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EP 2 746 481 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.11.2014 Patentblatt 2014/47 |
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Anmeldetag: 21.12.2012 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Wärmegedämmte hinterlüftete Gebäudefassade mit einer Brandbarriere
Thermally insulated rear-ventilated building facade with a fire barrier
Façade de bâtiment ventilée à isolation thermique avec barrière ignifuge
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.06.2014 Patentblatt 2014/26 |
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Patentinhaber: STO SE & Co. KGaA |
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79780 Stühlingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Mayer, Markus Bernhard
89407 Dillingen (DE)
- Hernegger, Christof
9560 Feldkirchen (AT)
- Wiedemann, Robert
86735 Amerdingen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Gottschalk, Matthias |
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Maiwald Patentanwaltsgesellschaft (Schweiz) mbH
Splügenstrasse 8 8002 Zürich 8002 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1-102009 016 729 US-A1- 2006 123 723
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GB-A- 2 296 263
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine wärmegedämmte hinterlüftete Gebäudefassade mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Eine solche Gebäudefassade umfasst eine tragende
Wandkonstruktion mit einer außenseitig angebrachten ein- oder mehrlagigen Wärmedämmschicht
und einer Unterkonstruktion zur Aufnahme einer Verkleidung, die zur Ausbildung einer
der Hinterlüftung dienenden Luftschicht in einem Abstand vor der Wärmedämmschicht
angebracht ist. Solche Fassaden werden auch als Vorhangfassaden bezeichnet.
[0002] Um eine ausreichende Hinterlüftung zu gewährleisten, das heißt einen den Abtransport
von Feuchtigkeit gewährleistenden Luftaustausch, muss die Luftschicht durchgehend
ausgebildet sein und über Zuström- und Abströmöffnungen verfügen, welche die Luftschicht
mit der Außenluft verbinden. Die Zuström- und Abströmöffnungen sind derart angeordnet,
dass die Luft hinter der Verkleidung von unten zu- und nach oben abströmen kann.
[0003] Im Brandfall kann die durchgehende Luftschicht jedoch eine Kaminwirkung entfalten,
die zu einer schnellen, geschossübergreifenden Brandausweitung führt. Dies gilt es
zu verhindern.
Stand der Technik
[0004] Aus der
DE 10 2009 016 729 A1 geht beispielsweise eine vorgehängte hinterlüftete Fassadenkonstruktion mit sich
waagerecht erstreckenden und senkrecht zueinander beabstandeten Brandbarrieren hervor,
die in einem Hinterlüftungsraum angeordnet sind, der sich von der Rückseite wenigstens
einer an einer Tragkonstruktion befestigten Fassadenplatte bis zur Vorderseite wenigstens
einer Wärmedämmplatte erstreckt.
[0005] Eine weitere Brandbarriere für eine vorgehängte hinterlüftete Fassade ist aus der
GB 2 296 263 A bekannt. Diese besteht aus einer hochdichten Mineralwolle, welche einerseits eine
Brandausweitung verhindern, andererseits derart luftdurchlässig sein soll, dass eine
gewisse Hinterlüftung weiterhin gewährleistet ist.
[0006] Aus der
EP 1 731 685 A2 geht ferner eine hinterlüftete wärmegedämmte Gebäudefassade hervor, die eine Gebäudewand,
eine auf der Gebäudewand angeordnete Dämmschicht aus einem Polymerschaummaterial,
eine auf der Außenseite der Dämmschicht angeordnete Tragkonstruktion und eine durch
die Tragkonstruktion getragene Fassadenbekleidung umfasst. Zwischen der Fassadenbekleidung
und der Dämmschicht wird ein Hinterlüftungsspalts ausgebildet, in welchem sich im
Bereich eines auf Geschossdeckenhöhe horizontal verlaufenden Brandriegels innerhalb
der Dämmschicht ein Flammensperrelement angeordnet ist. Das Flammensperrelement reduziert
den Querschnitt des Hinterlüftungsspalts und soll auf diese Weise einen Flammenübertritt
von der Unterseite des Brandriegels über den Hinterlüftungsspalt auf die Oberseite
des Brandriegels verhindern. Denn das unterhalb und oberhalb des Brandriegels angeordnete
Polymerschaummaterial ist brennbar, so dass bei Umgehung des Brandriegels über den
Hinterlüftungsspalt die Gefahr besteht, dass sich das Polymerschaummaterial entzündet
und sich der Brand rasch auf sämtliche Stockwerke des Gebäudes ausbreitet. Um dies
zu verhindern, bedarf es jedoch einer deutlichen Reduzierung des Querschnitts des
Hinterlüftungsspalts, so dass eine ausreichende Hinterlüftung nicht mehr gewährleistet
ist.
