(19)
(11) EP 2 726 680 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.09.2015  Patentblatt  2015/37

(21) Anmeldenummer: 12735426.4

(22) Anmeldetag:  29.06.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/76(2006.01)
E04B 2/92(2006.01)
E04B 1/90(2006.01)
E04F 13/08(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/AT2012/000178
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2013/000004 (03.01.2013 Gazette  2013/01)

(54)

FASSADENKONSTRUKTION ZUR WÄRMEDÄMMUNG UND VERKLEIDUNG VON GEBÄUDEAUßENWÄNDEN SOWIE VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINER SOLCHEN FASSADENKONSTRUKTION

FAÇADE CONSTRUCTION FOR THERMALLY INSULATING AND CLADDING EXTERNAL WALLS OF BUILDINGS, AND METHOD FOR PRODUCING SUCH A FAÇADE CONSTRUCTION

CONSTRUCTION DE FAÇADE POUR L'ISOLATION THERMIQUE ET L'HABILLAGE DE PAROIS DE BÂTIMENTS, ET PROCÉDÉ DE FABRICATION D'UNE TELLE CONSTRUCTION DE FAÇADE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 29.06.2011 AT 80122012

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
07.05.2014  Patentblatt  2014/19

(73) Patentinhaber: Wopfinger Baustoffindustrie GmbH
2754 Waldegg (AT)

(72) Erfinder:
  • LORENZ, Jürgen
    A-2700 Wr. Neustadt (AT)
  • SCHMID, Robert
    A-2754 Waldegg (AT)

(74) Vertreter: Sonn & Partner Patentanwälte 
Riemergasse 14
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
FR-A1- 2 359 942
US-A1- 2003 041 544
US-A- 4 351 873
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Fassadenkonstruktion zur Wärmedämmung und Verkleidung von Gebäudeaußenwänden mit einer auf der Gebäudeaußenwand anzuordnenden Wärmedämmschicht, einer wasserdichten Schicht und wenigstens einer Verkleidungsplatte. Die Erfindung betrifft weiters ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Fassadenkonstruktion.

    [0002] Um Energieverluste durch über Gebäudeaußenwände abgegebene Wärme zu reduzieren, werden auf der Innen- bzw. Außenseite der Wände bekannterweise Wärmedämmschichten aufgebracht. Die Wärmedämmschichten werden hierbei mit der Gebäudeaußenwand verklebt oder an dieser mit Dübeln befestigt und beispielsweise mit einer Armierung und einer mineralischen Außenschicht versehen. Es ist weiters bekannt Wärmedämmschichten durch Aufkleben oder beabstandetes Anordnen von Außenplatten vor mechanischer Beschädigung und Witterungseinflüssen zu schützen.

    [0003] Die DE 40 07 268 A1 betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer mit einem wasserdichten Überzug versehenen Wärmedämmschicht für ein Bauwerk, das eine zweischalige Außenwand bestehend aus einer Innenschale und einer hierzu beabstandeten Außenschale aufweist. Die Wärmedämmschicht ist auf der Außenseite der Innenschale angeordnet. Die Außenschale ist jedoch nicht mit der Wärmedämmschicht verklebt, sondern an der Innenschale mit Ankern befestigt, welche die Wärmedämmschicht durchdringen. Der wasserdichte Überzug wird auf die Dämmschicht in Form einer haftenden Flüssigkeit beispielsweise durch Aufspritzen, Anstreichen oder Aufspachteln etwa mit einer Schichtdicke von 1 bis 1,5 mm aufgetragen. Der wasserdichte Überzug besteht aus flüssigem Kunststoff, beispielsweise einem organischen Polymerisat, oder aus einer in Wasser dispergierenden, halbflüssigen Latexmischung. Die Dämmschicht ist beispielsweise eine Mineralfaserplatte. Als Außenschale werden Fassadenplatten aus Kunststoff oder Naturstein erwähnt.

    [0004] Die WO 98/05604 A1 bezieht sich auf anorganische bzw. organische Dämmstoffe, bespielsweise Phenolharz-, Polystyrol-, oder Polyurethan-Hartschäume zum Dämmen gegen Temperatur-, Schall- bzw. Feuchtigkeitseinflüsse. Auf mindestens einer Seite der Dämmschicht ist eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht angeordnet. Hierfür wird auf die Dämmschicht eine Dispersion bzw. eine Lösung mit Polymeren auf Polyestergrundlage, vorzugsweise Copolyetherestergrundlage, Polyurethangrundlage, bzw. Polyetheramidgrundlage, vorzugsweise Copolyetheramidgrundlage, aufgetragen. Das Auftragen kann unter anderem mittels Aufsprühen, Aufpinseln, Aufwalzen, Eintauchen, Streichen oder Lackieren erfolgen. Diese Druckschrift bezieht sich somit auf eine wasserdichte Beschichtung von Wärmedämmstoffen, beschreibt jedoch keinen detaillierten Aufbau einer Gebäudefassade.

    [0005] Die EP 1 455 027 A1 offenbart ein Wärmedämmelement für Gebäude, wobei das Wärmedämmelement eine Dämmplatte mit auf deren Oberfläche angeordneter Kaschierung aufweist. Das Wärmedämmelement wird beispielsweise mit einer Kellerwand verklebt oder an dieser mit Dübeln befestigt. Die Kaschierung ist vorzugsweise eine auf das Wärmedämmelement aufgeklebte Faserzementplatte oder Kunststoffplatte, um das Wärmedämmelement vor mechanischer Beschädigung zu schützen und nachfolgende Verputzarbeit einzusparen.

    [0006] In der Beschreibungseinleitung der DE 100 07 775 A1 wird allgemein auf das Aufkleben von Aluminiumblechen, Kunststoffplatten oder Holzplatten auf EPS/XPS-Wärmedämmplatten für spezielle Einsatzzwecke hingewiesen. Die DE 100 07 775 A1 selbst bezieht sich auf eine EPS/XPS-Platte die auf der zu beschichtenden Plattenoberfläche mit Vertiefungen bzw. einem Klebstoff versehen ist. Auf die EPS/XPS-Platte wird eine mineralische Außenschicht, nötigenfalls mit einer Armierung, aufgebracht.

    [0007] Die AT 409 986 B betrifft eine mehrschichtige Vorsatzschale zur Schall- bzw. Wärmedämmung eines Gebäudes. Die Vorsatzschale weist eine aus miteinander verbundenen Schaumstoffflocken gebildete Schaumstoffschicht auf, die mit der Gebäudewand verklebt wird. An der der Gebäudewand abgewandten Oberfläche der Schaumstoffschicht ist eine Deckschicht, beispielsweise eine Gipskartonplatte oder eine Faserplatte, mittels eines Klebstoffes befestigt.

    [0008] Der Abstract der CN 201128969 Y bezieht sich auf eine Polyurethan Dämmplatte, die auf einer Seitenfläche eine wasserdichte Klebeschicht, eine weitere Klebeschicht und eine wasserdichte Schicht aufweisen kann.

    [0009] Die US 4,351,873 A offenbart eine Dämmplatte für die Verkleidung von Dächern und Gebäudewänden mit einem festen geschlossen-zelligen Polyurethanschaumkern, der an einer seiner Oberflächen kontinuierlich mit einer wasserdichten Beschichtung versehen ist, auf welche eine weitere Beschichtung mit geringer Wasseraufnahmefähigkeit unter Ausbildung eines Zwischenraumes geklebt ist. Die Dämmplatte wird mit heißem Bitumen beschichtet, in welches Verkleidungsplatten eingelegt werden. Der Aufbau der Dämmplatte und die Befestigung der Verkleidungsplatten daran ist dementsprechend aufwändig.

    [0010] Aus der FR 2 359 942 A1 geht eine auf einer Gebäudeaußenwand angeordnete Wärmedämmschicht hervor, die im Inneren eine wasserdichte Schicht enthält. Auf die Wärmedämmschicht sind mehrere im Abstand zueinander angeordnete Verkleidungsplatten geklebt.

    [0011] Die US 2003/0041544 A1 betrifft eine strukturell verstärkte, auf einen Rahmen einer Gebäudewand zu verklebende Dämmverkleidung mit einer Dämmschicht, auf deren eine Seite eine Verstärkungsschicht und auf deren andere Seite optional eine Verkleidungsschicht geklebt ist.

    [0012] Die vorstehend genannten Druckschriften beschreiben somit einerseits die Beschichtung einer Wärmedämmschicht mit einem wasserdichten Überzug und andererseits das Aufkleben von Platten, beispielsweise Kunststoff- oder Faserzementplatten, auf eine Wärmedämmschicht.

    [0013] Die Anordnung einer vorgesetzten Fassade an einer wärmegedämmten Gebäudeaußenwand erfüllt zwar die Anforderungen an den Schutz der Wärmedämmung, ist jedoch auch arbeits- und somit kostenintensiv. Zudem wird die Dicke der Gebäudefassade in oft unerwünschtem Ausmaß erhöht. Die im Stand der Technik beschriebene direkte Verklebung von Außenplatten auf die Wärmedämmschicht erfolgt hingegen ohne weitgehende Maßnahmen zum Schutz der Wärmedämmschicht vor Feuchtigkeit, wodurch insbesondere bei Anordnungen im Außenbereich auch Schäden durch Frost entstehen können. Die offenbarten Konstruktionen schränken zudem die oftmals gewünschte Flexibilität in der Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes der Fassade ein.

    [0014] Es ist somit eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die sich aus dem Stand der Technik ergebenden Nachteile zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren und eine Fassade zu konstruieren, die mit möglichst geringem Zeitaufwand, auf einfache Weise und somit kostengünstig herstellbar ist. Zudem soll die Fassadenkonstruktion langlebig sein und langfristig Schäden an der Bausubstanz, beispielsweise durch in die Wärmedämmschicht eindringende Feuchtigkeit aufgrund von Schlagregen oder anderen Umwelteinflüssen, vermieden werden. Insbesondere soll die Fassadenkonstruktion die für die Erzielung der Verkehrssicherheit nötige mechanische Stabilität aufweisen und zugleich ein optisch möglichst ansprechendes äußeres Erscheinungsbild und vergrößerten gestalterischen Spielraum ermöglichen.

    [0015] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Verkleidungsplatte über zumindest einen Klebeabschnitt direkt mit der wasserdichten Schicht verklebt ist und die wasserdichte Schicht eine auf der Wärmedämmschicht angeordnete wasserdichte Armierung und/oder eine wasserdichte Beschichtung der/einer auf der Wärmedämmschicht angeordneten Armierung aufweist und der Klebeabschnitt zumindest einen doppelseitigen Klebestreifen und zumindest eine Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum aufweist. Die Wärmedämmschicht wird in dem Fachmann bekannter Weise mit der zu dämmenden Seite der Gebäudeaußenwand verklebt und/oder mit Dübeln befestigt. Als Klebemittel kann beispielsweise ein mineralischer Pulverkleber auf Zementbasis Anwendung finden. Sowohl die Wärmedämmschicht als auch die Klebeschicht können hierbei, um Feuchtigkeitstransport zu ermöglichen, diffusionsoffen oder dampfbremsend ausgebildet bzw. angeordnet sein. Die auf der der Gebäudeaußenwand abgewandten Seite der Wärmedämmschicht angeordnete Armierung umfasst eine Schicht aus Armierungsmörtel, in die ein Armierungsgewebe eingelegt ist. Das Armierungsgewebe kann entweder auf eine erste Teilschicht des Armierungsmörtels aufgedrückt werden, um anschließend mit einer zweiten Teilschicht von Armierungsmörtel bedeckt zu werden, oder das Armierungsgewebe wird in eine weitgehend fertige Schicht aus Armierungsmörtel hinein gedrückt. Aufgabe des Armierungsgewebes ist es, die Bildung von Spannungsrissen, die beispielsweise auf wechselnde Temperatureinflüsse zurückzuführen sind, innerhalb der Schicht aus Armierungsmörtel weitgehend zu verhindern. Als Armierungsgewebe können, wie aus dem Stand der Technik bekannt ist, netz- oder gitterartige Strukturen oder Gewebe sowie beispielsweise Gewirke, Gelege oder Vlies verwendet werden. Zur Herstellung einer Armierung kann beispielsweise ein alkalibeständiges Glasfasergewebe in eine aus einem mineralischen Pulververkleber auf Zementbasis hergestellte Spachtelmasse eingebettet werden.

    [0016] Die wasserdichte Schicht verhindert ein Eindringen von Feuchtigkeit in die Wärmedämmschicht und somit Schäden an dieser. In der kalten Jahreszeit könnte die Feuchtigkeit zudem Frostschäden verursachen, deren Behebung mit entsprechendem finanziellen Aufwand verbunden ist. Wird die wasserdichte Schicht mittels einer wasserdichten Armierung gebildet, die auf die Wärmedämmschicht in an sich bekannter Weise aufgebracht wird, so kann beispielsweise eine weitere Beschichtung zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit entfallen. Eine wasserdichte Armierung wird beispielsweise mittels eines Sand, Leichtmineralzuschläge, Weißzement und Weißkalk aufweisenden Mörtels erzielt. Ebenso könnte in einen an sich nicht wasserdichten Armierungsmörtel ein wasserdichtes, gegebenenfalls diffusionsoffenes, Armierungsgewebe eingebettet werden.

    [0017] Die Armierung kann jedoch auch nicht wasserdicht ausgebildet sein. In diesem Fall ist auf die Armierung eine wasserdichte, haftende Beschichtung, vorzugsweise eine Dispersion bzw. eine Lösung mit Polymeren, aufgebracht, um eine wasserdichte Schicht zu erhalten. Vorzugsweise, wenn auch nicht notwendiger Weise, ist die wasserdichte Schicht diffusionsoffen oder zumindest dampfbremsend ausgebildet. Dies ermöglicht die Abgabe von in der Armierung oder in der Wärmedämmschicht vorhandener Feuchtigkeit.

    [0018] Um mit der wasserdichten Schicht eine noch zuverlässigere Abdichtung gegenüber Feuchtigkeit zu erzielen, kann auch eine wasserdichte Armierung zusätzlich mit einer wasserdichten Beschichtung versehen werden.

    [0019] Wesentlich ist zudem, dass die wasserdichte Schicht zumindest in dem vor Feuchtigkeit zu schützenden Bereich der Fassade im Wesentlichen unterbrechungsfrei angeordnet ist und eine dauerhaft stabile Verbindung mit der Wärmedämmschicht bildet. Um die Wärmedämmschicht und die wasserdichte Schicht vor schädigenden Umwelteinflüssen oder allgemein mechanischer Beschädigung zu schützen sowie aus Gründen der ästhetischen Fassadengestaltung, ist zumindest eine, im Allgemeinen jedoch eine Vielzahl von Verkleidungsplatten auf der wasserdichten Schicht befestigt. Die Befestigung erfolgt gemäß der Erfindung mittels einer Klebeverbindung. Eine derartige kraftschlüssige Verbindung bietet gegenüber formschlüssigen Verbindungen den Vorteil, dass keine arbeitsintensiven Montageschritte zum Vorsehen von Verankerungen an der Gebäudeaußenwand erforderlich sind. Zudem werden durch allfällige Verankerungen oder Verschraubungen verursachte Kältebrücken und der hierfür erforderliche Materialaufwand vermieden. Die Verkleidungsplatten können somit mit geringem Zeitaufwand an der wasserdichten Schicht befestigt werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass, auch wenn eine formschlüssige Befestigung der Verkleidungsplatten an der Gebäudeaußenwand bzw. der wasserdichten Schicht nicht erforderlich ist, eine solche zusätzliche Befestigung im Rahmen der Erfindung keinesfalls ausgeschlossen ist. Die Verkleidungsplatte kann grundsätzlich jede für den Außenbereich geeignete Platte, die beispielsweise Holz, Kunststoff, Metall, Keramik, Stein oder Kombinationen hiervon aufweist, sein. Das für die Befestigung der Verkleidungsplatten verwendete Klebematerial ist wasserdicht und weist über die zu erwartende Lebensdauer einer Gebäudefassade die hierfür erforderliche Klebekraft auf. Insbesondere ist polymergebundener Klebstoff als Klebematerial geeignet. Die Verkleidungsplatten werden über zumindest einen Klebeabschnitt mit der wasserdichten Schicht verklebt. Dieser Klebeabschnitt kann vollflächig auf der Innenseite der Verkleidungsplatte angeordnet sein, oder auch nur in einem Teilbereich hiervon. Durch die Verklebung über nur einen Teilbereich der Verkleidungsplatte kann der Zeitaufwand für die hierfür erforderliche Beschichtung der Verkleidungsplatte mit dem Klebematerial verkürzt und zudem der Materialaufwand reduziert werden.

    [0020] Der Klebeabschnitt weist zumindest einen doppelseitigen Klebestreifen und zumindest eine Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum auf. Die Verklebung der Verkleidungsplatten mittels eines doppelseitigen Klebemittels, insbesondere Klebestreifens, bietet den Vorteil einer sofortigen Haftung der Verkleidungsplatte auf der wasserdichten Schicht. Die Anzahl der Klebestreifen ist im Rahmen der Erfindung nicht eingeschränkt und hängt vorzugsweise vom Gewicht und der Größe der verwendeten Verkleidungsplatte ab. Durch Vorsehen einer geeigneten Anzahl von Klebestreifen sind somit zusätzliche Befestigungsmittel nicht erforderlich. Die doppelseitigen Klebemittel, welche vorzugsweise Streifenform aufweisen, hierauf jedoch nicht beschränkt sind, können bereits an der Herstellungsstätte der Verkleidungsplatte einseitig mit dieser verklebt werden, so dass an der Baustelle zur Verklebung der Verkleidungsplatte mit der wasserdichten Schicht beispielsweise nur mehr ein Schutzstreifen von dem Klebestreifen abgezogen werden muss. Zusätzlich zu einem doppelseitigen Klebestreifen ist eine Klebeschicht aus auf der Innenseite der Verkleidungsplatte aufgebrachtem Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum angeordnet. Hierdurch wird die Verkleidungsplatte sowohl mit einem doppelseitigen Klebestreifen als auch mit einer Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum mit der wasserdichten Schicht verklebt. Die Klebeschicht wird hierbei in dem von dem Klebestreifen nicht abgedeckten Bereich angeordnet, wobei die Menge des aufgebrachten Klebematerials abhängig von dem Gewicht und der Fläche der verwendeten Verkleidungsplatte gewählt wird. Der Vorteil dieser Kombination aus doppelseitigen Klebestreifen und zumindest einer Klebeschicht ist insbesondere, dass der doppelseitige Klebestreifen zu einer sofortigen Verklebung mit der wasserdichten Schicht führt, welche die Verkleidungsplatte in der gewünschten Position hält, während die zusätzliche Klebeschicht nach und nach ihre endgültige Klebekraft annimmt. Die Verwendung von Polyurethanschaum bietet insbesondere den Vorteil, dass dieser sich zwischen der Verkleidungsplatte und der wasserdichten Schicht ausdehnt und somit mit geringem Materialaufwand eine entsprechend große Klebefläche erzielt wird. Zudem weist Polyurethanschaum gegenüber Polyurethanklebstoff den Vorteil geringerer Materialkosten auf. Der durch die Höhe des doppelseitigen Klebestreifens verursachte Abstand zwischen der Verkleidungsplatte und der wasserdichten Schicht ist im Rahmen der Erfindung nicht eingeschränkt, beträgt jedoch vorzugsweise einige Millimeter.

    [0021] Wird der doppelseitige Klebestreifen im Wesentlichen vertikal angeordnet, ist die Verkleidungsplatte im Vergleich zu einer horizontalen Anordnung des doppelseitigen Klebestreifens besonders gut gegen ein vor allem durch Schwerkraft bedingtes Verrutschen in vertikaler Richtung und ein Ablösen der Verkleidungsplatte von der wasserdichten Schicht aufgrund der nun fehlenden Verbindung zu dem horizontal angeordneten Klebestreifen gesichert. Die Anordnung des doppelseitigen Klebestreifens auf der wasserdichten Schicht muss jedoch keinesfalls exakt vertikal erfolgen. Wesentlich ist, wie vorstehend beschrieben, dass der doppelseitige Klebestreifen eine stabile Befestigung der Verkleidungsplatte gewährleistet. Eine im Wesentlichen vertikale Anordnung des Klebestreifens bietet zudem den Vorteil, dass sich eindringende Feuchtigkeit, beispielsweise durch Schlagregen, nicht an der langen Oberkante eines sich horizontal erstreckenden Klebestreifens ansammeln kann, wodurch insbesondere in der kalten Jahreszeit Frostschäden und somit Schäden an der Fassadenkonstruktion durch Einfrieren der angesammelten Wassermassen verhindert werden können.

    [0022] Es ist weiters besonders vorteilhaft, wenn der Umfang zumindest einer Klebeschicht im Wesentlichen kreis- bzw. ringförmig ist und der zumindest eine doppelseitige Klebestreifen zur Klebeschicht beabstandet ist. Obwohl grundsätzlich die Klebeschicht beliebige Form aufweisen kann, sollte diese vertikal gerichtete Vertiefungen, in denen sich eindringende Feuchtigkeit bzw. Wasser ansammeln kann, vermeiden. Die Anordnung der Klebeschicht in Kreis- bzw. Ringform ermöglicht das Abfließen eindringender Feuchtigkeit an den Rändern dieser Klebeschicht, wenn die Ränder die doppelseitigen Klebestreifen nicht kontaktieren. Das Aufbringen der Klebeschicht in Kreis- bzw. Ringform kann zudem besonders zeitsparend erfolgen, da dies ohne mehrfaches Absetzen des das Klebemittel enthaltenden Behälters möglich ist. Zudem weist der Klebebereich vorteilhafterweise in horizontaler und vertikaler Richtung entsprechend große Erstreckungen auf. Abweichend von einer Kreis- bzw. Ringform kann die Klebeschicht selbstverständlich auch Kreis- bzw. Ring-ähnlich, wie beispielsweise elliptisch, aufgetragen werden.

    [0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist zumindest eine Klebeschicht punktweise oder streifenweise, vorzugsweise im Wesentlichen vertikal, angeordnet. Sowohl mittels einer punktweisen als auch streifenweisen Anordnung der Klebeschicht kann in materialsparender Weise eine vorzugsweise weitgehend gleichmäßige Verteilung der Klebeschicht zwischen der Verkleidungsplatte und der wasserdichten Schicht erzielt werden. Aufgrund einer im Allgemeinen durch das Andrücken der Verkleidungsplatte bewirkten Verbreiterung der punktweise oder streifenweise aufgebrachten Klebeschicht ist der Abstand zwischen den einzelnen Punkten bzw. Streifen derart gewählt, dass keine zusammenhängenden, sich über die Breite der Verkleidungsplatte erstreckenden Klebeschichten entstehen, an deren Oberseite sich eindringende Feuchtigkeit bzw. Regenwasser sammeln könnte. Aus diesem Grund ist es auch bevorzugt, streifenweise Klebeschichten im Wesentlichen vertikal anzuordnen, damit eingedrungenes Wasser zwischen der Verkleidungsplatte und der wasserdichten Schicht möglichst ungehindert abfließen kann. Selbstverständlich kann die Klebeschicht zur Verklebung einer Verkleidungsplatte sowohl punktweise als auch streifenweise Abschnitte aufweisen.

    [0024] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind mehrere Verkleidungsplatten mit Abstand zueinander angeordnet. Die Verkleidungsplatten können hierbei sowohl vertikal als auch horizontal voneinander beabstandet sein. Da die Verkleidungsplatten nicht notwendigerweise aneinander angrenzen müssen und insbesondere keine wasserdichte Verbindung miteinander aufweisen müssen, kann die Fassade grundsätzlich ästhetischen Anforderungen genügend ausgebildet werden. Beispielsweise wäre es möglich, die Verkleidungsplatten streifenweise horizontal oder vertikal mit Abstand zu den jeweils benachbarten Streifen anzuordnen. Um den optischen Eindruck der Fassadenkonstruktion weiter zu verbessern, kann die Farbe der wasserdichten Schicht mit jener der Verkleidungsplatten abgestimmt sein. Die aufgrund von Umwelteinflüssen zwischen benachbarten und beabstandeten Verkleidungsplatten eindringende Feuchtigkeit wird entweder im Falle einer vollflächigen Verklebung der Verkleidungsplatte nicht zwischen diese und die wasserdichte Schicht eindringen können und somit ungehindert über die Vorderseite oder den Rand der Verkleidungsplatte abfließen oder im Falle einer nicht vollflächigen Verklebung über Zwischenräume zwischen der Verkleidungsplatte, der wasserdichten Beschichtung und der Klebeschicht abfließen können.

    [0025] Wenn wenigstens eine Verkleidungsplatte zumindest ein Photovoltaik-Element aufweist, kann die Fassadenkonstrukton auch für die Energieerzeugung genutzt werden. Die Art des Photovoltaik-Elements ist grundsätzlich hierbei nicht eingeschränkt und umfasst beispielsweise Photovoltaik-Platten, Photovoltaik-Folien und Photovoltaik-Anstriche. Die Photovoltaik-Elemente können die Größe der Verkleidungsplatte aufweisen oder kleiner ausgebildet sein. Auch die Form der Photovoltaik-Elemente ist nicht eingeschränkt. Zudem können auch mehrere gleiche oder unterschiedliche Photovoltaik-Elemente an der Verkleidungsplatte angeordnet sein. Die Befestigung gesonderter Photovoltaik-Elemente an der Verkleidungsplatte erfolgt auf bekannte Weise und kann an der Baustelle oder bereits an der Herstellungsstätte der Verkleidungsplatte durchgeführt werden. Das Photovoltaik-Element kann auch Teil der Verkleidungsplatte selbst sein.

    [0026] Die Erfindung betrifft weiters ein Verfahren zur Herstellung einer Fassadenkonstruktion, wobei eine Wärmedämmschicht auf einer Gebäudeaußenwand befestigt und mit einer Armierung versehen wird, wobei die Armierung wasserdicht ist und/oder auf die Armierung eine wasserdichte Beschichtung aufgebracht wird und zumindest eine Verkleidungsplatte über zumindest einen Klebeabschnitt direkt mit der wasserdichten Armierung oder der wasserdichten Beschichtung verklebt wird, wobei auf die Verkleidungsplatte zumindest eine Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum und zumindest ein zusätzlicher doppelseitiger Klebestreifen aufgebracht wird. Das Aufbringen der Wärmedämmschicht auf die Gebäudeaußenwand erfolgt hierbei in an sich bekannter Weise durch Verkleben, gegebenenfalls unter Verwendung zusätzlicher Befestigungselemente wie beispielsweise Dübel. Die Wärmedämmschicht wird mit einer Armierung versehen, die zum Schutz der Wärmedämmschicht vor eindringender Feuchtigkeit wasserdicht ausgeführt ist oder wasserdicht beschichtet wird oder sowohl wasserdicht ist als auch wasserdicht beschichtet wird. Zum Schutz der Wärmedämmschicht vor eindringender Feuchtigkeit wird zumindest in dem vor Feuchtigkeit zu schützenden Bereich der Gebäudeaußenwand die allfällige wasserdichte Beschichtung unterbrechungsfrei auf die Armierung aufgetragen. Das Auftragen kann hierbei mit den dem Fachmann bekannten Mitteln, beispielsweise durch Streichen, Sprühen, Rollen oder sonstige Verfahren, erfolgen. Die wasserdichte Ausbildung einer Armierung bzw. die wasserdichte Beschichtung einer Armierung, die auch selbst wasserdicht ausgeführt sein kann, hat insbesondere den Vorteil, dass wegen des Armierungsgewebes temperaturbedingte oder sonstige umweltbedingte Risse in der wasserdichten Schicht vermieden werden. Die wasserdichte Armierung bzw. die wasserdichte Beschichtung kann zudem, wie aus dem Stand der Technik bekannt ist, diffusionsoffen oder dampfbremsend ausgebildet sein. Die zumindest eine Verkleidungsplatte wird zumindest über einen Klebeabschnitt mit der wasserdichten Schicht verklebt. Dies umfasst sowohl eine vollflächige Verklebung als auch eine Anordnung des Klebemittels auf Teilbereichen der Innenseite der Verkleidungsplatte. Eine vollflächige Verklebung bietet hierbei insbesondere den Vorteil, dass zwischen die Verkleidungsplatte und die wasserdichte Schicht keine Feuchtigkeit eindringen kann.

    [0027] Auf die Verkleidungsplatte wird zumindest eine Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum und zumindest ein zusätzlicher doppelseitiger Klebestreifen aufgebracht. Der zumindest eine doppelseitige Klebestreifen kann sowohl im Werk vor Anlieferung an die Baustelle auf die Verkleidungsplatte aufgebracht werden als auch an der Baustelle selbst, indem die Verkleidungsplatte und der zumindest eine doppelseitige Klebestreifen getrennt angeliefert werden. Durch Abziehen einer Schutzfolie von einer Seite des doppelseitigen Klebestreifens kann dieser beispielsweise mit der Verkleidungsplatte verklebt werden. Die Anordnung des doppelseitigen Klebestreifens in vorzugsweise senkrechter Richtung auf der wasserdichten Schicht bietet im Vergleich zu einer horizontalen Anordnung den Vorteil einer verbesserten Sicherung der Verkleidungsplatte gegenüber Abrutschen. Zudem ermöglicht diese Anordnung in senkrechter Richtung ein leichteres Abfließen von zwischen Verkleidungsplatte und wasserdichter Schicht eindringender Feuchtigkeit. Auf die mit dem doppelseitigen Klebestreifen versehene Verkleidungsplatte wird zudem eine Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum aufgebracht, um eine noch bessere Verklebung der Verkleidungsplatte mit der wasserdichten Schicht zu erreichen. Für die Verklebung wird die Verkleidungsplatte auf die wasserdichte Schicht in der gewünschten Position angepresst, wobei der doppelseitige Klebestreifen eine sofortige Klebeverbindung bewirkt. Die Verkleidungsplatte könnte jedoch auch ohne einen doppelseitigen Klebestreifen und nur unter Verwendung der vorstehend genannten Klebeschicht mit der wasserdichten Schicht verklebt werden.

    [0028] Besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest eine Klebeschicht punktweise oder streifenförmig in im verklebten Zustand im Wesentlichen vertikaler Richtung auf die Verkleidungsplatte aufgetragen wird. Die Klebeschicht wird hierbei am Ort der Baustelle aufgebracht, wobei eine gegebenenfalls streifenförmig aufgebrachte Klebeschicht, wenn die Verkleidungsplatte mit der wasserdichten Schicht verklebt ist, im Wesentlichen in vertikaler Richtung orientiert ist. Die Klebeschichten werden zudem derart aufgetragen, dass diese möglichst keine Randbereiche, in denen sich eingedrungenes Wasser sammeln könnte, ausbilden und somit ungehindertes Abfließen von Wasser ermöglichen. Insbesondere werden durch die punktweise bzw. streifenförmig aufgebrachte Klebeschicht sich horizontal erstreckende, in vertikaler Richtung gewölbte Randbereiche aufweisende Klebeschichten, in denen sich Wasser ansammeln könnte, vermieden. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Klebeschichten weitgehend gleichmäßig zwischen der Verkleidungsplatte und der wasserdichten Schicht angeordnet werden.

    [0029] Besonders vorteilhaft wird zumindest eine Klebeschicht im Wesentlichen kreis- bzw. ringförmig sowie beabstandet von dem zumindest einen doppelseitigen Klebestreifen auf die Verkleidungsplatte aufgetragen. Die Kreis- bzw. Ringform ermöglicht ein besonders zeitsparendes Auftragen, wobei die Verklebung zudem über einen großen Flächenbereich stattfindet. Die Erfindung ist jedoch keinesfalls auf die genaue Ausbildung der Klebeschicht in Kreis- bzw. Ringform beschränkt, es ist jedoch wesentlich, dass die Ausbildung des Randbereichs der Klebeschicht eine Ansammlung von Wasser unterbindet und ungehindertes Abfließen desselben ermöglicht. Hierbei ist es auch wesentlich, dass zwischen der kreis- bzw. ringförmigen Klebeschicht und dem doppelseitigen Klebestreifen ein ausreichend großer Abstand vorgesehen ist, so dass eine durch Andrücken der Verkleidungsplatte auf die wasserdichte Schicht bedingte Verbreiterung der Klebeschicht nicht zur Berührung von deren Randbereich mit dem doppelseitigen Klebestreifen führt, da sich in dem Bereich zwischen dem doppelseitigen Klebestreifen und dem Randbereich der Klebeschicht Wasser ansammeln könnte.

    [0030] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von bevorzugten, nicht einschränkenden Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung noch weiter erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 einen Abschnitt einer Fassadenkonstruktion im Grundriss;

    Fig. 2 die mit zwei doppelseitigen Klebestreifen und mehreren zusätzlichen Klebeschichten versehene Innenseite einer Verkleidungsplatte;

    Fig. 3 eine nicht gemäß der Erfindung angeordnete Klebeschicht zwischen zwei doppelseitigen Klebestreifen;

    Fig. 4 eine andere Anordnung von doppelseitigen Klebestreifen und mehreren Klebeschichten auf der Innenseite einer Verkleidungsplatte; und

    Fig. 5 eine Anordnung mehrerer benachbarter, voneinander beanstandeter Verkleidungsplatten.



    [0031] Fig. 1 zeigt eine Fassadenkonstruktion in einer Ansicht von oben mit einer Gebäudeaußenwand 1, einer Wärmedämmschicht 2, einer Armierung 3, einer auf die Armierung 3 aufgebrachten wasserdichten Beschichtung 4, zwei doppelseitigen Klebestreifen 5 und einer Verkleidungsplatte 6. Die Gebäudeaußenwand 1 kann aus Ziegel, beispielsweise Hochlochziegeln, Beton, insbesondere auch Stahlbeton oder Porenbeton, Kalksandstein oder sonstigen zur Beschichtung mit Wärmedämmelementen geeigneten Materialien bestehen. Die Wärmedämmschicht 2 kann vorzugsweise, ohne hierauf beschränkt zu sein, aus Polystyrol-Hartschaumplatten, insbesondere EPS- oder XPS-Platten oder Mineralfaserplatten gebildet sein und in aus dem Stand der Technik bekannter Weise an der Gebäudeaußenwand 1 befestigt werden. Die Dicke der Wärmedämmschicht 2 wird vorzugsweise im Bereich 12 bis 20 cm gewählt, jedenfalls aber in einem Maß, dass der Taupunkt in der Wärmedämmschicht 2 und nicht in der Gebäudeaußenwand 1 liegt. Hierdurch wird durch Temperaturschwankungen bedingte Feuchtigkeit in der Gebäudeaußenwand 1 vermieden. Allfällige in der Wärmedämmschicht 2 temperaturbedingt entstehende Feuchtigkeit kann über die Armierung 3, die allfällige wasserdichte Beschichtung 4, den Klebeabschnitt und die Verkleidungsplatten 6 in die Umgebung abgeführt werden, wenn vorteilhafter Weise diese Komponenten diffusionsoffen oder dampfbremsend, jedoch nicht dampfsperrend ausgebildet sind. Die Wärmedämmschicht 2 ist an ihrer von der Gebäudeaußenwand 1 abgewandten Seite mit einer Armierung 3, beispielsweise einem mineralischen Armierungsspachtel mit einer Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ=20, versehen, wobei diese Armierung 3, um die Wärmedämmschicht 2 vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen, mit einer wasserdichten Beschichtung 4 versehen ist. Ein in die Armierungsschicht 3 eingebettetes Armierungsgewebe ist aus Gründen der Übersichtlichkeit der Darstellungen nicht eingezeichnet. Die Armierung 3 ist vorzugsweise mit einer Schichtdicke von 5 bis 6 cm ausgebildet. Das Armierungsgewebe ist vorzugsweise im äußeren Drittel oder zumindest in der äußeren Hälfte der Armierungsschicht 3 angeordnet. Die Armierung 3 könnte jedoch auch wasserdicht ausgeführt sein, wobei in diesem Fall die wasserdichte Beschichtung 4 entfallen oder, um die Sicherheit gegenüber eindringender Feuchtigkeit zu erhöhen, zusätzlich angeordnet sein kann. Die Dicke einer allfällig aufgebrachten Beschichtung 4 liegt vorzugsweise im Bereich von höchstens 1 mm. Dies ermöglicht gegenüber größeren Schichtdicken eine materialsparende Beschichtung und begünstigt den Durchtritt von Wasserdampf durch die wasserdichte Beschichtung. Die Verkleidungsplatte 6 ist gemäß dem Beispiel in Fig. 1 lediglich über zwei doppelseitige Klebestreifen 5 unter Ausbildung eines Luftspalts 7, der ungehindertes Abfließen von eindringendem Regenwasser ermöglicht, mit der wasserdichten Beschichtung 4 verklebt. Fig.1 zeigt zudem ein an der Außenseite der Verkleidungsplatte 6 angeordnetes Photovoltaik-Element 14.

    [0032] Fig. 2 zeigt in Richtung der Pfeile A in Fig. 1 betrachtet die Innenseite einer Verkleidungsplatte 6 mit zwei entlang deren senkrechten Seiten angeordneten doppelseitigen Klebestreifen 5, drei kreisförmigen Klebeschichten 8 und einer ringförmigen Klebeschicht 9. Die Klebeschichten 8 und 9 sind vorteilhafterweise im Wesentlichen gleichmäßig auf der Innenseite der Verkleidungsplatte 6 verteilt angeordnet. Die Form der Klebeschichten 8 und 9 ermöglicht ungehindertes Abfließen von eindringender Feuchtigkeit bzw. Regenwasser.

    [0033] Fig. 3 zeigt die Innenseite einer Verkleidungsplatte 6 mit zwei senkrecht angeordneten doppelseitigen Klebestreifen 5 und einer ringförmigen Klebeschicht 9, die in zu geringem Abstand zu den doppelseitigen Klebestreifen 5 angeordnet wurde, so dass deren durch das Andrücken der Verkleidungsplatte 6 an die wasserdichte Beschichtung 4 verursachte Verbreiterung zu einer Berührung mit den doppelseitigen Klebestreifen 5 führt. Zwischen die Verkleidungsplatte 6 und die wasserdichte Schicht 4 eindringende Feuchtigkeit bzw. Regenwasser 10 ist in diesem Fall am Abfließen gehindert und könnte insbesondere im Falle des Gefrierens zu Beschädigungen an der Fassadenkonstruktion führen.

    [0034] Fig. 4 zeigt eine Anordnung von punktweise aufgebrachten Klebeschichten 11 und im Wesentlichen vertikal aufgebrachten Klebeschichten 12 zwischen zwei doppelseitigen Klebestreifen 5 in mit der wasserdichten Beschichtung 4 verklebtem Zustand der Verkleidungsplatte 6.

    [0035] Fig. 5 zeigt einen vier Verkleidungsplatten 6 umfassenden Fassadenabschnitt 13, wobei die Verkleidungsplatten 6 in horizontaler Richtung mit einer Distanz d1 und in vertikaler Richtung mit einer Distanz d2 zueinander angeordnet sind. Die Verkleidungsplatten können jedoch auch ohne Beabstandung zu einander angeordnet sein, so dass insbesondere auch eine gegenseitige Anlage der Verkleidungsplatten 6 möglich ist. Obwohl grundsätzlich auch beliebig große Werte der Distanzen d1 und d2 im Rahmen der Erfindung möglich sind, werden die Distanzwerte vorzugsweise so gewählt, dass die Verkleidungsplatten 6 je nach Bedarf den nötigen Schutz vor Umwelteinflüssen bzw. allgemein mechanischen Beschädigungen bzw. an die ästhetische Gestaltung der Fassade erfüllen. Vorzugsweise weisen, sofern die Verkleidungsplatten 6 mit Abstand zueinander angeordnet sein sollen, die Distanzen d1 und d2 einen Wert von etwa 3 bis 4 mm auf. Wie zudem aus Fig. 5 ersichtlich ist, können verschiedene Verkleidungsplatten 6 mit unterschiedlich angeordneten Klebeschichten 8, 9, 11, 12 versehen sein. Auch wenn in den Fig. 2-5 die Verkleidungsplatten 6 mit jeweils zwei senkrecht angeordneten doppelseitigen Klebestreifen 5 dargestellt sind, wäre es ebenso möglich, nur einen einzigen oder mehr als zwei doppelseitige Klebestreifen 5 auf der Innenseite der Verkleidungsplatten 6 anzuordnen.

    [0036] Weitere Abwandlungen und Modifikationen sind möglich, ohne vom Umfang der Erfindung abzuweichen. So können die Klebeschichten 8, 9, 11, 12 zu den beispielhaften Ausführungsformen unterschiedliche Form aufweisen, solange gewährleistet ist, dass eindringende Feuchtigkeit 10 entlang deren Rand ungehindert abfließen kann. Ebenso ist es nicht zwingend notwendig, die doppelseitigen Klebestreifen 5 gemäß der Darstellungen rechteckig auszubilden, beispielsweise könnten diese auch eine langgezogene elliptische Form aufweisen oder durch eine Mehrzahl von im Wesentlichen streifenförmig angeordneten einzelnen Klebepunkten bzw. Klebeflächen ersetzt werden. Wenngleich gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung die Klebeschichten 5, 8, 9, 11, 12 auf der Innnenseite der Verkleidungsplatte 6 aufgetragen werden, ist es selbstverständlich ebenso möglich, diese Klebeschichten 5, 8, 9, 11, 12 an den jeweiligen der Verkleidungsplatte 6 gegenüberliegenden Stellen auf der wasserdichten Schicht 4 anzuordnen.


    Ansprüche

    1. Fassadenkonstruktion zur Wärmedämmung und Verkleidung von Gebäudeaußenwänden mit einer auf der Gebäudeaußenwand (1) anzuordnenden Wärmedämmschicht (2), einer wasserdichten Schicht und wenigstens einer Verkleidungsplatte (6), dadurch gekennzeichnet, dass die Verkleidungsplatte (6) über zumindest einen Klebeabschnitt direkt mit der wasserdichten Schicht verklebt ist und die wasserdichte Schicht eine auf der Wärmedämmschicht (2) angeordnete wasserdichte Armierung (3) und/oder eine wasserdichte Beschichtung (4) der/einer auf der Wärmedämmschicht (2) angeordneten Armierung (3) aufweist und der Klebeabschnitt zumindest einen doppelseitigen Klebestreifen (5) und zumindest eine Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum aufweist.
     
    2. Fassadenkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der doppelseitige Klebestreifen (5) im Wesentlichen vertikal angeordnet ist.
     
    3. Fassadenkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang zumindest einer Klebeschicht (8, 9) im Wesentlichen kreis- bzw. ringförmig ist und der zumindest eine doppelseitige Klebestreifen (5) zur Klebeschicht (8, 9) beabstandet ist.
     
    4. Fassadenkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Klebeschicht (11, 12) punktweise oder streifenweise, vorzugsweise im Wesentlichen vertikal, angeordnet ist.
     
    5. Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Verkleidungsplatten (6) mit Abstand (d1, d2) zueinander angeordnet sind.
     
    6. Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Verkleidungsplatte (6) zumindest ein Photovoltaik-Element (14) aufweist.
     
    7. Verfahren zur Herstellung einer Fassadenkonstruktion gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei eine Wärmedämmschicht (2) auf einer Gebäudeaußenwand (1) befestigt und mit einer Armierung (3) versehen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Armierung (3) wasserdicht ist und oder auf die Armierung (3) eine wasserdichte Beschichtung (4) aufgebracht wird und zumindest eine Verkleidungsplatte (6) über zumindest einen Klebeabschnitt (5) direkt mit der wasserdichten Armierung (3) oder der wasserdichten Beschichtung (4) verklebt wird wobei auf die Verkleidungsplatte (6) zumindest eine Klebeschicht aus Polyurethanklebstoff oder Polyurethanschaum und zumindest ein zusätzlicher doppelseitiger Klebestreifen (5) aufgebracht wird.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Klebeschicht (11, 12) punktweise oder streifenförmig in im verklebten Zustand im Wesentlichen vertikaler Richtung, auf die Verkleidungsplatte (6) aufgetragen wird.
     
    9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Klebeschicht (8, 9)im Wesentlichen kreis- bzw. ringförmig sowie beabstandet von dem zumindest einen doppelseitigen Klebestreifen (5) auf die Verkleidungsplatte (6) aufgetragen wird.
     


    Claims

    1. A facade structure for thermal insulation and cladding of external walls of buildings with the following structures to be arranged on the building's exterior wall (1): a thermal barrier coating (2), a waterproof layer and at least one trim panel (6), characterized in that the trim panel (6) is directly bonded to the waterproof layer via at least one adhesive section and the waterproof layer comprises a waterproof reinforcement (3), arranged on the thermal barrier coating (2), and/or a waterproof coating (2) of the reinforcement (3), arranged on the thermal barrier coating (2), and the adhesive portion comprises at least one double-sided adhesive tape (5) and at least one adhesive layer made of polyurethane adhesive or polyurethane foam.
     
    2. The facade structure of claim 1, characterized in that the double-sided adhesive tape (5) is arranged substantially vertically.
     
    3. The facade structure of claim 1 or 2, characterized in that the circumference of at least one adhesive layer (8, 9) is substantially circular or annular and the at least one double-sided adhesive tape (5) is spaced apart to the adhesive layer (8, 9).
     
    4. The facade structure of claim 1 or 2, characterized in that at least one adhesive layer (11, 12) is disposed, pointwise or stripwise, substantially vertically.
     
    5. The facade structure of any one of claims 1 to 4, characterized in that a plurality of trim panels (6) are arranged at a distance (d1, d2) to each other.
     
    6. The facade structure of any one of claims 1 to 5, characterized in that at least one trim panel (6) comprises at least one photovoltaic element (14).
     
    7. A method of producing a facade structure according to any one of claims 1 to 6, wherein a thermal barrier layer (2) is mounted on an building's exterior wall (1) and is provided with a reinforcement (3), characterized in that the reinforcement (3) is watertight and/or a waterproof coating (4) is applied to the reinforcement (3) and at least one trim panel (6) is directly glued to the waterproof reinforcement (3) or the waterproof coating (4) via at least one adhesive section (5), wherein at least one adhesive layer of polyurethane adhesive or polyurethane foam and at least one additional double-sided adhesive tape (5) is applied onto the trim panel (6).
     
    8. The method of claim 7, characterized in that at least one adhesive layer (11, 12) is disposed, pointwise or stripwise, on the trim panel (6) in a substantially vertical direction in the bonded state.
     
    9. The method of claim 7, characterized in that at least one adhesive layer (8, 9) is applied substantially circularly and annularly and spaced apart from the at least one double-sided adhesive tape (5) to the trim plate (6).
     


    Revendications

    1. Construction de façade pour l'isolation thermique et l'habillage de parois extérieures de bâtiments avec une couche d'isolation thermique (2) à disposer sur la paroi extérieure de bâtiment (1), une couche imperméable à l'eau et au moins une plaque d'habillage (6), caractérisée en ce que la plaque d'habillage (6) est directement collée à la couche imperméable à l'eau au moyen d'au moins une section de collage, et la couche imperméable à l'eau comporte une armature (3) imperméable à l'eau disposée sur la couche d'isolation thermique (2) et/ou un revêtement (4) imperméable à l'eau de ladite armature/d'une armature (3) disposé sur la couche d'isolation thermique (2), et la section de collage comporte au moins une bande adhésive à double face (5) et au moins une couche adhésive composée de colle polyuréthane ou de mousse polyuréthane.
     
    2. Construction de façade selon la revendication 1, caractérisée en ce que la bande adhésive à double face (5) est disposée sensiblement verticalement.
     
    3. Construction de façade selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que la périphérie d'au moins une couche adhésive (8, 9) a une forme sensiblement circulaire ou annulaire, et l'au moins une bande adhésive à double face (5) est espacée de la couche adhésive (8, 9).
     
    4. Construction de façade selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce qu'au moins une couche adhésive (11, 12) est appliquée par points ou par bandes, de préférence sensiblement verticalement.
     
    5. Construction de façade selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que plusieurs plaques d'habillage (6) sont disposées avec un espacement (d1, d2) entre elles.
     
    6. Construction de façade selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce qu'au moins une plaque d'habillage (6) est pourvue d'au moins un élément photovoltaïque (14).
     
    7. Procédé de fabrication d'une construction de façade selon l'une des revendications 1 à 6, dans lequel une couche d'isolation thermique (2) est fixée sur une paroi extérieure de bâtiment (1) et dotée d'une armature (3), caractérisé en ce que l'armature (3) est imperméable à l'eau et/ou en ce qu'un revêtement (4) imperméable à l'eau est appliqué sur l'armature (3) et au moins une plaque d'habillage (6) est directement collée à l'armature (3) imperméable à l'eau ou au revêtement (4) imperméable à l'eau au moyen d'au moins une section de collage (5), au moins une couche adhésive composée de colle polyuréthane ou de mousse polyuréthane et au moins une bande adhésive à double face (5) complémentaire étant appliquées sur la plaque d'habillage (6).
     
    8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'au moins une couche adhésive (11, 12) est appliquée sur la plaque d'habillage (6) par points ou par bandes de préférence dans une direction sensiblement verticale en état de collage.
     
    9. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'au moins une couche adhésive (8, 9) à forme sensiblement circulaire ou annulaire et espacée de l'au moins une bande adhésive à double face (5) est appliquée sur la plaque d'habillage (6).
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente