[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Setzen eines Spreizankers
mittels einer Werkzeugmaschine, insbesondere eines Schlagschraubers. Darüber hinaus
bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine Werkzeugmaschine, insbesondere ein
Schlagschrauber, zum Durchführen dieses Verfahrens, enthaltend eine Eingabeeinrichtung
zum Erfassen eines Typs eines Spreizankers oder eines Anzugsdrehmoments für den Spreizanker,
ein Schlagwerk zum Erzeugen von und auf den Spreizanker übertragbaren Drehschlägen,
eine Einrichtung zum Erfassen eines Drehwinkels einer Abtriebswelle der Werkzeugmaschine
und eine Steuerungseinrichtung.
[0002] Spreizanker werden in ein vorgebohrtes Loch eingesetzt und anschließend standardmäßig
mittels eines Drehmomentschlüssels in dem Loch verspannt. Die Verwendung eines Drehmomentschlüssels
erweist sich als notwendig, da ein Anwender bei dem in das Loch eingesetzten Spreizankers
nicht ansehen kann, ob dieser ordnungsgemäß verspreizt, d.h. gesetzt ist. Hierbei
treten sowohl Probleme bei einer zu geringen Verspreizung und somit geringeren Belastbarkeit
der Verankerung im Untergrund und einer zu starken Verspreizung, wegen einer möglichen
Ermüdung des Spreizanker auf. Die Hersteller der Spreizanker geben entsprechend ein
zugehöriges Anzugsdrehmoment an, welches an dem Drehmomentschlüssel zum Setzen eingestellt
werden soll.
[0003] Ein Setzverfahren für einen Spreizanker und ein Schlagschrauber zum Setzen eines
Spreizankers gemäß dem Stand der Technik ist beispielsweise in der deutsche Patentanmeldung
DE 10 2011 005 079 A1 offenbart. Dieses Dokument des Stands der Technik beschreibt ein Setzverfahren für
einen Spreizanker mittels eines Schlagschraubers, bei dem Drehschläge auf den Spreizanker
wiederholt ausgeübt werden. Eine Wiederholungsrate der Drehschläge wird in Abhängigkeit
eines zum Verspreizen einer Spreizhülse des Spreizankers vorgegebenen Anzugsdrehmoments
eingestellt. Der Schlagschrauber stellt das Ausüben von Drehschlägen ein, wenn eine
erfasste mittlere Drehzahl an einer Mutter des Spreizankers einen Schwellwert unterschreitet.
[0004] In Versuchsreihen wurde festgestellt, dass das Relaxationsverhalten eines Spreizankers
abhängig von der Setzgeschwindigkeit ist, mit der der Spreizanker in einen Werkstoff
(z.B. mineralischen Untergrund) positioniert wird. Relaxation beschreibt dabei den
allmählichen Verlust an Vorspannkraft des in einen Werkstoff gesetzten Spreizankers
aufgrund von Setzeffekten.
[0005] Bei Spreizankern, die mit hoher Anzugsgeschwindigkeit gesetzt werden, wurde ein sehr
starker Abfall der Vorspannkraft des in einen Werkstoff gesetzten Spreizankers in
den ersten Minuten nach dem Abschluss des Setzprozesses beobachtet. Bei einem konventionellen
Setzverfahren (d.h. manuellen Setzen eines Spreizankers in einen Werkstoff) mit einem
Drehmomentschlüssel ist dieser Verlust an Vorspannkraft geringer ausgeprägt. Ein erhöhter
Verlust an Vorspannkraft verringert die mit dem Spreizanker erreichbaren Lastwerte
und schränkt damit den Anwendungsbereich des Spreizankers ein.
[0006] Der Verlust der Vorspannkraft wird vermutlich durch die sehr hohe Geschwindigkeit
des Setzprozesses verursacht. Beim Handanzug (d.h. beim manuellen Setzen eines Spreizankers
in einen Werkstoff) wird üblicherweise über einen Zeitraum von ca. 20 sec. ein Drehmoment
in mehreren Intervallen aufgebracht. In den Pausen zwischen diesen Intervallen, in
denen die Rückholbewegung mit dem Drehmomentschlüssel ausgeführt wird, können lokale
Spannungsspitzen im Werkstoff (z.B. Beton) bereits abgebaut werden. Bei einer nächsten
Rückholbewegung bzw. bei einem weiteren Hub durch den Drehmomentschlüssel wird der
daraus resultierende Verlust an Vorspannkraft wieder kompensiert.
[0007] Beim Setzen mit einem Schlagschrauber wird der gesamte Setzprozess des Spreizankers
innerhalb von ca. 2 sec. abgeschlossen. Dadurch fehlt die Zeit, um zwischen den Setzintervallen
die Spannungsspitzen abzubauen. Aus diesem Grunde findet der Setzprozess erst nach
Abschluss des eigentlichen Setzprozesses statt.
[0008] Es ist daher
Aufgabe der vorliegenden Erfindung das vorstehend beschriebene Problem zu lösen und insbesondere
ein Verfahren zum Setzen eines Spreizankers mittels einer Werkzeugmaschine, insbesondere
eines Schlagschraubers, sowie eine Werkzeugmaschine, insbesondere ein Schlagschrauber,
zum Durchführen dieses Verfahrens bereitzustellen. Durch das Verfahren und die Werkzeugmaschine
zum Durchführen des Verfahrens wird der Setzprozess eines Spreizankers optimiert,
sodass der Spreizanker einer höchstmöglichen Zugkraftbelastung ausgesetzt werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
1 und 2 gelöst.
[0010] Hierzu wird ein Verfahren bereitgestellt zum Setzen eines Spreizankers mittels einer
Werkzeugmaschine, insbesondere eines Schlagschraubers.
[0011] Das Verfahren kennzeichnet sich erfindungsgemäß durch die Schritte:
- Ausüben von Drehschlägen durch die Werkzeugmaschine (20) auf einen Spreizanker (1)
zum Verspreizen einer Spreizhülse (3) des Spreizankers (1) in Abhängigkeit einer in
der Werkzeugmaschine (20) erzeugten ersten Drehzahl bis ein in der Werkzeugmaschine (20) erzeugtes und auf den Spreizanker (1) ausgeübtes
Anzugsdrehmoment einem vorbestimmten Schwellwert entspricht;
- Ausüben einer vorbestimmten Anzahl von Drehschlägen durch die Werkzeugmaschine (20)
auf den Spreizanker (1) zum Verspreizen der Spreizhülse (3) des Spreizankers (1) in
Abhängigkeit der in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten ersten Drehzahl; und
- Ausüben von Drehschlägen durch die Werkzeugmaschine (20) auf den Spreizanker (1) zum
Verspreizen der Spreizhülse (3) des Spreizankers (1) in Abhängigkeit einer im Vergleich
zu der ersten Drehzahl reduzierten in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten zweiten
Drehzahl für eine vorbestimmte Zeitdauer (t).
[0012] Durch das Ausüben weiterer Drehschläge auf den bereits gesetzten Spreizanker mit
einer reduzierten Drehzahl kann ein Nachspannen an dem Spreizanker erzeugt werden,
wodurch die Setzeffekte ausgeglichen werden können, ohne dass die Vorspannkraft in
dem Spreizanker weiter erhöht werden.
[0013] Des Weiteren wird eine Werkzeugmaschine, insbesondere ein Schlagschrauber, bereitgestellt
zum Durchführen dieses Verfahrens, enthaltend eine Eingabeeinrichtung zum Erfassen
eines Typs eines Spreizankers oder eines Anzugsdrehmoments für den Spreizanker, ein
Schlagwerk zum Erzeugen von und auf den Spreizanker übertragbaren Drehschlägen, eine
Einrichtung zum Erfassen eines Anzugsdrehmoments der Werkzeugmaschine und eine Steuerungseinrichtung.
[0014] Erfindungsgemäß kennzeichnet sich die Werkzeugmaschine dadurch, dass die Steuerungseinrichtung
ausgestaltet ist
zum Einstellen einer in der Werkzeugmaschine erzeugten ersten Drehzahl, wodurch von
der ersten Drehzahl abhängige Drehschläge auf den Spreizanker zum Verspreizen einer
Spreizhülse des Spreizankers ausübbar sind bis ein in der Werkzeugmaschine erzeugtes
und auf den Spreizanker ausgeübtes Anzugsdrehmoment einem vorbestimmten Schwellwert
entspricht;
zum Einstellen der Werkzeugmaschine, sodass eine vorbestimmte Anzahl von Drehschlägen
durch die Werkzeugmaschine auf den Spreizanker zum Verspreizen der Spreizhülse des
Spreizankers in Abhängigkeit der in der Werkzeugmaschine erzeugten ersten Drehzahl
ausgeübt wird;
und
zum Einstellen einer in der Werkzeugmaschine erzeugten im Vergleich zu der ersten
Drehzahl reduzierten zweiten Drehzahl, wodurch für eine vorbestimmte Zeitdauer von
der zweiten Drehzahl abhängige Drehschläge auf den Spreizanker zum Verspreizen der
Spreizhülse des Spreizankers ausübbar sind.
[0015] Hierdurch kann ein Nachspannen an dem Spreizanker erzeugt werden, wodurch die Setzeffekte
ausgeglichen werden können, ohne dass die Vorspannkraft in dem Spreizanker weiter
erhöht werden.
[0016] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Figurenbeschreibung. In den Figuren
sind verschiedene Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dargestellt. Die
Figuren, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination.
Der Fachmann wird die Merkmale zweckmässigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen
weiteren Kombinationen zusammenfassen.
[0017] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Spreizanker in einem Bohrloch, und
- Fig. 2
- eine erfindungsgemäße Werkzeugmaschine in Form eines Schlagschraubers und einen Spreizanker
in einem Bohrloch.
Ausführungsbeispiel:
[0018] Fig. 1 zeigt einen beispielhaften Spreizanker 1 bestehend aus einer Zugstange 2 und
einer Spreizhülse 3. Die Spreizhülse 3 umgibt umfänglich einen zylindrischen Abschnitt
4 der Zugstange 2. Ein Aussendurchmesser 5 des zylindrischen Abschnitts 4 ist vorzugsweise
etwas geringer als ein Innendurchmesser 6 der Spreizhülse 3, wodurch die Zugstange
2 gegenüber dem Aufspreizelement 3 axial beweglich ist. Der zylindrische Abschnitt
4 geht in einen konischen Abschnitt 7 über, welcher einen Spreizkörper 8 zum Aufspreizen
der Spreizhülse 3 bildet. Der grösste Durchmesser des konischen Abschnitts 7 ist grösser
als der Innendurchmesser 6 der Spreizhülse 3 und vorzugsweise geringer als ein Aussendurchmesser
9 der Spreizhülse 3. An der Zugstange 2 ist ein Gewinde 10 vorgesehen, über welches
eine Zugkraft eingeleitet werden kann. Bei dem beispielhaften Spreizanker 1 dient
das Gewinde 10 zugleich einer Befestigung von Lasten. Bei einer Montage wird der Spreizanker
1 mit dem Spreizkörper 8 voraus in ein Bohrloch mit einem Durchmesser etwas kleiner
als der Aussendurchmesser der unverspreizten Spreizhülse 3 eingesetzt. Eine Mutter
11 wird auf das Gewinde 10 aufgeschraubt und festgezogen, solange bis die Zugstange
2 samt dem Spreizkörper 8 in die Spreizhülse 3 gezogen wird. Die Spreizhülse 3 klemmt
sich dabei an einer Wand 12 des Bohrlochs fest. Der Spreizanker 1 ist ordnungsgemäss
gesetzt, wenn die Spreizhülse 3 um ein bestimmtes Mass radial erweitert ist. Ein Anwender
kann dies erkennen, wenn die Mutter 11 bei einem spezifizierten Anzugsdrehmoment sich
nicht mehr dreht.
[0019] Andere (nicht gezeigte) Spreizanker können beispielsweise einen Bolzen mit einem
Gegengewinde, das an das Gewinde 10 der Zugstange 2 angreift. Bei der Montage setzt
der Anwender ein Schraubwerkzeug an dem Bolzen an und zieht auf diese Weise die Zugstange
2 mit dem Spreizkörper 8 in die Spreizhülse 3.
[0020] Die beispielhaften Spreizanker 1 können mittels eines adaptierten Schlagschraubers
20 gesetzt werden. Hierzu wird der Schlagschrauber 20 auf bekannte Art und Weise mit
dem Spreizanker 1 so verbunden, dass das in dem Schlagschrauber 20 erzeugbare Anzugsdrehmoment
entsprechend auf den Spreizanker 20 und insbesondere auf die Mutter 11 übertragen
wird.
[0021] Der Schlagschrauber 20 hat einen Schlagwerk 21, welcher periodisch Drehschläge in
Drehrichtung A erzeugt. Ein (nicht gezeigter) Hammer ist auf einer Antriebswelle 23
mittels einer (nicht gezeigten) spiralförmigen Kulisse gelagert. Eine (nicht gezeigte)
Feder drückt den Hammer 22 längs der Abtriebswelle 23 in Richtung zu einem (nicht
gezeigten) Amboss. Der Amboss ist mit einer Abtriebswelle 27 starr verbunden. Die
Antriebswelle 23 und die Abtriebswelle 27 sind relativ zueinander verdrehbar. Der
Hammer und der Amboss haben längs der Antriebswelle 23 vorspringende (nicht gezeigte)
Klauen, über welche der Hammer ein Drehmoment auf den Amboss übertragen kann. Ein
Elektromotor 29 treibt über ein nicht gezeigtes Getriebe die Antriebswelle 23 an.
Ein Zyklus eines Drehschlags hat im Wesentlichen folgende Phasen. Die Klauen des Hammers
liegen an dem Amboss an. Die drehende Antriebswelle 23 zieht den Hammer wegen der
Kulisse von dem Amboss gegen die Kraft der Feder weg, bis die Klauen mit dem Amboss
26 außer Eingriff sind. Getrieben durch die Feder bewegt sich der Hammer in Richtung
zu dem Amboss und wird dabei durch die Kulisse in eine Drehbewegung versetzt. Die
Klauen schlagen schließlich tangential an dem Amboss an.
[0022] Eine Ausführungsform des Schlagschraubers 20 hat eine Eingabeeinrichtung 30, mittels
welcher ein Anwender das spezielle Anzugsdrehmoment des Spreizanker 1 eingeben kann.
Die Eingabeeinrichtung 30 enthält beispielsweise einen (nicht gezeigten) Taster, eine
(nicht gezeigte) Tastatur, ein (nicht gezeigtes) Schaltfeld und/oder ein (nicht gezeigtes)
Anzeigeelement. Alternativ oder zusätzlich kann eine Eingabeeinrichtung 30 vorgesehen
sein, über welche der Anwender einen Typ sowie das dazugehörige Anzugsdrehmoment für
einen Spreizanker einstellen kann. Beispielsweise sind zwei Taster zum Wählen eines
Typs bzw. einer Bauart des Spreizankers und eine Größe des Spreizankers vorgesehen.
Der gewählte Typ des Spreizankers sowie das dazu gehörige Anzugsdrehmoment kann beispielsweise
in einem als Display oder über mehrere LEDs ausgestalteten Anzeigeelement angezeigt
werden.
[0023] Eine Steuerungseinrichtung 35 liest das eingegebene Anzugsdrehmoment von der Eingabeeinrichtung
30 bzw. von der Erkennungseinrichtung 33 ein. Die Erkennungseinrichtung 33 kann in
Form eines Scanners, eines Abtastelements, eines Eingabefelds oder ähnlichem verwirklicht
sein.
[0024] Die Steuerungseinrichtung 35 ermittelt anhand des eingegebenen Anzugsdrehmoments
eine erste Drehzahl für die Antriebswelle 23. Beispielsweise sind in einer Speichereinrichtung
36 zu verschiedenen Anzugsdrehmomenten zugeordnete Drehzahlen abgelegt. Nachdem ein
Anwender den Elektromotor 29 mittels eines (nicht gezeigten) Tasters aktiviert, prüft
die Steuerungseinrichtung 35, ob zuvor eine Drehzahl vorgegeben wurde, also z.B. durch
Vorgabe des Spreizankertyps oder des Anzugsdrehmoments. Die Steuerungseinrichtung
35 kann ein Aktivieren des Motors 29 beispielsweise unterbinden, falls bisher kein
Anzugsdrehmoment ausgewählt wurde, sondern den Anwender zu einer Eingabe auffordern.
Die Steuerungseinrichtung 35 regelt den Elektromotor 29 derart, dass die Antriebswelle
23 sich mit der vorgegebenen ersten Drehzahl dreht. Die gewählte erste Drehzahl der
Antriebswelle 23 gibt die Wiederholungsrate der Drehschläge vor. Es wurde erkannt,
dass mit einem Absenken der Drehzahl nicht nur die Frequenz der Drehschläge absinkt,
welches soweit für das Setzen des Spreizankers unerheblich ist, sondern auch, dass
das mit jedem Drehschlag ausgeübte Drehmoment abgesenkt wird. Jeder der Drehzahlen
ist, zwar mit einer großen Toleranz, ein Drehmoment zugeordnet. In einer Ausgestaltung
beginnt der Schlagschrauber 20 die Mutter 11 mit einer ihm maximal möglichen Drehzahl
zu drehen. Nach einer Zeitdauer, welche vorzugsweise durch den eingegeben Typ des
Spreizankers 1 festgelegt wird, senkt der Schlagschrauber die Drehzahl auf die in
Abhängigkeit des Anzugsdrehmoments vorgegebene Drehzahl ab. Bei dem Anzugsdrehmoment
handelt es sich um das für den jeweils verwendeten Spreizanker vorbestimmte Anzugsdrehmoment.
[0025] An der Abtriebswelle 27 ist eine Einrichtung 39 zum Erfassen eines Anzugsdrehmoments
der Werkzeugmaschine 20 angeordnet. In der dargestellten Ausführungsform ist die Einrichtung
39 zum Erfassen eines Anzugsdrehmoments der Werkzeugmaschine 20 durch einen Drehmomentaufnehmer
verwirklicht. Der Drehmomentaufnehmer 39 dient dazu das Anzugsdrehmoment an der Abtriebswelle
27, welches durch die Werkzeugmaschine 20 und insbesondere durch den Elektromotor
29 erzeugt wird, zu erfassen. Der Drehmomentaufnehmer 39 kann dabei Dehnungsmessstreifen
enthalten und/oder nach dem piezoelektrischen, magnetoelastischen oder optischen Prinzip
funktionieren. Alternativ oder in Ergänzung dazu kann der Drehmomentaufnehmer auch
mit dem SAW-Verfahren (Surface Acoustic Wave-Verfahren) arbeiten. Das erfasste Anzugsdrehmoment
der Abtriebswelle 27 um eine Rotationsachse R wird über eine Verbindungsleitung 40
an die Steuerungseinrichtung 35 übermittelt. Die Steuerungseinrichtung 35 vergleicht
das von dem Drehmomentaufnehmer 39 erfasste Anzugsdrehmoment mit in der Speichereinrichtung
36 hinterlegten Schwellwerten für das Anzugsdrehmoment. Wenn das von dem Drehmomentaufnehmer
39 erfasst Anzugsdrehmoment einen vorbestimmten Schwellwert erreicht, so ist dies
ein Indikator dafür, dass der Spreizanker mit den auf ihn ausgeübten Drehschlägen
bzw. mit den auf ihn wirkenden Anzugsdrehmoment des auf die erste Drehzahl eingestellten
Schlagschraubers nicht mehr weitergedreht werden kann und ordnungsgemäß in dem Bohrloch
gesetzt ist. Gemäß einer nicht gezeigten und nicht weiter beschriebenen Ausführungsform
ist ein Drehmomentaufnehmer nicht zwingend vorgesehen, da das Anzugsdrehmoment für
den Spreizanker mit einer entsprechenden Einrichtung indirekt aus dem Motordrehwinkel
ermittelt oder geschätzt werden kann.
[0026] Nachfolgend wird eine vorbestimmte Anzahl von Drehschlägen durch die Werkzeugmaschine
(20) auf den Spreizanker (1) ausgeübt. Die feste Anzahl an zusätzlichen Drehschlägen
dient zum weiteren Verspreizen der Spreizhülse (3) des Spreizankers (1), wobei diese
zusätzlichen Drehschläge in Abhängigkeit der in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten
ersten Drehzahl erzeugt werden.
[0027] Anschließend stellt die Steuerungseinrichtung 35 den Elektromotor so ein, dass eine
zweite Drehzahl für die Antriebswelle 23 anliegt. Die zweite Drehzahl ist dabei geringer
als die erste Drehzahl. Die zweite bzw. geringere Drehzahl erzeugt Drehschläge mit
einem entsprechend geringeren Anzugsdrehmoment, welches auf den Spreizanker für eine
vorbestimmte Zeitdauer t ausgeübt wird. Hierdurch kann ein Nachspannen an dem Spreizanker
erzeugt werden, wodurch die Setzeffekte ausgeglichen werden können, ohne dass die
Vorspannkraft in dem Spreizanker weiter erhöht werden.
[0028] Durch das erfindungsgemäße Verfahren und die Werkzeugmaschine 20 zum Durchführen
dieses Verfahrens wird damit der Setzprozess des Spreizankers 1 optimiert, sodass
der Spreizanker 1 in dem Bohrloch einer höchstmöglichen Zugkraftbelastung ausgesetzt
werden kann.
1. Verfahren zum Setzen eines Spreizankers (1) mittels einer Werkzeugmaschine (20), insbesondere
eines Schlagschraubers,
gekennzeichnet durch die Schritte
- Ausüben von Drehschlägen durch die Werkzeugmaschine (20) auf einen Spreizanker (1) zum Verspreizen einer Spreizhülse
(3) des Spreizankers (1) in Abhängigkeit einer in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten
ersten Drehzahl bis ein in der Werkzeugmaschine (20) erzeugtes und auf den Spreizanker
(1) ausgeübtes Anzugsdrehmoment einem vorbestimmten Schwellwert entspricht;
- Ausüben einer vorbestimmten Anzahl von Drehschlägen durch die Werkzeugmaschine (20) auf den Spreizanker (1) zum Verspreizen der Spreizhülse
(3) des Spreizankers (1) in Abhängigkeit der in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten
ersten Drehzahl; und
- Ausüben von Drehschlägen durch die Werkzeugmaschine (20) auf den Spreizanker (1) zum Verspreizen der Spreizhülse
(3) des Spreizankers (1) in Abhängigkeit einer im Vergleich zu der ersten Drehzahl
reduzierten in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten zweiten Drehzahl für eine vorbestimmte
Zeitdauer (t).
2. Werkzeugmaschine (20), insbesondere ein Schlagschrauber, zum Durchführen des Verfahrens
nach Anspruch 1, enthaltend
- eine Eingabeeinrichtung (30) zum Erfassen eines Typs eines Spreizankers (1) oder
eines Anzugsdrehmoments für den Spreizanker (1);
- ein Schlagwerk (21) zum Erzeugen von und auf den Spreizanker (1) übertragbaren Drehschlägen;
- eine Einrichtung (39) zum Erfassen eines Anzugsdrehmoments der Werkzeugmaschine
(20); und
- eine Steuerungseinrichtung (35)
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (35) ausgestaltet ist zum Einstellen einer in der Werkzeugmaschine
(20) erzeugten ersten Drehzahl, wodurch von der ersten Drehzahl abhängige Drehschläge
auf den Spreizanker (1) zum Verspreizen einer Spreizhülse (3) des Spreizankers (1)
ausübbar sind bis ein in der Werkzeugmaschine (20) erzeugtes und auf den Spreizanker
(1) ausgeübtes Anzugsdrehmoment einem vorbestimmten Schwellwert entspricht; und
zum Einstellen der Werkzeugmaschine (20), sodass eine vorbestimmte Anzahl von Drehschlägen
durch die Werkzeugmaschine (20) auf den Spreizanker (1) zum Verspreizen der Spreizhülse
(3) des Spreizankers (1) in Abhängigkeit der in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten
ersten Drehzahl ausgeübt wird; und
zum Einstellen einer in der Werkzeugmaschine (20) erzeugten im Vergleich zu der ersten
Drehzahl reduzierten zweiten Drehzahl, wodurch für eine vorbestimmte Zeitdauer (t)
von der zweiten Drehzahl abhängige Drehschläge auf den Spreizanker (1) zum Verspreizen
der Spreizhülse (3) des Spreizankers (1) ausübbar sind.