[0007] Ausgehend von dem vorstehend genannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine wärmegedämmte hinterlüftete Gebäudefassade mit einer Brandbarriere
anzugeben, die einerseits einer Brandausweitung über einen zwischen einer Dämmschicht
und einer Verkleidung ausgebildeten Hinterlüftungsspalt entgegenwirkt, andererseits
jedoch einer ausreichenden Hinterlüftung der Fassade nicht entgegensteht.
[0008] Zur Lösung der Aufgabe wird eine wärmegedämmte hinterlüftete Gebäudefassade mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Offenbarung der Erfindung
[0009] Die vorgeschlagene wärmegedämmte hinterlüftete Gebäudefassade umfasst eine tragende
Wandkonstruktion mit einer außenseitig angebrachten ein- oder mehrlagigen Wärmedämmschicht
und einer Unterkonstruktion zur Aufnahme einer Verkleidung, die zur Ausbildung einer
der Hinterlüftung dienenden Luftschicht in einem Abstand vor der Wärmedämmschicht
angebracht ist. In einem Bereich zwischen der tragenden Wandkonstruktion und der Verkleidung
ist eine horizontal verlaufende Brandbarriere angeordnet, die sich zumindest über
den gesamten Querschnitt a der Luftschicht erstreckt. Die Brandbarriere weist somit
eine Tiefe auf, die zumindest gleich groß der Schichtstärke der zwischen der Wärmedämmschicht
und der Verkleidung ausgebildeten Luftschicht ist, so dass diese über ihren gesamten
Querschnitt abgeriegelt wird. Auf diese Weise wird eine besonders wirksame Sperre
gegen emporschlagende Flammen geschaffen.
[0010] Erfindungsgemäß erstreckt sich die Brandbarriere zumindest teilweise bis in die Wärmedämmschicht
hinein. Das heißt, dass die Brandbarriere zumindest teilweise eine Tiefe besitzt,
die größer als die Schichtstärke der Luftschicht ist. Vorzugsweise greift die Brandbarriere
wenigstens 40 mm tief in die Wärmedämmschicht ein. Um weiterhin eine ausreichende
Hinterlüftung zu gewährleisten, wird ferner vorgeschlagen, dass um die Brandbarriere
herum, zumindest im Bereich des sich in die Wärmedämmschicht hinein erstreckenden
Teils, ein umlaufender Luftspalt ausgebildet ist, der die Luftschicht unterhalb der
Brandbarriere mit der Luftschicht oberhalb der Brandbarriere verbindet. Zur Ausbildung
des umlaufenden Luftspalts ist die Wärmedämmschicht bevorzugt in einem Abstand c zur
Brandbarriere angeordnet. Der Abstand c beträgt vorzugsweise 5-20 mm, weiterhin vorzugsweise
5-10 mm. Der umlaufende Luftspalt ermöglicht eine Umgehung der Brandbarriere, so dass
weiterhin eine ausreichende Hinterlüftung gewährleistet ist. Zugleich wird der Luftstrom
über den Luftspalt jedoch mehrfach umgelenkt, so dass gleichzeitig eine wirksame Brandbarriere
ausgebildet wird, die einer Brandausweitung entgegen wirkt.
[0011] Die Luftschicht besitzt bevorzugt eine Schichtstärke a, die 5-60 mm, vorzugsweise
5-40 mm beträgt. Eine Mindestschichtstärke a von 20 mm sollte bevorzugt nur bereichsweise,
beispielsweise im Bereich von Zuström- und/oder Abströmöffnungen, unterschritten werden.
