[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Turbinenstufe einer Gasturbine mit einer
Ausblasanordnung zum Ausblasen einer Sperrgasströmung in eine Kavität, ein Verfahren
zum Betreiben einer solchen Turbinenstufe sowie eine Gasturbine mit einer solchen
Turbinenstufe.
[0002] Eine Turbinenstufe weist einen Gaskanal auf, in dem meist mehrere Leit- und Laufgitter
angeordnet sind, um Energie eines den Gaskanal durchströmenden Arbeitsgases in Drehmomente
eines Rotors der Gasturbine umzusetzen.
[0003] Mit dem Gaskanal kommunizieren Kavitäten, beispielsweise radiale Rücksprünge im Rotor,
in die radial innere Schaufelspitzen oder Innendeckbänder von Leitgittern eingreifen.
Um eine Leckageströmung durch solche Kavitäten zu reduzieren, können diese durch eine
oder mehrere Dichtungen begrenzt werden. Insbesondere kann eine Dichtung eine stromaufwärtige
gegen eine stromabwärtige Kavität abgrenzen, um ein unerwünschtes Unterströmen eines
Leitgitters zu vermeiden.
[0004] Um einen Einzug von heißem Arbeitsgas in solche Kavitäten zu reduzieren oder zu vermeiden,
ist es aus betriebsinterner Praxis bekannt, eine Sperrgasströmung in die Kavität einzublasen.
Wird diese radial eingeblasen, kann es aufgrund der Umfangsgeschwindigkeit des Rotors
zu Scherströmungen an einer rotorfesten Stirnseite kommen.
[0005] Eine Aufgabe einer Ausführung der vorliegenden Erfindung ist es, einen Betrieb einer
Gasturbine zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Turbinenstufe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Ansprüche 12, 13 stellen ein entsprechendes Verfahren zum Betreiben einer solchen
Turbinenstufe bzw. eine Gasturbine mit einer solchen Turbinenstufe unter Schutz. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Eine Turbinenstufe nach einem Aspekt der vorliegenden Erfindung weist einen Gaskanal
auf, in dem ein oder mehrere Laufgitter angeordnet sind und der im Betrieb von einem
Arbeitsgas, insbesondere einem Abgas aus einer vorgelagerten Brennkammer, durchströmt
wird. Vor und/oder nach wenigstens einem Laufgitter kann ein Leitgitter angeordnet
sein. Der Laufkanal kann in Durchströmungsrichtung, wenigstens abschnittsweise, divergieren.
[0008] Mit dem Gaskanal kommuniziert wenigstens eine Kavität, die durch eine Stirnseite
eines ein-oder mehrteiligen Rotorelements und durch eine rotorelementfeste Dichtung
begrenzt wird.
[0009] Das Rotorelement kann eine Laufschaufelanordnung mit einer oder mehreren Laufschaufeln
eines Laufgitters der Turbinenstufe aufweisen, die lösbar oder fest, insbesondere
integral, mit einem Rotor der Turbinenstufe verbunden sein können.
[0010] Die Stirnseite begrenzt in einer Ausführung die Kavität axial bzw. bildet eine, insbesondere
stromabwärtige, Stirnwand der Kavität. Die Dichtung begrenzt in einer Ausführung die
Kavität ebenfalls axial bzw. bildet eine, insbesondere stromaufwärtige, Stirnwand
der Kavität.
[0011] Radial außen kann die Kavität in einer Ausführung durch eine weitere rotorelementfeste
Dichtung begrenzt sein, durch die die Kavität mit dem Gaskanal kommuniziert, insbesondere
eine Labyrinthdichtung mit einem oder mehreren Axialflanschen, die einem oder mehreren
gehäusefesten Axialflanschen der Turbinenstufe gegenüberliegen können.
[0012] Radial innen kann die Kavität in einer Ausführung durch einen axialen Vorsprung der
Rotorelementstirnseite begrenzt sein, insbesondere einen Dichtungsträger, an dem die
rotorelementfeste Dichtung angeordnet ist.
[0013] Die Kavität kann insbesondere eine Kammer zwischen einer Laufschaufelscheibe und
einem Innendeckband eines, insbesondere stromaufwärtigen, Leitgitters sein. In einer
Ausführung weist die Turbinenstufe ein Leitgitter mit einer radial inneren Gegendichtung,
insbesondere einem Einlaufbelag, auf, die der rotorelementfesten Dichtung gegenüberliegt
und mit dieser einen Dichtungsspalt definiert, der vorzugsweise, wenigstens im Wesentlichen,
parallel zu einer Drehachse der Turbinenstufe sein kann. Die rotorelementfeste Dichtung
kann insbesondere eine Labyrinthdichtung mit einem oder mehreren radialen Dichtungsflanschen,
insbesondere radialen Dichtspitzen, sein, die der Gegendichtung, insbesondere einer
Wabendichtung, radial gegenüberliegen. Insbesondere kann die rotorelementfeste Dichtung
die Kavität gegen eine weitere, stromaufwärtige Kavität begrenzen.
[0014] Die Turbinenstufe weist eine Ausblasanordnung mit einer oder mehreren, über den Umfang,
vorzugsweise äquidistant, verteilten Gaspassagen zum Ausblasen einer Sperrgasströmung,
insbesondere einer Sperrluftströmung, in die Kavität auf.
[0015] Nach einem Aspekt der vorliegenden Erfindung sind ein oder mehrere, vorzugsweise
alle Gaspassagen der Ausblasanordnung zum Ausblasen der Sperrgasströmung mit einem
Drall in Umfangsrichtung ausgebildet, der in einer Ausführung gleichsinnig mit einer
Drehrichtung der Turbinenstufe ist. Auf diese Weise kann in einer Ausführung vor der
rotorelementfesten Stirnseite eine umfangsdrallbehaftete Sperrströmung eingeblasen
werden, so dass eine Scherströmungen aufgrund der Umfangsgeschwindigkeit des Rotors
reduziert oder vermieden werden und so insbesondere ein Wirkungsgrad und damit der
Betrieb der Turbinenstufe verbessert werden kann.
[0016] Über die rotorelementfeste Dichtung kann eine Leckageströmung in die Kavität eintreten.
Dies kann erwünscht sein, insbesondere, um das Rotorelement, insbesondere seine Stirnseite,
durch die Leckageströmung zu kühlen. Trifft die vorzugsweise drahlfreie Leckageströmung
jedoch direkt auf die drallbehaftete Sperrgasströmung, kann deren Vermischung den
Umfangsdrall der Sperrgasströmung reduzieren.
[0017] Daher ist nach einem Aspekt der vorliegenden Erfindung eine Austrittsöffnung einer
oder mehrerer, vorzugsweise aller Gaspassagen der Ausblasanordnung von der rotorelementfesten
Dichtung radial nach außen versetzt. Die Sperrgasströmung wird sozusagen durch die
Ausblasanordnung radial durch eine Leckageströmung über die rotorelementfeste Dichtung
hinweg geführt und erst radial außen mit Drall ausgeblasen, so dass eine Störung durch
die Leckageströmung reduziert, insbesondere wenigstens im Wesentlichen verhindert
wird.
[0018] Nach einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird entsprechend die Sperrgasströmung
durch die Ausblasanordnung mit einem Drall in Umfangsrichtung radial außen von der
rotorelementfesten Dichtung in diese Kavität ausgeblasen.
[0019] Zum Ausblasen der Sperrgasströmung mit einem Drall in Umfangsrichtung kann eine Gaspassage
in Umfangsrichtung gekrümmt sein. Zusätzlich oder alternativ können in einer Gaspassage
eine oder mehrere Umlenkelemente bzw. -flächen angeordnet sein, um der sie durchströmenden
Sperrgasströmung eine Geschwindigkeitskomponente in Umfangsrichtung aufzuprägen.
[0020] In einer Ausführung ist eine Gaspassage als Durchgangsbohrung bzw. durchgehende Öffnung
bzw. Passage eines Rohrs ausgebildet. Das Rohr kann als separates Bauteil hergestellt
und an dem Rotorelement, insbesondere einem rotorelementfesten Dichtungsträger, an
dem die rotorelementfeste Dichtung angeordnet ist, lösbar oder dauerhaft, insbesondere
stoff-, reib- oder formschlüssig befestigt, insbesondere verschweißt, -klebt, -lötet,
-rastet, -schraubt oder eingesteckt sein. Gleichermaßen kann ein Rohr auch integral
mit dem Rotorelement ausgebildet sein, insbesondere, indem ein Rohrmantel um eine
Durchgangsbohrung spanend freigelegt, insbesondere freigefräst ist.
[0021] Das Rohr kann sich in einer Ausführung, wenigstens im Wesentlichen, über seine Länge,
oder in wenigstens einem Abschnitt, vorzugsweise wenigstens in einem austrittsöffnungsnächsten
Viertel seiner Länge, wenigstens im Wesentlichen in einer Ebene erstrecken, die senkrecht
zu einer Drehachse der Turbinenstufe ist. Hierdurch kann die Sperrgasströmung in einer
Ausführung auf kurzem Weg durch die Leckageströmung geführt werden. In einer Weiterbildung
kann das Rohr wenigstens abschnittsweise, vorzugsweise wenigstens in einem eintrittsöffnungsnächsten
Viertel seiner Länge, gegen die Drehachse der Turbinenstufe geneigt sein, insbesondere,
um eine Eintriffsöffnung axial zu versetzen.
[0022] In einer Ausführung weisen eine oder mehrere, vorzugsweise alle Gaspassagen der Ausblasanordnung
eine Eingangsöffnung auf, welche mit einem Druckreservoir, insbesondere einem Sperrluftreservoir,
kommuniziert. In einer Weiterbildung ist eine Bypass-Passage zwischen dem Druckreservoir
und der Kavität strömungstechnisch zu der Ausblasanordnung parallel geschaltet. Die
Bypass-Passage kann insbesondere durch die rotorelementfeste Dichtung, vorzugsweise
einen Dichtungsspalt zwischen dieser und einer gegenüberliegenden Gegendichtung, insbesondere
einem Einlaufbelag, vorzugsweise eines Leitgitters, definiert sein. Somit kann in
einer Ausführung ein Druckgas, insbesondere Luft, vorzugsweise aus einem der Turbinenstufe
vorgeschalteten Verdichter, in eine stromaufwärtige weitere Kavität geführt und dort
in einen, vorzugsweise größeren, Leckagestrom über die rotorelementfeste Dichtung,
insbesondere zum Kühlen des Rotorelements, und eine, vorzugsweise kleinere, Sperrgasströmung
aufgeteilt werden. Entsprechend kann die Turbinenstufe in einer Ausführung eine stromaufwärtige
weitere Kavität aufweisen, welche mit einem Druckreservoir, einem Dichtungsspalt über
der rotorelementfesten Dichtung und der Ausblasanordnung kommuniziert.
[0023] Eine erfindungsgemäße Turbinenstufe kann insbesondere in einer Gasturbine, vorzugsweise
einem Flugtriebwerk, eingesetzt werden.
[0024] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungen. Hierzu
zeigt, teilweise schematisiert:
Fig. 1 einen Teil einer Turbinenstufe nach einer Ausführung der vorliegenden Erfindung
in einem Meridianschnitt; und
Fig. 2 einen Teil einer Turbinenstufe nach einer weiteren Ausführung der vorliegenden
Erfindung in Fig. 1 entsprechender Darstellung.
[0025] Fig. 1 zeigt einen Teil einer Turbinenstufe nach einer Ausführung der vorliegenden
Erfindung in einem Meridianschnitt mit einem Gaskanal 11, in dem mehrere Laufgitter
angeordnet sind, von denen in Fig. 1 zwei Laufschaufeln 1 teilweise sichtbar sind.
Zwischen diesen ist ein Leitgitter angeordnet, von dem in Fig. 1 eine Leitschaufel
2 teilweise sichtbar ist.
[0026] Mit dem Gaskanal kommuniziert eine stromabwärtige Kavität 9, die axial durch eine
Stirnseite eines Rotorelements in Form einer Laufschaufelscheibe mit den in Fig. 1
rechten Laufschaufeln 1 und durch eine rotorelementfeste Labyrinthdichtung mit Radialflanschen
in Form von radialen Dichtspitzen 3A, 3B begrenzt wird.
[0027] Die Stirnseite bildet eine stromabwärtige Stirnwand der Kavität 9 (rechts in Fig.
1). Die Dichtung 3A, 3B begrenzt die Kavität 9 ebenfalls axial (nach links in Fig.
1).
[0028] Radial außen ist die Kavität 9 durch eine weitere rotorelementfeste Labyrinthdichtung
5 begrenzt, durch die die Kavität mit dem Gaskanal 11 kommuniziert.
[0029] Radial innen ist die Kavität 9 durch einen Dichtungsträger 3 begrenzt, an dem die
rotorelementfeste Dichtung 3A, 3B angeordnet ist.
[0030] Die Kavität bildet somit eine Kammer zwischen der Laufschaufelscheibe und einem Innendeckband
des stromaufwärtigen Leitgitters mit den Leitschaufeln 2. Das Leitgitter weist eine
radial innere Gegendichtung in Form eines Einlaufbelags 4 auf, die der rotorelementfesten
Dichtung 3A, 3B gegenüberliegt und mit dieser einen Dichtungsspalt definiert, der
parallel zu einer Drehachse der Turbinenstufe (horizontal in Fig. 1) ist. Die rotorelementfeste
Dichtung ist eine Labyrinthdichtung mit zwei radialen Dichtspitzen 3A, 3B, die dem
Einlaufbelag in Form einer Wabendichtung 4 radial gegenüberliegen. Die rotorelementfeste
Dichtung 3A, 3B begrenzt die Kavität 9 gegen eine weitere, stromaufwärtige Kavität
10, die im Übrigen durch eine Labyrinthdichtung 6 und eine stromabwärtige Stirnseite
des in Fig. 1 linken Laufgitters, den Dichtungsträger 3 und dessen Verbindungsflansch
zu diesem in Fig. 1 linken Laufgitter begrenzt wird und mit einem Druckreservoir 12
und über die Labyrinthdichtung 6 ebenfalls mit dem Gaskanal 11 kommuniziert.
[0031] Die Turbinenstufe weist eine Ausblasanordnung mit mehreren äquidistant über den Umfang
verteilten Gaspassagen zum Ausblasen einer Sperrluftströmung in die Kavität 9 auf.
[0032] Die Gaspassagen sind als Durchgangsbohrung von Rohren ausgebildet, von denen in Fig.
1 ein Rohr 7 dargestellt ist. Das Rohr 7 ist in der Ausführung der Fig. 1 als separates
Bauteil hergestellt und an dem rotorelementfesten Dichtungsträger 3, an dem die rotorelementfeste
Dichtung 3A, 3B angeordnet ist, lösbar oder dauerhaft, insbesondere stoff-, reib-
oder formschlüssig befestigt, insbesondere verschweißt, -klebt, -lötet, -rastet, -schraubt
oder eingesteckt. In einer nicht dargestellten Abwandlung kann das Rohr auch integral
mit dem Dichtungsträger ausgebildet sein, indem ein Rohrmantel um eine Durchgangsbohrung
spanend freigelegt, insbesondere freigefräst ist.
[0033] Die Rohre 7 und damit auch deren Durchgangsbohrungen bzw. Gaspassagen sind in Umfangsrichtung
(aus der Zeichenebene der Fig. 1 heraus) gekrümmt, um eine Sperrgasströmung mit einem
Drall in Umfangsrichtung auszublasen, der gleichsinnig mit einer Drehrichtung der
Turbinenstufe ist. Auf diese Weise kann vor der rotorelementfesten Stirnseite eine
umfangsdrallbehaftete Sperrströmung eingeblasen werden, so dass eine Scherströmung
aufgrund der Umfangsgeschwindigkeit des Rotors reduziert oder vermieden und so insbesondere
ein Wirkungsgrad und damit der Betrieb der Turbinenstufe verbessert wird.
[0034] Über die rotorelementfeste Dichtung 3A, 3B tritt eine Leckageströmung in die Kavität
9 ein. Dies ist erwünscht, um die Stirnseite der Laufschaufelscheibe und/oder die
Scheiben-Schaufel-Verbindung durch die Leckageströmung zu kühlen.
[0035] Austrittsöffnungen 8 der Rohre 7 bzw. deren Gaspassagen sind von der rotorelementfesten
Dichtung 3A, 3B radial nach außen (vertikal nach oben in Fig. 1) versetzt. Die Sperrgasströmung
wird sozusagen durch die Ausblasanordnung radial durch eine Leckageströmung über die
rotorelementfeste Dichtung hinweg geführt und erst radial außen mit Drall ausgeblasen,
so dass eine Störung durch die Leckageströmung reduziert, vorzugsweise verhindert
wird.
[0036] Die Rohre 7 erstrecken sich in der Ausführung der Fig. 1 über ihre gesamte Länge
in einer Ebene, die senkrecht zu einer Drehachse der Turbinenstufe ist (Vertikalebene
auf die Zeichenebene der Fig. 1). Hierdurch kann die Sperrgasströmung in einer Ausführung
auf kurzem Weg durch die Leckageströmung geführt werden.
[0037] In der Ausführung der Fig. 2, die im Übrigen mit der der Fig. 1 übereinstimmt, so
dass einander entsprechende Elemente mit übereinstimmenden Bezugszeichen bezeichnet
sind und auf die Beschreibung der Ausführung der Fig. 1 Bezug genommen wird, erstrecken
sich die Rohre 7 in einer austrittsöffnungsnächsten Hälfte 7A ihrer Länge (oben in
Fig. 2) ebenfalls in der Ebene senkrecht zur Drehachse. In einer eintrittsöffnungsnächsten
Hälfte 7B ihrer Länge (unten in Fig. 2) sind sie hingegen um ca. 45° gegen die Drehachse
der Turbinenstufe geneigt, insbesondere, um ihre Eintriffsöffnungen axial stromaufwärts
zu versetzen.
[0038] Eine Bypass-Passage ist durch einen Dichtungsspalt zwischen der rotorelementfesten
Dichtung 3A, 3B und dem gegenüberliegenden Einlaufbelag 4 des Leitgitters definiert
und strömungstechnisch parallel zu der Ausblasanordnung geschaltet.
[0039] Sowohl dieser Dichtungsspalt über der rotorelementfesten Dichtung 3A, 3B als auch
die Rohre 7 der Ausblasanordnung kommunizieren mit der stromaufwärtigen weiteren Kavität
10 und über diese mit dem Druckreservoir 12. Somit wird ein Druckgas, insbesondere
Luft, vorzugsweise aus einem der Turbinenstufe vorgeschalteten Verdichter, in die
stromaufwärtige weitere Kavität 10 geführt und dort in einen, vorzugsweise größeren,
Leckagestrom über die rotorelementfeste Dichtung 3A, 3B zum Kühlen des Rotorelements
und eine, vorzugsweise kleinere, Sperrgasströmung durch die Ausblasanordnung aufgeteilt.
Die Gaspassagen der Ausblasanordnung weisen jeweils eine Eingangsöffnung auf, welche
mit dem Druckreservoir 12 über die stromaufwärtige weitere Kavität 10 kommuniziert.
[0040] Obwohl in der vorhergehenden Beschreibung exemplarische Ausführungen erläutert wurden,
sei darauf hingewiesen, dass eine Vielzahl von Abwandlungen möglich ist. Außerdem
sei darauf hingewiesen, dass es sich bei den exemplarischen Ausführungen lediglich
um Beispiele handelt, die den Schutzbereich, die Anwendungen und den Aufbau in keiner
Weise einschränken sollen. Vielmehr wird dem Fachmann durch die vorausgehende Beschreibung
ein Leitfaden für die Umsetzung von mindestens einer exemplarischen Ausführung gegeben,
wobei diverse Änderungen, insbesondere in Hinblick auf die Funktion und Anordnung
der beschriebenen Bestandteile, vorgenommen werden können, ohne den Schutzbereich
zu verlassen, wie er sich aus den Ansprüchen und diesen äquivalenten Merkmalskombinationen
ergibt.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 1
- Laufschaufel(anordnung/-gitter)
- 2
- Leitschaufel(anordnung/-gitter)
- 3
- Dichtungsträger
- 3A, 3B
- radiale Dichtspitze (radialer Dichtungsflansch, rotorelementfeste Dichtung)
- 4
- Einlaufbelag mit Wabendichtung (Gegendichtung)
- 5
- Axialflansch (Labyrinthdichtung (weitere rotorelementfeste Dichtung))
- 6
- Axialflansch (Labyrinthdichtung)
- 7
- Rohr (Ausblasanordnung)
- 7A
- austrittsöffnungsnächste Rohrhälfte
- 7B
- eintrittsöffnungsnächste Rohrhälfte
- 8
- Austrittsöffnung
- 9
- Kavität
- 10
- stromaufwärtige weitere Kavität
- 11
- Gaskanal
- 12
- Druckreservoir
1. Turbinenstufe mit einem Gaskanal (11), in dem wenigstens ein Laufgitter (1) angeordnet
ist, einer Kavität (9), die mit dem Gaskanal kommuniziert und durch eine Stirnseite
eines Rotorelements und durch eine rotorelementfeste Dichtung (3A, 3B) begrenzt wird,
und einer Ausblasanordnung (7) mit wenigstens einer Gaspassage zum Ausblasen einer
Sperrgasströmung in diese Kavität, wobei die Gaspassage zum Ausblasen der Sperrgasströmung
mit einem Drall in Umfangsrichtung ausgebildet ist und eine Austrittsöffnung (8) aufweist,
die von der rotorelementfesten Dichtung radial nach außen versetzt ist.
2. Turbinenstufe nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspassage in Umfangsrichtung gekrümmt ist.
3. Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspassage eine Durchgangsbohrung eines Rohrs (7) ist, das an dem Rotorelement
befestigt oder integral mit dem Rotorelement ausgebildet ist.
4. Turbinenstufe nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr sich, wenigstens abschnittsweise, vorzugsweise wenigstens in einem austrittsöffnungsnächsten
Viertel seiner Länge (7A), wenigstens im Wesentlichen in einer Ebene erstreckt, die
senkrecht zu einer Drehachse der Turbinenstufe ist.
5. Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen rotorelementfesten Dichtungsträger (3), an dem die Dichtung und das Rohr angeordnet
sind.
6. Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspassage eine Eingangsöffnung aufweist, welche mit einem Druckreservoir (12)
kommuniziert.
7. Turbinenstufe nach dem vorhergehenden Anspruch, gekennzeichnet durch eine zu der Ausblasanordnung strömungstechnisch parallele Bypass-Passage zwischen
dem Druckreservoir und der Kavität.
8. Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kavität radial außen durch eine weitere rotorelementfeste Dichtung (5) begrenzt
wird.
9. Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die rotorelementfeste Dichtung eine Labyrinthdichtung mit wenigstens einem radialen
Dichtungsflansch (3A, 3B) ist.
10. Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotorelement eine Laufschaufelanordnung mit wenigstens einer Laufschaufel (1)
aufweist.
11. Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Leitgitter (2) mit einer radial inneren Gegendichtung (4), die der rotorelementfesten
Dichtung gegenüberliegt und mit dieser einen Dichtungsspalt definiert.
12. Gasturbine, insbesondere Flugtriebwerk, mit wenigstens einer Turbinenstufe nach einem
der vorhergehenden Ansprüche.
13. Verfahren zum Betreiben einer Turbinenstufe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Sperrgasströmung durch die Ausblasanordnung (7) mit einem Drall in Umfangsrichtung
radial außen von der rotorelementfesten Dichtung (3A, 3B) in die Kavität (9) ausgeblasen
wird.