[0001] Die Erfindung betrifft einen elektrisch isolierenden Rettungshandschuh und ein Schutzsystem
mit einem solchen Rettungshandschuh.
[0002] Fahrzeuge mit Elektroantrieb, wie beispielsweise Hybridfahrzeuge und reine Elektrofahrzeuge,
weisen ein Hochspannungsbordnetz mit Akkumulatoren und anderen Bauteilen auf, die
Spannungen, insbesondere Gleichspannungen im Bereich von mehreren hundert Volt führen.
Bei Unfällen oder Defekten können Fehlerkombinationen auftreten, die dazu führen,
dass berührbare, passive Bauteile des Fahrzeugs, die unter normalen Umständen frei
von elektrischen Spannungen sind, unter elektrischer Spannung stehen, wobei zu beachten
ist, dass ein. Unfall dazu führen kann, dass alle Bauteile des Fahrzeugs berührbar
sind. Diese elektrischen Spannungen können gesundheitsschädliche oder sogar tödliche
Auswirkungen auf Menschen haben. Um dieses Risiko zu minimieren, besitzen herkömmliche
Fahrzeuge mit Elektroantrieb eine Isolationsüberwachung in Gestalt eines Isolationswächters,
der auch als Isolationsüberwachungsgerät bezeichnet wird. Dieser Isolationswächter
kann sogar noch unkritische Einzelfälle, beispielsweise einen Körperschluss "Plus-pol
des Hochspannungsbordnetzes auf Masse" erkennen und dann ein entsprechendes Warnsignal
erzeugen und/oder Spannungen abschalten. Des Weiteren gibt es bereits eine Vielzahl
von Messgeräten, mit denen Potenzialdifferenzen gemessen werden können. Außerdem ist
es bekannt, bei erforderlichen Arbeiten, die unter elektrischer Spannung erfolgen,
entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.
[0003] Bei Unfällen, insbesondere bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Elektroautos,
Hybridautos, Straßenbahnen, U-Bahnen und Eisenbahnen, sind die meisten Ersthelfer
und auch ein Großteil der professionellen Rettungskräfte elektrotechnische Laien,
die bei derartigen Unfällen nicht erkennen können, ob es sich um ein Fahrzeug mit
Elektroantrieb und Hochspannungsbordnetz handelt und ob und welche Bauteile des Fahrzeugs
unter elektrischer Spannung stehen. Des Weiteren können bei Unfällen oder Defekten
die oben erwähnten fahrzeugseitig integrierten Sicherheitsvorrichtungen, wie zum Beispiel
der Isolationswächter, ausfallen. Um dennoch ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen,
wären zur Vorbereitung also geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, wie beispielsweise
das Herbeischaffen und Einsetzen von Messgeräten zur Überprüfung von elektrischen
Spannungen beziehungsweise der Spannungsfreiheit von berührbaren freiliegenden Bauteilen,
das Verhindern des Wiedereinschaltens von Spannung, insbesondere des Aufschaltens
der elektrischen Energiequellen an das Hochspannungsbordnetz, und das Isolieren und
Erden von spannuhgsführenden Teilen. Diese Maßnahmen erfordern jedoch einen erheblichen
zeitlichen Aufwand, und außerdem können diese Messgeräte und Maßnahmen von den elektrotechnischen
Laien nicht ordnungsgemäß bedient und ausgeführt werden. Für die Retter und die zu
bergenden Unfallopfer besteht somit Lebensgefahr.
[0004] WO9604546 betrifft ein Schutzhandschuh für medizinische Zwecke.
[0005] Die Druckschrift
DE 20 2009 009 752 U1 betrifft einen elektrisch isolierenden Schutzhandschuh und offenbart einen Schutzhandschuh,
insbesondere Feuerwehrhandschuh, mit einer Außenschicht und zumindest einer innenliegenden
Schicht, die aus elektrisch isolierendem Material ausgebildet ist. Die Außenschicht
wird von einem Gewebe aus hitzebeständigen "Nomex"-Fasern und im Bereich der Fingerknöchel
von einer Silikonbeschichtung auf der Außenseite einer "Kevlar"-Strickware dargestellt.
