[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gleichstromschütz mit Vorzugsstromrichtung
gemäß dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1. Ein derartiges Gleichstromschütz
weist eine Doppelunterbrechung mit zwei Kontaktstellen auf, welche jeweils einen Festkontakt
und einen beweglichen Kontakt umfassen. Die beweglichen Kontakte sind auf einer Kontaktbrücke
angeordnet. Ferner weist das gattungsgemäße Gleichstromschütz eine Lichtbogenlöscheinrichtung
sowie eine Blaseinrichtung auf, wobei die Blaseinrichtung dazu ausgebildet ist, einen
Schaltlichtbogen, der an der ersten Kontaktstelle beim Öffnen der Kontaktstellen entsteht,
beim Schalten in Vorzugsstromrichtung in die Lichtbogenlöscheinrichtung zu blasen.
Weiter ist bei dem gattungsgemäßen Gleichstromschütz benachbart zu dem beweglichen
Kontakt der ersten Kontaktstelle ein Kommutierblech angeordnet, wobei die Kontaktbrücke
und das Kommutierblech elektrisch voneinander isoliert sind, und wobei das Kommutierblech
mit dem Festkontakt der zweiten Kontaktstelle potenzialverbunden ist, so dass der
an der ersten Kontaktstelle entstehende Schaltlichtbogen beim Schalten in Vorzugsstromrichtung
aufgrund der Wirkung der Blaseinrichtung von der Kontaktbrücke auf das Kommutierblech
überspringt und dadurch der an der zweiten Kontaktstelle entstehende Schaltlichtbogen
überbrückt wird.
[0002] Ein gattungsgemäßes Gleichstromschütz ist beispielsweise aus
DE 10 2010 031 907 B9 bekannt. Das Schütz ist sehr einfach aufgebaut und wird beispielsweise bei Bahnanwendungen
eingesetzt, um Gleichstrom bis zu etwa 3 kV Nennspannung zu schalten. Da bei dem gattungsgemäßen
Schütz der zweite Schaltlichtbogen an der zweiten Kontaktstelle beim Überspringen
des ersten Schaltlichtbogens von der Kontaktbrücke auf das Kommutierblech überbrückt
wird, wird der zweite Schaltlichtbogen dadurch einfach zum Erlöschen gebracht. Es
bleibt lediglich der erste Schaltlichtbogen stehen, der wiederum durch die Blaseinrichtung
in die Lichtbogenlöscheinrichtung geblasen und dort zum Erlöschen gebracht wird.
[0003] In der Bahntechnik werden an Gleichstromschütze zum Teil besonders hohe Anforderungen
gestellt. In diesem Bereich kommt es mitunter vor, dass reversible oder Wechselstrom-Schaltlasten
geschaltet werden müssen, wobei die zu schaltenden reversiblen oder Wechselstrom-Schaltlasten
allerdings in der Regel deutlich geringer sind als die Nennschaltlast im Gleichstrombetrieb
bei Vorzugsstromrichtung. Besonders niedrige derartige Lasten lassen sich auch mit
einem gattungsgemäßen Gleichstromschütz schalten. Die Anforderungen, die im Bereich
der Bahntechnik an die verwendeten Schaltschütze gestellt werden, werden jedoch zunehmend
größer. Es besteht daher Bedarf nach Gleichstromschützen mit verbesserter Schalttauglichkeit
für Wechselstromlasten und Polung entgegen der Vorzugsrichtung.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Gleichstromschütz der gattungsgemäßen
Art mit verbesserter Schalttauglichkeit für Wechselstromlasten und Polung entgegen
der Vorzugsrichtung anzugeben.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1. Demnach
liegt dann eine erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe vor, wenn das Gleichstromschütz
eine Hilfslichtbogenlöscheinrichtung aufweist, wobei die Blaseinrichtung derart dimensioniert
und ausgeführt ist, dass der an der ersten Kontaktstelle entstehende Schaltlichtbogen
beim Schalten entgegen der Vorzugsstromrichtung aufgrund der Wirkung der Blaseinrichtung
von der Kontaktbrücke auf den Festkontakt der zweiten Kontaktstelle überspringt und
zwischen den beiden Festkontakten hindurch in die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung
geblasen wird.
[0006] Die Erfindung bietet eine sehr einfache Lösung, um die Schalttauglichkeit des gattungsgemäßen
Gleichstromschützes für Wechselstromlasten und Polung entgegen der Vorzugsrichtung
erheblich zu verbessern. Das erfindungsgemäße Gleichstromschütz ist weiterhin äußert
einfach konzipiert und kann dadurch einfach und kostengünstig hergestellt werden.
[0007] Die im Folgenden als Lichtbogenlöscheinrichtung bezeichnete Hauptlichtbogenlöscheinrichtung
des erfindungsgemäßen Gleichstromschützes kommt lediglich beim Schalten in Vorzugsrichtung
zum Einsatz. Sie ist vorzugsweise benachbart zur ersten Kontaktstelle angeordnet.
Der an der ersten Kontaktstelle entstehende Schaltlichtbogen muss dann nur einen geringen
Weg bis zur Lichtbogenlöscheinrichtung zurücklegen und wird daher schnell zum Erlöschen
gebracht. Weiter vorzugsweise sind die Kontaktbrücke und das Kommutierblech durch
einen Luftspalt voneinander getrennt. Weiter vorzugsweise ist das Kommutierblech als
Lichtbogenleitblech ausgeführt und umgibt einen Randbereich der Lichtbogenlöscheinrichtung
zumindest teilweise. Einer der Lichtbogenfußpunkte des an der ersten Kontaktstelle
entstehenden Schaltlichtbogens wird bei dieser Ausführung auf dem Lichtbogenleitblech
entlang der Lichtbogenlöscheinrichtung geführt. Dadurch wird der Schaltlichtbogen
gestreckt und in die Lichtbogenlöscheinrichtung geblasen.
[0008] Vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die
Hilfslichtbogenlöscheinrichtung zwischen zwei Kontaktschienen angeordnet, welche die
beiden Festkontakte mit Anschlusskontakten des Gleichstromschützes verbinden. Dadurch
kann die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung besonders platzsparend in dem Gleichstromschütz
untergebracht werden, und es ergibt sich eine insgesamt kompakte Bauweise des erfindungsgemäßen
Gleichstromschützes. Vorzugsweise übernehmen die beiden Kontaktschienen die Aufgabe,
den Schaltlichtbogen in die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung zu leiten, und sind daher
jeweils als Lichtbogenleitblech ausgeführt. Weiter vorzugsweise bildet dabei die mit
dem Festkontakt der ersten Kontaktstelle verbundene Kontaktschiene gleichzeitig das
zweite Lichtbogenleitblech für die Lichtbogenlöscheinrichtung und das erste Lichtbogenleitblech
für die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung. Die mit dem Festkontakt der zweiten Kontaktstelle
verbundene Kontaktschiene bildet vorzugsweise das zweite Lichtbogenleitblech für die
Hilfslichtbogenlöscheinrichtung.
[0010] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die
Hilfslichtbogenlöscheinrichtung kleiner dimensioniert als die Lichtbogenlöscheinrichtung.
Da das Gleichstromschütz in der Regel nur in Ausnahmefällen eine Schalttauglichkeit
für Wechselstromlasten und Polung entgegen der Vorzugsrichtung aufweisen muss, und
die zu schaltenden Lasten dabei in der Regel geringer sind als die Nennschaltlast
des Gleichstromschützes, ergibt sich dadurch eine besonders kompakte Bauweise. Weiter
vorzugsweise weist die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung weniger Löschelemente auf als
die Lichtbogenlöscheinrichtung.
[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen die
Lichtbogenlöscheinrichtung und/oder die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung mehrere Löschelemente
aus Keramik auf. Keramische Löschelemente haben sich für die Löschung von Schaltlichtbögen
bewährt. Weiter vorzugsweise sind zumindest einige der Löschelemente der Lichtbogenlöscheinrichtung
zu einem von außen herausnehmbaren Einsatz zusammengefasst, um die Zugänglichkeit
zur ersten Kontaktstelle zu Wartungs- und Inspektionszwecken zu erleichtern. Dabei
ist es von besonderem Vorteil, wenn der Einsatz mechanisch ver- bzw. entriegelbar
ist.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind zwischen
den Löschelementen Strömungskanäle gebildet, wobei die Strömungskanäle jeweils einen
Streuabschnitt aufweisen, wobei die Streuabschnitte benachbarten Strömungskanäle unterschiedlich
geneigt ausgebildet sind, so dass eine Auffächerung der aus den Löschelementen austretenden
Gase erzielt wird. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass ein durch den Schaltlichtbogen
erzeugtes Plasma besonders schnell abtransportiert werden kann. Dadurch wird der Schaltlichtbogen
besonders schnell zum Erlöschen gebracht.
[0013] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die
Kontaktbrücke an einem dem Kommutierblech zugewandten Ende verjüngt. Vorzugsweise
ist die Kontaktbrücke an diesem Ende spitz zulaufend ausgebildet. Dadurch wird erreicht,
dass der Schaltlichtbogen bei Vorzugsstromrichtung schnell und zuverlässig auf das
Kommutierblech überspringt.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die
Blaseinrichtung einen Permanentmagnet auf, der benachbart zu einem Ende der Kontaktbrücke
angeordnet ist, wobei zwischen dem Permanentmagnet und dem Ende der Kontaktbrücke
ein keramisches Schutzelement angeordnet ist. Dadurch ist der Permanentmagnet vor
einer Beschädigung durch den Schaltlichtbogen geschützt. Vorzugsweise ist das Schutzelement
plattenförmig ausgebildet. Weiter vorzugsweise ist der Permanentmagnet an demjenigen
Ende der Kontaktbrücke angeordnet, welches dem Kommutierblech zugewandt ist.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Kommutierblech
auf einer der Lichtbogenlöscheinrichtung abgewandten Außenseite zumindest teilweise
durch ein Abschirmelement abgedeckt. Dadurch können in dem Bereich der Außenseite
des Kommutierblechs weitere elektrische bzw. elektronische Bauteile des Gleichstromschützes
angeordnet werden, ohne dass es zu Störeffekten bzw. Beschädigungen durch den Schaltlichtbogen
kommt. Die elektrischen oder elektronischen Bauteile können beispielsweise Teil der
Steuerung des Gleichstromschützes sein, oder es kann sich um Hilfsschalter handeln.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die
Kontaktstellen und das Kommutierblech durch eine Isolationsfolie zumindest bereichsweise
gegenüber einem Antrieb und/oder einer Steuerung des Gleichstromschützes isoliert.
Dadurch kann unter Berücksichtigung der geforderten Luft- und Kriechstrecken eine
kompaktere Bauweise erzielt werden. Um einen Abbrand der Isolierfolie im Bereich der
zweiten Kontaktstelle zu vermeiden, ist vorzugsweise zwischen Isolierfolie und zweiter
Kontaktstelle eine Schutzverkleidung angeordnet. Vorzugsweise ist diese plattenförmig
ausgebildet und aus Stahl gefertigt.
[0017] Ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird im Folgenden
anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Schrägansicht eines erfindungsgemäßen Gleichstromschützes,
Fig. 2 das erfindungsgemäße Gleichstromschütz aus Fig. 1 mit teilweise geöffnetem
Gehäuse, und
Fig. 3 eine Detailansicht eines der Löschelemente des erfindungsgemäßen Gleichstromschützes
aus den Figuren 1 und 2.
[0018] Für die folgenden Ausführungen gilt, dass gleiche Teile durch gleiche Bezugszeichen
bezeichnet sind. Sofern in einer Zeichnung Bezugszeichen enthalten sind, auf die in
der zugehörigen Figurenbeschreibung nicht näher eingegangen wird, so wird auf vorangehende
oder nachfolgende Figurenbeschreibungen Bezug genommen.
[0019] Eine Schrägansicht eines erfindungsgemäßen Gleichstromschützes 1 ist in Fig. 1 gezeigt.
Der innere Aufbau des Gleichstromschützes 1 ist in Fig. 2 dargestellt. Das Gleichstromschütz
1 weist eine Doppelunterbrechung mit zwei Kontaktstellen 2 und 3 auf. Die erste Kontaktstelle
besteht aus dem Festkontakt 4 und dem beweglichen Kontakt 5, die zweite Kontaktstelle
3 umfasst den Festkontakt 6 und den zugehörigen beweglichen Kontakt 7. Die beiden
beweglichen Kontakte 5 und 7 sind auf einer Kontaktbrücke 8 angeordnet. Die Kontaktbrücke
8 wird durch einen elektromagnetischen Antrieb 25 betätigt, der mittels der Steuerung
23 angesteuert wird. Die Steuerung 23 ist dabei außerhalb des Gehäuses 31 des erfindungsgemäßen
Gleichstromschützes 1 angeordnet und daher auch in Fig. 1 zu erkennen. Jeder der beiden
Festkontakte 4 und 6 ist über eine Kontaktschiene 14 bzw. 15 mit einem entsprechenden
Anschlusskontakt 27 des Gleichstromschützes verbunden. Beim Öffnen der Kontaktstellen
entsteht ein Schaltlichtbogen, der möglichst schnell zum Erlöschen gebracht werden
muss, um Beschädigungen der Kontakte bzw. weiterer Bauteile des Gleichstromschützes
zu vermeiden. Zu diesem Zweck ist das Gleichstromschütz 1 mit einer Lichtbogenlöscheinrichtung
9 sowie einer Blaseinrichtung 10, die im Wesentlichen aus einem Permanentmagneten
besteht, ausgerüstet. Das Magnetfeld des Permanentmagneten 10 ist dabei so ausgerichtet,
dass ein an der ersten Kontaktstelle 2 bei Vorzugsstromrichtung entstehender Schaltlichtbogen
in die Lichtbogenlöscheinrichtung 9 getrieben wird. Um dafür zu sorgen, dass das Magnetfeld
an den entscheidenden Stellen aufgebaut wird, sind zu beiden Seiten des Gehäuses entsprechende
aus dem Stand der Technik bekannte Polplatten 30 angeordnet. Eine der beiden Polplatten
ist in Fig. 1 gezeigt.
[0020] Das erfindungsgemäße Gleichstromschütz 1 verfügt über ein sogenanntes Kommutierblech
11, welches nahe der ersten Kontaktstelle 2 beginnt und sich klammerartig an den linken
Randbereich der Lichtbogenlöscheinrichtung 9 anlegt. Das Kommutierblech 11 ist über
eine Verbindungslitze 12 mit dem Festkontakt 6 der zweiten Kontaktstelle potentialverbunden.
Bei Vorzugsstromrichtung springt der an der ersten Kontaktstelle entstehende Schaltlichtbogen
aufgrund der Wirkung des Magnetfeldes von der Kontaktbrücke 8 auf das Kommutierblech
11 über und überbrückt dadurch den an der zweiten Kontaktstelle entstehenden Schaltlichtbogen.
Das Kommutierblech 11 und die mit dem ersten Festkontakt 4 verbundene Kontaktschiene
14 wirken sodann als Lichtbogenleitbleche. Durch sie wird der an der ersten Kontaktstelle
2 entstehende Schaltlichtbogen gestreckt, während er durch den Permanentmagneten 10
in die Lichtbogenlöscheinrichtung 9 geblasen wird. Dadurch wird eine schnelle und
sichere Löschung des Schaltlichtbogens erreicht.
[0021] Um das Überspringen des Schaltlichtbogens von der Kontaktbrücke 8 auf das Kommutierblech
11 zu begünstigen, ist das an der Kontaktstelle 2 gelegene Ende 20 der Kontaktbrücke
8 spitz zulaufend ausgebildet. Um zu verhindern, dass der Schaltlichtbogen von der
Kontaktbrücke 8 auf den benachbart angeordneten Permanentmagneten 10 durchschlägt,
ist zwischen dem Ende 20 der Kontaktbrücke 8 und dem Permanentmagneten 10 ein plattenförmig
ausgebildetes keramisches Schutzelement 21 angeordnet.
[0022] Liegt an den Festkontakten des erfindungsgemäßen Gleichstromschützes eine entgegengesetzt
zur Vorzugsrichtung gepolte Spannung an, so kann der an der ersten Kontaktstelle 2
entstehende Schaltlichtbogen nicht durch die Lichtbogenlöscheinrichtung 9 gelöscht
werden. Das Magnetfeld des Permanentmagneten 10 sorgt in diesem Fall dafür, dass der
an der ersten Kontaktstelle 2 entstehende Schaltlichtbogen von der Lichtbogenlöscheinrichtung
9 weg nach unten geblasen wird. Um auch in diesem Fall eine zuverlässige Löschung
des Schaltlichtbogens zu gewährleisten, ist das erfindungsgemäße Gleichstromschütz
mit einer Hilfslichtbogenlöscheinrichtung 13 ausgestattet. Diese befindet sich zwischen
den beiden Kontaktschienen 14 und 15 der beiden Festkontakte 4 und 6. Der an der ersten
Kontaktstelle 2 entstehende Schaltlichtbogen wird aufgrund der Wirkung des Magnetfeldes
entlang der Kontaktbrücke 8 vom beweglichen Kontakt 5 der ersten Kontaktstelle in
Richtung des beweglichen Kontaktes 7 der zweiten Kontaktstelle getrieben und springt
dabei über auf den benachbarten Festkontakt 6 der zweiten Kontaktstelle bzw. vereinigt
sich mit dem an der zweiten Kontaktstelle 3 entstehenden Schaltlichtbogen. Jedenfalls
wird der an der zweiten Kontaktstelle 3 entstehende Schaltlichtbogen zum Erlöschen
gebracht, sobald der an der ersten Kontaktstelle entstehende Schaltlichtbogen von
der Kontaktbrücke 8 auf den Festkontakt 6 der zweiten Kontaktstelle 3 überspringt.
Ab diesem Zeitpunkt wirken die beiden Kontaktschienen 14 und 15 als Lichtbogenleitbleche.
Der Schaltlichtbogen wird durch die Blaswirkung des Permanentmagneten 10 entlang dieser
beiden Lichtbogenleitbleche in die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung 13 getrieben und
dort zum Erlöschen gebracht. Das erfindungsgemäße Gleichstromschütz eignet sich daher
auch, um Ströme entgegen der Vorzugsrichtung bzw. Wechselstromlasten bis zu einem
gewissen Grad sicher und zuverlässig abzuschalten. Um eine kompakte Bauweise zu erreichen,
sind die Kontaktstellen und das Kommutierblech durch eine Isolationsfolie 24 gegenüber
Antrieb und Steuerung isoliert. Um einen Abbrand der Isolationsfolie im Bereich der
zweiten Kontaktstelle 3, verursacht durch den an der Kontaktstelle 3 entstehenden
Schaltlichtbogen, zu vermeiden, ist die Isolierfolie 24 in diesem Bereich durch eine
Schutzverkleidung in Form einer kleinen Stahlplatte 26 abgedeckt. Um die Steuerung
23 vor Einstreuungen zu schützen, ist zwischen der Steuerung 23 und dem Kommutierblech
11 bzw. der Lichtbogenlöscheinrichtung 9 ein Abschirmelement 22 angeordnet.
[0023] Sowohl die Lichtbogenlöscheinrichtung 9 als auch die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung
13 bestehen aus mehreren keramischen Löschelementen 16. Eines der Löschelemente ist
im Detail in Fig. 3 dargestellt. Wie aus Fig. 3 deutlich wird, ist jeweils zwischen
zwei benachbarten Löschelementen ein Strömungskanal 17 gebildet, durch den das durch
den Schaltlichtbogen erzeugte Plasma nach außen geführt wird. Richtung Auslassende
19 hin weist der Strömungskanal einen Streuabschnitt 18 auf, wobei die Streuabschnitte
benachbarter Strömungskanäle unterschiedlich geneigt ausgebildet sind, so dass eine
Auffächerung der aus den Löschelementen austretenden Gase erzielt wird. Dadurch kann
das durch den Schaltlichtbogen erzeugte Plasma schneller abtransportiert werden, wodurch
auch der Schaltlichtbogen schneller gelöscht werden kann.
[0024] Zu Wartungs- und Inspektionszwecken können einige der Löschelemente der Lichtbogenlöscheinrichtung
9 herausgenommen werden, ohne dass hierfür das Gehäuse 31 des erfindungsgemäßen Gleichstromschützes
zerlegt werden muss. Die herausnehmbaren Löschelemente sind mittels der in den Figuren
1 und 2 gezeigten Klammern 28 zu einem herausnehmbaren Einsatz zusammengefasst. Dieser
kann mittels des in Fig. 1 gezeigten Riegels 29 ver- bzw. entriegelt werden. Der Einsatz
umfasst dabei diejenigen Löschelemente, durch welche die erste Kontaktstelle 2 verdeckt
wird. Durch Herausnehmen des Einsatzes können die Kontakte entsprechend überprüft
werden.
1. Gleichstromschütz (1) mit Vorzugsstromrichtung, mit einer Doppelunterbrechung mit
zwei Kontaktstellen (2, 3), welche jeweils einen Festkontakt (4, 6) und einen beweglichen
Kontakt (5, 7) umfassen, wobei die beweglichen Kontakte (5, 7) auf einer Kontaktbrücke
(8) angeordnet sind, und mit einer Lichtbogenlöscheinrichtung (9) sowie einer Blaseinrichtung
(10, 30), wobei die Blaseinrichtung (10, 30) dazu ausgebildet ist, einen Schaltlichtbogen,
der an der ersten Kontaktstelle (2) beim Öffnen der Kontaktstellen (2, 3) entsteht,
beim Schalten in Vorzugsstromrichtung in die Lichtbogenlöscheinrichtung (9) zu blasen,
wobei benachbart zu dem beweglichen Kontakt (5) der ersten Kontaktstelle (2) ein Kommutierblech
(11) angeordnet ist, wobei die Kontaktbrücke (8) und das Kommutierblech (11) elektrisch
voneinander isoliert sind, und wobei das Kommutierblech (11) mit dem Festkontakt (6)
der zweiten Kontaktstelle (3) potentialverbunden ist, so dass der an der ersten Kontaktstelle
(2) entstehende Schaltlichtbogen beim Schalten in Vorzugsstromrichtung aufgrund der
Wirkung der Blaseinrichtung (10) von der Kontaktbrücke (8) auf das Kommutierblech
(11) überspringt und dadurch der an der zweiten Kontaktstelle (3) entstehende Schaltlichtbogen
überbrückt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Gleichstromschütz (1) eine Hilfslichtbogenlöscheinrichtung (13) aufweist, wobei
die Blaseinrichtung (10, 30) derart dimensioniert und ausgeführt ist, dass der an
der ersten Kontaktstelle (2) entstehende Schaltlichtbogen beim Schalten entgegen der
Vorzugsstromrichtung aufgrund der Wirkung der Blaseinrichtung (10, 30) von der Kontaktbrücke
(8) auf den Festkontakt (6) der zweiten Kontaktstelle (3) überspringt und zwischen
den beiden Festkontakten (4, 6) hindurch in die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung (13)
geblasen wird.
2. Gleichstromschütz (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung (13) zwischen zwei Kontaktschienen (14, 15) angeordnet
ist, welche die beiden Festkontakte (4, 6) mit Anschlusskontakten (27) des Gleichstromschützes
(1) verbinden.
3. Gleichstromschütz (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung (13) kleiner dimensioniert ist als die Lichtbogenlöscheinrichtung
(9).
4. Gleichstromschütz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtbogenlöscheinrichtung (9) und/oder die Hilfslichtbogenlöscheinrichtung (13)
mehrere Löschelemente (16) aus Keramik aufweisen.
5. Gleichstromschütz (1) nach Anspruch 4, dass zwischen den Löschelementen (16) Strömungskanäle
(17) gebildet sind, wobei die Strömungskanäle (17) jeweils einen Streuabschnitt (18)
aufweisen, wobei die Streuabschnitte (18) benachbarter Strömungskanäle (17) unterschiedlich
geneigt ausgebildet sind, so dass eine Auffächerung der aus den Löschelementen austretenden
Gase erzielt wird.
6. Gleichstromschütz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktbrücke (8) an einem dem Kommutierblech (11) zugewandten Ende (20) verjüngt
ist.
7. Gleichstromschütz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Blaseinrichtung (10, 30) einen Permanentmagnet (10) aufweist, der benachbart
zu einem Ende (20) der Kontaktbrücke (8) angeordnet ist, wobei zwischen dem Permanentmagnet
(10) und dem Ende (20) der Kontaktbrücke (8) ein keramisches Schutzelement (21) angeordnet
ist.
8. Gleichstromschütz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kommutierblech (11) auf einer der Lichtbogenlöscheinrichtung (9) abgewandten
Außenseite zumindest teilweise durch ein Abschirmelement (22) abgedeckt ist.
9. Gleichstromschütz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktstellen (2, 3) und das Kommutierblech (11) durch eine Isolationsfolie
(24) zumindest bereichsweise gegenüber einem Antrieb (25) und/oder einer Steuerung
(23) des Gleichstromschützes (1) isoliert sind.
10. Gleichstromschütz (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Isolierfolie (24) und zweiter Kontaktstelle (3) eine Schutzverkleidung (26)
angeordnet ist.