Die Einhaltung einer Mindestschichtstärke von 20 mm stellt eine ausreichende Hinterlüftung
der Gebäudefassade sicher.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst die Brandbarriere ein
Profil aus einem nicht brennbaren Werkstoff, vorzugsweise aus Metall, insbesondere
aus verzinktem Stahl oder Edelstahl. Ein solches Profil ist nicht brennbar und zudem
korrosionsbeständig, d. h. für den Außeneinsatz geeignet. Des Weiteren weisen Profile
aus derartigen Werkstoffen eine hohe Formbeständigkeit selbst bei hohen Temperaturen
auf.
[0013] Besonders bevorzugt umfasst die Brandbarriere ein L-Profil mit einem ersten Schenkel
zur Befestigung der Brandbarriere und einem zweiten Schenkel, der winklig zum ersten
Schenkel angeordnet ist. Während der erste Schenkel bevorzugt im Wesentlichen parallel
zur Wärmedämmschicht ausgerichtet ist, kann der hierzu winklig angeordnete zweite
Schenkel quer zur Wärmedämmschicht ausgerichtet sein und die eigentliche Brandbarriere
ausbilden. Vorzugsweise besitzt bzw. besitzen der erste Schenkel und/oder der zweite
Schenkel eine Materialstärke von wenigstens 1 mm. Dadurch ist eine hohe Formbeständigkeit
des Profils selbst bei direkter Beflammung gewährleistet.
[0014] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die Brandbarriere an der Unterkonstruktion
befestigt ist. Die Unterkonstruktion selbst ist bevorzugt an der tragenden Wandkonstruktion
verankert, so dass eine sichere Befestigung der Brandbarriere bewirkt wird. Zur Befestigung
an der tragenden Wandkonstruktion und/oder zur Aufnahme der Verkleidung umfasst die
Unterkonstruktion weiterhin bevorzugt wenigstens ein vertikal verlaufendes Profil,
vorzugsweise ein T- oder L-Profil. Dieses Profil kann unmittelbar über Wandhalter
oder mittelbar über ein weiteres Profil, das vorzugsweise quer, d. h. horizontal zum
ersten Profil ausgerichtet ist, an der tragenden Wandkonstruktion befestigt sein.
Zur thermischen Trennung der Unterkonstruktion von der tragenden Wandkonstruktion,
werden vorzugsweise unter die Wandhalter Isolatoren gelegt. Alternativ oder ergänzend
kann die Brandbarriere an der Verkleidung befestigt sein. Als besonders vorteilhaft
erweist sich, wenn die Brandbarriere ausschließlich an der Verkleidung befestigt ist
und keinen Kontakt zur Unterkonstruktion aufweist, um die Ausbildung einer Wärmebrücke
zu verhindern.
[0015] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst die Wärmedämmschicht
einen Brandriegel aus einem nicht brennbaren und/oder nicht schmelzenden Material.
Dieser ist zumindest teilweise innerhalb der Wärmedämmschicht angeordnet und weist
einen den Luftspalt begrenzenden Überlappungsbereich b mit der Brandbarriere auf.
Der Brandriegel kann beispielsweise unterhalb der Brandbarriere angeordnet sein, wobei
zur Ausbildung und Begrenzung des Luftspalts, der die Luftschicht unterhalb der Brandbarriere
mit der Luftschicht oberhalb der Brandbarriere verbindet, der Brandriegel zumindest
im Überlappungsbereich mit der Brandbarriere einen Abstand zu dieser einhält. Der
Abstand entspricht vorzugsweise dem bereits vorstehend genannten Abstand c. Der Überlappungsbereich
b beträgt vorzugsweise wenigstens 50 mm, weiterhin vorzugsweise wenigstens 60 mm.
