Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine programmgesteuert entriegelbare Türverschlussvorrichtung,
wie sie z.B. in einem Wäschetrockner Anwendung finden kann.
Hintergrund
[0002] Eine Türschliessvorrichtung für ein elektrisches Haushaltsgerät ist, z.B, in der
DE 10 2007 044 577 A1 offenbart.
[0003] Ein Wäschetrockner besitzt eine Wäschetrommel, in welche feuchte Wäsche durch eine
Einfüllöffnung eingebracht werden kann. Sodann kann diese Einfüllöffnung durch eine
Tür verschlossen und das Trockenprogramm gestartet werden. Beim Schliessvorgang rastet
die Tür in eine Türverschlussvorrichtung ein und wird während des Trockenprogramms
durch diese geschlossen gehalten. In momentanen Wäschetrocknern sind z.B. mechanische
Türverschlussvorrichtungen vorgesehen, welche eine Wippeneinheit umfassen. Beim Schliessen
der Tür wechselwirkt diese Wippeneinheit in der Türverschlussvorrichtung im Gehäuse
des Wäschetrockners mit einem z.B. ringförmigen Schliessdorn an der Tür des Wäschetrockners
und zieht diesen Schliessdorn und somit die gesamte Tür ab einer definierten Position
durch eine Umklappbewegung einer Wippe einige Millimeter zum Rahmen. Dadurch kann
über Dichtungen ein luftdichter Verschluss der Wäschetrommel gewährleistet werden.
Der Nachteil dieser Türverschlussvorrichtung ist jedoch, dass sie nicht elektrisch
oder anderweitig programmgesteuert betätigt, insbesondere geöffnet werden kann. Dies
bedeutet, dass zum Öffnen der Tür am Ende des Trockenprogramms eine Griffmulde oder
ein sonstiger Handgriff in der Tür vorzusehen ist, womit die Tür durch den Benutzer
aufgezogen werden kann. In vielen Fällen ist dies jedoch aus Design- bzw. Benutzerfreundlichkeitsgründen
unerwünscht.
Darstellung der Erfindung
[0004] Es stellt sich vor diesem Hintergrund also die Aufgabe, eine Türverschlussvorrichtung
bereitzustellen, welche programmgesteuert geöffnet werden kann bzw. einen Wäschetrockner
mit einer solchen Türverschlussvorrichtung. Diese Aufgabe wird von der Türverschlussvorrichtung
bzw. dem Wäschetrockner gemäss den unabhängigen Ansprüchen gelöst.
[0005] Erfindungsgemäss umfasst die Türverschlussvorrichtung eine Wippeneinheit, eine Hebeleinheit
und eine Aktuatoreinheit.
[0006] Die Wippeneinheit umfasst eine Wippe, welche um eine ortsfeste Drehachse A2 rotierbar
ist. Eine Wippenfeder übt ein Drehmoment M
2 auf die Wippe aus. An der Wippe ist eine Klinke angebracht, wobei die Klinke gegenüber
der Wippe um eine nicht ortsfeste Drehachse A1 rotierbar ist. Weiterhin umfasst die
Wippeneinheit einen Wippenanschlag, welcher - je nach Position der Wippe und der Klinke
- durch eine Kontaktstelle mit der Klinke ein Drehmoment auf die Wippe und/ oder die
Klinke ausübt. Z.B. Durch das Eingreifen eines Schliessdorns in die Klinke kann auf
die Klinke ein weiteres Drehmoment M
1 ausgeübt werden. Dadurch kann sich die Klinke um die Drehachse A1 drehen, die Kontaktstelle
mit dem Wippenanschlag ändert sich, das Gleichgewicht der Drehmomente auf die Wippe
wird gestört und das durch die Wippenfeder ausgeübte Drehmoment M
2 kann die die Wippe um die Drehachse A2 rotieren. Somit werden auch die Klinke und
der Schliessdorn durch die Wippenfeder von einer ersten Position P1 zu einer zweiten
Position P2 mitbewegt.
[0007] Die Hebeleinheit stellt eine mechanische Verbindung zwischen der elektrisch betätigbaren
Aktuatoreinheit und der Wippeneinheit her und wandelt eine durch die Aktuatoreinheit
aufgebrachte Kraft F in ein Drehmoment M
3, welches auf die Wippe entgegen dem Federdrehmoment M
2 einwirkt.
[0008] Die Aktuatoreinheit dient dazu, den Schliessdorn von der zweiten Position P2 zu einer
dritten Position P3 zu bewegen. Dabei entspricht die dritte Position einer "Tür-offen"
Stellung. Somit kann die Türverschlussvorrichtung programmgesteuert geöffnet ("entriegelt")
werden.
[0009] Vorzugsweise umfasst die Türverschlussvorrichtung eine Spule und einen magnetisierbaren
Anker (Elektrohubmagnet). Somit ist eine elektrische Aktivierung der Türverschlussvorrichtung
bzw. Entriegelung der Tür möglich. Ausserdem können Elektrohubmagneten mit kurzen
Einschaltzeiten realisiert werden.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Hebeleinheit und die Aktuatoreinheit
mittels einer Lasche mit einem Langloch und einem in dieses Langloch eingreifenden
Bolzens verbunden. Somit kann die Aktuatoreinheit auf einem "lastarmen Anfangsfahrweg"
mechanisch beschleunigen, bevor sie gegen die Kraft der Wippenfeder arbeiten muss.
Die Haftreibung in der Hebeleinheit ist somit auch mit schwächeren Aktuatoreinheiten
überwindbar.
[0011] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist die Aktuatoreinheit so ausgestaltet,
dass die Kraft F bei einer Aktivierung der Aktuatoreinheit entlang einer ersten Koordinatenachse
x wirkt. Die Hebeleinheit, welche diese Kraft F von der Aktuatoreinheit in das auf
die Wippe wirkende Drehmoment M
3 umsetzt, ist so ausgestaltet, dass eine dieses Drehmoment M
3 erzeugende Kraft von der Hebeleinheit quer zu der Koordinatenachse x steht. Somit
können die Aktuatoreinheit, die Hebeleinheit und die Wippeneinheit nebeneinander angeordnet
werden und es kann eine kompaktere Bauform erreicht werden.
[0012] Ein Wäschetrockner umfassend eine beanspruchte Türverschlussvorrichtung hat den Vorteil,
dass, z.B. nach Ablauf des Trockenprogramms, die Tür automatisch geöffnet werden kann.
Weiterhin können optional Griffmulden oder sonstige Handgriffe zum Öffnen der Tür
weggelassen werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0013] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren.
Dabei zeigen die
Figuren 1 bis 6 Schnittdarstellungen einer Türverschlussvorrichtung 1 sowie einen
Schliessdorn 99 zu unterschiedlichen Zeitpunkten während eines Schliessvorgangs einer
Tür,
Figuren 7 bis 12 Schnittdarstellungen einer Türverschlussvorrichtung 1 sowie einen
Schliessdorn 99 zu unterschiedlichen Zeitpunkten während eines Öffnungsvorgangs einer
Tür,
Figur 13 einen Anker 32, eine Lasche 21 sowie einen Bolzen 23 in einer perspektivischen
Darstellung,
Figur 14 einen Anker 32, eine Lasche 21 sowie einen Bolzen 23 in einer Schnittdarstellung
und
Figur 15 einen Wäschetrockner 100 mit einer Türverschlussvorrichtung 1 und einem Schliessdorn
99.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0014] In den Figuren 1 bis 12 sind eine Türverschlussvorrichtung 1 sowie ein Schliessdorn
99 in unterschiedlichen Positionen dargestellt. Die Positionen entsprechen unterschiedlichen
Zeitpunkten während eines Schliess- (Figuren 1 bis 6) bzw. eines Öffnungsvorgangs
(Figuren 7 bis 12) einer Tür (nicht dargestellt), welche fest mit dem Schliessdorn
99 verbunden ist.
[0015] Dabei ist die Türverschlussvorrichtung 1 z.B. im Gehäuse 101 des Wäschetrockners
100 (nicht gezeigt) befestigt, das Gegenstück, der Schliessdorn 99 kann z.B. an der
Innenseite der Tür 102 (nicht gezeigt) nach innen (also zum Gehäuse hin) angebracht
sein. Scharniere verbinden die Tür auf einer Seite beweglich mit dem Gehäuse. Wird
nun - wie in Figur 1 dargestellt - die Tür vom Benutzer zugeklappt, so nähert sich
der Schliessdorn 99 der Türverschlussvorrichtung 1 (schwarzer Pfeil). In dieser Position
ist die Tür noch offen.
[0016] Figur 2 zeigt den Beginn des eigentlichen Verriegel-Vorgangs durch die Türverschlussvorrichtung
1, welcher dann beginnt, sobald der Schliessdorn 99 die Klinke 13 berührt. In dieser
Position wird der Schliessdorn 99 allerdings auch noch nicht durch die Klinke 13 festgehalten,
die Tür ist also immer noch offen. Die Klinke 13 ist drehbar durch eine (nicht ortsfeste,
s.u.) erste Drehachse A1 mit der Wippe 11 verbunden und sie stösst in dieser Position
mit einem Vorsprung 131 am Wippenanschlag 14 an. Eine optionale Schenkelfeder 17 (nicht
gezeigt aus Gründen der Übersichtlichkeit), welche ein Drehmoment M
4≠0 (gegen den Uhrzeigersinn bzw. als Vektor aus der Ebene herauszeigend) auf die Klinke
13 ausübt, stellt sicher, dass dieser Rotationswinkel der Klinke 13 eingehalten wird.
Das Anstossen der Klinke 13 am Wippenanschlag 14 verhindert, dass die Druckfeder 12
(Wippenfeder) die Wippe 11 (inkl. der ersten Drehachse A1 und somit der Klinke 13)
um eine ortsfeste zweite Drehachse A2 rotiert. Das im Kontaktbereich der Klinke 13
und dem Wippenanschlag 14 aufgenommene Drehmoment neutralisiert in der beschriebenen
Position also gerade das von der Druckfeder 12 auf die Wippe 11 ausgeübte Drehmoment
M
2≠0 (im Uhrzeigersinn bzw. als Vektor in die Blattebene hineinzeigend).
[0017] Wird der Schliessdorn 99 nun noch etwas weiter in Richtung Türverschlussvorrichtung
1 bewegt (das entspricht z.B. einem weiteren Zudrücken der Tür durch den Benutzer),
so greift der z.B. ringförmige vordere Teil 99a des Schliessdorns 99 in die Nut 16
an der Klinke 13 ein und übt ein Drehmoment M
1≠0 (im Uhrzeigersinn bzw. als Vektor in die Blattebene hineinzeigend, falls vorhanden
gegen das Drehmoment M
4≠0 der Schenkelfeder 17) auf die Klinke 13 aus (schwarzer gebogener Pfeil in Figur
3). Dadurch wird die Klinke 13 verdreht und der Vorsprung 131 bewegt sich vom Wippenanschlag
14 weg.
[0018] Sobald die Klinke 13 weit genug verdreht ist (Position P1) - siehe Figuren 4 und
5 - stösst die Klinke 13 nicht mehr am Wippenanschlag 14 an, da sie in dieser Position
eine Ausnehmung 132 aufweist. Aus diesem Grund kann dem von der Druckfeder 12 auf
die Wippe 11 ausgeübten Drehmoment M
2≠0 (im Uhrzeigersinn bzw. als Vektor in die Blattebene hineinzeigend) kein Gegendrehmoment
durch die Kontaktstelle zwischen der Klinke 13 und dem Wippenanschlag 14 mehr entgegengesetzt
werden. Dadurch dreht sich die Wippe 11 nun im Uhrzeigersinn (schwarzer Pfeil in Figur
5) und zieht den Schliessdorn 99 mit (also in Richtung +z). Z.B. kann die Tür somit
von der Druckfeder 12 ohne Zutun des Benutzers gegen eine Dichtung am Gehäuse gezogen
werden, was z.B. einen luftdichten Abschluss der Einfüllöffnung ermöglicht. Ab dieser
Position kann sich die Klinke 13 auch nicht mehr zurückdrehen (z.B. durch das Drehmoment
M
4≠0 der Schenkelfeder 17), da die Ausnehmung 132 derart ausgestaltet ist, dass die
Klinke 13 nun so am Wippenanschlag 14 anstösst, dass das Drehmoment M
4≠0 durch diese Kontaktstelle aufgenommen und neutralisiert wird. Somit wird ein Verdrehen
der Klinke 13 verhindert.
[0019] Figur 6 zeigt die Endposition oder Ruheposition bei geschlossener Tür bzw. herangezogenem
Schliessdorn 99 (Position P2). Hier wird der Schliessdorn 99 durch die Klinke 13 gehalten,
die Druckfeder 12 hält die Tür geschlossen bzw. den Schliessdorn in Position P2. Es
soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Federkonstante der Druckfeder 12 so
bemessen ist, dass immer noch eine Notöffnung ermöglicht wird, indem mit einer Kraft
von ca. 60 Newton am Schliessdorn 99 gezogen wird (s.u., Notöffnung). Weiterhin sollte
darauf hingewiesen werden, dass die Druckfeder 12 aus Gründen der Vereinfachung in
allen Zeichnungen gleich entlang der Koordinatenachse z dargestellt ist.
[0020] Die Bewegungen der Hebeleinheit 20 und der Aktuatoreinheit 30 sind beim oben beschriebenen
Schliessvorgang der Tür irrelevant, da sie zum Schliessen nicht benötigt werden. Die
Kraft bzw. das Drehmoment, welche den Schliessdorn 99 ab der Rotationsposition der
Klinke 13 von Figur 4 einzieht wird allein durch die Druckfeder 12 aufgebracht.
[0021] Die Figur 7 zeigt - so wie die Figur 6 - die Türverschlussvorrichtung 1 und den Schliessdorn
99 in der Position P2, d.h. in Ruheposition bei geschlossener Tür (z.B. während des
Trockenprogramms). Sie bildet damit den Ausgangspunkt für den Öffnungsvorgang. Um
die Tür programmgesteuert zu öffnen wird die Aktuatoreinheit 30 aktiviert. Die Aktuatoreinheit
30 umfasst vorzugsweise einen Linearaktuator. In der hier beschriebenen Ausführungsform
ist dieser Linearaktuator mit einer elektrischen Spule 31 und einem Anker 32 als magnetischer
Linearaktuator realisiert (Hubmagnet). Wird ein Stromfluss I durch die Spule 31 eingeschaltet,
so entsteht ein magnetisches Feld im Bereich der Spule 31. Dieses magnetische Feld
übt eine Kraft auf den magnetisierbaren Anker 32 aus, in den vorliegenden Figuren
wird der Anker 32 bei eingeschaltetem Stromfluss nach links gezogen. Die Lasche 21
der Hebeleinheit 20 ist über ein Langloch 22 und einen Bolzen 23 mit dem Anker 32
mechanisch verbunden. Diese Ausführung ermöglicht dem Anker einen lastarmen Anfangsfahrweg,
z.B. über die Strecke des ersten Millimeters. Lastarm bedeutet in diesem Zusammenhang,
dass der Anker noch keine Kraft gegen die Druckfeder 12 aufbringen muss (s.u.), allenfalls
gegen optionale Hilfsfedern 24 (siehe Figur 13) im Bereich des Langlochs 22. Während
des lastarmen Anfangsfahrwegs gewinnt der Anker 32 kinetische Energie.
[0022] Die Figur 8 zeigt die Positionierung der Komponenten der Türverschlussvorrichtung
1 kurz nach dem Einschalten des Stromflusses durch die Spule 31. Der Anker hat hier
den lastarmen Anfangsfahrweg bereits zurückgelegt und der Bolzen 23 steht am linken
Ende des Langlochs 22 an. Dank der aufgebauten kinetischen Energie des Ankers kann
das Losbrechmoment (aufgrund von Haftreibung) der Hebeleinheit 20 mit kleineren Spulen
31 und Ankern 32 überwunden werden als bei einer spiellosen Verbindung ohne Langloch
22. In Figur 9 zieht die Spule 31 den Anker 32 und die Lasche 21 weiter nach links.
Mit der Lasche 21 ist ein erster Schenkel 25 der Hebeleinheit 20 gelenkig verbunden,
d.h. mit einem Rotationsfreiheitsgrad parallel zur y-Koordinatenachse. Somit wird
auch der untere Teil des ersten Schenkels 25 durch die Aktuatoreinheit 30 nach links
gezogen. Da der erste Schenkel 25 in seinem oberen Teil rotierbar an einer ortsfesten
Drehachse A3 schwenkbar gelagert ist, wird der rechte Teil des ersten Schenkels 25
nach unten gezogen (siehe Pfeile). Dort ist ein zweiter Schenkel 26 gelenkig mit dem
ersten Schenkel 25 verbunden, dieser zweite Schenkel 26 wird somit durch die Aktuatoreinheit
30 ebenfalls nach unten gedrückt. Am unteren Ende des zweiten Schenkels 26 ist dieser
gelenkig mit der Wippe 11 verbunden. Somit wird durch die Aktivierung der Aktuatoreinheit
30 die linke Seite der Wippe 11 entgegen des Drehmoments M
2≠0 der Druckfeder 12 nach unten gedrückt (gegen den Uhrzeigersinn rotiert). Mit anderen
Worten wird die Linearkraft F der Aktuatoreinheit 30 (nach links) durch die Hebeleinheit
20 in ein Drehmoment M
3≠0 (gegen den Uhrzeigersinn bzw. als Vektor aus der Ebene herauszeigend) für die Wippe
11 umgewandelt, welches dem Drehmoment M
2≠0 durch die Druckfeder 12 entgegenwirkt. In dieser Position kann sich die Klinke
13 (unabhängig vom Drehmoment M
4≠0 der Schenkelfeder 17) noch nicht wieder gegen den Uhrzeigersinn verdrehen, da der
obere Teil der Ausnehmung 132 noch am Wippenanschlag 14 ansteht.
[0023] In der Position wie in Figur 10 gezeigt hat die Spule 31 den Anker 32 und die Lasche
21 noch weiter nach links und über die Hebeleinheit 20 die Wippe 11 entgegen der Druckfeder
12 noch weiter nach unten gedrückt. Dadurch steht der obere Teil der Ausnehmung 132
der Klinke 13 nicht mehr am Wippenanschlag 14 an und die Klinke 13 wird somit z.B.
durch das Drehmoment M
4≠0 der Schenkelfeder 17 entgegen dem Uhrzeigersinn rotiert. Ab einem gewissen Drehwinkel
der Klinke 13 wird der vordere Teil 99a des Schliessdorns 99 nicht mehr in der Nut
16 der Klinke 13 gehalten (Position P3) und somit ausgeworfen. Dieser Zustand ist
in Figur 11 dargestellt. Die Stromzufuhr durch die Spule 31 ist ab diesem Zeitpunkt
(Figuren 11 und 12) nicht mehr notwendig, da ein Zurückspringen der Wippe 11 in die
Position P2 nun durch das Anstehen der Klinke 13 am Wippenanschlag 14 verhindert wird.
Sobald beim Abschalten des Stroms der Anker 32 kraftlos wird, rotiert die Wippe 11
aufgrund des Drehmoments M
2 minimal im Uhrzeigersinn, aber das das Anstehen der Klinke 13 am Wippenanschlag 14
verhindert wie beschrieben ein Zurückspringen in die Position P2. Ab dem Stromabschaltzeitpunkt
ist auch die Hebeleinheit 20 kraftlos. Die Lasche 21 und der Anker 32 werden mittels
der Hilfsfedern 24 um den Weg des Langlochs 22 relativ zueinander bewegt, so dass
der Bolzen 23 nun wieder auf der rechten Seite des Langlochs 22 liegt. Somit ist bei
der nächsten Betätigung der lastarme Anfangsfahrweg des Ankers 32 gewährleistet.
[0024] Der prinzipielle Öffnungsvorgang bleibt identisch, wenn statt der Kraft der Aktuatoreinheit
30 eine Zugkraft von ca. 15 Newton an der Notöffnungsleine 40 wirkt. Wird für eine
Notöffnung an dem Schliessdorn 99 gezogen, so bleibt der mechanische Öffnungsvorgang
in der Wippeneinheit 10 ebenfalls identisch, lediglich sind die Hebeleinheit 20 und
die Aktuatoreinheit 30 nicht beteiligt. Somit muss die Kraft der Druckfeder 12 durch
die Zugkraft am Anker 99 überwunden werden.
[0025] Die Figur 13 zeigt den Anker 32, die Lasche 21 sowie den Bolzen 23, welcher die beiden
Teile durch das Langloch 22 verbindet, in einer perspektivischen Darstellung. Ausserdem
sind in dieser Abbildung noch die Hilfsfedern 24 dargestellt. Die Figur 14 zeigt die
Anordnung aus Figur 13 in einer Schnittdarstellung.
[0026] Die Figur 15 zeigt einen Wäschetrockner 100 mit einer Türverschlussvorrichtung 1
wie oben beschrieben im Gehäuse 101 des Wäschetrockners, sowie einem Schliessdorn
99 an der Tür 102 des Wäschetrockners. In einer Steuereinheit 103 im Wäschetrockner
100, welche die Aktuatoreinheit 30 der Türverschlussvorrichtung 1 zum Öffnen der Tür
102 aktiviert, kann ein "Spielschutz" vorgesehen werden, welcher nur eine bestimmte
Öffnungsanzahl innerhalb einer bestimmten Zeitdauer zulässt, danach jedoch "Zwangspausen"
verordnet, um ein Überhitzen der Spule 31 zu verhindern. Mit anderen Worten lässt
die Steuereinheit 103 nur eine bestimmte Maximalanzahl Türöffnungsvorgänge durch die
Aktuatoreinheit pro Zeiteinheit zu. Diese Maximalanzahl zugelassener Türöffnungsvorgänge
pro Zeit kann abhängig von der Zeit sein, die seit dem letzten Türöffnungsvorgang
verstrichen ist. Beispielsweise kann die Tür zweimal direkt nacheinander durch die
Aktuatoreinheit 30 geöffnet werden. Vor einem dritten Öffnungsversuch legt die Steuereinheit
jedoch eine Zwangspause von beispielsweise 60 oder 90 Sekunden ein. Sind zwischen
erster und zweiter Türöffnung allerdings z.B. schon 10 Sekunden vergangen, so kann
die dritte Türöffnung beispielsweise nach weiteren 20 Sekunden erfolgen.
[0027] Bemerkungen:
- In sämtlichen Schnittdarstellungen sind die Schnittflächen schraffiert gezeichnet.
- Die Begriffe "links", "rechts", "oben", "unten", "vor", "hinter" und ähnliche sind
in allen Abbildungen wie folgt zu verstehen: "Links" bedeutet entlang -x, "rechts"
bedeutet entlang +x, "oben" bedeutet entlang +z, "unten" bedeutet entlang -z, "hinter"
bedeutet entlang +y (in die Blattebene hinein), "vor" bedeutet entlang -y (aus der
Blattebene heraus), ein Rotationsvektor oder Drehmoment "gegen den Uhrzeigersinn"
entspricht einem Vektor, welcher aus der Blattebene heraus zeigt, "im Uhrzeigersinn"
entspricht einem Vektor, welcher in die Blattebene hinein zeigt. Das Koordinatensystem
aus Figur 1 ist mit Ausnahme von Figuren 13 und 15 für alle anderen Figuren gültig.
- In der Türverschlussvorrichtung ist kein Mikroschalter zur Überwachung einer Türposition
erforderlich. Die Türpositionen "Tür geschlossen" bzw "Tür offen" können z.B. über
einen Permanentmagneten in der Tür und einen magnetempfindlichen Schalter (z.B. Reed-Kontakt)
im Gehäuse des Wäschetrockners erfolgen.
[0028] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
1. Türverschlussvorrichtung (1) mit
einer Wippeneinheit (10) umfassend eine Wippe (11), eine Wippenfeder (12) an der Wippe
(11), eine gegenüber der Wippe (11) um eine erste nicht ortsfeste Drehachse (A1) rotierbare
Klinke (13) an der Wippe (11), und einen Wippenanschlag (14) für die Klinke (13),
wobei durch ein Eingreifen eines Schliessdorns (99) in die Klinke (13) ein erstes
Drehmoment M1≠0 auf die Klinke (13) ausübbar ist,
wobei die Wippe (11) drehbar um eine zweite ortsfeste Drehachse (A2) ausgestaltet
ist und wobei die Wippenfeder (12) derart ausgestaltet ist, dass sie ein zweites Drehmoment
M2≠0 auf die Wippe (11) ausübt und
wobei der Schliessdorn (99) durch das zweite Drehmoment M2 von einer ersten Position (P1) zu einer zweiten Position (P2) bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Türverschlussvorrichtung (1) weiterhin umfasst
eine Hebeleinheit (20) in mechanischer Verbindung mit der Wippeneinheit (10), und
eine elektrisch betätigbare Aktuatoreinheit (30) in mechanischer Verbindung mit der
Hebeleinheit (20) zum Bewegen des Schliessdorns (99) von der zweiten Position (P2)
zu einer dritten Position (P3),
wobei die Hebeleinheit (20) dazu ausgestaltet ist, eine Kraft (F) von der Aktuatoreinheit
(30) in ein drittes Drehmoment M
3 umzusetzen, welches auf die Wippe (11) einwirkt.
2. Türverschlussvorrichtung (1) nach Anspruch 1 weiterhin umfassend eine Notöffnungsleine
(40) in mechanischer Verbindung zu der Hebeleinheit (20) zum Bewegen des Schliessdorns
(99) von der zweiten Position (P2) zu der dritten Position (P3).
3. Türverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche wobei die Aktuatoreinheit
(30) eine Spule (31) und einen magnetisierbaren Anker (32) umfasst.
4. Türverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche wobei die Hebeleinheit
(20) eine Lasche (21) mit einem Langloch (22) und einen in das Langloch (22) eingreifenden
Bolzen (23) umfasst.
5. Türverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche wobei die Wippeneinheit
(10) zusätzlich eine Schenkelfeder (17) aufweist zum Ausüben eines vierten Drehmoments
M4≠0 auf die Klinke (13), wobei dieses vierte Drehmoment die Klinke (13) gegen den Wippenanschlag
(14) drückt.
6. Türverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche wobei die Klinke
(13) eine Nut (16), einen Vorsprung (131) und eine Ausnehmung (132) aufweist und derart
ausgestaltet ist, dass durch das Eingreifen des Schliessdorns (99) in die Nut (16)
der Klinke (13) das erste Drehmoment M1≠0 auf die Klinke (13) ausübbar ist.
7. Türverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Aktuatoreinheit
(30) zur Ausübung der Kraft (F) entlang einer ersten Koordinatenachse x ausgestaltet
ist und wobei die Hebeleinheit (20) so ausgestaltet ist, dass eine Kraft von der Hebeleinheit
(20), welche das dritte Drehmoment M3 auf die Wippe (11) erzeugt, quer zu der ersten Koordinatenachse x steht.
8. Türverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Hebeleinheit
(20) einen ersten um eine ortsfeste Drehachse (A3) schwenkbaren ersten Schenkel (25)
aufweist, sowie einen zweiten Schenkel (26), wobei der zweite Schenkel (26) gelenkig
mit dem ersten Schenkel (25) und gelenkig mit der Wippe (11) verbunden ist und wobei
der erste Schenkel (25) gelenkig mit der Aktuatoreinheit (30) verbunden ist.
9. Wäschetrockner (100) mit einem Gehäuse (101),
mit einer Tür (102) mit einem Schliessdorn (99) an der Tür (102), und
mit einer Türverschlussvorrichtung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche im Gehäuse
(101).
10. Wäschetrockner nach Anspruch 9 weiterhin umfassend eine Steuereinheit (103) zur Aktivierung
der Aktuatoreinheit (30) zum Öffnen der Tür (102), wobei die Steuereinheit (103) dazu
ausgestaltet ist, eine Anzahl der Aktivierungen der Aktuatoreinheit (30) pro Zeiteinheit
auf eine Maximalzahl zu beschränken,
11. Wäschetrockner nach Anspruch 10 wobei die Maximalzahl abhängig von einer seit der
letzten Aktivierung der Aktuatoreinheit (30) vergangenen Zeitdauer ist.
1. Door locking device (1) with
a rocker unit (10) comprising a rocker (11), a rocker spring (12) at the rocker (11),
a handle (13) at the rocker (11), which handle is rotatable with respect to the rocker
(11) about a first non-fixed rotation axis (A1), and a rocker abutment (14) for the
handle (13),
wherein a first torque M1≠0 is exercisable onto the handle (13) by an engagement of a locking pin (99) in the
handle (13),
wherein the rocker (11) is adapted to be rotatable about a second fixed rotation axis
(A2) and wherein the rocker spring (12) is adapted to exercise a second torque M2≠0 on the rocker (11) and
wherein the locking pin (99) is movable from a first position (P1) to a second position
(P2) by the second torque M2,
characterized in that the door locking device (1) further comprises
a lever unit (20) in mechanical connection with the rocker unit (10), and
an electrically operated actuator unit (30) in mechanical connection with the lever
unit (20) for moving the locking pin (99) from the second position (P2) to a third
position (P3),
wherein the lever unit (20) is adapted to convert a force (F) from the actuator unit
(30) in a third torque M3 which acts upon the rocker (11).
2. Door locking device (1) according to claim 1, further comprising an emergency opening
cord (40) in mechanical connection with the lever unit (20) for moving the locking
pin (99) from the second position (P2) to the third position (P3).
3. Door locking device (1) according to one of the preceding claims, wherein the actuator
unit (30) comprises a coil (31) and a magnetisable anchor (32).
4. Door locking device (1) according to one of the preceding claims, wherein the lever
unit (20) comprises a tab (21) with an elongated hole (22) and a bolt (23) engaged
inside the elongated hole (22).
5. Door locking device (1) according to one of the preceding claims, wherein the rocker
unit (10) additionally has a leg spring (17) for exercising a fourth torque M4≠0 on the handle (13), wherein this fourth torque presses the handle (13) against
the rocker abutment (14).
6. Door locking device (1) according to one of the preceding claims, wherein the handle
(13) has a notch (16), a protrusion (131) and a recess (132) and is formed in such
a way that the first torque M1≠0 is exercisable on the handle (13) by the engagement of the locking pin (99) in
the notch (16) of the handle (13).
7. Door locking device (1) according to one of the preceding claims, wherein the actuator
unit (30) is formed along a first coordinate axis x for exercising the force (F) and
wherein the lever unit (20) is formed in such a way that a force from the lever unit
(20), which generates the third torque M3 on the rocker (11), is arranged transversally to the first coordinate axis x.
8. Door locking device (1) according to one of the preceding claims, wherein the lever
unit (20) has a first leg (25) which is pivotable about a fixed rotation axis (A3),
as well as a second leg (26), wherein the second leg (26) is connected to first leg
(25) in a hinged manner and with the rocker (11) in a hinged manner and wherein the
first leg (25) is connected to the actuator unit (30) in a hinged manner.
9. Laundry dryer (100) with a casing (101),
with a door (102) with a locking pin (99) at the door (102), and
with a door locking device (1) according to one of the preceding claims in the casing
(101).
10. Laundry dryer according to claim 9,
further comprising a control unit (103) for activating the actuator unit (30) for
opening the door (102), wherein the control unit (103) is adapted to limit a number
of activations of the actuator unit (30) per time unit to a maximum number.
11. Laundry dryer according to claim 10,
wherein the maximum number depends on a time period which passed since the last activation
of the actuator unit (30).
1. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) avec
une unité bascule (10) comprenant une bascule (11), un ressort de bascule (12) à la
bascule (11), une poignée (13) à la bascule (11), la poignée étant rotative par rapport
à la bascule (11) autour d'un premier axe de rotation non-fixe (A1), et une butée
de bascule (14) pour la poignée (13),
un premier couple M1≠0 étant exerçable sur la poignée (13) par un engagement d'une goupille de verrouillage
(99) dans la poignée (13),
la bascule (11) étant adaptée à être rotative autour d'un deuxième axe fixé (A2) et
le ressort de bascule (12) étant adapté à exercer un deuxième couple M2≠0 sur la bascule (11) et
la goupille de verrouillage (99) étant deplaçable d'une première position (P1) à une
deuxième position (P2) par le deuxième couple M2,
caractérisé en ce que le dispositif de verrouillage d'une porte (1) comprend en outre
une unité de levier (20) en connexion mécanique avec l'unité de bascule (10), et
une unité d'actionnement (30) opérable électriquement dans une connexion mécanique
avec l'unité de levier (20) pour déplacer la goupille de verrouillage (99) de la deuxième
position (P2) à une troisième position (P3),
l'unité de levier (20) étant adaptée à convertir une force (F) de l'unité d'actionnement
(30) dans un troisième couple M3 qui agit sur la bascule (11).
2. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon la revendication 1, comprenant en
outre une corde d'ouverture d'urgence (40) en connexion mécanique avec l'unité de
levier (20) pour déplacer la goupille de verrouillage (99) de la deuxième position
(P2) à la troisième position (P3).
3. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon l'une des revendications précédentes,
l'unité d'actionnement (30) comprenant une bobine (31) et une ancre magnétisable (32).
4. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon l'une des revendications précédentes,
l'unité de levier (20) comprenant une languette (21) avec un trou oblong (22) et un
boulon (23) engagé à l'intérieur du trou oblong (22).
5. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon l'une des revendications précédentes,
l'unité de bascule (10) ayant en outre un ressort à branche (17) pour exercer un quatrième
couple M4≠0 sur la poignée (13), ce quatrième couple pressant la poignée (13) contre la butée
de bascule (14).
6. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon l'une des revendications précédentes,
la poignée (13) ayant une encoche (16), une protubérance (131) et une cavité (131)
et étant formée de sorte que le premier couple M1≠0 est exerçable sur la poignée (13) par l'engagement de la goupille de verrouillage
(99) dans l'encoche (16) de la poignée (13).
7. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon l'une des revendications précédentes,
l'unité d'actionnement (30) étant formée le long d'un premier axe de coordonnées x
pour exercer la force (F) et l'unité de levier (20) étant formée de sorte qu'une force
de l'unité de levier (20), qui génère le troisième couple M2 sur la bascule (11), est arrangé de manière transversale par rapport au premier axe
de coordonnées x.
8. Dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon l'une des revendications précédentes,
l'unité de levier (20) ayant un premier membre (25) qui est pivotable autour d'un
axe de rotation fixe (A3), ainsi qu'un deuxième membre (26), le deuxième membre (26)
étant connecté au premier membre (25) de manière articulée et à la bascule (11) de
manière articulée et le premier membre (25) étant connecté à l'unité d'actionnement
(30) de manière articulée.
9. Sécheur de linge (100) avec une carcasse (101),
avec une porte (102) avec une goupille de verrouillage (99) à la porte (102), et
avec un dispositif de verrouillage d'une porte (1) selon l'une des revendications
précédentes dans la carcasse.
10. Sécheur de linge selon la revendication 9, comprenant en outre une unité de commande
(103) pour activer l'unité d'actionnement (30) afin d'ouvrir la porte (102), l'unité
de commande (103) étant adaptée à limiter un nombre d'activations de l'unité d'actionnement
(30) par unité de temps à un nombre maximal.
11. Sécheur de linge selon la revendication 10, le nombre maximal dépendant d'une période
de temps passée depuis la dernière activation de l'unité d'actionnement (30).