[0001] Die Erfindung betrifft ein Füllsystem zum Befüllen einer Rauchwarenpatrone mit einem
Füllgut.
[0002] Bei Rauchwaren wie Zigaretten, Zigarillos, Pfeifentabak oder dergleichen spielen
neben Tabak auch zusätzliche Stoffe eine zunehmende Rolle. Diese zusätzlichen Stoffe
können Aroma- bzw. Geschmacksstoffe sein. In Frage kommen aber auch Aktivkohle oder
vergleichbare Stoffe für die Minderung des Schadstoffgehaltes im Rauch.
[0003] Eine Möglichkeit zur Bereitstellung von Tabak bzw. einer Tabakzubereitung und/oder
der genannten Stoffe für das Rauchen besteht in dem Einsatz einer Rauchwarenpatrone,
die in eine Zigarette, eine Pfeife, ein elektrisches Ersatzgerät oder dergleichen
eingesetzt werden kann, und die ein entsprechendes Füllgut enthält. Eine solche Rauchwarenpatrone
umfasst eine Patronenhülse, die stirnseitig eine luftdurchlässige Rückhaltemembran
aufweist, und die außerdem mit dem insbesondere wirkstoffhaltigen Füllgut befüllt
ist. Eine solche Rauchwarenpatrone wird so eingesetzt, dass die Rückhaltemembran dem
Benutzer zugewandt zu liegen kommt, und dass der Rauch durch die Rauchwarenpatrone
hindurch angesaugt wird. Der die Rauchwarenpatrone passierende oder darin entstehende
Rauch bzw. Dampf kann entsprechend aromatisiert und/oder filtriert werden, während
das wirkstofflialtige Füllgut an der Rückhaltemembran zurückgehalten wird und nicht
in die Atemwege des Benutzers gelangt.
[0004] Außer an die konstruktive Ausgestaltung der Rauchwarenpatrone sind auch hohe An forderungen
an die Exaktheit ihrer Befüllung gestellt. Einerseits ist es wichtig, dass eine exakt
abgemessene Teilmenge des Füllgutes in die leere Rauchwarenpatrone eingebracht wird.
Andererseits kommt es auf einen bestimmten Verdichtungszustand des Füllgutes innerhalb
der Rauchwarenpatrone an.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Füllsystem zum Befüllen einer Rauch
warenpatrone mit einem Füllgut bereitzustellen, welches dazu geeignet ist, bei hohen
Taktraten reproduzierbare und eng tolerierte Befüllungszustände zu erzeugen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Füllsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Der Erfindung liegt des weiteren die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Befüllen
einer Rauchwarenpatrone mittels des genannten Füllsystems anzugeben, welches unter
den Randbedingungen einer Großserienbefüllung die exakte Einstellung und reproduzierbare
Einhaltung von fest definierten Befüllungsparametern ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst.
[0009] Zunächst basiert die Erfindung auf der erfindungsgemäßen Erkenntnis, dass für den
Einsatzzweck der Rauchwarenpatronen eine Dosierung des Füllgutes nach Volumen oder
Gewicht nicht ausreicht. Vielmehr gilt es als zusätzlichen Parameter zu berücksichtigen,
dass die befüllte Rauchwarenpatrone einen bestimmten Ansaug- bzw. Durchströmungswiderstand
erzeugt, um einerseits den Gewohnheiten des Rauchers Rechnung zu tragen, und um andererseits
die ggf. vorhandene Tabakglut in gewünschtem Maß aufrecht zu erhalten. Das Füllgut
innerhalb der Rauchwarenpatrone muss deshalb beim Befüllvorgang einen bestimmten Verdichtungszustand
erfahren, der seinerseits den Ansaug- bzw. Durchströmungswiderstand im Zusammenspiel
mit den jeweiligen Materialeigenschaften des Füllgutes definiert.
[0010] Um dies zu erreichen, weist das erfindungsgemäße Füllsystem einen Füllgutvorrat,
einen Halter für die Patronenhülse und einen Unterdruckanschluss zur Beaufschlagung
der Rückhaltemembran mit Unterdruck auf. Der Halter ist dazu ausgelegt, die Patronenhülse
für deren Befüllung zum Füllgutvorrat zu führen. Das Füllsystem ist ferner dazu ausgelegt,
den Innenraum der Patronenhülse durch die Rückhaltemembran hindurch mit Unterdruck
zu beaufschlagen und dadurch eine Unterdruckbefüllung der Patronenhülse aus dem Füllgutvorrat
heraus zu bewirken.
[0011] Im korrespondierenden erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst die leere Patronenhülse
mit ihrer offenen, der Rückhaltemembran gegenüber liegenden Stirnseite mittels des
Halters in Kontakt mit dem Füllgutvorrat gebracht. Des Weiteren wird der Innenraum
der Patronenhülse durch die Rückhaltemembran hindurch mit Unterdruck beaufschlagt.
Dadurch wird eine Teilmenge des Füllgutes aus dem Füllgutvorrat in den Innenraum der
Patronenhülse gesaugt, wobei das Füllgut an der Rückhaltemembran zurückgehalten wird.
[0012] Das Zusammenspiel aus Rückhaltemembran und Unterdruck stellt zunächst sicher, dass
die Rauchwarenpatrone randvoll befüllt wird. Darüber hinaus kann durch Steuerung des
Unterdruckniveaus ein bestimmter Verdichtungszustand des Füllgutes innerhalb der Rauchwarenpatrone
herbeigeführt werden. Die Kombination der randvollen, volumetrischen Dosierung des
Füllgutes mit dem genannten Verdichtungszustand stellt das gewünschte Ziel sicher:
Die Rauchwarenpatrone enthält einerseits das Füllgut in der gewünschten Menge und
erzeugt andererseits beim Rauchen den gewünschten Ansaug- bzw. Durchströmungswiderstand.
Darüber hinaus sind Vorrichtung und Verfahren gleichermaßen für die Handhabung unter
Laborbedingungen sowie bei Klein- und sogar Großserien geeignet. Selbst bei hohen
Taktraten lässt sich der definierte Befüllungszustand innerhalb eng tolerierter Grenzen
einhalten.
[0013] In vorteilhafter Weiterbildung des erfindungsgemäßen Füllsystems weist dieses einen
Unterdrucksensor zur Messung des Durchströmungswiderstandes der Patronenhülse auf.
Im zugehörigen Verfahrensschritt wird mittels des Unterdrucksensors eine Messung des
Durchströmungswiderstandes der Patronenhülse zur Bestimmung ihres Füllgrades vorgenommen.
Insbesondere wird während des Füllvorganges mittels des Unterdrucksensors eine kontinuierliche
oder intermittierende Messung des Ansaugunterdrucks vorgenommen, wobei der Füllvorgang
beim Unterschreiten eines vorgegebenen Grenzunterdruckes beendet wird.
[0014] Der Einsatz des Unterdrucksensors trägt dem Umstand Rechnung, dass anfänglich der
Füllstand des Füllgutes innerhalb der Patronenhülse steigt, und dass sich anschließend
eine zunehmende Kompaktierung des Füllgutes innerhalb der Rauchwarenpatrone einstellt.
Mit zunehmendem Füllstand und zunehmender Kompaktierung steigen der Durchströmungswiderstand
und damit das anliegende Unterdruckniveau. Mit anderen Worten sinkt der ansaugseitige
Druck mit steigender Kompaktierung, was als Steuer- bzw. Regelgröße für das einzuhaltende
Kompaktierungsniveau herangezogen wird. Der gewählte Grenzunterdruck ist das Maß für
den sich später bei der Benutzung einstellenden Ansaugwiderstand. Dadurch, dass der
Füllvorgang dann beendet wird, wenn der Ansaugunterdruck den vorgegebenen Grenzunterdruck
unterschreitet bzw. als Druckdifferenz zum Umgebungsdruck in ihrem Absolutwert einen
Grenzwert überschreitet, ist die exakte Einhaltung des später sich einstellenden Ansaugwiderstandes
sichergestellt.
[0015] Alternativ zur vorgenannten Unterdruckmessung während des Füllvorganges oder zusätzlich
dazu kann im Anschluss an den Füllvorgang mittels des Unterdrucksensors eine Messung
des Durchströmungswiderstandes der Patronenhülse zur Bestimmung ihrer Füllqualität
vorgenommen werden. Die hier vorgenommene Unterdruckmessung gibt direkten Aufschluss
darüber, ob die betreffende Rauchwarenpatrone später im Betrieb den gewünschten Durchströmungs-
bzw. Ansaugwiderstand haben wird. Bei Abweichungen hiervon kann eine Aussortierung
erfolgen.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform kann das Füllsystem zusätzlich oder alternativ
auch einen Durchflusssensor zur Messung der aus der Patronenhülse angesaugten Luftmenge
aufweisen. Im zugehörigen Verfahrensschritt wird mittels des Durchflusssensors eine
Messung der aus der Patronenhülse angesaugten Luftmenge zur Bestimmung ihres Füllgrades
vorgenommen. Insbesondere wird während des Füllvorganges mittels des Durchflusssensors
eine kontinuierliche und intermittierende Messung der Luftmenge vorgenommen, wobei
der Füllvorgang bei Unterschreiten einer vorgegebenen Luftmenge beendet wird. Ergänzend
zur Einstellung des oben abgehandelten Durchströmungswiderstandes kann hierdurch auch
sichergestellt werden, dass eine bestimmte Füllmenge innerhalb der Rauchwarenpatrone
erreicht ist.
[0017] Für den Befüllvorgang kann es ausreichen, dass die Patronenhülse mit ihrer offenen
Stirnseite an die Oberfläche des Füllgutes im Füllgutvorrat gebracht und dann das
Füllgut aus dem Füllgut in den Innenraum der Patronenhülse gesaugt wird. Hierbei ist
sichergestellt, dass der Füllgutvorrat keinen oder zumindest keinen nennenswerten
Druck durch die Patronenhülse erfährt, so dass keine ungewollte Kompaktierung des
Füllgutvorrates eintritt. Alternativ kann es zweckmäßig sein, dass die Patronenhülse
für ihre Befüllung mit ihrer offenen Stirnseite voran zumindest teilweise und insbesondere
vollständig in den Füllgutvorrat eingetaucht wird. Es wird hier zumindest anteilig
das Prinzip des Stechhebers angewandt, wodurch der Ansaugvorgang unterstützt wird.
Dies kann eine ordnungsgemäße Befüllung der Patronenhülse mit dem Füllgut begünstigen.
[0018] Das Füllsystem umfasst vorteilhaft eine erste Siegeleinrichtung zur Aufsiegelung
der Rückhaltemembran auf eine erste Stirnseite der Patronenhülse. Zweckmäßig umfasst
das Füllsystem auch eine zweite Siegeleinrichtung zur Aufsiegelung einer Deckfolie
auf eine zweite, der Rückhaltemembran gegenüberliegenden Stirnseite der Patronenhülse.
In den zugehörigen Verfahrensschritten wird unmittelbar vor dem Befüllungsvorgang
die Rückhaltemembran auf die erste Stirnseite der Patronenhülse aufgesiegelt. Anschließend
erfolgt die oben beschriebene Befüllung. Sobald diese abgeschlossen ist, wird die
Deckfolie auf die zweite, der Rückhaltemembran gegenüberliegenden Stirnseite der Patronenhülse
aufgesiegelt. Der erste Siegelvorgang, die Befüllung und der anschließende zweite
Siegelvorgang können demnach unmittelbar aufeinanderfolgend mit der gleichen Vorrichtung
durchgeführt werden, ohne die Taktrate nachteilig zu beeinflussen. Unbearbeitete,
leere Patronenhülsen können in beliebiger Lage dem Füllsystem zugeführt werden, ohne
dass auf die korrekte Ausrichtung einer zuvor aufgebrachten Rückhaltemembran geachtet
werden muss.
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachfolgend anhand der Zeichnung näher
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- in einer schematischen Längsschnittdarstellung eine fertiggestellte Rauchwarenpatrone,
welche erfindungsgemäß befüllt und abgesiegelt wurde,
- Fig. 2
- in einer schematischen Längsschnittdarstellung ein erstes Teilsystem des erfindungsgemäßen
Befüllsystems mit einem Siegelhalter und mit einer eingesetzten, leeren Patronenhülse
beim Aufsiegeln der Rückhaltemembran,
- Fig. 3
- die Anordnung nach Fig. 2 beim Überführen der Patronenhülse in einen Halter des zweiten
Teilsystems für den späteren Befüllvorgang,
- Fig. 4
- die Anordnung nach Fig. 3 mit Einzelheiten zur Ausgestaltung des zweiten Teilsystems
des erfindungsgemäßen Befüllsystems mit dessen Halter bei vollständig eingesetzter
Patronenhülse,
- Fig. 5
- die Anordnung nach Fig. 4 beim Aufsetzen der Patronenhülse auf einen Füllgutvorrat,
- Fig. 6
- die Anordnung nach Fig. 5 mit in den Füllgutvorrat eingetauchter Patronenhülse,
- Fig. 7
- die Anordnung nach Fig. 6 beim Abstreifen von überschüssigem Füllgut von der Unterkante
der Patronenhülse mittels eines Abstreifers, und
- Fig. 8
- die Anordnung nach Fig. 4 beim abschließenden Aufsiegeln einer Deckfolie auf die befüllte
Patronenhülse.
[0020] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Längsschnittdarstellung eine fertiggestellte,
einsatzbereite Rauchwarenpatrone 1. Die Rauchwarenpatrone 1 umfasst eine Patronenhülse
2, deren Innenraum vollständig mit einem Füllgut 7 befüllt ist. Die Rauchwarenpatrone
1 erstreckt sich entlang einer Längsachse und ist hier zylindrisch ausgeformt. Es
kommen aber auch abweichende, unrunde Querschnittsformen in Betracht. In Richtung
ihrer Längsachse weist die Patronenhülse 2 eine erste Stirnseite 5 und eine in Längsrichtung
gegenüberliegende zweite Stirnseite 6 auf. Auf den an der ersten Stirnseite 5 umlaufenden
Rand der Patronenhülse 2 ist eine luftdurchlässige Rückhaltemembran 3 aufgesiegelt.
Die Rückhaltemembran 3 ist derart ausgebildet, dass sie zwar Luft, Rauch und/oder
Dampf, nicht jedoch das im Innenraum der Patronenhülse 2 befindliche faserige, körnige
oder pulvrige Füllgut 7 hindurch lässt. An der zweiten, der Rückhaltemembran gegenüberliegenden
Stirnseite 6 der Patronenhülse 2 ist auf ihren umlaufenden Rand eine Deckfolie 4 aufgesiegelt,
welche insgesamt dicht sein kann. Es kommt aber auch in Betracht, als Deckfolie 4
das gleiche Material mit den gleichen Eigenschaften wie bei der Rückhaltemembran 3
einzusetzen. In jedem Falle begrenzen die Umfangswand der Patronenhülse 2, die Rückhaltemembran
3 und die Deckfolie 4 den Innenraum der Rauchwarenpatrone 1, welcher volumetrisch
vollständig mit einem Füllgut 7 befüllt ist. Es kann aber auch eine Teilbefüllung
zweckmäßig sein.
[0021] Als Füllgut 7 kommen Tabak, eine Tabakzubereitung, ein Trägermaterial mit Aromastoffen
und/oder dergleichen in Betracht. Alternativ oder in Kombination damit kann auch Aktivkohle
oder ein anderes geeignetes Filtermaterial eingefüllt werden. Die auf diese Weise
vorbereitete Rauchwarenpatrone 1 kann in eine Zigarette, eine Pfeife oder dergleichen
eingesetzt werden. Im Falle einer undurchlässigen Deckfolie 4 ist diese vor Benutzung
zu durchstoßen. Der von der Tabakglut ausgehende Rauch wird durch die Rauchwarenpatrone
1 hindurch vom Benutzer angesaugt. Im Falle von eingefüllten Zusatzstoffen (Aromastoffe,
Filterstoffe und/oder dgl.) wird dabei der Rauch durch das Füllgut 7 in gewünschter
Weise aufbereitet, d. h. aromatisiert und/oder gefiltert. Die Rauchwarenpatrone 1
wird in einer Orientierung eingesetzt, bei der die Rückhaltemembran 3 dem Benutzer
zugewandt ist. Die Rückhaltemembran 3 hält dabei unter Einwirkung des vom Benutzer
aufgebrachten Ansaugunterdruckes das Füllgut 7 im Innenraum der Rauchwarenpatrone
1 zurück. Alternativ zur vorstehend beschriebenen Bereitstellung bzw. Aufbereitung
des Tabakrauches kann eine derartige Rauchwarenpatrone 1 auch in Ersatzgeräten eingesetzt
werden, die insbesondere zur Minderung schädlicher Wirkungen das Rauchen simulieren,
ohne dass dabei eine Tabakverbrennung stattfindet. Der hier benutzte Begriff "Rauchwaren"
umfasst damit auch explizit solche Waren bzw. Füllgüter, die einer Simulation des
Rauchens bzw. einem Ersatz dafür beispielsweise durch elektrisch erzeugte Dampfbildung
dienen.
[0022] Die vorstehend beschriebene Rauchwarenpatrone 1 wird in einem erfindungsgemäßen Füllsystem
mit erfindungsgemäßen Verfahrensschritten befüllt und fertiggestellt, wie es nachfolgend
beispielhaft anhand der Fig. 2 bis 8 beschrieben ist:
[0023] Fig. 2 zeigt in einer schematischen Längsschnittdarstellung ein erstes Teilsystem
des erfindungsgemäßen Füllsystems, demnach ein rohrförmiger Siegelhalter 14 vorgesehen
ist. Im Siegelhalter 14 befindet sich ein axial bewegbarer Stößel 15. Eine leere,
beidseitig offene Patronenhülse 2 ist in den Siegelhalter 14 eingesetzt und liegt
auf dem Stößel 15 derart auf, dass ihre erste Stirnseite 5 aus dem Siegelhalter 14
hervorsteht. In dieser Konfiguration wird zur Bildung der Rückhaltemembran 3 ein entsprechend
bahnförmiges Material auf die erste Stirnseite 5 aufgelegt und mittels einer schematisch
angedeuteten ersten Siegeleinrichtung 12 auf die erste Stirnseite 5 aufgesiegelt.
[0024] Fig. 3 zeigt die Anordnung nach Fig. 2, wobei das vorstehend beschriebene erste Teilsystem
nun in Wechselwirkung mit einem zweiten Teilsystem des Füllsystems tritt. Das zweite
Teilsystem umfasst einen ebenfalls rohrförmigen Halter 9, in den nun die Patronenhülse
2 mit ihrer ersten Stirnseite 5 eingeführt wird. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
wird der Halter 9 als Stanzeinrichtung genutzt, mittels derer die aufgesiegelte Rückhaltemembran
3 konturbündig zur Patronenhülse 2 aus dem oben beschriebenen Bahnmaterial ausgestanzt
wird. Es kann aber auch zweckmäßig sein, anstelle des Halters 9 eine separate Stanzeinrichtung
zu verwenden.
[0025] Fig. 4 zeigt die Anordnung nach Fig. 3 im nachfolgenden Verfahrensschritt, wobei
hier der Halter 9 um zusätzliche Details vervollständigt dargestellt ist. Im Innenraum
des Halters 9 befindet sich ein Anschlag 21. Für die Übergabe der Patronenhülse 2
aus dem Siegelhalter 14 in den Halter 9 wird der Stößel 15 entsprechend einem Pfeil
17 derart bewegt, dass die Patronenhülse 2 mit ihrer ersten Stirnseite 5 am Anschlag
21 zu liegen kommt.
[0026] Der Halter 9 ist mit einem Unterdruckanschluss 10 versehen, welcher durch den Anschlag
21 hindurch bis zum Aufnahmeraum für die Patronenhülse 2 verläuft. Mittels des Unterdruckanschlusses
10 kann der von einer nicht dargestellten Unterdruckquelle ausgehende Unterdruck durch
die Rückhaltemembran 3 hindurch in den Innenraum der Patronenhülse 2 geleitet werden.
Im Bereich des Unterdruckanschlusses 10 befindet sich noch ein schematisch angedeuteter
Unterdrucksensor 11 sowie ein ebenfalls schematisch an gedeuteter Durchflusssensor
20, auf deren Funktion weiter unten näher eingegangen wird.
[0027] Fig. 5 zeigt die Anordnung nach Fig. 4, nachdem die Patronenhülse 2 gemäß Fig. 4
aus dem Siegelhalter 14 in den Halter 9 überführt und der Siegelhalter 14 entfernt
wurde. In dieser Konfiguration wird die zunächst noch leere Patronenhülse 2 mit ihrer
offenen, der Rückhaltemembran 3 gegenüberliegenden Stirnseite 6 mittels des Halters
9 in Kontakt mit einem Füllgutvorrat 8 gebracht. Hierzu ist ein nach oben offener
Behälter vorgesehen, in dem sich das ausgewählte Füllgut 7 als loses Schüttmaterial
zur Bildung des Füllgut vorrates 8 befindet. Als "Kontakt" im oben genannten Sinne
muss nicht notwendig eine tatsächliche Berührung der zweiten Stirnseite 6 mit dem
Füllgutvorrat 8 stattfinden. Es kann auch eine derart enge Annäherung ausreichen,
dass das Füllgut 7 aus dem Füllgutvorrat 8 in die Patronenhülse 2 eingesaugt werden
kann. Alternativ kommt auch in Betracht, dass die Patronenhülse 2 ausgehend von der
Position nach Fig. 5 für ihre Befüllung mit ihrer offenen Stirnseite 6 voran zumindest
teilweise und insbesondere - wie in Fig. 6 gezeigt - vollständig in den Füllgutvorrat
8 eingetaucht wird. Bevorzugt wird jedenfalls gemäß der Darstellung nach Fig. 6 nur
die Patronenhülse 2, nicht jedoch der Halter 9 in den Füllgutvorrat 8 eingetaucht.
[0028] Ausgehend von der Position der Patronenhülse 2 nach Fig. 5, nach Fig. 6 oder einer
Zwischenposition davon mit nur teilweise eingetauchter Patronenhülse 2 erfolgt nun
die Befüllung des Innenraums der Patronenhülse 2 mit dem Füllgut 7 aus dem Füllgutvorrat
8. Hierzu wird über den Unterdruckanschluss 10 ein Ansaugunterdruck durch die Rückhaltemembran
3 hindurch in den Innenraum der Patronenhülse 2 eingebracht. Dieser Ansaugunterdruck
bewirkt eine Ansaugung des Füllgutes 7 aus dem Füllgutvorrat 8. Durch eine geeignete
Verfahrenssteuerung kann eine teilweise Befüllung erfolgen. Bevorzugt wird die Patronenhülse
2 vollständig, d. h. randvoll mit dem Füllgut 7 befüllt. Die Rückhaltemembran 3 hält
dabei das Füllgut 7 zurück, so dass dieses nicht in den Unterdruckanschluss 10 gelangen
kann.
[0029] Der einwirkende Unterdruck bewirkt zunächst eine lose Befüllung der Patronenhülse
2, welche durch den Eintauchvorgang nach Fig. 6 unterstützt werden kann. Bei weiter
anliegendem Unterdruck folgt hieran eine zunehmende Kompaktierung des Füllgutes 7
innerhalb der Patronenhülse 2. Letzteres hat Auswirkungen auf die Höhe des Unterdrucks
im Unterdruckanschluss 10. Bei zunächst noch leerer Patronenhülse 2 beschränkt sich
der Unterdruck im Unterdruckschluss 10 auf das Niveau, welches durch den Durchströmungswiderstand
der Rückhaltemembran 3 vorgegeben wird. Mit steigendem Füllgrad innerhalb der Patronenhülse
steigt auch der bei der Ansaugung entstehende Durchströmungswiderstand, in dessen
Folge der Ansaugdruck im Bereich des Unterdruckanschlusses 10 absinkt. Mit anderen
Worten steigt die Druckdifferenz zwischen dem Unterdruck im Bereich des Unterdruckanschlusses
10 und dem eingangsseitig der Patronenhülse 2 wirkenden Umgebungsdruck. Nachfolgend
wird jedoch der Einfachheit halber auf den sinkenden Wert des Ansaugunterdruckes Bezug
genommen.
[0030] Zur Bestimmung des füllgradabhängigen Ansaugunterdruckes ist im unterdruckführenden
Teil des Halters 9 ein Unterdrucksensor 11 angebracht, der mit einer nicht dargestellten
Steuer- bzw. Regeleinrichtung des Füllsystems verbunden ist. Darüber hinaus ist im
Bereich des Unterdruckanschlusses 10 ein Durchflusssensor 20 angebracht, der ebenfalls
mit der genannten Steuer- bzw. Regeleinrichtung verbunden ist, und mittels dessen
sich die durch die Rückhaltemembran 3 hindurch gesaugte Luftmenge bestimmen lässt.
Der Unterdrucksensor 11 und/oder der Durchflusssensor 20 lassen sich vorteilhaft wie
nachfolgend beschrieben für die Verfahrenssteuerung einsetzen:
[0031] Zunächst kann während des Füllvorganges nach den Fig. 5 oder 6 eine nach Wahl kontinuierliche
oder auch intermittierende Messung des wirkenden und sich während des Füllvorganges
verändernden Ansaugunterdruckes vorgenommen werden. Zuvor wurde ein Grenzunterdruck
festgelegt, welcher für die Bestimmung eines korrekten Füllzustandes herangezogen
wird. Anfänglich ist der Ansaugunterdruck kaum geringer als der Umgebungsdruck, weist
also noch einen vergleichsweise großen Absolutbetrag auf. Mit steigendem Füllgrad
steigt auch der Durchströmungswiderstand, in dessen Folge der Ansaugunterdruck abnimmt.
Sobald mittels des Unterdrucksensors ermittelt wurde, dass der Ansaugunterdruck den
genannten Grenzunterdruck unterschritten hat, wird der Füllvorgang beendet, indem
die Patronenhülse 2 vom Füllgutvorrat 8 entfernt wird. Alternativ oder zusätzlich
kann während des Füllvorganges mittels des Durchflusssensors 20 eine kontinuierliche
oder intermittierende Messung derjenigen Luftmenge vorgenommen werden, die durch die
Rückhaltemembran 3 hindurch aus dem Innenraum der Patronenhülse 2 angesaugt wurde.
Auch hierzu wurde zuvor ein entsprechender Grenzwert festgelegt. Das Überschreiten
dieses Grenzwertes bzw. der vorgegebenen Luftmenge kann ebenfalls als Signal für das
Erreichen des gewünschten Füllzustands und damit für das Beenden des Füllvorganges
herangezogen werden.
[0032] Nach Abschluss des Füllvorganges wird die Patronenhülse 2 mittels des Halters 9 vom
Füllgutvorrat 8 abgehoben, wie dies in Fig. 7 dargestellt ist. Hierbei kann es zweckmäßig
sein, am Unterdruckanschluss 10 einen gewissen Minimalunterdruck aufrecht zu erhalten,
um ein Herausfallen des Füllgutes 7 aus der noch unten offenen Patronenhülse 2 zu
verhindern. Darüber hinaus kann der jetzt noch anliegende Unterdruck im Anschluss
an den oben beschriebenen Füllvorgang dazu verwendet werden, mittels des Unterdrucksensors
11 eine Messung des Durchströmungswiderstandes der Patronenhülse 2 zur Bestimmung
ihrer Füllqualität vorzunehmen. Darüber hinaus wird noch mittels eines Abstreifers
19 überschüssiges Füllgut 7 an der zweiten Stirnseite 6 von der Patronenhülse 2 abgestreift.
Entsprechend der schematischen Darstellung nach Fig. 7 erfolgt dieses Abstreifen durch
eine Relativbewegung des Halters 9 gegenüber einer Kante 19 des Füllgutbehälters entsprechend
einem Pfeil 18.
[0033] Schließlich umfasst das erfindungsgemäße Füllsystem noch eine zweite Siegeleinrichtung
13 gemäß Fig. 8, wofür hier erneut der eingangs schon beschriebene Siegelhalter 14
zum Einsatz kommt. Natürlich kann es aber auch zweckmäßig sein, eine separate zweite
Siegeleinrichtung 13 vorzusehen. Jedenfalls wird im Anschluss an den vorstehend beschriebenen
Befüllvorgang eine Deckfolie 4 an die zweite Stirnseite 6 der Patronenhülse 2 angelegt
und mittels der zweiten Siegeleinrichtung 13 auf deren umlaufenden Rand aufgesiegelt.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 folgt das Anpressen und Aufsiegeln mittels des
Stößels 15, wobei der umlaufende Rand des Siegelhalters 14 zum konturbündigen Ausstanzen
der Deckfolie 4 verwendet wird. Auch hier kann aber eine separate Stanzeinrichtung
vorteilhaft sein. Bei der gezeigten bevorzugten Ausführungsform mit dem Wechselspiel
des Siegelhalters 14 und des Halters 9 ist jedoch das erfindungsgemäße Füllsystem
in nur zwei Teilsysteme aufgeteilt, die beispielsweise an zwei gegensinnig laufenden
Walzen, Rädern, Tellern oder dergleichen angebracht werden können, und die deshalb
einen insbesondere kontinuierlichen Verfahrensablauf ermöglichen.
1. Füllsystem zum Befüllen einer Rauchwarenpatrone (1) mit einem Füllgut (7), wobei die
Rauchwarenpatrone (1) eine Patronenhülse (2) und eine stirnseitige, luftdurchlässige
Rückhaltemembran (3) aufweist, wobei das Füllsystem einen Füllgutvorrat (8), einen
Halter (9) für die Patronenhülse (2) und einen Unterdruckanschluss (10) zur Beaufschlagung
der Rückhaltemembran (3) mit Unterdruck aufweist, wobei der Halter (9) dazu ausgelegt
ist, die Patronenhülse (2) für deren Befüllung zum Füllgutvorrat (8) zu führen, und
wobei das Füllsystem dazu ausgelegt ist, den Innenraum der Patronenhülse (2) durch
die Rückhaltemembran (3) hindurch mit Unterdruck zu beaufschlagen und dadurch eine
Unterdruckbefüllung der Patronenhülse (2) aus dem Füllgutvorrat (8) zu bewirken.
2. Füllsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Füllsystem einen Unterdrucksensor (11) zur Messung des Durchströmungswiderstandes
der Patronenhülse (2) aufweist.
3. Füllsystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Füllsystem einen Durchflusssensor (20) zur Messung der aus der Patronenhülse
(2) angesaugten Luftmenge aufweist.
4. Füllsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Füllsystem eine erste Siegeleinrichtung (12) zur Aufsiegelung der Rückhaltemembran
(3) auf eine erste Stirnseite (5) der Patronenhülse (2) umfasst.
5. Füllsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Füllsystem eine zweite Siegeleinrichtung (13) zur Aufsiegelung einer Deckfolie
(4) auf eine zweite, der Rückhaltemembran (3) gegenüberliegende Stirnseite (6) der
Patronenhülse (2) umfasst.
6. Verfahren zum Befüllen einer Rauchwarenpatrone (1) mit einem Füllgut (7) mittels eines
Füllsystems nach einem der Ansprüche 1 bis 5, umfassend folgende Verfahrensschritte:
- Die leere Patronenhülse (2) wird mit ihrer offenen, der Rückhaltemembran (3) gegenüberliegenden
Stirnseite (6) mittels des Halters (9) in Kontakt mit dem Füllgutvorrat (8) gebracht;
- Der Innenraum der Patronenhülse (2) wird durch die Rückhaltemembran (3) hindurch
mit Unterdruck beaufschlagt und dadurch eine Teilmenge des Füllgutes (7) aus dem Füllgutvorrat
(8) in den Innenraum der Patronenhülse (2) gesaugt, wobei das Füllgut (7) an der Rückhaltemembran
(3) zurückgehalten wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Unterdrucksensors (11) eine Messung des Ansaugunterdruckes zur Bestimmung
des Füllzustandes der Patronenhülse (2) vorgenommen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass während des Füllvorganges mittels des Unterdrucksensors (11) eine kontinuierliche
oder intermittierende Messung des Ansaugunterdruckes vorgenommen wird, und dass der
Füllvorgang beim Unterschreiten eines vorgegebenen Grenzunterdruckes beendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an den Füllvorgang mittels des Unterdrucksensors (11) eine Messung des
Durchströmungswiderstandes der Patronenhülse (2) zur Bestimmung ihrer Füllqualität
vorgenommen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Durchflusssensors (20) eine Messung der aus der Patronenhülse (2) angesaugten
Luftmenge zur Bestimmung ihres Füllgrades vorgenommen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass während des Füllvorganges mittels des Durchflusssensors (20) eine kontinuierliche
oder intermittierende Messung der Luftmenge vorgenommen wird, und dass der Füllvorgang
beim Überschreiten einer vorgegebenen Luftmenge beendet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Patronenhülse (2) mit ihrer offenen Stirnseite (6) an die Oberfläche des Füllgutes
(7) im Füllgutvorrat (8) gebracht und dann das Füllgut (7) aus dem Füllgut (8) in
den Innenraum der Patronenhülse (2) gesaugt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Patronenhülse (2) für ihre Befüllung mit ihrer offenen Stirnseite (6) voran zumindest
teilweise und insbesondere vollständig in den Füllgutvorrat (8) eingetaucht wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar vor dem Befüllungsvorgang die Rückhaltemembran (3) auf die erste Stirnseite
(5) der Patronenhülse (2) aufgesiegelt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an den Befüllungsvorgang die Deckfolie (4) auf die zweite, der Rückhaltemembran
(3) gegenüberliegende Stirnseite (6) der Patronenhülse (2) aufgesiegelt wird.