[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Schallschutz für
Rammarbeiten zum Einrammen eines Pfahls in den Meeresboden mit einer den Pfahl umgebenden
Struktur, wobei zwischen der Struktur und dem Pfahl ein Biasenschleier vorgesehen
ist.
[0002] Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der Schrift
DE 10 2010 048 474 A1 bekannt. Der Blasenschleier dient dem Zweck, die Schallübertragung durch das Wasser
zu unterbrechen und dadurch eine Übertragung der durch die Rammstöße erzeugten Schalldrücke
auf im Meereswasser lebende Tiere zu vermeiden. Um diese Funktion erfüllen zu können,
muss ein Blasenschleier schon eine gewisse Dichte und Luftmenge aufweisen. Um eine
ausreichende Qualität des Blasenschleiers zu gewährleisten, müssen erhebliche technische
Aufwände betrieben werden.
[0003] Bei der vorbekannten Vorrichtung hat es sich bei einem Pfahl mit größerem Durchmesser,
wie er beispielsweise zur Gründung von Windkraftanlagen Verwendung findet, als extrem
aufwendig herausgestellt, ein äußeres Stahlrohr als Struktur über diesem Pfahl abzusenken,
um sodann zwischen dem Stahlrohr und dem Pfahl den Blasenschleier legen zu können.
Ein äußeres Stahlrohr als Struktur ist extrem schwer und benötigt entsprechend große
Schwimmkräne. Nach dem Einrammen des Pfahls ist erneut ein großer Schwimmkran erforderlich,
um das äußere Stahlrohr wieder zu entfernen.
[0004] Um den Kostenaufwand für den Schallschutz zu verringern, ist in der Schrift
DE 10 2012 202 132 vorgeschlagen, auf dem Meeresgrund rund um den Pfahl herum mindestens eine Druckluftleitung
zu verlegen, die eine Anzahl von Löchern aufweist, durch die die Druckluft entweichen
kann, um auf diese Weise einen Blasenschleier um den Pfosten herum zu verlegen. Bei
derartigen frei ins Meerwasser geblasenen Blasenschleiern besteht allerdings das Problem,
dass der Blasenschleier durch Strömungen im Wasser abgedriftet wird und deshalb keinen
zuverlässigen Schallschutz gewährleistet.
[0005] Demgemäß ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine kostengünstig und einfach
zu installierende Vorrichtung zu schaffen, mit der ein effektiver Schallschutz beim
Einrammen von Pfählen in den Meeresboden möglich ist.
[0006] Die Aufgabe wird für eine gattungsgemäße Vorrichtung gelöst, indem die Struktur aus
einem Paket von Ringen besteht, wobei die Ringe durch ein textiles Gewebe miteinander
verbunden sind, und die Ringe und das textile Gewebe einen Schlauch ausbilden, der
den Pfahl schlauchartig umgibt.
[0007] Die Ringe sind erheblich leichter zu handhaben als ein Stahlrohr. Während das Stahlrohr
eine Länge aufweisen muss, die der Wassertiefe am Ort des Einrammens des Pfahls entspricht,
müssen die Ringe technisch nur eine solche Größe aufweisen, dass an ihnen die jeweiligen
Abschnitte des textilen Gewebes befestigt werden können. Die Ringe nehmen nur wenig
Raum ein und sind leicht transportabel. Sie können mit einem kleinen Kran oder gar
nur von Personen bewegt werden. Auch das textile Gewebe ist weder besonders schwer
noch sperrig. Die Ringe können zusammen mit dem textilen Gewebe als ein kompaktes
Paket mit Hilfe eines kleinen Krans ins Meereswasser gebracht, dort ausgerichtet,
in die Sollposition verbracht, abgesenkt und erst dann in die endgültig gewünschte
schlauchförmige Gebrauchsstellung entfaltet werden.
[0008] Durch die Kombination aus den Ringen mit dem textilen Gewebe entsteht eine Art Käfig,
durch den die Strömungen des Meerwassers im Zwischenraum zwischen der Struktur und
der Außenoberfläche des Pfahls zumindest verringert sind. Um diese Wirkung erzielen
zu können, muss das textile Gewebe eine geeignete Dichte und Festigkeit aufweisen.
Es muss allerdings nicht völlig dicht gegen hindurch strömendes Meereswasser beschaffen
sein, Restströmungen sind im Zwischenraum möglich, ohne dass deshalb ein Blasenschleier
aus der Struktur heraus abgedriftet würde. Schon durch eine nur verringerte Meeresströmung
in diesem Zwischenraum wird ein Abdriften des Blasenschleiers vielmehr insgesamt vermieden.
Wenn der Bfasenschleier ausreichend zuverlässig im direkten Umgebungsbereich des Pfahls
gehalten wird, werden die beim Rammen entstehenden Schallwellen entsprechend schwächer
vom umgebenden Wasser übertragen. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann also
ein effektiver Schallschutz bei einem verringerten Aufwand erzielt werden.
[0009] Die Ausbildung der Schlauchform der Struktur kann auf verschiedene Weise erzeugt
werden. So ist es möglich, am unteren Ende der Struktur und/oder in Zwischenbereichen
Ballastgewichte anzubringen, durch die die Ringe mit dem dazwischen angeordneten textilen
Gewebe nach unten gezogen werden. Das Gewicht der Ballastgewichte kann durch Schwimmkörper
kompensiert werden, die am oberen Ende der Struktur angeordnet sind, die solche Auftriebskräfte
erzeugen, dass die übrige Struktur abgetaucht frei nach unten hängen kann und von
den gegeneinander wirkenden Auftriebskräften und den Ballastgewichten in der Schlauchform
gehalten bleiben. Umgekehrt ist es auch möglich, die Ballastgewichte auf dem Meeresboden
anzuordnen und in der Struktur Auftriebskörper vorzusehen, die eine Auftriebskraft
erzeugen, durch die die Struktur gegen das Ballastgewicht in einer Schlauchform gehalten
bleibt. Die Struktur kann auch mit Zugseilen gehalten sein, die in fest verankerten
Pontons oder an anderer Stelle fixiert sind.
[0010] Die Zahl der Ringe, deren Größe und die Maße des dazwischen befindlichen textilen
Gewebes bestimmen sich aus den jeweiligen Einsatzanforderungen. Die Ringe geben der
Struktur als primäre Funktion eine Form. Schon dafür müssen die Ringe eine Mindestgröße
aufweisen. Zusätzlich können die Ringe dazu genutzt werden, Auftriebskräfte zu erzeugen,
durch die die Struktur in der Schlauchform gehalten bleibt, beispielsweise indem die
Ringe als Hohlkörper aus einem leichten Material wie beispielsweise Kunststoff oder
Gummi hergestellt sind. Die Größe der Auftriebskräfte ist wiederum abhängig von dem
spezifischen Gewicht des textilen Gewebes und der Fläche, die von dem textilen Gewebe
an einem Ring befestigt ist. Aus diesen Rahmenanforderungen ergibt sich eine geeignete
Größe sowohl für einen Ring als auch für die Art und die Maße des verwendeten textilen
Gewebes. Natürlich haben auch die spezifischen Eigenschaften des jeweils verwendeten
textilen Gewebes wie das spezifische Gewicht, die Maschenweite, die Strömungsdurchlässigkeit
usw. einen Einfluss auf die jeweils zu wählenden geeigneten Maße für das textile Gewebe
und die Maße der Ringe.
[0011] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind einzelne, mehrere oder alle Ringe einer
Struktur aufblasbar. Durch die Aufblasbarkeit der Ringe ist das Transportvolumen variabel,
die Ringe lassen sich leichter bewegen und positionieren, und bei der Montage der
Struktur können die Ringe durch einfaches Aufblasen in die gewünschte Form und Position
gebracht werden. Beim Abbau wird einfach das Gas aus den aufblasbaren Ringen abgelassen.
[0012] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind am unteren Ende der Struktur ein oder
mehrere Ballasttanks angeordnet, die mit dem Paket von Ringen verbunden sind. Durch
die Ballasttanks verringert sich die Anfälligkeit der Struktur auf Meeresströmungen.
Die Ballasttanks wirken auch dem Auftrieb aus den Ringen entgegen. Die Struktur kann
besser in ihrer Einbauposition verharren. Indem die Ballasttanks den durch die Ringe
erzeugten Auftriebskräften entgegen wirken, entstehen in der Struktur gegeneinander
wirkende Kräfte, durch die die Struktur in ihrer schlauchartigen Form entlang des
Pfahls gehalten werden.
[0013] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind der oder die Ballasttanks als ein Ring
ausgebildet, der ein Ventil zum Fluten mit Meerwasser und einen Gasanschluss zum Anschließen
eines Kompressors aufweist. Zum Absenken eines Ballasttanks auf den Meeresboden reicht
es aus, das Ventil zum Fluten zu öffnen und Meerwasser in den Ballasttank einströmen
zu lassen, wobei das auch durch eine Pumpe unterstützt oder allein bewerkstelligt
werden kann. Durch den Ballasttank steigt das Eigengewicht der Konstruktion, und sie
kann selbst bei unruhigen Meeresströmungen nicht so leicht abgetrieben und nach oben
geschwemmt werden. Natürlich ist es möglich, die Ballasttanks durch zusätzliche Gewichte
wie Betonblöcke und/oder Bleigewichte zusätzlich zu beschweren. Für das spätere Aufholen
der Struktur und des Ballasttanks ist es aber vorteilhaft, wenn die im Ballasttank
enthaltene Masse leicht wieder entfernt oder von der Struktur wieder abgetrennt werden
kann. Dazu ist der Gasanschluss vorgesehen, mit dem der Ballasttank schnell und einfach
wieder ausgeblasen werden kann, wenn der Ballasttank aus dem Meer geholt werden soll.
[0014] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist ein Ring jeweils mit einem benachbarten
Ring über das textile Gewebe verbunden. Bei einer solchen Konstruktion wird nur der
jeweilige Zwischenraum zwischen benachbarten Ringen mit dem textilen Gewebe überbrückt.
Dadurch bleibt das Gewicht der Gesamtkonstruktion und der Materialaufwand mit den
dazu korrespondierenden Herstellungskosten möglichst niedrig. Zur Verbindung des textilen
Gewebes mit den Ringen können an den Ringen Ösen, Schlaufen und/oder Schäkel angeordnet
sein, über die das textile Gewebe leicht mit den Ringen verbunden, aber bei Bedarf
auch wieder abgetrennt werden kann.
[0015] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist ein Ring ein solches Volumen auf, dass
er bei einer Befüllung mit Gas mit der dadurch erzeugten Auftriebskraft das Eigengewicht
und das an diesem Ring befestigte textile Gewebe zu tragen vermag. Das Tragvermögen
bedeutet, dass der Ring und das daran befestigte textile Gewebe zumindest im Meerwasser
schweben können, ohne wieder auf den Meeresboden abzusinken. Bevorzugt ist die Auftriebskraft
größer als das Eigengewicht und das Gewicht des textilen Gewebes, um beispielsweise
eventuelle Gasverluste im Ring und das Gewicht von sich an die Ringe und das textile
Gewebe anlagernder Biomasse wie Algen, Muscheln und dergleichen kompensieren zu können,
ohne dadurch auf den Meeresboden abzusinken.
[0016] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weisen die Ringe einen Gasanschluss zum Anschließen
eines Kompressors auf. Durch einen Anschluss an einen Kompressor ist es möglich, in
den Ringen dauerhaft eine gewünschte Gasfüllung zu erhalten. Es ist auch möglich,
den Kompressor nur dann zu betrieben, wenn die Rammarbeiten ausgeführt werden, da
nur dann auch die Schallschutzfunktion der Struktur benötigt wird. Über den Anschluss
an den Kompressor können die Ringe beliebig oft aufgeblasen oder dauerhaft in einem
gewünschten aufgeblasenen Zustand gehalten werden, und die in die aufgeblasenen Ringe
eingepumpte Luft kann auch beliebig wieder über den Gasanschluss oder durch andere
Löcher abgelassen werden.
[0017] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind an den Innenseiten von Ringen Abstandshalter
angeordnet. Um einen die Schallübertragung vermindernden Blasenschleier in einer ausreichenden
Qualität zu gewährleisten, ist ein umlaufender Abstand einer Struktur um einen in
den Meeresboden einzurammenden Pfahl von mindestens 1 m erforderlich. Wenn ein einzurammender
Pfahl also einen Durchmesser von 6 m hat, wird für die umgebende Struktur zum Schutz
des Blasenschleiers ein Durchmesser von 8 m benötigt. Der Abstand der Ringe zur Außenfläche
des Pfahls muss umfangsseitig zumindest annähernd eingehalten bleiben, damit dort
der Blasenschleier ungestört aufsteigen kann. Dies kann ohne besondere Hilfsmittel
schwierig sein, wenn beispielsweise das Meereswasser aus einer Richtung gegen den
Pfahl strömt, wie das allein schon durch die Gezeitenströme passieren kann. Die Abstandhalter
dienen dem Zweck, die Ringe umfangsseitig in einem gewünschten Abstand zum Pfahlumfang
zu halten. Durch die Abstandhalter wird ein Ring, der mit den Abstandshaltern verbunden
ist, in einem Abstand zur Oberfläche des Pfahls gehalten, der dem Maß entspricht,
um den der Abstandhalter von den Ringen nach innen in den Zwischenraum vorspringt.
[0018] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung handelt es sich bei den Abstandshaltern um
Druckkissen, die über die Innenseite der Ringe in den Zwischenraum hineinragen. Die
Druckkissen können aufblasbar ausgestaltet sein. Die Druckkissen können so ausgestaltet
sein, dass deren Durchmesser ausreicht, den Abstand zwischen der Innenseite der Ringe
und der Außenumfangsfläche des Pfahls zu überbrücken. Der Pfahl kann bei Rammstößen
noch an den Druckkissen vorbei gleiten, weil die Druckkissen nur an der Außenoberfläche
des Pfahls anliegen, aber nicht fest damit verbunden sind. Die Struktur bleibt also
unabhängig von Bewegungen des Pfahls stehen, ohne dass dafür Anpassungsarbeiten erforderlich
wären.
[0019] Wenn an einem Ring zumindest zwei Druckkissen gegenüberliegend angeordnet sind, ist
eine Selbstzentrierung des Ringes über die Druckkissen möglich. Bei drei Druckkissen
sollten diese bevorzugt in einem Winkel von jeweils 120° zueinander angeordnet sein,
um eine gute Zentrierung zu gewährleisten.
[0020] Je nach Auslegung muss nicht jeder einzelne Ring Druckkissen oder Abstandshalter
aufweisen, es kann auch genügen, dass nur jeder zweite oder dritte Ring mit Druckkissen
oder Abstandshaltern ausgestattet ist. Je mehr Druckkissen oder Abstandshalter verwendet
werden, umso mehr stabilisiert sich der dadurch abgestützte Ring. Allerdings ist auch
zu bedenken, dass die Druckkissen oder Abstandshalter ihrerseits den Blasenschleier
beeinträchtigen können. Um Störungen des Blasenschleiers zu vermeiden, können auch
in den Druckkissen oder den Abstandshaltern Löcher ausgebildet sein, durch die einen
Blasenschleier bildendes Gas in den Zwischenraum zwischen der Struktur und dem Außenumfang
des Pfahls gelangen kann. Die Druckkissen können über die Ringe mit aufgepumpt und
über einen Kompressoranschluss laufend mit neuer Druckluft versorgt werden, es ist
aber auch möglich, die Druckkissen mit einer eigenen Gasversorgung zu versehen, beispielsweise,
um die Druckverhältnisse in den Druckkissen und die Form des Schlauches genauer beeinflussen
und einstellen zu können.
[0021] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weist die Struktur der Ringe und des textilen
Gewebes eine öffnen- und verschließbare Teilung in vertikaler Richtung auf. Durch
eine Teilung ist es einfacher, die Ringe mit dem textilen Gewebe vom Wasser aus um
einen Pfahl zu legen. Zur Montage wird die Teilung geöffnet, die Ringe mit dem textilen
Gewebe werden ringförmig um den Pfahl gezogen, um sodann die Teilung wieder zu schließen
und die Struktur durch Ballastierung und Aufblasen der Ringe herkömmlich aufzubauen.
Bei der Demontage der Struktur wird in umgekehrter Reihenfolge verfahren.
[0022] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung bilden ein Ring und ein Abschnitt eines textilen
Gewebes ein Modul, das über das textile Gewebe mit einem benachbarten Ring über dort
abgebrachte Befestigungspunkte verbindbar ist. Eine Struktur kann durch die Ergänzung
oder Abnahme von Modulen beliebig auf eine gewünschte Länge verkürzt oder verlängert
werden. So kann eine Struktur jeweils an die Meerestiefe an einem Aufstellort eines
Pfahls angepasst werden.
[0023] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung weisen ein oder mehrere Ringe auf ihrer dem
Pfahl zugewandten Innenseite gleichmäßig verteilte Löcher auf, durch die Druckluft
aus dem Ring in den Zwischenraum zwischen der Struktur und der Außenoberfläche des
Pfahls austreten kann. Die Löcher können genutzt werden, um über die Ringe den Blasenschleier
zu bilden. Es ist je nach Anordnung der Löcher und der Leistung der an die Ringe angeschlossenen
Kompressoren nicht mehr erforderlich, zusätzlich zu den Ringen noch Schläuche zu verlegen,
mit denen der Blasenschleier zeugt werden soll. Daraus resultiert eine erhebliche
Vereinfachung und Kostensenkung beim Aufbau und Betrieb der Schalldämmvorrichtung.
[0024] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Vorrichtung ferner einen
oder mehrere zweite Ringe, wobei die zweiten Ringe einen Durchmesser haben, der kleiner
ist als der Durchmesser der Ringe, aber größer ist als der Durchmesser des Pfahls
und wobei jeder der zweiten Ringe jeweils mittels eines textilen Gebildes mit einem
der Ringe verbunden ist. Hierbei kann vorzugsweise vorgesehen sein, dass das textile
Gebilde luftdurchlässig ausgebildet ist. Mittels des textilen Gebildes werden die
Blasen, die den Blasenschleier bilden, abgebremst. Die abgebremsten Blasen, die durch
das textile Gebildet zumindest und teilweise und zeitweise zurückgehalten werden,
bilden einen deutlich dichteren Blasenschleier. Auf diese Weise kann ein effizienterer
Schallschutz erreicht werden.
[0025] Als textiles Gebilde, das die Ringe jeweils mit den zweiten Ringen verbindet, kann
jedes übliche flächenförmige textile Gebilde, etwa ein Gewebe, Gewirke, Gestricke,
Geflecht, Vliesstoff und dergleichen, verwendet werden. Erfindungsgemäß kann vorgesehen
sein, dass das textile Gebilde eine höhere Luftdurchlässigkeit aufweist als das textile
Gewebe, das zwischen den Ringen angeordnet ist, um einen Schlauch auszubilden. Auf
diese Weise wird gewährleistet, dass das zur Ausbildung des Blasenschleiers eingeleitete
Gas den ausgebildeten Schlauch nicht verlässt sondern durch das textile Gebilde hindurch
an die Oberfläche steigt und so entlang des Pfahls den schallschützenden Blasenschleier
bildet. Der Fachmann wird aufgrund seines Fachwissens in der Lage sein, entsprechende
Materialien und Porengrößen des textilen Gewebes, das einen Schlauch ausbildet, sowie
des textilen Gebildes, das die Ringe mit den zweiten Ringen verbindet, auszuwählen,
um zu gewährleisten, dass der Blasenschleier innerhalb des Schlauches ausgebildet
wird und diesen nicht durch die Seitenwände verlässt. Die zweiten Ringe können in
gleicher Weise wie die Ringe gebildet sein, solange die zweiten Ringe einen geringeren
Durchmesser aufweisen als die Ringe. Ebenso kann vorgesehen sein, dass die zweiten
Ringe aus einem anderen beliebigen Material gefertigt sind, z.B. Stahl, Gummi, Verbundstoff,
Kunststoff, etc.
[0026] Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Verfahren zum Schallschutz für Rammarbeiten
zum Einrammen eines Pfahls in den Meeresboden, umfassend: a) Bereitstellen einer Vorrichtung
nach einem der vorangehenden Ansprüche auf dem Meeresboden; b) Befüllen der Ringe
(4) mit einem Gas; c) Ausbilden eines Blasenschleiers zwischen dem Pfahl (2) und dem
Schlauch, der durch die gasbefüllten Ringe (4) und dem textilen Gewebe (12) ausgebildet
wird; und d) Einrammen des Pfahls (2) in den Meeresboden.
[0027] Ebenso wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Schallschutz für Rammarbeiten
zum Einrammen eines Pfahls (2) in den Meeresboden, umfassend die Schritte: a) Bereitstellen
einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 an der Meeresoberfläche; b) Absenken
des unteren Endes der Struktur bis zum Meeresboden; c) Ausbilden eines Blasenschleiers
zwischen dem Pfahl (2) und dem Schlauch, der durch die Ringe (4) und das textile Gewebe
(12) ausgebildet wird; d) Einrammen des Pfahls (2) in den Meeresboden.
[0028] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann demnach vorzugsweise in zwei verschiedenen
Verfahren eingesetzt werden. In dem ersten Verfahren wird die Vorrichtung auf dem
Meeresboden (um den Pfahl herum) bereitgestellt. Hierbei kann insbesondere vorgesehen
sein, dass die Vorrichtung mehrere Ballasttanks oder andere Gewichte am unteren Ende
der Struktur umfasst. Durch Einblasen eines Gases (vorzugsweise Luft) in die Ringe
der Vorrichtung wird ein Auftrieb der Ringe erreicht, wodurch diese Ringe hin zur
Wasseroberfläche aufsteigen und so zusammen mit dem textilen Gewebe einen Schlauch
ausbilden. Anschließend wird, wie im vorangehenden ausführlich beschrieben, zwischen
dem Schlauch und dem Pfahl, der in den Meeresboden eingerammt werden soll, ein Blasenschleier
ausgebildet.
[0029] In einem alternativen Verfahren wird die erfindungsgemäße Vorrichtung an der Meeresoberfläche
(um den Pfahl herum) bereitgestellt. Hierbei ist bevorzugt vorgesehen, dass die Vorrichtung
mit einem Schwimmkörper verbunden ist. Die Art des Schwimmkörpers ist hierbei in keiner
Weise beschränkt. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass der Schwimmkörper ein
Schiff, ein Boot, eine Boje, ein Schwimmreifen etc. ist. Ebenso kann vorgesehen sein,
dass der Schwimkörper durch den obersten Ring des Pakets von Ringen, das die erfindungsgemäße
Struktur bildet, gebildet wird. In diesem Verfahren kann besonders bevorzugt vorgesehen
sein, dass ein oder mehrere Ballasttanks oder andere Gewichte, die eine größere Dichte
als Wasser aufweisen, am unteren Ende der Struktur angeordnet sind. Hierdurch kann
erreicht werden, dass das untere Ende der Struktur bis auf den Meeresboden hinab abgesenkt
wird, während das obere Ende, das mit dem Schwimmkörper verbunden ist, an der Meeresoberfäche
zurückbleibt. Auf diese Weise wird durch die Ringe und das textile Gewebe ein Schlauch
ausgebildet. In beiden Verfahren ist selbstverständlich ein Pfahl innerhalb der Struktur,
die durch die Ringe und das textile Gewebe gebildet wird, vorgesehen. Nachdem durch
die einleitenden Verfahrensschritte um den Pfahl herum ein Schlauch ausgebildet worden
ist, wird zwischen dem Schlauch und dem Pfahl ein Blasenschleier ausgebildet, in einer
Weise, wie im vorangehenden ausführlich beschrieben. In einem jeweiligen letzten Verfahrensschritt
wird dann der Pfahl in den Meeresboden eingerammt.
[0030] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorstehend beschriebenen Ausgestaltungen
jeweils für sich, aber auch in beliebiger Kombination mit dem Gegenstand des Hauptanspruchs
und den übrigen Ausgestaltungen kombinierbar ist, soweit dem keine technischen Hindernisse
entgegen stehen.
[0031] Weitere Abwandlungen und Ausgestaltungen der Erfindung lassen sich der nachfolgenden
gegenständlichen Beschreibung und den Zeichnungen entnehmen.
[0032] Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
werden. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Ansicht auf einen Pfahl mit einem Paket von Ringen,
- Fig. 2:
- das Paket aus Fig. 1, bei dem der oberste Ring angehoben ist,
- Fig. 3:
- das Paket 1 in einer vollständig ausgefahrenen Struktur,
- Fig. 4:
- das Paket aus Fig. 1 mit zusätzlichen Druckkissen,
- Fig. 5
- eine Ansicht auf einen Pfahl mit umgebender Struktur von oben, und
- Fig. 6
- eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform.
[0033] In Fig. 1 ist ein Pfahl 2 gezeigt, der in einen Meeresboden gerammt werden soll.
Am Fuß des Pfahls 2 befindet sich ein Paket 6 mit fünf Ringen 4, die in der dargestellten
Position aufeinander liegen. Der unterste Ring 4 ist an eine Anschlussleitung 8 angeschlossen,
über die beispielsweise von einem Kompressor an der Wasseroberfläche erzeugte Druckluft
in den untersten Ring 4 4gefördert werden kann. Der unterste Ring 4 kann mit den übrigen
Ringen 4 über Gasdruckleitungen verbunden sein, so dass das von einem Kompressor über
die Anschlussleitung 8 zugeförderte Gas in alle Ringe 4 verteilt wird. Natürlich kann
auch jeder einzelne Ring 4 mit einer eigenen Anschlussleitung 8 mit einem Kompressor
verbunden sein.
[0034] Der unterste Ring 4 kann einen Ballastring bilden. Im Ausführungsbeispiel verfügt
der unterste Ring 4 aber auch über Löcher 10, über die ein zugefördertes Gas in den
Zwischenraum 14 zwischen den Ringen 4 und der Außenfläche des Pfahls 2 treten kann.
Schwerkraftbedingt würde ein aus den Löchern 10 austretendes Gas an dem Außenumfang
des Pfahls 2 entlang und im Zwischenraum durch die Struktur gegen Störungen durch
Wasserströmungen geschützt nach oben an die Wasseroberfläche sprudeln.
[0035] In Fig. 2 ist das Paket 6 aus Fig. 1 in einem Zustand gezeigt, in dem der oberste
Ring 4 so weit angehoben worden ist, dass sich das zwischen dem obersten Ring 4 und
dem zweiobersten Ring 4 befindliche textile Gewebe 12 zu einer umlaufenden Bahn entfaltet
hat. Das textile Gewebe 12 bildet eine Art Schlauch, durch die der Zwischenraum 14
zumindest teilweise von umgebenden Wasserströmungen abgeschirmt wird, so dass am untersten
Ring 4 durch die Löcher 10 oder an anderer Stelle austretende Gasblasen ungestört
und ohne ein unerwünschtes Abdriften am Außenumfang des Pfahls 2 innerhalb des Zwischenraums
14 aufsteigen können.
[0036] In Fig. 3 ist das Paket 6 in einer vollständig ausgefahrenen Position gezeigt, so
dass sich aus den Ringen 4 und den zwischen den Ringen 4 befindlichen textilen Geweben
12 eine Struktur ergibt, die den Blasenschleier im Zwischenraum 14 um den Pfahl 2
herum gegen Abdriften schützt.
[0037] An dieser Stelle sei angemerkt, dass das textile Gewebe 12 im Ausführungsbeispiel
aus zeichnerischen Vereinfachungsgründen sehr grob dargestellt ist. Um einen effektiven
Schutz für den Blasenschleier zu erzielen, ist es empfehlenswert, die Maschenstruktur
des textilen Gewebes feiner auszugestalten als es der zeichnerischen Darstellung entspricht.
[0038] Wenn der oberste Rings 4 auf der Oberfläche des Meeresspiegels schwimmt, kann ein
Blasenschleier den Pfahl 2 über dessen volle unter Wasser befindliche Höhe von unten
bis oben hin umgeben. Wenn der Wasserspiegel beispielsweise tidenbedingt schwankt,
kann sich der auf dem Wasserspiegel aufschwimmende oberste Ring 4 durch das Aufschwimmen
an die jeweils wechselnden Meereshöhen anpassen.
[0039] In Fig. 4 ist die Struktur aus Fig. 3 gezeigt, allerdings mit der Besonderheit, dass
in den Zwischenraum 14 zwischen dem Innenumfang der Ringe 4 und der Außenoberfläche
des Pfahls 2 noch eine Anzahl von Druckkissen 16 eingebracht sind. Die Druckkissen
16 dienen dem Zweck, dass sich die Ringe 4 um den Außenumfang des Pfahls 2 zentrieren.
[0040] In Fig. 5 ist eine Ansicht von oben auf die in Fig. 4 gezeigte Struktur mit dem Druckkissen
16 gezeigt. Aus der Ansicht von oben ist gut erkennbar, dass die in gleichmäßigen
Abständen zueinander angeordneten Druckkissen 16 für eine gleichmäßige Zentrierung
der Ringe 4 und der textilen Gewebe 12 und damit der gesamten Struktur an den Außenumfang
des Pfahls 2 sorgen. Die Druckkissen 16 puffern auch durch Wasserströmungen auf die
Struktur einwirkenden Strömungsdruck auf den Pfahl 2 ab, der dadurch stabilisierend
auf die Struktur wirkt.
[0041] In Fig. 6 ist eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform gezeigt. Gezeigt
wird die seitliche Ansicht eines Rings 4, der mit einem textilen Gewebe 12 verbunden
ist. Mit dem Ring 4 ist ferner ein zweiter Ring 18 verbunden. Die Verbindung wird
mittels eines textilen Gebildes 20 hergestellt. Der zweite Ring 18 hat einen geringeren
Durchmesser als der Ring 4, so dass das Gewebe 20 einen Teil des Zwischenraums zwischen
dem Pfahl 2 (nicht gezeigt) und dem Ring 4 in vertikaler Richtung abdeckt. Der zweite
Ring 18 hat einen Innendurchmesser, der größer ist als der Außendurchmesser des Pfahls
2.
[0042] Die vorstehende gegenständliche Beschreibung dient der Erläuterung der Erfindung.
Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt. Einem Fachmann bereitet
es keine Schwierigkeiten, das Ausführungsbeispiel auf eine ihm als geeignet erscheinende
Weise abzuwandeln, um es an einen konkreten Anwendungsfall anzupassen.
1. Vorrichtung zum Schallschutz für Rammarbeiten zum Einrammen eines Pfahls (2) in den
Meeresboden mit einer den Pfahl (2) umgebenden Struktur, wobei zwischen der Struktur
und dem Pfahl (2) ein Blasenschleier vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur aus einem Paket (6) von Ringen (4) besteht, wobei die Ringe (4) durch
ein textiles Gewebe (12) miteinander verbunden sind, und die Ringe (4) und das textile
Gewebe (12) einen Schlauch ausbilden, der den Pfahl (2) schlauchartig umgibt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einzelne, mehrere oder alle Ringe (4) einer Struktur aufblasbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass am unteren Ende der Struktur ein oder mehrere Ballasttanks angeordnet sind, die mit
dem Paket von Ringen (4) verbunden sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Ballasttanks als ein Ring (4) ausgebildet sind, der ein Ventil zum Fluten
mit Meerwasser und einen Gasanschluss zum Anschließen eines Kompressors aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ring (4) jeweils mit einem benachbarten Ring (4) über das textile Gewebe (12)
verbunden ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ring (4) ein solches Volumen aufweist, dass er nach einer Befüllung mit Gas mit
der dadurch erzeugten Auftriebskraft das Eigengewicht und das an diesem Ring (4) befestigte
textile Gewebe (12) zu tragen vermag.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringe (4) einen Gasanschluss zum Anschließen eines Kompressors aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Innenseiten von Ringen (4) Abstandshalter angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Abstandshaltern um Druckkissen (16) handelt, die über die Innenseite
der Ringe (4) in den Zwischenraum (14) hineinragen.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur der Ringe (4) und des textilen Gewebes (12) eine öffnen- und verschließbare
Teilung in vertikaler Richtung aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ring (4) und ein Abschnitt eines textilen Gewebes (12) ein Modul bilden, das
über das textile Gewebe (12) mit einem benachbarten Ring (4) über dort abgebrachte
Befestigungspunkte verbindbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Ringe (4) auf ihrer dem Pfahl (2) zugewandten Innenseite gleichmäßig
verteilte Löcher (10) aufweisen, durch die Druckluft aus dem Ring (4) in den Zwischenraum
(14) zwischen der Struktur und der Außenoberfläche des Pfahls (2) austreten kann.
13. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ferner einen oder mehrere zweite Ringe (18) umfasst, wobei die zweiten
Ringe (18) einen Durchmesser haben, der kleiner ist als der Durchmesser der Ringe
(4), aber größer ist als der Durchmesser des Pfahls (2), und jeder der zweiten Ringe
(18) jeweils mittels eines textilen Gebildes (20) mit einem der Ringe (4) verbunden
ist.
14. Verfahren zum Schallschutz für Rammarbeiten zum Einrammen eines Pfahls (2) in den
Meeresboden, umfassend die Schritte:
a) Bereitstellen einer Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche auf dem
Meeresboden;
b) Befüllen der Ringe (4) mit einem Gas;
c) Ausbilden eines Blasenschleiers zwischen dem Pfahl (2) und dem Schlauch, der durch
die gasgefüllten Ringe (4) und dem textilen Gewebe (12) ausgebildet wird; und
d) Einrammen des Pfahls (2) in den Meeresboden.
15. Verfahren zum Schallschutz für Rammarbeiten zum Einrammen eines Pfahls (2) in den
Meeresboden, umfassend die Schritte:
a) Bereitstellen einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 an der Meeresoberfläche;
b) Absenken des unteren Endes der Struktur bis zum Meeresboden;
c) Ausbilden eines Blasenschleiers zwischen dem Pfahl (2) und dem Schlauch, der durch
die Ringe (4) und das textile Gewebe (12) ausgebildet wird;
d) Einrammen des Pfahls (2) in den Meeresboden.