[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kühlwasserleitung für ein Kraftwerk sowie
ein Kraftwerk, welches eine derartige Kühlwasserleitung umfasst.
[0002] Die Kühlwasserversorgung in einem Kraftwerk erfolgt über eine Kühlwasserleitung.
Zur Beaufschlagung des Kühlwassers in der Kühlwasserleitung mit einer Strömung werden
typischerweise geeignete Pumpen vorgesehen, über welche die Strömungsmenge bzw. das
Strömungsverhalten des Kühlwassers maßgeblich eingestellt werden kann. Insbesondere
bei Kraftwerken mit einem Dampfteil und einem damit verbundenen wassergekühlten Kondensator
haben die Pumpen zur Bereitstellung von Kühlwasser eine wesentliche Aufgabe. Fallen
nämlich derartige Pumpen schadensbedingt aus, muss innerhalb von geringer Zeit das
gesamte Kraftwerk wenigstens bereichsweise heruntergefahren werden, da der Kondensator
nicht mehr mit ausreichend Kühlleistung versorgt werden kann. Um solchen Störfällen
vorzubeugen, werden deswegen in modernen Kühlwasserleitungen redundante Pumpen mit
hydraulisch betriebenen Einstellklappen, insbesondere Klappen (inkl. Gegengewicht),
welche ausgeführt sind als kombinierte Absperr-/Rückschlagklappen bzw. motorbetriebene
Absperrklappen(z.B. 2 x 50%), um bei Ausfall von einer Pumpe, wenigstens die Kühlwasserversorgung
teilweise mit Hilfe der anderen Pumpe aufrechterhalten zu können.
[0003] Die Einstellklappen befinden sich typischerweise am Austritt der Pumpen und dienen
zunächst der Absperrung der außer Betrieb befindlichen Pumpe, um eine Rückströmung
des Kühlwassers durch die Pumpe zu verhindern. Zudem sind die Einstellklappen dazu
ausgebildet, bei Pumpenausfall kontrolliert zu schließen, um insbesondere Druckstöße
zu vermeiden. Vor allem nahe der Endstellung der Einstellklappen hat dies ausreichend
langsam zu erfolgen. Durch eine geeignete Einstellung der Einstellklappen können die
noch im Betrieb befindlichen Pumpen außerdem innerhalb eines zulässigen Arbeitsbereiches
betrieben werden. Bei leeren bzw. teilentleerten Kühlwasserleitungen kann zudem ein
kontrolliertes Befüllen der Kühlwasserleitungen erreicht werden, ohne jedoch die Pumpe
in unzulässigen Arbeitsbereichen zu betreiben, wodurch etwa Druckstöße die Folge sein
könnten.
[0004] Derartige Druckstöße sind in der Kühlwasserleitung zu vermeiden, da die hierbei auftretenden
Kräfte zerstörerische Wirkung aufweisen können. Um die Strömungseigenschaften des
Kühlwassers in der Kühlwasserleitung besser einstellen zu können, werden deswegen
die Einstellklappen in der Kühlwasserleitung vorgesehen, die den Strömungsquerschnitt
in der Kühlwasserleitung veränderbar und gezielt einschränken.
[0005] Nachteilig an diesen aus dem Stand der Technik bekannten technischen Einstellklappen
ist jedoch, dass diese selbst als aktive Komponenten mitunter störungsanfällig sind
und einem Ausfallrisiko unterliegen. So kann der hydraulische bzw. motorische Betrieb
der Einstellklappen etwa während einer Störung der elektrischen Energiezufuhr unterbunden
sein und damit den Ausfall der Pumpe zur Folge haben. Überdies handelt es sich bei
den Einstellklappen wegen der mitunter großen Leitungsquerschnitte der Kühlwasserleitungen
um sehr teure Bauteile, insbesondere falls sie hydraulisch bewegt werden, deren Betrieb
auch eine regelmäßige Wartung bedarf.
[0006] Um diese aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile zu vermeiden, ist eine kostengünstige
technische Lösung vorzuschlagen, welche zudem erlaubt, einen sicheren Betrieb der
Kühlwasserleitung auch im Störungsfall zu gewährleisten. Zudem soll auch das Auftreten
und Fortpflanzen von von Druckstößen in der Kühlwasserleitung weitgehend vermieden
werden.
[0007] Gelöst werden diese der Erfindung zugrundeliegenden Aufgaben durch eine Kühlwasserleitung
gemäß Anspruch 1 sowie ein Kraftwerk gemäß Anspruch 10.
[0008] Insbesondere werden die der Erfindung zugrunde liegenden Aufgaben gelöst durch eine
Kühlwasserleitung für ein Kraftwerk, welche mit einem Kondensator verschaltet ist,
und bei welcher bei normalem Betrieb stromaufwärts des Kondensators ein Steigschacht
mit dazu in Bezug stromabwärts angeordnetem Fallschacht umfasst ist, sowie ein Förderpumpe,
die derart angeordnet ist, dass in dem Steigschacht oder stromaufwärts des Steigschachts
in der Kühlwasserleitung Kühlwasser mit einer Strömung beaufschlagt werden kann.
[0009] Weiterhin werden die der Erfindung zugrundeliegenden Aufgaben gelöst durch ein Kraftwerk,
welches eine solche vorab wie auch nachfolgend beschriebene Kühlwasserleitung umfasst.
[0010] An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass der normale Betrieb sich auf einen
normalen Kühlwasserbetrieb bezieht, bei welchem Kühlwasser in der Kühlwasserleitung
in einer vorbestimmten Richtung von dem Steigschacht zum Fallschacht und zum Kondensator
befördert wird.
[0011] Eine Kühlwasserleitung für ein Kraftwerk betrifft insbesondere eine Kühlwasserleitung
eines Kraftwerks.
[0012] Die Anordnung der Förderpumpe stromaufwärts des Steigschachts erfolgt ausführungsgemäß
in einem Bereich, in welchem die Kühlwassertemperatur höchstens 60°C aufweist. Insbesondere
ist die Förderpumpe zwischen Steigschacht und einem Kühlturm geschaltet.
[0013] Die Strömungsbeaufschlagung mittels der Förderpumpe ist erfindungsgemäß derart ausgebildet,
dass Kühlwasser in den Steigschacht befördert wird und von dort in den Fallschacht
überführt wird. In dem Fallschacht fällt bzw. fließt das Kühlwasser aufgrund der Erdgravitation
zu einem niedriger gelegenen Ort, von wo aus das Kühlwasser weiter sinkt oder bereits
ausströmen kann. Insbesondere ist der Steigschacht wenigstens teilweise in dem Fallschacht
angeordnet. Möglicherweise können jedoch Steigschacht und Fallschacht auch beide nur
durch ein geeignetes Überlaufrohr miteinander verbunden sein, so dass eine räumliche
Integration des Steigschachts in den Fallschacht nicht unbedingt erforderlich ist.
[0014] Erfindungsgemäß ist also vorgesehen, dass eine Kühlwasserleitung für ein Kraftwerk
einen Steigschacht sowie einen stromabwärts davon angeordneten Fallschacht aufweist.
Bei Förderung von Kühlwasser mittels der Förderpumpe wird hierbei das Kühlwasser in
dem Steigschacht entgegen der Erdbeschleunigung nach oben bewegt. Nach Erreichen der
oberen Begrenzung des Steigschachts wird das Wasser in den Fallschacht überführt.
Von dort kann das Wasser weiter in der Kühlwasserleitung befördert werden. Die weitere
Beförderung erfolgt hierbei aufgrund der geodätischen Druckverhältnisse in dem Fallschacht.
[0015] Wird bspw. ein Kraftwerk, welches eine erfindungsgemäße Kühlwasserleitung aufweist,
angefahren, befindet sich bspw. Kühlwasser in dem Steigschacht auf einem Höhenniveau,
welches geringer ist, als das Niveau der oberen Begrenzung des Steigschachtes. Erst
durch Betreiben der Förderpumpe wird so viel Wasser in den Steigschacht befördert,
dass dieses nach Erreichen der oberen Begrenzung in den Fallschacht überströmt. Das
überströmende Kühlwasser lässt das Höhenniveau des Kühlwassers in dem Fallschacht
ebenfalls ansteigen bis ein Höhenniveau erreicht ist, bei welchem die geodätischen
Druckverhältnisse in dem Fallschacht ausreichend sind, um das Kühlwasser in der Kühlwasserleitung
weiter zu befördern. Die Höhe dieses angestrebten Kühlwasserniveaus ist dann erreicht,
wenn der geodätische Druck in dem Fallschacht ausreicht, um die Druckverluste in der
Kühlwasserleitung sowie die nachfolgenden möglicherweise vorhandenen Höhenunterschiede
in der Kühlwasserleitung mit einer ausreichenden Menge Kühlwasser zu überkommen.
[0016] Aufgrund des gut zu kontrollierenden Überlaufs von Kühlwasser aus dem Steigschacht
in den Fallschacht kann auch bei Auftreten von Druckschwankungen, etwa aufgrund der
unterschiedlichen Betriebsbedingungen der Förderpumpe, eine Fortpflanzung von Druckstößen
in der Kühlwasserleitung verhindert werden. Steigschacht und Fallschacht entkoppeln
somit die Förderpumpe von allen stromabwärts des Steigschachtes angeordneten Komponenten
des Kühlwasserkreislaufes Da zwischen Kondensator und Förderpumpe keine durchgehende
Wassersäule vorhanden ist, können Druckstöße sich auch nicht zwischen dem Steigschacht
und dem Fallschacht fortpflanzen. Ebenso kann während der Anfahr- bzw. Abfahrphase
vermieden werden, dass sich derartige Druckstöße übermitteln. Vor allem während der
Anfahrtsphase, während welcher anfänglich in dem Steigschacht noch nicht ausreichend
Kühlwasser vorhanden ist, um einen Überlauf in den Fallschacht zu bewirken, kann so
eine effektive fluiddynamische Entkopplung sowie Strömungsregulierung in der Kühlwasserleitung
erreicht werden.
[0017] Zudem kann die erfindungsgemäße Lösung auf das Vorsehen einer Einstellklappe vollständig
verzichten, wodurch wartungstechnische sowie sicherungstechnische Vorteile die Folge
sind.
[0018] Zudem können Steig- und Fallschächte je nach geeigneter Materialwahl verhältnismäßig
kostengünstig gebaut werden. Eine Wartung dieser Bauteile des Kraftwerks ist aufgrund
ihrer einfachen Geometrie verhältnismäßig schnell und kostengünstig zu erreichen.
[0019] Durch die Entkopplung der Förderpumpe von den stromab des Steigschachtes angeordneten
Komponenten des Kühlwasserkreislaufes kann es dort nicht zu hohen Drücken kommen,
falls etwa Absperrorgane (z.B. die Absperrklappen am Kondensator) geschlossen sind
und der Pumpendruck ggf. die Nullförderhöhe erreicht. In einem solchen Fall würde
das Kühlwasserniveau im Fallschacht soweit steigen, bis dieser überläuft, insofern
definiert die Höhe des Fallschachtes den maximalen Druck im Kühlwassersystem und nicht
mehr die Nullförderhöhe der Kühlwasserpumpe. Dies hat den Vorteil, dass insbesondere
Kühlwasserleitungen, Wasserkammerdeckel am Kondensator, etc. auf einen niedrigeren
Druck ausgelegt werden können und entsprechend kostengünstiger hergestellt werden
können. Darüber hinaus bewirkt die definierte Höhe des Überlaufes vom Steig- in den
Fallschacht, dass die Kühlwasserpumpe nicht aus der Kennlinie laufen kann, da immer
ein der Höhe des Steigschachtes entsprechender Mindestdruck gehalten werden kann.
[0020] Zudem sind die Kühlwasserleitung und der Kondensator bei Kraftwerksanlagen bei denen
die Wasserverteilung im Kühlturm den höchsten Punkt im Kühlwassersystem darstellt,
(dies ist der Normalfall) auch im Stillstand immer komplett gefüllt, da sich der Füllstand
im Fallschacht automatisch nur bis auf die Höhe der Wasserverteilung absenkt und dort
verharrt. Damit kann auf Vakuumbrecher sowie Belüftungsleitungen am Kondensator bei
einer Kühlturmanlage verzichtet werden.
[0021] Weiter ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund der vereinfachten fluiddynamischen Verhältnisse
in der vorliegenden Erfindung keine aufwendigen Rechnungen und Projektplanungen zu
erfolgen haben, welche die Fertigstellung und genaue Konzeption einer Kühlwasserleitung
für ein Kraftwerk mitunter zeitlich stark verzögern können.
[0022] Gemäß einer ersten besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
dass die Förderpumpe als Schachtpumpe ausgebildet ist, welche insbesondere in dem
Steigschacht angeordnet ist. Eine Schachtpumpe soll hierbei im Sinne einer Tauchpumpe
verstanden werden, welche vollständig in dem Kühlwasser angeordnet sein kann bzw.
ist. Insofern sind also die Antriebseinheit sowie die Pumpeinheit vollständig in der
Kühlwasserleitung angeordnet. Wird eine derartige Schachtpumpe im Steigschacht vorgesehen,
erfolgt dies typischerweise im Basisbereich des Steigschachtes, also dort wo die statischen
Drücke am größten sind. Zur Entfernung einer solchen Schachtpumpe reicht es mitunter
bereits aus, diese mittels einer geeigneten Befestigungsvorrichtung aus dem Steigschacht
von oben etwa mittels eines Krans, welcher oftmals in Kraftwerken leicht verfügbar
ist, herauszuziehen. Infolge dessen können die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten
an der Pumpe verhältnismäßig einfach vorgenommen werden, ohne dass Rohrleitungsanschlüsse
demontiert werden müssen. Insofern lassen sich auch Stillstandzeiten deutlich vermindern
sowie die Verfügbarkeit einer geeigneten Kühlwasserströmung in der Kühlwasserleitung
verbessern.
[0023] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
zwischen der Pumpe und dem Kondensator, insbesondere am Austritt der Förderpumpe keine
Einstellklappe vorgesehen ist. Eine ausführungsgemäße Einstellklappe wäre typischerweise
hydraulisch betreibbar (siehe obige Erklärungen) und kann auch gegen den Druck der
Förderpumpe geöffnet bzw. geschlossen werden. Durch das Vermeiden des Vorsehens einer
Einstellklappe in der Kühlwasserleitung können somit Kosten gespart werden sowie auch
wartungs- und sicherungstechnische Risiken vermieden werden. An dieser Stelle soll
darauf hingewiesen werden, dass die ausführungsgemäße Einstellklappe im Sinne einer
Absperrklappe und/oder einer Rückschlagklappe verstanden werden soll. Insbesondere
nicht mit umfasst von dieser Ausführungsform sind Schließklappen, die dem Kondensator
zugeordnet sind.
[0024] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
der Steigschacht wenigstens eine minimale Höhe von 8m aufweist und insbesondere eine
maximale Höhe von 30m aufweist.
[0025] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
dass ein Steigschacht wenigstens zwei Fallschächten derart zugeordnet ist, dass bei
Förderung von Kühlwasser durch den Steigschacht das geförderte Kühlwasser sich auf
die wenigstens zwei Fallschächte aufteilt. Die beiden getrennten Kühlwasserströme
in den Fallschächten können nachfolgend dazu gezielt benutzt werden, etwa unterschiedliche
Kondensatorhälften separat mit Kühlwasser zu versorgen.
[0026] Alternativ oder auch ergänzend hierzu kann vorgesehen sein, dass ein Fallschacht
der Kühlwasserleitung wenigstens zwei Steigschächten derart zugeordnet ist, dass bei
Förderung von Kühlwasser durch die wenigstens zwei Steigschächte das geförderte Kühlwasser
sich in dem einem Fallschacht vereinigt. Bei Vorsehen von wenigstens zwei Steigschächten,
insbesondere genau zwei Steigschächten, kann ein höherer Redundanzfaktor erreicht
werden, indem nämlich mehrere verhältnismäßig kleinere Förderpumpen in den Steigschächten
vorgesehen werden, die eine vergleichbare Kühlwassermenge befördern, wie verglichen
mit möglicherweise einer größeren Pumpe in einem einzelnen Steigschacht. Damit kann
bei Ausfall einer Förderpumpe weiterhin das gesamte Kühlwasserversorgungssystem über
die Kühlwasserleitung aufrechterhalten werden, indem nämlich die übrigen Förderpumpen
in den anderen Steigschächten weiterhin Kühlwasser in den gemeinsamen Fallschacht
befördern. Da das Kühlwasser aus den verschiedenen Steigschächten in einem Fallschacht
vereinigt wird, sind auch keine weiteren Vorkehrungen, etwa das Öffnen und Schließen
von Einstellklappen, erforderlich. Damit erreicht man ein vorteilhaft verfügbares
System, welches auf aktive Absperrelemente verzichten kann und eine wunschgemäße Redundanz
bei den Kühlwasserpumpen erlaubt.
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung
ist vorgesehen, dass der wenigstens eine Steigschacht und/oder Fallschacht ein Rohr
aufweist, das einen glasfaserverstärkten Kunststoff oder ein anderes Verbundmaterial
umfasst. Da diese Verbundmaterialien verhältnismäßig leicht herzustellen und auch
vorgefertigt werden können, kann ein Steigschacht und/oder Fallschacht in nur kurzer
Bauzeit errichtet werden. Zudem können solche Rohre sehr kostengünstig hergestellt
werden, so dass ein wirtschaftlicher Vorteil vorliegt.
[0028] Alternativ oder auch zusätzlich kann vorgesehen sein, dass der wenigstens eine Fallschacht
und/oder Steigschacht eine armierte Betonstruktur umfasst. Auch derartige Strukturen
können ohne verhältnismäßig großen bautechnischen Aufwand hergestellt werden, ohne
große Kosten zu verursachen. Da im Laufe des Baus eines Kraftwerks armierte Betonstrukturen
ohnehin vielerorts errichtet werden, kann das Vorsehen eines Fallschachts und/oder
Steigschachts aus eben diesem Material besonders wirtschaftlich und ohne weitere logistische
Vorkehrungen vorgesehen werden.
[0029] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
der wenigstens eine Steigschacht eine verschließbare Abzweigung insbesondere stromaufwärts
der Förderpumpe aufweist, über welche Abzweigung zur Abschlämmung Kühlwasser entnommen
werden kann. Da während des Betriebs das Kühlwasser zunehmend mit Salzen angereichert
wird, ist es erforderlich, dieses zu ersetzen. Hierzu kann dem Steigschacht gezielt
ein Teil Kühlwasser zur Abschlämmung über einen entsprechenden Abzweig entnommen werden,
welcher andernorts durch frisches Kühlwasser wiederum ersetzt wird. Die Abzweigung
ist bspw. über ein geeignetes Ventil verschließbar.
[0030] Weiter kann gemäß einer anderen Ausführungsform vorgesehen sein, dass der wenigstens
eine Fallschacht eine verschließbare Zuführung aufweist, über welche zur chemischen
Behandlung dem Kühlwasser chemische Substanzen zugegeben werden können. Da in dem
Fallschacht mitunter eine stärker turbulente Strömung vorherrscht als in den weiter
stromabwärts liegenden Kühlwasserleitungsbereichen, können an dieser Stelle des Fallschachtes
zugegebene chemische Substanzen besonders gut in das Kühlwasser eingemischt werden.
Zudem kann die Zuführung an einem Ort des Fallschachtes angeordnet sein, welcher nicht
die Zuführung der chemischen Substanzen unter erhöhtem Druck erfordert. Eine Zugabe
der chemischen Substanzen bei Drücken, die leicht höher als der Umgebungsdruck sind,
ist möglich.
[0031] Gemäß einer anderen Ausführungsform der Kühlwasserleitung ist vorgesehen, dass eine
Mehrzahl an Steigschächten mit jeweils stromabwärts angeordneten Fallschächten sowie
jeweils zugeordneten Förderpumpen vorgesehen ist, wobei die Mehrzahl an Fallschächten
in einem gemeinsamen Zulauf in die Kühlwasserleitung mündet. Die Mehrzahl an Steigschächten
wird zudem typischerweise durch einen gemeinsamen Anschlussbereich gemäß einer weitergehenden
Ausführungsform der Kühlwasserleitung mit Kühlwasser versorgt. Folglich kann auch
bei Ausfall von Förderpumpen in einem einzelnen Steigschacht weiter Kühlwasser in
den zugeordneten anderen Fallschächten befördert werden, wobei jedoch aufgrund des
gemeinsamen Zulaufs eine Vereinigung des Kühlwassers der verschiedenen Fallschächte
erfolgt, so dass eine Mischung und Zuführung dieser Kühlwassermengen über den Zulauf
in die Kühlwasserleitung leicht erreicht werden kann.
[0032] Nachfolgend soll die Erfindung anhand einzelner Figuren im Detail näher erläutert
werden. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren lediglich schematisch zu
verstehen sind und keine Einschränkung hinsichtlich der Ausführbarkeit der Erfindung
bedeuten.
[0033] Weiter ist darauf hinzuweisen, dass die Bauteile in den nachfolgenden Figuren, welche
mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, gleiche technische Wirkungen aufweisen sollen.
[0034] Fernerhin ist darauf hinzuweisen, dass die nachfolgend dargestellten technischen
Merkmale in beliebiger Kombination miteinander beansprucht werden sollen, soweit diese
die der Erfindung zugrundeliegenden Aufgaben lösen können.
[0035] Hierbei zeigen:
- Figur 1
- eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung in schematischer
Schnittansicht von der Seite;
- Figur 2
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung in schematischer
Schnittansicht von der Seite (inkl. Abschlämm- und Chemikaliendosierungsanschluss);
- Figur 3
- eine darüber hinaus gehende Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung
in einer seitlichen schematischen Schnittansicht;
- Figur 4
- eine Querschnittsansicht durch Steigschacht und Fallschacht entsprechend einer besonders
bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung;
- Figur 5
- eine Querschnittsansicht durch Steigschacht und Fallschacht entsprechend einer anderen
besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung;
- Figur 6
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung in einer schematischen
Schnittansicht von einer Seite.
[0036] Figur 1 zeigt eine seitliche Schnittansicht durch eine erste Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung 1, welche etwa von einem ein Dampfteil umfassendes
Kraftwerk (vorliegend nicht weiter gezeigt) umfasst sein kann. Die Kühlwasserleitung
1 umfasst einen Steigschacht 10, welcher einem Fallschacht 11 zugeordnet ist, wobei
im Basisbereich des Steigschachtes 10 eine Förderpumpe 12 angeordnet ist. Das System
von Steigschacht 10, Fallschacht 11 und Förderpumpe 12 sind fluidtechnisch in die
Kühlwasserleitung derart verschaltet, dass das Kühlwasser 5 über eine Kühlwasserzuleitung
3 dem Steigschacht 10 zunächst zugeführt wird. Bei Überführen des aus dem Steigschacht
austretenden Wassers in den Fallschacht 11 fließt dieses geodätisch in den Fallschacht
11 weiter über eine Kühlwasserableitung 4 zum Kondensator 2 ab und danach weiter über
eine Kühlwasserableitung 13 zurück zum Kühlturm (nicht dargestellt). Der Kondensator
2 dient ausführungsgemäß dazu den Dampfteil eines nicht weiter mit Bezugszeichen versehenen
Kraftwerks mit Kühlleistung zu versorgen.
[0037] Während des kontinuierlichen Dauerbetriebs fördert die Förderpumpe 12 Kühlwasser
5 derart, dass dieses kontinuierlich an der oberen Begrenzung des Steigschachtes 10
in den Fallschacht 11 überführt wird. Aufgrund der Höhenverhältnisse bzw. Druckverlustverhältnisse
in der Kühlwasserleitung 1 pendelt sich im Laufe des Betriebs der Kühlwasserleitung
1 ein im Wesentlichen gleich bleibendes Füllstandsniveau in dem Fallschacht 11 ein.
Dieses ist ausreichend, um einen statischen Druck im Basisbereich des Fallschachtes
11 aufzubauen, so dass das dort befindliche Kühlwasser in der Kühlwasserleitung 1
weiter in Richtung Kondensator 2 und an diesen anschließende Systeme bzw. Systemabschnitte
befördert werden kann.
[0038] Sollte nun ein Störfall der Förderpumpe 12 eintreten, und diese ihre Förderarbeit
nicht mehr leisten können, sinkt das Füllstandsniveau in dem Steigschacht 10 ab, so
dass kein weiteres Kühlwasser 5 mehr in den Fallschacht 11 überführt wird. Die sich
dabei ändernden Druckverhältnisse in dem Steigschacht 10 können dazu führen, dass
die Förderpumpe 12 mitunter Druckschwankungen auf die Kühlwassersäule in dem Steigschacht
überträgt. Diese werden jedoch nicht weiter an die Wassersäule in dem Fallschacht
übertragen, und können sich deswegen auch nicht in Richtung Kondensator fortpflanzen.
Insofern ist die Förderpumpe 12 von dem Kondensator 2 entkoppelt.
[0039] Kann nun die Förderpumpe nach erneuter Betriebsaufnahme wieder Kühlwasser 5 in den
Steigschacht 10 befördern, steigt das Füllstandsniveau in dem Steigschacht 10 erneut
an, bis es die obere Begrenzung des Steigschachtes 10 erreicht hat, wonach es in den
Fallschacht 11 überführt wird. Sollte während dieses Anfahrvorganges die Förderpumpe
12 aufgrund der sich ändernden Druckverhältnisse erneut Druckschwankungen auf die
Kühlwassersäule in dem Steigschacht 10 übertragen, können diese Druckveränderungen
bzw. Druckstöße ebenfalls nicht oder nur stark vermindert an den Kondensator 2 übertragen
werden.
[0040] Figur 2 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung
1 in schematischer Schnittansicht von der Seite, wobei die gezeigte Ausführungsform
sich von der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform lediglich dadurch unterscheidet,
dass in dem Steigschacht 10 eine Abzweigung 15 vorgesehen ist, über welche zur Abschlämmung
Kühlwasser 5 entnommen werden kann. Die Abzweigung 15 kann hierbei mit einem nicht
weiter gezeigten Ventil versehen sein, welches die Abzweigung 15 verschließbar ausgestaltet.
[0041] Weiter weist die in Figur 2 gezeigte Ausführungsform der Kühlwasserleitung 1 eine
Zuführung 16 auf, welche ebenfalls über ein nicht weiter gezeigtes Ventil verschließbar
ausgestaltet ist. Über die Zuführung 16 können insbesondere chemische Substanzen in
das Kühlwasser 5 eingeleitet werden, so dass im Bereich des Fallschachtes 11 eine
Mischung beider Flüssigkeiten bzw. Stoffe erfolgen kann.
[0042] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlwasserleitung
1 in seitlicher Schnittansicht, welche sich von der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform
dahingehend unterscheidet, dass die Anordnung von Steigschacht 10 zu Fallschacht 11
eine unterschiedliche Geometrie aufweist. Ist bei der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform
der Steigschacht 10 mittig in dem Fallschacht 11 und im Wesentlichen ohne Kontakt
der jeweiligen Wandungen vorgesehen, ist in der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform
ein Bereich der Wandung des Steigschachtes 10 mit einem Bereich der Innenwandung des
Fallschachtes 11 in Kontakt. Bevorzugt kann der Steigschacht 10 als eine Mehrzahl
an Steigschächten 10 ausgeführt sein. Ebenfalls kann ganz besonders bevorzugt der
Fallschacht 11 als eine Mehrzahl an Fallschächten 11 ausgeführt sein. Derartige Ausführungsformen
sind nachfolgend beschrieben.
[0043] Figur 4 zeigt eine Querschnittansicht durch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Kühlwasserleitung 1 wie sie etwa in Figur 3 dargestellt ist. Hierbei bezieht sich
der gezeigte Querschnitt in Figur 4 auf die mit IV-IV bezeichnete Schnittebene in
Figur 3. Wie deutlich zu erkennen ist, weist die Ausführungsform lediglich einen Steigschacht
10 auf, wobei dem Steigschacht 10 zwei nebeneinander angeordnete separierte Fallschächte
11 zugeordnet sind. Bei Austritt von Kühlwasser im Bereich der oberen Begrenzung des
Steigschachtes 10 teilt sich das Kühlwasser auf die beiden Fallschächte 11 auf und
kann separat abgeführt werden. So kann bspw. der nicht weiter gezeigte Kondensator
2 über zwei separierte Ströme mit Kühlwasser versorgt werden.
