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(11) |
EP 2 044 385 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.09.2015 Patentblatt 2015/36 |
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Anmeldetag: 06.07.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2007/005988 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2008/011969 (31.01.2008 Gazette 2008/05) |
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| (54) |
LINER
LINER
MANCHON D'EXPLOSIF POUR MUNITION
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
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Priorität: |
25.07.2006 DE 102006034891
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.04.2009 Patentblatt 2009/15 |
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Patentinhaber: Rheinmetall Waffe Munition GmbH |
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29345 Unterlüss (DE) |
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Erfinder: |
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- SCHWENZER, Michael
29320 Hermannsburg (DE)
- DAU, Ole
21391 Reppenstedt (DE)
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Vertreter: Dietrich, Barbara |
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Thul Patentanwaltsgesellschaft mbH
Rheinmetall Platz 1 40476 Düsseldorf 40476 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 774 643 EP-A2- 1 376 047
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EP-A2- 1 338 860
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Bei der insensitiven Artilleriemunition besteht zwischen dem insensitiven Sprengstoff
(IHE) und der Geschosswand kein direkter Kontakt, um das Entstehen von thermischen
Spannungen bedingt durch die unterschiedlichen Wärmeausdehnungen von IHE und Geschosshülle
zu unterbinden. Daher wird zwischen beiden ein Liner, in der Regel ein Plastiksack,
in die Geschosshülle eingebracht. Anschließend wird der IHE eingegossen und ausgehärtet.
[0002] Ein Verfahren zur Herstellung eines großkalibrigen Sprenggeschosses und Sprenggeschoss,
hergestellt nach diesem Verfahren wird mit der
EP 1 338 860 B1 offenbart. Hier wird ein Liner aus einer Kunststoffhülle aus einem elastischen Material
vorgeschlagen, damit das sich bei Temperaturschwankungen ändernde Volumen der Sprengladung
durch die elastische Kunststoffhülle aufgenommen wird. Das Einbringen des Liners erfolgt
durch ein Mundloch, welches normalerweise zur Aufnahme des Kopfzünders dient, in zusammengefalteter
oder zusammengepresster Form. Im entfalteten Zustand entspricht diese sackförmig ausgebildete
Kunststoffhülle den Abmessungen des Innenraumes des Sprenggeschosses.
[0003] In einigen Fällen ist der Liner nicht so steif, die eigenen auftretenden Wärmeausdehnungen
entsprechend der Ausdehnung der Sprengladung kompensieren zu können. Aufgrund der
großen Wärmeausdehnung zieht dich die Sprengladung bei Abkühlung / Erwärmung um mehrere
mm zusammen bzw. dehnt sich aus. Der Liner zieht sich mit der Sprengladung zusammen,
dehnt sich aber nicht im gleichen Maß mit aus. Hierdurch kommt es zu einer Verschiebung
des Liners auf der Sprengladung. Der Liner schiebt sich über viele Temperaturwechsel
relativ zur Ladung nach hinten, so dass die Sprengladung teilweise freiliegen kann.
[0004] Die
EP 1 376 047 A2 betrifft ein Geschoss mit einer splitterbildenden äußeren Hülle und ein Verfahren
zu seiner Herstellung. Dabei befindet sich eine innenseitig an die äußere Hülle anschließende
Kunststofffolie, in der eine Sprengladung angeordnet ist. Die Kunststofffolie selbst
ist mit in einem strukturierten Bereich mit dachförmigen Einbuchtungen und mindestens
einem sich diesem anschließenden an der Innenwand der äußeren Hülle formschlüssig
anliegenden glatten Bereich versehen. Im strukturierten Bereich besteht die Kunststofffolie
aus einem verformungssteifen Material, welches ein Eindrücken der dachförmigen Einbuchtungen
verhindert, während im glatten Bereich sich die Kunststofffolie elastisch und formschlüssig
gegen die Innenwand der äußeren Hülle drückt. Durch diese beiden Bereiche unterschiedlicher
Festigkeitseigenschaften wird eine Rissbildung des kunststoffgebundenen Sprengstoffes
während der Beschleunigungsphase des Geschosses verhindert. Die Sprengladung befindet
sich hierbei in der Kunststofffolie, nicht zentral im Geschoss. Die Einbuchtungen
haben hierbei die Aufgabe, ein Reißen der den Sprengstoff umhüllenden Kunststofffolie
bei Beschleunigung des Geschosses zu verhindern.
[0005] Hier stellt sich die Erfindung die Aufgabe, das sich Verschieben eines Liners auf
der Sprengladung zu verhindern.
[0006] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen aufgeführt.
[0007] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, eine Art Wulst oder Nocken in den Liner einzubinden
bzw. einzuarbeiten, die einen Formschluss zur Ladungsvorderkante oder in der Ladung
realisieren.
[0008] Zwar ist aus der
DE 1 812 462 A1 ein Geschoss mit Splittermantel bekannt, worin sich eine von einer Folie umgebene
Sprengladung befindet und diese Folie, die aus Stahl, Kupfer oder Kunststoff bestehen
kann, eine Anzahl längliche, sich in Längsrichtung des Geschosses erstreckende, in
Reihe angeordnete Einbuchtungen aufweist, doch dienen diese zur Bildung kleiner Hohlladungen,
die gegen einen zylindrischen Splittermantel gerichtet sind, welcher die Folie mit
der Sprengladung umgibt. Bei der Detonation des Sprengstoffkörpers werden durch die
kleinen Hohlladungen Kerben in den Splittermantel geschnitten und der Mantel entlang
dieser Kerben in Splitter zerlegt. Die Größe der Splitter entspricht den Abständen
zwischen den Einbuchtungen einer Reihe und den Abständen zwischen den Reihen. Eine
Nutzung zur Fixierung der Folie gegenüber der Sprengladung ist nicht angedacht.
[0009] Der Wulst kann dabei umlaufend ausgeführt sein. Wird der Liner in einer gefalteten
Form in die Geschosshülle eingebracht, bietet sich eine Segmentierung der umlaufenden
Wulst an. Die dabei entstehenden Nocken weisen gleichfalls eine sehr hohe Formsteifigkeit
auf, die Zwischenräume ermöglichen ein einfaches Falten des Liners.
[0010] Um die Formsteifigkeit der Nocken zu erhöhen empfiehlt es sich, die Steifigkeit der
Nocken gezielt beispielsweise dadurch einzustellen, dass die Wandstärke / Materialdicke
im Bereich der Nocken verstärkt wird. Eine Variation ist auch mittels der Breite und
der Tiefe der Wulst möglich.
[0011] Als vorteilhaft hat sich auch erwiesen, mehrere Reihen von Wülste oder Nocken in
den Liner einzubringen.
[0012] Die Nocken oder Wülste können durch eine einfache Modifikation des Linerwerkzeuges
in den Liner bei seiner Herstellung eingearbeitet werden.
[0013] Anhand eines Ausführungsbeispiels mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert
werden. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Teilansicht eines Geschosse mit einem eine Wulst aufweisenden Liners,
- Fig. a
- eine leicht vergrößerte Darstellung der Wulst aus Fig. 1,
- Fig. 2
- eine Teilansicht des Geschosses mit einem wenigstens zwei Wülste aufweisenden Liners.
[0014] Fig. 1 zeigt in einem Ausschnitt ein Geschoss 1, aufweisend eine Geschosshülle 2,
einen Liner 3, der sich zwischen der Geschosshülle und eine Sprengladung 4 befindet.
Um ein Rutschen des Liners 3 auf der Sprengladung 4 zu verhindern, ist der Liner 3
an einer zur Sprengstoffoberfläche definierten Stelle L1 mit einer nach innen geformten
Wulst / Nocken 5 ausgeführt (Fig. 1 a). Die Wulst 5 ist so steif ausgeführt, dass
der Liner 3 je nach Füllhöhe der Sprengladung 4 sofort oder nach wenigen Temperaturzyklen
formschlüssig an der Vorderkante der Sprengladung 4 liegt.
[0015] Fig. 2 zeigt das Geschoss 1 mit mehr als einer eingeformten Wulst bzw. Nocken 5 (Fig.
2a). Die weitere Wulst 6 ist hierbei bei einer zur Sprengstoffoberfläche definierten
Länge L2 in den Liner 3 eingebracht und ermöglicht, dass der Liner 3 sich bereits
formschlüssig beim Gießen mit der Sprengladung 4 verhaken kann und somit von Anfang
an fixiert wird.
[0016] Prinzipiell ist hier davon auszugehen, dass auch hier, wie bekannt, die insensitive
Sprengladung 4 in das Artillerie- Sprenggeschossen 1 eingegossen wird. Um ein Anhaften
der Sprengladung 4 an der Innenwand der Geschosshülle 2 zu vermeiden, wird der Liner
3, in Form einer elastischen gummiartigen Kunststoffhülle, eingesetzt. Das Einsetzen
in die Geschosshülle 2 erfolgt durch ein Mundloch 7. Der insensitive Sprengstoff 4
besteht aus Sprengstoff und einem Kunststoffbindersystem mit weiteren Zusätzen. Dieser
wird in den Liner 3 hineingegossen und härtet darin aus. Der ausgehärtete, geformte
Sprengstoff bildet somit die kunststoffgebundene Sprengladung 4. Die Sprengladung
4 weist gegenüber der Geschosshülle 2 aus Stahl einen um Faktor 8 bis 12 größeren
Temperaturausdehnungskoeffizienten auf.
1. Liner (3) für eine insensitive Artilleriemunition, die einen insensitiven Sprengladung
(4) umfasst, wobei der Liner (3) zwischen einer Geschosshülle (2) eines Geschosses
(1) sowie der Sprengladung (4) zur Vermeidung eines Kontaktes zwischen der Sprengladung
(4) und der Geschosshülle angeordnet ist und aus einem Kunststoff besteht,
dadurch gekennzeichnet, dass
• die insensitive Sprengladung (4) aus Sprengstoff und einem Kunststoffbindersystem
mit weiteren Zusätzen besteht,
• die insensitive Sprengladung (4) gegenüber der Geschosshülle (2) aus Stahl einen
um Faktor 8 bis 12 größeren Temperaturausdehnungskoeffizienten ausweist und
• wenigstens eine Wulst oder Nocken (5, 6) im Liner (3) eingebunden ist, welche nach
innen geformt sich an der Sprengladung (4) verhaken kann.
2. Liner (3) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass um ein Anhaften der Sprengladung (4) an der Innenwand der Geschosshülle (2) zu vermeiden,
der Liner (3) in Form einer elastischen gummiartigen Kunststoffhülle eingesetzt wird.
3. Liner (3) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Einsetzen in die Geschosshülle (2) durch ein Mundloch (7) erfolgt und dass eine
erste Wulst / Nocken (5) im Liner (3) in einer definierten Stelle (L1) vom Mundloch
(7) angeordnet sein kann, so dass sofort oder nach einigen Temperaturzyklen diese
sich an der Vorderkante der Sprengladung (4) verhaken bzw. anlegen kann.
4. Liner (3) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Wulst (6) im Liner (3) in einer weiteren definierten Stelle (I2) vom
Mundloch (7) angeordnet sein kann, so dass sich der Liner (3) formschlüssig beim Gießen
mit der Sprengladung (4) verhaken kann.
5. Liner (3) nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Nocken / des wenigstens einen Wulstes (5, 6) die Materialstärke (t)
verstärkt ist, um die Formsteifigkeit der Nocken (5, 6) zu erhöhen.
6. Liner (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Reihen von Wülste oder Nocken (5, 6) im Liner (3) eingebracht sind.
7. Insensitive Artilleriemunition (1) mit einem Liner (3) nach einem der Ansprüche 1
bis 6.
1. Liner (3) for a piece of insensitive artillery ammunition, which comprises an insensitive
explosive charge (4), the liner (3) being arranged between a projectile casing (2)
of a projectile (1) and the explosive charge (4) to avoid contact between the explosive
charge (4) and the projectile casing, and the liner consisting of a plastic,
characterized in that
• the insensitive explosive charge (4) consists of explosive material and a plastics-binder
system with further additives,
• the insensitive explosive charge (4) has a coefficient of thermal expansion that
is greater by a factor of 8 to 12 in comparison with the projectile casing (2) of
steel and
• at least one bulge or cam (5, 6), which when deformed inwards can hook itself on
the explosive charge (4), is incorporated in the liner (3).
2. Liner (3) according to Claim 1, characterized in that, in order to avoid adhesive attachment of the explosive charge (4) to the inner wall
of the projectile casing (2), the liner (3) is inserted in the form of an elastic
rubber-like plastic sheath.
3. Liner (3) according to Claim 2, characterized in that the insertion into the projectile casing (2) takes place through a mouth (7) and
in that a first bulge/cam (5) can be arranged in the liner (3) at a defined location (L1)
from the mouth (7), so that it can hook or place itself on the front edge of the explosive
charge (4) immediately or after a number of thermal cycles.
4. Liner (3) according to Claim 3, characterized in that the further bulge (6) may be arranged in the liner (3) at a further defined location
(L2) from the mouth (7), so that the liner (3) can hook itself to the explosive charge
(4) with interlocking engagement during moulding.
5. Liner (3) according to Claims 1 to 4, characterized in that the material thickness (t) is increased in the region of the cam / the at least one
bulge (5, 6), in order to increase the dimensional stability of the cams (5, 6).
6. Liner (3) according to one Claims 1 to 5, characterized in that a number of series of bulges or cams (5, 6) are incorporated in the liner (3).
7. Insensitive artillery ammunition (1) with a liner (3) according to one of Claims 1
to 6.
1. Manchon (3) pour une munition d'artillerie insensible, qui comprend une charge explosive
insensible (4), dans lequel le manchon (3) est disposé entre une enveloppe de projectile
(2) d'un projectile (1) et la charge explosive (4) pour éviter un contact entre la
charge explosive (4) et l'enveloppe de projectile et se compose d'une matière plastique,
caractérisé en ce que
• la charge explosive insensible (4) se compose d'une substance explosive et d'un
système de liant en matière plastique avec d'autres ajouts,
• la charge explosive insensible (4) présente par rapport à l'enveloppe de projectile
(2) en acier un coefficient de dilatation thermique plus élevé d'un facteur 8 à 12,
et
• au moins un bourrelet ou un ergot (5, 6) est encastré dans le manchon (3), et peut
s'accrocher à la charge explosive (4) en étant façonné vers l'intérieur.
2. Manchon (3) selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour éviter une adhérence de la charge explosive (4) à la paroi intérieure de l'enveloppe
de projectile (2), le manchon (3) est introduit sous la forme d'une enveloppe en matière
plastique élastique de type caoutchouc.
3. Manchon (3) selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'introduction dans l'enveloppe de projectile (2) est effectuée à travers une embouchure
(7) et en ce qu'un premier bourrelet/ergot (5) peut être disposé dans le manchon (3) à un endroit
défini (L1) de l'embouchure (7), de telle manière que, immédiatement ou après quelques
cycles de température, celui-ci puisse s'accrocher ou s'appliquer sur l'arête antérieure
de la charge explosive (4).
4. Manchon (3) selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'autre bourrelet (6) peut être disposé dans le manchon (3) à un autre endroit défini
(L2) de l'embouchure (7), de telle manière que le manchon (3) puisse s'accrocher par
emboîtement à la charge explosive (4) lors de la coulée.
5. Manchon (3) selon une revendication 1 à 4, caractérisé en ce que l'épaisseur de matière (t) est renforcée dans la région des ergots/dudit au moins
un bourrelet (5, 6) afin d'accroître la stabilité de forme des ergots (5, 6).
6. Manchon (3) selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que plusieurs rangées de bourrelets ou d'ergots (5, 6) sont pratiquées dans le manchon
(3).
7. Munition d'artillerie insensible (1) avec un manchon (3) selon l'une quelconque des
revendications 1 à 6.


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