with a metallic end cap

Couteau avec capuchon terminal métallique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 31.03.2011 DE 102011015718

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
03.10.2012  Patentblatt  2012/40

(73) Patentinhaber: Zwilling J. A. Henckels Ag
42657 Solingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Kreitz, Thomas
    42719 Solingen (DE)
  • Boldt, Paul
    42699 Solingen (DE)

(74) Vertreter: Cohausz Hannig Borkowski Wißgott 
Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Schumannstrasse 97-99
40237 Düsseldorf
40237 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 882 561
CH-A- 107 043
DE-C- 271 186
GB-A- 1 275 955
EP-A1- 1 985 726
DE-A1- 3 315 768
DE-U1- 20 117 674
US-A- 1 420 342
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Messer mit einer metallenen Klinge und einem an der Klinge angeformten Erl, der als Flacheisen den Griff aus Kunststoff trägt, wobei am Griffende eine metallene Endkappe befestigt ist.

    [0002] Es ist bekannt, die metallene Endkappe eines Messergriffes derart herzustellen, dass die Endkappe am Erl ausgeschmiedet wird. Alternativ ist es bekannt, die metallene Endkappe als Gussteil herzustellen und an das Erlende anzuschweißen. Beide Herstellungsverfahren sind arbeitsaufwendig in der Herstellung und Befestigung.

    [0003] Aus der GB 1 275 955 und der US 1 420 342 A ist es bekannt, am Ende eines Messergriffs eine Öffnung vorzusehen, in die eine Hülse mit Endkappe gesteckt ist. Die Hülse weist ein Innengewinde auf, mit der sie auf ein Außengewinde am Erlende aufgeschraubt ist. Eine solche Konstruktion ist aufwändig in Herstellung und Montage.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Messer der eingangs genannten Art die metallene Endkappe auf einfache und sichere Weise insbesondere montagesicher und reproduzierbar zu befestigen und hierbei eine schnelle Weiterverarbeitung des Messers zu ermöglichen. Auch soll die genaue Drehstellung der Endkappe sichergestellt sein.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Kunststoff am Griffende eine Öffnung aufweist, die zum Erlende führt, dass die metallene

    [0006] Endkappe einen angeformten Zapfen aufweist, der formschlüssig in der Öffnung einliegt, dass der Zapfen an seinem dem Erlende zugewandten Ende eine Ausnehmung insbesondere einen Querschlitz aufweist, mit der/dem er das Erlende formschlüssig übergreift und dass der Zapfen seitlich Vorsprünge aufweist.

    [0007] Hierdurch wird ein sicherer, formschlüssiger Halt der metallenen Endkappe am Kunststoff des Griffes und am Erl erreicht, wobei sichergestellt ist, dass keine ungewollte Schiefstellung der Endkappe entsteht, welche zu einem Produktionsausschluss führen würde. Die am Zapfen angeordneten seitlichen Vorsprünge sorgen für einen besonders sicheren Halt in der Öffnung.

    [0008] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass die Öffnung im Kunststoff des Griffendes und der angeformte Zapfen zylindrisch sind. Auch sollte der Außendurchmesser des Zapfens gleich oder geringfügig kleiner sein als der Innendurchmesser der zylindrischen Öffnung des Griffendes.

    [0009] Die Vorsprünge am Zapfen können ringförmig und koaxial am Zapfen angeordnet sein. Auch wird ein besonders sicherer Halt erreicht, wenn die ringförmigen Vorsprünge Unterbrechungen aufweisen.

    [0010] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass der Zapfen reibschlüssig in der Öffnung des Griffendes einliegt.

    [0011] Ein besonders vorteilhaftes Verfahren zum Befestigen einer metallenen Endkappe in der Kunststofföffnung am Griffende eines Messers wird erzielt, wenn die Endkappe beim Einsetzen in die Öffnung durch Ultraschall angeregt wird und hierdurch den Kunststoff des Griffes plastifiziert. Hierbei wird erreicht, dass der durch den Ultraschall angeregte Kunststoff der Öffnungswand in die Zwischenräume der Vorsprünge des Zapfens fließt.

    [0012] Ein sicherer Halt und hohe Dichtigkeit werden dann erreicht, wenn durch den Ultraschall die Unterseite der Endkappe den stirnseitigen Außenrand der Öffnung plastifiziert. Hierbei ist von Vorteil, wenn der plastifizierte Kunststoff in eine ringförmige Ausnehmung fließt, die um den Öffnungsrand herum liegt.

    [0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:
    Figur 1
    einen axialen Schnitt im Bereich des hinteren Endes eines Messergriffes;
    Figur 2
    eine perspektivische Ansicht der Endkappe.


    [0014] Der Griff 1 eines Messers weist einen an der metallenen Klinge angeformten metallenen Erl 2 auf, der als Flacheisen beidseitig jeweils von zwei Griffschalen 3 aus Kunststoff überdeckt ist. Hierbei kann der Erl 2 auf beiden Seiten des Griffes ersichtlich sein oder dort auch von den Griffschalen überdeckt sein, so dass er nicht sichtbar ist.

    [0015] Der Kunststoff des Griffes 1 und damit die Griffschalen 3 bilden am Ende des Griffes eine zylindrische Öffnung 4 in Form einer Bohrung, in der formschlüssig der metallene Zapfen 5 einer metallenen Endkappe 6 einliegt, wobei der Zapfen 5 an der Endkappe angeformt ist und die Endkappe 6 den Kunststoff des Griffendes überdeckt. Hierbei entspricht der Außendurchmesser des zylindrischen Zapfens 5 dem Innendurchmesser der Öffnung 4, so dass der Zapfen 5 formschlüssig insbesondere reibschlüssig in der Öffnung 4 einliegt.

    [0016] Das dem Erl 2 zugewandte Ende des Zapfens 5 besitzt eine Ausnehmung 7, die formschlüssig den Erl 2 übergreift. Hierbei bildet die Öffnung vorzugsweise einen diametralen Querschlitz, in dem das Erlende formschlüssig einliegt. Hierdurch ist die Endkappe 6 unverdrehbar am Erl 2 gehalten.

    [0017] An der zylindrischen Außenseite des Zapfens 5 stehen Vorsprünge 8 vor, die vorzugsweise ringförmig und koaxial am Zapfen 5 angeordnet sind. Hierbei können die ringförmigen Vorsprünge 8 Unterbrechungen aufweisen, um einen besonders sicheren und verdrehbaren Halt im Kunststoff des Griffes zu finden. Dies führt zu einem sicheren Halt des Zapfens 5 in der Öffnung 4.

    [0018] Ein besonders vorteilhaftes Befestigungsverfahren besteht darin, dass die Endkappe 6 beim Aussetzen in die Öffnung 4 durch Ultraschall angeregt wird und hierdurch den Kunststoff des Griffes 1 im Bereich der Öffnung 4 und des hinteren Endes des Griffes plastifiziert. Hierdurch wird der Kunststoff der Öffnungswand in die Zwischenräume zwischen die Vorsprünge 8 fließend gebracht.

    [0019] Durch den Ultraschall plastifiziert die Unterseite der Endkappe 6 auch den Außenrand der Öffnung 4 und damit auch das Ende des Griffes, so dass ein sehr dichter Halt erreicht wird und damit ein Eindringen von Feuchtigkeit in das Innere des Griffes sicher verhindert wird. Hierbei kann der plastifizierte Kunststoff in eine ringförmige Ausnehmung 9 am Ende des Griffes fließen, die um den Öffnungsrand herum liegt.


    Ansprüche

    1. Messer mit einer metallenen Klinge und einem an der Klinge angeformten Erl (2), der als Flacheisen den Griff (1) aus Kunststoff trägt, wobei am Griffende eine metallene Endkappe (6) befestigt ist, wobei der Kunststoff am Griffende eine Öffnung (4) aufweist, die zum Erlende führt, dadurch gekennzeichnet

    - dass die metallene Endkappe (6) einen angeformten Zapfen (5) aufweist, der formschlüssig in der Öffnung (4) einliegt,

    - dass der Zapfen (5) an seinem dem Erlende zugewandten Ende eine Ausnehmung (7) insbesondere einen Querschlitz aufweist, mit der/dem er das Erlende formschlüssig übergreift, und

    - dass der Zapfen (5) seitlich Vorsprünge (8) aufweist.


     
    2. Messer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (4) im Kunststoff des Griffendes und der angeformte Zapfen (5) zylindrisch sind.
     
    3. Messer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser des Zapfens (5) gleich oder geringfügig kleiner ist als der Innendurchmesser der zylindrischen Öffnung (4) des Griffendes.
     
    4. Messer nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (8) ringförmig und koaxial am Zapfen (5) angeordnet sind.
     
    5. Messer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigen Vorsprünge (8) Unterbrechungen aufweisen.
     
    6. Messer nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zapfen reibschlüssig in der Öffnung des Griffendes einliegt.
     
    7. Verfahren zum Befestigen einer metallenen Endkappe in der Kunststofföffnung am Griffende eines Messers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Endkappe einen angeformten Zapfen (5) aufweist der seitlich Vorsprünge (8) besitzt, und dass die Endkappe beim Einsetzen in die Öffnung durch Ultraschall angeregt wird und hierdurch den Kunststoff des Griffes plastifiziert.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Ultraschall der Kunststoff der Öffnungswand in die Zwischenräume zwischen die Vorsprünge (8) des Zapfens fließt.
     
    9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Ultraschall die Unterseite der Endkappe den Außenrand der Öffnung plastifiziert.
     
    10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der plastifizierte Kunststoff in eine ringförmige Ausnehmung (9) fließt, die um den Öffnungsrand herum liegt.
     


    Claims

    1. Knife with a metal blade and a tang (2) that is formed as an integral part of the blade and, as a flat bar, bears the grip (1) made of plastic, wherein a metal end cap (6) is fastened to the end of the grip, wherein the plastic at the end of the grip has an opening (4) that extends to the end of the tang, characterized
    in that the metal end cap (6) has an integrally formed tenon (5), which lies in the opening (4) in form-fitting engagement,
    in that the tenon (5) has at its end facing the end of the tang a clearance (7), in particular a transverse slot, with which it reaches over the end of the tang in form-fitting engagement, and
    in that the tenon (5) laterally has projections (8).
     
    2. Knife according to Claim 1, characterized in that the opening (4) in the plastic at the end of the grip and the integrally formed tenon (5) are cylindrical.
     
    3. Knife according to Claim 1 or 2, characterized in that the outside diameter of the tenon (5) is equal to or slightly less than the inside diameter of the cylindrical opening (4) at the end of the grip.
     
    4. Knife according to one of the preceding claims, characterized in that the projections (8) are arranged on the tenon (5) in an annular and coaxial manner.
     
    5. Knife according to Claim 4, characterized in that the annular projections (8) have interruptions.
     
    6. Knife according to one of the preceding claims, characterized in that the tenon lies in the opening at the end of the grip with frictional engagement.
     
    7. Method for fastening a metal end cap in the plastic opening at the end of the grip of a knife according to Claim 1, characterized in that the end cap has an integrally formed tenon (5), which laterally has projections (8), and in that the end cap is excited by ultrasound when it is inserted into the opening, and thereby plasticates the plastic of the grip.
     
    8. Method according to Claim 7, characterized in that, due to the ultrasound, the plastic of the wall of the opening flows into the intermediate spaces between the projections (8) of the tenon.
     
    9. Method according to Claim 7 or 8, characterized in that, due to the ultrasound, the underside of the end cap plasticates the outer periphery of the opening.
     
    10. Method according to Claim 8 or 9, characterized in that the plasticated plastic flows into an annular clearance (9), which lies around the periphery of the opening.
     


    Revendications

    1. Couteau comprenant une lame métallique et une soie (2) façonnée dans le prolongement de la lame, qui porte, sous forme de fer plat, la poignée (1) en matière plastique, un embout métallique (6) étant fixé à l'extrémité de la poignée, la matière plastique présentant à l'extrémité de la poignée une ouverture (4) qui conduit jusqu'à l'extrémité de la soie, caractérisé en ce que

    - l'embout métallique (6) présente un tourillon façonné (5) qui s'insère par engagement par correspondance de formes dans l'ouverture (4),

    - le tourillon (5) présente, au niveau de son extrémité tournée vers l'extrémité de la soie, un évidement (7), en particulier une fente transversale, avec lequel/laquelle il vient en prise par le dessus par engagement par correspondance de formes avec l'extrémité de la soie, et

    - le tourillon (5) présente latéralement des saillies (8).


     
    2. Couteau selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ouverture (4) dans la matière plastique de l'extrémité de la poignée et le tourillon façonné (5) sont cylindriques.
     
    3. Couteau selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le diamètre extérieur du tourillon (5) est égal ou légèrement inférieur au diamètre intérieur de l'ouverture cylindrique (4) de l'extrémité de la poignée.
     
    4. Couteau selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les saillies (8) sont disposées sous forme annulaire et coaxialement sur le tourillon (5).
     
    5. Couteau selon la revendication 4, caractérisé en ce que les saillies annulaires (8) présentent des interruptions.
     
    6. Couteau selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le tourillon s'insère par engagement par friction dans l'ouverture de l'extrémité de la poignée.
     
    7. Procédé pour la fixation d'un embout métallique dans l'ouverture en matière plastique à l'extrémité de la poignée d'un couteau selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'embout présente un tourillon façonné (5) qui possède latéralement des saillies (8) et en ce que l'embout, lorsqu'il est inséré dans l'ouverture, est excité par ultrasons et plastifie ainsi la matière plastique de la poignée.
     
    8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que sous l'effet des ultrasons, la matière plastique de la paroi d'ouverture s'écoule dans les espaces intermédiaires entre les saillies (8) du tourillon.
     
    9. Procédé selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que sous l'effet des ultrasons, le côté inférieur de l'embout plastifie le bord extérieur de l'ouverture.
     
    10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que la matière plastique plastifiée s'écoule dans un évidement annulaire (9) qui est situé autour du bord de l'ouverture.
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente