[0001] Die Erfindung betrifft ein Wechselmagazin für ein Gewehr nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Wechselmagazin ist aus der
DE 10 2006 009 859 B3 bekannt. Dieses weist einen Träger mit einem schachtförmigen Gehäuse und einem im
Gehäuse des Trägers angeordneten Magazineinsatz zur Aufnahme von Patronen auf. Bei
diesem bekannten Steckmagazin liegt der Magazineinsatz im eingesetzten Zustand mit
seinem Boden fest auf einem Unterteil des Magazinschachts auf und ist innerhalb des
Gehäuses nur nach oben und unten verschiebbar. Aufgrund einer speziellen Innenkontur
des Magazineinsatzes weist die Geschossspitze von der obersten der im Magazineinsatz
angeordneten Patronen zwar leicht schräg nach oben, dennoch müssen spezielle Vorkehrungen
getroffen werden, um das Zuführen der Patronen in das Patronenlager bei der Betätigung
des Verschlusses zu erleichtern und eine Kollision zwischen dem Einsatz und dem Verschluss
beim Zurückfahren zu verhindern.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Wechselmagazin der eingangs genannten Art zu schaffen,
das einen störungsfreien Transport der Patronen in das Patronenlager und ein vereinfachtes
Nachladen ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Wechselmagazin mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Zweckmäßige Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Wechselmagazin ist der Magazineinsatz über ein an seiner
Rückseite angeordnetes Schwenklager um eine Querachse schwenkbar an dem Träger gelagert.
Der Magazineinsatz ist an dem Träger somit zwischen einer unteren Stellung und einer
nach oben geschwenkten Patronennachführstellung schwenkbar. In der nach oben geschwenkten
Patronennachführstellung ist der Magazineinsatz des in einen Magazinschacht eines
Gewehrs ordnungsgemäß eingesetzten Wechselmagazins derart angeordnet, dass die oberste
Patrone in Schussrichtung gesehen schräg nach ausgerichtet ist und die Geschossspitze
dieser bereits in Richtung des Patronenlagers zeigt. Dadurch kann das Einführen der
Patronen in das Patronenlager bei der Vorwärtsbewegung des Verschlusses erheblich
vereinfacht werden.
[0007] In einer zweckmäßigen Ausführung kann das Schwenklager an einem unteren Ende der
Rückseite des Magazineinsatzes angeordnet sein. Das Schwenklager kann z.B. aber auch
am oberen Ende der Rückwand angeordnet sein. Auch dadurch ist der Magazineinsatz in
der gewünschten Weise schwenkbar.
[0008] Das Schwenklager kann in vorteilhafter Weise durch einen von der Rückseite des Magazineinsatzes
nach hinten vorstehenden, nach außen halbrund geformten Steg zum Eingriff in eine
dazugehörige, nach innen halbrund gewölbte Nut an dem Träger gebildet sein. Das Schwenklager
kann aber auch auf andere Weise ausgebildet sein.
[0009] Über das Schwenklager ist der Magazineinsatz an dem Träger zwischen einer nach oben
geschwenkten Patronenzuführstellung und einer nach unten gedrückten unteren Stellung
bewegbar. Der Magazineinsatz kann zweckmäßigerweise durch eine z.B. als Blattfeder
ausgeführte Druckfeder in die nach oben geschwenkte Patronenzuführstellung gedrückt
werden.
[0010] An mindestens einer Außenseite zweier paralleler Seitenwände des Magazineinsatzes
können Steuerflächen mit einer schrägen Steuerrampe zur Steuerung der Schwenkbewegung
des Magazineinsatzes vorgesehen sein.
[0011] Der Magazineinsatz kann in zweckmäßiger Weise innerhalb eines schachtförmigen Gehäuses
des Trägers angeordnet sein. Zur Führung des Magazineinsatzes und Begrenzung der Schwenkbewegung
können an den Außenseiten der beiden zweier paralleler Seitenwände des Magazineinsatzes
nach außen vorstehende Stifte zum Eingriff in kreisbogenförmige Langlöcher zweier
paralleler Seitenwände des Gehäuses angeordnet sein.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann an dem Träger eine Abzugseinheit
mit Abzugsbügel und Abzug angeordnet sein, so dass die Abzugseinheit zusammen mit
dem Steckmagazin von der Handfeuerwaffe abgenommen werden kann. Das Magazin und die
Abzugseinheit bilden eine zusammengehörige Baugruppe, getrennt von der Handfeuerwaffe
aufbewahrt und transportiert, jedoch bei Bedarf auch schnell wieder montiert werden
kann. Damit kann die Handfeuerwaffe nicht nur schnell und einfach entladen, sondern
z.B. nach dem Besteigen eines Hochsitzes auch schnell wieder mit der gesamten Magazinkapazität
und voller Feuerbereitschaft beladen werden. Hierzu muss das Steckmagazin mit der
daran befestigten Abzugseinheit nur von unten in eine entsprechende Aufnahme eines
Verschlussgehäuses eingesteckt werden. Eine sichere Handhabung des Gewehrs kann dadurch
erheblich verbessert werden.
[0013] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Wechselmagazin mit einem angehobenen Magazineinsatz in einer
Perspektive;
- Figur 2
- das Wechselmagazin von Figur 1 mit eingedrücktem Magazineinsatz dem angehobenen Magazineinsatz
in einer Perspektive;
- Figur 3
- das Wechselmagazin von Figur 1 mit dem angehobenen Magazineinsatz in einem Längsschnitt
und
- Figur 4
- das Wechselmagazin von Figur 2 mit dem eingedrückten Magazineinsatz in einer Seitenansicht.
[0014] In den Figuren 1 bis 4 ist ein in einen Magazinschacht eines Gewehrs einsteckbares
Wechselmagazin mit einem Träger 1 und einem am Träger 1 angeordneten Magazineinsatz
2 zur Aufnahme mehrerer Patronen 3 in unterschiedlichen Ansichten gezeigt. Der Träger
1 weist ein schachtförmiges Gehäuse 4 mit einem in Figur 3 erkennbaren Boden 5, zwei
voneinander beabstandeten Seitenwänden 6 und 7, einer in Schussrichtung gesehen vorderen
Querwand 8 und einer hinteren Querwand 9 auf. Bei der gezeigten Ausführung enthält
der Träger 1 außerdem eine Abzugseinrichtung mit einem Abzugsbügel 10 und einem um
eine Querachse 11 drehbaren Abzug 12. Bei einer Entnahme des Wechselmagazins aus dem
Magazinschacht des Gewehrs wird somit gleichzeitig der Abzugsbügel 10 mit dem Abzug
12 entnommen, wodurch die Sicherheit der Waffe erhöht werden kann. Der Träger 1 kann
aber auch ohne Abzugseinrichtung ausgeführt sein. In der gezeigten Ausführung ist
der Abzugsbügel 10 einteilig mit dem schachtförmigen Gehäuse 4 ausgeführt, er kann
aber auch als gesondertes und mit dem Gehäuse 4 über Schrauben oder andere Befestigungselemente
verbundenes Bauteil ausgebildet sein. Der um die Querachse 11 drehbare Abzug 12 enthält
an seinem hinteren Ende einen nach oben vorstehender Nocken 13, der bei eingesetztem
Werkzeugwechselmagazin in Eingriff mit einer nicht gezeigten Abzugsmechanismus im
Gewehr gelangt.
[0015] An den beiden Seitenwänden 6 und 7 des schachtförmigen Gehäuses 4 sind seitlich federnde
Laschen 14 mit einer oberen Verriegelungsnase 15 und einem unteren Griffteil 16 vorgesehen.
Wenn das Wechselmagazin korrekt in den Magazinschacht des Gewehrs eingesetzt ist,
greifen die Verriegelungsnasen 15 in entsprechende Vertiefungen an den seitlichen
Innenwänden des Magazinschachts am Gewehr ein, wodurch das Wechselmagazin sicher am
Gewehr gehalten wird. Zur Entnahme des Wechselmagazins können die beiden Laschen 14
über die nach unten vorstehenden Griffteile 16 zusammengedrückt und dadurch die Verriegelungsnasen
15 aus den entsprechenden Vertiefungen ausgerückt werden
[0016] Der innerhalb des Gehäuses 4 des Trägers 1 angeordnete und zur Aufnahme mehrerer
Patronen 3 dienende Magazineinsatz 2 enthält in Schussrichtung gesehen eine Rückseite
17, eine Vorderseite 18 und zwei voneinander beabstandete Seitenwände 19 und 20, zwischen
denen die Patronen 3 gehalten sind. In der schrägen Rückseite 17 des Magazineinsatzes
2 ist ein Durchgang 21 für den Hülsenboden 22 der Patronen 3 vorhanden. In der Vorderseite
18 des Magazineinsatzes 2 befindet sich eine Öffnung 23 für die Geschosse 24 der Patronen
3. Die Öffnung 23 in der Vorderseite 18 ist derart ausgeführt, dass die Geschossspitzen
25 der Geschosse 24 gegenüber dem Magazineinsatz 2 nach vorne vorstehen können. Der
z.B. aus Kunststoff bestehende Magazineinsatz 2 weist außerdem einen in Figur 3 erkennbaren
Boden 26 auf. Der Magazineinsatz 2 kann an ein gewünschtes Kaliber angepasst sein
und bei Bedarf einfach ausgetauscht werden.
[0017] Wie aus den Figuren 3 und 4 hervorgeht, ist der Magazineinsatz 2 an dem Träger 1
über ein an der Rückseite 17 des Magazineinsatzes 2 angeordnetes Schwenklager 27 um
eine Querachse 28 schwenkbar gelagert. Das Schwenklager 27 ist bei der gezeigten Ausführung
am unteren Ende der Rückseite 17 des Magazineinsatzes 2 angeordnet und wird durch
einen von der Rückseite 17 des Magazineinsatzes 2 nach hinten vorstehenden und halbrund
geformten Steg 29 gebildet, der in eine dazugehörige, nach innen halbrund gewölbte
Nut 30 an der Innenseite der hinteren Querwand 9 des Gehäuses 4 eingreift. Über das
Schwenklager 27 ist der Magazineinsatz 2 an dem Träger 1 zwischen einer in Figur 3
gezeigten, nach oben geschwenkten Patronenzuführstellung und einer in Figur 4 gezeigten,
nach unten gedrückten unteren Stellung bewegbar. Zur Führung des Magazineinsatzes
2 und Begrenzung der Schwenkbewegung sind an den Außenseiten der beiden Seitenwände
19 und 20 nach außen vorstehende Stifte 31 angeordnet, die in kreisbogenförmige Langlöcher
32 in den beiden Seitenwänden 6 und 7 des Gehäuses 4 am Träger 1 eingreifen. In einer
in Figur 3 erkennbaren Vertiefung 33 am Boden 5 des schachtförmigen Gehäuses 4 ist
eine hier als Blattfeder ausgeführte Druckfeder 34 angeordnet, durch welche der Magazineinsatz
2 in die oberen Patronenzuführstellung gedrückt wird. Die Druckfeder 34 ist zwischen
dem Boden 5 des Gehäuses 4 und dem Boden 26 des Magazineinsatzes 2 eingespannt.
[0018] Am oberen Ende der hinteren Querwand 9 des Gehäuses 4 sind zwei nach oben vorstehende
Stege 35 angeordnet, durch welche die obere Patrone 3 beim Verschwenken des Magazineinsatzes
2 aus der in Figur 4 gezeigten unteren Stellung in die in Figur 3 gezeigte Patronenzuführstellung
nach vorne geschoben wird.
[0019] Aus Figur 1 ist ersichtlich, dass an der Außenseite der Seitenwand 19 des Magazineinsatzes
2 Steuerflächen 36 mit einer schräg nach oben verlaufenden Steuerrampe 37 angeordnet
sind. Durch eine Schubstange oder eine Steuerschiene eines hier nicht dargestellten
Verschlusses kann die Bewegung des Magazineinsatzes 2 so z.B. derart gesteuert werden,
dass der Magazineinsatz beim Schließen des Verschlusses für die Zuführung der Patrone
in das Patronenlager zunächst in der nach oben verschwenkten Patronenzuführstellung
bleibt und anschließend über die Steuerrampe 36 in die nach unten gedrückte untere
Stellung gelangt, damit bei der Zurückbewegung des Verschlusses nach einer Schussabgabe
keine Kollision zwischen dem zurücklaufenden Verschluss und dem Magazineinsatz erfolgt.
1. Wechselmagazin für ein Gewehr mit einem Träger (1) und einem am Träger (1) angeordneten
Magazineinsatz (2), der in Schussrichtung gesehen eine Rückseite (17) und eine Vorderseite
(18) mit einer Öffnung (23) für Geschosse (24) in den Magazineinsatz (2) einsetzbarer
Patronen (3) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) über ein an seiner Rückseite (17) angeordnetes Schwenklager
(27) um eine Querachse (28) schwenkbar an dem Träger (1) gelagert ist.
2. Wechselmagazin nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenklager (27) am unteren Ende der Rückseite (17) des Magazineinsatzes (2)
angeordnet ist.
3. Wechselmagazin nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenklager (27) durch einen von der Rückseite (17) des Magazineinsatzes (2)
nach hinten vorstehenden, nach außen halbrund geformten Steg (29) zum Eingriff in
eine dazugehörige, nach innen halbrund gewölbte Nut (30) an dem Träger (1) gebildet
wird.
4. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) an dem Träger (1) zwischen einer nach oben geschwenkten Patronenzuführstellung
und einer nach unten gedrückten unteren Stellung bewegbar ist.
5. Wechselmagazin nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) durch eine Druckfeder (34) in die nach oben geschwenkte Patronenzuführstellung
gedrückt wird.
6. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite mindestens einer Seitenwand (18, 19) des Magazineinsatzes (2) Steuerflächen
(36) mit einer schräg nach oben verlaufenden Steuerrampe (37) zur Steuerung der Schwenkbewegung
des Magazineinsatzes (2) angeordnet sind.
7. Wechselmagazin nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, an den Außenseiten der beiden parallelen Seitenwände (18, 19) des Magazineinsatzes
(2) nach außen vorstehende Stifte (31) zum Eingriff in kreisbogenförmige Langlöcher
(32) zweier paralleler Seitenwände (6, 7) eines schachtförmigen Gehäuses (4) am Träger
(1) angeordnet sind.
8. Wechselmagazin nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an den beiden Seitenwänden (6, 7) des Gehäuses (4) seitlich federnde Laschen (14)
mit einer oberen Verriegelungsnase (15) und einem unteren Griffteil (16) vorgesehen
sind.
9. Wechselmagazin nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) in dem schachtförmigen Gehäuse (4) des Trägers (1) angeordnet
ist.
10. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Ende einer hinteren Querwand (9) des Gehäuses (4) nach oben vorstehende
Stege (35) zur Anlage an einem Hülsenboden (22) der obersten Patrone (3) angeordnet
sind.
11. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Träger (1) eine Abzugseinrichtung mit einem Abzugsbügel (10) und einem um
einen Querstift (11) drehbaren Abzug (12) angeordnet ist.