[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lichtleiter-Anordnung zum Einsatz in einer
Beleuchtungseinrichtung eines Kraftfahrzeugs, die mindestens eine Halbleiter-Lichtquelle
aufweist. Die Lichtleiter-Anordnung umfasst:
- mindestens einen Lichteinkoppelabschnitt mit mindestens einer Lichteintrittsfläche
zum Einkoppeln zumindest eines Teils des von der mindestens einen Lichtquelle ausgesandten
Lichts,
- einen Lichtauskoppelabschnitt mit einer Vielzahl von entlang einer Rückseite der Lichtleiter-Anordnung
angeordneten Lichtauskoppelelementen zum Umlenken zumindest eines Teils des eingekoppelten
Lichts in Richtung eines Linsenabschnitts der Lichtleiter-Anordnung, und
- den Linsenabschnitt, der eine Längserstreckung quer zu einer Lichtaustrittsrichtung
der Lichtleiter-Anordnung und eine in einem Querschnitt quer zur Längserstreckung
konvexe linsenförmige Lichtaustrittsfläche aufweist, über die zumindest ein Teil des
von dem Auskoppelabschnitt umgelenkten Lichts aus der Lichtleiter-Anordnung austritt.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Beleuchtungseinrichtung für ein Kraftfahrzeug
mit einer Halbleiter-Lichtquelle zum Aussenden von Licht und mindestens einer Lichtleiter-Anordnung
zur Erzeugung zumindest eines Teils einer abgeblendeten Lichtverteilung.
[0003] Eine solche Lichtleiter-Anordnung ist bspw. aus der
EP 0 766 037 A1 oder aus der
EP 2 045 515 A1 bekannt. Die aus der
EP 0 766 037 A1 bekannte Lichtleiter-Anordnung umfasst einen flachen, plattenförmigen Lichtleiter,
der zur Erzeugung eines Abblendlicht-Grundlichts mit einer im Wesentlichen horizontalen
Helldunkelgrenze dient. Die bekannte Lichtleiter-Anordnung kann das Abblendlicht-Grundlicht
aber nur dann erzeugen, wenn der plattenförmige Lichtleiter vertikal angeordnet ist,
das äußere Erscheinungsbild der eingeschalteten Lichtleiter-Anordnung (sog. Nachtdesign)
also einen vertikal leuchtenden Strich ergibt. Wenn das Erscheinungsbild der Lichtleiter-Anordnung
ein horizontal oder schräg angeordneter leuchtender Strich sein soll, kann die bekannte
Lichtleiter-Anordnung keine abgeblendete Lichtverteilung mit horizontaler Helldunkelgrenze
erzeugen. Vielmehr würde die Helldunkelgrenze immer senkrecht zur Längserstreckung
der Austrittsfläche des Lichtleiters verlaufen, bei einem horizontalen oder schräg
ausgerichteten Lichtleiter also vertikal oder schräg.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Lichtleiter-Anordnung
der eingangs genannten Art dahingehend auszugestalten und weiterzubilden, dass sie
eine abgeblendete Lichtverteilung erzeugen kann, bei der die Helldunkelgrenze im Wesentlichen
parallel zu einer Längserstreckung der Lichtleiter-Anordnung bzw. einer die Lichtaustrittsfläche
bildenden Linsenanordnung verläuft, so dass mit einer horizontal ausgerichteten Lichtleiter-Anordnung
eine im Wesentlichen horizontale Helldunkelgrenze erzeugt werden kann.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Lichtleiter-Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 vorgeschlagen. Insbesondere liegt im Querschnitt betrachtet ein erster Brennpunkt
des Linsenabschnitts auf Höhe einer Unterkante eines Auskoppelelements und ein zweiter
Brennpunkt in einem großen Abstand zu der Lichtaustrittsfläche, vorzugsweise im Unendlichen,
so dass der Linsenabschnitt die Unterkante des Auskoppelelements als Teil einer horizontalen
Helldunkelgrenze einer resultierenden abgeblendeten Lichtverteilung der Lichtleiter-Anordnung
scharf abbildet.
[0006] Mit der vorliegenden Erfindung ist es möglich, eine abgeblendete Lichtverteilung
mit einer Helldunkelgrenze durch eine Lichtleiter-Anordnung zu erzeugen, deren Längserstreckung
im Wesentlichen parallel zum Verlauf der Helldunkelgrenze verläuft. Insbesondere kann
durch eine horizontal ausgerichtete Lichtleiter-Anordnung eine abgeblendete Lichtverteilung
mit einer horizontalen Helldunkelgrenze erzeugt werden.
[0007] An mindestens einer Seite des Lichtleiters, beispielsweise an einer Stirnfläche des
Lichtleiters, weist die Lichtleiter-Anordnung einen Lichteinkoppelabschnitt mit mindestens
einer Lichteintrittsfläche auf. Vor der mindestsens einen Lichteintrittsfläche ist
mindestens eine Lichtquelle der Beleuchtungseinrichtung positioniert. Eine Hauptabstrahlrichtung
der Lichtquelle ist vorzugsweise senkrecht zu der mindestens einen Lichteintrittsfläche
angeordnet. Der Lichtleiter weist auf seiner Rückseite Auskoppelelemente auf, die
beispielsweise als Auskoppelprismen ausgebildet sind. Die Rückseite des Lichtleiters
ist die entgegen der Austrittsrichtung von Licht aus der Lichtleiter-Anordnung gerichtete
Seite des Lichtleiters. Eine Lichtaustrittsfläche der Lichtleiter-Anordnung ist den
Auskoppelelementen gegenüberliegend an der Vorderseite des Lichtleiters angeordnet
und weist einen linsenförmigen Querschnitt auf.
[0008] Ein erster Brennpunkt des Linsenabschnitts bzw. der Lichtaustrittsfläche liegt auf
einer Unterkante eines Auskoppelements, und ein zweiter Brennpunkt des Linsenabschnitts
bzw. der Lichtaustrittsfläche liegt in Lichtaustrittsrichtung im Unendlichen bzw.
in einer sehr großen Entfernung vor der Lichtaustrittsfläche. Die Auskoppelelemente
des Auskoppelabschnitts sind vorzugsweise alle mit ihren Unterkanten auf der gleichen
Höhe, also auf einer gemeinsamen Horizontalebene, angeordnet. Der erste Brennpunkt
liegt an einer beliebigen Stelle auf dieser Horizontalebene, in jedem Fall aber auf
der Unterkante der Auskoppelelemente.
[0009] Die Brennpunkte von mehreren Querschnitten durch den Linsenabschnitt liegen vorzugsweise
auf einer Brennlinie. Die Erstreckung der Brennlinie verläuft parallel zu der Längserstreckung
des Linsenabschnitts. Die Unterkanten der Auskoppelelemente liegen vorzugweise nahe
der Brennlinie der langgezogenen linsenförmigen Lichtaustrittsfläche, so dass die
Unterkanten scharf im Unendlichen (oder in großer Entfernung zu der Lichtleiter-Anordnung)
als im Wesentlichen horizontale Helldunkelgrenze der resultierenden abgeblendeten
Lichtverteilung scharf abgebildet werden.
[0010] Die Lichtquellen der Beleuchtungseinrichtung sind vorzugsweise als Halbleiterlichtquellen,
insbesondere als Leuchtdioden (LEDs) ausgebildet. Der Lichteinkoppelabschnitt zwischen
der mindestens einen Lichtquelle und dem Lichtauskoppelabschnitt kann in besonderer
Weise ausgestaltet sein, um die Lichtverteilung in der Lichtleiter-Anordnung zu beeinflussen.
Insbesondere kann der Lichteinkoppelabschnitt ausgehend von der Lichteinkoppelfläche
konisch auseinanderlaufende Reflexionsflächen aufweisen, um ein Kollimieren des eingekoppelten
Lichts zu erzielen. Die kollimierten, im Wesentlichen parallelen Lichtstrahlen treffen
dann vorzugsweise ohne weitere Reflexion an äußeren Grenzflächen des Lichtleiters
auf die Auskoppelelemente des Auskoppelabschnitts. Ebenso ist es denkbar, dass der
Einkoppelabschnitt gekrümmt ausgebildet ist, also gekrümmte Reflexionsflächen aufweist.
[0011] Die Auskoppelelemente des Lichtauskoppelabschnitts sind vorzugsweise als Auskoppelprismen
ausgebildet, die eine Längserstreckung und in einem Schnitt quer zu der Längserstreckung
eine dreieckige Form aufweisen. Die Längserstreckung der Auskoppelprismen verläuft
senkrecht zur Haupt-Austrittsrichtung des Lichts aus der Lichtleiter-Anordnung und
senkrecht zur Längserstreckung des Linsenabschnitts.
[0012] In ihrer Längserstreckung haben die Auskoppelprismen eine bestimmte Höhe h. Die Höhe
h der Prismen bestimmt die vertikale Breite der resultierenden Lichtverteilung, insbesondere
nach unten in das Vorfeld unmittelbar vor einem mit der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung
ausgestatteten Kraftfahrzeug. Nach oben hin ist die Lichtverteilung durch die im Wesentlichen
horizontale Helldunkelgrenze begrenzt. Je größer die Prismenhöhe h gewählt ist, desto
größer ist die vertikale Breite der Lichtverteilung, das heißt umso stärker wird das
Vorfeld ausgeleuchtet. Durch unterschiedlich hohe Auskoppelprismen lässt sich die
Lichtverteilung hinsichtlich Intensität und vertikaler Breite beeinflussen. Zum Beispiel
ist es denkbar, in dem Auskoppelabschnitt der Lichtleiter-Anordnung abwechselnd verschieden
hohe Auskoppelprismen vorzusehen, wobei die Unterkanten der Auskoppelprismen vorzugsweise
auf der gleichen Höhe (in der gleichen Horizontalebene) liegen, vorzugsweise auf der
Brennlinie der ersten Brennpunkte der langgezogenen, konvex gewölbten linsenförmigen
Lichtaustrittsfläche. Prismenflächen können gewölbt sein, um hindurchtretendes Licht
zu streuen bzw. über einen größeren Flächenbereich zu verteilen.
[0013] Der Linsenabschnitt bzw. die konvexe linsenförmige Lichtaustrittsfläche kann einstückig
mit der Lichtleiter-Anordnung ausgestaltet sein. Es ist aber auch denkbar, dass die
linsenförmige Lichtaustrittsfläche bzw. der Linsenabschnitt und die restliche Lichtleiter-Anordnung
umfassend den mindestens einen Lichteinkoppelabschnitt und den Lichtauskoppelabschnitt
als separate Bauteile ausgebildet sind. Die konvexe linsenförmige Lichtaustrittsfläche
ist dann Bestandteil eines separaten, getrennt von der restlichen Lichtleiter-Anordnung
ausgestalteten Linsenabschnitts. Insbesondere ist es denkbar, dass die Lichtleiter-Anordnung
und der Linsenabschnitt in einer im Wesentlichen vertikalen Schnittebene separiert
sind, die senkrecht zu einer Haupt-Lichtaustrittsrichtung des aus der Lichtleiter-Anordnung
ausgekoppelten Lichts und senkrecht zu einem horizontalen Querschnitt durch den Linsenabschnitt
verläuft. Die mehrteilige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung
hat den Vorteil, dass sich das in den Lichtleiter eingekoppelte Licht nur in dem Lichtleiter
ausbreiten kann, so dass das Volumen, in dem sich das Licht ausbreiten kann, bzw.
die Abmessung im Querschnitt des Lichtleiters in Lichtaustrittsrichtung verringert
wird. Dies führt dazu, dass das eingekoppelte Licht mit höherer Wahrscheinlichkeit
und Häufigkeit auf ein Auskoppelelement des Lichtauskoppelabschnitts fällt und aus
dem Lichtleiter ausgekoppelt wird. Generell gilt: Je kleiner das Volumen bzw. die
Abmessung des Lichtleiters in Lichtaustrittsrichtung, insbesondere die Tiefe des Lichtleiters
in einer Hauptauskoppelrichtung des aus der Lichtleiter-Anordnung ausgekoppelten Lichts,
ist, desto mehr Licht wird auf gleicher Länge der Lichtleiter-Anordnung ausgekoppelt.
Durch die Tiefe des Lichtleiters beziehungsweise den Lichtleiterquerschnitt in der
Hauptaustrittsrichtung der Lichtleiter-Anordnung kann also die aus der Lichtleiter-Anordnung
auszukoppelnde Lichtmenge zur Erzielung einer gewünschten Lichtverteilung mit einem
gewünschten Intensitätsverlauf eingestellt werden.
[0014] Die Lichtleiter-Anordnung kann bewegbar in einem Scheinwerfer- oder Leuchtengehäuse
angeordnet sein, so dass die Helldunkelgrenze zur Grundeinstellung, Justierung und/oder
Leuchtweitenregelung verstellt werden kann. Eine Lichtverteilung mit horizontaler
Helldunkelgrenze kann bspw. vor dem eigentlichen Betrieb der Lichtleiter-Anordnung,
bspw. am Ende eines Montage- oder Fertigungsbands eines Scheinwerfers oder einer Leuchte,
der bzw. die mit einer erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung ausgestattet ist, in
eine gewünschte oder gesetzlich vorgegebene Grundeinstellung gebracht werden. Ebenso
kann während des Betriebs der Lichtleiter-Anordnung eine Lichtverteilung mit horizontaler
Helldunkelgrenze zur Realisierung einer Leuchtweiteregelung in vertikaler Richtung
verstellt werden. Dementsprechend kann während des Betriebs der Lichtleiter-Anordnung
die Lichtverteilung mit horizontaler Helldunkelgrenze zur Realisierung einer Kurvenlichtfunktion
in horizontaler Richtung verstellt werden.
[0015] Es ist denkbar, dass die Auskoppelelemente des Lichtauskoppelabschnitts der Lichtleiter-Anordnung
unterschiedlich breit ausgebildet sind, das heißt eine unterschiedlich große Erstreckung
in der Längserstreckung des Linsenabschnitts gesehen aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit
und Häufigkeit, dass in die Lichtleiter-Anordnung eingekoppeltes Licht auf ein breiteres
Auskoppelelement trifft ist größer als die Wahrscheinlichkeit, dass das eingekoppelte
Licht auf ein schmaleres Auskoppelelement trifft. Falls also die Auskopplung einer
größeren Lichtmenge an einer bestimmten Stelle der Lichtleiter-Anordnung gewünscht
ist, kann an dieser Stelle die Breite der Auskoppelelemente vergrößert werden. Dementsprechend
ist es auch denkbar, bei gleichbleibender Breite der Lichtauskoppelelemente den Abstand
zwischen benachbarten Lichtauskoppelelementen zu variieren, um die ausgekoppelte Lichtmenge
einzustellen. Bei besonders dicht aneinander angrenzenden Auskoppelelementen wird
eine größere Menge an Licht ausgekoppelt, als wenn die Lichtauskoppelelemente mit
einem größeren Abstand zueinander angeordnet sind.
[0016] Bei einer getrennten Ausgestaltung des Lichtleiters einerseits und des Linsenabschnitts
andererseits ist zwischen dem Lichtleiter und dem Linsenabschnitt vorzugsweise ein
Luftspalt ausgebildet. Auf der Lichtdurchtrittsfläche des Auskoppelabschnitts, über
die das von den Auskoppelelementen umgelenkte Licht aus dem Lichtleiter austritt,
und/oder der Lichtdurchtrittsfläche des Linsenabschnitts, über die das aus dem Lichtleiter
ausgetretene Licht in den Linsenabschnitt eintritt, können zumindest bereichsweise
beliebige optisch wirksame Elemente (sog. Streugeometrien) angeordnet sein, welche
das hindurchtretende Licht, insbesondere in horizontaler Richtung, streuen.
[0017] Ferner ist es denkbar, dass sich die Tiefe (Erstreckung in Lichtaustrittsrichtung)
des Lichtleiters ausgehend von der mindestens einen Lichteintrittsfläche des Lichteinkoppelabschnitts
entlang der Längserstreckung des Lichtleiters verjüngt, das heißt in Lichtaustrittsrichtung
betrachtet nimmt der Lichtleiterquerschnitt ausgehend von der Lichteintrittsfläche
zu einem gegenüberliegenden Ende des Lichtleiters hin ab.
[0018] Es ist denkbar, dass bei einer mehrteiligen Ausgestaltung der Lichtleiter-Anordnung
mit einem Lichtleiter und einem davon separaten Linsenabschnitt der Lichtleiter quer
zu seiner Längserstreckung eine rechteckige Querschnittsfläche aufweist. Die Querschnittsfläche
des rechteckigen Lichtleiters ist vorzugsweise genauso hoch wie die Auskoppelelemente
ausgestaltet. Mit anderen Worten erstrecken sich die Auskoppelelemente über die gesamte
Höhe der der Lichtdurchtrittsfläche des Lichtleiters gegenüberliegenden Rückseite
des Lichtleiters. Der zu der Lichtdurchtrittsfläche des Lichtleiters beabstandet angeordnete
Linsenabschnitt weist vorzugsweise eine größere Höhe auf als der Lichtleiter mit der
im Wesentlichen rechteckigen Querschnittsfläche. Durch die geringeren Abmessungen
des Lichtleiters, insbesondere durch seine geringere Höhe, gegenüber dem Linsenabschnitt
ergibt sich eine geringere Querschnittsfläche und damit ein geringeres Volumen des
Lichtleiters, so dass in dem Lichtleiter transportiertes Licht über eine gegebene
Länge häufiger auf ein Lichtauskoppelelement trifft und somit mehr Licht pro Länge
aus dem Lichtleiter austritt und durch den Linsenabschnitt als abgeblendete Lichtverteilung
mit einer im Wesentlichen horizontalen Helldunkelgrenze auf der Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug
abgebildet wird.
[0019] Die in Lichtaustrittsrichtung vordere Lichtdurchtrittsfläche des Lichtleiters befindet
sich vorzugsweise mit ihrer Unterkante auf der Höhe der Unterkanten der Auskoppelelemente.
Die Brennlinie des Linsenabschnitts mit den ersten Brennpunkten liegt vorzugsweise
auf oder in der Nähe der Unterkante der Lichtdurchtrittsfläche des Lichtleiters. Durch
die separate Ausgestaltung des Lichtleiters und des Linsenabschnitts kann der Linsenabschnitt
beliebig ausgestaltet sein, ohne das Licht im Lichtleiter, insbesondere dessen Transport
im Lichtleiter und dessen Auskopplung aus dem Lichtleiter, zu beeinflussen. Die Querschnittsfläche
des Lichtleiters kann zur Verbesserung der Auskoppeleffizienz kleiner ausgebildet
werden als die des Linsenabschnitts.
[0020] Der separat von dem Linsenabschnitt ausgestaltete Lichtleiter kann als ein stabförmiger
Lichtleiter mit entlang seiner Längserstreckung konstanter Querschnittsfläche oder
mit ausgehend von der Lichteintrittsfläche über die Längserstreckung hinweg abnehmender
Querschnittsfläche ausgestaltet sein. Ebenso ist es denkbar, dass anstelle eines stabförmigen
Lichtleiters ein sichelförmiger Lichtleiter verwendet wird, wie er beispielsweise
aus der
DE 10 2011 018 508 bekannt ist. Bei einem solchen sichelförmigen Lichtleiter wird Licht mindestens einer
Lichtquelle nach dem Eintritt in den sichelförmigen, plattenförmigen Lichtleiter durch
ein Kollimatorelement kollimiert beziehungsweise parallelisiert. Das gesamte kollimierte
Licht trifft auf eine Lichtauskoppelfläche des sichelförmigen Lichtleiters, durch
die das gesamte Licht in Richtung einer Lichtaustrittsfläche des Lichtleiters umgelenkt
wird. Das umgelenkte Licht trifft so steil auf die Lichtdurchtrittsfläche des sichelförmigen
Lichtleiters, dass es aus dem Lichtleiter ausgekoppelt wird und durch den vor der
Lichtaustrittsfläche angeordneten Linsenabschnitt zur Erzeugung der gewünschten abgeblendeten
Lichtverteilung mit horizontaler Helldunkelgrenze auf der Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug
abgebildet wird. Auch in diesem Fall verläuft eine Brennlinie des vor dem sichelförmigen
Lichtleiter angeordneten Linsenabschnitts entlang der Unterkante der in Lichtaustrittsrichtung
vorderen Lichtdurchtrittsfläche des Lichtleiters und eine andere Brennlinie des Linsenabschnitts
im Unendlichen beziehungsweise in einem sehr großen Abstand zu der Lichtaustrittsfläche
des Linsenabschnitts. Durch das Kollimieren der eingekoppelten Lichtstrahlen in dem
sichelförmigen Lichtleiter können die Lichtstrahlen gezielter in eine gewünschte Richtung
gelenkt werden, so dass weniger Verlustlicht im Vergleich zu einem herkömmlichen Stablichtleiter
entsteht. Das gesamte eingekoppelte Licht trifft zunächst auf ein Auskoppelelement,
bevor es durch die vordere Lichtdurchtrittsfläche aus diesem austritt und durch den
davor angeordneten Linsenabschnitt auf die Fahrbahn projiziert wird.
[0021] Bei einer getrennten Ausgestaltung des Lichtleiters und des Linsenabschnitts der
erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung kann der Lichtleiter gerade, aber auch gekrümmt
ausgebildet sein. Insbesondere ist des denkbar, dass der Lichtleiter in einer Horizontalebene,
welche die Brennlinie des Linsenabschnitts mit den ersten Brennpunkten umfasst, derart
gekrümmt ist, dass die in Lichtaustrittsrichtung rückwärtige Lichtauskoppelfläche
des Lichtleiters eine geringere Längserstreckung aufweist als die vordere Lichtdurchtrittsfläche
des Lichtleiters. Auch der Linsenabschnitt kann dementsprechend gekrümmt ausgestaltet
sein. Dabei ist es denkbar, dass die Krümmung des Linsenabschnitts so gewählt wird,
dass sich über die gesamte Längserstreckung der Lichtleiter-Anordnung ein im Wesentlichen
konstanter Abstand zwischen dem Lichtleiter beziehungsweise dessen Lichtaustrittsfläche
und dem Linsenabschnitt ergibt. Es wäre aber auch denkbar, dass der Abstand zwischen
dem gekrümmten Lichtleiter und dem gekrümmten Linsenabschnitt über die Längserstreckung
hinweg variiert, vorzugsweise ausgehend von der Lichteintrittsfläche des Lichtleiters
entweder kontinuierlich zunimmt oder kontinuierlich abnimmt. Bei einem variierenden
Abstand zwischen dem Lichtleiter und dem Linsenabschnitt über die Längserstreckung
der Lichtleiter-Anordnung hinweg könnte dann auch die Brennweite mit den ersten Brennpunkten
der Lichtaustrittsfläche beziehungsweise des Linsenabschnitts über die verschiedenen
Linsenquerschnitte betrachtet variieren, damit trotz des variierenden Abstands die
Brennlinie stets auf der Vorderseite der Auskoppelelemente beziehungsweise auf der
vorderen Lichtdurchtrittsfläche des Lichtleiters liegt. Die Variation der ersten Brennweite
ist sowohl bei gekrümmten Lichtleiter-Anordnungen als auch bei geraden Lichtleiter-Anordnungen
denkbar, so lange die erste Brennlinie auf Höhe der Unterkante der Auskoppelelemente
verläuft. Selbst bei Verwendung eines sichelförmigen Lichtleiters, wie oben beschrieben,
ist es denkbar, dass der Abstand zwischen der Lichtaustrittsfläche des sichelförmigen
Lichtleiters und dem Linsenabschnitt variiert.
[0022] Schließlich ist es auch denkbar, in einer Kraftfahrzeugbeleuchtungseinrichtung nicht
nur eine der beschriebenen Lichtleiter-Anordnungen, sondern mehrere vorzusehen. Jede
der betriebenen Lichtleiter-Anordnungen kann dabei einen Teil einer abgeblendeten
Lichtverteilung erzeugen. So ist es denkbar, dass eine erste, beispielsweise horizontal
ausgerichtete Lichtleiter-Anordnung ein Abblendlicht-Grundlicht mit einer horizontalen
Helldunkelgrenze erzeugt, die auf einem in einem Abstand zu dem Kraftfahrzeug angeordneten
Messschirm im Wesentlichen parallel zu und knapp unterhalb einer Horizontalen verläuft.
Eine weitere Lichtleiter-Anordnung, die schräg zu der ersten Lichtleiter-Anordnung,
vorzugsweise in einem 15°-Winkel zu dieser, angeordnet ist, könnte neben der ersten
Lichtleiter-Anordnung angeordnet sein. Die weitere Lichtleiter-Anordnung könnte eine
abgeblendete Lichtverteilung mit einer ausgehend von der horizontalen Helldunkelgrenze
schräg ansteigenden Helldunkelgrenze erzeugen, die vorzugsweise in einem 15°-Winkel
ansteigt. Die weitere Lichtleiter-Anordnung könnte zur Erzeugung eines Abblendlichtspots
ausgebildet sein. Der Abblendlichtspot könnte den ansteigenden Teil einer der ECE-Regelung
entsprechenden Abblendlichtverteilung auf der eigenen Fahrbahnseite erzeugen. Die
beiden Lichtverteilungen zusammen erzeugen somit ein herkömmliches, den ECE-Regelungen
entsprechendes asymmetrisches Abblendlicht mit einem ersten horizontalen Abschnitt
auf der Gegenverkehrsseite (von der ersten Lichtleiter-Anordnung) und einem zweiten,
ansteigenden Abschnitt auf der eigenen Verkehrsseite (von der weiteren Lichtleiter-Anordnung).
[0023] Weitere Merkmale, Ausführungsformen und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung eines Kraftfahrzeugs gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform;
- Figur 2
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung als Teil einer Kraftfahrzeugbeleuchtungseinrichtung
gemäß einer bevorzugten Ausführungsform in einem Querschnitt;
- Figur 3
- die Lichtleiter-Anordnung aus Figur 2 in einer Ansicht von vorne entgegen einer Lichtaustrittsrichtung;
- Figur 4
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt;
- Figur 5
- Vergleich von Lichtleitern als Teil der erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung mit
unterschiedlich großen Querschnittsflächen beziehungsweise Tiefen;
- Figur 6
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
mit Lichtauskoppelelementen variabler Breite in einer Ansicht von vorne entgegen einer
Lichtaustrittsrichtung;
- Figur 7
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
mit einem Lichtleiter mit einer entlang einer Längserstreckung konstanten Querschnittsfläche
in einer Draufsicht;
- Figur 8
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
mit einer sich entlang der Längserstreckung verjüngenden Querschnittsfläche des Lichtleiters
in einer Draufsicht;
- Figur 9
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt;
- Figur 10
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt;
- Figur 11
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
mit einem sichelförmigen Lichtleiter in einer Draufsicht;
- Figur 12
- die Lichtleiter-Anordnung aus Figur 11 im Querschnitt;
- Figur 13
- die Lichtleiter-Anordnung aus Figur 11 mit Streuelementen auf eine Lichtdurchtrittsfläche
des sichelförmigen Lichtleiters gegenüber einem Linsenabschnitt in einer Draufsicht;
- Figur 14
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
im Querschnitt;
- Figur 15
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
mit einem gekrümmten Lichtleiter und gekrümmtem Linsenabschnitt in einer Draufsicht;
- Figur 16
- zwei nebeneinander angeordnete erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnungen, die zueinander
verkippt sind, und resultierende Lichtverteilungen auf einem Messschirm;
- Figur 17
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung mit zwei Abschnitten und einem Knick zwischen
den Abschnitten sowie von den Abschnitten erzeugte Lichtverteilungen auf einem Messschirm;
- Figur 18
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt;
- Figur 19
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt;
- Figur 20
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt;
- Figur 21
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt;
- Figur 22
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
in einem Querschnitt; und
- Figur 23
- eine erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
mit einem Zusatzprisma im unteren Bereich einer Lichtaustrittsfläche des Linsenabschnitts.
[0024] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung eines Kraftfahrzeugs
in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet. Die Beleuchtungseinrichtung
1 ist als ein Kraftfahrzeugscheinwerfer ausgebildet. Alternativ könnte die erfindungsgemäße
Beleuchtungseinrichtung auch als eine Kraftfahrzeugleuchte, beispielsweise als eine
Heck-, Front- oder Seitenleuchte, ausgebildet sein. Die Beleuchtungseinrichtung 1
umfasst ein Gehäuse 2, das vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt ist. Eine in Lichtaustrittsrichtung
3 der Beleuchtungseinrichtung 1 vorne im Gehäuse 2 ausgebildete Lichtaustrittsöffnung
4 ist mittels einer transparenten Abdeckscheibe 5 verschlossen. Die Abdeckscheibe
5 kann ohne optisch wirksame Elemente als klare Scheibe oder zumindest bereichsweise
mit optisch wirksamen Elementen (z.B. Zylinderlinsen oder Prismen) als Streuscheibe
ausgebildet sein.
[0025] Im Inneren des Gehäuses 2 kann mindestens ein Lichtmodul angeordnet sein. In Figur
1 sind beispielhaft zwei Lichtmodule 6, 7 gezeigt. Die Lichtmodule 6, 7 können fest
oder verschwenkbar in dem Gehäuse 2 angeordnet sein. Insbesondere können die Lichtmodule
6, 7 zur Realisierung einer Leuchtweitenregelung um eine horizontale Achse und/oder
zur Realisierung einer Kurvenlichtfunktion um eine vertikale Achse verschwenkbar in
dem Gehäuse 2 gelagert sein. Die Lichtmodule 6, 7 können zur Erzeugung einer Scheinwerfer-Lichtverteilung
oder eines Teils davon ausgebildet sein. So ist es beispielsweise denkbar, dass die
Lichtmodule 6, 7 entweder einzeln oder im Zusammenwirken miteinander eine oder mehrere
der folgenden Lichtverteilungen erzeugen: Abblendlicht, Fernlicht, Nebellicht, oder
eine beliebige adaptive Lichtverteilung, die in Abhängigkeit von Parametern des Kraftfahrzeugs
und/oder von Witterungsverhältnissen in der Umgebung des Kraftfahrzeugs variiert wird.
Beispiele für eine adaptive Lichtverteilung sind Stadtlicht, Landstraßenlicht, Autobahnlicht,
Schlechtwetterlicht, Teilfernlicht, das einem Fernlicht entspricht, in dem Bereiche,
wo andere Verkehrsteilnehmer vor dem Kraftfahrzeug detektiert wurden, abgeschattet
sind, oder ein Markierungslicht, bei dem vor dem Kraftfahrzeug detektierte Objekte
gezielt mit einem räumlich begrenzten Lichtstrahl, der vorzugsweise oberhalb einer
horizontalen Helldunkelgrenze einer abgeblendeten Lichtverteilung angeordnet ist,
angestrahlt werden. Die Lichtmodule 6, 7 können als Reflexionsmodule oder als Projektionsmodule
ausgebildet sein.
[0026] Ebenfalls im Inneren des Gehäuses 2 der Beleuchtungseinrichtung 1 ist eine lediglich
beispielhaft und nur schematisch gezeigte erfindungsgemäße Lichtleiter-Anordnung angeordnet,
die in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet ist. Die Lichtleiter-Anordnung
10 kann in dem Gehäuse 2 fest oder in horizontaler und/oder vertikaler Richtung verschwenkbar
angeordnet sein. Auf diese Weise kann auch mit der Lichtleiter-Anordnung 10 eine Kurvenlichtfunktion
und/oder eine Leuchtweiteregelung realisiert werden. Die Lichtleiter-Anordnung 10
weist eine Längserstreckung 11 auf, die im Wesentlichen horizontal ausgerichtet ist
und bei in ein Kraftfahrzeug eingebautem Scheinwerfer 1 im Wesentlichen quer zu einer
Fahrzeuglängsachse verläuft. Die Lichtleiter-Anordnung 10 dient zur Erzeugung einer
abgeblendeten Lichtverteilung mit einer im Wesentlichen horizontalen Helldunkelgrenze.
Im Wesentlichen horizontal bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Helldunkelgrenze
zumindest abschnittsweise horizontal verläuft. Mit umfasst ist dabei auch eine sogenannte
asymmetrische Helldunkelgrenze, wie sie beispielsweise gemäß den einschlägigen ECE-Regelungen
innerhalb der Europäischen Union vorgeschrieben ist. Eine asymmetrische Helldunkelgrenze
umfasst einen horizontalen Abschnitt, der eine Gegenverkehrsfahrbahn umfasst. Durch
den horizontalen Abschnitt der Helldunkelgrenze wird eine Blendung entgegenkommender
Verkehrsteilnehme vermieden. Auf der eigenen Verkehrsseite weist die asymmetrische
Helldunkelgrenze einen höheren Abschnitt auf, um die Sicht für den Fahrer des Kraftfahrzeugs
zu verbessern. Der höhere Abschnitt der Helldunkelgrenze hat vorzugsweise ebenfalls
einen horizontalen Verlauf. Es ist aber auch denkbar, dass der höhere Abschnitt der
asymmetrischen Helldunkelgrenze einen schräg ansteigenden Verlauf aufweist und ausgehend
von dem horizontalen Abschnitt beispielsweise in einem 15°-Winkel ansteigt. Zwischen
dem horizontalen Abschnitt auf der Gegenverkehrsseite und dem erhöhten Abschnitt auf
der eigenen Verkehrsseite kann ein Zwischenabschnitt der asymmetrischen Helldunkelgrenze
vorgesehen sein, der beispielsweise senkrecht oder schräg, insbesondere in einem 15°-Winkel,
verläuft.
[0027] Besonders bevorzugt ist die Lichtleiter-Anordnung 10 zur Erzeugung eines Abblendlicht-Grundlichts
ausgebildet, das über seine gesamte Breite eine horizontale Helldunkelgrenze aufweist,
die auf einem in einem Abstand zu dem Scheinwerfer 1 angeordneten Messschirm knapp
unterhalb und parallel zu einer Horizontalen verläuft. Ferner hat das Abblendlicht-Grundlicht
eine relativ große horizontale Erstreckung und keine ausgeprägten, räumlich begrenzten
Intensitätsmaxima. Das Abblendlicht-Grundlicht kann Teil einer herkömmlichen Abblendlichtverteilung
gemäß ECE-Regelung mit asymmetrischer Helldunkelgrenze sein. Das Abblendlicht-Grundlicht
kann zur Realisierung des ECE-Abblendlichts durch einen sogenannten Abblendlicht-Spot
überlagert werden, der eine geringere Breite als das Abblendlicht-Grundlicht, ausgeprägte
Intensitätsmaxima im Zentrum des Abblendlicht-Spots und eine schräg ansteigende Helldunkelgrenze
aufweist. Durch den Abblendlicht-Spot werden die Intensitätsmaxima im Zentrum der
resultierenden Abblendlichtverteilung gemäß ECE-Regelung sowie der höhere Abschnitt
der Helldunkelgrenze auf der eigenen Verkehrsseite erzeugt. Das Abblendlicht-Grundlicht
sorgt dagegen für eine ausreichende Seitenausleuchtung der resultierenden Abblendlicht-Verteilung
gemäß ECE-Regelung.
[0028] Anhand der Figuren 2 und 3 wird ein erstes bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung 10 näher erläutert. In diesem Ausführungsbeispiel
ist die Lichtleiter-Anordnung 10 einteilig ausgebildet, das heißt ein Lichtleiterabschnitt
12 zum Transport von eingekoppeltem Licht entlang der Längserstreckung 11 der Lichtleiter-Anordnung
10 und zum Auskoppeln des Lichts aus dem Lichtleiterabschnitt 12 sowie ein Linsenabschnitt
13 zum Abbilden des Lichts aus dem Lichtleiterabschnitt 12 auf der Fahrbahn vor dem
Kraftfahrzeug zur Erzeugung der gewünschten resultierenden abgeblendeten Lichtverteilung
sind als ein gemeinsames, integrales Bauteil ausgebildet.
[0029] Die Lichtleiter-Anordnung 10 umfasst mindestens eine Lichtquelle 14, die eine oder
mehrere Halbleiterlichtquellen, insbesondere in Form von Leuchtdioden (LEDs) umfasst.
Die Lichtleiter-Anordnung 10 weist einen Lichteinkoppelabschnitt 15 mit mindestens
einer Lichteintrittsfläche 16 zum Einkoppeln zumindest eines Teils des von der mindestens
einen Lichtquelle 14 ausgesandten Lichts auf. Ferner umfasst die Lichtleiter-Anordnung
10 einen Lichtauskoppelabschnitt 17 mit einer Vielzahl von entlang einer Rückseite
der Lichtleiter-Anordnung 10 angeordneten Lichtauskoppelelementen 18 zum Umlenken
zumindest eines Teils des eingekoppelten Lichts in Richtung des Linsenabschnitts 13
der Lichtleiter-Anordnung 10. Der Linsenabschnitt 13 hat eine im Querschnitt quer
zur Längserstreckung 11 (vgl. Fig. 2) konvexe linsenförmige Lichtaustrittsfläche 19,
über die von dem Auskoppelabschnitt 17 umgelenktes Licht aus der Lichtleiter-Anordnung
10 austritt. In dem dargestellten Beispiel umfasst der Linsenabschnitt 13 beispielsweise
eine Zylinderlinse. Die Zylinderlinse kann über ihre Längserstreckung 11 identische,
aber auch unterschiedliche Brennweiten aufweisen. Der Linsenabschnitt 13 hat in einem
Querschnitt betrachtet einen ersten objektseitigen Brennpunkt 20 sowie einen zweiten
bildseitigen Brennpunkt 21. Alle ersten Brennpunkte 20 des Linsenabschnitts 13 der
verschiedenen Querschnitte entlang der Längserstreckung 11 der Lichtleiter-Anordnung
10 liegen auf einer Brennlinie. Falls der Linsenabschnitt 13 über seine Längserstreckung
11 hinweg gleiche Brennweiten aufweist, ist die Brennlinie eine Gerade. Falls die
Brennweiten über die Längserstreckung 11 des Linsenabschnitts 13 variieren, bildet
die Brennlinie eine beliebig andere gebogene Linie. Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden
Erfindung besteht darin, dass in einem Querschnitt der Lichtleiter-Anordnung 10 betrachtet,
der erste Brennpunkt 20 des Linsenabschnitts 13 bzw. der Lichtaustrittsfläche 19 auf
Höhe einer Unterkante eines Auskoppelelements 18 des Auskoppelabschnitts 17 liegt.
Der Brennpunkt 20 liegt also auf gleicher Höhe wie die Unterkante des Auskoppelelements
18. Dadurch bildet der Linsenabschnitt 13 beziehungsweise die Lichtaustrittsfläche
19 die Unterkante des Auskoppelelements 18 als Teil einer horizontalen Helldunkelgrenze
der resultierenden abgeblendeten Lichtverteilung auf der Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug
scharf ab. Auf diese Weise kann mit der Lichtleiter-Anordnung 10 eine Helldunkelgrenze
erzeugt werden, deren Verlauf im Wesentlichen parallel zu der Längserstreckung 11
der Lichtleiter-Anordnung 10 ist. Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn die ersten
Brennpunkte 20 verschiedener Querschnitte der Lichtaustrittsfläche 19 beziehungsweise
des Linsenabschnitts 13 auf einer Brennlinie liegen, die entlang der Unterkante der
Auskoppelelemente 18 verläuft, so dass die Lichtaustrittsfläche 19 beziehungsweise
der Linsenabschnitt 13 die Unterkante der Auskoppelelemente 18 als horizontale Helldunkelgrenze
der resultierenden abgeblendeten Lichtverteilung abbildet. Somit ist die Relation
von objektseitigem Brennpunkt 20 und bildseitigem Brennpunkt 21 beschrieben. Die beiden
Brennpunkte 20, 21 repräsentieren die Abbildung auf der optischen Achse 22 des Linsenabschnitts
13. Der objektseitige Brennpunkt 20 kann auf der Unterkante eines Auskoppelelements
18 liegen.
[0030] Insbesondere wird vorgeschlagen, dass der erste Brennpunkt 20 auf einer in Lichtaustrittsrichtung
3 gerichteten Vorderseite des Auskoppelelements 18 liegt. Ferner liegt im Querschnitt
betrachtet ein zweiter Brennpunkt 21 in einem großen Abstand zu der Lichtaustrittsfläche
19 des Linsenabschnitts 13 beziehungsweise sogar im Unendlichen.
[0031] Während die Unterkanten der einzelnen Auskoppelelemente 18 vorzugsweise in einer
gemeinsamen, vorzugsweise horizontal ausgerichteten Ebene liegen, kann eine Höhe h
der einzelnen Auskoppelelemente 18 beliebig variiert werden. Durch Variation der Höhe
h der Auskoppelelemente 18 kann eingestellt werden, wie weit die resultierende abgeblendete
Lichtverteilung nach unten strahlt, das heißt wie nah an das Kraftahrzeug heran das
Vorfeld des Fahrzeugs ausgeleuchtet wird. Größere Höhen h der Auskoppelelemente 18
führen zu einer stärkeren Ausleuchtung des Vorfelds bis dichter an die Fahrzeugfront
heran.
[0032] Der Lichteinkoppelabschnitt 15 kann besonders geformt sein, um die Lichtverteilung
in dem Lichtleiterabschnitt 12 zu beeinflussen. Zum Beispiel wäre es denkbar, dass
der Einkoppelabschnitt 15 ausgehend von der Eintrittsfläche 16 konisch auseinanderlaufende
Reflexionsflächen aufweist (vgl. Figur 3), um das Licht zu kollimieren. Ebenso wäre
es denkbar, dass der Einkoppelabschnitt 15 gekrümmt ausgebildet ist.
[0033] Durch unterschiedlich hohe Auskoppelelemente 18 lässt sich die resultierende abgeblendete
Lichtverteilung hinsichtlich Intensitätsmaxima, vertikaler Breite und vertikalem Verlauf
der Intensitätsverteilung beeinflussen. In Figur 3 sind beispielsweise Auskoppelelemente
18 mit unterschiedlichen Höhen h gezeigt, wobei Auskoppelelemente 18' die größte Höhe
h
1, Auskoppelelemente 18" mittlere Höhen h
2 und Auskoppelelemente 18'" kleinere Höhen h
3 aufweisen (h
1 > h
2 > h
3). Es ist deutlich zu erkennen, das die Unterkanten der Auskoppelelemente 18', 18",
18'" auf einer gemeinsamen Ebene liegen.
[0034] Die Auskoppelelemente 18 sind beispielsweise als Auskoppelprismen ausgebildet, die
eine Längserstreckung aufweisen, die vorzugsweise senkrecht zu einer eine optische
Achse 22 der Lichtleiter-Anordnung 10 umfassenden Horizontalebene verläuft. Eine Längserstreckung
der Auskoppelprismen 18 ist in Figur 3 beispielhaft mit dem Bezugszeichen 23 bezeichnet.
Die Längserstreckung 23 der Auskoppelprismen 18 verläuft senkrecht zu der Längserstreckung
11 der Lichtleiter-Anordnung 10.
[0035] In Figur 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung
10 gezeigt. Dabei sind der Lichtleiterabschnitt 12 und der Linsenabschnitt 13 als
separate Bauteile ausgebildet. Die beiden Abschnitte 12, 13 sind vorzugsweise entlang
einer vertikalen Schnittebene voneinander separiert. Die Schnittebene verläuft senkrecht
zur Lichtaustrittsrichtung 3 der Anordnung 10 und senkrecht zu der die optische Achse
22 umfassenden Horizontalebene. Zwischen den beiden Abschnitten 12, 13 ist vorzugsweise
ein Luftspalt 24 ausgebildet. Das heißt, das entlang des Lichtleiterabschnitts 12
transportierte und mittel der Auskoppelelemente 18 umgelenkte Licht tritt über eine
dem Auskoppelabschnitt 17 gegenüberliegende Lichtdurchtrittsfläche 24' des Lichtleiter-Abschnitts
12 aus diesem aus. Das ausgetretene Licht tritt nach dem Durchqueren des Luftspalts
24 dann über eine Lichtdurchtrittsfläche 24" des Linsenabschnitts 13 in diesen ein.
Die körperliche Unterteilung der Lichtleiter-Anordnung 10 in die Abschnitt 12, 13
kann die Effizienz der Lichtleiter-Anordnung 10 deutlich verbessert werden. Der Lichtleiterabschnitt
12 dient dabei ausschließlich zum Transportieren des eingekoppelten Lichts entlang
der Längserstreckung 11 der Lichtleiter-Anordnung 10 sowie zum Auskoppeln des eingekoppelten
Lichts. Das in dem Lichtleiterabschnitt 12 entlang der Längserstreckung 11 der Lichtleiter-Anordnung
10 transportierte eingekoppelte Licht wird vorzugsweise mittels Totalreflexion an
den äußeren Grenzflächen des Lichtleiterabschnitts 12 reflektiert. Wenn die Lichtstrahlen
auf ein Auskoppelelement 18 des Auskoppelabschnitts 17 treffen, werden sie so umgelenkt,
dass sie steiler auf die äußeren Grenzflächen treffen und durch diese hindurch aus
dem Lichtleiterabschnitt 12 austreten. Selbstverständlich ist es auch denkbar, die
äußeren Grenzflächen des Lichtleiterabschnitts 12 zumindest bereichsweise verspiegelt
auszugestalten.
[0036] Demgegenüber dient der Linsenabschnitt 13 lediglich zum Abbilden des aus dem Lichtleiterabschnitt
12 ausgetretenen Lichts auf der Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug und zur Erzeugung der
resultierenden Lichtverteilung. Auch bei dieser Ausführungsform hat der Linsenabschnitt
13 im Querschnitt betrachtet (vgl. Figur 4) einen ersten Brennpunkt 20, der auf Höhe
der Unterkante der Auskoppelelemente 18 des Auskoppelabschnitts 17 und vorzugsweise
auf der Vorderseite der Auskoppelelemente 18 angeordnet ist. Ein zweiter Brennpunkt
21 des Linsenabschnitts 13 liegt im Unendlichen beziehungsweise in einer großen Entfernung
zu der Lichtaustrittsfläche 19. Auf diese Weise kann der Linsenabschnitt 13 die Unterkanten
der Lichtauskoppelelemente 18 als Helldunkelgrenze der resultierenden Lichtverteilung
scharf im Unendlichen abbilden.
[0037] Durch die Zweiteilung der Lichtleiter-Anordnung 10 in die Abschnitt 12, 13 wird der
Bereich (der Lichtleiterabschnitt 12), in dem sich das eingekoppelte Licht entlang
der Längserstreckung 11 der Lichtleiter-Anordnung 10 ausbreiten kann, reduziert und
das Licht trifft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit und damit auch mit einer größeren
Häufigkeit auf eines der Auskoppelelemente 18 und wird aus dem Lichtleiterabschnitt
12 ausgekoppelt. Generell gilt, je geringer eine Tiefe t des Lichtleiterquerschnitts
in Lichtaustrittsrichtung 3 ist, desto mehr Licht wird auf gleicher Länge 1 in der
Längserstreckung 11 gesehen ausgekoppelt. Dieses Prinzip wird anhand der Figur 5 veranschaulicht.
Figur 5 zeigt zwei Lichtleiter 12' und 12", die unterschiedliche Tiefen t
1 und t
2 aufweisen. Die Längen l
1 und l
2 der beiden Lichtleiter 12', 12" sind identisch (l
1 = l
2 und t
1 < t
2). Es ist deutlich zu erkennen, dass ein entlang der Längserstreckung 11 der Lichtleiter
12', 12" transportierter Lichtstrahl häufiger auf den Auskoppelabschnitt 17 trifft,
wenn die Tiefe t des Lichtleiters 12 klein ist. In dem dargestellten Beispiel trifft
der beispielhaft eingezeichnete Lichtstrahl 11' bei dem schmaleren Lichtleiter mit
der Tiefe t
1 zweimal auf den Auskoppelabschnitt 17, wohingegen der Lichtstrahl 11" bei dem tieferen
Lichtleiter 12" mit der Tiefe t
2 lediglich einmal auf den Auskoppelabschnitt 17 trifft. Durch den schmaleren Lichtleiter
12' mit der geringeren Tiefe t
1 kann also auf gleicher Länge l
1 = l
2 mehr Licht ausgekoppelt werden.
[0038] Figur 6 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Lichtleiter-Anordnung 10, die Auskoppelelemente
18 mit variabler Breite aufweist. Die Lichtleiter-Anordnung 10 ist in Figur 6 von
vorne, das heißt entgegen einer Lichtaustrittsrichtung 3, gezeigt.
[0039] In den Figuren 7 und 8 sind andere Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung
10 in einer Draufsicht gezeigt. Dabei ist die Lichtleiter-Anordnung 10 zweiteilig
ausgebildet und weist einen Lichtleiterabschnitt 12 und einen separaten Linsenabschnitt
13 auf, zwischen denen ein Luftspalt 24 ausgebildet ist. Der Lichtleiterabschnitt
12 aus Figur 7 weist eine über die Längserstreckung 11 der Lichtleiter-Anordnung 10
gesehen konstante Tiefe t auf. Im Gegensatz dazu weist bei der Lichtleiter-Anordnung
10 aus Figur 8 der Lichtleiterabschnitt 12 eine sich ausgehend von der Lichteintrittsfläche
16 beziehungsweise dem Lichteinkoppelabschnitt 15 über die Längserstreckung 11 sich
verjüngende Tiefe t auf. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass bis zum
Ende des Lichtleiterabschnitts 12, das der Lichteintrittsfläche 16 gegenüberliegt,
das gesamte in den Lichtleiterabschnitt 12 eingekoppelte Licht aus diesem ausgekoppelt
worden ist. Dadurch kann die Effizienz der Anordnung 10 verbessert werden.
[0040] In Figur 9 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung
10 dargestellt. Zur weiteren Verbesserung der Effizienz der Lichtleiter-Anordnung
10 weist der Lichtleiterabschnitt 12 eine verringerte Höhe auf, die der Höhe h der
Auskoppelelemente 18 des Auskoppelabschnitts 17 entspricht. Dabei ist also an der
Rückseite des Lichtleiterabschnitts 12 der Lichtauskoppelabschnitt 17 mit den Lichtauskoppelelementen
18 über die gesamte Höhe der Rückseite ausgebildet. Eine Besonderheit dieser Ausführungsform
sieht vor, dass in einem Querschnitt des Linsenabschnitts 13 der erste Brennpunkt
20 zwar immer noch auf der Unterkante der Auskoppelelemente 18, aber nicht auf der
Vorderseite der Auskoppelelemente 18, sondern auf einer vorderen Lichtdurchtrittsfläche
24' des Lichtleiterabschnitts 12 angeordnet ist. Die Unterkante der Lichtdurchtrittsfläche
24' des Lichtleiterabschnitts 12 wird durch den Linsenabschnitt 13 also zur Erzeugung
der Helldunkelgrenze der resultierenden Lichtverteilung scharf im Unendlichen abgebildet.
[0041] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung
10 wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren 11 bis 13 näher erläutert. Dabei
ist die Anordnung 10 ebenfalls mehrteilig ausgebildet und weist einen Lichtleiterabschnitt
12 und einen davon separaten Linsenabschnitt 13 auf. Der Lichtleiterabschnitt 12 ist
statt stabförmig (vgl. Figuren 2 bis 10) sichelförmig ausgebildet. Eine solche Lichtleiter-Anordnung
10 ist bspw. aus der
DE 10 2011 018 508 bekannt, auf die hinsichtlich Aufbau und Funktionsweise des sichelförmigen Lichtleiters
12 bzw. der gesamten Lichtleiter-Anordnung 10 Bezug genommen wird. Der Inhalt der
DE 10 2011 018 508 wird durch Bezugnahme in die vorliegenden Anmeldung aufgenommen. Der sichelförmige
Lichtleiter 12 weist mindestens eine, der Halbleiterlichtquelle 14 zugewandte Lichteintrittsfläche
16 auf, über die zumindest ein Teil des von der Halbleiterlichtquelle 14 ausgesandten
Lichts in den Lichtleiter 12 eingekoppelt wird. Die Lichteintrittsfläche 16 verläuft
vorzugsweise senkrecht zu einer Hauptabstrahlrichtung der Halbleitlichtquelle 14,
sie kann aber auch zu der Hauptabstrahlrichtung geneigt sein.
[0042] Ferner umfasst der sichelförmige Lichtleiterabschnitt 12 zwei jeweils eine Grundfläche
bildende, einander gegenüberliegende Grenzflächen 25 mit totalreflektierenden Eigenschaften
zur Reflexion zumindest eines Teils des eingekoppelten Lichts. In der Draufsicht (Figuren
11 und 13) ist lediglich die obere der beiden Grenzflächen 25 sichtbar. An den Grenzflächen
25 werden vor allem flach auftreffende Lichtstrahlen durch Totalreflexion reflektiert.
Des Weiteren umfasst der Lichtleiter 12 im Bereich des Lichteinkoppelabschnitts 15
mindestens ein Kollimatorelement 26 zum Bündeln zumindest eines Teils des eingekoppelten
Lichts. Das Kollimatorelement 26 weist eine in der Draufsicht betrachtet (vgl. Figuren
11 und 13) parabelförmige Reflexionsfläche auf. In einem Querschnitt senkrecht zu
der Zeichenebene der Figuren 11 und 13 hat das Kollimatorelement 26 entweder eine
ebene oder eine gewölbte Form. An dem Kollimatorelement 26 können auftreffende Lichtstrahlen
mittels Totalreflexion oder konventioneller Spiegelreflexion reflektiert werden. Außerdem
weist der Lichtleiter 12 eine Lichtdurchtrittsfläche 24' auf (vgl. Figur 13, Ausschnitt
A), durch die steil auftreffende Lichtstrahlen ausgekoppelt werden. Schließlich umfasst
der Lichtleiter 12 einen Auskoppelabschnitt 17 zum Umlenken zumindest eines Teils
des eingekoppelten Lichts in Richtung der Lichtdurchtrittsfläche 24'. Der Lichtauskoppelabschnitt
17 umfasst eine Vielzahl von Auskoppelelementen 18, die bspw. als Prismen, Reflektorflächen
oder Umlenkspiegel ausgebildet sind, die das Licht in Richtung der Lichtdurchtrittsfläche
24' umlenken.
[0043] Das Umlenken des Lichts an dem Lichtauskoppelelement 17 kann entweder durch normale
Spiegelung oder aber auch durch Totalreflexion erfolgen. Bei einer Reflexion durch
Spiegelung ist die Außenseite des Lichtleiters 12 im Bereich der Lichtauskoppelelemente
18 vorzugsweise mit einer spiegelnden Beschichtung versehen. Im Strahlengang des ausgekoppelten
Lichts ist der Linsenabschnitt 13 zur Strahlformung angeordnet. Der Linsenabschnitt
13 ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel als eine Zylinderlinse mit einer Längserstreckung
11 ausgebildet.
[0044] Ein Schnitt durch den sichelförmigen Lichtleiterabschnitt 12 in der Zeichenebene
der Figuren 11 und 13 wird auch als Meridionalschnitt bezeichnet. Ein Schnitt durch
den sichelförmigen Lichtleiter 12 in der Zeichenebene der Figur 12, also senkrecht
zur Zeichenebene der Figuren 11 und 13, wird auch als Sagittalschnitt bezeichnet.
Der Meridionalschnitt verläuft somit entlang einer Längs- oder Flächenerstreckung
des Lichtleiters 12. Der Sagittalschnitt verläuft entlang einer Quererstreckung des
Lichtleiters 12. Der Meridionalschnitt und der Sagittalschnitt verlaufen senkrecht
zueinander. Sowohl der Meridionalschnitt als auch der Sagittalschnitt enthalten die
optischen Achsen des Lichtleiters 12. Der sichelförmige Lichtleiter 12 umfasst verschiedene
optische Achsen, beispielsweise eine Hauptabstrahlrichtung 27 der Halbleiterlichtquelle
14, die einer Lichteinkoppelrichtung des Lichts in den Lichtleiter 12 entspricht,
eine optische Achse 22 des Lichtleiters 12, sowie die Lichtaustrittsrichtung 3.
[0045] Nachfolgend wird die Funktionsweise des sichelförmigen Lichtleiterabschnitts 12 bzw.
der erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung 10 näher beschrieben. Die mindestens eine
Halbleiterlichtquelle 14 sendet ein Lichtbündel in der Hauptabstrahlrichtung 27 in
einen 180°-Halbraum oberhalb der Lichtquelle 14 aus. Zumindest ein Teil der ausgesandten
Lichtstrahlen tritt als divergentes Strahlbündel 28' durch die Lichteintrittsfläche
16 in den Lichtleiter 12 ein und trifft dann auf das Kollimatorelement 26. Beim Eintritt
der Lichtstrahlen in den Lichtleiter 12 wird das Licht an der Eintrittsfläche 16 gebrochen.
Der entsprechende Strahlengang im Meridionalschnitt ist in Figur 11 beispielhaft eingezeichnet.
Durch das Kollimatorelement 26 wird das zunächst divergente Strahlenbündel 28' im
Meridionalschnitt bestmöglich kollimiert (parallelisiert), d.h. die Diagonale des
Strahlenbündels wird reduziert. In Figur 11 sind die parallelisierten Lichtstrahlen
28" gut zu erkennen.
[0046] Die auf diese Weise gerichteten Lichtstrahlen 28" breiten sich im Meridionalschnitt
des Lichtleiters 12 weitgehend geradlinig aus. Im Sagittalschnitt sind die Lichtstrahlen
28" jedoch vorzugsweise noch nicht gebündelt oder parallelisiert, insbesondere wenn
das Kollimatorelement 26 eine im Querschnitt ebene Fläche ist, so dass die Lichtstrahlen
28" auf ihrem Weg von dem Kollimatorelement 26 zu dem Auskoppelabschnitt 17 einmal
oder mehrfach zwischen den gegenüberliegenden Grenzflächen 25 des Lichtleiters 12
reflektiert werden können. Die Lichtstrahlen 28" treffen auf den Lichtauskoppelabschnitt
17 bzw. die dort ausgebildeten Auskoppelelemente 18. In dem dargestellten Beispiel
sind die Auskoppelelemente 18 als treppenstufenartig angeordnete Umlenkspiegel ausgebildet,
die um etwa 45° zur Haupt-Lichtaustrittsrichtung 3 geneigt sind. Der Lichtauskoppelabschnitt
17 lenkt den Strahlengang 28" um, so dass die umgelenkten Lichtstrahlen 28'" in etwa
senkrecht auf die Lichtdurchtrittsfläche 24' des Lichtleiterabschnitts 12 treffen
und aus dem Lichtleiter 12 austreten. Die ausgetretenen Lichtstrahlen treten über
die Lichtdurchtrittsfläche 24" des Linsenabschnitts 13 in diesen ein. Da die Lichtstrahlen
28'" im Meridionalschnitt weitgehend parallel verlaufen, erfolgt durch den Linsenabschnitt
13 im Meridionalschnitt praktisch keine Bündelung des hindurchtretenden Lichts. Der
Linsenabschnitt 13 bildet die Unterkanten der Auskoppelelemente 17 als Helldunkelgrenze
der abgeblendeten Lichtverteilung scharf im Unendlichen oder in großer Entfernung
zu der Lichtleiter-Anordnung 10 ab.
[0047] Im Sagittalschnitt betrachtet werden die von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle
14 ausgesandten Lichtstrahlen beim Eintritt in den Lichtleiter 12 an der Eintrittsfläche
16 gebrochen und das divergente Strahlbündel im Lichtleiter 12 durch eine Vielzahl
von Totalreflexionen zwischen den beiden näherungsweise parallelen Grenzflächen 25
des Lichtleiters 12 weitergeleitet. Im Sagittalschnitt wird das eingekoppelte Licht
also zwischen zwei weitgehend parallelen Flächen 25 in der für Lichtleiter typischen
Weise mittels vielfacher Totalreflexionen geführt. Die Lichtstrahlen treffen schließlich
auf den Lichtauskoppelabschnitt 17 bzw. die Reflektoren/Umlenkspiegel 18, werden in
Richtung der Lichtdurchtrittsfläche 24' umgelenkt und treten durch diese aus dem Lichtleiter
12 aus.
[0048] Der Durchtritt der Lichtstrahlen 28'" durch die Durchtrittsfläche 24' erfolgt dabei
im Sagittalschnitt betrachtet schräg oder geneigt zu der Fläche 24', so dass das ausgekoppelte
Licht im Sagittalschnitt ein divergentes Lichtbündel bildet. Der in Lichtaustrittsrichtung
3 dem Lichtleiterabschnitt 12 nachgeordnete Linsenabschnitt 13 bündelt die ausgekoppelten
Lichtstrahlen 28'" im Sagitallschnitt. Beim Durchtritt des Lichts durch den Linsenabschnitt
13 verkleinert sich also der Öffnungswinkel der Lichtbündel durch die Zylinderlinse
13. Mit der erfindungsgemäßen Lichtleiter-Anordnung 10 ist es also möglich, das Bündel
des eingekoppelten Lichts 28' im Meridionalschnitt mit Hilfe des Kollimatorelements
26 am Lichteinkoppelabschnitt 15 gut zu bündeln, während im Sagittalschnitt weitgehend
keine Fokussierung innerhalb des Lichtleiterabschnitts 12 stattfindet.
[0049] Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass das Kollimatorelement 26 nicht nur im
Meridionalschnitt, sondern auch im Sagittalschnitt auftreffende Lichtstrahlen bündelt.
Dazu kann das Kollimatorelement 26 auch im Querschnitt bspw. die Form einer Parabel
oder eines Kreisabschnitts aufweisen. Vorzugsweise ist das Kollimatorelement 26 im
Querschnitt konvex gewölbt. In der Folge würden die reflektierten Lichtstrahlen 28"
auch im Sagittalschnitt gebündelt werden und bspw. sogar im Wesentlichen parallel
zueinander verlaufen und auf ihrem Weg zu dem Auskoppelelement 17 - wenn überhaupt
- nur selten auf eine der Grenzflächen 25 treffen und von diesen reflektiert werden.
[0050] Die Lichtleiter-Anordnung 10 gemäß diesem Ausführungsbeispiel hat den Vorteil, dass
es aufgrund des sehr gerichteten Strahlengangs im Meridionalschnitt (vgl. Figur 11)
durch gezielte Abstimmung des Kollimatorelements 26 und des Auskoppelabschnitts 17
möglich ist, eine sehr gute Homogenität im Erscheinungsbild des Lichtleiterabschnitts
12 zu erreichen. Die Bündelung der Lichtstrahlen durch den Linsenabschnitt 13 im Sagittalschnitt
bewirkt eine Fokussierung und damit eine Verbesserung des optischen Wirkungsgrads
der Lichtleiter-Anordnung 10. Besonders vorteilhaft ist zudem, dass der Lichtleiterabschnitt
12 mit besonders kleinen Wandstärken (Abstand zwischen den Seitenflächen 25) realisiert
werden kann.
[0051] Auf zumindest einem Teil zumindest einer der Lichtdurchtrittsflächen 24'; 24" (vgl.
Figur 13) des Auskoppelabschnitts 17 bzw. des Lichtleiterabschnitts 12 und/oder des
Linsenabschnitts 13 können optisch wirksame Elemente 24'" angeordnet sein, die das
hindurchtretende Licht insbesondere in horizontaler Richtung streuen. In Figur 13
sind auf der Lichtdurchtrittsfläche 24' bespielhaft Streuoptiken 24'" in der Form
von Kissenoptiken oder Zylinderlinsen ausgebildet.
[0052] Figur 14 zeigt eine weitere Variante einer Lichtleiter-Anordnung 10 zur Erzeugung
einer abgeblendeten Lichtverteilung, bspw. eines Abblendlicht-Grundlichts, wobei auch
hier der Lichtleiterabschnitt 12 separiert von dem Linsenabschnitt 13 ausgebildet
ist. Der Linsenabschnitt 13 hat nicht die Form einer Zylinderlinse, sondern ist anders
ausgestaltet. Ferner ist der Linsenabschnitt 13 in einem größeren Abstand zu der Lichtdurchtrittsfläche
24' des Lichtleiterabschnitts 12 angeordnet. Zudem hat die Lichtleiter-Anordnung 10
einen Lichtleiterabschnitt 12 mit zwei übereinander angeordneten Kollimatorelementen
26, die mit 26' und 26" bezeichnet sind. Die Kollimatorelemente 26' und 26" lenken
das kollimierte Licht auf einen gemeinsamen Auskoppelabschnitt 17 eines gemeinsamen
Teils des Lichtleiterabschnitts 12. Auch hier ist der erste Brennpunkt 20 bzw. die
entsprechende Brennlinie des Linsenabschnitts 13 auf Höhe der Unterkante der Auskoppelelemente
18 des Auskoppelabschnitts 17 angeordnet. In dem dargestellten Beispiel ist der erste
Brennpunkt 20 bzw. die entsprechende Brennlinie auf der vorderen Lichtdurchtrittsfläche
24' des Lichtleiterabschnitts 12 positioniert.
[0053] Figur 15 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit in der die optische Achse 22 umfassenden
Horizontalebene gekrümmtem stabförmigem Lichtleiterabschnitt 12. Der Linsenabschnitt
13 ist in entsprechender Weise gekrümmt, so dass ein Luftspalt 24 zwischen den beiden
Abschnitten 12, 13 vorzugsweise über die gesamte Längserstreckung 11 der Lichtleiter-Anordnung
10 eine konstante Breite aufweist. Bei variierender Brennweite der verschiedenen Querschnitte
des Linsenabschnitts 13 kann der Linsenabschnitt 13 auch eine andere Krümmung aufweisen
als der Lichtleiterabschnitt 12, so dass der Abstand zwischen den beiden Abschnitten
12, 13 im Bereich des Luftspalts 24 entlang der Längserstreckung 11 ebenfalls variiert.
[0054] Es ist auch denkbar, in einer Beleuchtungseinrichtung 1 mehrere der einzeln beschriebenen
Lichtleiter-Anordnungen 10 nebeneinander oder übereinander anzuordnen. Ein solches
Ausführungsbeispiel mit zwei nebeneinander angeordneten Lichtleiter-Anordnungen 10
ist in Figur 16 gezeigt. Dabei ist eine der Lichtleiter-Anordnungen, nämlich die Lichtleiter-Anordnung
10', mit im Wesentlichen horizontaler Längserstreckung 11a in der Beleuchtungseinrichtung
1 angeordnet. Die andere Lichtleiter-Anordnung 10" ist mit in einem Winkel α verkippter
Längserstreckung 11b bezüglich der Längserstreckung 11a der ersten Lichtleiter-Anordnung
10' angeordnet. Der Winkel α beträgt vorzugsweise 15°. In einem Abstand zu der Beleuchtungseinrichtung
1 bzw. den Lichtleiter-Anordnungen 10', 10" ist ein Messschirm 29 angeordnet. Auf
dem Messschirm 29 ist eine Horizontale 30 und eine Vertikale 31 eingezeichnet. Obwohl
die Figuren 16 und 17 jeweils zwei Messschirme zeigen, handelt es sich immer um den
gleichen Messschirm 29, auf dem zum einen die durch die erste Lichtleiter-Anordnung
10' erzeugte Lichtverteilung 32 und zum anderen die von der zweiten Lichtleiter-Anordnung
10" erzeugte Lichtverteilung 33 dargestellt ist.
[0055] Die erste resultierende Lichtverteilung 32 ist ein Abblendlicht-Grundlicht, das eine
relativ große horizontale Streuung aufweist und so für eine gute Ausleuchtung der
Seitenbereiche sorgt. Das Abblendlicht-Grundlicht 32 hat eine horizontale Helldunkelgrenze,
die vollständig unterhalb der Horizontalen 30 verläuft. Bereiche gleicher Beleuchtungsstärke
sind durch sog. Isoluxlinien 34 bezeichnet. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich
ein Bereich 35 mit besonders großen Beleuchtungsstärkewerten dicht unterhalb der Helldunkelgrenze
und über einen Großteil der horizontalen Erstreckung der Lichtverteilung 32 erstreckt.
Das Abblendlicht-Grundlicht 32 weist also keine ausgeprägten Intensitätsmaxima auf.
Die zweite resultierende Lichtverteilung 33 ist ein Abblendlichtspot, der eine geringere
horizontale Erstreckung aufweist als das Abblendlicht-Grundlicht 32 und ausgeprägte
Intensitätsmaxima in einem zentralen Bereich 36 der Lichtverteilung 33. Außerdem hat
die Lichtverteilung 33 eine Helldunkelgrenze, die in einem 15°-Winkel zur Horizontalen
30 ansteigt und in etwa durch einen Schnittpunkt zwischen der Horizontalen 30 und
der Vertikalen 31 verläuft. Durch den Abblendlichtspot können besonders hohe Beleuchtungsstärkewerte
im Zentrum einer resultierenden Gesamt-Lichtverteilung erzielt werden.
[0056] Die beiden Lichtverteilungen 32, 33 überlagern sich zur Erzeugung der resultierenden
Gesamt-Lichtverteilung, bspw. einer asymmetrischen Abblendlichtverteilung nach der
ECE-Regelung. Selbstverständlich ist es denkbar, durch geeignete Ausgestaltung der
Lichtleiter-Anordnungen 10', 10" auch andere Lichtverteilungen 32, 33 zu erzeugen,
die sich dann zu anderen Gesamt-Lichtverteilungen überlagern, bspw. einer Abblendlichtverteilung
nach der SAE-Regelung (für USA), der TRIAS-Regelung (für Japan) oder der CCC-Regelung
(für China).
[0057] Die beiden separaten Lichtleiter-Anordnungen 10' und 10" aus Figur 16 können auch
zu einer gemeinsamen, abgeknickten Lichtleiter-Anordnung 10 mit Abschnitten 10'" und
10"" zusammengefasst sein. Ein solches Ausführungsbeispiel ist in Figur 17 gezeigt.
Dabei erzeugen die Abschnitte 10'", 10"" die Lichtverteilungen 32, 33 entsprechend
den Lichtleiter-Anordnungen 10', 10" in der oben beschriebenen Weise.
[0058] In Figur 18 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, wobei die
Lichtleiter-Anordnung 10 einen dünnen rechteckigen Lichtleiterabschnitt 12 mit einer
walzenartigen Lichtscheibe als Linsenabschnitt 13 zur Fokussierung hat.
[0059] In Figur 19 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, wobei die
Lichtleiter-Anordnung 10 einen dünnen rechteckigen Lichtleiterabschnitt 12 mit einem
fokussierenden Reflektor 13a zur Fokussierung hat.
[0060] In Figur 20 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, wobei die
Lichtleiter-Anordnung 10 einen dünnen rechteckigen Lichtleiterabschnitt 12 mit einer
walzenartigen Lichtscheibe als Linsenabschnitt 13 zur Fokussierung hat, wobei eine
Lichtaustrittsfläche der Lichtscheibe 13 bezüglich der optischen Achse 22 der Anordnung
10 verkippt ist.
[0061] In Figur 21 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, wobei die
Lichtleiter-Anordnung 10 zwei nebeneinander oder übereinander angeordnete dünne rechteckige
Lichtleiterabschnitte 12', 12" mit walzenartigen Lichtscheiben als Linsenabschnitte
13', 13" zur Fokussierung hat. Die beiden walzenartigen Lichtscheiben 13', 13" sind
zu einem gemeinsamen Bauteil zusammengefasst. Es wäre jedoch auch denkbar, dass sie
separat voneinander ausgebildet sind.
[0062] Um die resultierende Lichtverteilung 32, 33 der Lichtleiter-Anordnung 10 zu beeinflussen,
können verschiedenartige Strukturen, Ausnehmungen oder Ausbuchtungen an den Lichtleiterabschnitt
12 angebracht sein. Ein solches Beispiel ist in Figur 22 gezeigt. Die Lichtleiter-Anordnung
10 hat einen dünnen rechteckigen Lichtleiterabschnitt 12 mit einer walzenartigen Lichtscheibe
als Linsenabschnitt 13 zur Fokussierung. An der Oberseite des Lichtleiterabschnitts
12 ist eine Abflachung 12a zur Lichtverteilungsgestaltung ausgebildet.
[0063] Die resultierende Lichtverteilung 32, 33 der Lichtleiter-Anordnung 10 kann auch dadurch
beeinflusst werden, dass verschiedenartige Strukturen, Ausnehmungen oder Ausbuchtungen
an dem Linsenabschnitt 13 ausgebildet werden. Ein solches Beispiel ist in Figur 23
gezeigt. Der Linsenabschnitt 13 weist im unteren Bereich ein Zusatzprisma 13b zum
Formen der Lichtverteilung auf, durch das hindurchtretendes Licht nach unten, bspw.
in das Vorfeld, abgelenkt wird.
[0064] Ferner können die Auskoppelprismen 18 an dem Lichtauskoppelabschnitt 17 um eine Winkel
α bezüglich einer Vertikalen nach vorne (und unten) gekippt sein (vgl. Figuren 10
und 23). Dadurch kann Licht in der Lichtverteilung an eine gewünschte Position verlagert
werden. Mit dem Bezugszeichen 37 ist ein Haltezapfen bezeichnet.
1. Lichtleiter-Anordnung (10) zum Einsatz in einer Beleuchtungseinrichtung (1) eines
Kraftfahrzeugs, die mindestens eine Halbleiter-Lichtquelle (14) aufweist, die Lichtleiter-Anordnung
(10) umfassend:
- mindestens einen Lichteinkoppelabschnitt (15) mit mindestens einer Lichteintrittsfläche
(16) zum Einkoppeln zumindest eines Teils des von der mindestens einen Lichtquelle
(14) ausgesandten Lichts,
- einen Lichtauskoppelabschnitt (17) mit einer Vielzahl von entlang einer Rückseite
der Lichtleiter-Anordnung (10) angeordneten Lichtauskoppelelementen (18) zum Umlenken
zumindest eines Teils des eingekoppelten Lichts in Richtung eines Linsenabschnitts
(13) der Lichtleiter-Anordnung (10), und
- den Linsenabschnitt (13), der eine Längserstreckung (11) quer zu einer Lichtaustrittsrichtung
(3) der Lichtleiter-Anordnung (10) und eine in einem Querschnitt quer zur Längserstreckung
(11) konvexe linsenförmige Lichtaustrittsfläche (19) aufweist, über die zumindest
ein Teil des von dem Auskoppelabschnitt (17) umgelenkten Lichts aus der Lichtleiter-Anordnung
(10) austritt,
dadurch gekennzeichnet, dass im Querschnitt betrachtet ein erster Brennpunkt (20) des Linsenabschnitts (13) auf
Höhe einer Unterkante eines Auskoppelelements (18) und ein zweiter Brennpunkt (21)
in einem großen Abstand zu der Lichtaustrittsfläche (19), vorzugsweise im Unendlichen,
liegt, so dass der Linsenabschnitt (13) die Unterkante des Auskoppelelements (18)
als Teil einer horizontalen Helldunkelgrenze einer resultierenden abgeblendeten Lichtverteilung
(32; 33) der Lichtleiter-Anordnung (10) scharf abbildet.
2. Lichtleiter-Anordnung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Querschnitt betrachtet der erste Brennpunkt (20) des Linsenabschnitts (13) auf
einer in Lichtaustrittsrichtung (3) gerichteten Vorderseite des Auskoppelelements
(18) liegt.
3. Lichtleiter-Anordnung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere erste Brennpunkte (20) verschiedener Querschnitte des Linsenabschnitts (13)
auf einer Brennlinie liegen, die entlang der Unterkanten der Auskoppelelemente (18)
verläuft, so dass der Linsenabschnitt (13) die Unterkanten der Auskoppelelemente (18)
als horizontale Helldunkelgrenze der resultierenden abgeblendeten Lichtverteilung
scharf abbildet.
4. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Auskoppelelemente (18) als Prismen ausgebildet sind, deren Längserstreckung (23)
quer zur Längserstreckung (11) des Linsenabschnitts (13) und zur Lichtaustrittsrichtung
(3) der Lichtleiter-Anordnung (10) verläuft.
5. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Höhe (h) der Auskoppelelemente (18) derart gewählt ist, dass die resultierende
abgeblendete Lichtverteilung (32; 33) nach dem Austritt aus der Lichtleiter-Anordnung
(10) eine vorgegebene vertikale Erstreckung aufweist.
6. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Höhe (h) der Auskoppelelemente (18) unterschiedlich gewählt ist, wobei die Unterkanten
der Auskoppelelemente (18) alle auf der gleichen Höhe verlaufen.
7. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Höhe (h) der Auskoppelelemente (18) abwechselnd höher und niedriger gewählt
ist.
8. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Lichteinkoppelabschnitt (15) und der Lichtauskoppelabschnitt
(17) als ein integrales Bauteil (12) einteilig ausgebildet sind.
9. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Auskoppelabschnitt (17) und der Linsenabschnitt (13) als separate Bauteile ausgebildet
sind, wobei eine Unterteilung von Auskoppelabschnitt (17) und Linsenabschnitt (13)
entlang der Längserstreckung (11) des Linsenabschnitts (13) und quer zur Lichtaustrittsrichtung
(3) der Lichtleiter-Anordnung (10) verläuft.
10. Lichtleiter-Anordnung (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterteilung von Auskoppelabschnitt (17) und Linsenabschnitt (13) in einer vertikalen
Schnittebene parallel zur Längserstreckung (11) des Linsenabschnitts (13) verläuft.
11. Lichtleiter-Anordnung (10) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einer Lichtdurchtrittsfläche (24') des Auskoppelabschnitts (17), über die
das von den Auskoppelelementen (18) umgelenkte Licht aus dem Auskoppelabschnitt (17)
austritt, und einer Lichtdurchtrittsfläche (24") des Linsenabschnitts (13), über die
das aus dem Auskoppelabschnitt (17) ausgetretene Licht in den Linsenabschnitt (13)
eintritt, ein Luftspalt (24) ausgebildet ist.
12. Lichtleiter-Anordnung (10) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf zumindest einem Teil zumindest einer der Lichtdurchtrittsflächen (24'; 24") des
Auskoppelabschnitts (17) und/oder des Linsenabschnitts (13) optisch wirksame Elemente
(24'") angeordnet sind, die das hindurchtretende Licht insbesondere in horizontaler
Richtung streuen.
13. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtauskoppelabschnitt (17) eine Längserstreckung aufweist, die im Wesentlichen
parallel zu der Längserstreckung (11) des Linsenabschnitts (13) verläuft, und dass
eine Querschnittsfläche des Lichtauskoppelabschnitts (17), die quer zu dessen Längserstreckung
verläuft, ausgehend von dem Lichteinkoppelabschnitt (15) über die Längserstreckung
des Lichtauskoppelabschnitts abnimmt.
14. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Lichteinkoppelabschnitt (15) Mittel (26) zum Bündeln des eingekoppelten
Lichts aufweist.
15. Lichtleiter-Anordnung (10) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (26) zum Bündeln zu gegenüberliegenden Seiten einer Lichteintrittsfläche
(16) des mindestens einen Lichteinkoppelabschnitts (15) angeordnete, konisch auseinander
laufende reflektierende Flächen oder eine Vorsatzoptik aus einem transparenten Material
umfassen, die eine zentrale Linse und diese umgebende totalreflektierende Grenzflächen
aufweist, wobei eine Bündelung des eingekoppelten Lichts durch die Vorsatzoptik mittels
Brechung an einer Lichteintrittsfläche und/oder Totalreflexion an den Grenzflächen
erfolgt.
16. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtleiter-Anordnung (10) genau einen Lichteinkoppelabschnitt (15) aufweist
und dass der Einkoppelabschnitt (15) und der Lichtauskoppelabschnitt (17) als ein
flacher, sichelförmiger Lichtleiter (12) mit einer Flächenerstreckung ausgebildet
sind, die in einer Ebene verläuft, die parallel zur Lichtaustrittsrichtung (3) der
Lichtleiter-Anordnung (10) und senkrecht zum Querschnitt des Linsenabschnitts (13)
verläuft.
17. Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtleiter-Anordnung (10) zur Erzeugung eines Teils (32; 33) einer abgeblendeten
Lichtverteilung ausgebildet ist, insbesondere eines Abblendlicht-Grundlichts (32)
mit einer relativ großen horizontalen Streuung und ohne ausgeprägte Intensitätsmaxima
oder eines Abblendlichtspots (33) mit einer geringen horizontalen Streuung und ausgeprägten
Intensitätsmaxima etwa im Zentrum (36) der Lichtverteilung (33).
18. Beleuchtungseinrichtung (1) für ein Kraftfahrzeug, mit mindestens einer Halbleiter-Lichtquelle
(14) zum Aussenden von Licht und mindestens einer Lichtleiter-Anordnung (10) zur Erzeugung
zumindest eines Teils einer abgeblendeten Lichtverteilung, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtleiter-Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 17 ausgebildet ist.
19. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (1) mehrere Lichtleiter-Anordnungen (10', 10") gemäß
Anspruch 17 aufweist, wobei die Längserstreckung (11a) einer Lichtleiter-Anordnung
(10') im Wesentlichen horizontal und die Längserstreckung (11b) einer anderen Lichtleiter-Anordnung
(10") schräg dazu, vorzugsweise in einem 15°-Winkel, verläuft, wobei die horizontale
Lichtleiter-Anordnung (10') zur Erzeugung eines Abblendlicht-Grundlichts (32) und
die schräge Lichtleiter-Anordnung (10") zur Erzeugung eines Abblendlichtspots (33)
ausgebildet sind.