(19)
(11) EP 2 352 643 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
18.02.2015  Patentblatt  2015/08

(21) Anmeldenummer: 09736216.4

(22) Anmeldetag:  15.10.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 13/02(2006.01)
B41F 23/04(2006.01)
B65H 23/025(2006.01)
B41F 7/12(2006.01)
B41F 23/08(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2009/063455
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2010/054910 (20.05.2010 Gazette  2010/20)

(54)

ROLLENROTATIONSDRUCKMASCHINE MIT VERTIKALEM BAHNVERLAUF, TROCKNUNG UND BREITSTRECKUNG

WEB-FED ROTARY PRESS THROUGH WHICH THE WEB RUNS VERTICALLY, IS DRIED AND SPREAD

PRESSE A BOBINES A TRAJET VERTICAL D'UN MARCHE D'UNE BANDE, SECHAGE ET MISE EN TENSION EN SENS TRAVERS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 14.11.2008 DE 102008043767

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.08.2011  Patentblatt  2011/32

(73) Patentinhaber: Koenig & Bauer Aktiengesellschaft
97080 Würzburg (DE)

(72) Erfinder:
  • DENNINGER, Frank, Peter
    97265 Hettstadt (DE)
  • HEINISCH, Tim, Sven, Ernst
    97273 Kürnach (DE)
  • HERBERT, Burkard, Otto
    97072 Würzburg (DE)
  • SCHERPF, Werner, Felix
    97276 Margetshöchheim (DE)
  • ZIPPER, Thomas, Josef
    97837 Erlenbach (DE)
  • ZITTERBART, Georg, Winfried
    97250 Erlabrunn (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 547 772
EP-A2- 1 518 805
EP-A2- 1 826 002
DE-A1- 3 022 557
DE-A1- 10 135 773
US-A- 6 058 844
EP-A2- 1 464 489
EP-A2- 1 650 028
WO-A1-2007/020288
DE-A1- 4 224 236
DE-U1- 9 419 702
US-B1- 6 250 220
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine, ein Verfahren zur Verwendung der Druckmaschine und ein Verfahren zur Handhabung einer durch eine Druckmaschine geführten Bahn gemäß den Ansprüchen 1 bzw. 16 bzw. 19.

    [0002] Durch die WO 2005/023690 A1 ist ein Verfahren zur Reduktion von Passerfehlern, d. h. Fehlern in der Relativlage von zwischen zwei nacheinander auf die Bahn zu druckenden Bildpunkten, bekannt, wobei eingangs des jeweiligen Druckwerks eine gekrümmte bzw. krümmbare Walze vorgesehen ist. Zusätzlich kann eine Einstellung des Passers erfolgen, indem zwischen zwei aufeinander folgenden Druckspalten (Druckwerken) eine Temperaturerhöhung durch einen Trockner zur Schrumpfung oder ein Einbringen von Feuchtigkeit z. B. mittels gesättigten Dampfes zur Verbreiterung erfolgen.

    [0003] Durch die US 44 04 906 A ist eine Vorrichtung zur Steuerung des Fan-Out, d. h. der Bahnverbreiterung durch das Eindringen von Feuchte beim Druckvorgang, bekannt, wobei die zu bedruckende Bahn vor dem ersten Druckwerk über eine gebogene Walze geführt wird.

    [0004] Die EP 1 826 002 A2 offenbart eine Druckmaschine mit wenigstens einer Druckeinheit, einem nachgeordneten Trockner, einer Kühlwalzenanordnung, einer Wiederbefeuchtung und einem Falzapparat, wobei zur Regelung einer Bahnspannung eine zwangsgetriebene Kühlwalze in ihrem Drehzahlverhältnis zu einer im Bahnweg stromabwärts angeordneten zwangsgetriebenen Hauptzugwalze veränderbar ist.

    [0005] Durch die DE 94 19 702 U1 ist eine Vorrichtung zur Vermeidung einer Wellenbildung in einer Druckmaschine bekannt, wobei eine Bahn unmittelbar vor dem Auflaufen auf die erste Kühlwalze einer Kühleinrichtung mittels einer Breitstreckeinrichtung ein- oder mehrfach in jeweils entgegengesetzte Krümmungsrichtungen umgelenkt wird.

    [0006] Die DE 30 22 557 A1 offenbart ein Kühlwerk einer Rollenrotationsdruckmaschine mit im wesentlichen vertikalem Bahnlauf. Zur Verhinderung von Faltenbildung wird vorgeschlagen, anstelle bekannter Breitstreckwalzen vor Zugwerken nunmehr mindestens eine Kühlwalze des Kühlwerkes mit einem Durchmesser auszubilden, welcher von der Mitte nach außen zu im wesentlichen stetig zunimmt.

    [0007] Durch die US 6 058 844 A ist eine Rollenrotationsdruckmaschine mit vertikalem Bahnlauf offenbart, wobei in einer Ausführung die Kühlwalzen mit nach außen verkleinertem Radius ausgebildet, und in anderer Ausführung gebogene Breitstreckwalzen zusätzlich zu Kühlwalzen im Kühlwerk angeordnet sind. Bei letzterer Ausführung ist das Ausmaß der Umschlingung der Bahn bestimmend für den Breitstreckeffekt. Um Faltenbildung zu korrigieren, wird der Bogen der Breitstreckwalze in die Bahnebene verschwenkt.

    [0008] Durch die US 6 250 220 B1 ist eine Breitstreckwalze in einer Druckmaschine mit im wesentlichen vertikalem Bahnlauf offenbart, wobei vor den Kühlwalzen eine Breitstreckwalze vorgesehen ist, die wahlweise für den Produktionsbetrieb in die Bahnebene einschwenkbar oder für das Rüsten herausschwenkbar ist.

    [0009] Durch die WO 2007/020288 A1 ist eine Druckmaschine offenbart, welche einen ersten Druckturm mit einer ersten, ein Offset-Druckwerk für das ein- oder beidseitige Bedrucken einer ersten Bahn aufweisenden Druckeinheit, einen stromabwärts der ersten Druckeinheit auf dem Bahnweg angeordneten Trockner sowie einem Trichteraufbau mit einem von der ersten Bahn durchlaufenem Falztrichter und einer dem Falztrichter vorgeordneten Zugwalze aufweist. Sie weist daneben einen zweiten Druckturm mit einer zweiten Druckeinheit mit einem Offset-Druckwerk für das ein- oder beidseitige Bedrucken einer zweiten Bahn auf, wobei Mittel zum Führen der zweiten Bahn vorgesehen sind, über welche die zweite Bahn ohne Durchlaufen eines Trockners oder zumindest ohne Durchlaufen eines aktivierten Trockners zusammen mit der ersten Bahn auf den mindestens einen Falztrichter führbar bzw. geführt ist.

    [0010] Durch die EP 1 547 772 A1 ist eine Bogenoffsetdruckmaschine offenbart, wobei der Bedruckstoff zunächst in entsprechenden Druckwerken mit ölbasierten Offsetdruckfarben bedruckt und anschließend in einem nachgeschalteten Druckwerk mit ölbasiertem Mattlack, Silikonlack enthaltend, beschichtet wird.

    [0011] Die EP 1 518 805 A2 betrifft ein Verfahren zur Bestimmung von produktionsrelevanten Materialeigenschaften und ein Verfahren zur Voreinstellung, wobei in der Druckmaschine durch entsprechende Variationen u.a. Informationen zur Dehnungscharakterisierung und Feuchtempfindlichkeit der eingezogenen Bahn ermittelbar, und entsprechende Voreinstellwerte für die Bahnspannung ermittelt werden.

    [0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Druckmaschine, ein Verfahren zur Verwendung der Druckmaschine und ein Verfahren zur Handhabung einer durch eine Druckmaschine geführten Bahn zu schaffen, welche bzw. welches die Herstellung eines fehlerfreien, Heatsetseiten aufweisenden Produktes, vorzugsweise unter Anwendung einer modifizierten Zeitungsdruckmaschine, ermöglicht.

    [0013] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 bzw. 16 bzw. 19 gelöst.

    [0014] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch die getroffenen Maßnahmen eine in der Bildgröße in gewissen Grenzen beeinflussbare und/oder knitterfreie im Heatset produzierte Produktlage erzeugbar ist. Dies ist insbesondere von Vorteil bei einer Hybridproduktion aus Lagen, welche zum Teil aus Coldsetbahnen und zum Teil aus Heatsetbahnen stammen und zu einem gemeinsamen Produkt zusammengefasst werden.

    [0015] Die mit dem Druck, besonders mit dem Heatsetdruck - insbesondere mit einem Hybriddruck - verbundene Problematik lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Bahnspannung erzeugt im Papier eine Streckung des Fasergitters. Hierdurch kommt es zur Längsdehnung der Bahn bei gleichzeitiger Querkontraktion. Beide Veränderungen haben sowohl einen elastischen als auch einen plastischen Anteil. Die eingetragene Feuchte (z.B. Farbe, Rückfeuchtung) schwächt die Faserverbindungen und erhöht so den plastischen Anteil. Dieser Teil der Veränderung wird während eines Trockenvorgangs "eingefroren". Durch Reduzierung der Feuchtigkeit von z. B. ca. 6 % auf z. B. ca. 1 % schrumpft das Papier, und damit auch das Druckbild bzw. die Druckseite, vor allem in Querrichtung.

    [0016] Für das Schrumpfen einer Heatsetbahn hauptsächlich verantwortlich, und damit in gewissen Grenzen als Regelgrößen verwendbar, sind somit Trocknertemperatur, Eingangsfeuchte und die Verweilzeit im Trockner. Ziel kann hierbei sein, eine geringe, aber kontrollierte Querkontraktion sowie ein schnelles Erreichen der Gleichgewichtsfeuchte zu erreichen. Ein ungestrichenes Zeitungspapier kann als doppelt oder gar dreifach breite Bahn im Trockner z. B. 20 mm und ein leicht gestrichenes Papier (LWC) etwa 7 mm "wachsen".

    [0017] Mit Erreichen der Gleichgewichtsfeuchte wird ein Teil der Schrumpfung zurückgeführt. Je nach Art und Intensität der Rückbefeuchtung wird dieser Zustand eher (d. h. größtenteils bis zum Auslageband) oder später (bis zu Stunden) erreicht. Damit die Gleichgewichtsfeuchte innerhalb der Maschine erreicht wird, muss eine so große Wassermenge aufgebracht werden, dass das Produkt nicht mehr verkaufsfähig ist. Grundsätzlich ist die Rückbefeuchtung abhängig von der angebotenen Wassermenge, dem Einwirkprinzip, der Oberflächenspannung, der Verweildauer / Einwirkzeit und der Wasseraufnahmefähigkeit des Papiers.

    [0018] Durch das nachfolgend vorgeschlagene Anlegen von massiven Querspannungen (Breitstrecken) und vorteilhaft gezielte Befeuchtung nach und/oder vor dem Trockner, ist es möglich das Schrumpfungsverhalten und die Oberflächen der Heatsetbahn kontrolliert zu beeinflussen.

    [0019] Hierbei wird z. B. die Wirkung einer Breitstreckvorrichtung genutzt, um die Möglichkeiten einer Erhöhung der Bahnspannung gegen Faltenbildung und gegen zu geringe Spannung am Falztrichter zu erweitern. So kann im Bereich zwischen Kühlwalze und Trichtereinlauf die Spannung ohne schädliche Einschnürung und/oder Längsfaltenbildung erhöht werden.

    [0020] Dies ist insbesondere von großem Vorteil, wenn sich im Druckprozesse unterscheidende Verfahren (Heatset / Coldset) und/oder Bedruckstoffe mit unterschiedlichem Verhalten bzgl. Dehnung, Wachstum, Feuchteaufnahme gemeinsam verarbeitet werden sollen. Anstatt bei der Hybridproduktion die Unterschiede im Wachstum bzw. der Schrumpfung der beiden unterschiedlichen Bahnen allein oder überwiegend durch unterschiedliche Rollenbreiten und unterschiedliche Breiten in der Druckbildvorlage (belichtete Druckform) zu berücksichtigen (erheblicher logistischer Mehraufwand und Fehlerquelle), kann durch die unten näher erläuterten Maßnahmen eine erhebliche Einwirkung in der Maschine selbst stattfinden.

    [0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben.

    [0022] Es zeigen:
    Fig. 1
    eine schematische Darstellung einer Druckmaschine in Form einer mehrere Drucktürme aufweisenden, für eine Hybridproduktion ausgebildete Druckmaschine, insbesondere Zeitungsdruckmaschine;
    Fig. 2
    eine schematische Darstellung eines Verlaufs einer Heatsetbahn durch die Druckmaschine;
    Fig. 3
    eine zweite Ausführung einer Heatsetführung in einer Druckmaschine;
    Fig. 4
    eine dritte Ausführung einer Heatsetführung in einer Druckmaschine;
    Fig. 5
    eine vierte Ausführung einer Heatsetführung in einer Druckmaschine
    Fig. 6
    eine fünfte Ausführung einer Heatsetführung in einer Druckmaschine.


    [0023] Eine Druckmaschine weist eine oder mehrere erste Druckeinheiten 01 (Druckeinheiten eines ersten Typs und/oder in einer ersten Betriebsweise betreibbare bzw. betriebene Druckeinheiten) auf, welche ihrerseits ein oder mehrere Offset-Druckwerke für das ein- oder beidseitige Bedrucken einer ersten Bahn B1 aufweisen. Die ersten Druckeinheiten 01 sind als Drucktürme ausgeführt, welche wie dargestellt jeweils zwei gestapelte H-Druckeinheiten, z. B. vier Brückendruckeinheiten für den beidseitigen Druck, oder zwei gestapelten Satellitendruckeinheiten aufweisen. Die Bahn B1 verläuft zwischen den Druckstellen in den ersten Druckeinheiten 01 bzw. Drucktürmen im wesentlichen vertikal.

    [0024] Die Druckmaschine kann - aus Übersichtsgründen in den Figuren nicht dargestellt - mehrere erste Druckeinheiten 01 bzw. erste Drucktürme für das Bedrucken erster Bahnen B1 aufweisen, welche zur Erhöhung der Produktstärke sämtlich oder teilweise auf den selben Trichteraufbau 03, ggf. gar auf den selben Falztrichter 04, produzieren können.

    [0025] Stromabwärts der mindestens einen ersten Druckeinheit 01 ist für einen sog. Heatsetbetrieb auf dem Bahnweg ein Trockner 02, insbesondere ein Strahlungstrockner oder thermischer Trockner, vorzugsweise jedoch ein thermischer Trockner 02 vorgesehen.

    [0026] Die erste Druckeinheit 01 bzw. ersten Druckeinheiten 01 sind in einer Ausführung als sog. Heatset-Druckeinheit 01 ausgeführt oder zumindest derart ausgebildet, dass sie mit Heatsetfarben und/oder UV-Farben betrieben werden können bzw. sind. Die Heatsetfarbe zeichnet sich z. B. durch spezielle Öle, z. B. Mineralöle aus, welche bei Hitzeeinwirkung verdunsten und dadurch die bedruckte Bahn B1 trocknen lassen. Die Mineralöle weisen beispielsweise einen Siedebereich von 220°C- 320°C auf. Sie können einen auf die Farbe bezogenen Gewichtsanteil von etwa 25 bis 40% aufweisen. Da die Farbe nicht wegschlagen muss um zu trocknen können auch geschlossenporigere Papieroberflächen bedruckt werden. Die UV-Farben hingegen weisen Bestandteile auf, welche unter dem Einfluss dementsprechender Strahlung (UV-Licht) aushärten.

    [0027] In einer alternativen Ausgestaltung sind die Druckwerke der ersten Druckeinheit 01 im Trockenoffset, d. h. ohne den Auftrag von Feuchtmittel, betreibbar ausgebildet. D. h. sie weisen keine Feuchtwerke auf und die Formzylinder weisen entsprechende, für den wasserlosen Offsetdruck vorgesehene Druckformen auf. Hierbei ist das Farbwerk des Druckwerks mit speziellen Druckfarben des wasserlosen Offsetdrucks (Trockenoffset) betrieben bzw. betreibbar. In dieser Ausführung der Druckeinheit 01 kann eine durch die Druckeinheit 01 bedruckte Bahn 01 wahlweise durch einen Trockner 02 geführt werden oder nicht (Coldset), ohne dass hierfür die Farbe ausgetauscht werden müsste. Auf spezielle Heatsetfarben kann hier trotz des "Heatset-Betriebs", d. h. dem Trocknen der bedruckten Bahn B1, verzichtet werden.

    [0028] Als Heatset-Betrieb wird demnach eine Betriebsart verstanden, in welcher die bedruckte Bahn 01 durch einen (aktiven)Trockner 02 behandelt wird. Eine Heatset-Bahn 01 ist demnach eine Bahn 01, welche - nach dem teilweisen oder vollständigen Bedrucken - durch einen Trockner 02 behandelt ist bzw. wird.

    [0029] Die im Heatsetverfahren (d. h. mit Trocknung) zu bedruckende erste Bahn 01 ist vorzugsweise als Heatsetbahn 01 aus satiniertem und/oder stärker gestrichenem Papier mit einem Strichgewicht von beispielsweise mehr als 5 g/m2, insbesondere mehr als 10 g/m2 und/oder mit einer Grammatur im Bereich von größer 40 g/m2, z. B. in einem Grammaturbereich von 55 - 90 g/m2, ausgebildet.

    [0030] Die Druckwerke der ersten Druckeinheit 01 bzw. des ersten Druckturms weisen z. B. eine für das Bedrucken nutzbare Breite auf, welche mindestens vier, insbesondere vier oder sechs Druckseiten eines stehenden Zeitungsformates in Broadsheetanordnung oder eines liegenden Zeitungsformates in Tabloidanordnung auf den Druckwerkszylindern entspricht, d. h. sie sind im Jargon der Zeitungsdruckmaschinen "doppeltbreit" bzw. "dreifachbreit" ausgebildet. Somit sind sie derart ausgebildet, dass sie in zumindest einer Betriebsweise die Druckbilder von mindestens vier, insbesondere sechs liegenden oder stehenden Zeitungsseiten in axialer Richtung nebeneinander tragen bzw. tragen können.

    [0031] Stromabwärts des Trockners 02 ist ein Trichteraufbau 03 mit mindestens einem von der ersten Bahn B1 durchlaufenem Falztrichter 04 vorgesehen. Dem Falztrichter 04 ist mindestens eine Zugwalze 06; 07, insbesondere zumindest eine als Trichterwalze 07 ausgebildete Zugwalze 07 vorgeordnet. Stromaufwärts kann noch eine weitere Zugwalze 06, z. B. eine Zugwalze einer Längsschneideinrichtung 05, vorgesehen sein. Dies ist der Fall, wenn - wie bevorzugt - eine mehrfachbreite (z. B: doppelt oder dreifach) Bahn 01 bedruckt wird und, bevor sie auf den Trichteraufbau 03 aufläuft, in ein- oder zweiseitenbreite Teilbahnen geschnitten, und ggf. eine Teilbahn über ein Wendedeck 10 mit zwei Wendestangen seitlich versetzt und/oder gestürzt werden soll. Auf dem Bahnweg der ersten Bahn B1 ist zwischen dem Trockner 02 und der mindestens einen dem Falztrichter 04 vorgeordneten Zugwalze 06; 07, insbesondere stromaufwärts der Zugwalze 06, eine Breitstreckvorrichtung 08 vorgesehen.

    [0032] Die Breitstreckvorrichtung kann in jeglicher Art ausgebildet sein, in welcher an der Bahn B1 gleichzeitig nach außen gerichtete Kraftkomponenten in entgegengesetzter Richtung quer zur Laufrichtung angreifen, um die Bahn B1 in Querrichtung zu verbreitern oder zumindest zu spannen. Dies können gegebenenfalls auch berührungslos arbeitende Systeme wie z. B. Luftdüsen sein. Insbesondere ist eine Breitstreckvorrichtung zu bevorzugen, deren Breitstreckwirkung - zumindest durch manuelle Stellmittel, vorteilhaft jedoch durch fernbetätigbare Stellmittel - veränder- bzw. einstellbar ist (im Gegensatz z. B. zu Walzen, deren Breitstreckwirkung allein durch ihre feste Oberflächentextur und/oder -kontur vorgegeben ist). Vorzugsweise ist eine Breitstreckwalze 08 vorgesehen, welche z. B. als rotierbare Walze mit einer von einer zylindrischen Oberfläche abweichenden gekrümmten, insbesondere bananenförmigen, Oberfläche ausgebildet ist. Dabei sei die bananenförmig ausgebildete Walze z. B. derart orientiert, dass die Bahn B1 weit überwiegend mit der konvexen Seite der Walze zusammen wirkt. Bei Verdrehen der Ausrichtung relativ zur Bahn B1 kann beispielsweise eine Stärke des Breitstreckens dadurch beeinflusst werden, dass die Krümmung des Mittelteils der Walze tiefer oder weniger tief in die Ebene der einlaufenden Bahn B1 eintaucht. In alternativer Ausbildung kann auch die Stärke der Wirkung durch Änderung des Krümmungsradius (ebenfalls durch die Stärke des Eintauchens) beeinflusst bzw. eingestellt werden.

    [0033] Die mit der Bahn B1 zusammen wirkende Mantelfläche der Breitstreckwalze 08 weist vorzugsweise eine mit der Bahn B1 einen signifikanten Reibschluss eingehende Oberflächenbeschaffenheit auf und ist z. B. zumindest im Bereich der Oberfläche aus Gummi. Die Mantellinien der Oberfläche werden bei einer Umdrehung z. B. erst gedehnt, (Berührbereich mit der Bahn B1) und dann gestaucht ("Rückweg"). Auf der sehr griffigen Oberfläche "haftet" das Papier und wird über die Dehnungsbewegung des Gummimantels auseinander gezogen.

    [0034] Vorzugsweise ist auf dem Bahnweg zwischen dem Trockner 02 und der Breitstreckvorrichtung 08 eine Feuchtigkeit auf die erste Bahn B1 aufbringende Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 09; 11, insbesondere eine mit Wasserdampf oder einer Auftraglösung arbeitende Vorrichtung, vorgesehen. In einer wenig aufwändigen Ausführung ist ein, z. B. ehedem vorteilhaftes, Silikonwerk 09 als Auftragvorrichtung 09; 11 vorgesehen. Im Gegensatz zu einem bestimmungsgemäßen Einsatz eines Silikonwerkes in Akzidenzdruckmaschinen, kann das Silikonwerk 09 für die hiesige Anwendung mit einer besonders wässrigen Silikonlösung, d. h. mit gegenüber der üblichen Lösung weiteren Zusatz von Wasser, betrieben sein.

    [0035] In einer im Hinblick auf den "Stellbereich" für die Feuchtung vorteilhaften Ausbildung ist zwischen dem Trockner 02 und der Breitstreckvorrichtung 08 neben der ersten Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 09, z. B. stromabwärts eine zweite Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 11, insbesondere eine Wiederbefeuchtungseinrichtung, vorzugsweise in der Bauart eines zweiten Silikonwerks 11, vorgesehen. Die zweite Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 11 ist vorzugsweise mit einer gegenüber der ersten Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 09 wasserhaltigeren Lösung betrieben und kann auch vollkommen frei von Silikon sein (auch für den Fall der o. g. Bauart). Die zweite Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 11 ist baulich beabstandet im Bahnweg der ersten Bahn B1 angeordnet, damit die durch die erste Auftragvorrichtung 09 aufgebrachte Lösung ausreichen Zeit hat, in die Bahn B1 einzudringen. Der Abstand - zumindest der auf eine selbe Bahnseite wirkenden Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtungen 09; 11 - sollte z. B. wenigstens 1 m, vorteilhaft wenigstens 2 m, Bahnweg betragen.

    [0036] Die zweite Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 11 kann in einer Variante auch mittels eines luftumspülten Bahnleitelements (z. B. Wendestange oder Umlenkstange) durch Injektion von Wasser, Wasserdampf oder eines Flüssigkeitsgemisches in das gasförmige Fluid (z. B. Luft) erfolgen. Dies kann als erste, als zweite oder auch als eine dritte, nicht dargestellte Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung eingesetzt sein.

    [0037] Die Auftraglösung der einen Auftragvorrichtung 09 oder, im Fall von zweien insbesondere der zweiten Auftragvorrichtung 11, ist vorteilhaft mit die Oberflächenspannung herabsetzenden Mitteln, insbesondere mit Tensiden, versetzt. Für den Fall zweier Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtungen 09; 11 ist die Auftraglösung der zweiten Auftragvorrichtung 11 zumindest mit mehr die Oberflächenspannung herabsetzendem Mittel versetzt ist als dasjenige der ersten.

    [0038] Zum einen neigt die im Heatset produzierte Bahn B1 im Vergleich zu einer Coldsetbahn mit gleicher Abwicklungslänge (am Formzylinder) stromabwärts zu einer größeren Längung. Zum zweiten muss, um die Heatsetbahn B1 mit ausreichender Bahnspannung über den Falztrichter 04 führen zu können, eine erhöhte Bahnspannung vor dem Falztrichter 04, also zwischen Trockner 02 und Trichteraufbau 03 vorliegen. Hierdurch neigt die - durch das Trocknen ehedem geschrumpfte - Heatsetbahn B1 jedoch zur Bildung von Längsfalten. Durch die Breistreckvorrichtung 08 in Verbindung mit einer einstellbaren Bahnspannung kann nun beiden Effekten entgegengewirkt, und eine wirksame Gegenmaßnahme - zumindest in einem gewissen Stellbereich - gezielt gesteuert und/oder geregelt werden.

    [0039] Als ein erfindungsgemäße Maßnahme hierzu ist im Bahnweg der ersten Bahn B1 hinter dem Trockner 02, jedoch vor der Breitstreckvorrichtung 08 eine zwangsgetriebene Walze 12, insbesondere eine Zugwalze 12 vorgesehen. Hierzu können in wenig aufwändiger Ausführung eine oder mehrere angetriebene Kühlwalzen 12 einer Kühleinrichtung 13 als Zugwalze 12 Anwendung finden. Die Kühlwalze(n) ist (sind) z. B. auf ihrer mit der Bahn B1 zusammenwirkenden Länge mit einem im wesentlichen konstanten Durchmesser ausgebildet. Die Zugwalze 12 wird durch einen zumindest hinsichtlich seiner Drehzahl, vorteilhaft bzgl. einer Drehwinkellage regelbaren Antriebsmotor angetrieben.

    [0040] Die zwangsgetriebene Walze 12, insbesondere mindestens eine Kühlwalze 12, und die der Breitstreckvorrichtung 08 nach- und dem Falztrichter 04 vorgeordnete Zugwalze 06; 07 sind mechanisch voneinander unabhängig durch Antriebsmotoren und eine zentrale und/oder dezentrale Antriebssteuerung derart antreibbar, dass eine Vor- bzw. Nacheilung und somit eine Bahnspannung der ersten Bahn vor der Zugwalze 06; 07, insbesondere vor der Trichterwalze 07 und/oder vor der der Breitstreckvorrichtung nachgeordneten Zugwalze 06, d. h. auch im Bereich der Breitstreckvorrichtung 08, einstellbar ist. Die Zugwalze 06 ist durch einen zumindest hinsichtlich seiner Drehzahl, vorteilhaft bzgl. einer Drehwinkellage regelbaren Antriebsmotor angetrieben.

    [0041] Vorteilhaft ist auch mindestens ein der ersten Druckeinheit 01 vorgeordnetes erstes Einzugwerk 14 mechanisch unabhängig von der Trichterwalze 07 und ggf. einer weiteren der Trichterwalze 07 vorgeordneten Zugwalze 06 sowie der Zug- oder Kühlwalze 12 durch einen Antriebsmotor und eine zentrale oder dezentrale Antriebssteuerung derart antreibbar, dass eine Vor- bzw. Nacheilung und somit eine Bahnspannung der ersten Bahn B1 stromabwärts des Einzugwerks 14 einstellbar ist.

    [0042] In Fig. 2 ist schematisch die Veränderung einer Bahnbreite b1 der Bahn B1 und einer damit verbundenen Veränderung einer Bildbreite beim Durchgang durch die Druckmaschine im Heatsetbetrieb dargestellt. Die Bahn B1 weist auf der Rolle im Rollenwechsler 16 eine ursprüngliche Bahnbreite b1 auf, und tritt durch die Feuchtigkeit beim Drucken verbreitert aus der Druckeinheit 01 aus. Im Trockner 02 unterliegt sie einer erheblichen Schrumpfung. Durch die Wiederbefeuchtung in einer oder mehreren Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtungen 09; 11 und das Breitstrecken wird sie wieder etwas verbreitert und von Längsfalten befreit. Beim Führen über den Falztrichter 04 kann sie ggf. nochmals einer Querstreckung unterzogen sein.

    [0043] Die genannten Maßnahmen sind einzeln oder in Kombination von besonderem Vorteil bei der Herstellung von Produkten oder Teilprodukten im Heatset. Von besonderem Wert sind diese Maßnahmen bei Druckmaschinen, welche -im Gegensatz zu Akzidenzdruckmaschinen - vorrangig zur Produktion von Zeitungsprodukten und Semicommercial-Produkten (z. B. Werbebeilagen oder minderwertigere, oft kostenlose Hefte, wie beispielsweise bei Stadtanzeigern) zur Anwendung gelangen. Letztgenannte Produkte müssen nicht den hohen Qualitätsanforderungen von Magazinen oder Katalogen genügen, gehen aber über die Anforderung eines reinen Zeitungscoldsetdruck hinaus. Mit einer entsprechend modifizierten Zeitungsdruckmaschine kann daher ein sehr hoher Ausstoß bei erheblich geringerer spezifischer Investition im Vergleich zur Akzidenzdruckmaschine erreicht werden. In der Zeitungsdruckmaschine können auf wenig Fläche nebeneinander mehrere, z. B. zwei, drei oder mehr Drucktürme für mehrere Bahnen - mit jeweils im wesentlichen vertikalem Bahnlauf - gleichzeitig auf einen selben Trichteraufbau 03 und/oder Falzapparat 18 produzieren.

    [0044] Von ganz besonderem Vorteil sind die oben genannten Maßnahmen jedoch in einer Druckmaschine, insbesondere Zeitungsdruckmaschine, mit mehreren Druckeinheiten bzw. Drucktürmen für mehrere Bahnen in Verbindung mit der Möglichkeit einer sog. Hybridproduktion, d. h. hier der Möglichkeit, einer gemischten Produktion aus Coldset- und Heatsetbahn(en), wobei zumindest ein Trockner 02 für das Trocknen wenigstens eine der Bahnen vorgesehen ist. Problematisch sind hierbei jedoch i.d.R. die unterschiedlichen gleichzeitig eingesetzten und zusammen zu führenden Bedruckstoffe (Papierarten) und die durch das Trocknen voneinander verschiedenen Prozesse, was sich beides in unterschiedlichem Verhalten bzgl. Wachstum bzw. Schrumpfen der Bahn und damit des Druckbildes und/oder der Bahnspannung- und Dehnungseigenschaften niederschlägt.

    [0045] Die Druckmaschine weist hierfür mindestens eine erste Druckeinheit 01 bzw. mindestens einen entsprechenden Druckturm zum bedrucken einer Bahn B1 im Heatset sowie wenigstens eine oder mehrere zweite Druckeinheiten 02 (bzw. einen oder mehrere entsprechende Drucktürme) mit wenigstens einem Offset-Druckwerk für das ein- oder beidseitige Bedrucken einer oder mehrerer zweiter Bahnen B2 auf (in Fig. 1 lediglich ein Druckturm mit zweiten Druckeinheiten dargestellt). Hierbei sind Mittel zum Führen der zweiten Bahn B2 vorgesehen, über welche die zweite Bahn B2 ohne Durchlaufen eines Trockners oder zumindest ohne Durchlaufen eines aktivierten Trockners zusammen mit der ersten Bahn B1 auf den mindestens einen Falztrichter 04 führbar bzw. geführt ist.

    [0046] Die zweite Druckeinheit 21 ist als Coldset-Druckeinheit 21 (oder entsprechend o. g. als Druckeinheit für den wasserlosen Offsetdruck, Trockenoffset) ausgebildet oder die zweite Bahn B2 zumindest im Coldset verarbeitet.

    [0047] Diese zweite Bahn B2 ist als Coldsetbahn B2 z. B. mit einem zur ersten Bahn B1 unterschiedlichen Strichgewicht, insbesondere aus ungestrichenem oder geringfügig gestrichenes Papier mit einem Strichgewicht von maximal 20 g/m2, insbesondere höchstens 10 g/m2, vorzugsweise Zeitungspapier, ausgebildet. Sie kann insbesondere eine zur ersten Bahn B1 unterschiedliche Grammatur, insbesondere in einem Grammaturbereich von weniger als 55 g/m2, z. B. in einem Grammaturbereich von 35 - 55 g/m2, ausweisen.

    [0048] Mit der Coldsetbahn B2 zusammenwirkende Übertragungszylinder 22 der zweiten Druckeinheit 21 können ein kompressibles und/oder elastisches Drucktuch aufweisen, welches sich in den elastischen Eigenschaften von denen eines mit der Heatsetbahn B2 zusammenwirkende Übertragungszylinder 16 unterscheidet. Das Drucktuch des (Heatset-)Übertragungszylinders 22 kann hierbei z. B. weniger positiv oder stärker negativ fördernd als das des (Coldset-)Übertragungszylinders 16 gewählt sein. Zusätzlich oder stattdessen kann ein ungestörten Umfang, d. h. mit Drucktuch in nicht eingedrücktem Zustand, des (Heatset-)Übertragungszylinders 22 unterschiedlich (z. B. kleiner) zu demjenigen des (Coldset-)Übertragungszylinders 16 sein. Dies kann bereits im Vorfeld Fehler ausgleichen, welche sich im weiteren Bahnlauf durch eine Vergrößerung der Drucklänge auf der Heatsetbahn B2 durch die unterschiedlichen Materialeigenschaften und Bahnbehandlung (Trocknung) ergeben können. Die unterschiedlichen Umfänge können z. B. durch unterschiedliche Drucktuchstärken oder, bei selber Drucktuchstärke, mittels Unterzügen erzeugt sein.

    [0049] Stromaufwärts der Druckeinheit 21 kann eine Zugwalze 24 einer Längsschneideinrichtung 31, vorgesehen sein. Dies ist der Fall, wenn eine mehrfachbreite (z. B: doppelt oder dreifach breite, d.h. mit vier bzw. sechs Zeitungsseiten zu bedruckende oder bedruckbare) Bahn B2 bedruckt wird und, bevor sie auf den Trichteraufbau 03 aufläuft, in ein- oder zweiseitenbreite Teilbahnen geschnitten, und ggf. eine Teilbahn über ein Wendedeck 32 mit zwei Wendestangen seitlich versetzt und/oder gestürzt werden soll. Der Bahnweg der zweiten Bahn B2 ist z. B. ohne Breitstreckeinrichtung und/oder ohne Trockner und/oder ohne Kühlwalzen ausgebildet.

    [0050] Zur Förderung und zur Gewährleistung von gewünschten Bahnspannungen ist im Bahnweg der zweiten Bahn B2 hinter der zweiten Druckeinheit 21, jedoch vor der Trichterwalze 07 mindestens eine zwangsgetriebene Walze, insbesondere Zugwalze 23; 24, vorgesehen. Hierbei ist vorzugsweise zumindest die wenigstens eine Zugwalze 23; 24 der zweiten Bahn B2 sowie die Trichterwalze 07 mechanisch voneinander und von der zwangsgetriebenen Walze 12 der ersten Bahn B1 unabhängig durch Antriebsmotoren und eine zentrale und/oder dezentrale Antriebssteuerung derart antreibbar, dass eine Vor- bzw. Nacheinung und somit eine Bahnspannung der zweiten Bahn B2, insbesondere unabhängig von der ersten Bahn B1, vor der Trichterwalze 07 einstellbar ist. Die obenliegende Bahn sollte z. B. am Falztrichter eine höhere Bahnspannung aufweisen als die darunter liegende. Wird z. B. in vorteilhafter Weise die Heatsetbahn B1 (oder eine hieraus erzeugte Teilbahn) als oberste Lage auf ein oder mehrere Coldsetbahnen B2 (oder -teilbahnen) geführt, so sollte die Bahnspannung der deckenden Heatsetbahn B1 höher als die der darunterliegenden Coldset(Teil)Bahn B2 sein. Zur Einstellung sollte hierfür auch ein der zweiten Druckeinheit 21 vorgeordnetes zweites Einzugwerk 26 mechanisch unabhängig von der Trichterwalze 07 durch einen Antriebsmotor und eine zentrale und/oder dezentrale Antriebssteuerung derart antreibbar sein, dass eine Vor- bzw. Nacheinung und somit eine Bahnspannung der zweiten Bahn B2 stromabwärts des Einzugwerks 26 einstellbar ist.

    [0051] Durch eine oder mehrere dieser Maßnahmen kann hiermit gegenüber der Trichterwalze 07 die Nacheilung der stromaufwärts der Breitstreckvorrichtung 08 vorgesehenen zwangsgetriebenen Walze 12 der ersten Bahn B1 höher gewählt werden bzw. sein, als die Nacheinung der der Trichterwalze 07 auf dem Bahnweg der zweiten B2 Bahn zuletzt vorgeordneten Zugwalze 24.

    [0052] Die Wirkung der Breitstreckvorrichtung 08 auf die erste Bahn B1 kann vorzugsweise über die räumliche Lage einer Krümmung und/oder eine Veränderung der Stärke einer Krümmung und/oder die herrschende Bahnspannung der ersten Bahn B1 im Bereich der Breitstreckvorrichtung 08 veränderbar ausgebildet sein. Die Bahnspannung ist hierbei vorzugsweise durch Veränderung der Nach- bzw. Voreilung zwischen der der Breitstreckvorrichtung vorgeordneten zwangsgetriebenen Walze 12 und der stromabwärts nächstfolgenden Zugwalze 06; 07 regelbar.

    [0053] Weiter ist in vorteilhafter Ausführung die Menge der auf die erste Bahn B1 aufzubringenden Auftraglösung über ein entsprechendes Stellglied veränderbar ausgebildet.

    [0054] Die genannte Einstellbarkeit der Breitstreckwirkung und der Auftragmenge sowie die unten genannten Maßnahmen zur Steuerung und/oder Regelung gilt sowohl für die obige Betrachtung eines isolierten Heatsetbetriebs, besonders vorteilhaft jedoch zur Anpassung der Bildbreiten in einem Hybridbetrieb einer Hybriddruckmaschine.

    [0055] Zur Einstellung ist vorzugsweise zumindest auf dem Bahnweg der Heatsetbahn B1 vor der Trichterwalze 07 ein Messsystem 27 zur Beurteilung einer Bahnschrumpfung in Querrichtung, insbesondere über die Detektion einer Bahnbreite und/oder Bahnlage z. B. mittels Bahnbreitensensorik und/oder die Detektion einer Druckbildbreite oder Druckbildlage z. B. mittels Registerabfrageköpfen, vorgesehen. Zur Korrektur eines seitlichen Bahnversatzes kann im Bahnweg vor der Druckeinheit 01 und/oder nach dem Trockner 02 eine entsprechende Veratzeinrichtung 17, z. B. ein Drehrahmen 17, vorgesehen sein.

    [0056] Das Messsystem 27 kann in Abwandlung auch stattdessen oder zusätzlich dazu ausgebildet sein, Längsfalten oder Wellenbildung in der Bahn B1 erkennen zu können. Hierzu ist dies beispielsweise als optisches System, insbesondere z. B. als Zeilen- oder Flächenkamera, mit entsprechender Auswertesoftware ausgebildet, welche einen zum Sollzustand verschiedenen Istzustand erkennt und eine entsprechende Ausgabe erzeugt. Diese Ausgabe kann dann in u. g. Regelung bzw. Steuerung bzgl. Bahnspannung und/oder Feuchtung und/oder Breitstreckwirkung einfließen.

    [0057] Weiter kann in vorteilhafter Ausführung auf dem Bahnweg der ersten Bahn B1 zumindest vor der Trichterwalze 07, insbesondere auf dem die Breitstreckvorrichtung 08 aufweisenden Bahnabschnitt zwischen zwangsgetriebener Walze 12 und der der Breitstreckvorrichtung nachgeordneten Zugwalze 06; 07, ein Messsystem 28 zur Erfassung der Bahnspannung vorgesehen sein.

    [0058] Um, insbesondere im Fall einer Hybrid-Druckmaschine bzw. eines Hybridbetriebs, die Druckbild- bzw. Bahnbreite der ersten Bahn B1 beeinflussen zu können, ist vorzugsweise eine Einrichtung 29, z. B. eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung 29 vorgesehen, welche signaltechnisch mit einem oder mehreren der Messsysteme, z. B. dem Messsystem 27 zur Beurteilung einer Bahnschrumpfung bzw. einer Wellen-/Faltenbildung und/oder mit dem Messsystem 28 zur Erfassung der Bahnspannung, und vorzugsweise mit einem oder mehreren der Stellglieder, z. B. mit einem Stellglied für die Menge der auf die erste Bahn B1 aufzubringenden Auftraglösung und/oder einem die Breitstreckwirkung beeinflussenden Stellglied (die Drehlage oder die Krümmung verändernd) und/oder einer zentralen oder dezentralen Antriebssteuerung wenigstens einer der mit der ersten Bahn B1 zusammen wirkenden angetriebenen Walzen 06; 12; (14), d. h. einer Walze des Einzugwerks 14 und/oder der zwangsgetriebenen Walze 12 und/oder einer der Trichterwalze 07 vorgeordneten weiteren Zugwalze 06, verbunden ist.

    [0059] Die Einrichtung 29 umfasst in vorteilhafter Ausbildung zumindest Mittel, durch welche ein Maß für eine Schrumpfung und/oder Wellen- bzw. Faltenbildung aus den empfangenen Messwerten ermittelt und/oder ausgegeben werden kann. Grundsätzlich kann dann durch die Bedienperson - z. B. an einem Bedienfeld der dann zumindest als Ausgabeeinrichtung ausgebildeten Einrichtung 29 oder einer entsprechenden Einrichtung am Druckmaschinenleitstand - über einen Stellbefehl eines oder mehrerer der o. g. Stellmittel (Feuchte, Breitstreckwirkung, Bahnspannung) eine Korrektur veranlasst werden. In vorteilhafter Ausführung kann jedoch durch die als Steuer- und/oder Regeleinrichtung 29 ausgebildeten Einrichtung 29 selbst ein Stellglied für die Bahnspannung, z. B. ein Antriebsregler bzw. eine Antriebssteuerung, und/oder ein Stellglied für die Menge an aufzutragenden Auftragmittels und/oder einer Breitstreckwirkung ansprechbar sein. Hierbei umfasst die Steuer- und/oder Regeleinrichtung 29 elektronische Rechen- oder Auswertemittel, durch welche in Abhängigkeit einer detektierten Schrumpfung ein Stellen eines oder mehrerer der Stellglieder nach festgelegten Regeln, z. B. einem Algorithmus, erfolgt. Die Steuer- und/oder Regeleinrichtung 29 kann hierbei auch Baustein einer "automatischen Bahnspannungsregelung" (d. h. eines Systems zur automatischen Regelung der Bahnspannung der an der Produktion beteiligten Bahnen) oder zumindest mit einem solchen hinsichtlich o. g. Bahnspannungseinstellungen zusammen wirken. Das die Bahnspannung beeinflussende Stellglied (z. B. Antrieb einer Walze 12; 06; 07 oder des Einzugwerks 14) wird dann von der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 29 durch Einwirkung auf ein Bahnspannungssteuer- oder -regelsystem mittelbar beeinflusst.

    [0060] In einer Alternative oder auch Weiterbildung ist Einrichtung 29 ein elektronischer Speicher zugeordnet, in welchem (Vor-)Einstellwerte für die hinsichtlich der Schrumpfung zu stellenden Stellglieder, z. B. in Abhängigkeit von das zu verwendende Papier charakterisierenden Daten (z. B. Papiersorte) und/oder von das Druckbild betreffenden Daten (z. B. Flächendeckung), und/oder einer Bahnführung hinterlegt sind bzw. hinterlegt und bei Bedarf für eine geplante Produktion manuell durch den Drucker oder durch einen Algorithmus der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 29 aufgerufen werden können.

    [0061] In den Figuren 3 bis 6 sind alternative Ausführungen für die Druckmaschine entlang dem Bahnweg der Heatsetbahn B1 dargestellt, wobei diese für sich alleingenommen oder vorteilhaft alternativ für den in Fig. 1 dargestellten Heatsetzweig der Hybriddruckmaschine Anwendung finden können. In Fig. 3 ist die zweite Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 11 im Bahnweg zwischen Trockner 02 und Kühleinrichtung 13 (ggf. auch in den Eingangsbereich der Kühleinrichtung integrierbar) angeordnet. In Fig. 4 befindet sich eine Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 11, z. B. in Form von Sprüh- oder Dampfdüsen, vor dem Eingang in den Trockner 02, während sie sich in Fig. 5 im Bereich der dem Trockner 02 vorgeordneten Igelwalze 19 und in Fig. 6 zwischen Druckeinheit 01 und Igelwalze 19 befindet.

    [0062] Die in Fig. 3 bis 6 dargelegte Ausbildung und/oder Anordnung von Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtungen 11 können einzeln oder zu mehreren zusätzlich oder anstelle zu der ersten und/oder zweiten Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 09; 11 angeordnet sein. Von besonderem Vorteil ist es jedoch, zumindest eine Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung 09; 11 zwischen Trockner 02 und Breitstreckvorrichtung 08 vorzusehen.

    [0063] Mit der Druckmaschine wird die Heatsetbahn B1 zunächst durch die Druckeinheit 01 geführt und ein- oder beidseitig, ein- oder mehrfarbig bedruckt und anschließend durch den Trockner 02 behandelt, bevor sie stromabwärts über eine einem Falztrichter 04 vorgeordnete Zugwalze 06; 07 dem Falztrichter 04 des Trichteraufbaus 03 zugeführt wird. Die Heatsetbahn wird hierbei auf ihrem Weg zwischen Trockner 02 und Falztrichter 04 durch eine Bahnstreckvorrichtung 08 mit die Bahn quer zu ihrer Längsrichtung streckenden Kraftkomponenten beaufschlagt. Vorzugsweise wird die erste Bahn B1 zumindest zwischen Trockner 02 und Breitstreckvorrichtung 08 durch eine Befeuchtungseinrichtung 09; 11 gezielt wiederbefeuchtet.

    [0064] In vorteilhafter Ausführung wird eine Schrumpfung (in Querrichtung) und/oder Wellenbildung der durch den Trockner 02 geführten Heatsetbahn 01 auf dem Bahnweg zwischen Trockner 02 und Falztrichter 04 ermittelt, und über die Stärke der Wirkung der Breitstreckeinrichtung 08, z. B. über die Bahnspannung als Stellglied (Vor-/Nacheilung der Zugwalzen 06; 07; 12 bzw. des Einzugwerks und/oder die Lage bzw. Krümmung der Breitstreckeinrichtung 08) und/oder die Menge an Auftragmittel der mindestens einen Befeuchtungseinrichtung 09; 11 gezielt beeinflusst. Umgekehrt wird vorzugsweise eine am Falztrichter 04 durch die Bahn B1 einzuhaltende Mindestbahnspannung dadurch ermöglicht, dass die Breitstreckwirkung und/oder Befeuchtung so eingestellt wird, dass für diese Bahnspannung Schrumpfung und/oder Faltenbildung auf ein zulässiges Maß begrenzt wird. Durch diese Wechselbeziehung wird es möglich, eine (z. B. in einem Hybridbetrieb in Bezug auf die Bahnspannung einer Coldsetbahn B2) ausreichend hohe Bahnspannung an der ersten Bahn B1, insbesondere vorteilhaft vor dem Zusammenführen mit einer zweiten Bahn B2 (Coldsetbahn B2) einstellen zu können, ohne dass die Heatsetbahn B1 (erste Bahn B1) eine unzulässig hohe Schrumpfung bzw. Falten- oder Wellenbildung aufweist (oder eben alternativ eine zu geringe Bahnspannung vorliegen würde). Das für Coldset- und Heatsetbahnen hinsichtlich der Bahnspannung und Bahntransport erheblich verschiedene Verhalten wird somit beherrschbar.

    [0065] Im vorteilhaften Hybridbetrieb wird die durch die erste Druckeinheit 01 im Heatset bedruckte bzw. hergestellte erste Bahn B1 oder eine hieraus durch Längsschnitt erzeugte erste Teilbahn gemeinsam mit einer in einer zweiten Druckeinheit 21 im Coldset bedruckte bzw. hergestellte zweiten Bahn B2 oder einer hieraus durch Längsschnitt gewonnenen zweiten Teilbahn gemeinsam über den selben Falztrichter 04 zu einem Strang verarbeitet. Eine Beeinflussung der Schrumpfung erfolgt hierbei z. B. durch eines oder mehrerer o. g. Mittel (Feuchtung und/oder Breitstreckwirkung und/oder Bahnspannung) im Hinblick auf eine Verminderung einer Differenz zwischen den Bahnbreiten bzw. Teilbahnbreiten der ersten und zweiten Bahn B1; B2 bzw. Teilbahn und/oder im Hinblick auf eine einzuhaltende Bahnspannung der ersten Bahn B1 vor dem Trichtereinlauf.

    [0066] Die genannten Mittel und Verfahrensweisen sind besonders vorteilhaft i. V. m. Druckmaschinen mit ersten und zweiten Druckeinheiten 01; 21 bzw. Drucktürmen, wobei die ersten und zweiten Druckeinheiten 01; 21 mehrfachbreit, z. B. doppelt oder dreifachbreit, ausgebildet sind, und/oder in zumindest einer Betriebssituation in Druckwerken der ersten und zweiten Druckeinheiten 01; 21 jeweils mindestens vier stehende oder liegende Druckseiten, insbesondere Zeitungsseiten, eines selben Formates auf erste und zweite Bahnen B1; B2 gedruckt werden, und/oder Teilbahnen erster und zweiter Bahnen B1; B2 zu einem gemeinsamen Produkt verarbeitet, insbesondere über einen selben Falztrichter 04 geführt, werden. Insbesondere werden hierbei z. B. mehrere zweite Bahnen B2 (als Coldsetbahnen B2) und zumindest eine erste Bahn B1 (als Heatsetbahn B1) zu einem gemeinsamen Produkt verarbeitet.

    Bezugszeichenliste



    [0067] 
    01
    Druckeinheit, erste, Heatset-Druckeinheit
    02
    Trockner, thermischer Trockner, UV-Trockner
    03
    Trichteraufbau
    04
    Falztrichter
    05
    Längsschneideinrichtung, erste
    06
    Zugwalze
    07
    Zugwalze, Trichterwalze
    08
    Breitstreckvorrichtung, Breitstreckwalze
    09
    Befeuchtungseinrichtung, Auftragvorrichtung, erste, Silikonwerk
    10
    Wendedeck, erstes
    11
    Befeuchtungseinrichtung, Auftragvorrichtung, zweite, Silikonwerk
    12
    Walze, zwangsgetrieben, Zugwalze, Kühlwalze
    13
    Kühleinrichtung
    14
    Einzugwerk, erstes
    15
    Übertragungszylinder, erster
    16
    Rollenträger, Rollenwechsler, erster
    17
    Versatzeinrichtung, Drehrahmen
    18
    Falzapparat
    19
    Walze, Igelwalze, Zugwalze
    20
    -
    21
    Druckeinheit, zweite, Coldset-Druckeinheit
    22
    Übertragungszylinder, zweiter
    23
    Zugwalze
    24
    Zugwalze
    25
    -
    26
    Einzugwerk, zweites
    27
    Messsystem zur Beurteilung einer Bahnschrumpfung
    28
    Messsystem zur Erfassung der Bahnspannung
    29
    Steuer- und/oder Regeleinrichtung
    30
    -
    31
    Längsschneideinrichtung, zweite
    32
    Wendedeck, zweites
    33
    Rollenträger, Rollenwechsler, zweiter
    34
    Druckbild
    B1
    Bahn, erste, Heatsetbahn
    B2
    Bahn, zweite, Coldsetbahn
    b1
    Bahnbreite (erste Bahn)



    Ansprüche

    1. Druckmaschine mit mindestens einem ersten Druckturm mit mindestens einer ersten, mehrere Offset-Druckwerke aufweisenden ersten Druckeinheit (01) für das ein- oder beidseitige Bedrucken einer ersten, die Druckeinheit (01) im wesentlichen von unten nach oben durchlaufenden, und im ersten Druckturm mehrfarbig zu bedruckenden Bahn (B1), mit einem stromabwärts der ersten Druckeinheit auf dem Bahnweg der ersten Bahn (B1) angeordneten Trockner (02) sowie einem Trichteraufbau (03) mit mindestens einem von der ersten Bahn durchlaufenem Falztrichter (04) und mindestens einer dem Trockner (02) nachgeordneten und dem Falztrichter (04) vorgeordneten Zugwalze (06; 07), dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Bahnweg der ersten Bahn (B1) zwischen dem Trockner (02) und der mindestens einen dem Falztrichter vorgeordneten Zugwalze (06; 07) eine Breitstreckvorrichtung (08) vorgesehen ist, und dass im Bahnweg der ersten Bahn (B1) hinter dem Trockner (02), jedoch vor der Breitstreckvorrichtung (08) eine durch einen zumindest hinsichtlich seiner Drehzahl oder bzgl. einer Drehwinkellage regelbaren Antriebsmotor zwangsgetriebene Walze (12) vorgesehen ist.
     
    2. Druckmaschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mindestens einen zweiten Druckturm mit mindestens einer zweiten, mehrere Offset-Druckwerke aufweisenden zweiten Druckeinheit (21) für das ein- oder beidseitige Bedrucken einer zweiten, die Druckeinheit (21) im wesentlichen von unten nach oben durchlaufenden, und im zweiten Druckturm mehrfarbig zu bedruckenden Bahn (B2), wobei Mittel zum Führen der zweiten Bahn (B2) vorgesehen sind, über welche die zweite Bahn (B2) ohne Durchlaufen eines Trockners oder zumindest ohne Durchlaufen eines aktivierten Trockners zusammen mit der ersten Bahn (B1) auf den mindestens einen Falztrichter (04) führbar bzw. geführt ist.
     
    3. Druckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Bahnweg zwischen dem Trockner (02) und der Breitstreckvorrichtung (08) eine Feuchtigkeit auf die erste Bahn (B1) aufbringende Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung (09; 11), insbesondere eine mit Wasserdampf oder einer Auftraglösung arbeitende Vorrichtung, vorgesehen ist.
     
    4. Druckmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als zwangsgetriebene Walze (12) im Bahnweg der ersten Bahn (B1) zwischen Trockner (02) und Breitstreckvorrichtung (08) eine Zugwalze (12) oder eine oder mehrere angetriebene Kühlwalzen (12) einer Kühleinrichtung (13) vorgesehen ist.
     
    5. Druckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die zwangsgetriebene Walze (12), insbesondere mindestens eine Kühlwalze (12), sowie die mindestens eine der Breitstreckvorrichtung (08) nach- und dem Falztrichter (04) vorgeordnete Zugwalze (06; 07) mechanisch voneinander unabhängig durch Antriebsmotoren antreibbar sind, welche mit einer zentralen und/oder dezentralen Antriebssteuerung in Signalverbindung stehen und durch diese derart antreibbar sind, dass eine relative Vor- bzw. Nacheilung und somit eine Bahnspannung der ersten Bahn (B1) im Abschnitt zwischen der der Breitstreckeinrichtung vorgeordneten und nachgeordneten Zugwalze (12; 06; 07), insbesondere der getriebenen Kühlwalze (12) und der auf die Breitstreckwalze nächstfolgenden Zugwalze (06), einstellbar ist.
     
    6. Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder die Offsetdruckwerke der ersten Druckeinheit (01) einen Übertragungszylinder (16) aufweist bzw. aufweisen, welcher ein erstes kompressibles und/oder elastisches Drucktuch und einen ersten ungestörten äußeren Umfang, d. h. einen Umfang mit Drucktuch in nicht eingedrücktem Zustand, aufweist, und dass ein oder die Offsetdruckwerke der zweiten Druckeinheit (21) einen zweiten Übertragungszylinder (22) aufweist bzw. aufweisen, welcher ein zweites kompressibles und/oder elastisches Drucktuch und einen zweiten ungestörten Umfang, d. h. mit Drucktuch in nicht eingedrücktem Zustand, aufweist, wobei sich der erste Übertragungszylinder (16) und der zweite Übertragungszylinder (22) in seinem ungestörten Umfang und/oder in den elastischen Eigenschaften seines Drucktuches unterscheiden.
     
    7. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breitstreckvorrichtung (08) als Breitstreckwalze (08), insbesondere als in ihrer Breitstreckwirkung veränderliche Breitstreckwalze (08), ausgebildet ist.
     
    8. Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Druckeinheit (21) als Coldset-Druckeinheit (21) ausgebildet oder zumindest betrieben und vorzugsweise mit Coldsetfarben betrieben ist.
     
    9. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bahnweg der zweiten Bahn (B2) hinter der zweiten Druckeinheit (21), jedoch vor der Trichterwalze (07) mindestens eine zwangsgetriebene Walze, insbesondere Zugwalze (23; 24), vorgesehen ist, und dass zumindest die wenigstens eine Zugwalze (23; 24) der zweiten Bahn (B2) sowie die Trichterwalze (07) mechanisch voneinander und von der zwangsgetriebenen Walze (12) der ersten Bahn (B1) unabhängig durch Antriebsmotoren und eine zentrale und/oder dezentrale Antriebssteuerung derart antreibbar sind, dass eine Vor- bzw. Nacheilung und somit eine Bahnspannung der zweiten Bahn (B2), insbesondere unabhängig von der ersten Bahn (B1), vor der Trichterwalze (07) einstellbar ist.
     
    10. Druckmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass bezogen auf die Trichterwalze (07) die Nacheilung der stromaufwärts der Breitstreckvorrichtung (08) vorgesehenen zwangsgetriebenen Walze (12) der ersten Bahn (B1) höher gewählt ist als die Nacheilung der der Trichterwalze (07) auf dem Bahnweg der zweiten (B2) Bahn zuletzt vorgeordneten Zugwalze (24).
     
    11. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkung der Breitstreckvorrichtung (08) über die räumliche Lage einer Krümmung und/oder eine Veränderung der Stärke einer Krümmung und/oder die herrschende Bahnspannung der ersten Bahn (B1) im Bereich der Breitstreckvorrichtung (08) veränderbar ausgebildet ist.
     
    12. Druckmaschine nach Anspruch 4 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Bahnspannung durch Veränderung der Nach- bzw. Voreilung zwischen der der Breitstreckvorrichtung vorgeordneten zwangsgetriebenen Walze (12) und der stromabwärts nächstfolgenden Zugwalze (06; 07) regelbar ist.
     
    13. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der auf die erste Bahn (B1) aufzubringenden Auftraglösung veränderbar ausgebildet ist.
     
    14. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung (29), insbesondere eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung (29), vorgesehen ist, welche signaltechnisch mit einem auf dem Bahnweg der ersten Bahn (B1) vor der Trichterwalze (07) vorgesehenen Messsystem (27) zur Beurteilung einer Bahnschrumpfung oder einer Wellenbildung und/oder mit einem auf dem Bahnweg der ersten Bahn (B1) vor der Trichterwalze (07) vorgesehenen Messsystem (28) zur Erfassung der Bahnspannung und/oder mit einem Stellglied für die Menge der auf die erste Bahn (B1) aufzubringenden Auftraglösung und/oder einem die Bahnspannung beeinflussendem Stellglied wie insbesondere einer zentralen oder dezentralen Antriebssteuerung wenigstens einer der mit der ersten Bahn (B1) zusammen wirkenden angetriebenen Walzen (06; 07; 12; (14)), und/oder die Wirkung der Breitstreckeinrichtung (08) beeinflussenden Stellglied verbunden ist.
     
    15. Druckmaschine nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (29) als Steuer- und/oder Regeleinrichtung (29) Mittel umfasst, durch welche mittelbar oder unmittelbar ein Stellglied für die Bahnspannung, z. B. ein Antriebsregler bzw. eine Antriebssteuerung, und/oder ein Stellglied für die Menge an aufzutragendem Auftragmittel und/oder ein Stellglied zur Änderung der Breitstreckwirkung ansprechbar ist.
     
    16. Verfahren zur Verwendung einer Druckmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Feuchtung zwischen dem Trockner und der Breitstreckvorrichtung eine erste Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung (09), insbesondere ein erstes Silikonwerk (09), und davon im Bahnweg beabstandet eine zweite Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung, insbesondere eine Wiederbefeuchtungseinrichtung, vorzugsweise in der Art eines zweiten Silikonwerkes (11), angeordnet ist, wobei die zweite Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung (11) mit einer gegenüber der ersten Befeuchtungs- oder Auftragvorrichtung (09) wasserhaltigeren Lösung betrieben ist.
     
    17. Verfahren zur Verwendung einer Druckmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5 oder Verfahren nach Anspruch 16, gekennzeichnet durch eine als Heatsetbahn (B1) aus satiniertem und/oder stärker gestrichenem Papier mit einem Strichgewicht von beispielsweise mehr als 10 g/m2 und/oder in einem Grammaturbereich von größer 40 g/m2, z. B. in einem Grammaturbereich von 55 - 90 g/m2, ausgebildete erste Bahn (B1).
     
    18. Verfahren zur Verwendung einer Druckmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8 oder Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, gekennzeichnet durch eine als Coldsetbahn (B2) mit einem zur ersten Bahn (B1) unterschiedlichen Strichgewicht, insbesondere aus ungestrichenem oder geringfügig gestrichenem Papier mit einem Strichgewicht von höchstens 10 g/m2, vorzugsweise ungestrichenem Zeitungspapier, ausgebildete zweite Bahn (B2).
     
    19. Verfahren zur Handhabung einer durch eine Druckmaschine geführten ersten Bahn (B1), welche durch mehrere Offset-Druckwerke mindestens einer ersten Druckeinheit (01) eines ersten Druckturms mehrfarbig bedruckt wird, wobei sie den ersten Druckturm im wesentlichen von unten nach oben durchläuft, anschließend durch einen Trockner (02) behandelt und stromabwärts über eine einem dem Trockner (02) nach- und dem Falztrichter (04) vorgeordnete Zugwalze (06; 07) dem Falztrichter (04) eines Trichteraufbaus (03) zugeführt wird, und einer zweiten Bahn (B2), welche durch mehrere Offset-Druckwerke mindestens einer zweiten Druckeinheit (21) eines zweiten Druckturms mehrfarbig bedruckt wird, wobei die zweite Bahn (B2) den ersten Druckturm im wesentlichen von unten nach oben durchläuft und anschließend ohne zusätzliche Behandlung durch einen aktivierten Trockner zum Falztrichter (04) geführt wird, wobei die durch die erste Druckeinheit im Heatset bedruckte erste Bahn (B1) oder eine hieraus durch Längsschnitt erzeugte erste Teilbahn gemeinsam mit der in der zweiten Druckeinheit (21) im Coldset bedruckten zweiten Bahn (B2) oder einer hieraus durch Längsschnitt gewonnenen zweiten Teilbahn gemeinsam über den selben Falztrichter (04) zu einem Strang verarbeitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bahn (B1) auf ihrem Weg zwischen Trockner (02) und Falztrichter (04) über eine zwangsgetriebene Walze (12) geführt und stromabwärts durch eine Breitstreckvorrichtung (08) mit die Bahn quer zu ihrer Längsrichtung streckenden Kraftkomponenten beaufschlagt wird, bevor sie über die dem Falztrichter (04) vorgeordnete Zugwalze (06; 07) geführt wird.
     
    20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bahn (B1) zwischen Trockner (02) und Breitstreckvorrichtung (08) durch eine Befeuchtungseinrichtung (09; 11) gezielt wiederbefeuchtet wird.
     


    Claims

    1. Printing press with at least a first printing tower with at least a first printing unit (01) having a plurality of offset printing units for the printing on one side or on both sides of a first web (B1) essentially running through the printing unit (01) from top to bottom, and to be multicolour printed in the first printing tower, with a dryer (02) arranged downstream of the first printing unit on the web path of the first web (B1) as well as a former structure (03) with at least one fold former (04) and at least one tension roller (06; 07) downstream of the dryer (02) and upstream of the fold former (04), characterized in that on the web path of the first web (B1) between the dryer (02) and the at least one tension roller (06; 07) upstream of the fold former a spreading device (08) is provided, and in that in the web path of the first web (B1) after the dryer (02), but before the spreading device (08) is provided a roller (12) positively driven by a drive motor controllable at least with respect to its speed of rotation or respecting an angle of rotation position.
     
    2. Printing press according to Claim 1, characterized by at least a second printing tower with at least a second printing unit (21) having a plurality of offset printing units for the printing on one side or on both sides of a second web (B2) essentially running through the printing unit (21) from bottom to top, and to be multicolour printed in the second printing tower, means for guiding the second web (B2) being provided, by means of which the second web (B2) can be led or is led together with the first web (B1) to the at least one fold former (04) without running through a dryer or at least without running through an activated dryer.
     
    3. Printing press according to Claim 1 or 2, characterized in that on the web path between the dryer (02) and the spreading device (08) a moistening or application device (09; 11) applying moisture to the first web (B1), in particular a device working with water vapour or an application solution, is provided.
     
    4. Printing press according to one or more of Claims 1 to 3, characterized in that as the positively driven roller (12) a tension roller (12) or one or more driven cooling rollers (12) of a cooling device (13) is provided in the web path of the first web (B1) between dryer (02) and spreading device (08).
     
    5. Printing press according to Claim 4, characterized in that at least the positively driven roller (12), in particular at least a cooling roller (12), as well as the at least one tension roller (06; 07) downstream of the spreading device (08) and upstream of the fold former (04) can be driven mechanically independently of one another by drive motors, which are in signal connection with a central and/or decentral drive control and are driveable by this such that a relative advance or lag and thus a web tension of the first web (B1) in the section between the tension roller (12; 06; 07) upstream and downstream of the spreading device, in particular the driven cooling roller (12) and the tension roller (06) next following the spreading roller.
     
    6. Printing press according to Claim 2, characterized in that an or the offset printing group(s) of the first printing unit (01) has or have a transfer cylinder (16), which has a first compressible and/or elastic printing cloth and a first uninterrupted outer circumference, i.e. a circumference with a printing cloth in a non-pressed state, and in that an or the offset printing couple(s) of the second printing unit (21) has or have a second transfer cylinder (22), which has a second compressible and/or elastic printing cloth and a second uninterrupted circumference, i.e. with a printing cloth in a non-pressed state, the first transfer cylinder (16) and the second transfer cylinder (22) differing in its undisturbed circumference and/or in the elastic properties of its printing cloth.
     
    7. Printing press according to one or more of the above claims, characterized in that the spreading device (08) is designed as a spreading roller (08), in particular as a spreading roller (08) alterable in its spreading action.
     
    8. Printing press according to Claim 2, characterized in that the second printing unit (21) is designed or at least operated as a cold-set printing unit (21) and is preferably operated using cold-set inks.
     
    9. Printing press according to one or more of the above claims, characterized in that in the web path of the second web (B2) behind the second printing unit (21), but before the former roller (07), at least one positively driven roller, in particular a tension roller (23; 24) is provided, and in that at least the at least one tension roller (23; 24) of the second web (B2) as well as the former roller (07) can be driven mechanically independently of one another and of the positively driven roller (12) of the first web (B1) by drive motors and a central and/or decentral drive control such that an advance or lag and thus a web tension of the second web (B2), in particular independently of the first web (B1), is adjustable before the former roller (07).
     
    10. Printing press according to Claim 9, characterized in that relative to the former roller (07) the lag of the positively driven roller (12) of the first web (B1) provided upstream of the spreading device (08) is chosen to be higher than the lag of the tension roller (24) lastly upstream of the former roller (07) on the web path of the second (B2) web.
     
    11. Printing press according to one or more of the above claims, characterized in that the action of the spreading device (08) on the spatial position of a curvature and/or a change in the severity of a curvature and/or the prevailing web tension of the first web (B1) is designed variably in the region of the spreading device (08).
     
    12. Printing press according to Claim 4 or 11, characterized in that the web tension is controllable by alteration of the lag or advance between the positively driven roller (12) upstream of the spreading device and the tension roller (06; 07) next following downstream.
     
    13. Printing press according to one or more of the above claims, characterized in that the amount of the application solution to be applied to the first web (B1) is designed to be variable.
     
    14. Printing press according to one or more of the above claims, characterized in that a device (29), in particular a control and/or regulating device (29), is provided, which is connected in signal technology terms provided on the web path of the first web (B1) before the former roller (07) with a measuring system (27) for the assessment of a web shrinkage or a wave formation and/or with a measuring system (28) provided for the recording of the web tension and/or with a control member for the amount of the application solution to be applied to the first web (B1) before the former roller (07) and/or a control member influencing the web tension such as, in particular, a central or decentral drive control at least of one of the driven rolls (06; 07; 12; 14) interacting with the first web (B1), and/or control member influencing the action of the spreading device (08).
     
    15. Printing press according to Claim 14, characterized in that the device (29) comprises as a control and/or regulating device (29) means by which indirectly or directly a control member for the web tension, e.g. a drive controller or a drive control, and/or a control member for the amount of application agent to be applied and/or a control member for the alteration of the spreading action is addressable.
     
    16. Method for the use of a printing press according to Claim 3, characterized in that for the moistening between the dryer and the spreading device a first moistening or application device (09), in particular a first silicone unit (09), and spaced therefrom in the web path a second moistening or application device, in particular a re-moistening device, preferably in the nature of a second silicone unit (11), is arranged, the second moistening or application device (11) being operated with a more water-sustainable solution compared to the first moistening or application device (09).
     
    17. Method for the use of a printing press according to one or more of Claims 1 to 5 or method according to Claim 16, characterized by a first web (B1) designed as a heat-set web (B1) of satinized and/or more heavily coated paper with a coating weight of, for example, more than 10 g/m2 and/or in a paper weight range of greater than 40 g/m2, e.g. in a paper weight range of 55-90 g/m2.
     
    18. Method for the use of a printing press according to one or more of Claims 1 to 8 or method according to Claim 16 or 17, characterized by a second web (B2) designed as a cold-set web (B2) with a coating weight different to the first web (B1), in particular of uncoated or lightly coated paper with a coating weight of at most 10 g/m2, preferably uncoated newsprint paper.
     
    19. Method for the handling of a first web (B1) guided by a printing press, which is multicolour printed by a plurality of offset printing units at least of a first printing unit (01) of a first printing tower, it essentially running through the first printing tower from bottom to top, then being treated by a dryer (02) and being fed downstream by means of a tension roller (06; 07) downstream of the dryer (02) and upstream of the fold former (04) to the fold former (04) of a former structure (03), and a second web (B2), which is multicolour printed by a plurality of offset printing units at least of a second printing unit (21) of a second printing tower, the second web (B2) of the first printing tower essentially being run through from bottom to top and then being fed by an activated dryer to the fold former (04) without additional treatment, the first web (B1) printed by the first printing unit in heat-set or a first partial web produced therefrom by longitudinal section being processed with the second web (B2) printed in the second printing unit (21) in cold-set or a second partial web obtained therefrom by longitudinal section being processed by means of the same fold former (04) to give a strand, characterized in that the first web (B1) on its path between dryer (02) and fold former (04) is guided over a positively driven roller (12) and is acted upon downstream by a spreading device (08) with force components stretching the web transverse to its longitudinal direction before it is guided over the tension roller (06; 07) arranged upstream of the fold former (04).
     
    20. Method according to Claim 19, characterized in that the first web (B1) is selectively moistened again by a moistening device (09; 11) between dryer (02) and spreading device (08).
     


    Revendications

    1. Machine à imprimer avec au moins une première tour d'impression avec au moins une première unité d'impression (01) comportant plusieurs groupes d'impression offset pour l'impression sur une ou deux faces d'une première bande (B1) traversant l'unité d'impression (01) sensiblement de bas en haut et à imprimer en polychromie dans la première tour d'impression, avec un séchoir (02) disposé en aval de la première unité d'impression sur le chemin de la première bande (B1) ainsi qu'une superstructure de cônes (03) comprenant au moins un cône plieur (04) que traverse la première bande et au moins un rouleau tendeur (06 ; 07) situé en aval du séchoir (02) et en amont du cône plieur (04), caractérisée en ce qu'un dispositif d'étirage en largeur (08) est prévu sur le chemin de la première bande (B1) entre le séchoir (02) et le ou les rouleaux tendeurs (06 ; 07) situés en amont du cône plieur, et en ce que sur le chemin de la première bande (B1), en aval du séchoir (02) mais en amont du dispositif d'étirage en largeur (08), il est prévu un rouleau (12) à entraînement forcé par un moteur d'entraînement dont au moins la vitesse de rotation ou une position angulaire sont réglables.
     
    2. Machine à imprimer selon la revendication 1, caractérisée par au moins une deuxième tour d'impression avec au moins une deuxième unité d'impression (21) comportant plusieurs groupes d'impression offset pour l'impression sur une ou deux faces d'une deuxième bande (B2) traversant l'unité d'impression (21) sensiblement du bas vers le haut et à imprimer en polychromie dans la deuxième tour d'impression, des moyens étant prévus pour le guidage de la deuxième bande (B2), avec lesquels la deuxième bande (B2) est guidée avec la première bande (B1) vers le ou les cônes plieurs (04) sans traverser un séchoir ou au moins sans traverser un séchoir activé.
     
    3. Machine à imprimer selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce qu'un dispositif humidificateur ou applicateur (09 ; 11) appliquant de l'humidité sur la première bande (B1), en particulier un dispositif fonctionnant avec de la vapeur d'eau ou une solution à appliquer, est prévu sur le chemin de bande entre le séchoir (02) et le dispositif d'étirage en largeur (08).
     
    4. Machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que comme le rouleau (12) à entraînement forcé un rouleau tendeur (12) ou un ou plusieurs rouleaux de refroidissement (12) d'un dispositif de refroidissement (13) sont prévus sur le chemin de la première bande (B1) entre le séchoir (02) et le dispositif d'étirage en largeur (08).
     
    5. Machine à imprimer selon la revendication 4, caractérisée en ce qu'au moins le rouleau (12) à entraînement forcé, en particulier au moins un rouleau de refroidissement (12), ainsi que le ou les rouleaux tendeurs (06 ; 07) en aval du dispositif d'étirage en largeur (08) et en amont du cône plieur (04), sont entraînables mécaniquement indépendamment entre eux par des moteurs d'entraînement, lesquels sont en liaison de signal avec une commande d'entraînement centrale et/ou décentralisée, et peuvent être entraînés par celle-ci de manière à pouvoir régler une avance ou un retard relatifs et par conséquent une tension de la première bande (B1) dans la section entre le rouleau tendeur (12 ; 06 ; 07) en amont et en aval du dispositif d'étirage en largeur, en particulier du rouleau de refroidissement (12) entraîné, et le rouleau tendeur (06) suivant immédiatement le rouleau d'étirage en largeur.
     
    6. Machine à imprimer selon la revendication 2, caractérisée en ce qu'un groupe, ou les groupes d'impression offset de la première unité d'impression (01) comportent un cylindre de transfert (16) présentant un premier blanchet compressible et/ou élastique et une première périphérie extérieure non affectée, autrement dit une périphérie avec le blanchet en état non serré, et en ce qu'un groupe, ou les groupes d'impression offset de la deuxième unité d'impression (21) comportent un deuxième cylindre de transfert (22) présentant un premier blanchet compressible et/ou élastique et une deuxième périphérie extérieure non affectée, autrement dit une périphérie avec le blanchet en état non serré, le premier cylindre de transfert (16) et le deuxième cylindre de transfert (22) se distinguant par leur périphérie non affectée et/ou par les propriétés élastiques de leur blanchet.
     
    7. Machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif d'étirage en largeur (08) est réalisé comme rouleau d'étirage en largeur (08), en particulier comme rouleau d'étirage en largeur (08) avec effet variable d'étirage en largeur.
     
    8. Machine à imprimer selon la revendication 2, caractérisée en ce que la deuxième unité d'impression (21) est réalisée ou au moins mise en service comme unité d'impression coldset (21) et est préférentiellement mise en service avec des encres coldset.
     
    9. Machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que sur le chemin de la deuxième bande (B2) en aval de la deuxième unité d'impression (21), mais en amont du rouleau de cône (07), il est prévu au moins un rouleau à entraînement forcé, en particulier un rouleau tendeur (23 ; 24), et en ce que le ou les rouleaux tendeurs (23 ; 24) de la deuxième bande (B2) ainsi que le rouleau de cône (07) sont entraînables mécaniquement indépendamment entre eux et du rouleau (12) à entraînement forcé de la première bande (B1) par des moteurs d'entraînement et une commande d'entraînement centrale et/ou décentralisée, de manière à pouvoir régler en amont du rouleau de cône (07) une avance ou un retard et par conséquent une tension de la deuxième bande (B2), en particulier indépendamment de la première bande (B1).
     
    10. Machine à imprimer selon la revendication 9, caractérisée en ce que par rapport au rouleau de cône (07), le retard du rouleau (12) à entraînement forcé de la première bande (B1), prévu en amont du dispositif d'étirage en largeur (08), est choisi supérieur au retard du dernier rouleau tendeur (24) en amont du rouleau de cône (07) sur le chemin de la deuxième (B2) bande.
     
    11. Machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que l'action du dispositif d'étirage en largeur (08) est prévue de manière variable sur la position spatiale d'une courbure et/ou sur une modification de l'amplitude d'une courbure et/ou sur la tension dominante de la première bande (B1) au niveau du dispositif d'étirage en largeur (08).
     
    12. Machine à imprimer selon la revendication 4 ou 11, caractérisée en ce que la tension de bande peut être réglée par modification de l'avance ou du retard entre le rouleau (12) à entraînement forcé en amont du dispositif d'étirage en largeur et le rouleau tendeur (06 ; 07) immédiatement en aval.
     
    13. Machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que le débit de la solution à appliquer sur la première bande (B1) est prévu de manière à être variable.
     
    14. Machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un dispositif (29), en particulier un dispositif de commande et/ou de réglage (29) est prévu, lequel est en liaison technique de signal avec un système de mesure (27) prévu en amont du rouleau de cône (07) sur le chemin de la première bande (B1) pour l'évaluation d'une contraction de bande ou d'une formation d'ondulations et/ou avec un système de mesure (28) prévu en amont du rouleau de cône (07) sur le chemin de la première bande (B1) pour la détection de la tension de bande et/ou avec un élément de réglage pour le débit de la solution à appliquer sur la première bande (B1) et/ou un élément de réglage influençant la tension de bande comme en particulier une commande d'entraînement centrale ou décentralisée d'au moins un des rouleaux (06 ; 07 ; 12 ; 14) coopérant avec la première bande (B1), et/ou un élément de réglage influençant l'action du dispositif d'étirage en largeur (08).
     
    15. Machine à imprimer selon la revendication 14, caractérisée en ce qu'en tant que moyen de commande et/ou de réglage (29), le dispositif (29) comprend des moyens par lesquels un élément de réglage pour la tension de bande, tel qu'un variateur ou une commande d'entraînement, et/ou un élément de réglage pour le débit du fluide à appliquer et/ou un élément de réglage pour modifier l'action d'étirement en largeur, peuvent être rendus directement ou indirectement réactifs.
     
    16. Procédé d'utilisation d'une machine à imprimer selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'aux fins d'humidification, un premier dispositif humidificateur ou applicateur (09), en particulier un premier groupe silicone (09), est disposé entre le séchoir et le dispositif d'étirage en largeur, et en ce qu'est espacé de celui-ci sur le chemin de bande un deuxième dispositif humidificateur ou applicateur, en particulier un dispositif de réhumidification, préférentiellement à la manière d'un deuxième groupe silicone (11), le deuxième dispositif humidificateur ou applicateur (11) étant mis en service avec une solution à teneur en eau supérieure à celle du premier dispositif humidificateur ou applicateur (09).
     
    17. Procédé d'utilisation d'une machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 5 ou procédé selon la revendication 16, caractérisé par une première bande (B1) réalisée comme bande heatset (B1) en papier satiné et/ou couché plus épais, avec un poids de couchage notamment supérieur à 10 g/m2 et/ou dans une plage de grammage supérieure à 40 g/m2, p. ex. dans une plage de grammage comprise entre 55 et 90 g/m2.
     
    18. Procédé d'utilisation d'une machine à imprimer selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 8 ou procédé selon la revendication 16 ou 17, caractérisé par une deuxième bande (B2) réalisée comme bande coldset (B2) avec un poids de couchage différent de celui de la première bande (B1), en particulier en papier non couché ou légèrement couché avec un poids de couchage maximal de 10 g/m2, préférentiellement en papier non couché.
     
    19. Procédé de traitement d'une première bande (B1) guidée dans une machine à imprimer, laquelle est imprimée en polychromie par plusieurs groupes d'impression offset d'au moins une première unité d'impression (01) d'une première tour d'impression, et traverse la première tour d'impression sensiblement de bas en haut, avant d'être traitée dans un séchoir (02) et conduite en aval vers le cône plieur (04) d'une superstructure de cônes (03) par l'intermédiaire d'un rouleau tendeur (06 ; 07) situé en aval séchoir (02) et en amont du cône plieur (04), et d'une deuxième bande (B2), laquelle est imprimée en polychromie par plusieurs groupes d'impression offset d'au moins une deuxième unité d'impression (21) d'une deuxième tour d'impression, la deuxième bande (B2) traversant la première tour d'impression sensiblement de bas en haut avant d'être conduite dans un séchoir activé vers le cône plieur (04) sans traitement complémentaire, la première bande (B1) imprimée en heatset par la première unité d'impression ou une première bande partielle produite par découpe longitudinale de celle-ci étant traitée par le même cône plieur (04) avec la deuxième bande (B2) imprimée en coldset dans la deuxième unité d'impression (21) ou une deuxième bande partielle produite par découpe longitudinale de celle-ci pour former un brin, caractérisé en ce que la première bande (B1) est guidée par un rouleau (12) à entraînement forcé sur son chemin entre le séchoir (02) et le cône plieur (04) et en aval par un dispositif d'étirage en largeur (08) avec des composantes de force étirant la bande transversalement à sa direction longitudinale, avant d'être guidée par le rouleau tendeur (06 ; 07) en amont du cône plieur (04).
     
    20. Procédé selon la revendication 19, caractérisé en ce que la première bande (B1) est ré-humidifiée de manière ciblée par un dispositif humidificateur (09 ; 11) entre le séchoir (02) et le dispositif d'étirage en largeur (08).
     




    Zeichnung























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente