(19)
(11) EP 2 995 900 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.03.2016  Patentblatt  2016/11

(21) Anmeldenummer: 15182442.2

(22) Anmeldetag:  26.08.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41A 9/66(2006.01)
F41A 9/64(2006.01)
F41A 9/65(2006.01)
F41A 9/70(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(30) Priorität: 15.09.2014 DE 102014113242

(71) Anmelder: L&O Hunting Group GmbH
88316 Isny im Allgäu (DE)

(72) Erfinder:
  • LEIMER, Jan
    56941 Mestecko Trnavka (CZ)

(74) Vertreter: Charrier, Rapp & Liebau 
Patentanwälte Fuggerstrasse 20
86150 Augsburg
86150 Augsburg (DE)

   


(54) WECHSELMAGAZIN FÜR EIN GEWEHR


(57) Die Erfindung betrifft ein Wechselmagazin für ein Gewehr mit einem Träger (1) und einem am Träger (1) angeordneten Magazineinsatz (2), der in Schussrichtung gesehen eine Rückseite (17) und eine Vorderseite (18) mit einer Öffnung (23) für Geschosse (24) in den Magazineinsatz (2) einsetzbarer Patronen (3) enthält. Der Magazineinsatz (2) ist erfindungsgemäß über ein an seiner Rückseite (17) angeordnetes Schwenklager (27) um eine Querachse (28) schwenkbar an dem Träger (1) gelagert.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Wechselmagazin für ein Gewehr nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Ein derartiges Wechselmagazin ist aus der DE 10 2006 009 859 B3 bekannt. Dieses weist einen Träger mit einem schachtförmigen Gehäuse und einem im Gehäuse des Trägers angeordneten Magazineinsatz zur Aufnahme von Patronen auf. Bei diesem bekannten Steckmagazin liegt der Magazineinsatz im eingesetzten Zustand mit seinem Boden fest auf einem Unterteil des Magazinschachts auf und ist innerhalb des Gehäuses nur nach oben und unten verschiebbar. Aufgrund einer speziellen Innenkontur des Magazineinsatzes weist die Geschossspitze von der obersten der im Magazineinsatz angeordneten Patronen zwar leicht schräg nach oben, dennoch müssen spezielle Vorkehrungen getroffen werden, um das Zuführen der Patronen in das Patronenlager bei der Betätigung des Verschlusses zu erleichtern und eine Kollision zwischen dem Einsatz und dem Verschluss beim Zurückfahren zu verhindern.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Wechselmagazin der eingangs genannten Art zu schaffen, das einen störungsfreien Transport der Patronen in das Patronenlager und ein vereinfachtes Nachladen ermöglicht.

[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Wechselmagazin mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

[0005] Zweckmäßige Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Wechselmagazin ist der Magazineinsatz über ein an seiner Rückseite angeordnetes Schwenklager um eine Querachse schwenkbar an dem Träger gelagert. Der Magazineinsatz ist an dem Träger somit zwischen einer unteren Stellung und einer nach oben geschwenkten Patronennachführstellung schwenkbar. In der nach oben geschwenkten Patronennachführstellung ist der Magazineinsatz des in einen Magazinschacht eines Gewehrs ordnungsgemäß eingesetzten Wechselmagazins derart angeordnet, dass die oberste Patrone in Schussrichtung gesehen schräg nach ausgerichtet ist und die Geschossspitze dieser bereits in Richtung des Patronenlagers zeigt. Dadurch kann das Einführen der Patronen in das Patronenlager bei der Vorwärtsbewegung des Verschlusses erheblich vereinfacht werden.

[0007] In einer zweckmäßigen Ausführung kann das Schwenklager an einem unteren Ende der Rückseite des Magazineinsatzes angeordnet sein. Das Schwenklager kann z.B. aber auch am oberen Ende der Rückwand angeordnet sein. Auch dadurch ist der Magazineinsatz in der gewünschten Weise schwenkbar.

[0008] Das Schwenklager kann in vorteilhafter Weise durch einen von der Rückseite des Magazineinsatzes nach hinten vorstehenden, nach außen halbrund geformten Steg zum Eingriff in eine dazugehörige, nach innen halbrund gewölbte Nut an dem Träger gebildet sein. Das Schwenklager kann aber auch auf andere Weise ausgebildet sein.

[0009] Über das Schwenklager ist der Magazineinsatz an dem Träger zwischen einer nach oben geschwenkten Patronenzuführstellung und einer nach unten gedrückten unteren Stellung bewegbar. Der Magazineinsatz kann zweckmäßigerweise durch eine z.B. als Blattfeder ausgeführte Druckfeder in die nach oben geschwenkte Patronenzuführstellung gedrückt werden.

[0010] An mindestens einer Außenseite zweier paralleler Seitenwände des Magazineinsatzes können Steuerflächen mit einer schrägen Steuerrampe zur Steuerung der Schwenkbewegung des Magazineinsatzes vorgesehen sein.

[0011] Der Magazineinsatz kann in zweckmäßiger Weise innerhalb eines schachtförmigen Gehäuses des Trägers angeordnet sein. Zur Führung des Magazineinsatzes und Begrenzung der Schwenkbewegung können an den Außenseiten der beiden zweier paralleler Seitenwände des Magazineinsatzes nach außen vorstehende Stifte zum Eingriff in kreisbogenförmige Langlöcher zweier paralleler Seitenwände des Gehäuses angeordnet sein.

[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann an dem Träger eine Abzugseinheit mit Abzugsbügel und Abzug angeordnet sein, so dass die Abzugseinheit zusammen mit dem Steckmagazin von der Handfeuerwaffe abgenommen werden kann. Das Magazin und die Abzugseinheit bilden eine zusammengehörige Baugruppe, getrennt von der Handfeuerwaffe aufbewahrt und transportiert, jedoch bei Bedarf auch schnell wieder montiert werden kann. Damit kann die Handfeuerwaffe nicht nur schnell und einfach entladen, sondern z.B. nach dem Besteigen eines Hochsitzes auch schnell wieder mit der gesamten Magazinkapazität und voller Feuerbereitschaft beladen werden. Hierzu muss das Steckmagazin mit der daran befestigten Abzugseinheit nur von unten in eine entsprechende Aufnahme eines Verschlussgehäuses eingesteckt werden. Eine sichere Handhabung des Gewehrs kann dadurch erheblich verbessert werden.

[0013] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
Figur 1
ein erfindungsgemäßes Wechselmagazin mit einem angehobenen Magazineinsatz in einer Perspektive;
Figur 2
das Wechselmagazin von Figur 1 mit eingedrücktem Magazineinsatz dem angehobenen Magazineinsatz in einer Perspektive;
Figur 3
das Wechselmagazin von Figur 1 mit dem angehobenen Magazineinsatz in einem Längsschnitt und
Figur 4
das Wechselmagazin von Figur 2 mit dem eingedrückten Magazineinsatz in einer Seitenansicht.


[0014] In den Figuren 1 bis 4 ist ein in einen Magazinschacht eines Gewehrs einsteckbares Wechselmagazin mit einem Träger 1 und einem am Träger 1 angeordneten Magazineinsatz 2 zur Aufnahme mehrerer Patronen 3 in unterschiedlichen Ansichten gezeigt. Der Träger 1 weist ein schachtförmiges Gehäuse 4 mit einem in Figur 3 erkennbaren Boden 5, zwei voneinander beabstandeten Seitenwänden 6 und 7, einer in Schussrichtung gesehen vorderen Querwand 8 und einer hinteren Querwand 9 auf. Bei der gezeigten Ausführung enthält der Träger 1 außerdem eine Abzugseinrichtung mit einem Abzugsbügel 10 und einem um eine Querachse 11 drehbaren Abzug 12. Bei einer Entnahme des Wechselmagazins aus dem Magazinschacht des Gewehrs wird somit gleichzeitig der Abzugsbügel 10 mit dem Abzug 12 entnommen, wodurch die Sicherheit der Waffe erhöht werden kann. Der Träger 1 kann aber auch ohne Abzugseinrichtung ausgeführt sein. In der gezeigten Ausführung ist der Abzugsbügel 10 einteilig mit dem schachtförmigen Gehäuse 4 ausgeführt, er kann aber auch als gesondertes und mit dem Gehäuse 4 über Schrauben oder andere Befestigungselemente verbundenes Bauteil ausgebildet sein. Der um die Querachse 11 drehbare Abzug 12 enthält an seinem hinteren Ende einen nach oben vorstehender Nocken 13, der bei eingesetztem Werkzeugwechselmagazin in Eingriff mit einer nicht gezeigten Abzugsmechanismus im Gewehr gelangt.

[0015] An den beiden Seitenwänden 6 und 7 des schachtförmigen Gehäuses 4 sind seitlich federnde Laschen 14 mit einer oberen Verriegelungsnase 15 und einem unteren Griffteil 16 vorgesehen. Wenn das Wechselmagazin korrekt in den Magazinschacht des Gewehrs eingesetzt ist, greifen die Verriegelungsnasen 15 in entsprechende Vertiefungen an den seitlichen Innenwänden des Magazinschachts am Gewehr ein, wodurch das Wechselmagazin sicher am Gewehr gehalten wird. Zur Entnahme des Wechselmagazins können die beiden Laschen 14 über die nach unten vorstehenden Griffteile 16 zusammengedrückt und dadurch die Verriegelungsnasen 15 aus den entsprechenden Vertiefungen ausgerückt werden

[0016] Der innerhalb des Gehäuses 4 des Trägers 1 angeordnete und zur Aufnahme mehrerer Patronen 3 dienende Magazineinsatz 2 enthält in Schussrichtung gesehen eine Rückseite 17, eine Vorderseite 18 und zwei voneinander beabstandete Seitenwände 19 und 20, zwischen denen die Patronen 3 gehalten sind. In der schrägen Rückseite 17 des Magazineinsatzes 2 ist ein Durchgang 21 für den Hülsenboden 22 der Patronen 3 vorhanden. In der Vorderseite 18 des Magazineinsatzes 2 befindet sich eine Öffnung 23 für die Geschosse 24 der Patronen 3. Die Öffnung 23 in der Vorderseite 18 ist derart ausgeführt, dass die Geschossspitzen 25 der Geschosse 24 gegenüber dem Magazineinsatz 2 nach vorne vorstehen können. Der z.B. aus Kunststoff bestehende Magazineinsatz 2 weist außerdem einen in Figur 3 erkennbaren Boden 26 auf. Der Magazineinsatz 2 kann an ein gewünschtes Kaliber angepasst sein und bei Bedarf einfach ausgetauscht werden.

[0017] Wie aus den Figuren 3 und 4 hervorgeht, ist der Magazineinsatz 2 an dem Träger 1 über ein an der Rückseite 17 des Magazineinsatzes 2 angeordnetes Schwenklager 27 um eine Querachse 28 schwenkbar gelagert. Das Schwenklager 27 ist bei der gezeigten Ausführung am unteren Ende der Rückseite 17 des Magazineinsatzes 2 angeordnet und wird durch einen von der Rückseite 17 des Magazineinsatzes 2 nach hinten vorstehenden und halbrund geformten Steg 29 gebildet, der in eine dazugehörige, nach innen halbrund gewölbte Nut 30 an der Innenseite der hinteren Querwand 9 des Gehäuses 4 eingreift. Über das Schwenklager 27 ist der Magazineinsatz 2 an dem Träger 1 zwischen einer in Figur 3 gezeigten, nach oben geschwenkten Patronenzuführstellung und einer in Figur 4 gezeigten, nach unten gedrückten unteren Stellung bewegbar. Zur Führung des Magazineinsatzes 2 und Begrenzung der Schwenkbewegung sind an den Außenseiten der beiden Seitenwände 19 und 20 nach außen vorstehende Stifte 31 angeordnet, die in kreisbogenförmige Langlöcher 32 in den beiden Seitenwänden 6 und 7 des Gehäuses 4 am Träger 1 eingreifen. In einer in Figur 3 erkennbaren Vertiefung 33 am Boden 5 des schachtförmigen Gehäuses 4 ist eine hier als Blattfeder ausgeführte Druckfeder 34 angeordnet, durch welche der Magazineinsatz 2 in die oberen Patronenzuführstellung gedrückt wird. Die Druckfeder 34 ist zwischen dem Boden 5 des Gehäuses 4 und dem Boden 26 des Magazineinsatzes 2 eingespannt.

[0018] Am oberen Ende der hinteren Querwand 9 des Gehäuses 4 sind zwei nach oben vorstehende Stege 35 angeordnet, durch welche die obere Patrone 3 beim Verschwenken des Magazineinsatzes 2 aus der in Figur 4 gezeigten unteren Stellung in die in Figur 3 gezeigte Patronenzuführstellung nach vorne geschoben wird.

[0019] Aus Figur 1 ist ersichtlich, dass an der Außenseite der Seitenwand 19 des Magazineinsatzes 2 Steuerflächen 36 mit einer schräg nach oben verlaufenden Steuerrampe 37 angeordnet sind. Durch eine Schubstange oder eine Steuerschiene eines hier nicht dargestellten Verschlusses kann die Bewegung des Magazineinsatzes 2 so z.B. derart gesteuert werden, dass der Magazineinsatz beim Schließen des Verschlusses für die Zuführung der Patrone in das Patronenlager zunächst in der nach oben verschwenkten Patronenzuführstellung bleibt und anschließend über die Steuerrampe 36 in die nach unten gedrückte untere Stellung gelangt, damit bei der Zurückbewegung des Verschlusses nach einer Schussabgabe keine Kollision zwischen dem zurücklaufenden Verschluss und dem Magazineinsatz erfolgt.


Ansprüche

1. Wechselmagazin für ein Gewehr mit einem Träger (1) und einem am Träger (1) angeordneten Magazineinsatz (2), der in Schussrichtung gesehen eine Rückseite (17) und eine Vorderseite (18) mit einer Öffnung (23) für Geschosse (24) in den Magazineinsatz (2) einsetzbarer Patronen (3) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) über ein an seiner Rückseite (17) angeordnetes Schwenklager (27) um eine Querachse (28) schwenkbar an dem Träger (1) gelagert ist.
 
2. Wechselmagazin nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenklager (27) am unteren Ende der Rückseite (17) des Magazineinsatzes (2) angeordnet ist.
 
3. Wechselmagazin nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenklager (27) durch einen von der Rückseite (17) des Magazineinsatzes (2) nach hinten vorstehenden, nach außen halbrund geformten Steg (29) zum Eingriff in eine dazugehörige, nach innen halbrund gewölbte Nut (30) an dem Träger (1) gebildet wird.
 
4. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) an dem Träger (1) zwischen einer nach oben geschwenkten Patronenzuführstellung und einer nach unten gedrückten unteren Stellung bewegbar ist.
 
5. Wechselmagazin nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) durch eine Druckfeder (34) in die nach oben geschwenkte Patronenzuführstellung gedrückt wird.
 
6. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite mindestens einer Seitenwand (18, 19) des Magazineinsatzes (2) Steuerflächen (36) mit einer schräg nach oben verlaufenden Steuerrampe (37) zur Steuerung der Schwenkbewegung des Magazineinsatzes (2) angeordnet sind.
 
7. Wechselmagazin nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, an den Außenseiten der beiden parallelen Seitenwände (18, 19) des Magazineinsatzes (2) nach außen vorstehende Stifte (31) zum Eingriff in kreisbogenförmige Langlöcher (32) zweier paralleler Seitenwände (6, 7) eines schachtförmigen Gehäuses (4) am Träger (1) angeordnet sind.
 
8. Wechselmagazin nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an den beiden Seitenwänden (6, 7) des Gehäuses (4) seitlich federnde Laschen (14) mit einer oberen Verriegelungsnase (15) und einem unteren Griffteil (16) vorgesehen sind.
 
9. Wechselmagazin nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Magazineinsatz (2) in dem schachtförmigen Gehäuse (4) des Trägers (1) angeordnet ist.
 
10. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Ende einer hinteren Querwand (9) des Gehäuses (4) nach oben vorstehende Stege (35) zur Anlage an einem Hülsenboden (22) der obersten Patrone (3) angeordnet sind.
 
11. Wechselmagazin nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Träger (1) eine Abzugseinrichtung mit einem Abzugsbügel (10) und einem um einen Querstift (11) drehbaren Abzug (12) angeordnet ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente