[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft einen Vorratsbehälter für einzelne Medikamentenportionen,
und insbesondere einen Vorratsbehälter für eine Vorrichtung zum automatisierten Abgeben
einzelner Medikamentenportionen.
[0002] Vorrichtungen zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen, beispielsweise
einzelne Tabletten eines Arzneimittels, werden bei insbesondere in Krankenhäusern
und Blisterzentren eingesetzten Blisterautomaten verwendet, mit welchen Medikamentenportionen
patientenindividuell gemäß den ärztlich verordneten Einnahmezeitpunkten / -kombinationen
verblistert werden. Entsprechende Blisterautomaten tragen zur Optimierung des Medikamentenmanagements
und der Arzneimittellogistik bei. Mit modernen Blisterautomaten werden die einzelnen
Medikamentenportionen innerhalb kürzester Zeit patientenindividuell verblistert, und
zwar mit einer sehr geringen Anzahl an Bedienern.
[0003] Die unterschiedlichen mit den Blisterautomaten verblisterten Medikamentenportionen
werden in einer Vielzahl von Vorrichtungen zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen
gelagert, wobei ein einzelner Blisterautomat, in Abhängigkeit von den Anforderungen
des Aufstellungsortes, mehrere hundert solcher Vorrichtungen umfassen kann.
[0004] Die Vorrichtungen zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen umfassen
üblicherweise zwei Hauptbestandteile, und zwar einen Vorratsbehälter zum Lagern der
einzelnen Medikamentenportionen, wobei dieser Vorratsbehälter unter anderem zumindest
einen Teil einer zum Abgehen einzelner Medikamentenportionen notwendigen Vereinzelungseinrichtung
umfasst, und eine Behälteraufnahme, auf welcher der Behälter gelagert ist. Diese Behälteraufnahme
kann ebenfalls Teile der Vereinzelungseinrichtung (beispielweise den Motor und/oder
eine Steuereinrichtung) umfassen. Üblicherweise sind die beiden Hauptbestandteile
der Vorrichtung zum Abgeben einzelner Medikamentenportionen separate Bauteile, es
ist aber auch denkbar, die Vorrichtung einteilig auszuführen.
[0005] Die Vorrichtung zum Abgeben einzelner Medikamentenportionen ist üblicherweise über
die Behälteraufnahme an dem Blisterautomaten befestigt. Wenn der Vorratsbehälter nachgefüllt
werden muss oder die Medikamenten in dem Vorratsbehälter gewechselt werden sollen
wird üblicherweise lediglich der Vorratsbehälter von der Behälteraufnahme entfernt
und es werden bei einer Füllstation neue Medikamente eingefüllt.
[0006] Beim Einfüllen der Medikamentenportionen in einen Aufnahmeraum des Vorratsbehälters
sowie bei der Vereinzelung selbst kommt es regelmäßig vor, dass kleinste Partikel
von den einzelnen Medikamentenportionen abplatzen und sich, zusammen mit anderen eingetragenen
oder entstehenden Verunreinigungen, als unerwünschte Verunreinigungspartikel in dem
Vorratsbehälter absetzen oder bei einer Abgabe mit ausgetragen werden.
[0007] Die Verunreinigungspartikel beeinträchtigen zum einen die Mechanik innerhalb des
Vorratsbehälters und setzen sich in dieser fest. Insbesondere bei einem Wechsel der
Art der Medikamentenportionen in einem Vorratsbehälter muss dafür Sorge getragen werden,
dass dieser intensiv gereinigt wird, so dass vermieden wird, dass Medikamentenreste
eines zuvor in dem Vorratsbehälter gelagerten Medikamentes bei einem anderen, nachfolgend
gelagerten Medikament, über die Vereinzelungseinrichtung aus dem Vorratsbehälter ausgetragen
werden, und, im Extremfall, mit verblistert werden.
[0008] Die Entstehung von Verunreinigungspartikeln in dem Vorratsbehälter ist insbesondere
bei solchen Medikamenten, die oft angefragt werden, praktisch kaum zu vermeiden. Auch
ist das Eintragen von Verunreinigungspartikeln bei dem Nachfüllen von Medikamentenportionen
im Regelbetrieb nicht zu verhindern.
[0009] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Vorratsbehälter für eine Vorrichtung
zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen bereitzustellen, bei welchem
die Belastung durch Verunreinigungspartikel vermindert ist.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Vorratsbehälter für eine Vorrichtung
zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen gemäß Anspruch 1.
[0011] Der erfindungsgemäße Vorratsbehälter umfasst ein einen Aufnahmeraum umschließendes
Gehäuse mit einer Bodenfläche, wobei in dem Aufnahmeraum die einzelnen Medikamentenportionen
gelagert sind. Auf der Bodenfläche ist eine Vereinzelungseinrichtung mit zumindest
einem Kanal zur Aufnahme zumindest einer Medikamentenportion angeordnet, wobei der
zumindest eine Kanal eine dem Aufnahmeraum zugewandte Öffnung und eine der Bodenfläche
zugewandte Öffnung aufweist, wobei der der Bodenfläche zugewandten Öffnung ein Kontaktbereich
auf der Bodenplatte zugeordnet ist, über welchen die Medikamentenportionen bei einer
Bewegung der Vereinzelungseinrichtung geführt werden.
[0012] Die Vereinzelungseinrichtung in dem Vorratsbehälter kann sämtliche Bauteile umfassen,
die für die Vereinzelung von in dem Aufnahmeraum gelagerten Medikamentenportionen
notwendig sind. In Abhängigkeit von der genauen Ausgestaltung des Vorratsbehälters
und einer den Vorratsbehälter tragenden Behälteraufnahme kann die Vereinzelungseinrichtung
des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters aber auch nur einen Teil der Komponenten der
Vereinzelungseinrichtung umfassen, wobei andere Teile (beispielsweise der Antrieb
und eine Steuerung) in der Behälteraufnahme angeordnet sind. Im Rahmen dieser Anmeldung
sind von dem Begriff der Vereinzelungseinrichtung "vollständige" Vereinzelungseinrichtungen
und lediglich Teil-Vereinzelungseinrichtungen umfasst, also solche Vereinzelungseinrichtungen,
die nicht sämtliche für eine Vereinzelung notwendigen Teile umfassen.
[0013] Der erfindungsgemäße Vorratsbehälter umfasst ferner zumindest eine in der Bodenfläche
außerhalb der Kontaktfläche angeordnete Vertiefung zur Aufnahme von in dem Behälter
vorhandenen Verunreinigungspartikeln.
[0014] Bei der Vereinzelung gelangen die Medikamentenportionen über die dem Aufnahmeraum
zugewandte Öffnung des Kanals in diesen und weiter durch den Kanal zu der der Bodenfläche
zugewandten Öffnung des Kanals, wo sie in dem Kontaktbereich auf der Bodenfläche aufliegen.
Wird eine einzelne Medikamentenportion angefordert, wird die in dem Kanal bei der
der Bodenöffnung zugewandten Öffnung angeordnete und auf dem Kontaktbereich der Bodenfläche
aufliegende Medikamentenportion mit der Vereinzelungseinrichtung über den Kontaktbereich
hin zu einer Öffnung (die auch Teil der Vereinzelungseinrichtung sein kann) in dem
Gehäuse / der Bodenfläche geführt, über welche die Medikamentenportion den Vorratsbehälter
verlässt.
[0015] Verunreinigungspartikel entstehen zum einen beim Auffüllen des Aufnahmeraumes mit
einzelnen Medikamentenportionen und zum anderen bei dem Vereinzeln selber, wenn beispielsweise
eine einzelne Medikamentenportion bei dem Vereinzeln auf dem Kontaktbereich der Bodenfläche
aufschlägt oder über diese geführt wird.
[0016] Bei dem Betrieb des Blisterautomaten, insbesondere beim Vereinzeln, ist der Vorratsbehälter
ständig geringfügigen Vibrationen ausgesetzt, die dafür sorgen, dass die Verunreinigungspartikel
ständig auf der Bodenfläche bewegt werden. Bei den vibrationsbedingten Bewegungen
der Verunreinigungspartikel gelangen diese zwangsläufig zu und in die zumindest eine
Vertiefung in der Bodenfläche, in welcher sie festgehalten werden. Mit Hilfe der Vertiefung
wird also dafür Sorge getragen, dass ständig Verunreinigungspartikel, die unvermeidlich
beim Betrieb entstehen, "eingefangen" werden. Die in der Vertiefung festgehaltenen
Verunreinigungspartikel können nicht mehr ausgetragen werden oder die Mechanik stören,
die allgemeine Belastung durch Verunreinigungspartikel ist damit wirksam vermindert.
[0017] Die Vereinzelungseinrichtung kann nach dem Fachmann bekannten Prinzipien arbeiten
und entsprechend aufgebaut sein. So ist es beispielsweise denkbar, dass die
[0018] Vereinzelungseinrichtung lediglich einen Kanal zur Aufnahme einer einzelnen Medikamentenportion
aufweist, wobei der Kanal in eine Aufnahmestellung, in welcher die dem Aufnahmeraum
zugewandte Öffnung des Kanals freigegeben ist, und in eine Abgabestellung bewegbar
ist, in welcher die dem Aufnahmeraum zugewandte Öffnung des Kanals verschlossen und
die der Bodenfläche zugewandte Öffnung zu einer Abgabeöffnung in dem Gehäuse / der
Bodenfläche hin geöffnet ist.
[0019] Eine entsprechend aufgebaute Vereinzelungseinrichtung ist zwar konstruktiv sehr einfach
gehalten, mit einer solchen Vereinzelungseinrichtung können aber nicht die erforderlichen
Geschwindigkeiten bei der Abgabe einzelner Medikamentenportionen erreicht werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters ist es
daher vorgesehen, dass die Vereinzelungseinrichtung einen auf der Bodenfläche angeordneten
Rotor mit einer Mehrzahl von Kanälen umfasst, wobei der Rotor derart angeordnet ist,
dass zwischen der Unterseite des Rotors und der Bodenfläche ein Spalt vorgesehen ist,
durch welchen Verunreinigungspartikel hindurchtreten können. Aufgrund der Mehrzahl
der Kanäle in dem Rotor sind stets in mehreren Kanälen einzelne Medikamentenportionen
angeordnet und eine Abgabe einer einzelnen Medikamentenportionen kann erreicht werden,
indem der Rotor lediglich um einen gewissen Winkel in eine Abgabestellung gedreht
wird, in welcher eine einzelne Medikamentenportion aus einem entsprechenden Kanal
über eine Abgabeöffnung in dem Gehäuse abgegeben werden kann.
[0020] Die Anordnung der Kanäle in dem Rotor ist abhängig von der genauen konstruktiven
Gestaltung der Vereinzelungseinrichtung, es ist jedoch bevorzugt, dass die Kanäle
am Außenumfang des Rotors angeordnet und nach außen hin offen sind, d. h. die Kanäle
durch eine Mehrzahl von Stegen am Umfang des Rotors gebildet werden. In einem solchen
Fall ist das Gehäuse dann derart an den Rotor angepasst, dass ein spezieller Abschnitt
des Gehäuses zur Aufnahme des Rotors ausgebildet ist und einen entsprechenden kreiszylinderförmig
ausgebildeten Abschnitt aufweist, dessen Durchmesser geringfügig größer als der Außendurchmesser
des Rotors ist. Entsprechend angeordnete Kanäle lassen sich einfacher reinigen. Ferner
ist der Eintritt von Medikamentenportionen in die Kanäle durch eine entsprechende
Ausbildung der Oberseite des Rotors vereinfacht.
[0021] Wie bereits weiter oben angedeutet werden die Verunreinigungspartikel durch die Vibrationen
des Vorratsbehälters zu der zumindest einen Vertiefung in der Bodenfläche bewegt.
Um diese Bewegung zu der zumindest einen Vertiefung hin zu unterstützen bzw. zu lenken
und dafür Sorge zu tragen, dass eine größere Anzahl von Verunreinigungspartikeln schneller
zu der zumindest einen Vertiefung bewegt wird, ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform
vorgesehen, dass zumindest ein Abschnitt der Bodenfläche trichterförmig ausgebildet
ist, wobei der Rotor der Vereinzelungseinrichtung im Zentrum des trichterförmigen
Abschnitts angeordnet ist und die zumindest eine in der Bodenfläche ausgebildete Vertiefung
zwischen dem Zentrum des trichterförmigen Abschnitts und dem Kontaktbereich angeordnet
ist. Bei dieser Ausführungsform ist die zumindest eine Vertiefung also innerhalb des
ringförmig ausgebildeten Kontaktbereichs ausgebildet, so dass die Verunreinigungspartikel
nicht nur durch die Vibration des Vorratsbehälters, sondern auch schwerkraftbedingt
durch die Neigung des trichterförmigen Abschnittes zu der zumindest einen Vertiefung
bewegt bzw. gelenkt werden.
[0022] Um möglichst viele Verunreinigungspartikel bei einem großen Bereich der Bodenfläche
aufnehmen zu können, ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass
die zumindest eine Vertiefung als zur Rotorachse koaxiale Nut ausgebildet ist. Die
genaue Ausgestaltung der Vertiefung bzw. der Vertiefungen ist dabei von der speziellen
Konstruktion der Vereinzelungseinrichtung abhängig. So kann die Vertiefung beispielsweise
ringförmig ausgebildet sein, d. h. dass eine als Nut ausgebildete Vertiefung das gesamte
Zentrum des trichterförmigen Abschnittes umgibt und so sichergestellt ist, dass möglichst
viele Verunreinigungspartikel aufgenommen werden. Bei anderen Ausführungsformen der
Vereinzelungseinrichtung kann es notwendig sein, dass die Vertiefung nur als Ringabschnitt
ausgebildet ist und ein gewisser Winkelbereich frei bleibt, bei dem keine Vertiefung
angeordnet ist.
[0023] Um die Bewegung der Verunreinigungspartikel hin zu der zumindest einen Vertiefung
weiter zu unterstützen, ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Vorratsbehälters vorgesehen, dass der Rotor an seiner der Bodenfläche zugewandten
Unterseite eine Mehrzahl von Reinigungsmitteln umfasst, die Verunreinigungspartikel
der zumindest einen Vertiefung zuführen. Diese Reinigungsmittel können beispielsweise
als kleine Bürsten ausgebildet sein, die in Abhängigkeit von der Drehrichtung des
Rotors an der Unterseite des Rotors ausgebildet sind.
[0024] Sofern der erfindungsgemäße Vorratsbehälter eine einen Rotor umfassende Vereinzelungseinrichtung
aufweist, kann der Rotor beispielsweise auf einer die Bodenfläche durchdringenden
Rotorachse gelagert sein. Um zu verhindern, dass Verunreinigungspartikel in den Achsbereich
gelangen und eine mechanische Störung verursachen, ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform
vorgesehen, dass auf der Bodenfläche ein kreisförmiger, zur Rotorachse koaxialer Vorsprung
ausgebildet ist, wobei die zumindest eine Vertiefung außerhalb der von dem Vorsprung
umschlossenen Bodenfläche angeordnet ist.
[0025] Um die Bewegung der Verunreinigungspartikel auf der Bodenfläche hin zu der Vertiefung
weiter zu beschleunigen und ein Festsetzen der Verunreinigungspartikel auf der Bodenfläche
selber zu verhindern, ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Vorratsbehälters vorgesehen, dass zumindest ein Abschnitt der Bodenfläche mit einer
Antihaftbeschichtung überzogen ist.
[0026] Wie bereits erwähnt, gelangen die Verunreinigungspartikel unter anderem durch die
beim Betrieb entstehenden Vibrationen zu der zumindest einen Vertiefung. Um den Transport
aktiv zu unterstützen, beispielsweise wenn der Blisterautomat nicht aktiv verblistert,
ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass der Vorratsbehälter
eine Vibrationseinrichtung enthält, welche den Vorratsbehälter aktiv Vibrationen aussetzt,
um die während des Betriebs entstandenen Verunreinigungspartikel aktiv zu der zumindest
einen Vertiefung zu bewegen.
[0027] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung näher beschrieben, wobei
die Figuren 1A und 1B Schrägansichten der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters
zeigen, wobei Figur 1A den Vorratsbehälter von schräg oben und Figur 1B den Vorratsbehälter
von schräg unten zeigt,
Figur 2 eine weitere Schrägansicht der Ausführungsform des Vorratsbehälters mit fortgelassenem
Deckel zeigt,
Figur 3 eine Draufsicht auf das Gehäuse der Ausführungsform zeigt,
die Figuren 4, 5 und 6 Schnittansichten der Ausführungsform zeigen,
Figur 7 eine weitere Schnittansicht zeigt, wobei diese gegenüber der Figur 6 um 180°
gedreht ist,
Figur 8 eine Vergrößerung eines Ausschnittes von Figur 7 zeigt, und die
Figuren 9A und 9B Detailansichten eines Teils der Vereinzelungseinrichtung und mit
dieser zusammenwirkende Bauteile zeigen.
[0028] Figur 1A zeigt eine Schrägansicht der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters
1 für eine Vorrichtung zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen.
Der gezeigte Vorratsbehälter ist lediglich ein Teil der vorgenannten Vorrichtung,
die als weiteren Hauptbestandteil eine Behälteraufnahme umfasst. Die Behälteraufnahme
ist jedoch nicht Teil der vorliegenden Anmeldung und wird hier nicht detailliert erörtert.
[0029] Der erfindungsgemäße Vorratsbehälter 1 umfasst ein Gehäuse mit mehreren Gehäuseabschnitten,
und zwar mit einem oberen Vorratsabschnitt 3a, einem mittleren kreiszylinderförmig
ausgebildeten Abschnitt 3b zur Aufnahme eines Teils der Vereinzelungseinrichtung,
einen unteren Bodenabschnitt 3c sowie einen Griffabschnitt 3d. Bei der gezeigten Ausführungsform
ist der obere Abschnitt 3a mit einem Deckel 5 verschlossen.
[0030] Bei der Schrägansicht von unten gemäß Figur 1B ist zu erkennen, dass im unteren Gehäuseabschnitt
3c eine Achse 106 angeordnet ist, die durch eine Öffnung in einer Bodenfläche 4 des
Gehäuses geführt ist. Koaxial zu der Achse 106 ist entlang eines Kreisbogens ein Vorsprung
7 angeordnet. Betrachtet man den Vorratsbehälter von oben stellt sich dieser "Vorsprung"
als Vertiefung 7 in der Bodenfläche 4 dar.
[0031] Die Figur 2 zeigt eine weitere Schrägansicht der Ausführungsform, wobei bei dieser
Darstellung der Deckel zur besseren Einsicht in den Vorratsbehälter fortgelassen ist.
[0032] Bei dieser Darstellung erkennt man in dem kreiszylinderförmigen Abschnitt 3b des
Gehäuses einen Rotor 101, der Teil einer Vereinzelungseinrichtung 100 ist. Der Rotor
101 umfasst (siehe dazu insbesondere Figur 9B) eine Mehrzahl von Kanälen 102, die
nach außen offen am Umfang des Rotors durch Stege 108 von einander getrennt angeordnet
sind und eine obere Öffnung 103 und eine untere Öffnung 104 aufweisen. Der Rotor 101
selber ist, wie man dies Figur 9B entnehmen kann, auf einer Rotorachse 106 gelagert,
die sich durch die Bodenfläche 104 erstreckt (siehe Figur 1B).
[0033] Bei der in Figur 2 gezeigten Schrägansicht kann man ferner einen weiteren Gehäuseabschnitt
3e erkennen, welcher schräg zu dem Rotor 101 hin ausgebildet ist. Die Gehäuseabschnitte
3a und 3e sowie der Rotor 101 definieren einen Aufnahmeraum 2, in welchem im Betriebszustand
einzelne Medikamentenportionen gelagert sind.
[0034] Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf das Gehäuse der ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Vorratsbehälters, wobei bei dieser Ausführungsform Teile der Vereinzelungseinrichtung
100 fortgelassen sind, unter anderem der Rotor 101 und die Rotorachse 106. In Figur
3 erkennt man, dass der kreiszylinderförmige Abschnitt 3b des Gehäuses eine Bodenfläche
4 mit einer zentralen Rotorachsenöffnung und einer Medikamentenabgabeöffnung 109 umschließt.
In der Bodenfläche kann man ebenfalls die auf einem Kreisbogen nutförmig und koaxial
zu der Rotorachsenöffnung ausgebildete Vertiefung 7 erkennen.
[0035] Figur 4 zeigt eine Schnittansicht der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters.
Bei Figur 4 ist der zu dem Rotor 101 hin geneigte Gehäuseabschnitt 3e zu erkennen.
An den kreiszylinderförmigen Gehäuseabschnitt 3b schließt sich nach unten die Bodenfläche
4 an, die bei der gezeigten Ausführungsform zur Rotorachsenöffnung hin trichterförmig
ausgebildet ist. Der Rotor 101 und die Rotorachse 106 sind derart angeordnet, dass
zwischen der Unterseite des Rotors und der Oberseite der Bodenfläche 4 ein Spalt 11
ausgebildet ist, durch welchen sich Verunreinigungspartikel zu der Vertiefung 7 bewegen
können, wobei die Vertiefung koaxial zu der Rotorachsenöffnung in der trichterförmig
ausgebildeten Bodenfläche 4 als umlaufende Nut ausgebildet ist.
[0036] Auf der linken Seite des Rotors 101 ist ein "Schnitt" durch einen Kanal dargestellt,
auf der rechten Seite ein Schnitt durch einen Steg 108. Bei dem Kanal 102 ist die
dem Aufnahmeraum 2 zugewandte Öffnung 103 und die der Bodenfläche zugewandte Öffnung
104 zu erkennen, wobei die Öffnung 104 mit einer Öffnung 109 in der Bodenfläche 4
fluchtet. Bei der in Figur 4 gezeigten Stellung des Rotors 101 ist die Abgabestellung
dargestellt, d. h. in dieser Stellung wird eine vereinzelte Medikamentenportion über
einen entsprechend ausgerichteten Kanal der Öffnung 109 zugeführt, über welche sie
die Vorrichtung zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen verlässt.
[0037] Bei dem auf der rechten Seite geschnittenen Steg ist zu erkennen, dass der Stegbereich
einen Abschnitt der Bodenfläche 4 überstreicht, der im Bereich der Kanäle frei ist.
Bezogen auf beliebige Stellungen des Rotors 101 ergibt dies, bei der gezeigten Ausbildung
des Rotors, einen ringförmig ausgebildeten Bereich bei der äußeren Bodenfläche 4,
der lediglich durch die Öffnung 109 unterbrochen wird. Über diesen Kontaktbereich
10 werden in den Kanälen liegende Medikamentenportionen (bei der Vereinzelung) hin
zu der Öffnung 109 bewegt. Bei u. a. dieser Bewegung können kleinste Medikamentenpartikel
von den einzelnen Medikamentenportionen abplatzen und zur Verunreinigung des Vorratsbehälters
beitragen. Diese Verunreinigungspartikel würden allein durch die ständige Vibration
des Vorratsbehälters schließlich zu der Vertiefung 7 bewegt und in dieser festgehalten
werden. Bei der gezeigten Ausführungsform ist die Bodenfläche aber trichterförmig
ausgebildet, wobei diese Ausbildung der Bodenfläche dazu beiträgt, dass die Verunreinigungspartikel
(schwerkraftbedingt) zu der Vertiefung 7 gelangen.
[0038] Auf der linken Seite ist ferner ein Rückhaltemittel 105 gezeigt, wobei ein Abschnitt
dieses Rückhaltemittels eine Öffnung 6 in dem Gehäuse durchdringt und zum Teil in
den mit der Öffnung 109 ausgerichteten Kanal eingreift. Auf diese Weise wird verhindert,
dass in dem Moment, wo eine vereinzelte Medikamentenportion über die Öffnung 109 abgegeben
wird, eine weitere Medikamentenportion von oben nachrutscht und ebenfalls abgegeben
wird. Daraus folgt, dass für den Fall, dass zwei Medikamentenportionen abgegeben werden
soll, zwei Drehschritte des Rotors notwendig sind.
[0039] Unterhalb des Kontaktbereichs 10 ist an dem Gehäuse eine Vibrationseinrichtung 12
angeordnet, mit welcher Verunreinigungspartikel zu der Vertiefung 7 bewegt werden
können, indem man das Gehäuse Vibrationen aussetzt.
[0040] Figur 5 zeigt eine weitere Schnittansicht der Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Vorratsbehälters, wobei bei dieser Figur der Rotor fortgelassen ist. Bei Figur 5 ist
der ringförmige Kontaktbereich 10 auf der Bodenfläche veranschaulicht. Bei Figur 5
ist ebenfalls die Öffnung 6 in dem Gehäuseabschnitt 3b veranschaulicht.
[0041] Bei der in Figur 6 gezeigten Schnittansicht ist ferner die Rotorachse 106 fortgelassen,
und es ist zu erkennen, dass koaxial zu der zentralen Rotorachsenöffnung in der Bodenfläche
4 ein Vorsprung 9 ausgebildet ist, und zwar zwischen der Rotorachsenöffnung und der
Vertiefung 7. Mit diesem Vorsprung wird verhindert, dass, sollten Verunreinigungspartikel
über die Vertiefung gelangen, diese in den mechanisch empfindlichen Bereich bei der
Rotorachse 106 gelangen.
[0042] Figur 7 zeigt die in Figur 6 gezeigte Darstellung um 180° gedreht, und bei dieser
Ansicht ist der in einen Kanal eingreifende Abschnitt 105b des Rückhaltemittels 105
gezeigt. Der in den Kanal eingreifende Abschnitt 105b ist entweder elastisch ausgebildet,
so dass dieser von einem Steg verformt wird (z.B. bürstenartige Ausbildung des eingreifenden
Abschnitts 105b), oder das Rückhaltemittel 105 umfasst einen elastischen Abschnitt,
so dass der in den Kanal eingreifende Abschnitt 105b bei einer Bewegung des Rotors
aus dem Kanal gedrückt werden kann.
[0043] Wie bei Figur 7 zu erkennen ist, ist die zu der zentralen Öffnung in der Bodenfläche
koaxiale Vertiefung 7 nicht vollständig ringförmig, d. h. ohne Unterbrechung ausgebildet,
sondern ein Teil der Bodenfläche 4 weist keine Vertiefung auf. Dies ist darin begründet,
dass bei diesem Bereich ein mit der Rotorachse 106 zusammenwirkender Stoppmechanismus
107 ausgebildet ist, von dem in Figur 7 lediglich ein Anschlagmittel 107b gezeigt
ist, welches in den Bereich eingreift, wo üblicherweise die Rotorachse angeordnet
ist.
[0044] Figur 8 veranschaulicht die zuvor genannten Einzelheiten in einer Ausschnittvergrößerung.
[0045] Die Figuren 9A und 9B zeigen Detailansichten eines Teils der Vereinzelungseinrichtung
sowie mit dieser zusammenwirkende Bauteile. Die Vereinzelungseinrichtung umfasst u.
a. den Rotor 101 mit einer Mehrzahl von Kanälen 102, die durch Stege 108 voneinander
getrennt sind. An der Unterseite 111 des Rotors 101 sind eine Mehrzahl von Reinigungsmitteln
110 angeordnet, die dazu beitragen, die auf der Bodenfläche zwischen den ringförmigen
Kontaktbereich 10 und der Vertiefung 7 auf der Bodenfläche 4 aufliegende Verunreinigungspartikel
zu der Vertiefung zu bewegen, wobei die Ausrichtung der Reinigungsmittel 110 von der
Drehrichtung des Rotors abhängig ist.
[0046] Die Figur 9A zeigt ferner den Stoppmechanismus 107, der mit der Rotorachse 106 zusammenwirkt.
Dazu umfasst der Stoppmechanismus 107 u. a. einen zumindest abschnittsweise elastischen
Arm 107c, welcher in Vertiefungen einer in der Rotorachse 106 ausgebildeten Verzahnung
106b (siehe dazu Figur 9B) eingreifen kann. Dieser Stoppmechanismus dient dazu, den
Rotor bei bestimmten Betriebszuständen festzulegen, so dass eine nicht beabsichtigte
Drehung des Rotors vermieden wird. So kann verhindert werden, dass unbeabsichtigt
eine Medikamentenportion abgegeben wird. Beispielsweise kann der Stoppmechanismus
den Rotor dann festsetzen, wenn der Vorratsbehälter von der Behälteraufnahme entfernt
wird. Dazu kann beispielsweise vorgesehen sein, dass beim Aufsetzen des Vorratsbehälters
auf die Behälteraufnahme der Stoppmechanismus 107 über den zumindest abschnittsweise
elastischen Arm 107c außer Eingriff mit der Verzahnung 106b gebracht wird, beim Entfernen
des Vorratsbehälters aber wieder ein Eingriff in die Verzahnung stattfindet und der
Rotor damit festgelegt ist.
1. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrichtung zum automatisierten Abgeben einzelner Medikamentenportionen,
aufweisend
ein einen Aufnahmeraum (2) umschließendes Gehäuse (3a, 3b, 3c, 3d, 3e) mit einer Bodenfläche
(4),
eine auf der Bodenfläche (4) angeordnete Vereinzelungseinrichtung (100) mit zumindest
einem Kanal (102) zur Aufnahme zumindest einer Medikamentenportion, wobei der zumindest
eine Kanal (102) eine dem Aufnahmeraum (2) zugewandte Öffnung (103) und eine der Bodenfläche
(4) zugewandten Öffnung (104) aufweist,
wobei der der Bodenfläche (4) zugewandten Öffnung (104) ein Kontaktbereich (10) auf
der Bodenfläche (4) zugeordnet ist, über welchen die Medikamentenportionen bei einer
Bewegung der Vereinzelungseinrichtung (100) geführt werden,
zumindest eine in der Bodenfläche (4) außerhalb der Kontaktfläche (10) angeordnete
Vertiefung (7) zur Aufnahme von in dem Behälter vorhandenen Verunreinigungspartikeln.
2. Vorratsbehälter (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vereinzelungseinrichtung einen auf der Bodenfläche (4) angeordneten Rotor (101)
mit einer Mehrzahl von Kanälen (102) umfasst, wobei der Rotor derart angeordnet ist,
dass zwischen der Unterseite des Rotors (101) und der Bodenfläche (4) ein Spalt vorgesehen
ist, durch welchen Verunreinigungspartikel hindurchtreten können.
3. Vorratsbehälter (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Abschnitt der Bodenfläche (4) trichterförmig ausgebildet ist, wobei
der Rotor (101) im Zentrum des trichterförmigen Abschnitts angeordnet ist, und
dass die zumindest eine in der Bodenfläche ausgebildete Vertiefung (7) zwischen dem Zentrum
des trichterförmigen Abschnitts und dem Kontaktbereich angeordnet ist.
4. Vorratsbehälter (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Vertiefung (7) als zur Rotorachse koaxiale Nut ausgebildet ist.
5. Vorratsbehälter (1) nach einem der Ansprüche 2 - 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (101) an seiner der Bodenfläche zugewandten Seite eine Mehrzahl von Reinigungsmitteln
(110) umfasst, die Verunreinigungspartikeln der zumindest einen Vertiefung (7) zuführen.
6. Vorratsbehälter (1) nach einem der Ansprüche 2 - 5,
dadurch gekennzeichnet, dass auf der Bodenfläche (4) ein kreisförmiger, zur Rotorachse koaxialer Vorsprung (9)
ausgebildet ist, wobei die zumindest eine Vertiefung (7) außerhalb der von dem Vorsprung
(9) umschlossenen Bodenfläche (4) angeordnet ist.
7. Vorratsbehälter (1) nach einem der Ansprüche 1 - 6,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Abschnitt der Bodenfläche (4) mit einer Antihaftbeschichtung überzogen
ist.
8. Vorratsbehälter (1) nach einem der Ansprüche 1 - 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter eine Vibrationseinrichtung (12) umfasst.