[0016] Der Brandriegel kann zur Ausbildung und Begrenzung des Luftspalts auch eine Ausklinkung
aufweisen, in welche die Brandbarriere zumindest teilweise eingreift. Die Brandbarriere
ist in diesem Fall im Bereich des Brandriegels angeordnet. Zur Ausbildung der Ausklinkung
kann beispielsweise eine Seitenfläche des Brandriegels gestuft ausgeführt oder die
nach außen weisende Oberfläche genutet sein. Die Ausklinkung ist vorzugsweise derart
zu bemessen, dass umlaufend der Abstand c zur Brandbarriere eingehalten wird. Ferner
kann der Brandriegel mehrteilig ausgeführt sein, um den umlaufenden Luftspalt an wenigstens
zwei Seiten zu begrenzen.
[0017] Der Brandriegel besitzt vorzugsweise eine Höhe h von wenigstens 100 mm, vorzugsweise
von wenigstens 200 mm.
Bevorzugt ist der Brandriegel mittels mechanischer Befestigungsmittel an der tragenden
Wandkonstruktion befestigt. Ergänzend kann ein Kleber, vorzugsweise ein nicht brennbarer
Kleber, zur Befestigung des Brandriegels eingesetzt werden. Die mechanischen Befestigungsmittel
bestehen vorzugsweise aus Metall und sind demnach ebenfalls nicht brennbar. Dadurch
ist eine sichere Befestigung des Brandriegels gewährleistet. Als mechanische Befestigungsmittel
können insbesondere Dübel, Bolzen, Schrauben und dergleichen eingesetzt werden.
[0018] Als weiterbildende Maßnahme wird vorgeschlagen, dass die Unterkonstruktion aus Metall,
insbesondere aus verzinktem Stahl, Edelstahl und/oder Aluminium, gefertigt ist. Verzinkter
Stahl, Edelstahl und Aluminium sind unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und daher
für den Außeneinsatz besonders geeignet. Ferner sind sie nicht brennbar und weisen
eine hohe Formsteifigkeit auf, so dass eine sichere Befestigung der Verkleidung gewährleistet
ist.
[0019] Besonders bevorzugt umfasst die Unterkonstruktion Profile aus Metall, insbesondere
aus verzinktem Stahl, Edelstahl und/oder Aluminium. Sofern Profile als Wandhalter
eingesetzt werden, bestehen diese vorzugsweise aus verzinktem Stahl oder Edelstahl.
Denn derartige Wandhalter können sehr hohe Lasten aufnehmen. Die über derartige Wandhalter
befestigten Profile zur Aufnahme der Verkleidung können wahlweise aus verzinktem Stahl,
Edelstahl und/oder Aluminium bestehen. Die Wahl des Werkstoffs hängt unter anderem
von den aufzunehmenden Lasten und der konkreten Ausgestaltung der Unterkonstruktion
ab.
[0020] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen:
- Figur 1
- einen schematischen Fassadenschnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Gebäudefassade im Bereich einer Brandbarriere und
- Figur 2
- einen vergrößerten Ausschnitt aus der Figur 1.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0021] Der schematisch in der Figur 1 dargestellte Fassadenschnitt zeigt eine bevorzugte
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Gebäudefassade im Bereich eines Fenstersturzes.
Die Unterkante 14 des Sturzes wird durch die Unterkante einer tragenden Wandkonstruktion
1 festgelegt, welche die Fensteröffnung nach oben begrenzt. Das Fenster selbst ist
nicht dargestellt.
[0022] An der tragenden Wandkonstruktion 1 ist eine Unterkonstruktion 3 befestigt, welche
Edelstahl-Wandhalter sowie hieran befestigte, vertikal ausgerichtete T-förmige Halteprofile
aus Aluminium zur Aufnahme einer Verkleidung 4 umfasst. Zur Vermeidung von Wärmebrücken
ist jeder Wandhalter mit einem Isolator 11 unterlegt. Die Verkleidung 4 besteht vorliegend
aus einer Putzträgerplatte mit einer hierauf aufgebrachten mehrlagigen bewehrten Putzschicht
10. Die Putzträgerplatte ist über Befestigungsmittel 12 in Form von Schrauben an den
T-förmigen Halteprofilen der Unterkonstruktion 3 befestigt.
[0023] Die Unterkonstruktion 3 überbrückt einen Abstand der Verkleidung 4 zur tragenden
Wandkonstruktion 1, welcher der Anordnung einer Wärmedämmschicht 2 und der Ausbildung
einer Luftschicht 5 zur Hinterlüftung der Gebäudefassade dient. Die Wärmedämmschicht
2 wird vorliegend aus Steinwolle-Dämmplatten gebildet, die zwischen den Wandhaltern
der Unterkonstruktion 3 angeordnet sind. Der zwischen den Dämmplatten und der Verkleidung
4 verbleibende Abstand a (siehe Figur 2), der vorliegend 40 mm beträgt, bildet die
Luftschicht 5 aus. Durch die vertikale Ausrichtung der T-förmigen Halteprofile der
Unterkonstruktion 3 ist eine durchgehende Luftschicht 5 über die gesamte Höhe der
Wärmedämmschicht 2 gewährleistet.
[0024] Im Bereich des Sturzes ist innerhalb der Wärmedämmschicht 2 ein Brandriegel 8 ausgebildet.
Der Brandriegel 8 umfasst ein Wärmedämmelement aus einem nicht brennbaren und nicht
schmelzenden Wärmedämmmaterial sowie ein an der tragenden Wandkonstruktion 1 befestigtes
Metallprofil, das zumindest die sichtbaren Kanten des Wärmedämmelementes einfasst.
Zusätzlich ist das Wärmedämmelement über ein mechanisches Befestigungsmittel 9 in
Form eines Metalldämmstoffhalters an der tragenden Wandkonstruktion 1 befestigt. Der
Brandriegel 8 weist eine Höhe h von 200 mm und einen Abstand c zur Verkleidung 4 auf,
der vorliegend 10 mm beträgt. Der Abstand c dient der Ausbildung einer Zuluftöffnung,
über welche die Luftschicht 5 in Verbindung mit der Außenluft steht.
[0025] Im Brandfall besteht die Gefahr, dass die Flammen über die Zuluftöffnung in den Bereich
der Luftschicht gelangen und sich der Brand aufgrund der Kaminwirkung über die Luftschicht
ausweitet. Um dies zu verhindern, weist die dargestellte erfindungsgemäße Gebäudefassade
zusätzlich eine Brandbarriere 6 auf, die vorliegend durch ein L-förmiges Metallprofil
ausgebildet wird, das oberhalb des Brandriegels 8 angeordnet ist und horizontal verläuft.
Das L-förmige Metallprofil weist einen ersten Schenkel 6.1 zur Befestigung an dem
T-förmigen Profil der Unterkonstruktion 3 sowie einen zweiten Schenkel 6.2 zur Ausbildung
einer Schikane auf, die von den Flammen nur schwer umgangen werden kann. Denn der
zweite Schenkel 6.2 ist senkrecht zur tragenden Wandkonstruktion 1 bzw. der Wärmedämmschicht
2 ausgerichtet und überbrückt sowohl den Abstand c, der zwischen dem Brandriegel 8
und der Verkleidung 4 ausgebildet ist, als auch den Abstand a zwischen der Wärmedämmschicht
2 und der Verkleidung 4. Darüber hinaus weist der zweite Schenkel 6.2 einen Überlappungsbereich
b mit dem Brandriegel 8 auf, der vorliegend 90 mm beträgt, so dass der zweite Schenkel
6.2 60 mm in die Wärmedämmschicht 2 hineinragt. Die Brandbarriere 6 kommt somit teilweise
innerhalb der Wärmedämmschicht 2 zu liegen (siehe Figur 2). Um weiterhin eine Verbindung
der Luftschicht 5 mit der Außenluft sicherzustellen, ist um den zweiten Schenkel 6.2
der Brandbarriere 6 ein umlaufender Luftspalt 7 ausgebildet. Hierzu halten sowohl
die Dämmplatten der Wärmedämmschicht 2 als auch das Wärmedämmelement des Brandriegels
8 jeweils den Abstand c zum zweiten Schenkel 6.2 der Brandbarriere 6 ein. Der umlaufende
Luftspalt 7 weist demnach den gleichen freien Strömungsquerschnitt wie die Zuluftöffnung
aus, so dass die notwendige Verbindung der Luftschicht 5 mit der Außenluft weiterhin
gewährleistet ist. Im Bereich des Luftspalts 7 ist zur Wärmedämmung der tragenden
Wandkonstruktion 1 ein weiteres Wärmedämmelement 13 angeordnet, das die Lücke zwischen
der Wärmedämmschicht 2 und dem Wärmedämmelement des Brandriegels 8 füllt und den Abstand
c zum zweiten Schenkel 6.2 der Brandbarriere einhält. Somit ist einerseits eine durchgehende
Wärmedämmung der tragenden Wandkonstruktion 1 und andererseits eine wirksame Hinterlüftung
über den umlaufenden Luftspalt 7 sichergestellt.
[0026] Das zusätzliche Wärmedämmelement 13 kann entfallen, wenn stattdessen die Wärmedämmschicht
2 oder das Wärmedämmelement des Brandriegels 8 hinter den zweiten Schenkel 6.2 der
Brandbarriere 6 geführt sind. Die Wärmedämmschicht 2 oder das Wärmedämmelement des
Brandriegels 8 kann hierzu eine gestufte Seitenkante oder eine Nut in der nach außen
weisenden Oberfläche besitzen.
[0027] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Ausführungsform stellt nur ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel dar. Abwandlungen sind daher möglich. Diese betreffen insbesondere
die konkrete Ausgestaltung der Brandbarriere 6, die nicht zwingend durch ein L-förmiges
Profil ausgebildet sein muss, sowie die Ausgestaltung des Brandriegels 8 sofern ein
solcher überhaupt vorhanden ist. Denn die Brandbarriere 6 kann auch unabhängig vom
Vorhandensein eines Brandriegels 8 eingesetzt werden. Anstelle des Brandriegels 8
setzt sich dann unterhalb der Brandbarriere 6 die Wärmedämmschicht 2 fort. Ferner
kann die Unterkonstruktion 3 anders als dargestellt und/oder beschrieben ausgestaltet
sein.
[0028] Der Kern der Erfindung beruht auf der Idee, innerhalb einer Luftschicht 5 einer wärmegedämmten
hinterlüfteten Gebäudefassade eine Brandbarriere 6 anzuordnen, die gleich einer Schikane
eine Umlenkung des Luftpfades bewirkt. Während die zur Hinterlüftung erforderliche
Luft die Brandbarriere 6 umströmen kann, wird ein Flammenüberschlag durch die Brandbarriere
6 wirksam verhindert oder zumindest deutlich erschwert.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Wandkonstruktion
- 2
- Wärmedämmschicht
- 3
- Unterkonstruktion
- 4
- Verkleidung
- 5
- Luftschicht
- 6
- Brandbarriere
- 6.1
- erster Schenkel
- 6.2
- zweiter Schenkel
- 7
- Luftspalt
- 8
- Brandriegel
- 9
- Befestigungsmittel
- 10
- Putzschicht
- 11
- Isolator
- 12
- Befestigungsmittel
- 13
- Wärmedämmelement
- 14
- Unterkante Sturz
1. Wärmegedämmte hinterlüftete Gebäudefassade umfassend eine tragende Wandkonstruktion
(1) mit einer außenseitig angebrachten ein- oder mehrlagigen Wärmedämmschicht (2)
und einer Unterkonstruktion (3) zur Aufnahme einer Verkleidung (4), die zur Ausbildung
einer der Hinterlüftung dienenden Luftschicht (5) in einem Abstand vor der Wärmedämmschicht
(2) angebracht ist, wobei in einem Bereich zwischen der tragenden Wandkonstruktion
(1) und der Verkleidung (4) eine horizontal verlaufende Brandbarriere (6) angeordnet
ist, die sich zumindest über den gesamten Querschnitt (a) der Luftschicht (5) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass sich die Brandbarriere (6) zumindest teilweise bis in die Wärmedämmschicht (2) hinein
erstreckt, wobei um die Brandbarriere (6) herum, zumindest im Bereich des sich in
die Wärmedämmschicht (2) hinein erstreckenden Teils, ein umlaufender Luftspalt (7)
ausgebildet ist, der die Luftschicht (5) unterhalb der Brandbarriere (6) mit der Luftschicht
(5) oberhalb der Brandbarriere (6) verbindet.
2. Gebäudefassade nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmedämmschicht (2) in einem Abstand (c) zur Brandbarriere (6) angeordnet ist,
wobei der Abstand (c) vorzugsweise 5-20 mm, weiterhin vorzugsweise 5-10 mm beträgt.
3. Gebäudefassade nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Luftschicht (5) eine Schichtstärke (a) besitzt, die 5-60 mm, vorzugsweise 5-40
mm beträgt.
4. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brandbarriere (6) ein Profil aus einem nicht brennbaren Werkstoff, vorzugsweise
aus Metall, insbesondere aus verzinktem Stahl oder Edelstahl, umfasst.
5. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brandbarriere (6) ein L-Profil mit einem ersten Schenkel (6.1) zur Befestigung
der Brandbarriere und einem zweiten Schenkel (6.2), der winklig zum ersten Schenkel
(6.1) angeordnet ist, umfasst, wobei vorzugsweise der erste Schenkel (6.1) und/oder
der zweite Schenkel (6.2) eine Materialstärke von wenigstens 1 mm besitzt bzw. besitzen.
6. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brandbarriere (6) an der Unterkonstruktion (3) und/oder an der Verkleidung (4)
befestigt ist.
7. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest teilweise innerhalb der Wärmedämmschicht (2) ein Brandriegel (8) aus einem
nicht brennbaren und/oder nicht schmelzenden Material angeordnet ist, der einen den
Luftspalt (7) begrenzenden Überlappungsbereich (b) mit der Brandbarriere (6) aufweist.
8. Gebäudefassade nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Brandriegel (8) mittels mechanischer Befestigungsmittel (9) an der tragenden
Wandkonstruktion (1) befestigt ist, wobei die Befestigungsmittel (9) vorzugsweise
aus Metall bestehen.
9. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Unterkonstruktion (3) aus Metall, insbesondere aus verzinktem Stahl, Edelstahl
und/oder Aluminium, gefertigt ist.
10. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Unterkonstruktion (3) Profile aus Metall, insbesondere aus verzinktem Stahl,
Edelstahl und/oder Aluminium, umfasst.
1. A thermally insulated, rear-ventilated building façade, comprising a load-bearing
wall structure (1) having a single- or multi-layered thermal insulation layer (2)
attached to the outside and a substructure (3) for receiving a cladding (4), which
is attached at a distance in front of the thermal insulation layer (2) to form an
air layer (5) serving for rear ventilation, a horizontally running fire barrier (6)
being arranged in a region between the load-bearing wall structure (1) and the cladding
(4) and extending at least over the entire cross section (a) of the air layer (5),
characterised in that the fire barrier (6) extends at least partially into the thermal insulation layer
(2), wherein a peripheral air gap (7) is formed around the fire barrier (6), at least
in the region of the part extending into the thermal insulation layer (2), which air
gap connects the air layer (5) underneath the fire barrier (6) to the air layer (5)
above the fire barrier (6).
2. The building façade according to claim 1,
characterised in that the thermal insulation layer (2) is arranged at a distance (c) from the fire barrier
(6), wherein the distance (c) is preferably 5 - 20 mm, further preferably 5 - 10 mm.
3. The building façade according to claim 1 or 2,
characterised in that the air layer (5) has a layer thickness (a) that is 5 - 60 mm, preferably 5 - 40
mm.
4. The building façade according to any one of the preceding claims,
characterised in that the fire barrier (6) comprises a profile consisting of a non-combustible material,
preferably metal, in particular galvanised steel or stainless steel.
5. The building façade according to any one of the preceding claims,
characterised in that the fire barrier (6) comprises an L-profile having a first arm (6.1) for fastening
the fire barrier and a second arm (6.2), which is arranged at an angle to the first
arm (6.1), wherein the first arm (6.1) and/or the second arm (6.2) preferably has/have
a material thickness of at least 1 mm.
6. The building façade according to any one of the preceding claims,
characterised in that the fire barrier (6) is fastened to the substructure (3) and/or to the cladding (4).
7. The building façade according to any one of the preceding claims,
characterised in that a fire protection beam (8) consisting of a non-combustible and/or non-melting material
is arranged at least partially inside the thermal insulation layer (2), which fire
protection beam has an overlap region (b) with the fire barrier (6) that delimits
the air gap (7).
8. The building façade according to claim 7, characterised in that the fire protection beam (8) is fastened to the load-bearing wall structure (1) by
means of mechanical fastening means (9), wherein the fastening means (9) preferably
consist of metal.
9. The building façade according to any one of the preceding claims,
characterised in that the substructure (3) is produced from metal, in particular from galvanised steel,
stainless steel and/or aluminium.
10. The building façade according to any one of the preceding claims,
characterised in that the substructure (3) comprises profiles consisting of metal, in particular galvanised
steel, stainless steel and/or aluminium.
1. Façade de bâtiment thermiquement isolée avec aération arrière, comprenant une structure
de mur porteuse (1) avec une couche calorifuge (2) à une ou plusieurs épaisseurs,
fixée du côté extérieur, et une sous-structure (3) destinée à recevoir un habillage
(4) fixé à une distance de la couche calorifuge (2) pour former une couche d'air (5)
servant d'aération arrière, dans laquelle une barrière anti-incendie (6) s'étendant
horizontalement est agencée dans une région entre la structure de mur porteuse (1)
et l'habillage (4), en s'étendant au moins sur toute la section transversale (a) de
la couche d'air (5),
caractérisée en ce que la barrière anti-incendie (6) s'étend au moins partiellement jusque dans la couche
calorifuge (2), un espace d'air périphérique (7) étant formé autour de la barrière
anti-incendie (6), au moins dans une région de la partie s'étendant dans la couche
calorifuge (2), lequel relie la couche d'air (5) située en-dessous de la barrière
anti-incendie (6) à la couche d'air (5) située au-dessus de la barrière anti-incendie
(6).
2. Façade de bâtiment selon la revendication 1,
caractérisée en ce que la couche calorifuge (2) est agencée à une distance (c) de la barrière anti-incendie
(6), la distance (c) mesurant de préférence de 5 - 20 mm, et mieux, de 5 - 10 mm.
3. Façade de bâtiment selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que la couche d'air (5) présente une épaisseur de couche (a) mesurant de 5 - 60 mm, de
préférence de 5 - 40 mm.
4. Façade de bâtiment selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la barrière anti-incendie (6) comprend un profilé constitué d'un matériau ininflammable,
de préférence en métal, en particulier en acier galvanisé ou en acier inoxydable.
5. Façade de bâtiment selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la barrière anti-incendie (6) comprend un profil en L avec une première jambe (6.1)
pour la fixation de la barrière anti-incendie (6) et une deuxième jambe (6.2) agencée
en formant un angle par rapport à la première jambe (6.1), la première jambe (6.1)
et/ou la deuxième jambe (6.2) présentant de préférence une épaisseur de matériau d'au
moins 1 mm.
6. Façade de bâtiment selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la barrière anti-incendie (6) est fixée à la sous-structure (3) et/ou à l'habillage
(4).
7. Façade de bâtiment selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce qu'un pare-feu (8) constitué d'un matériau ininflammable et/ou non fusible est agencé
au moins partiellement à l'intérieur de la couche calorifuge (2) et présente une région
de chevauchement (b) avec la barrière anti-incendie (6) pour délimiter l'espace d'air
(7).
8. Façade de bâtiment selon la revendication 7,
caractérisée en ce que le pare-feu (8) est fixé à la structure de mur porteuse (1) à l'aide de moyens de
fixation mécaniques (9), les moyens de fixation (9) étant de préférence en métal.
9. Façade de bâtiment selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la sous-structure (3) est fabriquée en métal, en particulier en acier galvanisé,
en acier inoxydable et/ou en aluminium.
10. Façade de bâtiment selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que la sous-structure (3) comprend des profilés en métal, en particulier en acier galvanisé,
en acier inoxydable et/ou en aluminium.


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