[0006] Dieser bekannte elektrisch isolierende Schutzhandschuh vermag zwar einen Retter gegen
die elektrische Spannung an unter Spannung stehenden Fahrzeugteilen zu schützen, hat
allerdings den Nachteil, dass der Retter nicht weiß, ob das mit diesem Handschuh berührte
Teil unter Spannung steht oder nicht.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen elektrisch isolierenden Rettungshandschuh,
der beim Berühren eines unter Spannung stehenden Teiles ein Warnsignal erzeugt, und
ein Schutzsystem mit einem solchen Rettungshandschuh zu schaffen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Rettungshandschuh gemäß Anspruch 1, durch ein Schutzsystem
gemäß Anspruch 10 und durch ein Schutzsystem gemäß Anspruch 11 gelöst. Weitere Ausführungsformen
sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0009] Die Erfindung schlägt gemäß einem ersten Aspekt einen elektrisch isolierenden Rettungshandschuh
gemäß Anspruch 1 vor.
[0010] Dieser vorgeschlagene Rettungshandschuh schützt zum einen seinen Träger wirksam gegen
elektrische Schläge, beispielsweise beim Berühren von unter Spannung stehenden Teilen
eines Fahrzeugs mit Elektroantrieb, und warnt und informiert ihn zum anderen gleichzeitig
mit Hilfe des Warnsignals, dass dieses Teil unter Spannung steht.
[0011] Der vorgeschlagene Rettungshandschuh kann nach Bedarf auf beliebige Art und Weise
ausgebildet sein und beispielsweise wenigstens eine weitere elektrisch isolierende
Isolationsschicht und/oder wenigstens eine weitere Außenschicht, die elektrisch leitfähig
ist und wenigstens eine der Isolationsschichten zumindest teilweise bedeckt, und/oder
wenigstens eine weitere Schicht, die insbesondere ein Innenfutter oder einen Innenhandschuh
bildet, und/oder wenigstens eine weitere Verbindungsstelle und/oder wenigstens ein
weiteres Signalgerät umfassen.
[0012] Jede Isolationsschicht kann nach Bedarf auf beliebige Art und Weise ausgebildet sein
und beispielsweise wenigstens ein durchbrechungsfreies Flächengebilde und/oder wenigstens
ein textiles Flächengebilde umfassen. Das durchbrechungsfreie Flächengebilde kann
beispielsweise eine Folie sein. Das textile Flächengebilde kann beispielsweise ein
Gewebe oder eine Maschenware, insbesondere ein Gestrick oder ein Gewirk, oder ein
Vliessstoff sein. Das Material der Isolationsschicht kann nach Bedarf beliebig gewählt
werden und enthält beispielsweise Gummi und/oder Kunststoff, insbesondere Aramid oder
Silikon, und/oder Glas und/oder Keramik.
[0013] Jede Verbindungsstelle kann nach Bedarf auf beliebige Art und Weise ausgebildet sein,
beispielsweise als Stecker, Buchse und/oder Lötöse, und insbesondere für den Anschluss
wenigstens einer Elektrode und/oder eines zweiten Rettungshandschuhs und/oder einer
elektrisch leitfähigen Schuhsohle dienen. Die Elektrode kann beispielsweise eine Innenelektrode
oder eine Außenelektrode sein.
[0014] Jeder vorgeschlagene Rettungshandschuh kann vorzugsweise weiter umfassen wenigstens
eine Innenelektrode zur Anlage an der Haut eines Trägers des Rettungshandschuhs, die
an der Innenseite des Rettungshandschuhs angeordnet und mit wenigstens einer der Verbindungsstellen
elektrisch verbunden ist.
[0015] Jeder vorgeschlagene Rettungshandschuh kann vorzugsweise weiter umfassen wenigstens
eine Außenelektrode, die mit wenigstens einer der Verbindungsstellen elektrisch verbunden
ist. Die Außenelektrode kann insbesondere zum Abgreifen eines geeigneten Potenzials
und/oder zur Erdung dienen und beispielsweise als Erdungsspieß, Erdungsklammer, Erdungsstange,
Erdungspeitsche, Erder oder Staberder ausgebildet sein.
[0016] Die Verbindung der Verbindungsstelle mit der Innenelektrode beziehungsweise Außenelektrode
kann nach Bedarf auf beliebige Art und Weise erfolgen, beispielsweise durch Stecken,
insbesondere mit Hilfe eines Steckverbinders wie Stecker, Buchse oder Kupplung, und/oder
durch Klemmen, insbesondere mit Hilfe einer Klemme, und/oder durch Löten.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Signalgerät wenigstens
ein akustisches Signalelement und/oder wenigstens ein haptisches Signalelement und/oder
wenigstens ein optisches Signalelement und/oder ein Anzeigegerät umfasst.
[0018] Das akustische Signalelement kann nach Bedarf auf beliebige Art und Weise ausgebildet
sein, beispielsweise als Summer oder Lautsprecher. Das haptische Signalelement kann
nach Bedarf auf beliebige Art und Weise ausgebildet sein, beispielsweise als Vibrationsgeber.
Das optische Signalelement kann nach Bedarf auf beliebige Art und Weise ausgebildet
sein, beispielsweise als Leuchtdiode oder Glimmlampe. Das Anzeigegerät kann nach Bedarf
auf beliebige Art und Weise ausgebildet sein, beispielsweise als Bildschirm, Display
oder Monitor.
[0019] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Signalgerät
wenigstens eine Steuereinheit umfasst, die derart ausgebildet ist, dass sie die Potenzialdifferenz
zwischen der Außenschicht und wenigstens einer der Verbindungsstellen misst und auswertet
und das Warnsignal in Abhängigkeit von der Auswertung erzeugt.
[0020] Diese Steuereinheit ermöglicht eine detaillierte Auswertung der gemessenen Potenzialdifferenz
und eine darauf basierende Erzeugung von komplexen Warnsignalen. So kann die Steuereinheit
beispielsweise bei einer niedrigen gemessenen Potenzfaldifferenz, die unterhalb eines
ersten Schwellenwerts liegt, eine grüne Leuchtdiode ansteuern, bei einer mittleren
gemessenen Potenzialdifferenz, die zwischen diesem ersten Schwellenwert und einem
zweiten, größeren Schwellenwert liegt, eine gelbe Leuchtdiode ansteuern und bei einer
hohen gemessenen Potenzialdifferenz, die oberhalb dieses zweiten Schwellenwerts liegt,
eine rote Leuchtdiode ansteuern.
[0021] Das Signalgerät kann nach Bedarf auf beliebige Art und Weise mit elektrischer Energie
versorgt werden, beispielsweise passiv und/oder aktiv. Bei der passiven Energieversorgung
nutzt das Signalgerät bevorzugt eine anliegende Potenzialdifferenz zwischen der Außenschicht
und der Verbindungsstelle. Dieser vorgeschlagene Rettungshandschuh ist somit energetisch
autark und kann lange gelagert werden, beispielsweise in einem Handschuhfach eines
Fahrzeug oder in einem Verbandskästen, ohne dass die Alterung einer Energiequelle
seine Einsatzfähigkeit einschränken oder verhindern könnte.
[0022] Bei der aktiven Energieversorgung umfasst der Rettungshandschuh bevorzugt weiter
wenigstens eine interne elektrische Energiequelle, die mit dem Signalgerät elektrisch
verbunden ist, und/oder wenigstens ein Kontaktpaar für den Anschluss wenigstens einer
externen elektrischen Energiequelle, das mit dem Signalgerät elektrisch verbunden
ist. Diese internen und externen elektrischen Energiequellen ermöglichen im Vergleich
zu der passiven Energieversorgung die Erzeugung von stärkeren oder intensiveren Warnsignalen.
[0023] Die interne und die externe elektrische Energiequelle kann nach Bedarf auf beliebige
Art und Weise ausgebildet sein und umfasst bevorzugt wenigstens einen Akkumulator
und/oder wenigstens eine Batterie und/oder wenigstens einen Kondensator und/oder wenigstens
eine Solarzelle.
[0024] Das Material der Außenschicht kann nach Bedarf beliebig gewählt werden und enthält
beispielsweise wenigstens ein elektrisch isolierendes Material mit integrierten Außenelektroden
und/oder wenigstens ein elektrisch leitfähiges Material. Das elektrisch isolierende
Material kann nach Bedarf beliebig gewählt werden und enthält bevorzugt Gummi und/oder
Kunststoff, beispielsweise Aramid oder Silikon, und/oder Glas und/oder Keramik. Das
elektrisch leitfähige Material kann nach Bedarf beliebig gewählt werden und enthält
bevorzugt Kohlenstofffasern und/oder Metallfasern.
[0025] Die Erfindung schlägt gemäß einem zweiten Aspekt ein Schutzsystem vor, umfassend
- wenigstens einen der vorgeschlagenen Rettungshandschuhe;
- wenigstens einen Schuh mit einer elektrisch leitfähigen Sohle, die mit wenigstens
einer der Verbindungsstellen elektrisch verbunden ist.
[0026] Das gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung vorgeschlagene Schutzsystem erhöht die
Sicherheit des Trägers, da der Schuh über seine elektrisch leitfähige Sohle einen
Fehlerstrom direkt in die Erde ableiten kann.
[0027] Die Erfindung schlägt gemäß einem dritten Aspekt ein Schutzsystem vor, umfassend
- wenigstens einen der vorgeschlagenen Rettungshandschuhe;
- wenigstens zweiten Rettungshandschuh, umfassend
- wenigstens eine elektrisch isolierende Isolationsschicht;
- wenigstens eine zumindest teilweise elektrisch leitfähige Außenschicht, die die Isolationsschicht
zumindest teilweise bedeckt und mit wenigstens einer der Verbindungsstellen elektrisch
verbunden ist.
[0028] Das gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung vorgeschlagene Schutzsystem ermöglicht
die Nutzung und Auswertung einer Potenzialdifferenz zwischen den Außenschichten der
miteinander verbundenen Rettungshandschuhe. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft,
wenn der Träger nach außen elektrisch isoliert ist, beispielsweise weil er Schuhe
mit elektrisch isolierenden Sohlen und/oder einen elektrisch isolierenden Schutzanzug
trägt.
[0029] Jedes vorgeschlagene Schutzsystem kann weiter umfassen wenigstens eine Außenelektrode,
die mit wenigstens einer der Verbindungsstellen elektrisch verbunden ist.
[0030] Die vorgeschlagenen Rettungshandschuhe und das vorgeschlagene Schutzsystem haben
den Vorteil, dass ein Ersthelfer am Unfallort oder in einem anderen zeitkritischen
Notfall lediglich diese Rettungshandschuhe oder dieses Schutzsystem anziehen oder
anlegen und benutzen muss und dann damit gleichzeitig messen und helfen kann, da kontinuierlich
und automatisch Potenzialdifferenzen getestet werden. Das Messen geschieht dabei intuitiv,
da der Benutzer alle Teile die er berührt, unmittelbar auch prüft.
[0031] Die Ausführungen zu einem der Aspekte der Erfindung, insbesondere zu einzelnen Merkmalen
dieses Aspektes, gelten entsprechend auch analog für die anderen Aspekte der Erfindung.
[0032] Im Folgenden werden Ausführungsformen der Erfindung beispielhaft anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert werden. Die daraus hervorgehenden einzelnen Merkmale sind
jedoch nicht auf die einzelnen Ausführungsformen beschränkt, sondern können mit weiter
oben beschriebenen einzelnen Merkmalen und/oder mit einzelnen Merkmalen anderer Ausführungsformen
verbunden werden. Die Einzelheiten in den Zeichnungen sind nur erläuternd, nicht aber
beschränkend auszulegen. Die in den Ansprüchen enthaltenen Bezugszeichen sollen den
Schutzbereich der Erfindung in keiner Weise beschränken, sondern verweisen lediglich
auf die in den Zeichnungen gezeigten Ausführungsformen. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen elektrisch isolierenden Rettungshandschuh in einer bevorzugten Ausführungsform;
- Fig. 2
- einen vergrößerten Teilschnitt entlang der Linie II-II in der Fig. 1;
- Fig. 3
- ein Schutzsystem mit zwei Rettungshandschuhen.
[0033] In den Fig. 1 und 2 ist ein erfindungsgemäßer elektrisch isolierender Rettungshandschuh
10 in einer bevorzugten Ausführungsform dargestellt. Dieser Rettungshandschuh 10 umfasst
eine elektrisch isolierende Isolationsschicht 11, eine Außenschicht 12, eine elektrische
Verbindungsstelle 22, mehrere Innenelektroden 13 zur Anlage an der Haut eines Trägers
des Rettungshandschuhs 10 und ein Signalgerät 14.
[0034] Die Außenschicht 12 ist elektrisch leitfähig und bedeckt die Außenseite der Isolationsschicht
11 vollständig. Die Innenelektroden 13, von denen in der Fig. 2 lediglich eine dargestellt
ist, sind an der Innenseite des Rettungshandschuhs 10, die von der Innenseite der
Isolationsschicht 11 gebildet wird, angeordnet. Die in der Fig. 2 gezeigte Innenelektrode
13 ist im Bereich des Handballens angeordnet, die übrigen Innenelektroden 13 sind
über die Innenseite des Rettungshandschuhs 10 verteilt. und insbesondere im Bereich
der Fingerknöchel und Fingerinnenseiten angeordnet. Das Signalgerät 14 ist mit der
Außenschicht 12 und der Verbindungsstelle 22 elektrisch verbunden, was in der Fig.
2 durch den elektrischen Kontakt 15 und das Kabel 23 dargestellt ist. Die gezeigte
Innenelektrode 13 ist mit der Verbindungsstelle 22 elektrisch verbunden, was in der
Fig. 2 durch das Kabel 16 dargestellt ist, das an die Verbindungsstelle 22 gelötet
ist. Somit ist die Innenelektrode 13 über die Verbindungsstelle 22 mit dem Signalgerät
14 elektrisch verbunden. Die übrigen Innenelektroden 13 sind jeweils mit Hilfe von
nicht dargestellten, dem Kabel 16 entsprechenden Kabeln mit der Verbindungsstelle
22 und somit über diese mit dem Signalgerät 14 elektrisch verbunden.
[0035] Bei dieser bevorzugten Ausführungsform umfasst das Signalgerät 14 ein optisches Signalelement
in Gestalt von mehreren Leuchtdioden 17, die in einer Reihe als Band um einen Handgelenkbereich
auf der Außenseite des Rettungshandschuhs 10 angeordnet sind.
[0036] Bei dieser bevorzugten Ausführungsform weist die Isolationsschicht 11 ein elektrisch
isolierendes Material auf, das durch ein Gestrick aus Aramidfasern gebildet wird,
und weist die Außenschicht 12 ein elektrisch leitfähiges Material auf, das durch einen
Vliessstoff gebildet wird, in dem Glasfasern und Metallfasern gleichmäßig verteilt
enthalten sind.
[0037] Bei dieser bevorzugten Ausführungsform ist die Verbindungsstelle 22 als Buchse ausgebildet,
die in der Außenschicht 12 befestigt ist und mehrere Lötösen 24 zumfasst, an die das
zu dem Signalgerät 14 führende Kabel 23 und die zu den Innenelektroden 13 führenden
Kabel 16 gelötet sind.
[0038] Wenn ein Benutzer den Rettungshandschuh 10 anzieht, dann berührt die Haut seiner
Hand die Innenelektroden 13, sodass diese über den Körper des Benutzers und dessen
Schuhsohlen auf Erdpotenzial liegen. Wenn nun der Benutzer mit dem Rettungshandschuh
10 ein unter Spannung stehendes Bauteil berührt, dann berührt auch die elektrisch
leitfähige Außenschicht 12 dieses Bauteil, sodass sie auf dem entsprechenden Potenzial
liegt. Die resultierende Potenzialdifferenz zwischen der Außenschicht 12 und den Innenelektroden
13 wird über den Kontakt 15 und die Drähte 16 an das Signalgerät 14 angelegt, durch
das ein entsprechender Strom fließt. Dieser Strom bringt die Leuchtdioden 17 zum Leuchten,
wobei die Leuchtintensität oder Helligkeit von der Stromstärke abhängt, die wiederum
von der Potenzialdifferenz abhängt.
[0039] In der Fig. 3 ist ein erfindungsgemäßes Schutzsystem 18 in einer bevorzugten Ausführungsform
dargestellt. Dieses Schutzsystem 18 umfasst zwei Rettungshandschuhe 10 gemäß der in
den Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten bevorzugten Ausführungsform und zwei Schuhe 19.
[0040] Jeder Schuh 19 umfasst eine elektrisch leitfähige Sohle 20, die mit einem der Rettungshandschuhe
10 über ein Kabel 21 elektrisch verbunden ist, das mit seinem einen Ende an der Sohle
20 angeschlossen ist. Jedes Kabel 21 weist an seinem anderen Ende einen nicht dargestellten
Stecker auf, das in die entsprechende als Buchse ausgebildete Verbindungsstelle 22
gesteckt ist. Somit sind die Sohlen 20 mit den Signalgeräten 14 der Rettungshandschuhe
10 elektrisch verbunden. Durch die Sohlen 20 und die Kabel 21 wird der elektrische
Widerstand zwischen den Außenschichten 12 und der Erde stark verringert und kann ein
Fehlerstrom von den Rettungshandschuhen 10 direkt in die Erde abgeleitet werden.
1. Elektrisch isolierender Rettungshandschuh (10), umfassend
- wenigstens eine elektrisch isolierende Isolationsschicht (11);
- wenigstens eine elektrisch leitfähige Außenschicht (12), die die Isolationsschicht
(11) zumindest teilweise bedeckt;
- wenigstens eine elektrische Verbindungsstelle (22);
- wenigstens ein Signalgerät (14), das mit der Außenschicht (12) und jeder Verbindungsstelle
(22) elektrisch verbunden ist;
wobei
- das Signalgerät (14) derart ausgebildet ist, dass es ein Warnsignal in Abhängigkeit
von einer Potenzialdifferenz zwischen der Außenschicht (12) und wenigstens einer der
Verbindungsstellen (22) erzeugt, dadurch gekenzeichnet, dass der Rettungshandschuh
(10) wenigstens eine Außenelektrode (13) umfasst, die mit wenigstens einer der Verbindungsstellen
(22) elektrisch verbunden ist, wobei die Außenelektrode (13) des Rettungshandschuhs
(10) geeignet ist, ein Potential abzugreifen und/oder eine Erdung vorzunehmen.
2. Rettungshandschuh (10) nach Anspruch 1, weiter umfassend
- wenigstens eine Innenelektrode (13) zur Anlage an der Haut eines Trägers des Rettungshandschuhs
(10), die an der Innenseite des Rettungshandschuhs (10) angeordnet und mit wenigstens
einer der Verbindungsstellen (22) elektrisch verbunden ist.
3. Rettungshandschuh (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
- das Signalgerät (14) ein akustisches Signalelement und/oder ein haptisches Signalelement
und/oder ein optisches Signalelement (17) und/oder ein Anzeigegerät umfasst.
4. Rettungshandschuh (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
- das Signalgerät (14) eine Steuereinheit umfasst, die derart ausgebildet ist, dass
sie die Potenzialdifferenz zwischen der Außenschicht (12) und wenigstens einer der
Verbindungsstellen (22) misst und auswertet und das Warnsignal in Abhängigkeit von
der Auswertung erzeugt.
5. Rettungshandschuh (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, weiter umfassend
- eine interne elektrische Energiequelle, die mit dem Signalgerät (14) elektrisch
verbunden ist.
6. Rettungshandschuh (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, weiter umfassend
- ein Kontaktpaar für den Anschluss einer externen elektrischen Energiequelle, das
mit dem Signalgerät (14) elektrisch verbunden ist.
7. Rettungshandschuh (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
- die Außenschicht (12) ein elektrisch isolierendes Material mit integrierten Außenelektroden
aufweist.
8. Rettungshandschuh (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
- die Außenschicht (12) ein elektrisch leitfähiges Material aufweist.
9. Rettungshandschuh (10) nach Anspruch 8, wobei
- das elektrisch leitfähige Material Kohlenstofffasern und/oder Metallfasern aufweist.
10. Schutzsystem (18), umfassend
- wenigstens einen Rettungshandschuh (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9;
- wenigstens einen Schuh.(19) mit einer elektrisch leitfähigen Sohle (20), die mit
wenigstens einer der Verbindungsstellen (22) elektrisch verbunden ist.
11. Schutzsystem (18), insbesondere nach Anspruch 10, umfassend
- wenigstens einen ersten Rettungshandschuh (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9;
- einen zweiten Rettungshandschuh, umfassend
• wenigstens eine elektrisch isolierende Isolationsschicht;
• wenigstens eine elektrisch leitfähige Außenschicht, die die Isolationsschicht zumindest
teilweise bedeckt und mit wenigstens einer der Verbindungsstellen (22) elektrisch
verbunden ist.
1. Electrically insulating safety glove (10), comprising
- at least one electrically insulating insulation layer (11);
- at least one electrically conductive outer layer (12) which at least partly covers
the insulation layer (11);
- at least one electrical connecting point (22);
- at least one signal device (14) which is electrically connected to the outer layer
(12) and each connecting point (22);
wherein
the signal device (14) is configured so as to produce a warning signal dependent on
a potential difference between the outer layer (12) and at least one of the connecting
points (22),
characterised in that the safety glove (10) comprises at least one external electrode (13) which is electrically
connected to at least one of the connecting points (22), the external electrode (13)
on the safety glove (10) being suitable for tapping a potential and/or carrying out
earthing.
2. Safety glove (10) according to claim 1, further comprising
- at least one internal electrode (13) for applying to the skin of a wearer of the
safety glove (10), which is arranged on the inside of the safety glove (10) and is
electrically connected to at least one of the connecting points (22).
3. Safety glove (10) according to one of the preceding claims, wherein
- the signal device (14) comprises an acoustic signal element and/or a haptic signal
element and/or an optical signal element (17) and/or a display device.
4. Safety glove (10) according to one of the preceding claims, wherein
- the signal device (14) comprises a control unit which is configured such that it
measures and evaluates the potential difference between the outer layer (12) and at
least one of the connecting points (22) and generates the warning signal as a function
of the evaluation.
5. Safety glove (10) according to one of the preceding claims, further comprising
- an internal electrical energy source which is electrically connected to the signal
device (14).
6. Safety glove (10) according to one of the preceding claims, further comprising
- a pair of contacts for the connection of an external electrical energy source which
is electrically connected to the signal device (14).
7. Safety glove (10) according to one of the preceding claims, wherein
- the outer layer (12) comprises an electrically insulating material with integrated
external electrodes.
8. Safety glove (10) according to one of the preceding claims, wherein
- the outer layer (12) comprises an electrically conductive material.
9. Safety glove (10) according to claim 8, wherein
- the electrically conductive material comprises carbon fibres and/or metal fibres.
10. Protective system (18), comprising
- at least one safety glove (10) according to one of claims 1 to 9,
- at least one shoe (19) with an electrically conductive sole (20) which is electrically
connected to at least one of the connecting points (22).
11. Protective system (18), particularly according to claim 10, comprising
- at least a first safety glove (10) according to one of claims 1 to 9;
- a second safety glove, comprising
- at least one electrically insulating insulation layer;
- at least one electrically conductive outer layer which at least partly covers the
insulation layer and is electrically connected to at least one of the connecting points
(22).
1. Gant de secours (10) électriquement isolant, comprenant :
- au moins une couche isolante (11) qui isole de l'électricité ;
- au moins une couche extérieure (12) qui conduit l'électricité et qui recouvre au
moins partiellement la couche isolante (11) ;
- au moins un point de liaison électrique (22) ;
- au moins un appareil de signalisation (14) qui est relié électriquement à la couche
extérieure (12) et à chaque point de liaison (22) ;
l'appareil de signalisation (14) étant conçu de telle sorte qu'il produit un signal
d'avertissement en fonction d'une différence de potentiel entre la couche extérieure
(12) et au moins l'un des points de liaison (22),
caractérisé en ce que le gant de secours (10) comprend au moins une électrode extérieure (13) qui est reliée
électriquement à au moins un des points de liaison (22), l'électrode extérieure (13)
du gant de secours (10) étant prévue pour prélever un potentiel et/ou effectuer une
mise à la terre.
2. Gant de secours (10) selon la revendication 1, comprenant en outre :
- au moins une électrode intérieure (13) prévue pour être appuyée contre la peau d'un
porteur du gant de secours (10), laquelle électrode intérieure est agencée sur le
côté intérieur du gant de secours (10) et est reliée électriquement à au moins un
des points de liaison (22).
3. Gant de secours (10) selon l'une des revendications précédentes,
- l'appareil de signalisation (14) comprenant un élément de signalisation sonore et/ou
un élément de signalisation tactile et/ou un élément de signalisation visuel (17)
et/ou un afficheur.
4. Gant de secours (10) selon l'une des revendications précédentes,
- l'appareil de signalisation (14) comprenant une unité de commande qui est conçue
de telle sorte qu'elle mesure et évalue la différence de potentiel entre la couche
extérieure (12) et au moins un des points de liaison (22) et qu'elle produit le signal
d'avertissement en fonction de l'évaluation.
5. Gant de secours (10) selon l'une des revendications précédentes, comprenant en outre
:
- une source d'énergie électrique interne qui est reliée électriquement à l'appareil
de signalisation (14).
6. Gant de secours (10) selon l'une des revendications précédentes, comprenant en outre
:
- une paire de contacts pour le raccordement d'une source d'énergie électrique externe
qui est reliée électriquement à l'appareil de signalisation (14).
7. Gant de secours (10) selon l'une des revendications précédentes,
- la couche extérieure (12) comportant un matériau électriquement isolant avec des
électrodes extérieures intégrées.
8. Gant de secours (10) selon l'une des revendications précédentes,
- la couche extérieure (12) comportant un matériau électriquement conducteur.
9. Gant de secours (10) selon la revendication 8,
- le matériau électriquement conducteur comportant des fibres de carbone et/ou des
fibres métalliques.
10. Système de protection (18), comprenant :
- au moins un gant de secours (10) selon l'une des revendications 1 à 9 ;
- au moins une chaussure (19) avec une semelle (20) électriquement conductrice qui
est reliée électriquement à au moins un des points de liaison (22).
11. Système de protection (18), notamment selon la revendication 10, comprenant :
- au moins un premier gant de secours (10) selon l'une des revendications 1 à 9 ;
- un deuxième gant de secours, comprenant :
-- au moins une couche isolante qui isole de l'électricité ;
-- au moins une couche extérieure électriquement conductrice, qui recouvre au moins
partiellement la couche isolante et qui est reliée électriquement à au moins un des
points de liaison (22).