[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Auszugsystem für das kraftunterstützte Verfahren
eines an einem Korpus linear verfahrbar gelagerten Schubelementes mit einem zwischen
dem Schubelement und dem Korpus eine Kraft vermittelnden Federelement.
[0002] Der Begriff "Schubelement" wird im Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung stellvertretend
für alle Elemente verwendet, die in einen Korpus ein- und ausgefahren werden, wie
beispielsweise Schubladen und Schubfächer für Wohn-, Küchen-, Büro- und Lagermöbel,
Sanitäreinrichtungen, Elektronikschränke, Computerracks usw. Des weiteren umfaßt der
Begriff der "Schubelemente" beispielsweise auch linear verfahrbare Teile in Fahrzeugen,
zum Beispiel Schubfächer oder Konsolenelemente in PKW. Der Begriff "Korpus" bezeichnet
im Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung das meistens stationäre Gegenstück
zu dem linear verfahrbar gelagerten Schubelement.
[0003] Die vorliegende Erfindung wird unter Bezugnahme auf ein an einem Korpus linear verfahrbar
gelagertes Schubelement beschrieben. Hierbei werden in der Beschreibung und den anhängenden
Patentansprüchen Bauteile und Elemente sowie deren Anordnung und Funktion in Bezug
auf das Schubelement oder den Korpus genannt und näher beschrieben. Für den Fachmann
ist jedoch klar, daß die Anordnung und Funktion der Bauteile und Elemente in Bezug
auf das Schubelement und den Korpus auch gerade umgekehrt sein können, da es nur auf
die Relativbewegung von Korpus und Schubelement ankommt. D. h. eine hierin angegebene
Bezugnahme auf das Schubelement (bzw. den Korpus) bedeutet, daß erfindungsgemäß auch
die entsprechende Bezugnahme auf den Korpus (bzw. das Schubelement) umfaßt sein soll
Die Patentansprüche sind hinsichtlich ihres Schutzumfangs daher so auszulegen, daß
die Begriffe Schubelement und Korpus auch vertauscht sein können.
[0004] Das erfindungsgemäße Auszugsystem dient der Kraftunterstützung beim Verfahren eines
an einem Korpus mittels einer Linearführung verfahrbar gelagerten Schubelementes.
Eine Linearführung kann in einfacher Ausführung ein herkömmliches Gleitlager oder
in höherwertiger Ausführung ein Rollen- oder Walzenlager oder ein Kugellager sein.
Für ein komfortable und stabiles Verfahren von Schubelementen an einem Korpus werden
üblicherweise kugelgelagerte Teleskopschienen eingesetzt. Bei Linearführungen wird
das Schubelement zwischen einer vollständig ausgezogenen Position (Auszugsendposition)
und einer vollständig eingeschobenen Position (Einschubendposition) bewegt bzw. verfahren.
[0005] Kraftunterstützte Einzugsysteme für Linearführungen sind seit langem bekannt und
werden ständig weiter entwickelt. Sie stellen die Kraftunterstützung üblicherweise
auf der letzten Wegstrecke kurz vor bis zur Einschubendposition bereit. Das Schubelement
wird von einer Bedienperson zunächst bis zu einer vorgegebenen Einschubtiefe eingeschoben,
von wo aus dann auf der letzten Wegstrecke eine Kraftunterstützung beim Einfahren
durch das Einzugsystem bis zur Einschubendposition erfolgt. Die Bedienperson muß dann
in der Regel keine eigene Kraft mehr aufwenden, sondern der restliche Einschub bzw.
Einzug wird von dem Einzugsystem alleine bewerkstelligt. Die Kraftunterstützung erfolgt
üblicherweise unter Einsatz von Federkräften.
[0006] Die meisten Einzugsysteme arbeiten nach dem Prinzip, daß an einem der beiden relativ
zueinander verfahrbaren Elemente (Korpus oder Schubelement) ein in Richtung der Einschubendposition
vorgespanntes Verriegelungselement in einer Bereitschaftsposition arretiert gehalten
wird. Das relativ dazu verfahrbar gelagerte zweite Element wird beim Einschub mit
dem in der Bereitschaftsposition wartenden und federnd in Richtung der Einschubendposition
vorgespannten Verriegelungselement in kraftschlüssigen Eingriff gebracht, sobald eine
bestimmte Einschubposition erreicht ist. Bei dem Ineingrifftreten wird die arretierte
Bereitschaftsposition des Verriegelungselementes gelöst, so daß es durch die Federspannung
in die Einschubendposition gezogen wird. Beispiele für solche Einzugsysteme sind in
der
DE 10 2004 006 092 A1 und der
DE 10 2005 057 190 A1 offenbart.
[0007] Des weiteren ist es bekannt, Einzugsysteme mit Dämpfungssystemen zu kombinieren,
so daß das Einziehen auf der letzten Wegstrecke bis zur Einschubendposition nicht
nur kraftunterstützt, sondern auch gedämpft bzw. gebremst erfolgt. In vielen Fällen
ist es erwünscht, daß der Selbsteinzug auf der letzten Wegstrecke bis zur Einschubendposition
nicht ruckartig oder besonders schnell erfolgt, sondern langsam und ohne harten oder
lauten Anschlag, auch wenn das Schubelement mit großer Kraft oder viel Schwung eingeschoben
wird. Anwendungsbeispiele für solche Dämpfungssysteme sind Küchenschubladen, Apothekenschränke
usw., die im Alltag häufig mit Schwung zugeschoben werden und dennoch sanft in die
Einschubendposition verfahren werden sollen.
[0008] Ein Nachteil bekannter Einzugsysteme besteht darin, daß ein Verriegelungselement
vorgespannt in einer Bereitschaftsposition gehalten und dieses für das Ausführen des
kraftunterstützten Einzugs mit einem anderen Element in Eingriff gebracht werden bzw.
gekoppelt werden muß. In umgekehrter Verfahrrichtung muß es wieder außer Eingriff
bzw. entkoppelt werden. Solche Einzugsysteme sind mechanisch aufwendig, störungs-
und beschädigungsanfällig und üben nur auf der letzten Wegstrecke eine Kraft in Einschubrichtung
aus, die erst bei einer bestimmten Einfahrposition einsetzt. Die Kraftunterstützung
erfolgt somit abrupt beim Erreichen dieser Einfahrposition. Eine Unterstützung des
Ausziehens bzw. Ausfahrens des Schubelementes wird durch die bekannten Einzugsysteme
nicht bereitgestellt.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand somit in der Überwindung der bekannten
Nachteile des Standes der Technik und in der Schaffung eines Auszugsystems, das eine
Kraftunterstützung sowohl beim Einschub in die Einschubendposition als auch beim Auszug
in Richtung der Auszugendposition bereitstellt.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Auszugsystem für das kraftunterstützte Verfahren
eines an einem Korpus linear verfahrbar gelagerten Schubelementes mit einem zwischen
dem Schubelement und dem Korpus eine Kraft vermittelnden Federelement, wobei an dem
Schubelement ein erster Anlenkpunkt vorgesehen ist, über den das Schubelement in einer
angelenkten Verbindung über das Federelement federnd vorgespannt an dem Korpus abgestützt
ist, wobei das Federelement mit dem Korpus verbunden ist und ein zweiter Anlenkpunkt
vorgesehen ist, der einerseits über das Federelement federnd vorgespannt an dem Korpus
abgestützt ist und andererseits über eine Schubstange mit dem ersten Anlenkpunkt verbunden
ist.
[0011] Die vorliegende Erfindung kann mit einem einzigen Auszugsystem eine Kraftunterstützung
sowohl beim Einschub in die Einschubendposition als auch beim Auszug in Richtung der
Auszugendposition bereitstellen.
[0012] Der an dem Schubelement vorgesehene erste Anlenkpunkt steht über das Federelement
federnd vorgespannt mit dem Korpus in Verbindung. Die federnde Vorspannung übt somit
von einem Abstützpunkt an dem Korpus eine Kraft auf den ersten Anlenkpunkt an dem
Schubelement aus. Wenn diese Kraft nicht gerade senkrecht auf die Verfahrrichtung
steht, besitzt sie eine parallel zur Verfahrrichtung wirkende Komponente, die entweder
in Einschubrichtung oder in Auszugrichtung wirkt und in dieser Richtung eine Kraftunterstützung
liefert.
[0013] In dem erfindungsgemäßen Auszugsystem ist das Federelement mit dem Korpus verbunden
und es ist ein zweiter Anlenkpunkt vorgesehen, der einerseits über das Federelement
federnd vorgespannt an dem Korpus abgestützt ist und andererseits über eine Schubstange
mit dem ersten Anlenkpunkt verbunden ist. Die Schubstange hält den Abstand zwischen
den beiden Anlenkpunkten konstant. Die an dem Korpus abgestützte Federkraft wirkt
zunächst auf den zweiten Anlenkpunkt und wird weiter über die Schubstange und den
ersten Anlenkpunkt auf das Schubelement für ein kraftunterstütztes Verfahren übertragen.
[0014] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auszugsystems umfaßt das Federelement
eine Druckfeder, d.h. eine Feder, bei der die Federkraft eine Verlängerung der Feder
bewirkt, vorzugsweise eine Gasdruckfeder oder eine Spiraldruckfeder. Bevorzugt umfaßt
das Federelement eine Gasdruckfeder mit einer Endlagendämpfung, d. h. einer Dämpfungseinrichtung
die eine Dämpfungswirkung jeweils vor Erreichen der Einschub- und/oder Auszugendposition
auf die Bewegung ausübt. Besonders bevorzugt ist eine hydraulisch wirkende Endlagendämpfung.
[0015] In einer alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auszugsystems umfaßt
das Federelement eine Zugfeder, vorzugsweise eine Gaszugfeder oder eine Spiralzugfeder.
[0016] Es ist erfindungsgemäß besonders zweckmäßig, dass Mittel vorgesehen sind, welche
die Federkraft so lenken, dass auf den ersten Anlenkpunkt an dem Schubelement eine
Schubkraft ausgeübt wird. Dies ist insbesondere bei solchen Ausführungsvarianten wichtig,
bei denen nicht eine Druckfeder unmittelbar zwischen dem ersten Anlenkpunkt an dem
Schubelement und dem zweiten Anlenkpunkt an dem Korpus vorgesehen ist. Im Falle einer
Zugfeder ist die Zugkraft, die normalerweise eine Verkürzung der Feder zur Folge hat,
so umzulenken, daß die Federkraft in Richtung einer Verlängerung der Feder und somit
eines Schubes wirkt.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auszugsystems wirkt die
Kraft des Federelementes senkrecht zur Verfahrrichtung des Schubelementes. Über die
ersten und zweiten Anlenkpunkte und die Schubstange wird ein Anteil dieser senkrecht
zur Verfahrrichtung wirkenden Kraft in einem Winkel dazu auf das Schubelement für
ein kraftunterstütztes Ein- oder Ausfahren übertragen. Alternativ kann die Federkraft
auch schräg zu der Verfahrrichtung des Schubelementes wirken, jedoch sollte der Winkel
nicht mehr als 45° zur Senkrechten, vorzugsweise nicht mehr als 20° auf die Verfahrrichtung
betragen, da sonst in einer Richtung parallel zur Verfahrrichtung ein Schub, in der
entgegengesetzten Richtung jedoch ein Zug auf das Schubelement ausgeübt wird. Gewünscht
ist es jedoch, daß in beide Richtungen ein Schub ausgeübt wird.
[0018] Es ist bei allen Varianten des erfindungsgemäßen Auszugsystems bevorzugt, daß bei
vollständig in die Einschubendposition eingeschobenem Schubelement der erste Anlenkpunkt
an dem Schubelement gegenüber dem zweiten Anlenkpunkt an dem Korpus in der Richtung
parallel zu dem linearen Verfahrweg weiter in Richtung der Einschubendposition angeordnet
ist und bei vollständig in die Auszugendposition ausgezogenem Schubelement weiter
in Richtung der Auszugendposition angeordnet ist.
[0019] Bei dieser bevorzugten Anordnung der Anlenkpunkte wird, da das Federelement immer
eine Schubkraft auf den ersten Anlenkpunkt an dem Schubelement ausübt, das Schubelement
im eingefahrenen Zustand stets in Richtung der Einschubendposition federnd vorgespannt
gehalten. Ein Schubelement wird somit durch die Federkraft vorgespannt in geschlossenem
Zustand gehalten. Das Ausziehen des Schubelementes erfolgt, ausgehend von der Einschubendposition,
zunächst einmal unter Kraftaufwand entgegen der Vorspannung des Federelementes. Die
Federkraft des Federelementes wirkt dem Auszug so lange entgegen, bis der erste Anlenkpunkt
in Verfahrrichtung auf gleicher Höhe mit dem zweiten Anlenkpunkt ist, d.h., bis sich
der erste Anlenkpunkt in einer Ebene senkrecht zu dem linearen Verfahrweg und durch
den zweiten Anlenkpunkt befindet. Diese Position des ersten Anlenkpunktes wird hierin
auch als der "Totpunkt" des kraftunterstützten Verfahrens bezeichnet. In dieser Position
wirkt die von dem Federelement ausgehende und auf den ersten Anlenkpunkt ausgeübte
Kraft des Federelementes senkrecht zu dem linearen Verfahrweg. Im Totpunkt gibt es
keine Kraftkomponente der Federkraft parallel zur Verfahrrichtung und somit weder
eine Kraftkomponente in Einschub- noch in Auszugrichtung. Sobald beim Ausziehen der
"Totpunkt" überwunden ist, wirkt die Kraft auf das Schubelement nicht mehr in Einschubrichtung,
sondern in Auszugrichtung und liefert eine Kraftunterstützung für den Auszug.
[0020] Bevorzugt wirkt die Kraftunterstützung beim Auszug bis zur Auszugendposition. Der
maximale Auszug des Schubelementes wird dann unter anderem auch über den maximalen
Federweg bestimmt bzw. begrenzt. Alternativ ist es möglich, eine der Verbindungen
des erfindungsgemäßen Systems mit dem Schubelement oder dem Korpus oder innerhalb
des Systems ab einer definierten Auszugposition zu trennen, um einen noch weiteren
Auszug zu ermöglichen. Das Außereingriffbringen des Systems mit dem Korpus oder dem
Schubelement kann zum Beispiel an den Anlenkpunkten oder innerhalb des Federelementes
erfolgen und wird durch an sich bekannte Mittel erreicht, die dem Fachmann auf dem
Gebiet aufgrund seines allgemeinen Fachwissens geläufig sind. Derartige Mittel für
das In- bzw. Außereingriffbringen sind nicht zentraler Gegenstand der vorliegenden
Erfindung.
[0021] Schubladen, Fachböden und ähnlich ausgestaltete Schubelemente besitzen in der Regel
eine Bodenplatte. Bevorzugt wird das erfindungsgemäße Auszugsystem in oder parallel
zur Ebene der Bodenplatte montiert. Die Anlenkpunkte können an der Bodenplatte des
Schubelementes und einer entsprechenden Platte an dem Korpus angeordnet sein. Des
weiteren kann wenigstens ein Anlenkpunkt auch an einem Schienenelement eines Teleskopauszugs
angeordnet sein. Alternativ kann Montage des erfindungsgemäßen Auszugsystems auch
seitlich des Schubelementes erfolgen, insbesondere bei Schubelementen mit höheren
Seitenwänden, wie Schubladen oder Schubkästen.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist weiterhin wenigstens ein Dämpfer
vorgesehen, der den Einschub und/oder den Auszug des Schubelementes vor und bis zu
der Einschubendposition und/oder vor und bis zu der Auszugendposition dämpft.
[0023] Hierfür sind vorzugsweise Luftdämpfer oder Öldämpfer vorgesehen, die in der Weise
an dem Korpus und/oder dem Schubelement montiert sind, daß die Dämpfungswirkung jeweils
kurz vor Erreichen der Einschub- bzw. Auszugendposition beginnt. Alternativ ist an
dem Federelement ein Dämpfer vorgesehen, der die Bewegung des Federelements dämpft,
wenn die Feder in Richtung der Einschubendposition oder der Auszugendposition ausgelenkt
wird. Diese Ausführungsvariante hat den Vorteil, daß nur ein einziges Dämpfungselement
erforderlich, das eine Dämpfung sowohl beim Einschub als auch beim Auszug bewirkt.
[0024] Weitere Vorteile, Merkmale und Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden
anhand der nachfolgenden Beschreibung und der dazugehörigen Figuren deutlich.
- Figur 1
- zeigt ein Auszugsystem nach dem Stand der Technik, beispielsweise der EP 1 635 025 A1, für das kraftunterstützte Verfahren eines an einem Korpus linear verfahrbar gelagerten
Schubelementes in Explosionsdarstellung.
- Figur 2
- zeigt das Auszugsystem aus Figur 1 in der Ansicht von unten und mit Durchsicht durch
das Korpuselement in eingeschobenem Zustand (oben) und in ausgezogenem Zustand (unten)
in perspektivischer Darstellung.
- Figur 3
- zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Auszugsystems für das kraftunterstützte
Verfahren eines an einem Korpus linear verfahrbar gelagerten Schubelementes in Explosionsdarstellung,
jedoch ohne Darstellung von Korpus und Schubelement.
- Figur 4
- zeigt das Auszugsystem der Ausführungsform gemäß Figur 3 in eingeschobenem Zustand
(oben) und in ausgezogenem Zustand (unten) in perspektivischer Darstellung.
- Figur 5
- zeigt eine weitere alternative Ausführungsform eines Federelementes für ein erfindungsgemäßes
Auszugsystem in Explosionsdarstellung.
- Figur 6
- zeigt die Ausführungsform eines Federelementes gemäß Figur 5 in eingeschobenem Zustand
(oben) und in ausgezogenem Zustand (unten) in perspektivischer Darstellung.
[0025] Die Figuren 1 und 2 zeigen in Explosionsdarstellung bzw. von unten unterschiedliche
Ansichten des gleichen Auszugsystems nach dem Stand der Technik mit einem Schubelement
1 und einem Korpus 2, von denen in den Figuren 1 und 2 jeweils wenigsten die Abschnitte
dargestellt sind, die für das Auszugsystem Bedeutung haben. In dieser ersten Variante
des Auszugsystems ist das eine Kraft vermittelnde Federelement 4 zwischen dem ersten
Anlenkpunkt 5 an dem Schubelement 1 und dem zweiten Anlenkpunkt 6 an dem Korpus 2
angeordnet, so daß das Federelement 4 eine auf eine Vergrößerung des Abstandes zwischen
dem ersten Anlenkpunkt 5 und dem zweiten Anlenkpunkt 6 gerichtete Kraft ausübt. Anders
ausgedrückt stützt sich der erste Anlenkpunkt 5 über das Federelement 4 federnd vorgespannt
an dem Korpus 2 ab.
[0026] Das Schubelement 1 und der Korpus 2 sind über eine kugelgelagerte Teleskopschiene
3 linear verfahrbar gegeneinander gelagert. An dem Schubelement 1 sind als Luftdämpfer
ausgebildete Dämpfer 8 angeordnet, wobei einer der Dämpfer 8 das Einschieben des Schubelementes
in die Einschubendposition auf der letzten Wegstrecke dämpft und der zweite Dämpfer
9 das Ausziehen des Schubelementes in die Auszugsendposition dämpft. Am Korpus 2 sind
entsprechende Anschläge vorgesehen, die an die entsprechenden Dämpfer 8 kurz vor dem
Erreichen der jeweiligen Endpositionen anschlagen.
[0027] In Figur 2 (oben) ist neben der Wiedergabe des Auszugsystems die Aufteilung der durch
das Federelement 4 auf den Anlenkpunkt 5 ausgeübten Kräfte in den Richtungen senkrecht
und parallel zu dem Verfahrweg wiedergegeben. Es wird deutlich, daß ein Anteil der
Federkraft in Einschubrichtung wirkt und somit das Schubelement in geschlossenem Zustand
hält. Beim Ausziehen des Schubelementes wird zunächst eine Kraft entgegen der parallel
zu der Federkraft wirkenden Kraftkomponente aufgebracht, bis das Federelement 4 und
damit auch die von dem Federelement 4 ausgeübte Federkraft senkrecht zu dem Verfahrweg
steht, was hierin als der "Totpunkt" des kraftunterstützten Verfahrens bezeichnet
wird. In diesem "Totpunkt" gibt es keine Kraftkomponente der Federkraft parallel zur
Verfahrrichtung "A" und somit auch keine Kraftunterstützung in Richtung des Einschubs
oder des Auszugs. Sobald der "Totpunkt" in Auszugsrichtung überwunden ist, übt das
Federelement wiederum eine parallel zum Verfahrweg in Auszugsrichtung wirkende Kraft
auf das Schubelement aus und liefert somit eine Kraftunterstützung für den Auszug,
wie es in Figur 2 (unten) dargestellt ist. Da der Auszug durch einen Anschlag begrenzt
ist, hält die Federkraft das Schubelement mit einer Vorspannung in der ausgezogenen
Position.
[0028] Die Figuren 3 und 4 zeigen eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auszugsystems
für das kraftunterstützte Verfahren eines an einem Korpus linear verfahrbar gelagerten
Schubelementes in Explosionsdarstellung bzw. in perspektivischer Darstellung, jedoch
ohne Darstellung von Korpus und Schubelement. Dabei ist der zweite Anlenkpunkt 6 einerseits
über das Federelement 4 federnd vorgespannt an dem Korpus abgestützt und andererseits
über eine Schubstange 7 mit dem ersten Anlenkpunkt 5 verbunden. Der Anlenkpunkt 6
ist hierin an einem Gleitelement 10 drehbar angeordnet, wobei das Gleitelement 10
in einem Schlitz eines Führungselementes 9 senkrecht zur Verfahrrichtung des Schubelementes
gegenüber dem Korpus geführt wird. Das Führungselement 9 ist starr mit einem Schienenelement
der Teleskopschiene 3 verbunden, welches wiederum an dem nicht gezeigten Korpus montiert
ist. Die Federkraft wird in diesem Fall durch eine Zugfeder 11, die als Spiralfeder
ausgebildet ist, ausgeübt. An dem Federelement 11 ist weiterhin ein Dämpfer 8 vorgesehen,
der die durch die Federkraft vermittelte Bewegung sowohl in der Nähe der Einschubendposition
als auch in der Nähe der Auszugsendposition, die beide beim Zusammenziehen der Feder
erreicht werden, gedämpft wird.
[0029] Die Figuren 5 und 6 zeigen eine weitere alternative Ausführungsform eines Federelementes
für ein erfindungsgemäßes Auszugsystem, wobei Figur 5 eine Explosionsdarstellung und
Figur 6 das Federelement in eingeschobenem Zustand (oben) und in ausgezogenem Zustand
(unten) in perspektivischer Darstellung zeigen. Das Federelement umfasst ein im Wesentlichen
zylinderförmiges Federgehäuse 12 mit einer darin angeordneten Spiralfeder (Druckfeder)
11 und einer aus dem Gehäuse hinausgeführten und durch die Feder mit Kraft beaufschlagten
Stange 13. Von dem Gehäuse 12 erstreckt sich eine Platte, auf der ein Dämpfer vorgesehen
ist, der mit einem an der Stange 13 befestigten und durch einen Schlitz in dem Gehäuse
12 in Richtung des Dämpfers 8 hinausgeführten Element dann in Eingriff tritt und die
Bewegung dämpft, wenn das Federelement sich in die ausgefahrene Endposition bewegt.
Bezugszeichen
[0030]
- 1
- Schubelement
- 2
- Korpus
- 3
- Teleskopschiene
- 4
- Federelement
- 5
- erster Anlenkpunkt am Schubelement
- 6
- zweiter Anlenkpunkt am Korpus
- 7
- Schubstange
- 8
- Dämpfer
- 9
- Führungselement
- 10
- Gleitelement
- 11
- Federelement
- 12
- Federgehäuse
- 13
- Stange
- A
- linearer Verfahrweg des zweiten Anlenkpunktes 6 am Korpus 2
1. Auszugsystem für das kraftunterstützte Verfahren eines an einem Korpus (2) linear
verfahrbar gelagerten Schubelementes (1) mit einem zwischen dem Schubelement (1) und
dem Korpus (2) eine Kraft vermitteinden Federelement (4), wobei an dem Schubelement
(1) ein erster Anlenkpunkt (5) vorgesehen ist, über den das Schubelement (1) in einer
angelenkten Verbindung über das Federelement (4) federnd vorgespannt an dem Korpus
(2) abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
das Federelement (4) mit dem Korpus (2) verbunden ist und ein zweiter Anlenkpunkt
(6) vorgesehen ist, der einerseits über das Federelement (4) federnd vorgespannt an
dem Korpus (2) abgestützt ist und andererseits über eine Schubstange (7) mit dem ersten
Anlenkpunkt (5) verbunden ist
2. Auszugsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (4) eine Druckfeder, vorzugsweise eine Gasdruckfeder oder eine Spiraldruckfeder,
umfaßt.
3. Auszugsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (4) eine Zugfeder, vorzugsweise eine Gaszugfeder oder eine Spiralzugfeder,
umfaßt.
4. Auszugsystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, welche die Federkraft so lenken, dass auf den ersten Anlenkpunkt
(5) an dem Schubelement (1) eine Schubkraft ausgeübt wird.
5. Auszugsystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei vollständig in die Einschubendposition eingeschobenem Schubelement (1) der erste
Anlenkpunkt (5) an dem Schubelement (1) gegenüber dem zweiten Anlenkpunkt (6) an dem
Korpus (2) in der Richtung parallel zu dem linearen Verfahrweg (A) weiter In Richtung
der Einschubendposition angeordnet ist und bei vollständig in die Auszugendposition
ausgezogenem Schubelement (1) weiter in Richtung der Auszugendposition angeordnet
ist.
6. Auszugsystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin wenigstens ein Dämpfer (8), vorzugsweise ein Luftdämpfer oder Öldämpfer,
vorgesehen ist, der den Einschub und/oder den Auszug des Schubelementes (1) vor und
bis zu der Einschubendposition und/oder vor und bis zu der Auszugendposition dämpft.
1. Pull-out system for the power-assisted movement of a thrust element (1), being linearly
movable mounted on a body (2), with a spring element (4) providing a force between
the thrust element (1) and the body (2), wherein a first pivot point (5) is provided
at the thrust element (1), by means of which the thrust element is supported in a
hinged connection by means of the spring element (4) in an elastically prestressed
manner on the body (2), characterized in that
the spring element (4) is connected to the body (2) and a second pivot point (6) is
provided, which on the one hand by means of the spring element (4) is supported in
an elastically prestressed manner on the body (2) and which on the other hand is connected
to the first pivot point (5) by means of a push rod (7).
2. Pull-out system according to claim 1, characterized in that the spring element (4) comprises a compression spring, preferably a gas pressure
spring or a compression coil spring.
3. Pull-out system according to claim 1, characterized in that the spring element (4) comprises a tension spring, preferably a gas traction spring
or a tension coil spring.
4. Pull-out system according to one of the preceding claims, characterized in that means are provided which control the spring force in such a way that a thrust power
is applied to the first pivot point (5) on the thrust element (1).
5. Pull-out system according to one of the preceding claims, characterized in that in case the thrust element (1) is completely slid in the final insertion position,
the first pivot point (5) on the thrust element (1) is arranged in the direction parallel
to the linear traverse path (A) closer in the direction of the final insertion position
with respect to the second pivot point (6) on the body (2) and in case the thrust
element (1) is completely pulled out in the final pull-out position, is arranged closer
in the direction of the final pull-out position.
6. Pull-out system according to one of the preceding claims, characterized in that further at least one damper (8), preferably an air damper or an oil damper, is provided
which damps the insertion and/or the pull-out of the thrust element (1) before and
until the final insertion position and/or before and until the final pull-out position.
1. Système d'extraction pour le déplacement assisté par une force, d'un élément de poussée
(1) logé de manière mobile linéairement au niveau d'un corps (2), avec un élément
ressort (4) transmettant une force entre l'élément de poussée (1) et le corps (2),
un premier point d'articulation (5) étant prévu au niveau de l'élément de poussée
(1), par l'intermédiaire duquel l'élément de poussée (1) est en appui précontraint,
, et en liaison articulée, par l'intermédiaire de l'élément ressort (4), avec le corps
(2), caractérisé en ce que
l'élément ressort (4) est relié avec le corps (2) et un deuxième point d'articulation
(8) est prévu, qui d'une part est en appui élastique précontraint, , au niveau du
corps (2) et qui est relié, d' autre part, par l'intermédiaire d'une tige de poussée
(7), avec le premier point d'articulation (5).
2. Système d'extraction selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément ressort (4) comprend un ressort de compression, de préférence un ressort
de compression à gaz ou un ressort de compression en spirale.
3. Système d'extraction selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément ressort (4) comprend un ressort de traction, de préférence un ressort de
traction à gaz ou un ressort de traction en spirale.
4. Système d'extraction selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des moyens sont prévus, qui orientent la force élastique de façon à ce qu'une force
de poussée soit exercée sur le premier point d'articulation (5) au niveau de l'élément
de poussée (1).
5. Système d'extraction selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, lorsque l'élément de poussée (1) est complètement poussé dans la position finale
d'insertion, le premier point d'articulation (5) au niveau de l'élément de poussée
(1) est disposé, par rapport au deuxième point d'articulation (6) au niveau du corps
(2), et dans la direction parallèle au trajet de déplacement linéaire (A), plus loin
en direction de la position finale d'insertion, et, lorsque l'élément de poussée (1)
est complètement poussé dans la position finale d'extraction, il est disposé plus
loin dans la direction de la position finale d'extraction.
6. Système d'extraction selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, en outre, est prévu au moins un amortisseur (8), de préférence un amortisseur à
air ou un amortisseur à huile, qui amortit l'insertion et/ou l'extraction de l'élément
de poussée (1) avant et jusqu'à la position finale d'insertion et/ou avant et jusqu'à
la position finale d'extraction.