[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und einen Gasturbinenverdichter
zum Reduzieren eines Verdichterpumpens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie aus
der Druckschrift
DE 28 53 340 A1 bekannt ist.
[0002] Das Verdichterkennfeld eines Gasturbinenverdichters wird durch die sogenannte Pumpgrenze
in einen stabilen und einen instabilen Bereich geteilt. Liegt, insbesondere durch
Verminderung der Fördermenge oder Anstieg der Förderhöhe, der Betriebspunkt des Verdichters
in dem instabilen Bereich, kann Arbeitsfluid entgegen der Förderrichtung des Verdichters,
insbesondere zyklisch, in eine stromaufwärtige Stufe zurückströmen und von dieser
wieder gefördert werden. Durch dieses sogenannte (Verdichter)Pumpen kann die Gasturbine
belastet werden.
[0003] Aus betriebsinterner Praxis ist eine Pumpverhütungs- bzw. Pumpschutzregelung bekannt,
die auf Basis des Betriebspunkts des Verdichters bei Annäherung an die Pumpgrenze
bzw. infolge eines Pumpdruckstoßes ein Entlastungsventil öffnet. Solche Pumpverhütungs-
und Pumpschutzregelungen arbeiten elektronisch und werden extern durch einen Gasturbinenregler
gesteuert. Diese ausfallsicher auszubilden, ist, insbesondere bei den hohen Sicherheitsanforderungen
von Flugtriebwerken, aufwändig.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Verdichterpumpen in einem Gasturbinenverdichter
in vorteilhafter Weise zu reduzieren, insbesondere zu verhindern.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Gasturbinenverdichter nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale weitergebildet. Anspruch 9 stellt
ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Gasturbinenverdichters unter Schutz, die Unteransprüche
betreffen vorteilhafte Weiterbildungen.
[0006] Nach einem Aspekt der vorliegenden Erfindung weist ein Gasturbinenverdichter, insbesondere
ein Flugtriebwezkverdichter, drei oder mehrere Verdichterstufen sowie eine oder mehrere
Umblaspassagen zur Rückführung von Arbeitsfluid von einer oder mehreren stromabwärtigeren
zu einer oder mehreren stromaufwärtigeren Stufen, und einen Regler zum Öffnen und
Schließen dieser Umblaspassage(n), um ein Verdichterpumpen zu reduzieren, insbesondere
zu verhindern, auf.
[0007] Durch eine ganz oder teilweise geöffnete Umblaspassage kann Arbeitsfluid von einer
oder mehreren stromabwärtigen Stufen zu einer oder mehreren stromaufwärtigen Stufen
strömen.
[0008] Der Regler kann dazu ausgebildet sein, eine oder mehrere Umblaspassagen, insbesondere
gekoppelt bzw. synchron, zu öffnen und zu schließen.
[0009] In einer Ausführung kann der Regler eine oder mehrere Umblaspassagen ausschließlich
vollständig öffnen bzw. schließen. In einer anderen Ausführung kann der Regler eine
oder mehrere Umblaspassagen auch teilweise öffnen bzw. schließen, insbesondere in
vorgegebenen diskreten Schritten oder kontinuierlich.
[0010] Eine oder mehrere Umblaspassagen können in axialer Richtung vor, bei oder nach einem
Laufgitter einer Verdichterstufe in diese münden, vorzugsweise radial außen oder innen.
[0011] Der Regler weist ein oder mehrere fluidmechanisch betätigbare Verarbeitungsglieder
auf. Ferner wird der Regler durch Arbeitsfluid einer zwischen dieser stromabwärtigen
und stromaufwärtigen Stufe angeordneten mittleren Stufe betätigt. Ein oder mehrere
Verarbeitungsglieder sind in einer Ausführung durch das Arbeitsfluid pneumatisch betätigbar.
Zusätzlich oder alternativ können ein oder mehrere Verarbeitungsglieder durch ein
anderes Fluid betätigbar sein.
[0012] Unter einem fluidmechanisch betätigbaren Verarbeitungsglied im Sinne der vorliegenden
Erfindung wird insbesondere ein Bauteil verstanden, dass eine oder mehrere Eingangsgrößen
in logischer und/oder arithmetischer Weise fluidmechanisch auf eine oder mehrere Ausgangsgrößen,
insbesondere eine Stellgröße, abbildet, insbesondere drei oder mehrere Eingangsgrößen
fluidmechanisch miteinander verknüpft bzw. verschaltet. Drei oder mehr Verarbeitungsglieder
können ihrerseits fluidmechanisch miteinander verknüpft bzw. verschaltet sein, indem
eine oder mehrere Ausgangsgrößen eines Verarbeitungsgliedes als Eingangsgröße(n) einem
anderen Verarbeitungsglied fluidmechanisch zugeführt werden. "Fluidmechanisch" im
Sinne der vorliegenden Erfindung kann insbesondere "mechanisch durch ein Fluid" bedeuten.
[0013] Indem ein oder mehrere, vorzugsweise alle Verarbeitungsglieder des Reglers nicht
elektronisch sondern fluidmechanisch betätigbar ausgebildet sind, kann auf einfache
Weise ein zuverlässiger Regler zum Reduzieren eines Gasturbinenverdichterpumpens zur
Verfügung gestellt werden.
[0014] Das bzw. die Verarbeitungsglieder des Reglers bilden dessen Regelstrecke bzw. verknüpfen
in einer oder mehreren durch je ein Verarbeitungsglied implementierten Stufen eine
oder mehrere Regeleingänge, insbesondere fluidmechanische Größen, vorzugsweise Druck
und/oder Volumenstrom, des Arbeitsmediums, insbesondere einer oder mehrerer stromaufwärtiger
Verdichterstufen, zu einer oder mehreren Stellgrößen, die insbesondere ein Öffnen
bzw. Schließen der Umblaspassage(n) bewirken. Dementsprechend kann ein Verarbeitungsglied
im Sinne der vorliegenden Erfindung auch ein durch das Arbeitsmedium einer oder mehrerer
Verdichterstufen fluidmechanisch beaufschlagtes Erfassungsglied und/oder ein fluidmechanisch
betätigtes Stellglied zum Öffnen bzw. Schließen der Umblaspassage(n) aufweisen. Beispielsweise
bildet ein federbelastetes Rückschlagventil in einer Umblaspassage ein fluidmechanisch
betätigbares Verarbeitungsglied, das von dem Arbeitsfluid der stromabwärtigen Stufe
beaufschlagt wird (Erfassungsglied) und dessen Druck mit der Federvorspannung derart
regelungstechnisch verknüpft ist, dass bei einem Überschreiten eines - durch die Federvorspannung
vorgegebenen - Wertes die Umblaspassage geöffnet bzw. bei Unterschreiten dieses Wertes
geschlossen wird (Stellglied).
[0015] In einer Ausführung ist der Regler fluidmechanisch ausgebildet. Hierunter wird insbesondere
verstanden, dass der Regler rein fluidmechanisch arbeitet, d.h. seine gesamte Regelstrecke
von der bzw. den Eingangsgrößen bis zu dem bzw. den Stelleingriffen, die die Umblaspassage(n)
öffnen bzw. schließen, ausschließlich fluidmechanisch, insbesondere durch das Arbeitsfluid
des Verdichters pneumatisch, implementiert ist, ohne dass der Regler elektronische
Signale zum Regeln verwendet. Hierdurch kann der Regler insbesondere bei Stromausfall
weiterarbeiten. Zusätzlich oder alternativ kann der Regler autonom ausgebildet sein.
Hierunter wird insbesondere verstanden, dass der Regler nur auf Basis des Arbeitsfluids,
insbesondere in einer oder mehreren stromaufwärtigen Stufen, als Eingangsgrößen regelt,
bzw. dass der Regler nur auf Basis einer oder mehrerer fluidmechanischer Größen einer
oder mehrerer Verdichterstufen arbeitet.
[0016] In einer Ausführung weisen ein oder mehrere Verarbeitungsglieder des Reglers einen
oder mehrere fluidmechanische, insbesondere pneumatische, Addierer, Subtrahierer,
Vergleicher, Integratoren, Differenzierer, Dämpfer, Filter und/oder Begrenzer auf.
Dabei wird unter einem Filter insbesondere ein Mittel verstanden, welches regelungstechnisch
als Filter fungiert und vorgegebene Frequenzen einer fluidmechanischen Größe dämpft.
Zusätzlich oder alternativ kann ein Filter auch ein Mittel sein, welches strömungstechnisch
als Filter fungiert und Fremdstoffe einer vorgegebenen Größe aus dem Fluid entfernt,
mit dem der Regler betätigt wird. Insbesondere kann ein Filter hierzu ein oder mehrere
Siebe, Netze oder dergleichen aufweisen.
[0017] Zusätzlich oder alternativ können ein oder mehrere Verarbeitungsglieder des Reglers
einen oder mehrere fluidmechanische, insbesondere pneumatische, Speicher, insbesondere
Durchschnitts- und/oder Extremalwertspeicher, aufweisen. Hierdurch kann vorteilhafterweise
der Betriebsverlauf des Gasturbinenverdichters dokumentiert und/oder ausgewertet werden.
[0018] Zusätzlich oder alternativ können ein oder mehrere Verarbeitungsglieder des Reglers
einen oder mehrere fluidmechanisch betätigbare Ventile, insbesondere, vorzugsweise
vorgespannte, Rückschlag- oder Stellventile aufweisen. Unter einem Ventil wird vorliegend
insbesondere ein Mittel verstanden, durch das eine Fluidpassage vergrößert bzw. geöffnet
und/oder verkleinert bzw. geschlossen werden kann, unter einem Rückschlagventil entsprechend
ein Mittel, das ein Durchströmen einer Fluidpassage nur in einer Strömungsrichtung
gestattet.
[0019] In einer Ausführung ist der Regler temperaturabhängig regelnd ausgebildet. Hierzu
kann er beispielsweise eine oder mehrere temperaturabhängige Ventile aufweisen, die
bei Erreichen einer vorgegebenen Temperatur öffnen oder schließen.
[0020] In einer Ausführung ist der Regler zur Ausgabe eines elektrischen Signals, insbesondere
an einen elektronischen Gasturbinenregler, ausgebildet. Auch ein solcher Regler kann
autonom im Sinne der vorliegenden Erfindung arbeiten, sofern er nur elektrische Signale
ausgibt bzw. eingehende elektrische Signale keinen Einfluss auf die durch ihn implementierte
Regelstrecke haben.
[0021] Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen und den Ausführungsbeispielen.
Hierzu zeigt, teilweise schematisiert:
Fig. 1: einen Teil eines Gasturbinenverdichters nach einem Beispiel des Stands der
Technik im Meridianschnitt;
Fig. 2: einen Teil eines Gasturbinenverdichters nach einem Beispiel des Stands der
Technik in Fig. 1 entsprechender Darstellung; und
Fig. 3: einen Teil eines Gasturbinenverdichters nach der vorliegenden Erfindung der
vorliegenden Erfindung in Fig. 1, 2 entsprechender Darstellung.
[0022] Fig. 1 zeigt einen Teil eines Gasturbinenverdichters nach einem Beispiel des Stands
der Technik im Meridianschnitt mit einer stromaufwärtigen (links in Fig. 1) Verdichterstufe
mit dem Laufgitter 11 und dem ihm vorgelagerten Leitgitter 21 und einer stromabwärtigen
(rechts in Fig. 1) Verdichterstufe mit dem Laufgitter 12 und dem ihm nachgelagerten
Leitgitter 23 sowie einem zwischen beiden Stufen angeordneten Leitgitter 22, wobei
eine Drehachse des Verdichterrotors, der die Laufgitter 11, 12 trägt, strichpunktiert
angedeutet ist.
[0023] Zwischen der stromaufwärtigen und der stromabwärtigen Verdichterstufe ist eine Umblaspassage
ausgebildet, die im Beispiel exemplarisch radial außen und in Axialrichtung vor dem
Laufgitter 11 bzw. hinter dem Laufgitter 12 mit dem Arbeitsfluid kommuniziert. Die
Umblaspassage kann beispielsweise in einem Verdichtergehäuse oder Verdichterrotor
wenigstens teilweise integral ausgebildet und/oder durch Schlauchleitungen oder dergleichen
definiert sein.
[0024] In der Umblaspassage ist ein vorgespanntes Rückschlagventil 100 angeordnet, das die
Umblaspassage für das Arbeitsfluid des Verdichters öffnet, wenn der Druck der stromabwärtigen
Verdichterstufe den Druck der stromaufwärtigen Verdichterstufe um mehr als einen vorgegebenen
Wert überschreitet, der durch die vorgespannte Druckfeder des Rückschlagventils 100
vorgegeben ist.
[0025] Das Rückschlagventil 100 bildet das einzige Verarbeitungsglied eines Reglers zum
Öffnen und Schließen der Umblaspassage, durch den Verdichterpumpen reduziert wird:
sinkt die Druckdifferenz zwischen stromauf- und stromabwärtiger Verdichterstufe unter
den durch die Druckfeder vorgegebenen Wert, da beispielsweise der Druck in der stromaufwärtigen
Verdichterstufe zu stark absinkt oder in der stromabwärtigen Verdichterstufe zu stark
ansteigt, d.h. die Förderhöhe sich zu stark erhöht, wird selbsttätig solange Arbeitsfluid
mit höherem Druck von der stromabwärtigen Verdichterstufe durch die Umblaspassage
zu der stromaufwärtigen Verdichterstufe geführt, bis der Verdichter wieder im stabilen
Bereich arbeitet.
[0026] Dabei wird das Verarbeitungsglied rein fluidmechanisch betätigt, der Regler arbeitet
fluidmechanisch autonom ohne Stromversorgung oder Steuersignale eines Gasturbinenreglers.
Hierdurch kann schnell und zuverlässig, auch bei Stromausfall, auf, insbesondere transiente,
Betriebszustände des Verdichters reagiert werden.
[0027] Das Verarbeitungsglied verknüpft die beiden Eingangsgrößen "Druck der stromabwärtigen
Verdichterstufe" und "Druck der stromaufwärtigen Verdichterstufe" fluidmechanisch
als Subtrahierer und vergleicht sie fluidmechanisch mit dem durch die Druckfeder vorgegebenen
Wert. Es fungiert zusätzlich als Erfassungsglied zur Erfassung der beiden fluidmechanischen
Größen "Druck der stromabwärtigen Verdichterstufe" und "Druck der stromaufwärtigen
Verdichterstufe" und als fluidmechanisch betätigtes Stellglied, das die Umblaspassage
öffnet bzw. schließt.
[0028] Fig. 2 zeigt in Fig. 1 entsprechender Darstellung einen Teil eines Gasturbinenverdichters
nach einem Beispiel des Stands der Technik. Mit dem vorstehend beschriebenen Beispiel
übereinstimmende Merkmale sind durch identische Bezugszeichen bezeichnet, so dass
auf die obigen Beispiele Bezug genommen und nachfolgend nur auf die Unterschiede zum
Beispiel nach Fig. 1 eingegangen wird.
[0029] In Fig. 2 ist der Regler ebenfalls rein fluidmechanisch und autonom ausgebildet,
jedoch komplexer als in Fig. 1, insbesondere weist er mehrere fluidmechanisch betätigbare
Verarbeitungsglieder auf: Arbeitsfluid der stromaufwärtigen Verdichterstufe beaufschlagt
zunächst einen fluidmechanischen Dämpfer 400 und wird anschließend durch eine Drossel
300 einem vorgespannten Stellventil 200 zugeführt. Analog beaufschlagt Arbeitsfluid
der stromabwärtigen Verdichterstufe einen fluidmechanischen Dämpfer 401 und wird durch
eine Drossel 301 dem Stellventil 200 zugeführt.
[0030] Das vorgespannte Stellventil 200 ist als sogenanntes "inverse shuttle valve" ausgebildet,
wie es beispielsweise von der Firma The Lee Company (USA) vertrieben wird, auf die
auch bezüglich anderer fluidmechanisch betätigbarer Verarbeitungsglieder ergänzend
verwiesen wird. Es ist durch eine Druckfeder vorgespannt und derart ausgebildet, dass
es in dem in Fig. 2 dargestellten Zustand einen fluidmechanisch betätigbaren Verstärker
500 mit Arbeitsfluid der stromabwärtigen Verdichterstufe beaufschlagt, das durch den
Dämpfer 401 und die Drossel 301 geführt wurde, solange der Druck der stromabwärtigen
Verdichterstufe nach Dämpfer 401 und Drossel 301 den Druck der stromaufwärtigen Verdichterstufe
nach Dämpfer 400 und Drossel 300 um mehr als einen vorgegebenen Wert überschreitet,
der durch die vorgespannte Druckfeder des Stellventils 200 vorgegeben ist. Hierdurch
wird der Verstärker 500 geschlossen, der seinerseits die Umblaspassage zwischen stromaufwärtiger
und stromabwärtiger Verdichterstufe schließt.
[0031] Sinkt diese Druckdifferenz unter den durch die Druckfeder vorgegebenen Wert, da beispielsweise
der Druck in der stromaufwärtigen Verdichterstufe zu stark absinkt oder in der stromabwärtigen
Verdichterstufe zu stark ansteigt, d.h. die Förderhöhe sich zu stark erhöht, wird
umgekehrt der Verstärker 500 mit Arbeitsfluid der stromaufwärtigen Verdichterstufe
beaufschlagt, das durch den Dämpfer 400 und die Drossel 300 geführt wurde. Entsprechend
öffnet der Verstärker 500 nun die Umblaspassage zwischen stromaufwärtiger und stromabwärtiger
Verdichterstufe, so dass selbsttätig solange Arbeitsfluid mit höherem Druck von der
stromabwärtigen Verdichterstufe durch die Umblaspassage zu der stromaufwärtigen Verdichterstufe
geführt wird, bis der Verdichter wieder im stabilen Bereich arbeitet.
[0032] Durch die miteinander fluidmechanisch verknüpft bzw. verschalteten, ihrerseits fluidmechanisch
betätigbaren Verarbeitungsglieder 200, 300, 301, 400, 401 und 500 ist ein fluidmechanisch
autonomer mehrstufiger Regler implementiert. Dabei kann durch die Dämpfer 400, 401,
die Drosseln 300, 301, die Abstimmung insbesondere der Federn und/oder Flächen des
Stellventils 200 und/oder Verstärkers 500 die Regelstrecke, die durch diesen Regler
implementiert ist, optimal auf das Betriebsverhalten des Gasturbinenverdichters abgestimmt
werden.
[0033] Fig. 3 zeigt in Fig. 1, 2 entsprechender Darstellung einen Teil eines Gasturbinenverdichters
nach der vorliegenden Erfindung. Mit den vorstehend beschriebenen Beispielen übereinstimmende
Merkmale sind durch identische Bezugszeichen bezeichnet, so dass auf die obigen Beispiele
Bezug genommen und nachfolgend nur auf die Unterschiede zu den Beispielen nach Fig.
1, 2 eingegangen wird.
[0034] In Fig. 3 ist zwischen der stromabwärtigen Verdichterstufe mit dem Laufgitter 12
und dem ihm nachgelagerten Leitgitter 23 und der stromaufwärtigen Verdichterstufe
mit dem Laufgitter 11 und dem ihm vorgelagerten Leitgitter 21 außer dem Leitgitter
22 eine mittlere Verdichterstufe mit einem Laufgitter 10 und einem ihm vorgelagerten
Leitgitter 20 angeordnet.
[0035] Ein Stellventil 201 ist durch eine Druckfeder vorgespannt und derart ausgebildet,
dass es in dem in Fig. 3 dargestellten Zustand eine Umblaspassage zwischen der stromabwärtigen
Verdichterstufe mit dem Laufgitter 12 und dem ihm nachgelagerten Leitgitter 23 und
der stromaufwärtigen Verdichterstufe mit dem Laufgitter 11 und dem ihm vorgelagerten
Leitgitter 21 sperrt, solange der Druck der stromabwärtigen Verdichterstufe den Druck
der mittleren Verdichterstufe mit dem Laufgitter 10 und dem ihm vorgelagerten Leitgitter
20 nach einer Drossel 302 um mehr als einen vorgegebenen Wert überschreitet, der durch
die vorgespannte Druckfeder des Stellventils 201 vorgegeben ist.
[0036] Sinkt diese Druckdifferenz unter den durch die Druckfeder vorgegebenen Wert, da beispielsweise
der Druck in der mittleren Verdichterstufe zu stark absinkt oder in der stromabwärtigen
Verdichterstufe zu stark ansteigt, d.h. die Förderhöhe sich zu stark erhöht, öffnet
das Stellventil 201 nun die Umblaspassage zwischen stromaufwärtigen und stromabwärtiger
Verdichterstufe, so dass selbsttätig solange Arbeitsfluid mit höherem Druck von der
stromabwärtigen Verdichterstufe durch die Umblaspassage zu der stromaufwärtigen Verdichterstufe
geführt wird, bis der Verdichter wieder im stabilen Bereich arbeitet. Durch das Einblasen
von Arbeitsfluid von der stromabwärtiger Verdichterstufe in die stromaufwärtige Verdichterstufe
wird insbesondere ein Verdichterpumpen in der mittleren Verdichterstufe verhindert
oder reduziert, das aus einem Abfall der Druckdifferenz zwischen mittlerer und stromabwärtiger
Verdichterstufe resultiert.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 10, 11, 12
- Laufgitter
- 20, 21, 22, 23
- Leitgitter
- 100
- vorgespanntes Rückschlagventil
- 200; 201
- vorgespanntes Stellventil ("shuttle valve")
- 300, 301; 302
- Drossel
- 400, 401
- fluidmechanischer Dämpfer
- 500
- fluidmechanischer Verstärker
1. Gasturbinenverdichter, insbesondere Flugtriebwerkverdichter, mit wenigstens drei Verdichterstufen
(10, 11, 12), einer Umblaspassage zur Rückführung von Arbeitsfluid von einer stromabwärtigen
zu einer stromaufwärtigen Stufe, und einem Regler zum Öffnen und Schließen der Umblaspassage,
um ein Verdichterpumpen zu reduzieren, wobei der Regler wenigstens ein, durch das
Arbeitsfluid, fluidmechanisch betätigbares Verarbeitungsglied (100; 200, 300, 301,
400, 401, 500; 201, 302) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler durch Arbeitsfluid einer zwischen dieser stromabwärtigen und stromaufwärtigen
Stufe (11, 12) angeordneten mittleren Stufe (10) betätigt wird.
2. Gasturbinenverdichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler fluidmechanisch autonom ausgebildet ist.
3. Gasturbinenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler zur Erfassung und fluidmechanischen Verarbeitung wenigstens einer fluidmechanischen
Größe wenigstens einer Verdichterstufe ausgebildet ist.
4. Gasturbinenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler einen fluidmechanischen Addierer, Subtrahierer, Vergleicher, Integrator,
Differenzierer, Dämpfer (400, 401), Filter und/oder Begrenzer aufweist.
5. Gasturbinenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler einen fluidmechanischen Speicher, insbesondere einen Durchschnitts- und/oder
Extremalwertspeicher, aufweist.
6. Gasturbinenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler ein fluidmechanisch betätigbares Ventil, insbesondere ein, insbesondere
vorgespanntes, Rückschlag- oder Stellventil (100; 200; 201) und/oder eine Drossel
(300,301; 302) aufweist.
7. Gasturbinenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler temperaturabhängig regelnd ausgebildet ist.
8. Gasturbinenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler zur Ausgabe eines elektrischen Signals, insbesondere an einen elektronischen
Gasturbinenregler, ausgebildet ist.
9. Verfahren zum Reduzieren eines Verdichterpumpens in einem Gasturbinenverdichter nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler fluidmechanisch autonom arbeitet.
1. A gas-turbine compressor, in particular an aircraft-engine compressor, having at least
three compressor stages (10, 11, 12), a blow-over passage for returning working fluid
from a downstream stage to an upstream stage, and a controller for opening and closing
the blow-over passage in order to reduce compressor-pumping, wherein the controller
has at least one processing element (100; 200, 300, 301, 400, 401, 500; 201, 302)
that can be actuated by the working fluid by means of fluid mechanics, characterised in that the controller is actuated by means of working fluid of a central stage (10) arranged
between this downstream and upstream stage (11, 12).
2. A gas-turbine compressor according to claim 1, characterised in that the controller is formed so as to be fluid-mechanically autonomous.
3. A gas-turbine compressor according to one of the preceding claims, characterised in that the controller is formed to detect and process by means of fluid mechanics at least
one fluid-mechanics variable of at least one compressor stage.
4. A gas-turbine compressor according to one of the preceding claims, characterised in that the controller has a fluid-mechanics adder, subtractor, comparator, integrator, differentiator,
damper (400, 401), filter and/or limiter.
5. A gas-turbine compressor according to one of the preceding claims, characterised in that the controller has a fluid-mechanics memory, in particular a mean-and/or extremal-value
memory.
6. A gas-turbine compressor according to one of the preceding claims, characterised in that the controller has a valve that can be actuated by means of fluid mechanics, in particular
a non-return or control valve (100; 200; 201), which in particular is pretensioned,
and/or a throttle (300, 301; 302).
7. A gas-turbine compressor according to one of the preceding claims, characterised in that the controller is formed so as to control in a temperature-dependent manner.
8. A gas-turbine compressor according to one of the preceding claims, characterised in that the controller is formed to output an electric signal, in particular to an electronic
gas-turbine controller.
9. A method for reducing compressor-pumping in a gas-turbine compressor according to
one of the preceding claims, characterised in that the controller operates fluid-mechanically autonomously.
1. Compresseur de turbine à gaz, en particulier compresseur de moteur d'avion, comprenant
au moins trois étages de compresseur (10, 11, 12), un passage de soufflerie pour retourner
un fluide de travail d'un étage aval à un étage amont, et un régulateur pour commander
l'ouverture et la fermeture du passage de soufflerie afin de réduire un pompage de
compresseur, où le régulateur comporte au moins un organe de traitement (100 ; 200,
300, 301, 400, 401, 500 ; 201, 302) pouvant être actionné mécaniquement par le fluide
de travail, caractérisé en ce que le régulateur est actionné par le fluide de travail d'un étage central (10) disposé
entre lesdits étages aval et amont (11, 12).
2. Compresseur de turbine à gaz selon la revendication 1, caractérisé en ce que le régulateur est réalisé de manière à être mécaniquement autonome.
3. Compresseur de turbine à gaz selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur est réalisé pour la détection et le traitement mécanique d'au moins
une grandeur mécanique fluidique d'au moins un étage de compresseur.
4. Compresseur de turbine à gaz selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur comporte un additionneur, un soustracteur, un comparateur, un intégrateur,
un différenciateur, un amortisseur (400, 401), un filtre et/ou un limiteur mécanique
fluidique.
5. Compresseur de turbine à gaz selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur comporte une mémoire mécanique fluidique en particulier une mémoire
de valeur moyenne et/ou, extrême.
6. Compresseur de turbine à gaz selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur est une vanne pouvant être actionnée mécaniquement, en particulier
une vanne antiretour ou une vanne de réglage (100 ; 200 ; 201), notamment précontrainte
et/ou une vanne d'étranglement (300, 301 ; 302).
7. Compresseur de turbine à gaz selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur est réalisé pour réguler en fonction de la température.
8. Compresseur de turbine à gaz selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur est réalisé pour émettre un signal électrique, en particulier vers
un régulateur électronique de turbine à gaz.
9. Procédé de réduction d'un pompage de compresseurs dans un compresseur de turbine à
gaz selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur fonctionne de manière mécaniquement autonome.