(19)
(11) EP 2 286 039 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
17.02.2016  Patentblatt  2016/07

(21) Anmeldenummer: 09749884.4

(22) Anmeldetag:  20.05.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/94(2006.01)
E04C 2/296(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2009/056170
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2009/141394 (26.11.2009 Gazette  2009/48)

(54)

FLÄCHIGE, VORZUGSWEISE FLEXIBLE BRANDSCHUTZEINHEIT

FLAT, PREFERABLY FLEXIBLE FIRE PROTECTION UNIT

DISPOSITIF PLAT, EN PARTICULIER FLEXIBLE, DE PROTECTION CONTRE LES INCENDIES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 21.05.2008 DE 102008024575

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
23.02.2011  Patentblatt  2011/08

(73) Patentinhaber: Anhamm GmbH
47443 Moers (DE)

(72) Erfinder:
  • KMIECINSKI, René
    47443 Moers (DE)
  • ANHAMM, Dag
    47445 Moers (DE)

(74) Vertreter: Neumann, Ditmar 
KNH Patentanwälte Kahlhöfer Neumann Rößler Heine PartG mbB Postfach 10 33 63
40024 Düsseldorf
40024 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 123 255
WO-A1-99/19140
WO-A1-82/00040
DE-U1- 7 715 947
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Der Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes gegen ein in den Raum oder aus dem Raum strömendes Fluid, insbesondere eine brennbare Flüssigkeit.

    [0002] Zum Schutz von Bauten, beispielsweise Bauwerken, Konstruktionen oder anderen Einrichtungen werden unterschiedliche Brandschutzmaßnahmen vorgenommen. So ist beispielsweise durch die CH 544 044 eine flächige, flexible Brandschutzeinheit bekannt. Die Brandschutzeinheit ist in Form einer Brandschutzfolie ausgebildet, die nicht brennbar und wärmeisolierend ist. Die Brandschutzeinheit weist ein folienartiges Trägermaterial mit einer Glasfasermatte auf. Auf die Glasfasermatte wird eine Schicht aus flüssigem und pulvrigem Wasserglas aufgetragen und anschließend verfestigt. Die Verfestigung kann durch Aushärten beziehungsweise Trocknen erfolgen. Der Vorteil einer solchen Brandschutzfolie nach der Druckschrift CH 544 044 ist, dass diese auch bei Einwirkung von sehr hohen Temperaturen eine zusammenhängende, geschlossene Schutzschicht aufweist, die auch bei längerer Hitzeeinrichtung keine Rissbildung aufweist.

    [0003] Durch die Druckschrift EP 0123 255 A1 ist ein Feuerschutzbauteil bekannt, dass ein vor Feuer schützendes Material enthält. Das Material besteht aus einem porösen, anorganischen Trägermaterial und einem bei Hitze aufschäumenden Brandschutzmittel. Da Material ist zwischen zwei Oberflächen des Bauteils sandwichartig angeordnet. Das Trägermaterial besteht aus Steinwolle oder Aluminiumsilikat in faseriger Form. Das bei Hitze aufschäumende Material ist in den Poren des Trägermaterials gleichmäßig verteilt, wobei das Material als Binder für die Fasern dient. Durch die Druckschrift DE 296 22 647 U1 ist ein Hochtemperaturdämmsystem bekannt. Das Dämmsystem weist ein Schottelement zur Ausbildung eines Brandschutzes aus Metall auf. Zur Bildung einer in Brandeinwirkungsrichtung vor dem Brandschott angeordneten Dämmabschirmung ist ein Isolationsmaterial aufweisendes Dämmelement vorgesehen. Für das Dämmelement ist eine Abdeckung aus Blech oder/und Folienmaterial vorgesehen. Jeweils ein Schottelement, ein Dämmelement und eine Blech-/Folienabdeckung sind unter Einschluss des Dämmelementes zwischen dem Schottelement und der Blech-/Folienabdeckung in ein Dämm/Schottelement als Bauelement integriert. Ein solches Dämmsystem ist insbesondere zum Schutz von Flugzeugbauteilen gegen Brandeinwirkung geeignet.

    [0004] Durch die WO2007/057202 ist ein Klappschott sowie eine Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes gegen ein in den Raum oder aus dem Raum strömendes Fluid, insbesondere eine brennbare Flüssigkeit, bekannt. Die Vorrichtung weist ein Klappschott auf, das aus einer ersten Position in eine zweite Position um eine Achse verschwenkbar ist. Es ist eine flexible Dichtung vorgesehen, die wenigstens einen über einen quer zur Achse verlaufenden Rand vorstehenden Lappen aufweist, der mit dem Klappschott und einem Rahmen verbunden ist. Benachbart zu dem wenigstens einem Lappen ist wenigstens ein Abschirmmittel vorgesehen.

    [0005] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Zielsetzung zugrunde, eine Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes gegen ein in den Raum oder aus dem Raum strömendes Fluid, insbesondere eine brennbare Flüssigkeit bereit zu stellen. welche verbesserte Brandschutzeigenschaften aufweist.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine eine Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes gegen ein in den Raum oder aus dem Raum strömendes Fluid, insbesondere eine brennbare Flüssigkeit mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

    [0007] Die Vorrichtung weist wenigstens eine flexible Brandschutzeinheit auf. Die Brandschutzeinheit umfasst wenigstens eine poröse Tragstruktur, wobei die Poren der Tragstruktur wenigstens teilweise mit wenigstens einem Mittel gefüllt sind, welches unter Wärmeeinwirkung wenigstens einen Schmelz- und/oder Verdampfungsvorgang durchführt. Die Vorrichtung umfasst ein Klappschott, wobei die Brandschutzeinheit mit dem Klappschott verbunden ist.

    [0008] Die Poren der Tragstruktur können unterschiedlich groß sein. Die Tragstruktur ist vorzugsweise wenigstens teilweise aus mineralischen Faser gebildet. Die Poren der Tragstruktur können auch in Form von Kanälen vorliegen.

    [0009] Durch den Schmelz- und/oder Verdampfungsvorgang wird erreicht, dass die Temperatur der Brandschutzeinheit für eine gewisse Zeit nicht oder nur unwesentlich ansteigt, so dass die Zeitspanne, innerhalb der die Brandschutzeinheit wirksam ist, vergrößert werden kann.

    [0010] Die Wirksamkeit der flächigen Brandschutzeinheit kann noch weiter dadurch gesteigert werden, dass das Mittel, welches eine Aggregatszustandsänderung durchführt, über eine vorzugsweise hohe Wärmekapazität verfügt. Vorteilhaft ist es, wenn die Tragstruktur aus einem Werkstoff gebildet ist, der eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist. Hierdurch wird der Wärmetransport in das Mittel verringert. Die Wirksamkeit der Brandschutzeinheit wird hierdurch erhöht.

    [0011] Das Mittel kann in fester, beispielsweise in körniger Form vorliegen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass das Mittel eine Flüssigkeit oder eine pastöse Flüssigkeit ist. Gegebenenfalls wird das Mittel gebunden vorliegen. Dies kann vorzugsweise dadurch erreicht werden, dass das Mittel zusammen mit Absorbern eingesetzt wird. Bei den Absorbern kann es sich um organische oder anorganische Absorber handeln.

    [0012] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Vorrichtung wird vorgeschlagen, dass die Tragstruktur wenigstens teilweise von einer Dampfsperre umgeben ist. Hierdurch wird sicher gestellt, dass das Mittel, welches beispielsweise unter Wärmeeinwirkung verdampft, länger in der Tragstruktur verbleibt. Darüber hinaus hat das Vorsehen der Dampfsperre den Vorteil, dass hierdurch eine verbesserte Lagehaltung der Brandschutzeinheit erreicht wird.

    [0013] Bei der Dampfsperre handelt es sich vorzugsweise um eine solche, die wenigstens teilweise durch eine Folie gebildet ist.

    [0014] Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei der die Dampfsperre die Tragstruktur im Wesentlichen hermetisch gegenüber der Umgebung abschließt.

    [0015] Zur Erhöhung der Standzeit der Brandschutzeinheit wird gemäß einer noch weiteren vorteilhaften Ausgestaltung vorgeschlagen, dass wenigstens zwei relativ zueinander verschiebbare Tragstrukturen vorgesehen sind.

    [0016] Die Tragstruktur kann auch derart ausgebildet sein, dass diese Kammern aufweist, die durch vorzugsweise flexible Stege voneinander getrennt sind. Die einzelnen Kammern können mit gleichen oder unterschiedlichen Mitteln befüllt sein.

    [0017] Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung der Brandschutzeinheit, bei der die Stege dampfdurchlässig sind. Hierdurch wird ein gewisser Druckausgleich innerhalb der Kammern erreicht, wenn unter Wärmeeinwirkung das Mittel verdampft.

    [0018] Besonders bevorzugt ist eine weitere Ausgestaltung der Brandschutzeinheit, bei der die wenigstens eine Folie wenigstens teilweise selektivpermeabel, vorzugsweise permeabel ist.

    [0019] Kommt es während einer Wärmeeinwirkung auf die Brandschutzeinheit zu einem Verdampfen des Mittels, so steigt der Druck innerhalb der Kammer beziehungsweise der Kammern an. Um sicher zu stellen, dass bei Überschreitung eines zulässigen maximalen Drucks die Folien nicht zerstört werden, kann ein gewisser Druckausgleich dadurch erreicht werden, dass die wenigstens eine Folie wenigstens teilweise selektivpermeabel ist. Diese Ausgestaltung hat des Weiteren den Vorteil, dass die Oberfläche der Folie mit einem Dampffilm oder Flüssigkeitsfilm, und zwar in Abhängigkeit vom Mittel und der Permeabilität der Folie versehen wird. Diese Dampf- oder Flüssigkeitsschicht erhöht die Wirksamkeit der Brandschutzeinheit.

    [0020] Das Mittel ist vorzugsweise durch eine Flüssigkeit oder ein Gemisch aus wenigstens zwei Flüssigkeiten gebildet. Die Flüssigkeiten oder die wenigstens eine Flüssigkeit weist vorzugsweise eine hohe Viskosität auf. Die Flüssigkeit kann insbesondere in Zusammenhang mit einem flexiblen Gewebe, vorzugsweise Quarz/Glasfaser verwendet werden. Hierbei sind die Fasern vorzugsweise parallel zum schützenden Teil der Folie angebracht, so dass der Zwischenraum mit der Flüssigkeit aufgenommen werden kann.

    [0021] Gemäß einer noch weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird vorgeschlagen, dass das Mittel wenigstens teilweise durch einen beladenen Absorber gebildet ist.

    [0022] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert, ohne dass der Gegenstand der Erfindung auf diese konkreten Ausführungsbeispiele beschränkt ist.

    [0023] Es zeigen:
    Fig. 1:
    schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer Brandschutzeinheit im Schnitt,
    Fig. 2:
    eine zweite Ausführungsform einer Brandschutzeinheit in einer Vorderansicht,
    Fig. 3:
    die Brandschutzeinheit nach Figur 2 im Schnitt,
    Fig. 4:
    ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes und
    Fig. 5:
    schematisch den Temperaturverlauf über der Zeit.


    [0024] Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer flächigen, flexiblen Brandschutzeinheit im Schnitt. Die Brandschutzeinheit 1 weist eine Tragstruktur 2 auf. Die Tragstruktur 2 ist gebildet durch eine Fasermatte, die porös ist. Innerhalb der Poren 3 ist ein Mittel 4 angeordnet, welches sich unter Wärmeeinwirkung so verändert, dass es beispielsweise verdampft. Die Struktur 2 ist umgeben von Folien 5, 6, die eine Dampfsperre bilden.

    [0025] Die schematisch in der Figur 1 dargestellte Brandschutzeinheit kann beispielsweise dadurch hergestellt werden, dass zunächst die poröse Tragstruktur 2 bereitgestellt wird. In die Tragstruktur 2 wird das Mittel 4 eingebracht. Die Einbringung des Mittels kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die Tragstruktur 2 in beispielsweise ein Bad mit dem Mittel eingetaucht wird. Das Mittel kann auch mittels wenigstens einer Walze oder einem vergleichbaren Gerät in die Tragstruktur eingebracht werden. Hierzu wird das Mittel auf die Tragstruktur aufgebracht. Das überschüssige Mittel wird von der Oberfläche der Tragstruktur entfernt. Anschließend wird die Tragstruktur mit dem Mittel in eine Folie eingebracht, in der die Tragstruktur vorzugsweise hermetisch abgeschlossen wird. Zur Verbesserung der Brandschutzeigenschaften der Brandschutzeinheit wird des Weiteren bei der Herstellung die Struktur unter Vakuum gesetzt, so dass die Folie dicht an der Oberfläche der Tragstruktur anliegt. Das Vakuum wird so angebracht, dass die Brandschutzeinheit eine Flexibilität beibehält. Die zur Einbringung des Vakuums notwendige Öffnung wird anschließend verschweißt bzw. verklebt.

    [0026] In der Figur 2 ist schematisch eine flächige, flexible Brandschutzeinheit 1 in einer Vorderansicht dargestellt. Die Brandschutzeinheit 1 weist eine Tragstruktur 2 auf, die mehrere Kammern 3 aufweist. In jeder Kammer 3 ist jeweils ein Mittel 4 angeordnet, welches unter Wärmeeinwirkung wenigstens eine Aggregatszustandsänderung durchführt.

    [0027] Aus der Schnittdarstellung nach Figur 3 ist ersichtlich, dass die Tragstruktur 2 durch Folien 5, 6 und 8 gebildet ist. Die Folien 5, 6 und 8 sind beabstandet zu einander ausgebildet. Die Folien 5, 8 sind mittels Stegen 7 miteinander verbunden. Die Folien 6, 8 sind mittels Stegen 9 miteinander verbunden. Sie bilden jeweils Kammern 3, 10, die sich in dem dargestellten Ausführungsbeispiel im Wesentlichen parallel zu einander strecken. Die Stege 7, 9 können versetzt zu einander ausgebildet sein, so dass sich die Kammern 3, 10 teilweise überlappen.

    [0028] Bei dem Mittel 4, welches in den Kammern 3, 10 angeordnet ist, handelt es sich vorzugsweise um ein solches Mittel, die einen Absorber aufweist, der mit einer Flüssigkeit beladen ist. Der Absorber kann ein organischer oder anorganischer Absorber sein.

    [0029] Zur Lagerung der Brandschutzeinheit sowie zur Formstabilisierung kann bei der Herstellung der Brandschutzeinheit derart vorgegangen werden, dass die Kammern unter ein bestimmtes Vakuum gesetzt werden und anschließend die Kammern luftdicht verschlossen werden. Die Höhe des Vakuums hat Auswirkungen auf die Steifigkeit der Brandschutzeinheit 1.

    [0030] Die Folien 5, 6 sind vorzugsweise semipermeabel ausgebildet, so dass die in den Kammern gegebenenfalls gebundene Flüssigkeit nach einer Aggregatszustandsänderung in Form von Dampf aus der Brandschutzeinheit 1 durch die Folien 5, 6 austreten kann.

    [0031] In der Figur 4 ist schematisch eine Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes gegen ein in dem Raum oder aus den Raum strömendes Fluid dargestellt. Die Vorrichtung weist ein Schott 11 auf, welches in dem dargestellten Ausführungsbeispiel verschwenkbar um eine im Wesentlichen horizontal verlaufende Achse ist. Der Schott 11 ist zumindest an der Ober- und Unterseite mit einer Brandschutzeinheit, wie sie beispielsweise in der Figur 1 dargestellt ist, versehen. Beidseits des Schotts sind Abdeckungen 12 vorgesehen, welche derart ausgebildet sind, dass diese flexibel sind und eine Tragstruktur mit wenigstens einer Kammer aufweisen, in der wenigstens ein Mittel angeordnet ist, welches unter Wärmeeinwirkung wenigstens eine Aggregatszustandsänderung durchführt.

    [0032] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes gegen ein in den Raum oder aus dem Raum strömendes Fluid, insbesondere eine brennbare Flüssigkeit, wird erreicht, dass die Brandschutzeinheit 1 zum einen eine flüssigkeitsdichte Absperrung eines Durchgangs 13 bewirkt, so dass die Flüssigkeit nicht aus dem Raum beziehungsweise in einen Raum strömen kann. Dadurch, dass die Brandschutzeinheit ein Mittel aufweist, welches unter Wärmeeinwirkung wenigstens eine Aggregatszustandsänderung durchführt, wird erreicht, dass die flüssigkeitsdichte Folie geschützt wird. Ein Zersetzen der Folie durch Hitze wird im Wesentlichen vermieden.

    [0033] Durch die öffnungsgemäße Ausgestaltung der Vorrichtung wird erreicht, dass das Schott, insbesondere das Klappschott relativ leicht ausgebildet werden kann.

    [0034] In der Figur 5 ist schematisch der Temperaturverlauf über der Zeit dargestellt. Die Zeit ist in Minuten angegeben.

    [0035] Gestrichelt zeigt die Figur 5 den Temperaturverlauf innerhalb eines Ofens. Der mit Punkten versehene Verlauf des Temperaturanstiegs während der Zeit beschreibt die Änderung der Temperatur in einer Brandschutzeinheit, die zweilagig ausgebildet ist. Der Temperaturverlauf ist zwischen den beiden Lagen der Brandschutzeinheit gemessen. Die Brandschutzeinheit umfasst zwei poröse Tragstrukturen, die Poren aufweisen. Diese sind mit einem Superabsorber gefüllt. Die Tragstrukturen sind jeweils in einer Dampfsperre eingeschlossen. Aus dem Verlauf der Temperatur zwischen diesen beiden Lagen ist ersichtlich, dass nach circa 7 Minuten die Temperatur von 100 °C relativ rasch auf eine Temperatur von circa 500 °C ansteigt.

    [0036] Aus dem mit Dreiecken gekennzeichneten Temperaturverlauf ist erkennbar, dass zwischen zwei Lagen der Brandschutzeinheit die Temperatur für circa 15 Minuten auf einem Wert von circa 100 °C verbleibt. Die beiden Lagen entsprechen im Wesentlichen der Ausgestaltung des vorstehend genannten Ofentest, wobei die Dicke der Tragstruktur 6 mm beträgt.

    [0037] Bei einer zweilagigen Brandschutzeinheit mit einer Tragstruktur von jeweils 12 mm erfolgt erst nach circa 30 Minuten ein steiler Temperaturanstieg. Bis zu 30 Minuten verharrt die Temperatur zwischen den beiden Lagen auf circa 100 °C.

    Bezugszeichenliste



    [0038] 
    1
    Brandschutzeinheit
    2
    Tragstruktur
    3
    Kammer
    4
    Mittel
    5
    Folie
    6
    Folie
    7
    Steg
    8
    Folie
    9
    Steg
    10
    Kammer
    11
    Schott
    12
    Abdeckung
    13
    Durchgang



    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Abschotten eines Raumes gegen ein in den Raum oder aus dem Raum strömendes Fluid, insbesondere eine brennbare Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine flexible Brandschutzeinheit (1) umfasst, wobei die Brandschutzeinheit (1) wenigstens eine poröse Tragstruktur (2) mit aufweist und die Poren (3) der Tragstruktur (2) wenigstens teilweise mit wenigstens einem Mittel (4) gefüllt sind, welches unter Wärmeeinwirkung wenigstens einen Schmelz- und/oder Verdampfungsvorgang durchführt, wobei die Vorrichtung einen Klappschott (11) aufweist und die Brandschutzeinheit (1) mit dem Klappschott (11) verbunden ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (2) wenigstens teilweise von einer Dampfsperre (5, 6) umgeben ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfsperre (5, 6) wenigstens teilweise durch eine Folie gebildet ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfsperre (5, 6) die Tragstruktur (2) im wesentlichen hermetisch gegenüber der Umgebung abschließt.
     
    5. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (2) wenigstens teilweise aus mineralischen Fasern gebildet ist.
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass diese wenigstens zwei relativ zueinander verschiebliche Tragstrukturen (2) aufweist.
     
    7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (2) Kammern (3) aufweist, die durch Stege (7), vorzugsweise flexible Stege, voneinander getrennt sind.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (7) dampfdurchlässig sind.
     
    9. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (4) durch eine Flüssigkeit oder ein Gemisch aus wenigstens zwei Flüssigkeiten gebildet ist.
     
    10. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (4) wenigstens teilweise durch einen beladenen Absorber gebildet ist.
     


    Claims

    1. Device for shutting of a room against a fluid, especially an inflammable liquid, flowing into the room or out of the room, characterized in that the device comprises a flexible fire protection unit (1), wherein the fire protection unit (1) has at least one porous carrying structure (2), and the pores (3) of the carrying structure (2) are filled at least partially with at least one medium (4) which, under the action of heat, carries out at least one melting and/or evaporation process, wherein the device has a folding bulkhead (11), and the fire protection unit (1) is connected to the folding bulkhead (11).
     
    2. Device as claimed in claim 1, characterized in that the carrying structure (2) is surrounded at least partially by a vapor barrier (5, 6).
     
    3. Device as claimed in claim 2, characterized in that the vapor barrier (5, 6) is formed at least partially by a foil.
     
    4. Device as claimed in claim 2 or 3, characterized in that the vapor barrier (5, 6) closes off the carrying structure (2) essentially hermetically with respect to the surroundings.
     
    5. Device as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 4, characterized in that the carrying structure (2) is formed at least partially from mineral fibers.
     
    6. Device as claimed in one of claims 1 to 5, characterized in that it has at least two carrying structures (2) displaceable in relation to one another.
     
    7. Device as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 6, characterized in that the carrying structure (2) has chambers (3) which are separated from one another by webs (7), preferably flexible webs.
     
    8. Device as claimed in claim 7, characterized in that the webs (7) are vaporpermeable.
     
    9. Device as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 8, characterized in that the medium (4) is formed by a liquid or a mixture of at least two liquids.
     
    10. Device as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 9, characterized in that the medium (4) is formed at least partially by a charged absorber.
     


    Revendications

    1. Dispositif pour fermer un espace vis-à-vis d'un fluide s'écoulant dans ou hors de l'espace, en particulier un liquide combustible, caractérisé en ce que le dispositif comprend une unité flexible de protection contre les incendies (1), l'unité de protection contre les incendies (1) présentant une structure porteuse poreuse (2) et les pores (3) de la structure porteuse (2) étant remplis au moins partiellement d'au moins un agent (4) qui, sous l'effet de la chaleur, réalise une opération de fusion et/ou d'évaporation, le dispositif présentant une cloison rabattable (11) et l'unité de protection contre les incendies (1) étant connectée à la cloison rabattable (11).
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la structure porteuse (2) est entourée au moins en partie par un pare-vapeur (5,6).
     
    3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que le pare-vapeur (5, 6) est formé au moins en partie par un film.
     
    4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le pare-vapeur (5, 6) ferme essentiellement hermétiquement la structure porteuse (2) vis-à-vis de l'environnement.
     
    5. Dispositif selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes 1 à 4, caractérisé en ce que la structure porteuse (2) est formée au moins en partie de fibres minérales.
     
    6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que celui-ci présente au moins deux structures porteuses (2) déplaçables l'une par rapport à l'autre.
     
    7. Dispositif selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes 1 à 6, caractérisé en ce que la structure porteuse (2) présente des chambres (3) qui sont séparées les unes des autres par des nervures (7), de préférence des nervures flexibles.
     
    8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce que les nervures (7) sont perméables à la vapeur.
     
    9. Dispositif selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes 1 à 8, caractérisé en ce que l'agent (4) est formé par un liquide ou un mélange d'au moins deux liquide.
     
    10. Dispositif selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes 1 à 9, caractérisé en ce que l'agent (4) est formé au moins en partie par un absorbeur chargé.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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