[0001] Die Erfindung betrifft einen Kern einer elektrischen Induktionseinrichtung, vorzugsweise
eines Transformators oder einer Drossel.
[0002] Stand der Technik sind laminar aus Blechen (auch Magnetbleche oder Kernbleche genannt)
geschichtete Kerne, diese werden auch Stapelkerne genannt. Solche Kerne können durch
den Zuschnitt unterschiedlich breiter Bleche, für jedes einzelne Blechpaket gestuft,
ausgeführt werden. Weiterhin sind Kerne (auch Bandkerne genannt) bekannt, bei welchen
das Blech spulenförmig weitgehend unterbrechungsfrei aufgewickelt wird.
[0003] Als Werkstoff für die Bleche wird vorwiegend kornorientiertes, kaltgewalztes Blech
verwendet, das eine magnetische Vorzugsrichtung in Walzrichtung besitzt. Durch die
Schichtung des Kerns aus diesen kornorientierten Blechen wird die von den Leerlaufverlusten
herrührende Wärme längs und quer zur Schichtebene unterschiedlich stark zur Oberfläche
abgeleitet. Dies kommt in einer zumeist um den Faktor 6 ...7 unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit
zum Ausdruck.
[0004] Derzeit werden im Transformatorenbau Kühlkanäle parallel zur Schichtebene eingesetzt,
da sich diese leicht durch Einlegen von Leisten oder Distanzkörpern (zum Beispiel
Keramikscheiben) bilden lassen. Nachteilig bei dieser Kühlkanalbildung ist, dass die
Anordnung der Kühlkanäle die günstige Wärmeleitung parallel zur Schichtrichtung der
Bleche nicht ausnutzen kann.
[0005] Auch sind spezielle externe Kühlflächen zum Kühlen von Kernen bekannt; solche sind
beispielsweise in der deutschen Patentschrift
DE 35 05 120 beschrieben.
[0006] Zur weiteren Verringerung der Leerlaufverluste kommen bei Verteilertransformatoren
heutzutage verstärkt amorphe Kernmaterialien zum Einsatz. Der Stand der Technik bezüglich
des Einsatzes amorphen Kernmaterials ist beispielsweise in der europäischen Offenlegungsschrift
EP 2 474 985 und der japanischen Offenlegungsschrift
JP 2010 289 858 beschrieben.
[0007] Auf Grund der hohen Materialkosten für amorphe Kernmaterialien, die schwierige Verarbeitung
sowie die eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten haben sich amorphe Materialien,
insbesondere bei größeren Leistungstransformatoren, jedoch bis heute noch nicht durchsetzen
können.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kern für eine elektrische Induktionseinrichtung
anzugeben, der eine bessere Wärmeabfuhr gewährleistet als bisherige Kerne.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Kern mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Kernes sind in Unteransprüchen
angegeben.
[0010] Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass zumindest eines der Blechpakete segmentiert
ist und zumindest zwei Teilblechpakete aufweist, die zwei Teilblechpakete jeweils
mit ihren Blechstirnseiten, die quer, insbesondere senkrecht, zur Schichtebene der
laminierten Bleche stehen, einander gegenüber liegen, die Blechstirnseiten der zwei
Teilblechpakete einen Abstand zueinander aufweisen, durch den ein sich senkrecht zur
Schichtebene erstreckender Spalt zwischen den zwei Teilblechpaketen gebildet wird
und der Spalt einen Kühlkanal oder zumindest einen Abschnitt eines Kühlkanals bildet,
dessen Kanallängsrichtung sich quer, insbesondere senkrecht, zur Schichtebene der
laminierten Bleche erstreckt.
[0011] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Kernes besteht darin, dass durch die
beschriebene Anordnung des oder der Kühlkanäle quer zur Schichtebene der Bleche die
gute Wärmelängsleitfähigkeit der Bleche zur Kühlung des Kernes ausgenutzt wird. Dies
führt dazu, dass sich in vorteilhafter Weise eine Reduzierung des für die Kühlung
benötigten Raumbedarfs und eine Erhöhung des Füllfaktors für den Kernschenkel erreichen
lässt.
[0012] Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Kernes ist darin zu sehen,
dass sich die beschriebene Bildung des Kernes aus Teilblechpaketen sowohl für aus
Einzelblechen geschichtete Kerne als auch für aus magnetischen Bändern gewickelte
Kerne eignet.
[0013] Vorzugsweise ist die Breite der Blechpakete unter Bildung von Stufen zwischen aufeinander
liegenden Blechpaketen unterschiedlich.
[0014] Vorteilhaft ist es, wenn durch die Stufenbildung der Querschnitt des Kernes zumindest
abschnittsweise an einen kreisförmigen Querschnitt angepasst ist.
[0015] Die Anzahl unterschiedlicher Blechbreiten in den Teilblechpaketen beträgt bevorzugt
maximal ein Drittel der Anzahl an Stufen. Besonders bevorzugt beträgt die Anzahl unterschiedlicher
Blechbreiten in den Teilblechpaketen maximal drei.
[0016] Die Blechbreiten in den Teilblechpaketen sind vorzugsweise identisch.
[0017] Als vorteilhaft wird es auch angesehen, wenn zumindest zwei aufeinander liegende
Blechpakete eine identische Anzahl an gleich breiten Teilblechpaketen aufweisen, aber
dennoch unterschiedlich breit sind, wobei bei dem breiteren Blechpaket zumindest zwei
Teilblechpakete durch den oder einen der Kühlkanäle voneinander getrennt sind.
[0018] Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, dass der Kern von innen nach außen
betrachtet abwechselnd ein Blechpaket erster Art und ein Blechpaket zweiter Art aufweist,
wobei bei einem Blechpaket erster Art zumindest zwei Teilblechpakete, vorzugsweise
alle Teilblechpakete, durch einen Spalt oder Kühlkanal voneinander getrennt sind,
und wobei bei einem Blechpaket zweiter Art zumindest zwei Teilblechpakete, vorzugsweise
alle Teilblechpakete, spaltfrei aufeinander liegen.
[0019] Vorzugsweise weisen zumindest zwei aufeinander liegende Blechpakete erster und zweiter
Art dieselbe Anzahl an gleich breiten Teilblechpaketen auf.
[0020] Auch ist es vorteilhaft, wenn die Bleche durch ein dünnwandiges Bandmaterial, vorzugsweise
ein amorphes Bandmaterial gebildet sind, und die Blechpakete jeweils aus diesem Bandmaterial
gewickelt sind.
[0021] Zur weiteren Kühlung ist vorzugsweise zusätzlich zumindest ein Kühlkanal vorhanden,
dessen Kanallängsrichtung sich parallel zur Schichtebene der laminierten Bleche erstreckt.
[0022] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, dass die Blechpakete abschnittsweise
gebogen sind, wobei die Biegeradien zumindest zweier aufeinander liegender Blechpakete
derart gewählt sind, dass im Biegebereich zwischen diesen Blechpaketen ein Hohlraum,
vorzugsweise in Form eines bogenförmigen Spalts, gebildet wird, wobei der Hohlraum
mit einem der Kühlkanäle oder allen Kühlkanälen in Verbindung steht und ein Einspeisen
eines Kühlmittels durch den Hohlraum hindurch in den oder die Kühlkanäle ermöglicht.
[0023] Die Breite des breitesten Teilblechpaketes beträgt bevorzugt ein ganzzahliges Vielfaches
des schmalsten Teilblechpaketes.
[0024] Für die mechanische Stabilisierung kommen bevorzugt Spannbänder zum Einsatz. Demgemäß
ist bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des Kernes vorgesehen, dass die gewickelten
Teilblechpakete mittels Spannbändern stabilisiert und fixiert sind, wobei die Spannbänder
derart auf den Blechpaketen angeordnet sind, dass sie in ihrer Lage jeweils zum Spannband
des benachbarten Teilblechpaketes versetzt sind und derart gestaltet sind, dass sich
in dem Raum zwischen den Teilblechpaketen ein Kühlkanal bildet. Aus Kostengründen
werden vorzugsweise Spannbänder aus metallischem unmagnetischem Material eingesetzt.
[0025] Bei Einsatz des Kernes in Drosseln können Luftspalteinlagen vorgesehen werden, die
mit dem Kernmaterial verklebt werden.
[0026] Besonders vorteilhaft ist die oben beschriebene Stufung des Kerns bei Kernen aus
amorphem oder nanokristallinem Bandmaterial, da die Verwendung runder kurzschlussfester
Wicklungen ermöglicht wird.
[0027] Um die bei Kurzschluss auftretenden radialen Wicklungskräfte einfach zu beherrschen,
werden für Transformatoren und Drosseln vorzugsweise Wicklungen mit kreisförmigen
Spulen bevorzugt, welche auf die Schenkel des Kernes aufgesetzt werden.
[0028] Um für den Kernschenkel einen hohen Füllfaktor (optimale Füllung des kreisförmigen
Querschnittes der Wicklung mit magnetischem Material) zu erreichen, wird der Querschnitt
des Schenkels vorzugsweise mehrfach abgestuft.
[0029] Eine weitere vorteilhafte Ausführung des Kernes sieht die Bildung von Kernstufen
aus den Blechpaketen und damit eine Annäherung an die Kreisform der Wicklung bei Einsatz
von Kernblechen nur einer oder weniger Blechbreiten vor. Gleichzeitig wird die Bildung
von effektiven und raumsparenden Kühlkanälen ermöglicht.
[0030] Wie sich den obigen Erläuterungen entnehmen lässt, sind die bevorzugten Kernausgestaltungen
auch für Kerne von elektrischen Induktionseinrichtungen geeignet, welche im Hochfrequenzbereich
arbeiten, da die oben angegebenen Vorteile auf Grund der Frequenzabhängigkeit der
Ummagnetisierungsverluste bei diesen bevorzugt zur Geltung kommen und die Anwendung
auch bei relativ kleinen Leistungen wirtschaftliche Vorteile bietet.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Biegeradien der gewickelten Teilblechpakete
eines zusammengesetzten Kernes jeweils derart gewählt, dass im Bogen zwischen Schenkel
und Joch jeweils ein Spalt zur Zirkulation eines Kühlfluides gebildet wird. Dabei
dient der untere Bogen zur Aufnahme des Kühlfluides, welches quer zur Wickelrichtung
einströmt, sich innerhalb des Bogens auf die Kühlkanäle zwischen den Teilblechpaketen
verteilt, um dann durch die Erwärmung aufzusteigen und am oberen Bogen zwischen Schenkel
und Joch wieder auszutreten.
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen näher
erläutert, diese sind in den Figuren 1 bis 16 näher dargestellt.
[0033] In den Figuren werden der Übersicht halber für identische - oder vergleichbare Komponenten
stets dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0034] Die Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für einen Kern 1 für eine nicht weiter
dargestellte elektromagnetische Induktionseinrichtung. Der Kern 1 besteht aus mehreren
Blechpaketen 2, welche jeweils durch laminierte Bleche 11 aus magnetisierbarem Material
gebildet sind, wobei die Blechpakete parallel zur Schichtebene der laminierten Bleche
11 aufeinander liegen.
[0035] Bei dem Ausführungsbeispiel ist zumindest ein Teil der Blechpakete 2 segmentiert
und weist mehrere Teilblechpakete 3 auf. Die Teilblechpakete 3 werden zumindest teilweise
derart zueinander angeordnet, dass sich an der Stoßstelle zwischen den Blechstirnseiten
3a der Teilblechpakete ein Spalt ergibt, welcher derart dimensioniert wird, dass die
Strömung eines Kühlmittels ermöglicht und ein Kühlkanal 4 gebildet wird.
[0036] Bei einem Blechpaket mit rechteckigem Querschnitt stellen sich neutrale Ebenen mit
der höchsten Temperatur ein, die jeweils senkrecht zur Richtung des betrachteten Wärmeflusses
stehen und die Paketachsen schneiden. Von ihnen ausgehend sinkt die Kerntemperatur
parabelförmig bis zur Kernoberfläche, um dort innerhalb der Strömungszone des Kühlmittels
auf den Betrag der Öltemperatur abzufallen. Die Wärmestromdichte an der Kernoberfläche
ist weitgehend vom inneren Wärmewiderstand des Körpers abhängig. Dieser ist in der
Schichtebene bedeutend kleiner als quer dazu. Die Verluste hingegen sind weitgehend
gleichmäßig auf den Blechkörper verteilt. Mit den Kühlkanälen 4 senkrecht zur Schichtebene
lässt sich somit eine besonders effektive Kühlung erreichen. Durch die folglich mögliche
Reduzierung des Querschnittsbedarfs für die Kühlkanäle 4 lässt sich eine Erhöhung
des Füllfaktors des Eisenkreises und damit eine Reduzierung des Kernquerschnittes
erzielen.
[0037] Durch die Anzahl der Teilblechpakete 3 wird jeweils die Gesamtbreite der einzelnen
Blechpakete 2 bestimmt. Die Höhe der Blechpakete 2 wird durch die Anzahl der geschichteten
Bleche 11 eingestellt. Durch entsprechende Auswahl der genannten Parameter wird ein
gestufter Kern gebildet. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 werden alle Kernblechpakete
2 aus Kernblechsteifen bzw. Teilblechpaketen 3 der gleichen Breite gebildet.
[0038] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 sind die Teilblechpakete 3 jeweils abwechselnd
mit oder ohne Spalt, also mit oder ohne Kühlkanälen zwischen den Teilblechpaketen
3, angeordnet. Damit ergibt sich eine unterschiedliche Gesamtbreite der die Stufen
des Kernes 1 bildenden Blechpakete 2.
[0039] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 hat jedes zweite Blechpaket Kühlkanäle
4, so dass sich die Stufenzahl nochmals verdoppelt, ohne dass zusätzliche Blechbreiten
benötigt werden. Auf diese Weise ist es möglich, eine weitgehende Annäherung eines
Kernschenkels an eine Kreisform zu erreichen. Somit wird der Einsatz runder Wicklungen
bei gleichzeitig hohem Füllfaktor des Kernes ohne die Nutzung einer Vielzahl verschiedener
Blechbreiten möglich.
[0040] Die Figur 2 zeigt in einer Draufsicht die Schnittdarstellung eines aus Magnetblechen
geschichteten Schenkels 6 eines weiteren Ausführungsbeispiels für einen Kern 1. Der
Schenkel 6 und ein mit diesem verbundenes Joch 7 sind im Ausführungsbeispiel aus Einzelblechen
gestapelt. Die Einzelbleche bilden im Übergangsbereich zwischen Schenkel und Joch
Stoßstellen, welche schichtweise gegeneinander versetzt sind und eine Verzapfung bilden.
[0041] Durch die dargestellte Segmentierung der Blechpakete 2 in Teilblechpakte 3 und die
damit mögliche Anordnung der Kühlkanäle 4 an den Schnittkanten des Bleches wird die
Nutzung der hohen thermischen Längsleitfähigkeit der Bleche 11 möglich.
[0042] Durch die dargestellte Anordnung der Kühlkanäle 4 längs der Schnittkanten der Bleche
11 wird nicht nur eine gute Wärmeleitfähigkeit der Bleche 11 quer zur Schichtebene
ausgenutzt, sondern es lassen sich weiterhin Kühlkanäle gezielt in den thermisch hochbeanspruchten
Bereichen des Kernes einsetzen.
[0043] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 ist das die mittlere Kernstufe bildende
Blechpaket mit drei Kühlkanälen 4 und die zweite Kernstufe mit einem einzigen Kühlkanal
4 versehen. Kühlkanäle in den ohnehin gut gekühlten Randlagen des Kernes 1 können
entfallen, und eine weitere Erhöhung des Füllfaktors des Kernes 1 wird möglich.
[0044] Die Figur 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel, bei dem ein fünfstufiger Kern
1 unter Verwendung von zwei unterschiedlichen Breiten für die Bleche 11.1 und 11.2
der Teilblechpakete 3 ausgeführt wird. Dadurch lässt sich mit nur zwei verschiedenen
Blechbreiten des Kernmaterials ein feingestufter Kern hoher Stufenzahl bilden.
[0045] In der in der Figur 3 dargestellten Ausführungsform bildet die Breite des größten
Teilblechpaketes 3 ein Vielfaches der kleinsten Breite eines Teilblechpaketes. Durch
die genannte Bildung von Vielfachen der Breite der Teilblechpakete 3 wird die Bildung
von Verbindungen zwischen den Kühlkanälen 4 der aufeinander folgenden Blechpakete
vereinfacht. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 sind durch diese Gestaltung alle
Stufen mit Kühlkanälen 4 versehen, welche derart miteinander verbunden sind, dass
ein Kühlmedium quer zur laminaren Schichtrichtung der Bleche 11.1 bzw. 11.2 strömen
kann.
[0046] Die Figur 4 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel; bei diesem sind die laminierten
Bleche 11 der Blechpakete 2 mittels eines gewickelten Bandmaterials gebildet. Diese
Ausführung bietet sich beispielsweise für Bleche mit magnetischer Vorzugsrichtung
an, da das Blech in Bandform bezogen wird und unterbrechungsfrei gewickelt werden
kann. Um die elektrischen Wicklungen aufzusetzen, werden die einzelnen Windungen des
Bandkernes so versetzt aufgetrennt, dass im magnetischen Kreis jeweils nur eine Verzapfungsstelle
liegt. Besonders geeignet ist diese gewickelte Kernausführung für die Nutzung von
Bändern aus amorphem Kernmaterial oder Bändern aus nanokristallinen Metallen.
[0047] Die Schichtung der Wickellagen ist in der Figur 4 in der Schnittdarstellung des Schenkels
6 dargestellt. Man sieht, dass hier nur Bandmaterial einer Breite zum Einsatz kommt.
Das Bandmaterial ist fortlaufend, jeweils zwei Schenkel 6 und die Joche 7 umfassend,
gewickelt. Durch die Zusammensetzung der mittleren Blechpakete aus jeweils mehreren
Teilblechpaketen 3 entsteht ein gestufter Kern, welcher der Kreisform 8 angepasst
ist.
[0048] Wie ersichtlich, sind die Blechpakete, welche die mittlere Kernstufe bilden, mit
jeweils quer zur Schichtebene angeordneten Kühlkanälen 4 versehen.
[0049] Die Figur 5 zeigt eine dreidimensionale Schnittdarstellung des aus Bandmaterial gewickelten
Dreischenkelkernes gemäß Figur 4. Das Bandmaterial ist unter Bildung der - wie oben
beschrieben - gestalteten Kühlkanäle 4 jeweils in Teilblechpaketen 3, welche jeweils
entsprechende Schenkel 6 und Jochabschnitte 7 bilden, umlaufend gewickelt. Im Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 5 werden die Kühlkanäle 4 der Kernschenkel 6 in den Jochen 7 des Kernes
fortgeführt.
[0050] Die Figur 6 zeigt die Vollansicht eines Ausführungsbeispiels für den Aktivteil eines
Dreiphasentransformators, welcher mit einem mit Kühlkanälen 43 versehenen Kern 1 ausgestattet
ist. Auf den Schenkeln 6 sind im Ausführungsbeispiel Wicklungen 9 des Dreiphasentransformators
angeordnet. Die Teilblechpakete des Kerns 1 werden im Ausführungsbeispiel aus amorphem
Bandmaterial gebildet.
[0051] Die Figur 7 zeigt eine Schnittdarstellung des in Figur 6 gezeigten Ausführungsbeispiels
näher im Detail. Bei dem Ausführungsbeispiel sind die Biegeradien 17 der aufeinander
angeordneten Teilblechpakete 3 eines zusammengesetzten Kernes 1 jeweils derart gewählt,
dass im Bogen zwischen Schenkel 6 und Joch 7 jeweils ein bogenförmiger Spalt 23 und
damit ein Kühlkanal 43 zur Zirkulation eines Kühlfluides gebildet wird.
[0052] Die Figur 8 zeigt einen Schnitt durch den Schenkel 6 eines weiteren Ausführungsbeispiels
für einen Kern 1, bei dem die Teilblechpakete 3 der Blechpakte 2 mittels eines gewickelten
Bandmaterials hergestellt werden. Der im Beispiel dargestellte siebenstufige Kern
nutzt zur Bildung der Stufen lediglich Bleche 11 einer einzigen Bandbreite.
[0053] Im Hintergrund ist das untere Joch 7 des Kernes 1 in Vollansicht zu sehen. Das Bandmaterial
ist fortlaufend, jeweils zwei Schenkel 6 und die Joche 7 umfassend, gewickelt.
[0054] Die Figur 9 zeigt den Kern 1 gemäß Figur 8 in einer dreidimensionalen Sicht schräg
von der Seite.
[0055] Die Figur 10 zeigt eine Schnittdarstellung durch die Achse des Mittelschenkels eines
weiteren Ausführungsbeispiels für einen Dreischenkelkern parallel zur Ebene des Kernbandes.
Zwischen den Teilblechpaketen 3 des Schenkels 6 sind vertikale Kühlkanäle 4 angeordnet.
[0056] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 10 sind die Wickelradien 17 der Teilblechpakete
3 des Kernes 1 jeweils derart gewählt, dass im Bogen zwischen Schenkel 6 und Joch
7 jeweils ein bogenförmiger Spalt 23 zur Bildung eines Kühlkanals 43 zur Zirkulation
des Kühlmittels gebildet wird. Dieser bogenförmige Spalt 23 ist mit den Kühlkanälen
4 zwischen den Teilblechpaketen 3 verbunden. Dabei dient der untere Bogen zur Aufnahme
des Kühlmittels, welches quer zur Wickelrichtung einströmt, sich innerhalb des Bogens
auf die Kühlkanäle 43 zwischen den Bändern verteilt, um dann durch die Erwärmung aufzusteigen
und am oberen Bogen zwischen Schenkel 6 und Joch 7 wieder auszutreten.
[0057] Die Figur 11 zeigt eine Teilansicht des Schenkel-Joch-Übergangs des in Figur 10 beschriebenen
Ausführungsbeispiels näher im Detail.
[0058] Die Figur 12 zeigt die Vorderansicht eines Ausführungsbeispiels mit gewickeltem Bandkern
aus amorphem Material, bei dem die radial aufeinander befindlichen Blechpakete 2 mittels
Beilagen 48 derart zueinander beabstandet sind, dass ein Kühlkanal 42 zur Versorgung
der Kühlkanäle (nicht sichtbar) zwischen den parallel zueinander angeordneten Teilblechpaketen
gebildet wird.
[0059] Die Figur 13 zeigt ein Ausführungsbeispiel für den Mittelschenkel 6 eines Dreiphasentransformators
mit jeweils mehreren, den Mittelschenkel 6 mit einem Nachbarschenkel magnetisch verkoppelnden
Teilblechpaketen. Man erkennt im Bereich des mit dem Joch 7 in Verbindung stehenden
Schenkels 6 radiale Kühlkanäle 42 zwischen den Teilblechpaketen. Für die mechanische
Stabilisierung kommen Spannbänder 52 zum Einsatz, welche die Teilblechpakete am Umfang
umfassen. Diese können sowohl quer als auch längs zur Wickelrichtung angeordnet sein.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 13 erfolgt die Anordnung längs, also parallel
zur Wickelrichtung.
[0060] Die Spannbänder 52 werden in Querrichtung vorzugsweise derart auf den Teilblechpaketen
positioniert, dass sie in ihrer Lage jeweils zum Spannband des benachbarten Teilblechpaketes
versetzt sind und der Raum zwischen den Teilblechpaketen einen Kühlkanal bildet.
[0061] Die Figur 14 zeigt eine dreidimensionale Ansicht des Dreischenkelkernes gemäß Figur
13.
[0062] Die Figuren 15 und 16 zeigen ein Ausführungsbeispiel für einen Fünfschenkelkern.
Dabei wird der Kern vorzugsweise aus gewickelten Teilblechpaketen eines Bandmaterials
gebildet.
[0063] Die drei inneren Schenkel sind zur Montage von Wicklungen vorgesehen, während die
äußeren als Rückschlussschenkel dienen. Auch hier sind die Kerne aus gewickelten Segmenten
aus vorzugsweise amorphem Bandmaterial gebildet.
1. Kern (1) für eine elektrische Induktionseinrichtung mit einer Vielzahl an Blechpaketen
(2), die jeweils durch laminierte Bleche (11, 11.1, 11.2) gebildet sind, wobei die
Blechpakete (2) parallel zur Schichtebene der laminierten Bleche (11, 11.1, 11.2)
aufeinander liegen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zumindest eines der Blechpakete (2) segmentiert ist und zumindest zwei Teilblechpakete
(3) aufweist,
- die zwei Teilblechpakete (3) jeweils mit ihren Blechstirnseiten (3a), die quer,
insbesondere senkrecht, zur Schichtebene der laminierten Bleche (11, 11.1, 11.2) stehen,
einander gegenüber liegen,
- die Blechstirnseiten (3a) der zwei Teilblechpakete (3) einen Abstand zueinander
aufweisen, durch den ein sich senkrecht zur Schichtebene erstreckender Spalt zwischen
den zwei Teilblechpaketen (3) gebildet wird und
- der Spalt einen Kühlkanal (4) oder zumindest einen Abschnitt eines Kühlkanals (4)
bildet, dessen Kanallängsrichtung sich quer, insbesondere senkrecht, zur Schichtebene
der laminierten Bleche (11, 11.1, 11.2) erstreckt.
2. Kern (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Breite der Blechpakete (2) unter Bildung von Stufen zwischen aufeinander liegenden
Blechpaketen (2) unterschiedlich ist.
3. Kern (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
durch die Stufenbildung der Querschnitt des Kernes (1) zumindest abschnittsweise an
einen kreisförmigen Querschnitt angepasst ist.
4. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche 2-3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzahl unterschiedlicher Blechbreiten in den Teilblechpaketen (3) maximal ein
Drittel der Anzahl an Stufen beträgt.
5. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzahl unterschiedlicher Blechbreiten in den Teilblechpaketen (3) maximal drei
beträgt.
6. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Blechbreiten in den Teilblechpaketen (3) identisch sind.
7. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zumindest zwei aufeinander liegende Blechpakete (2) eine identische Anzahl an gleich
breiten Teilblechpaketen (3) aufweisen, aber dennoch unterschiedlich breit sind,
- wobei bei dem breiteren Blechpaket (2) zumindest zwei Teilblechpakete (3) durch
den oder einen der Kühlkanäle (4) voneinander getrennt sind.
8. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Kern (1) von innen nach außen betrachtet abwechselnd ein Blechpaket erster Art
und ein Blechpaket zweiter Art aufweist,
- wobei bei einem Blechpaket erster Art zumindest zwei Teilblechpakete (3), vorzugsweise
alle Teilblechpakete (3), durch einen Spalt oder Kühlkanal (4) voneinander getrennt
sind, und
- wobei bei einem Blechpaket zweiter Art zumindest zwei Teilblechpakete (3), vorzugsweise
alle Teilblechpakete (3), spaltfrei aufeinander liegen.
9. Kern (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest zwei aufeinander liegende Blechpakete (2) erster und zweiter Art dieselbe
Anzahl an gleich breiten Teilblechpaketen (3) aufweisen.
10. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Bleche (11, 11.1, 11.2) durch ein dünnwandiges Bandmaterial, vorzugsweise ein
amorphes Bandmaterial gebildet sind, und
- die Blechpakete (2) jeweils aus diesem Bandmaterial gewickelt sind.
11. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zumindest ein Kühlkanal (4) vorhanden ist, dessen Kanallängsrichtung sich
parallel zur Schichtebene der laminierten Bleche (11, 11.1, 11.2) erstreckt.
12. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Blechpakete (2) abschnittsweise gebogen sind, wobei die Biegeradien zumindest
zweier aufeinander liegender Blechpakete (2) derart gewählt sind, dass im Biegebereich
zwischen diesen Blechpaketen (2) ein Hohlraum, insbesondere in Form eines bogenförmigen
Spalts (23), gebildet wird,
- wobei der Hohlraum mit einem der Kühlkanäle (4) oder allen Kühlkanälen in Verbindung
steht und ein Einspeisen eines Kühlmittels durch den Hohlraum hindurch in den oder
die Kühlkanäle (4) ermöglicht.
13. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Breite des breitesten Teilblechpaketes ein ganzzahliges Vielfaches des schmalsten
Teilblechpaketes beträgt.
14. Kern (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die gewickelten Teilblechpakete (3) mittels Spannbändern (52) stabilisiert und fixiert
sind,
- wobei die Spannbänder (52) derart auf den Blechpaketen (2) angeordnet sind, dass
sie in ihrer Lage jeweils zum Spannband des benachbarten Teilblechpakets (3) versetzt
sind und derart gestaltet sind, dass sich in dem Raum zwischen den Teilblechpaketen
(3) ein Kühlkanal (4) bildet.