[0044] Figur 5 zeigt eine zur Ausführungsform gemäß Figur 4 alternative Ausführungsform
der Anordnung von Steigschacht 10 und Fallschacht 11. Ausführungsgemäß sind vorliegend
zwei separate Steigschächte 10 vorgesehen, die eine seitliche Wandung miteinander
teilen. Das aus den Steigschächten 10 im oberen Bereich der Begrenzung überlaufende
Kühlwasser strömt in den gemeinsamen Fallschacht 11 ein. Folglich vermischt sich das
aus den beiden Steigschächten 10 in Fallschacht 11 überführte Kühlwasser. Vorteilhaft
an einer solchen Ausführungsform ist die Vorsehung einer möglichen Redundanz von Förderpumpen,
welche den Steigschächten 10 zugeordnet sind, da bei Ausfall einer Förderpumpe, ein
Steigschacht 10 außer Betrieb genommen werden kann, ohne jedoch den Betrieb der gesamten
Kühlwasserleitung 1 unterbrechen zu müssen.
[0045] Figur 6 zeigt eine seitliche Schnittansicht einer weiteren möglichen Ausführungsform
der Erfindung, welche neben zwei Steigschächten 10 (gestrichelte Linien) jeweils einen
diesen zugeordneten Fallschacht 11 aufweist. Die beiden Fallschächte 11 haben jedoch
einen gemeinsamen Zulauf 20, über welchen sich das in den Fallschächten 11 abgeführte
Kühlwasser 5 vermischen kann, um etwa über die Kühlwasserableitung 4 (frontale Ansicht)
zum Kondensator 2 (vorliegend nicht gezeigt) abgeführt zu werden.
[0046] Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
1. Kühlwasserleitung (1) für ein Kraftwerk, welche mit einem Kondensator (2) verschaltet
ist, und bei welcher bei normalem Betrieb stromaufwärts des Kondensators (2) ein Steigschacht
(10) mit dazu in Bezug stromabwärts angeordnetem Fallschacht (11) umfasst ist, sowie
einer Förderpumpe (12), die derart angeordnet ist, dass in dem Steigschacht (10) oder
stromaufwärts des Steigschachts (10) in der Kühlwasserleitung (1) Kühlwasser (5) mit
einer Strömung beaufschlagt werden kann.
2. Kühlwasserleitung (1) gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Förderpumpe (12) als Schachtpumpe ausgebildet ist, welche insbesondere in dem
Steigschacht (10) angeordnet ist.
3. Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen der Förderpumpe (12) und dem Kondensator (2), insbesondere am Austritt der
Förderpumpe (12) keine Einstellklappe vorgesehen ist.
4. Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Steigschacht (10) wenigstens zwei Fallschächten (11) derart zugeordnet ist, dass
bei Förderung von Kühlwasser durch den Steigschacht (10) das geförderte Kühlwasser
sich auf die wenigstens zwei Fallschächte (11) aufteilt.
5. Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Fallschacht (11) wenigstens zwei Steigschächten (10) derart zugeordnet ist, dass
bei Förderung von Kühlwasser (5) durch die wenigstens zwei Steigschächte (10) das
geförderte Kühlwasser (5) sich in dem einen Fallschacht (11) vereinigt.
6. Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der wenigstens eine Steigschacht (10) und/oder Fallschacht (11) ein Rohr aufweist,
welches einen Glasfaser verstärkten Kunststoff oder ein anderes Verbundmaterial umfasst.
7. Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der wenigstens eine Fallschacht (11) und/oder Steigschacht (10) eine armierte Betonstruktur
umfasst.
8. Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der wenigstens eine Steigschacht (10) eine verschließbare Abzweigung (15) insbesondere
stromaufwärts der Förderpumpe (12) aufweist, über welche zur Abschlämmung Kühlwasser
(5) entnommen werden kann.
9. Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der wenigstens eine Fallschacht (10) eine verschließbare Zuführung (16) aufweist,
über welche zur chemischen Behandlung dem Kühlwasser (5) chemische Substanzen zugegeben
werden können.
10. Kraftwerk umfassend eine Kühlwasserleitung (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche.