[0001] Die Erfindung betrifft eine Poliervorrichtung zum Polieren eines zu polierenden Gegenstands
und ein Polierverfahren zum Polieren eines zu polierenden Gegenstands.
[0002] Schleifen ist ein spanendes, materialabtragendes Fertigungsverfahren zur Veränderung
von Oberflächen oder zum Trennen von Werkstoffteilen mit Schleifmitteln und gebundenem
Schneidkorn.
[0003] DE 20 2012 100 088 U1 offenbart eine Trägerplatte für Lamellenschleifscheiben mit einen kuppelförmigen
Innenteil, an dem eine Nabe zur Befestigung auf einer Welle einer Antriebsmaschine
ausgebildet ist, und mit einem zur Fixierung von Schleiflamellen dienenden Außenflansch,
der mit dem kuppelförmigen Innenteil über einen an diesem ausgebildeten, konischen
Ring verbunden ist, in den über den Umfang verteilte Öffnungsschlitze für den Luftdurchtritt
bzw. zum Abführen von Abrieb eingearbeitet sind, die schräg zur Radialrichtung verlaufen,
wobei an der Innenseite des konischen Ringes zwischen den Öffnungsschlitzen Luftablenkflügel
ausgebildet sind.
[0004] Polieren ist ein glättendes Feinbearbeitungsverfahren für verschiedenste Materialien.
Rauigkeitsspitzen der Oberflächenstruktur werden verformt und so geebnet. Es erfolgt
allerdings kein oder allenfalls ein minimaler Werkstoffabtrag, so dass Polieren zumindest
im Wesentlichen abrasionsfrei erfolgt. Beim Polieren erfolgt das Einebnen und Glätten
der Oberfläche mit äußerst feinem Poliermittel, das zum Beispiel in einer Paste oder
Flüssigkeit gebunden ist. Das Poliermittel ist zum Beispiel in einer Tuch-, Filz-,
Gummi-, Pech- oder Lederscheibe gebunden oder wird oberflächlich aufgetragen. Der
eigentliche Poliervorgang erfolgt daher nicht am Polierkörper (insbesondere aus Filz),
sondern an dem daran bzw. darin vorgesehenen Poliermittel. Insgesamt bezeichnet Polieren
eine dekorative Oberflächenbehandlung ohne oder ohne nennenswerten Materialabtrag
zum Zwecke der Veredelung der polierten Oberfläche.
[0005] EP 1,313,594 B1 offenbart ein Polierwerkzeug zum rotierenden Antrieb durch eine Werkzeugmaschine,
mit einem vollen, d.h. nicht hohlen (also ohne Hohlräume oder Löcher), Polierkörper
im Wesentlichen aus einem Filz, wobei der Polierkörper vielfach unterteilt ist.
[0006] DE 39 10 590 A1 offenbart ein Kaltgasbearbeitungsgerät zum Polieren. Ein Druckluftlamellenmotor ist
mit einem Winkelkopf versehen, an dessen Antriebswelle ein Polierteller mit Lammfellhaube
befestigt ist. Die Befestigung erfolgt durch eine Mutter, die an der Nadel anliegt.
Die Kaltgaszufuhr erfolgt mittels Druckluft über einen Schlauch und den Winkelkopf
in die hohle Welle. Von dort gelangt das Kaltgas durch Bohrungen in die Arbeitszone
der Polierscheibe. Indem ständig Gas aus der Arbeitszone herausgefördert und durch
neues Kaltgas ersetzt wird, kommt es zu einer permanenten Kühlung der Polierscheibe
ohne vorherige Kühlung des Werkstücks.
[0007] DE 1 914 799 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Zuführung von Kühlluft zum Kühlen von Polierwalzen.
Die Polierwalze umfasst einen hohlzylindrischen Körper, der an seinen Enden durch
Wellenenden verschlossen ist und auf einem Umfang eine Vielzahl von Bohrungen enthält,
die eine Verbindung zwischen dem Innenraum des hohlzylindrischen Körpers und der Außenseite
herstellen. Eine axiale Hohlbohrung des Wellenendes steht über radiale Bohrungen mit
dem Innenraum einer Hülse in Verbindung. Die Hülse ist mit einem Anschlussstutzen
versehen, über den in Richtung eines Pfeils Druckluft vermittels eines Druckluftgebläses
zugeführt wird. Kühlluft wird zwischen einzelne Polierringe in radialer Richtung nach
außen und damit auch auf das rotierende Werkstück geblasen.
[0008] Allerdings kann es gerade ungeübten Benutzern beim Polieren passieren, dass insbesondere
beim längeren Betrieb einer Poliervorrichtung an der Oberfläche eines zu polierenden
Gegenstands Polierfehler auftreten. Insbesondere sogenannte Fischaugen können bei
herkömmlichen Poliervorrichtungen als lokale Vertiefungen an der Oberfläche eines
zu polierenden Gegenstands in unerwünschter Weise als Polierfehler auftreten.
[0009] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine auch im Langzeitbetrieb einsetzbare
Poliervorrichtung bereitzustellen, bei deren Verwendung durch einen Benutzer das Auftreten
von Polierfehlern vermeidbar ist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen
Patentansprüchen gelöst. Weitere Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen
gezeigt.
[0011] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist eine Poliervorrichtung
zum Polieren eines zu polierenden Gegenstands geschaffen, wobei die Poliervorrichtung
einen drehfähigen (insbesondere einen drehfähig montierbaren oder drehfähig montierten)
Trägerkörper, einen an dem Trägerkörper befestigten oder befestigbaren Polierkörper
(ggf. aufweisend ein Poliermittel) zum Polieren des zu polierenden Gegenstands, wenn
der Polierkörper mit dem Trägerkörper dreht und auf den zu polierenden Gegenstand
einwirkt, und eine an dem Trägerkörper vorgesehene (insbesondere eine daran montierte
oder eine einstückig daran integrierte) Wärmeabführeinrichtung zum Abführen von Wärme
von dem Polierkörper und/oder dem zu polierenden Gegenstand aufweist, wenn der Polierkörper
mit dem Trägerkörper dreht und der Polierkörper den zu polierenden Gegenstand poliert.
[0012] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Polierverfahren
zum Polieren eines zu polierenden Gegenstands bereitgestellt, wobei bei dem Polierverfahren
ein drehfähiger Trägerkörper drehangetrieben wird, der zu polierende Gegenstand mittels
eines an dem Trägerkörper befestigten und mit dem drehangetriebenen Trägerkörper mitdrehenden
Polierkörpers poliert wird, und (insbesondere infolge des Poliervorgangs anfallende)
Wärme von dem Polierkörper und/oder dem zu polierenden Gegenstand mittels einer an
dem Trägerkörper vorgesehenen Wärmeabführeinrichtung abgeführt wird, wenn der Polierkörper
mit dem Trägerkörper dreht und der Polierkörper den zu polierenden Gegenstand poliert.
[0013] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist eine Poliervorrichtung
geschaffen, bei der während des Poliervorgangs die durch Wechselwirkung zwischen Polierkörper
und dem zu polierenden Gegenstand erzeugte Reibungswärme durch eine an dem Trägerkörper
selbst vorgesehene Wärmeabführeinrichtung abgeführt wird. Die Wärmeabführeinrichtung
kann dabei synergistisch durch den Rotationsvorgang des Trägerkörpers aktiviert bzw.
betrieben werden. Mit anderen Worten kann das Wärmeabführen, zum Beispiel durch Generieren
eines Luftstroms, durch das Drehen des Trägerkörpers samt Wärmeabführeinrichtung ausgelöst
werden. Damit kann die Antriebsenergie der Poliervorrichtung simultan zum Wärmeabführen
mitverwendet werden. Durch das durchgehende Kühlen des Polierkörpers und/oder des
zu polierenden Gegenstands während des Poliervorgangs mittels der Wärmeabführeinrichtung
können Polierfehler, wie das unerwünschte Ausbilden von Polierspuren wie Fischaugen,
an der Oberfläche eines zu polierenden Gegenstands zuverlässig unterdrückt oder sogar
ganz vermieden werden. Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass derartige Polierfehler
durch das Polieren bei zu hohen Temperaturen gefördert werden können. Gerade eine
solche Überhitzung von Polierkörper und/oder zu polierendem Gegenstand kann mittels
der an dem Trägerkörper vorgesehenen Wärmeabführeinrichtung effizient unterdrückt
werden.
[0014] Im Weiteren werden zusätzliche exemplarische Ausführungsbeispiele der Poliervorrichtung
und des Polierverfahrens beschrieben.
[0015] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der zu polierende Körper zum
Beispiel aus Metall (beispielsweise Edelstahl, Messing, Aluminium) oder aus Kunststoff
gebildet sein oder ein solches Material aufweisen. Beispiele für zu polierende Gegenstände
sind Rohre, Handläufe oder Komponentenverbindungen mit Schweißnähten, die mittels
Polierens veredelt werden können. Typischerweise kann auch ein Lack und/oder eine
Grundierung auf diesen Gegenständen sein, der/die dann poliert wird/werden.
[0016] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Trägerkörper als (zumindest im Wesentlichen)
rotationssymmetrischer Körper ausgebildet sein, zum Beispiel als Trägerscheibe. Dadurch
folgt die Symmetrie des Trägerkörpers der Drehbewegung zum Antrieb der Poliervorrichtung,
so dass es währenddessen zu keinerlei Unwucht oder dergleichen kommen kann.
[0017] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Wärmeabführeinrichtung in
den Trägerkörper integriert sein, insbesondere einstückig damit ausgebildet sein.
Anders ausgedrückt kann die Wärmeabführeinrichtung als integraler Teil des Trägerkörpers
ausgebildet sein. Dadurch kann quasi ohne apparativen oder verfahrenstechnischen Zusatzaufwand
während des Poliervorgangs die durch Wechselwirkung zwischen Polierkörper und zu polierendem
Gegenstand erzeugte Reibungswärme durch eine durch den Trägerkörper selbst definierte
Wärmeabführeinrichtung abgeführt werden.
[0018] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Wärmeabführeinrichtung als
mindestens eine Wärmeabführöffnung in dem Trägerkörper vorgesehen sein. Durch derartige
Wärmeabführöffnungen kann ein Kühlmittelfluss (zum Beispiel ein kühlender Luftstrom)
hin zu dem Polierkörper und/oder dem zu polierenden Gegenstand erfolgen und/oder kann
ein Wärmefluss von dem Polierkörper und/oder dem zu polierenden Gegenstand auf die
dem Polierkörper abgewandte Hauptflächen des Trägerkörpers erfolgen. Beides führt
zu einer Kühlung an der eigentlichen Stelle des Poliervorgangs. In der Praxis treten
häufig Mischformen auf.
[0019] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die mindestens eine Wärmeabführöffnung
als den Trägerkörper durchdringendes Durchgangsloch vorgesehen sein, das einen Luftaustausch
zwischen einer dem Polierkörper zugewandten und einer dem Polierkörper abgewandten
Hauptfläche des Trägerkörpers bewirkt. Wird die Wärmeabführöffnung in Form eines oder
mehrerer Durchgangslöcher zwischen gegenüberliegenden Hauptflächen des Trägerkörpers
ausgebildet, so kann ein sich während des Poliervorgangs generierter Wärmegradient
zwischen den beiden Seiten des Trägerkörpers automatisch ausgeglichen werden und so
eine Kühlung bewirkt werden.
[0020] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Wärmeabführeinrichtung ausgebildet
sein, während des Drehens einen wärmeabführenden Luftstrom auf den Polierkörper des
Trägerkörpers und/oder auf den zu polierenden Gegenstand zu richten. Wenn der Luftstrom
gezielt auf den Polierkörper bzw. einen beim Polieren wirksamen Abschnitt derselben
gerichtet wird, kann die Effizienz des Wärmeabführens weiter verbessert werden. Es
ist auch möglich, dass infolge der Ausgestaltung der Wärmeabführeinrichtung der kühlende
Luftstrom direkt auf den zu polierenden Gegenstand, insbesondere auf eine zu polierende
Oberfläche desselben, gerichtet bzw. fokussiert wird, um diese direkt zu kühlen.
[0021] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Wärmeabführeinrichtung eine
Mehrzahl von um eine Drehachse des Trägerkörpers herum verteilt angeordneten Wärmeabführstrukturen
aufweisen. Diese können konfiguriert sein, den Kühlmittelfluss auf den zu polierenden
Gegenstand bzw. den Polierkörper hin zu richten bzw. zu konzentrieren. Durch eine
solche insbesondere homogene Verteilung von mehreren Wärmeabführstrukturen (d.h. insbesondere
Wärmeabführaussparungen und/oder Wärmeabführüberständen) kann gleichmäßig entlang
des gesamten Polierumfangs eine Überhitzung des Polierkörpers bzw. eines beim Polieren
aktiven Abschnitts des Polierkörpers sowie des zu polierenden Gegenstands vermieden
werden, so dass es nicht zum Ausbilden unerwünschter thermisch bedingter Polierfehler
an der Oberfläche des zu polierenden Gegenstandes kommt.
[0022] Zum Beispiel können die Wärmeabführstrukturen als Schaufelräder zum Fördern bzw.
Verstärken eines Luftstroms zwischen den beiden Hauptflächen des Trägerkörpers fungieren.
Dies fördert zusätzlich die Wärmeabfuhreigenschaften.
[0023] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der Trägerkörper Kunststoff aufweisen,
insbesondere aus Kunststoff bestehen. Wenn der Trägerkörper aus Kunststoff ausgebildet
wird, ist einerseits eine kostengünstige Fertigung möglich. Zum Beispiel kann der
Trägerkörper samt Wärmeabführeinrichtung einstoffig aus Kunststoff ausgebildet werden,
zum Beispiel mittels Spritzgießens. Andererseits ist ein aus Kunststoff ausgebildeter
Trägerkörper auch mechanisch robust und kann somit wirksam als Stützelement des Polierkörpers
dienen. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, den Trägerkörper in einem
Spritzgusswerkzeug herzustellen, in das flüssiges Kunststoffmaterial eingespritzt
wird, das dann ausgehärtet wird. Durchgangslöcher für den Trägerkörper können durch
entsprechende materialgefüllte Abschnitte in dem Spritzgusswerkzeug definiert werden.
Um einen besonders hohen Sprengwert des hergestellten Trägerkörpers zu erzeugen, kann
der Trägerkörper durch das Hinzufügen von beispielsweise Glasfasermaterial zu dem
flüssigen Kunststoffmaterial im Spritzgusswerkzeug mechanisch verstärkt werden.
[0024] Insbesondere kann der Trägerkörper also als Spritzgussteil ausgebildet sein. Dies
verleiht dem Trägerkörper bei kostengünstiger Herstellbarkeit ein hohes Maß an mechanischer
Stabilität.
[0025] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Wärmeabführeinrichtung eine
Mehrzahl von Lüftungskanälen aufweisen, die in dem Trägerkörper, diesen durchdringend,
ausgebildet sein können. Solche Kanäle können geformt und orientiert sein, um Umgebungsluft
entlang einer vorbestimmten Trajektorie in Richtung des Polierkörpers (bzw. eines
beim Polieren aktiven Abschnitts oder Außenumfangs desselben) oder gezielt auf eine
gerade zu polierende Oberfläche des zu polierenden Gegenstand zu richten und somit
die Kühlung wirksam am Ort der Wärmeentstehung durchzuführen.
[0026] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können an einer dem Polierkörper abgewandten
Hauptfläche des Trägerkörpers - und insbesondere stromaufwärts in Drehrichtung des
Trägerkörpers - an den Lüftungskanälen Überstände (zum Beispiel Kühlrippen zum Verstärken
eines Ventilatoreffekts) zum Einleiten von Luft in die Lüftungskanäle während des
Drehens des Trägerkörpers samt Polierkörper vorgesehen sein. Anschaulich dienen diese
Überstände als Luftflügel oder Schaufelräder, welche Umgebungsluft gezielt in die
Lüftungskanäle einleiten, um den Luftfluss als Kühlmittelfluid in Richtung des Polierkörpers
und/oder des zu polierenden Gegenstands zu stärken.
[0027] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können die Lüftungskanäle an mindestens
einer Hauptfläche des Trägerkörpers (insbesondere an der dem Polierkörper abgewandten
Hauptfläche des Trägerkörpers) gegenüber einer Radialerstreckung des Trägerkörpers
ausgehend von einer Drehachse verkippt sein (insbesondere entgegen einer Drehrichtung
des Trägerkörpers verkippt sein). Ein entsprechender Verkippwinkel kann in einem Bereich
zwischen ungefähr 40° und ungefähr 60° liegen. Anschaulich strömt die Kühlluft den
Polierkörper dann seitlich oder tangential an, wodurch insbesondere in dem angegebenen
Winkelbereich besonders effektive Kühlergebnisse erreicht werden können.
[0028] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Poliervorrichtung eine an
dem Trägerkörper vorgesehene, insbesondere darin integrierte, Drehantriebsaufnahme
zum Aufnehmen eines zum Drehantreiben des Trägerkörpers ausgebildeten Drehantriebkörpers
(zum Beispiel eine Poliermaschine oder ein Winkelschleifer) aufweisen. Zum Beispiel
kann im Zentrum eines scheibenförmigen oder becherförmigen Trägerkörpers eine Bohrung
vorgesehen sein, an der als Drehantriebsaufnahme ein Innengewinde (zum Beispiel M14)
vorgesehen sein kann, um den Trägerkörper direkt auf einem Winkelschleifer, einer
Poliermaschine oder an einer anderen Vorrichtung anbringen zu können.
[0029] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Poliervorrichtung einen solchen
Drehantriebkörper zum Eingreifen in die Drehantriebsaufnahme zum Drehantreiben des
Trägerkörpers aufweisen. Der Drehantriebkörper kann zum Beispiel mittels eines Antriebsmotors
über eine Antriebswelle ein Drehmoment auf den Trägerkörper übertragen und somit den
Trägerkörper und damit den damit starr verbundenen oder verbindbaren Polierkörper
in Rotation versetzen. Der Drehantriebkörper kann als Handgerät (ähnlich wie ein Akkuschrauber)
ausgebildet sein, auf den der Trägerkörper samt Polierkörper montiert werden kann.
Zwischen einem trägerkörperseitigen Abschnitt des Drehantriebkörpers und einem drehantriebkörperseitigen
Abschnitt des Trägerkörpers kann eine formschlüssige Verbindung ausgebildet werden,
um die Kraft-bzw. Drehmomentübertragung zu bewerkstelligen.
[0030] Die Bearbeitung kann zum Beispiel bei zu polierenden Gegenständen aus Metallen maschinell
mit rotierenden Polierkörpern aus Stoff, Filz oder Leder erfolgen. Auf die Polierscheibe,
die auch als Poliermittelträger bezeichnet werden kann, kann das eigentliche Poliermittel
zum Beispiel als Emulsion oder Festpaste aufgetragen werden. Das Poliermittel kann
ein oder mehrere Fette und/oder Öle und das eigentliche Poliermittel aufweisen. Letzteres
kann zum Beispiel Tonerde, Aluminiumoxid, Chromtrioxid oder Ähnliches aufweisen.
[0031] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der Polierkörper insbesondere
Filz aufweisen, insbesondere im Wesentlichen aus Filz mit darin eingebrachtem Poliermittel
bestehen. Filzmaterial kann, wenn es mit einem geeigneten Poliermittel versehen wird,
bei Einwirken auf einen Gegenstand aus Metall oder dergleichen gute Polierresultate
liefern. Als Poliermittel können zum Beispiel ungebundene Mineralpulver eingesetzt
werden, zum Beispiel Metalloxide, die aufgeschlämmt oder durch Mischen mit wärmebeständigen
Fetten oder Paraffinen zu Polierpasten oder Poliermittelsuspensionen verarbeitet werden
können.
[0032] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der Polierkörper eine Vielzahl
von Polierlamellen aufweisen. Zum Beispiel kann ein Polierkörper mit oder ohne makroskopischer
Aussparung (zum Beispiel in einem zentralen Bereich davon) verwendet werden, und dann
mittels einer Schneideinrichtung derart bearbeitet werden, dass dieser in viele scheibenartige
Abschnitte als Polierlamellen unterteilt wird. Zwischen diesen können wiederum makroskopisch
Abstände vorgesehen werden, um die Wärmeabfuhr auch an dieser Stelle durch das Ausbilden
von zwischen den Lamellen gebildeten Luftkanälen zu fördern.
[0033] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können jeweils benachbarte Polierlamellen
durch Schlitze voneinander getrennt, insbesondere voneinander beabstandet, sein. Alternativ
oder ergänzend ist es auch möglich, in einen vollen Polierkörper Durchgangslöcher
in Form von Bohrungen in radialer und/oder axialer Richtung einzubringen, um auch
mit dieser Maßnahme die Kühleigenschaften weiter zu verbessern. Solche Schlitze oder
Bohrungen tragen ebenfalls zum Abtransport von infolge Polierens erzeugter Wärme bei
und haben somit eine die Wärmeabführeinrichtung des Trägerkörpers synergistisch verstärkende
Kühlfunktion. Gerade das besonders bevorzugte Vorsehen von Schlitzen in dem Polierkörper
unter Ausbildung von Lamellen führt aber auch zu einer besonders guten mechanischen
Anpassbarkeit des Polierkörpers an den zu polierenden Gegenstand durch eine einstellbare
Reduktion der Festigkeit des Polierkörpers.
[0034] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können die Polierlamellen (insbesondere
von einer Drehachse aus) radial nach außen verlaufend angeordnet sein oder gegenüber
einer radial nach außen verlaufenden Anordnung tangential in Drehrichtung gebogen
sein. Somit können bei einem Ausführungsbeispiel die Polierlamellen radial und linear
nach außen gerichtet sein, so dass sich die Abstände zwischen benachbarten Polierlamellen
und somit deren intrinsische Wärmeabführeigenschaften nach außen hin sukzessive erhöhen.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel können die Polierlamellen von einer Erstreckung
in einer radialen Richtung abweichen, wodurch die Festigkeitseigenschaften des Polierkörpers
präzise eingestellt werden können.
[0035] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der Polierkörper als Polierring
mit einem inneren Hohlraum (zum Beispiel in Form eines Durchgangslochs) ausgebildet
sein. Somit kann die in Rotation zu versetzende Masse, die ebenfalls zur Wärmeerzeugung
beiträgt, gering gehalten werden. Ein kühlender Luftstrom kann somit durch Lüftungskanäle
in dem Trägerkörper und durch den inneren Hohlraum des Polierrings direkt und gezielt
auf die Polieroberfläche des zu polierenden Gegenstands gerichtet werden.
[0036] Der Polierkörper kann anschaulich als Hohlzylinder mit kreisförmigem Querschnitt
ausgebildet sein. Bei einem solchen Polierring kann der eigentliche Polierprozess
an einer planen, ringförmigen Deckfläche des Polierkörpers erfolgen, das heißt flächig.
Alternativ oder ergänzend kann bei einem solchen Polierring der eigentliche Polierprozess
an einer gekrümmten Mantelfläche erfolgen, das heißt radial.
[0037] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der Polierkörper zum abrasionsfreien
oder im Wesentlichen abrasionsfreien Polieren des Gegenstands ausgebildet sein. Anders
ausgedrückt kann das Polieren erfolgen, ohne dass ein wesentlicher Materialabtrag
von dem zu polierenden Gegenstand erfolgt. An dem zu polierenden Gegenstand soll und
wird dadurch gerade kein schleifender Materialabtrag erzeugt.
[0038] Im Folgenden werden exemplarische Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
mit Verweis auf die folgenden Figuren detailliert beschrieben.
Figur 1 zeigt eine drehantriebsseitige Seitenansicht einer Poliervorrichtung gemäß
einem exemplarischen Ausführungsbeispiel.
Figur 2 zeigt eine polierkörperseitige Seitenansicht der Poliervorrichtung gemäß Figur
1.
Figur 3 zeigt eine radiale Draufsicht der Poliervorrichtung gemäß Figur 1.
Figur 4 zeigt eine Querschnittsansicht einer Poliervorrichtung gemäß einem anderen
exemplarischen Ausführungsbeispiel.
[0039] Gleiche oder ähnliche Komponenten in unterschiedlichen Figuren sind mit gleichen
Bezugsziffern versehen.
[0040] Bevor bezugnehmend auf die Figuren exemplarische Ausführungsbeispiele der Erfindung
beschrieben werden, sollen noch einige allgemeine Aspekte der Erfindung erläutert
werden:
Bekannt sind Polierteller aus einem Gewebe, auf denen senkrecht Lamellen aus einem
Filz angeordnet sind, die zum Polieren dienen. Nachteilig beim Polieren mit einer
derartigen Poliervorrichtung ist die starke Temperaturentwicklung an dem zu polierenden
Gegenstand, da die Wärme nicht geeignet abgeführt werden kann. Dies begünstigt das
Entstehen von Polierfehlern, insbesondere von sogenannten Fischaugen als Vertiefungen
in einer zu polierenden Oberfläche.
[0041] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung kann die beim Polieren
entstehende Wärme reduziert werden, indem Lüftungskanäle in Polierscheiben eingebaut
werden. Dazu wird die Tellerscheibe vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt, und in
die Tellerscheibe werden Lüftungskanäle eingebaut. Die Wärmeentwicklung beim Polieren
wird dadurch signifikant verringert, wodurch auch eine leichtere und weniger fehleranfällige
Bearbeitung ermöglicht ist. In die Tellerscheibe können also Lüftungskanäle integriert
werden, wodurch ein Luftaustausch zwischen dem Inneren und dem Äußeren der Scheibe
entsteht. Auf die Tellerscheibe können Filzlamellen aufgebracht werden, um ein Material
eines Gegenstands zu polieren. Die Filzlamellen stehen bevorzugt senkrecht zu der
Tellerscheibe, können jedoch auch andere Winkel einnehmen. Die Lüftungskanäle verlaufen
bevorzugt radial, weiter bevorzugt mit einer gebogenen Form. Vorteilhaft kann der
Lüftungskanal so verlaufen, dass er gegen eine Tangente des Umfangs einen Winkel von
40° bis 60° aufweist. Die Öffnung des Lüftungskanals liegt bevorzugt in Drehrichtung,
um frische oder kühlere Luft in das Innere der Polierscheibe zu leiten. In der Tellerscheibe
ist vorteilhaft ein Innengewinde (zum Beispiel M14) vorgesehen, um die Tellerscheibe
direkt auf einen Winkelschleifer oder eine Poliermaschine aufbringen zu können.
[0042] Figur 1 zeigt eine drehantriebsseitige Seitenansicht (d.h. eine Seitenansicht auf eine Hauptfläche
120 eines Trägerkörpers 102, an die ein in Figur 1 nicht gezeigter Drehantriebkörper
angeschlossen werden kann) einer Poliervorrichtung 100 gemäß einem exemplarischen
Ausführungsbeispiel.
Figur 2 zeigt eine polierkörperseitige (d.h. eine Seitenansicht auf eine Hauptfläche 200
des Trägerkörpers 102, an der ein Polierkörper 104 zu montieren ist) Seitenansicht
der Poliervorrichtung 100 gemäß Figur 1.
Figur 3 zeigt eine radiale Draufsicht der Poliervorrichtung 100 gemäß Figur 1 und Figur 2.
Auf der in Figur 2 zu erkennenden planen Ringfläche 220 des Polierkörpers 104 erfolgt
die eigentliche Wechselwirkung mit dem zu polierenden Gegenstand (nicht gezeigt),
womit das Polieren durchgeführt wird. Alternativ oder ergänzend kann aber auch entlang
der in Figur 3 zu erkennenden gekrümmten Mantelfläche 320 des Polierkörpers 104 die
eigentliche Wechselwirkung mit dem zu polierenden Gegenstand (nicht gezeigt) zum Polieren
erfolgen.
[0043] Die in Figur 1 bis Figur 3 gezeigte Poliervorrichtung 100 dient zum Polieren des
zu polierenden Gegenstands (zum Beispiel ein metallischer, keramischer oder aus Kunststoff
gebildeter Gegenstand mit oder ohne Lack bzw. Grundierung, dessen Oberfläche poliert
werden soll). Die Poliervorrichtung 100 weist einen drehfähig gelagerten und als gekrümmte
ringförmige Trägerscheibe geformten Trägerkörper 102 auf, der aus Kunststoffmaterial
(optional mit einer mechanischen Verstärkung in Form von Glasfasern oder CFK-Fasern)
gebildet ist und beispielsweise mittels Spritzgießens hergestellt werden kann.
[0044] An dem Trägerkörper 102 ist ein zum Beispiel im Wesentlichen aus Filz bestehender
Polierkörper 104 (in dem Poliermittel vorgesehen sein kann) zum Polieren des zu polierenden
Gegenstands angebracht. Die Verbindung zwischen Trägerkörper 102 und Polierkörper
104 kann zum Beispiel permanent bzw. untrennbar sein (zum Beispiel mittels Verklebens),
was einen zuverlässigen Schutz gegen unerwünschtes Ablösen des Polierkörpers 104 von
den Trägerkörper 102 bietet. Alternativ kann die Verbindung zwischen Trägerkörper
102 und Polierkörper 104 auch temporär bzw. trennbar sein (zum Beispiel mittels einer
magnetischen Verbindung oder einer Klettverschlussverbindung), was eine leichte Auswechselbarkeit
des Polierkörpers 104 (zum Beispiel nach Verschleiß) ermöglicht. Die Verbindung zwischen
Polierkörper 104 und Trägerkörper 102 ist dergestalt, dass bei Drehen des Trägerkörpers
102 der Polierkörper 104 mit dem Trägerkörper 102 mitdreht. Obgleich dies in den Figuren
nicht gezeigt ist, kann der Polierkörper 104 mit einem Poliermittel versehen sein,
welches das eigentliche Polieren des zu polierenden Gegenstands durchführt oder zumindest
unterstützt. Derartige Poliermittel sind dem Fachmann geläufig. Der Polierkörper 104
ist zum abrasionsfreien Polieren des zu polierenden Gegenstands ausgebildet ist, d.h.
zum Polieren des Gegenstands im Wesentlichen ohne Materialabtrag von dessen Oberfläche.
Statt dessen erfolgt beim Polieren eher ein Einebnen der Oberfläche.
[0045] In den Trägerkörper 102 integriert ist eine Wärmeabführeinrichtung 106 zum Abführen
von Wärme von der Poliervorrichtung 100 während des Polierbetriebs. Bei der Wechselwirkung
zwischen dem Polierkörper 104 und dem zu polierenden Gegenstand kommt es zum Entstehen
von Reibungswärme, die zu einem unerwünschten Aufheizen von Polierkörper 104 und/oder
dem zu polierenden Gegenstand führt. Wie im Weiteren näher beschrieben wird, führt
die Wärmeabführeinrichtung 106 zu einem wirksamen Kühlen des zu polierenden Gegenstands.
Auch kann eine Kühlung der Poliervorrichtung 100 und insbesondere des Polierkörpers
104 erfolgen, so dass auftretende Reibungswärme effizient abgeführt und ein Aufheizen
des zu polierenden Gegenstands wirksam begrenzt werden kann.
[0046] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Wärmeabführeinrichtung 106 in Form von
mehreren, den Trägerkörper 102 durchdringenden Durchgangslöchern als Lüftungskanäle
ausgebildet, die einen Luftaustausch zwischen der dem Polierkörper 104 zugewandten
Hauptfläche 200 und der dem Polierkörper 104 abgewandten Hauptfläche 120 des Trägerkörpers
102 bewirkt. Anders ausgedrückt strömt beim Drehen des Trägerkörpers 102 entlang einer
Drehrichtung 110 Umgebungsluft durch die Durchgangslöcher hindurch, strömt gezielt
entlang eines zentralen Durchgangslochs des Polierkörpers 104 und belüftet dadurch
selektiv den zu polierenden Gegenstand (optional auch oder alternativ den Polierkörper
104). Somit ist die Wärmeabführeinrichtung 106 durch entsprechende Orientierung und
Ausgestaltung der Durchgangslöcher spezifisch ausgebildet, während des Drehens kontinuierlich
einen wärmeabführenden Luftstrom des Trägerkörpers 102 auf den zu polierenden Gegenstand
bzw. auch den Polierkörper 104 zu richten. Besonders in Figur 1 ist gut zu erkennen,
dass die Wärmeabführeinrichtung 106 eine Mehrzahl von um eine Drehachse des Trägerkörpers
102 herum verteilt angeordnete Durchgangslöcher aufweist, so dass eine homogene Belüftung
und somit Kühlung des zu polierenden Gegenstands und des gesamten Polierkörpers 104
sichergestellt ist.
[0047] Ferner ist insbesondere Figur 1 zu entnehmen, dass an der dem Polierkörper 104 abgewandten
Hauptfläche 120 des Trägerkörpers 102 an den Lüftungskanälen - genauer gesagt an Positionen
an den Lüftungskanälen stromaufwärts in Drehrichtung 110 des Trägerkörpers 102 - Überstände
112 zum Einleiten von Luft in die Lüftungskanäle während des Drehens vorgesehen sind.
Anders ausgedrückt eilt beim Drehen des Trägerkörpers 102 in Drehrichtung 110 jeder
der Überstände 112 seinem zugeordneten Lüftungskanal hinterher. Die Überstände 112
dienen anschaulich als Schaufeln oder Flügel, mit denen der Luftstrom gebündelt und
in die Lüftungskanäle fokussiert wird, womit es zu einer starken Belüftung bzw. Ventilierung
des zu polierenden Gegenstands kommt. Insbesondere können damit die Kühlwirkung begünstigende
Verwirbelungen und das Ausbilden turbulenter Strömungen gefördert werden.
[0048] Wie besonders in Figur 1 und Figur 3 zu erkennen, ist der Trägerkörper 102 aus einem
zentralen kuppelförmigen Innenring 140 und einem darum herum angeordneten im Wesentlichen
ebenen Außenring 150 aufgebaut, an dessen Außenseite allerdings den Kühleffekt weiter
verstärkende Außenrippen 152 vorgesehen sein können. In einem äußeren Bereich des
zentralen kuppelförmigen Innenrings 140 sind leicht geneigt die Durchgangslöcher der
Wärmeabführeinrichtung 106 sowie die Kühlrippen oder Überstände 112 vorgesehen.
[0049] Vorteilhaft sind, wie in Figur 1 explizit gezeigt und Figur 2 in entsprechender Weise
entnehmbar ist, die Lüftungskanäle gegenüber einer Radialerstreckung 130 ausgehend
von einer Drehachse (siehe Bezugszeichen 108) des Trägerkörpers 102 in Drehrichtung
110 verkippt, und zwar vorzugsweise um einen Verkippwinkel β in einem Bereich zwischen
40° und 60°. Es hat sich gezeigt, dass diese Geometrie zu einer besonders wirksamen
Belüftung, Kühlung und somit Wärmeabfuhr von dem zu polierenden Gegenstand bzw. Polierkörper
104 führt. Es hat sich gezeigt, dass eine winkelige Anordnung der Lüftungskanäle 106
zu einem verstärkten Ventilatoreffekt führt.
[0050] Figur 1 zeigt ferner, dass an dem Trägerkörper 102 eine darin integrierte Drehantriebsaufnahme
108 zum Aufnehmen eines zum Drehantreiben des Trägerkörpers 102 ausgebildeten Drehantriebkörpers
300 vorgesehen ist. Der Drehantriebkörper 300 ist in Figur 3 schematisch dargestellt.
Der Drehantriebkörper 300 ist zum form- und kraftschlüssigen sowie drehmomentübertragenden
Eingreifen in die Drehantriebsaufnahme 108 zum Drehantreiben des Trägerkörpers 102
konfiguriert. Der Drehantriebkörper 300 enthält, obwohl dies in Figur nicht gezeigt
ist, auch eine Antriebseinrichtung wie einen Elektromotor zum Bereitstellen des Drehmoments
und kann ebenso eine Handhabungseinrichtung zum Handhaben durch einen Benutzer aufweisen.
[0051] Wie in Figur 2 gut zu erkennen ist, ist der Polierkörper 104 ringförmig, scheibenförmig
oder hohlzylinderförmig und ist unter Schlitzbildung in eine Vielzahl von sich gemäß
dem gezeigten Ausführungsbeispiel radial nach außen hin erstreckenden Polierlamellen
aufgeteilt. Ein makroskopisches, zentrales Durchgangsloch des Polierkörpers 104 erlaubt
es, dass die polierkörperseitigen Auslässe der Wärmeabführeinrichtung 106 freiliegen
und somit der durch das Rotieren von Trägerkörper 102 und Polierkörper 104 und die
Ausgestaltung der Lüftungskanäle bewirkte Luftstrom wirksam auf den zu polierenden
Gegenstand gerichtet wird. Dies wäre mit einem vollen Polierkörper (ohne makroskopisches,
zentrales Durchgangsloch) nicht ohne weitere Vorkehrungen möglich. Jeweils benachbarte
Polierlamellen sind durch Schlitze voneinander getrennt, insbesondere unter Bildung
von makroskopischen Zwischenräumen voneinander beabstandet. Die Polierlamellen erstrecken
sich von einer Drehachse radial nach außen, könnten alternativ aber auch gegenüber
einer radial nach außen verlaufenden Anordnung tangential in Drehrichtung gebogen
sein (nicht gezeigt).
[0052] Figur 4 zeigt eine Querschnittsansicht einer Poliervorrichtung 100 gemäß einem anderen exemplarischen
Ausführungsbeispiel.
[0053] In Figur 4 ist gut zu erkennen, dass die Überstände 112 geformt sind, um bei Drehung
von Trägerkörper 102 und Polierkörper 104 mittels des Drehantriebkörpers 300 Umgebungsluft
gezielt in die Lüftungskanäle der Wärmeabführeinrichtung 106 einzuleiten und dort
zu fokussieren. Die Lüftungskanäle der Wärmeabführeinrichtung 106 wiederum sind orientiert,
den kühlenden Luftstrom durch einen Hohlraum 420 des Polierkörpers 104 gezielt auf
einen zu polierenden Gegenstand 410 zu richten, der an der planen Ringfläche 220 des
Polierkörpers 104 poliert wird.
[0054] Auch ist es alternativ oder ergänzend möglich, die Lüftungskanäle der Wärmeabführeinrichtung
106 so zu orientieren, dass der kühlende Luftstrom zur Kühlung auf den Polierkörper
104 gerichtet wird. Auch können zum weiter verbesserten Kühlen des Polierkörpers 104
optional makroskopische Kühlkanäle 400 zum Beispiel ausgehend von einer Innenfläche
des als Polierring ausgebildeten Polierkörpers 104 vorgesehen sein, in welche der
kühlende Luftstrom beim Drehen eingeleitet wird. Durch die Kühlkanäle 400 kann die
Kühlwirkung besonders wirksam in Richtung der an dem Kühlkörper 104 außenseitig angebrachten
Polierlamellen eingeleitet werden. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn alternativ
an der gekrümmten Mantelfläche 320 des Polierkörpers 104 die eigentliche Wechselwirkung
mit dem zu polierenden Gegenstand zum Polieren erfolgt, da dann an dieser Stelle viel
Reibungswärme infolge des Polierens des zu polierenden Gegenstands auftritt.
[0055] Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass aufweisend" keine anderen Elemente oder Schritte
ausschließt und "eine" oder "ein" keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei darauf hingewiesen,
dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele
beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten
anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen
in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.
1. Poliervorrichtung (100) zum Polieren eines zu polierenden Gegenstands (410), wobei
die Poliervorrichtung (100) aufweist:
einen drehfähigen Trägerkörper (102);
einen an dem Trägerkörper (102) befestigten oder befestigbaren Polierkörper (104)
zum Polieren des zu polierenden Gegenstands (410), wenn der Polierkörper (104) mit
dem Trägerkörper (102) dreht und auf den zu polierenden Gegenstand (410) einwirkt;
und
eine an dem Trägerkörper (102) vorgesehene Wärmeabführeinrichtung (106) zum Abführen
von Wärme von dem Polierkörper (104) und/oder dem zu polierenden Gegenstand (410),
wenn der Polierkörper (104) mit dem Trägerkörper (102) dreht und der Polierkörper
(104) den zu polierenden Gegenstand (410) poliert;
wobei die Wärmeabführeinrichtung (106) ausgebildet ist, durch den Rotationsvorgang
des Trägerkörpers (102) aktiviert und betrieben zu werden, sodass das Wärmeabführen
durch Generieren eines Luftstroms durch das Drehen des Trägerkörpers (102) samt Wärmeabführeinrichtung
(106) ausgelöst wird.
2. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 1, wobei die Wärmeabführeinrichtung (106) in
den Trägerkörper (102) integriert ist.
3. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Wärmeabführeinrichtung
(106) mindestens eine Wärmeabführöffnung in dem Trägerkörper (102) aufweist.
4. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 3, wobei die mindestens eine Wärmeabführöffnung
(106) als den Trägerkörper (102) radial durchdringendes Durchgangsloch vorgesehen
ist, das einen Luftaustausch zwischen einer dem Polierkörper (104) zugewandten Hauptfläche
(200) des Trägerkörpers (102) und einer dem Polierkörper (104) abgewandten Hauptfläche
(120) des Trägerkörpers (102) bewirkt.
5. Poliervorrichtung (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Wärmeabführeinrichtung
(106) ausgebildet ist, während des Drehens einen wärmeabführenden Luftstrom von dem
Trägerkörper (102) auf den Polierkörper (104) und/oder auf den zu polierenden Gegenstand
(410) zu richten.
6. Poliervorrichtung (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Wärmeabführeinrichtung
(106) eine Mehrzahl von Lüftungskanälen aufweist.
7. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 6, wobei an einer dem Polierkörper (104) abgewandten
Hauptfläche (120) des Trägerkörpers (102) in Drehrichtung (110) des Trägerkörpers
(102) stromaufwärts der Lüftungskanäle (106) an den Lüftungskanälen (106) Überstände
(112) zum Einleiten von Luft in die Lüftungskanäle (106) während des Drehens vorgesehen
sind.
8. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 6 oder 7, wobei die Lüftungskanäle (106) an
mindestens einer Hauptfläche (120, 200) des Trägerkörpers (102) gegenüber einer Radialerstreckung
(130) des Trägerkörpers (102) ausgehend von einer Drehachse verkippt sind, insbesondere
entgegen einer Drehrichtung (110) des Trägerkörpers (102) verkippt sind, weiter insbesondere
um einen Verkippwinkel (β) in einem Bereich zwischen 40° und 60°.
9. Poliervorrichtung (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, aufweisend eine an dem
Trägerkörper (102) vorgesehene, insbesondere darin integrierte, Drehantriebsaufnahme
(108) zum Aufnehmen eines zum Drehantreiben des Trägerkörpers (102) ausgebildeten
Drehantriebkörpers (300).
10. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 9, aufweisend den Drehantriebkörper (300) zum
Eingreifen in die Drehantriebsaufnahme (108) zum Drehantreiben des Trägerkörpers (102).
11. Poliervorrichtung (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Polierkörper
(104) eine Vielzahl von Polierlamellen aufweist, die insbesondere in einer eine Achsrichtung
des Trägerkörpers (102) enthaltenden jeweiligen Ebene liegen oder in einer unter einem
Winkel zu einer Achsrichtung des Trägerkörpers (102) verlaufenden jeweiligen Ebene
liegen, weiter insbesondere gefächert ausgebildet sind.
12. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 11, wobei jeweils benachbarte Polierlamellen
(104) durch Schlitze voneinander getrennt, insbesondere voneinander beabstandet, sind.
13. Poliervorrichtung (100) gemäß Anspruch 11 oder 12, wobei die Polierlamellen (104)
senkrecht zu einer Drehachse des Trägerkörpers (102) radial nach außen verlaufend
angeordnet sind oder gegenüber einer radial nach außen verlaufenden Anordnung tangential,
insbesondere in Drehrichtung (110), gebogen sind.
14. Poliervorrichtung (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, aufweisend zumindest eines
der folgenden Merkmale:
wobei der Polierkörper (104) zum abrasionsfreien Polieren des zu polierenden Gegenstands
(410) ausgebildet ist;
wobei der Polierkörper (104) als Polierring mit einem inneren Hohlraum (420) ausgebildet
ist;
wobei der Polierkörper (104) Filz aufweist, insbesondere aus Filz mit optional darin
eingebrachtem Poliermittel besteht;
wobei der Trägerkörper (102) als Spritzgussteil ausgebildet ist;
wobei der Trägerkörper (102) Kunststoff aufweist, insbesondere aus Kunststoff oder
aus einer Mischung aus Kunststoff und Glasfasern besteht;
wobei die Wärmeabführeinrichtung (106) eine Mehrzahl von um eine Drehachse des Trägerkörpers
(102) herum verteilt angeordneten Wärmeabführstrukturen aufweist, die insbesondere
untereinander den gleichen Winkelversatz haben.
15. Polierverfahren zum Polieren eines zu polierenden Gegenstands (410), wobei das Polierverfahren
aufweist:
Drehantreiben eines drehfähigen Trägerkörpers (102);
Polieren des zu polierenden Gegenstands (410) mittels eines an dem Trägerkörper (102)
befestigten und mit dem drehangetriebenen Trägerkörper (102) mitdrehenden Polierkörpers
(104); und
Abführen von Wärme von dem Polierkörper (104) und/oder dem zu polierenden Gegenstand
(410) mittels einer an dem Trägerkörper (102) vorgesehenen Wärmeabführeinrichtung
(106), wenn der Polierkörper (104) mit dem Trägerkörper (102) dreht und der Polierkörper
(104) den zu polierenden Gegenstand (410) poliert;
wobei die Wärmeabführeinrichtung (106) durch den Rotationsvorgang des Trägerkörpers
(102) aktiviert und betrieben wird, sodass das Wärmeabführen durch Generieren eines
Luftstroms durch das Drehen des Trägerkörpers (102) samt Wärmeabführeinrichtung (106)
ausgelöst wird.