[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Möbel- oder Fußbodenpaneels,
bei dem auf mindestens eine Oberfläche eines plattenförmigen Trägers ein Holz- oder
Steindekor aufgedruckt wird, und bei dem der Träger oder das Holz- oder Steindekor
mit einer flächigen, dreidimensionalen Struktur versehen wird.
[0002] Es sind verschiedene Verfahren bekannt, mit denen aus Holzwerkstoffplatten beschichtete
Paneele, insbesondere Fußbodenpaneele hergestellt werden. Ein bekanntes Verfahren
besteht zum Beispiel darin, Holzfaser- oder Spanplatten mit bedrucktem und melaminharzimprägniertem
Dekorpapier zu beschichten und anschließend in einer Presse unter Verwendung eines
strukturierten Prägebleches mit einer strukturierten Oberfläche zu versehen. Das Dekorpapier
ist üblicherweise mit einer Holznachbildung, beispielsweise einem Stabparkett- oder
Holzdielenmuster bedruckt. Die eingeprägte Struktur soll dann die Porenstruktur von
natürlichem Holz imitieren. Insbesondere ist es in diesem Zusammenhang bekannt, ein
Holzdekor und ein strukturiertes Prägeblech aufeinander abzustimmen, so dass die mit
dem Prägeblech eingeprägte Struktur möglichst synchron zu dem Holzdekor ausgebildet
ist, d.h. dass die Struktur in möglichst genau passender Überdeckung zu dem zugehörigen
Holzdekor verläuft. Die passende Ausrichtung des Prägebleches in Bezug auf das Dekorpapier
ist jedoch schwierig. Zudem besteht dabei das Problem, dass sich in der Presse das
Dekorpapier unter Einwirkung von Druck und Temperatur in seinen Abmessungen verändert.
Man spricht diesbezüglich von Papierwachstum.
[0003] Ein anderes bekanntes Verfahren zur Herstellung einer dreidimensional strukturierten
Oberfläche auf einem plattenförmigen Werkstück besteht darin, ein Dekor, insbesondere
Holzdekor direkt auf das plattenförmige Werkstück mittels Druckwalzen aufzudrucken
und anschließend auf das Dekor eine transparente Versiegelungsschicht durch Auftrag
eines fließfähigen Mediums mittels einer gravierten Auftragswalze aufzubringen. Durch
diese Verfahrensweise wird zwar das Problem des Papierwachstums vermieden, jedoch
ist die Qualität der hierdurch erzielten Strukturierung, insbesondere die mittels
der Auftragswalze erreichte Strukturtiefe in Bezug auf relativ feine Strukturierungen
noch unbefriedigend.
[0004] Zur Erzielung einer Strukturtiefe von deutlich mehr als 10 µm (Mikrometer), beispielsweise
einer Strukturtiefe von 50 µm wird in der
DE 10 2007 019 871 A1 ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem der Auftrag des fließfähigen Mediums über eine
gravierte Auftragswalze dergestalt erfolgt, dass die Auftragswalze sowohl in ihren
eingravierten Vertiefungen wie auch in den (nicht gravierten) hochstehenden Bereichen
mit dem fließfähigen Medium benetzt wird. Auf diese Weise soll eine dreidimensionale
Struktur mit einer Strukturtiefe von 5 - 500 µm erzielbar sein. Nachteilig ist bei
diesem bekannten Verfahren jedoch, dass für jedes Holzdekor mindestens eine gravierte
Dekordruckwalze sowie eine zugehörige gravierte Auftragswalze zur Erzeugung der Oberflächenstruktur
erforderlich sind. Die Herstellung von Panellen mit verschiedenen Holzdekoren, insbesondere
der Wechsel der Dekordruckwalzen sowie der die dreidimensionale Struktur erzeugenden
Auftragswalzen ist sehr aufwendig.
[0005] Des Weiteren ist aus der
DE 10 2005 046 264 A1 ein Verfahren zum Herstellen eines Paneels mit einer dreidimensionalen Oberflächenbeschichtung
bekannt, bei dem die Oberseite einer mit einem bedruckten Dekorpapier beschichteten
Holzwerkstoffplatte mit einer unbearbeiteten Porenschicht, d.h. einer eigentlich keine
Poren aufweisenden Schicht versehen wird, in die anschließend - ggf. nach Aushärtung
- mittels Laserbearbeitung Poren eingraviert werden. Ferner wird in der
DE 10 2005 046 264 A1 eine Verfahrensvariante vorgeschlagen, bei der eine Holzfaserplatte zunächst mit
einer duroplastischen Grundierbeschichtung versehen wird, in die dann eine Porenstruktur
durch einen Laser eingraviert wird. Anschließend wird mittels einer digitalen Druckeinrichtung,
insbesondere einem Tintenstrahldrucker ein vollständiges Dekor aufgetragen.
[0006] Die
EP 2 108 524 A1 offenbart ein Verfahren zum Herstellen von beschichteten Paneelen, die insbesondere
als Fußbodenpaneele verwendet werden sollen. Dabei wird auf einen plattenförmigen
Träger eine dekorative Oberschicht aufgebracht, die aus mehreren Druckschichten, und
zwar aus einer Dekordruckschicht und mehreren erhabenen, eine dreidimensionale Struktur
bildenden Druckschichten aufgebaut ist. Das Aufdrucken der die Struktur bildenden
Druckschichten erfolgt dabei mittels digitaler Druckeinrichtungen, wie etwa Tintenstrahl-Druckeinrichtungen.
Durch dieses bekannte Verfahren sind Paneele mit einer relativ hohen Tiefenauflösung
herstellbar, wobei sowohl Erhöhungen mit geraden Kanten als auch solche mit geneigten
Kanten darstellbar sein sollen. Die Gesamtdicke einer derartigen dekorativen Beschichtung,
bestehend aus der Dekordruckschicht und den erhabenen, eine dreidimensionale Struktur
bildenden Druckschichten, ist mit weniger als 2 mm angegeben.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art anzugeben, mit dem sich dekorative Paneele mit dreidimensionaler Oberflächenstruktur
in hoher Qualität kostengünstig auch in relativ kleinen Mengen herstellen lassen.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch das Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird auf mindestens eine Oberfläche eines plattenförmigen
Trägers ein Holz- oder Steindekor aufgedruckt. Ferner wird der Träger oder das Holz-
oder Steindekor mit einer flächigen, dreidimensionalen Struktur versehen. Die dreidimensionale
Struktur kann dabei insbesondere auch vor dem Aufdrucken des Dekors auf den Träger
appliziert werden. Ebenso kann die dreidimensionale Struktur aber auch erst nach dem
Aufdrucken des Dekors auf dasselbe appliziert werden. Erfindungsgemäß wird zur Herstellung
der Struktur flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial ein- oder mehrschichtig
auf den Träger oder das Dekor aufgebracht, wobei das aufgebrachte Auftragsmaterial
mittels mindestens einer digital steuerbaren Vorrichtung bereichsweise verfestigt
wird, wobei die Steuerung der Vorrichtung unter Verwendung von in digitaler Form vorliegenden
Strukturdaten erfolgt, und wobei nach der örtlich begrenzten Verfestigung des Auftragsmaterials
nicht verfestigtes, überschüssiges Auftragsmaterial von dem plattenförmigen Träger
entfernt wird.
[0010] Durch das erfindungsgemäße Verfahren lassen sich dreidimensionale Strukturen mit
großer Strukturtiefe erzeugen. Dies trifft insbesondere zu, wenn das flüssige und/oder
pulverförmige Auftragsmaterial in mehreren Schichten auf den Träger oder das Dekor
aufgebracht wird. Insbesondere können so bezogen auf die jeweilige Dekorfläche verschiedene
Flächenbereiche des jeweiligen Paneels mit unterschiedlicher Strukturhöhe und/oder
Strukturtiefe erzeugt werden. Durch die Verwendung einer digital steuerbaren Vorrichtung
und deren Steuerung mittels in digitaler Form vorliegender Strukturdaten lassen sich
auf einer einzigen Produktionsanlage Paneele mit verschiedenen Holz- oder Steindekoren
herstellen, ohne dass bei einem Wechsel des Dekors ein aufwendiger Austausch einer
Auftragswalze oder eines Prägebleches erforderlich wäre. Die Verwendung digitaler
Strukturdaten und einer damit digital steuerbaren Vorrichtung zum Aufbringen, Verdichten
und/oder
[0011] Verfestigen des Auftragsmaterials ermöglicht insbesondere eine kostengünstige, flexibel
variierbare Produktion von Paneelen mit verschiedenen individuellen Dekoren bzw. Strukturen,
und dies in unterschiedlichen Formaten sowie unterschiedlichen Losgrößen. Darüber
hinaus ermöglicht die erfindungsgemäße Herstellung der dreidimensionalen Struktur,
wobei an den Stellen späterer Vertiefungen der Struktur vorzugsweise kein Materialauftrag
erfolgt oder aber überschüssiges Auftragsmaterial an diesen Stellen entfernt und wiederverwendet
werden kann, eine erhebliche Materialersparnis gegenüber herkömmlichen Verfahren,
bei denen die Poren (Vertiefungen) durch Wegbrennen, Verdrängen oder Verdichten von
Auftragsmaterial erzeugt werden.
[0012] Eine bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass als
Auftragsmaterial ein flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial verwendet
wird, das sich unter Einwirkung von Strahlung, vorzugsweise Licht- und/oder Wärmestrahlung
verfestigt, wobei das auf den Träger oder das Dekor aufgebrachte Auftragsmaterial
im Bereich der herzustellenden Struktur durch Zuführung von besagter Strahlung örtlich
begrenzt verfestigt wird.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass als
Auftragsmaterial ein flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial verwendet
wird, das sich unter Einwirkung eines Bindemittels verfestigt, wobei das auf den Träger
oder das Dekor aufgebrachte Auftragsmaterial im Bereich der herzustellenden Struktur
durch Zuführung von besagtem Bindemittel örtlich begrenzt verfestigt wird.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst insbesondere eine Ausführungsvariante, bei
der flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial gezielt im Wesentlichen nur
im Bereich einer zu erzeugenden Erhebung der dreidimensionalen Struktur in mehreren
Schichten aufgebracht wird. Alternativ kann das zur Erzeugung einer dreidimensionalen
Struktur dienende Auftragsmaterial aber auch erfindungsgemäß mit deutlichem Überschuss
oder sogar vollflächig aufgebracht werden, wobei anschließend eine örtliche begrenzte
Verfestigung des Auftragsmaterials zur Erzeugung von Erhebungen der dreidimensionalen
Struktur durchgeführt wird. Nach der örtlich begrenzten Verfestigung des Auftragsmaterials
wird dann nicht verfestigtes, überschüssiges Auftragsmaterial von dem plattenförmigen
Träger entfernt. Das überschüssige Auftragsmaterial wird vorzugsweise zur Herstellung
weiterer Strukturabschnitte wiederverwendet.
[0015] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass das Dekor mittels einer digitalen Druckeinrichtung auf den plattenförmigen
Träger aufgedruckt wird. Hierdurch wird eine hohe Flexibilität hinsichtlich einer
Produktion von Paneelen mit verschiedenen Dekoren und dreidimensionalen Strukturen,
unterschiedlichen Formaten sowie unterschiedlichen Losgrößen ermöglicht.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht in diesem Zusammenhang
darin, dass digitale Dekordaten zur Steuerung der Druckeinrichtung durch Scannen von
aus Naturprodukten, vorzugsweise Echtholz oder Naturstein hergestellten Mustern gewonnen
werden. Hierdurch können eine Vielzahl verschiedener Dekore auf einfache Weise erfasst
und als digitale Datensätze zur Steuerung der Druckeinrichtung in einem Speicher hinterlegt
werden. In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
dass auch die Strukturdaten zur Steuerung der digitalen Vorrichtung, welche das Aufbringen,
Verdichten und/oder Verfestigen des Auftragsmaterials bewirkt, durch Scannen von aus
Naturprodukten, vorzugsweise Echtholz oder Naturstein hergestellten Mustern gewonnen
werden. Hierdurch lässt sich eine optimale Passgenauigkeit (Synchronität) von Dekor
und dreidimensionaler Struktur erzielen.
[0017] Eine optimale Passgenauigkeit von Dekor und dreidimensionaler Struktur kann in einer
weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens auch dadurch erreicht werden,
wenn die Strukturdaten zur Steuerung der digitalen Vorrichtung, welche das Aufbringen,
Verdichten und/oder Verfestigen des Auftragsmaterials bewirkt, durch Scannen des gegebenenfalls
zuvor auf den plattenförmigen Träger aufgebrachten Dekors gewonnen werden.
[0018] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass das aufgebrachte Auftragsmaterial mittels mehrerer digital steuerbarer
Vorrichtungen bereichsweise verfestigt wird, wobei die Vorrichtungen unterschiedliche
Flächenbereiche des Trägers abdecken. Diese Ausgestaltung ermöglicht eine erhebliche
Produktivitätssteigerung bei der erfindungsgemäßen Herstellung der dreidimensionalen
Struktur.
[0019] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer mehrere Ausführungsbeispiele darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig. 2
- eine weitere Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig. 3
- ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Paneel in vertikaler Längsschnittansicht;
und
- Fig. 4
- einen Abschnitt eines nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Paneels in
perspektivischer Darstellung.
[0020] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung umfasst eine Fördervorrichtung 1, beispielsweise
eine Förderbandanlage, mittels der mit einem Dekor sowie einer dreidimensionalen Struktur
zu versehende plattenförmige Träger 2 mehreren Bearbeitungsstationen zugeführt werden.
Die Transportrichtung der Träger 2 ist durch den Pfeil P angezeigt.
[0021] Die plattenförmigen Träger 2 bestehen beispielsweise aus Holzwerkstoffplatten, vorzugsweise
aus mitteldichten oder hochdichten Holzfaserplatten. Die mit dem Dekor zu versehende
Oberfläche des jeweiligen Trägers 2 wird zunächst mit einer Grundierung versehen.
Die Grundierung dient einer Verringerung des Saugvermögens der Trägerplatte 2 und
verbessert die Haftung eines nachfolgend aufgebrachten Dekors. Die Grundierung ist
farblich auf das aufzubringende Dekor abgestimmt. Beispielsweise ist die Grundierung
beigefarbig oder rötlich ausgeführt, wenn es sich bei dem aufzubringenden Dekor um
ein Eichenholz- bzw. Kirschholzdekor handelt. Wird dagegen ein Steindekor aufgebracht,
so kann die Grundierung beispielsweise einen grauen Farbton besitzen. Die auf den
plattenförmigen Träger 2 aufgebrachte Grundierung wird vorzugsweise mittels Licht-
und/oder Wärmestrahlung verfestigt und anschließend in einer weiteren Bearbeitungsstation
(nicht gezeigt) geschliffen.
[0022] Die so vorbehandelten plattenförmigen Träger 2 werden zum Aufbringen eines Dekors
einer Druckeinrichtung zugeführt. Die Druckeinrichtung umfasst vorzugsweise mindestens
eine digitale Druckeinrichtung 3, beispielsweise eine nach dem Funktionsprinzip eines
Tintenstrahldruckers ausgeführte Druckeinrichtung.
[0023] Die digitale Druckeinrichtung 3 wird mittels digitaler Dekordaten gesteuert, die
in einem Datenspeicher 4, vorzugsweise einem zentralen Datenspeicher hinterlegt sind
bzw. hinterlegt werden können. Die digitalen Dekordaten (Steuerungsdaten) werden vorzugsweise
durch Scannen (optisches Abtasten) von Vorlagen gewonnen. Bei den Vorlagen handelt
es sich insbesondere um aus Naturprodukten, beispielsweise Echtholz oder Naturstein
hergestellte Muster (Originalmuster). Hierzu wird vorzugsweise ein hochauflösender
Scanner 5 verwendet. Die so gewonnenen Dekordaten werden in dem Datenspeicher 4 hinterlegt
und als Steuersignale durch eine Steuerungseinrichtung 6 an die Druckeinrichtung 3
übertragen. Dabei liegt es auch im Rahmen der Erfindung, die gewonnenen bzw. gespeicherten
Dekordaten zuvor zu bearbeiten. Diese Bearbeitung kann beispielsweise eine Überarbeitung
der Dekordaten hinsichtlich einer Beseitigung von Fehlstellen des zugrundeliegenden
Originalmusters, beispielweise von Astlöchern und/oder Einschlüssen, umfassen. Des
Weiteren kann die Bearbeitung der Dekordaten eine Veränderung des Farbtons und/oder
des Farbkontrastes umfassen.
[0024] Auf die Druckeinrichtung 3 kann eine Trocknungseinrichtung (nicht dargestellt) folgen,
mittels der das auf die jeweilige Platte 2 aufgebrachte Dekor zumindest teilweise
verfestigt wird. Die Trocknung bzw. Verfestigung erfolgt gegebenenfalls wiederum mittels
Licht- und/oder Wärmestrahlung.
[0025] Ferner kann auf die Druckeinrichtung 3 eine Auftragseinrichtung (nicht dargestellt)
folgen, mittels der auf das Dekor eine transparente, im Wesentlichen gleichmäßige
Versiegelungsschicht vollflächig aufgebracht wird.
[0026] Das aufgedruckte (und gegebenenfalls vollflächig versiegelte) Dekor wird anschließend
mit einer flächigen, dreidimensionalen Struktur versehen. Erfindungsgemäß wird die
Struktur 8 durch ein- oder mehrschichtiges Aufbringen von Auftragsmaterial hergestellt
(vgl. Fig. 3). Dies geschieht mittels einer digital steuerbaren Vorrichtung 7, die
unter Verwendung von in digitaler Form vorliegenden Strukturdaten gesteuert wird.
[0027] Die Strukturdaten werden wiederum durch Scannen (optisches Abtasten) von aus Naturprodukten,
beispielsweise Echtholz oder Naturstein hergestellten Mustern gewonnen und in dem
Datenspeicher 4 hinterlegt.
[0028] Die Übertragung der Dekordaten sowie der Strukturdaten von dem Datenspeicher 4 an
die Druckeinrichtung 3 bzw. die digitale Vorrichtung 7 zur Herstellung der dreidimensionalen
Struktur erfolgt über ein Datennetz, beispielsweise ein Intranet oder das Internet,
oder mittels eines mobilen/transportablen Datenspeichermediums, das mit der Druckeinrichtung
3 bzw. der digitalen Vorrichtung 7 verbunden oder in eine zugehörige Datenleseeinrichtung
(nicht gezeigt) eingelegt und ausgelesen werden kann.
[0029] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 wird als Auftragsmaterial zur Herstellung
der dreidimensionalen Struktur 8 ein pulverförmiges, durch Licht- und/oder Wärmestrahlung
verfestigbares Auftragsmaterial verwendet, das sich mit einer digital separat steuerbaren
Vorrichtung aufbringen lässt.
[0030] Die dreidimensionale Struktur 8 wird aus transparent aushärtendem Material hergestellt.
Wie in Fig. 3 gezeigt, definiert die Struktur 8 kleine Erhebungen 8.1 und Vertiefungen
(Poren) 8.2, wobei die Positionen der Erhebungen 8.1 und Vertiefungen 8.2 auf das
Dekor abgestimmt sind. So werden beispielsweise auf Stellen eines Holzdekors, die
Holzporen darstellen, entsprechende Vertiefungen (Poren) der Struktur passgenau angeordnet.
Man spricht diesbezüglich auch von Synchronporen oder einer Synchronporenstruktur.
[0031] Die dreidimensionale Struktur wird vorzugsweise schichtweise mittels einer digital
steuerbaren Vorrichtung 7 unter Verwendung von in digitaler Form vorliegenden Strukturdaten
hergestellt. Die Vorrichtung 7 umfasst hierzu einen der Druckeinrichtung 3 nachfolgenden
(ersten) Auftragskopf 7.1 für pulverförmiges Auftragsmaterial, das sich unter Einwirkung
von Licht- und/oder Wärmestrahlung verfestigt.
[0032] Die Vorrichtung 7 umfasst vorzugsweise zwei, drei oder mehrere solche Auftragsköpfe
7.1, 7.2. Der jeweilige Auftragskopf 7.1, 7.2 ist mit einer Einrichtung 7.3, 7.4 zur
Verfestigung des flüssigen Auftragsmaterials kombiniert.
[0033] Mittels des in Fig. 1 als Streukopf ausgebildeten Auftragskopfes 7.1 wird eine erste
Schicht pulverförmigen Auftragsmaterials im Wesentlichen vollflächig auf die mit dem
Dekor bedruckte Oberseite des jeweiligen plattenförmigen Trägers 2 aufgebracht. Dem
Streukopf 7.1 ist eine Bearbeitungsstation nachgeordnet, die einen Bearbeitungskopf
7.3 aufweist, der einen fokussierten Energiestrahl 9, beispielsweise einen Laserstrahl,
auf bestimmte Teilbereiche des aufgebrachten Auftragsmaterials richtet.
[0034] Hierdurch wird erreicht, dass das auf das Dekor aufgebrachte Auftragsmaterial im
Bereich der herzustellenden Struktur durch Zuführung der besagten Licht- und/oder
Wärmestrahlung örtlich begrenzt verfestigt wird.
[0035] Auf den Bearbeitungskopf 7.3 kann ein zweiter oder weiterer Auftragskopf (Streukopf)
7.2 zum Aufbringen einer zweiten bzw. weiteren Schicht des pulverförmigen Auftragsmaterials
folgen, das dann wiederum mittels eines Energiestahles 9, den ein dem Streukopf 7.2
in Transportrichtung P der Trägerplatten 2 nachfolgender Bearbeitungskopf 7.4 abstrahlt,
örtlich begrenzt aufgeschmolzen bzw. verfestigt wird. Um eine Verfestigung des pulverförmigen
Auftragsmaterials durch Lichteinwirkung zu erreichen, enthält dieses beispielsweise
ein Photopolymer.
[0036] Der Bearbeitungskopf 7.3, 7.4, beispielsweise Laserkopf, kann sowohl in Transportrichtung
P der plattenförmigen Träger 2 als auch quer zur Transportrichtung verfahren werden.
Die Bewegung und Funktion des jeweiligen Bearbeitungskopfes 7.3, 7.4 werden in Abhängigkeit
der gespeicherten Strukturdaten mittels einer Steuerungseinrichtung 6 gesteuert.
[0037] Das nach der örtlich begrenzten Verfestigung bzw. Verschmelzung des Auftragsmaterials
nicht verfestigte, überschüssige Auftragmaterial wird von dem jeweiligen plattenförmigen
Träger 2 entfernt. Dies erfolgt vorzugsweise mittels einer Absaugvorrichtung 10. Die
Absaugvorrichtung umfasst hierzu beispielsweise ein Sauggebläse 10.1, einen Sammelbehälter
10.2 und eine zu dem Sammelbehälter führende Absaugleitung 10.3. Die Saugöffnung der
Absaugleitung 10.3 wird in geringem Abstand oberhalb des beschichteten Trägers 2 angeordnet.
Das von dem Träger 2 abgesaugte, in dem Sammelbehälter 10.2 aufgefangene Auftragsmaterial
kann zur Herstellung weiterer Schichten bzw. Abschnitte der dreidimensionalen Struktur
der zu erzeugenden Paneele weiter verwendet werden. Dementsprechend ist an dem Sammelbehälter
10.2 eine Rückführleitung 10.4 angeschlossen, die mit einer Förderschnecke 10.5 oder
einem anderen geeigneten Förderer versehen ist. Die Rückführleitung 10.4 mündet in
mindestens einem Aufgabe- oder Vorratsbehälter, der dem Streukopf 7.1 bzw. 7.2 zugeordnet
ist. Zwischen dem Sammelbehälter 10.2 und dem Sauggebläse 10.1 ist ein Ventil oder
Absperrmittel 10.6 angeordnet. Ebenso ist zwischen dem Sammelbehälter 10.2 und der
Pumpe (Förderschnecke) 10.5 ein Ventil oder Absperrmittel 10.7 angeordnet. Die Ventile
(Absperrmittel) 10.6, 10.7 sind gegenläufig steuerbar, d.h. wenn das Ventil 10.6 offen
ist, ist das Ventil 10.7 geschlossen und umgekehrt.
[0038] Das Auftragsmaterial, aus dem die dreidimensionale Struktur durch ein- oder mehrschichtiges
Aufbringen hergestellt wird, ist ein Lack oder Kunstharz, der transparent aushärtet.
Das Auftragsmittel kann dabei abriebfestigkeitserhöhende Partikel, beispielsweise
Korundpartikel enthalten. Die abriebfestigkeitserhöhenden Partikel müssen dabei nicht
mit jedem der Auftragsköpfe 7.1, 7.2 aufgetragen werden. Beispielsweise kann das mit
dem ersten Auftragskopf 7.1 aufgebrachte Auftragsmaterial keine abriebfestigkeitserhöhenden
Partikel enthalten, während das Auftragsmaterial, welches mit dem zweiten und/oder
dem letzten Auftragskopf 7.2 aufgebracht wird, solche Partikel enthält.
[0039] Nach der Herstellung der dreidimensionalen Struktur wird der jeweilige plattenförmige
Träger 2 in eine Vielzahl von Paneelen zerteilt. Dies erfolgt beispielsweise mittels
einer mehrere Sägeblätter aufweisenden Sägeeinrichtung (nicht gezeigt). Ferner ist
auch eine Kantenbearbeitung der Paneele vorgesehen, bei der zumindest deren Längskanten
durch Fräsen mit Verbindungselementen, beispielsweise Nut- und Federelementen versehen
werden.
[0040] In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens schematisch dargestellt. Diese Vorrichtung unterscheidet
sich von der Vorrichtung gemäß Fig. 1 dadurch, dass die mindestens eine digitale Druckeinrichtung
3, die mittels digitaler Dekordaten gesteuert wird, der mindestens einen digitalen
Vorrichtung 7 zur Herstellung einer dreidimensionalen Struktur in Transportrichtung
P der plattenförmigen Träger 2 nachgeordnet ist. In diesem Ausführungsbeispiel wird
somit zunächst eine dreidimensionale Struktur auf dem Träger 2 hergestellt und dann
auf die dreidimensionale Struktur ein Holz- oder Natursteindekor mittels der digitalen
Druckeinrichtung 3 aufgedruckt.
[0041] Hinsichtlich des Aufbaus und der Funktion der digitalen Druckeinrichtung 3 sowie
der Gewinnung und Bearbeitung der Dekordaten wird zur Vermeidung von Wiederholungen
auf die vorstehenden Erläuterungen Bezug genommen.
[0042] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht die Möglichkeit, auf eine Grundierung des
plattenförmigen Trägers 2 zu verzichten oder als Auftragsmaterial zur Herstellung
der dreidimensionalen Struktur Auftragsmaterial zu verwenden, welches zugleich Grundierungseigenschaften
besitzt.
[0043] Das vor dem Dekor auf den Träger 2 aufgebrachte und zur Herstellung einer dreidimensionalen
Struktur mittels mindestens einer digital steuerbaren Vorrichtung 7 bereichsweise
verfestigte Auftragsmaterial ist farblich auf das Dekor abgestimmt. Beispielsweise
weist das Auftragsmaterial nach seiner bereichsweisen Verfestigung einen beigefarbigen
oder rötlichen Farbton auf, wenn es sich bei dem nachfolgenden aufgedruckten Dekor
um ein Holzdekor handelt.
[0044] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Vorrichtung 7 ist beispielsweise derart ausgebildet,
dass sie im Multi-Pass-Verfahren arbeitet. Alternativ kann die Vorrichtung 7 aber
auch derart ausgebildet sein, dass sie im Single-Pass-Verfahren arbeitet. Beim Single-Pass-Verfahren
sind mehrere Vorrichtungen 7 bzw. 7.3 und/oder 7.4 vorhanden, die in Transportrichtung
P des Trägers 2 nebeneinander angeordnet sind und jeweils eine bestimmte Arbeitsbreite,
d.h. unterschiedliche Flächenbereiche des plattenförmigen Trägers 2 abdecken. Beim
Multi-Pass-Verfahren ist dagegen mindestens eine Vorrichtung 7 bzw. 7.3 und/oder 7.4
vorgesehen, die über Werkstücksfläche hinweg bewegt wird, wobei hier der Vorschub
des Trägers 2 quasi taktweise erfolgt.
[0045] In Fig. 3 ist schematisch ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes
Paneel in vertikaler Längsschnittansicht dargestellt. Das Paneel besteht aus einer
Holzwerkstoffplatte 1, beispielsweise einer Spanplatte oder einer Holzfaserplatte.
Auf der Sichtseite der als Träger dienenden Holzwerkstoffplatte 1 ist zuerst eine
Grundierschicht 11 angeordnet. Auf die Grundierschicht 11 ist ein farbiges Holzdekor
oder Steindekor aufgedruckt. Das eine relativ dünne Schicht 12 bildende Dekor ist
mit einer transparenten Schutzschicht 13 versiegelt. Auf die Schutzschicht (Versiegelungsschicht)
13 ist eine aus mehreren Schichten 8.11, 8.12, 8.13 aufgebaute Struktur 8 aufgebracht.
Die Schichten 8.11, 8.12, 8.13 der dreidimensionalen Struktur 8 bestehen ebenfalls
aus transparentem Material, beispielsweise einem transparent aushärtenden Kunstharz
oder Lack. Zumindest in der obersten Schicht 8.13 können abriebfestigkeitserhöhende
Korundpartikel oder dergleichen eingebettet sein. Durch den mehrschichtigen Aufbau
der Struktur 8 ist es nicht nur möglich, dekorative Paneele der genannten Art mit
relativ großer Strukturtiefe zu erzeugen. Wie in Fig. 3 veranschaulicht ist, ermöglicht
das erfindungsgemäße Verfahren zudem eine sehr variable Gestaltung der Flanken 8.21,
8.22 der Vertiefungen (Poren) 8.2. Die Porenflanken 8.21, 8.22 können durch den mehrschichtigen
Aufbau der Struktur 8 besonders steil ausgebildet werden. Des Weiteren können die
Porenflanken 8.21, 8.22 durch unterschiedlich breite terrasseartige Schichtabsätze
8.23 definiert werden. Insbesondere können dadurch unterschiedliche Neigungswinkel
α
1, α
2 an der jeweiligen Porenflanke 8.21, 8.22 realisiert werden.
[0046] In Fig. 4 ist ein Abschnitt eines nach einer bevorzugten Ausführungsvariante des
erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Paneels schematisch veranschaulicht, wobei
die Schichten bzw. Elemente, die den in Fig. 3 gezeigten Schichten und Elementen entsprechen,
mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet sind. Es ist zu erkennen, dass längliche
Erhebungen 8.1 der flächigen, dreidimensionalen Struktur 8 sowohl durch längliche
Vertiefungen (Poren) 8.24 als auch durch relativ kurze, quer verlaufende Vertiefungen
(Poren) 8.25 begrenzt sein können.
[0047] Die Ausführung der Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr sind zahlreiche Varianten denkbar, die auch bei abweichender
Gestaltung von der in den beiliegenden Ansprüchen angegebenen Erfindung Gebrauch machen.
So liegt es beispielsweise auch im Rahmen der Erfindung, dass als Auftragsmaterial
ein flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial verwendet wird, das sich unter
Einwirkung eines Bindemittels oder einer Komponente eines Bindemittels, insbesondere
eines Härters verfestigt, wobei das auf den Träger oder das Dekor aufgebrachte Auftragsmaterial
im Bereich der herzustellenden Struktur durch Zuführung von besagtem Bindemittel bzw.
einer Bindemittelkomponente örtlich begrenzt verfestigt wird. Das Bindemittel bzw.
eine Bindemittelkomponente, insbesondere ein Härter kann dabei vor und während des
Aufbringens auf das flüssige oder pulverförmige Auftragsmaterial eine flüssige Konsistenz
aufweisen und beispielsweise als feiner Flüssigkeitsstrahl mittels eines digital gesteuerten
Sprühkopfes aufgebracht werden.
[0048] Grundsätzlich ist es ausreichend, wenn die dreidimensionale Struktur 8 durch Auftragen
einer einzigen Schicht aus Auftragsmaterial hergestellt wird. Um eine Struktur 8 mit
relativ großer Strukturtiefe zu erzielen, ist allerdings günstig, die Struktur 8 durch
mehrschichtiges, beispielsweise zwei- oder dreischichtiges Aufbringen von Auftragsmaterial
herzustellen.
[0049] Das zur Herstellung der Struktur 8 verwendete Auftragsmaterial kann während der Auftragsphase
eine pulverförmige und/oder flüssige Konsistenz aufweisen. Insbesondere kann das Auftragsmaterial
als Dispersion auf den Träger 2 oder das aufgedruckte Dekor aufgetragen und anschließend
bereichsweise verfestigt werden.
[0050] Wird als Auftragsmaterial flüssiges Auftragsmaterial verwendet, so wird dieses vorzugsweise
mittels einer oder mehreren Auftragwalzen auf den Träger 2 oder das Dekor aufgebracht.
In diesem Fall wird der Auftragskopf (Streukopf) 7.1 und/oder 7.2 durch eine bzw.
mehrere Auftragswalzen ersetzt.
1. Verfahren zum Herstellen eines Möbel- oder Fußbodenpaneels, bei dem auf mindestens
eine Oberfläche eines plattenförmigen Trägers (2) ein Holz- oder Steindekor aufgedruckt
wird, und bei dem der Träger (2) oder das Holz- oder Steindekor mit einer flächigen,
dreidimensionalen Struktur (8) versehen wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung der Struktur (8) flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial
einoder mehrschichtig auf den Träger oder das Dekor aufgebracht wird, dass das aufgebrachte
Auftragsmaterial mittels mindestens einer digital steuerbaren Vorrichtung (7) bereichsweise
verfestigt wird, dass die Steuerung der Vorrichtung (7) unter Verwendung von in digitaler
Form vorliegenden Strukturdaten erfolgt, und dass nach der örtlich begrenzten Verfestigung
des Auftragsmaterials nicht verfestigtes, überschüssiges Auftragsmaterial von dem
plattenförmigen Träger (2) entfernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Auftragsmaterial ein flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial verwendet
wird, das sich unter Einwirkung von Strahlung, vorzugsweise Licht- und/oder Wärmestrahlung
verfestigt, wobei das auf den Träger oder das Dekor aufgebrachte Auftragsmaterial
im Bereich der herzustellenden Struktur durch Zuführung von besagter Strahlung örtlich
begrenzt verfestigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Auftragsmaterial ein flüssiges und/oder pulverförmiges Auftragsmaterial verwendet
wird, das sich unter Einwirkung eines Bindemittels oder einer Komponente eines Bindemittels
verfestigt, wobei das auf den Träger oder das Dekor aufgebrachte Auftragsmaterial
im Bereich der herzustellenden Struktur durch Zuführung von besagtem Bindemittel oder
der Bindemittelkomponente örtlich begrenzt verfestigt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das entfernte überschüssige Auftragsmaterial zur Herstellung weiterer Strukturabschnitte
wiederverwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekor mittels einer digitalen Druckeinrichtung (3) auf den plattenförmigen Träger
(2) oder auf die dreidimensionale Struktur (8) aufgedruckt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass digitale Dekordaten zur Steuerung der Druckeinrichtung (3) durch Scannen von aus
Naturprodukten, vorzugsweise Echtholz oder Naturstein hergestellten Mustern gewonnen
werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturdaten durch Scannen von aus Naturprodukten, vorzugsweise Echtholz oder
Naturstein hergestellten Mustern gewonnen werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturdaten durch Scannen des auf den plattenförmigen Träger (2) aufgebrachten
Dekors gewonnen werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturdaten in einem Speicher (4) hinterlegt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftragsmaterial vollflächig auf den Träger (2) oder das Dekor aufgebracht wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Auftragsmaterial pulverförmiges Auftragsmaterial verwendet wird, wobei das pulverförmige
Auftragsmaterial mittels einer oder mehreren Streuvorrichtungen (7.1, 7.2) auf den
Träger (2) oder das Dekor aufgebracht wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Auftragsmaterial flüssiges Auftragsmaterial verwendet wird, wobei das flüssige
Auftragsmaterial mittels einer oder mehreren Auftragwalzen auf den Träger (2) oder
das Dekor aufgebracht wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das aufgebrachte Auftragsmaterial mittels mehrerer digital steuerbarer Vorrichtungen
(7) bereichsweise verfestigt wird, wobei die Vorrichtungen (7) unterschiedliche Flächenbereiche
des Trägers (2) abdecken.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftragsmaterial mehrschichtig auf den Träger oder das Dekor aufgebracht wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das verwendete Auftragsmaterial Hartpartikel, insbesondere Korundpartikel enthält.
1. Method for producing a furniture or floor panel, wherein a wood or stone imitating
decor is applied to at least one surface of a plate-shaped substrate (2), and wherein
the substrate (2) or the wood or stone imitating decor is provided with an areal,
three-dimensional structure (8), characterised in that to produce the structure (8), liquid and/or powdery application material is applied
in a single layer or multiple layers to the substrate or the decor, in that the application material applied is solidified in regions by means of at least one
digitally controllable device (7), in that the device (7) is controlled using structural data present in digital form, and in that after the locally limited solidification of the application material, non-solidified,
excess application material is removed from the plate-shaped substrate (2).
2. Method according to claim 1, characterised in that a liquid and/or powdery application material is used as the application material
and is solidified under the action of radiation, preferably light and/or thermal radiation,
the application material applied to the substrate or the decor being solidified in
a locally limited manner in the region of the structure to be produced by supplying
said radiation.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that a liquid and/or powdery application material is used as the application material
and is solidified under the action of a binder or a component of a binder, the application
material applied to the substrate or the decor being solidified in a locally limited
manner in the region of the structure to be produced by supplying said binder or the
binder component.
4. Method according to any of claims 1 to 3, characterised in that the removed excess application material is reused to produce further structural portions.
5. Method according to any of claims 1 to 4, characterised in that the decor is printed onto the plate-shaped substrate (2) or onto the three-dimensional
structure (8) by means of a digital printing device (3).
6. Method according to claim 5, characterised in that digital decor data to control the printing device (3) are obtained by scanning patterns
produced from natural products, preferably real wood or natural stone.
7. Method according to any of claims 1 to 6, characterised in that the structural data are obtained by scanning patterns produced from natural products,
preferably real wood or natural stone.
8. Method according to any of claims 1 to 6, characterised in that the structural data are obtained by scanning the decor applied to the plate-shaped
substrate (2).
9. Method according to any of claims 1 to 8, characterised in that the structural data are stored in a memory (4).
10. Method according to any of claims 1 to 9, characterised in that the application material is applied to the substrate (2) or the decor over the entire
area.
11. Method according to any of claims 1 to 10, characterised in that powdery application material is used as the application material, the powdery application
material being applied to the substrate (2) or the decor by means of one or more spreading
devices (7.1, 7.2).
12. Method according to any of claims 1 to 11, characterised in that liquid application material is used as the application material, the liquid application
material being applied to the substrate (2) or the decor by means of one or more application
rollers.
13. Method according to any of claims 1 to 12, characterised in that the application material applied is solidified in regions by means of a plurality
of digitally controllable devices (7), the devices (7) covering different surface
regions of the substrate (2).
14. Method according to any of claims 1 to 13, characterised in that the application material is applied to the substrate or the decor in multiple layers.
15. Method according to any of claims 1 to 14, characterised in that the application material used contains hard particles, in particular corundum particles.
1. Procédé pour la fabrication d'un panneau de meuble ou de sol dans lequel un décor
bois ou pierre est imprimé sur au moins une surface d'un support en forme de plaque
(2) et dans lequel le support (2) ou le décor bois ou pierre est doté d'une structure
en nappe tridimensionnelle (8),
caractérisé en ce que, pour la réalisation de la structure (8) une matière d'apport liquide et / ou pulvérulente
est appliquée en une couche ou en plusieurs couches sur le support ou sur le décor,
que la matière d'apport appliquée est durcie par sections au moyen d'au moins un dispositif
(7) à commande numérique, que la commande du dispositif (7) est effectuée en utilisant
des données de structure présentent sous forme numérique, et qu'après le durcissement
de la matière d'apport, limitée par endroits, l'excédent de matière d'apport non durcie
est enlevée du support en forme de plaque (2).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'on utilise comme matière d'apport une matière d'apport liquide et / ou pulvérulente
qui durcit sous l'effet d'un rayonnement lumineux et / ou d'un rayonnement thermique,
sachant que, dans la région de la structure à réaliser, la matière d'apport appliquée
sur le support ou sur le décor est durcie au moyen dudit rayonnement, de manière limitée
localement.
3. Procédé selon revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que l'on utilise comme matière d'apport une matière d'apport liquide et / ou pulvérulente
qui durcit sous l'effet d'un liant ou d'un composant de liant, sachant que la matière
d'apport appliquée sur le support ou sur le décor est durcie dans la région de la
structure à réaliser, au moyen dudit liant ou composant de liant, de manière limitée
localement.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que l'excédent de matière d'apport enlevé est réutilisé pour la réalisation d'autres
sections de structure.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que le décor est imprimé sur le support en forme de plaque (2) ou sur la structure en
nappe tridimensionnelle (8) au moyen d'un dispositif d'impression numérique (3).
6. Procédé selon la revendication 5,
caractérisé en ce que des données numériques de décor pour la commande du dispositif d'impression (3) sont
obtenues par scannage de modèles fabriqués en produits naturels, de préférence bois
véritable ou pierre naturelle.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que les données de structure sont obtenues par scannage de modèles fabriqués en produits
naturels, de préférence bois véritable ou pierre naturelle.
8. Procédé l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que les données de structure sont obtenues par scannage du décor appliqué sur le support
en forme de plaque (2)
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que les données de structure sont enregistrées dans une mémoire (4).
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9,
caractérisé en ce que la matière d'apport est appliquée sur toute la surface du support (2) ou du décore.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10,
caractérisé en ce que l'on utilise comme matière d'apport une matière d'apport pulvérulente, sachant que
la matière d'apport pulvérulente est appliquée sur le support (2) ou le décor au moyen
d'un ou de plusieurs dispositifs d'épandage (7.1, 7.2).
12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11,
caractérisé en ce que l'on utilise comme matière d'apport une matière d'apport liquide, sachant que la
matière d'apport liquide est appliquée sur le support (2) ou le décor au moyen d'un
ou de plusieurs rouleaux d'application.
13. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12,
caractérisé en ce que la matière appliquée est durcie par sections au moyen de plusieurs dispositifs (7)
pouvant être commandés numériquement, sachant que les dispositifs (7) recouvrent différentes
sections de la surface du support (2).
14. Procédé selon l'une des revendications 1 à 13,
caractérisé en ce que la matière d'apport est appliquée en plusieurs couches sur le support ou sur le décor.
15. Procédé selon l'une des revendications 1 à 14,
caractérisé en ce que la matière d'apport utilisée contient des particules dures, en particulier des particules
de corindon.