GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine meißelnde Handwerkzeugmaschine mit einem
motorgetriebenen pneumatischen Schlagwerk und ein Steuerungsverfahren.
[0002] EP 1170095 A2 offenbart einen Bohrhammer, der ein von einem Motor angetriebenes pneumatisches Schlagwerk
aufweist. Das Schlagwerk hat einen von dem Motor längs einer Arbeitsachse periodisch
zwangserregten Erregerkolben. Eine Luftfeder ausgebildet durch eine pneumatische Kammer
zwischen dem Erregerkolben und einem Schläger koppelt den Schläger an den Erregerkolben
an. Ein effizienter Betrieb des Schlagwerks wird bei einer nominellen Schlagzahl des
Schlägers erreicht; der Motor dreht mit einer entsprechenden nominellen Drehzahl.
Der Bohrhammer erkennt einen Leerlauf des Schlagwerks. Der Leerlauf ergibt sich typischerweise,
wenn der Anwender den Bohrhammer von einem Untergrund abhebt und das Werkzeug in die
Luft schlägt. Der Bohrhammer reduziert die Drehzahl des Motors im Leerlauf. Der Bohrhammer
erhöht automatisch die Drehzahl von der Leerlauf-Drehzahl auf die nominelle Drehzahl,
wenn der Anwender den Bohrhammer mit dem Werkzeug an den Untergrund ansetzt. Die Absenkung
der Drehzahl auf die LeerlaufDrehzahl nimmt der Anwender wahr, wenn beim Ansetzen
des Werkzeugs das Schlagwerk anfänglich nur eine geringe Leistung abgibt, bis der
Motor auf die nominelle Drehzahl beschleunigt ist.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0003] Eine erfindungsgemäße meißelnde Handwerkzeugmaschine hat einen Motor und ein pneumatisches
Schlagwerk, das von dem Motor angetrieben wird. Der Anwender kann über einen Wahlschalter
zwischen wenigstens zwei Leerlauf-Drehzahlen wählen. Eine Motorsteuerung regelt im
meißelnden Betrieb eine Drehzahl des Motors auf eine nominelle Drehzahl. Die nominelle
Drehzahl ist von dem Anwender nicht einstellbar und in Hinblick auf eine optimale
Effizienz des Schlagwerks vorgegeben. Die Motorsteuerung stellt die Drehzahl des Motors
auf die gewählte Leerlauf-Drehzahl ein, wenn das Schlagwerk im Leerlauf ist. Wenigstens
eine der wählbaren Leerlauf-Drehzahlen ist größer als die nominelle Drehzahl. Die
Handwerkzeugmaschine hat ein schnelles Ansprechverhalten und eine hohe Abbauleistung.
Eine andere der wählbaren Leerlauf-Drehzahlen kann gleich der nominellen Drehzahl
sein. Das Schlagwerk startet langsamer und ermöglicht feinere Arbeiten. Beispielsweise
hat die Handwerkzeugmaschine genau zwei einstellbare LeerlaufDrehzahlen, eine die
größer als die nominelle und eine die gleich der nominellen Drehzahl ist.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0004] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen
und Figuren. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- einen Bohrhammer
[0005] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den
Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0006] Fig. 1 zeigt als Beispiel einer meißelnden Handwerkzeugmaschine schematisch einen
Bohrhammer
1. Der Bohrhammer
1 hat eine Werkzeugaufnahme
2, in welche ein Schaftende
3 eines Werkzeug, z.B. eines Meißels
4, eingesetzt werden kann. Einen primären Antrieb des Bohrhammers
1 bildet ein Motor
5, welcher ein Schlagwerk
6 und eine Abtriebswelle
7 antreibt. Ein Batteriepaket oder eine Netzleitung versorgt den Motor
5 mit Strom. Ein Anwender kann den Bohrhammer
1 mittels eines Handgriffs
8 führen und mittels eines Systemschalters
9 den Bohrhammer
1 in Betrieb nehmen. Im Betrieb dreht der Bohrhammer
1 den Meißel
4 kontinuierlich um eine Arbeitsachse
10 und kann dabei den Meißel
4 in Schlagrichtung
11 längs der Arbeitsachse
10 in einen Untergrund schlagen.
[0007] Das Schlagwerk
6 ist ein pneumatisches Schlagwerk
6. Ein Erregerkolben
12 und ein Schläger
13 sind in einem Führungsrohr
14 in dem Schlagwerk
6 längs der Arbeitsachse
10 beweglich geführt. Der Erregerkolben
12 ist über eine Taumelscheibe
15 an den Motor
5 angekoppelt und zu einer periodischen, linearen Bewegung gezwungen. Ein Taumelfinger
16 verbindet die Taumelscheibe
15 mit dem Erregerkolben
12. Eine Luftfeder gebildet durch eine pneumatische Kammer
17 zwischen dem Erregerkolben
12 und dem Schläger
13 koppelt eine Bewegung des Schlägers
13 an die Bewegung des Erregerkolbens
12 an. Der Schläger
13 kann direkt auf ein hinteres Ende des Meißels
4 aufschlagen oder mittelbar über einen im Wesentlichen ruhenden Döpper
18 einen Teil seines Impulses auf den Meißel
4 übertragen. Das Schlagwerk
6 und vorzugsweise die weiteren Antriebskomponenten sind innerhalb eines Maschinengehäuses
19 angeordnet.
[0008] Eine Motorsteuerung
20 kontrolliert die Drehzahl des Motors
5. Die Drehzahl ist in dem meißelnden Betrieb auf eine nominelle Drehzahl ausgeregelt.
Das Schlagwerk
6 hat bei der nominellen Drehzahl die höchste Effizienz. Die Bewegung des Schlägers
13 hat bedingt durch die Masse des Schlägers
13 und die Kopplungsstärke der Luftfeder eine natürliche Periodizität, auf welche die
Periodizität der Bewegung des Erregerkolbens
12 bei der nominellen Drehzahl abgestimmt ist.
[0009] Die pneumatische Kammer
17 ist gegenüber der Umgebung luftdicht abgeschlossen. Ein Lufteinstrom oder Luftausstrom
durch Leckage ist um Größenordnungen geringer als das von dem Erregerkolben
12 bewegte Volumen. Das Schlagwerk
6 hat ein Ventil
21, das einen Luftaustausch der pneumatischen Kammer
17 mit der Umgebung ermöglicht. Das Ventil
21 ist im Wesentlichen eine radiale Öffnung in dem Führungsrohr
14, welche gegenüber der pneumatischen Kammer
17 durch den Schläger
13 verschlossen bzw. geöffnet wird. Der Schläger
13 wird im meißelnden Betrieb in Schlagrichtung
11 durch den Döpper
18 oder das Werkzeug in einem Schlagpunkt gestoppt, welche durch den Anpressdruck des
Anwenders in das Schlagwerk
6 bis zu einem Anschlag
22 hineingeschoben sind. Die Öffnung ist in Schlagrichtung
11 soweit gegenüber dem Schlagpunkt versetzt, dass der Schläger
13 im Schlagpunkt die Öffnung abdeckt. Wenn der Anpressdruck fehlt, können das Werkzeug
und der Döpper
18 gegenüber dem Anschlag
22 in Schlagrichtung
11 versetzt liegen. Der Schläger
13 gleitet entsprechend über den Schlagpunkt hinaus, bevor er durch den Döpper
18 gestoppt wird. Die Öffnung ist längs der Arbeitsachse
10 so angeordnet, dass der Schläger
13 die Öffnung freigibt, ergo die pneumatische Kammer
17 mit der Öffnung längs der Arbeitsachse
10 überlappt. Der Luftaustausch der Umgebung mit der pneumatischen Kammer
17 entkoppelt den Schläger
13 von dem Erregerkolben
12. Das Schlagwerk
6 ist in einem Leerlauf.
[0010] Eine Motorsteuerung
20 kann den Leerlauf beispielsweise an der geringeren Stromaufnahme des Motors
5 erkennen. Die Motorsteuerung
20 vergleicht beispielsweise die Stromaufnahme mit einem ersten Schwellwert. Die Motorsteuerung
20 reduziert die Drehzahl des Motors auf eine Leerlauf-Drehzahl. Der Motor
5 hält die Leerlauf-Drehzahl aufrecht, solange der Anwender den Systemschalter
9 betätigt hält. Die Motorsteuerung
20 erhöht die Drehzahl des Motors
5 auf die nominelle Drehzahl, sobald der Anwender den Bohrhammer
1 an den Untergrund anpresst. Bei dem Anpressen wird das Ventil
21 geschlossen und der Schläger
13 an den Erregerkolben
12, wenn auch ineffizient, angekoppelt. Die Stromaufnahme des Motors 5 steigt über einen
zweiten Schwellwert, welcher geringer als der erste Schwellwert ist.
[0011] Der Bohrhammer
1 hat einen Wahlschalter
24, über welchen die Leerlauf-Drehzahl eingestellt wird. Der Wahlschalter
24 hat beispielsweise zwei Stellungen. Die LeerlaufDrehzahl ist in der ersten Stellung
größer als in der zweiten Stellung. Die erste LeerlaufDrehzahl liegt beispielsweise
zwischen 120 % bis 140 % der nominellen Drehzahl. Die erste Leerlauf-Drehzahl liegt
vorzugsweise an der Schwelle, an welcher das pneumatische Schlagwerk
6 gerade noch anläuft. Bei einer höheren Drehzahl bewegt sich der Erregerkolben
12 zu schnell, um den Schläger 13 über die Luftfeder anzuregen. Die zweite Leerlauf-Drehzahl
ist beispielsweise gleich der nominellen Drehzahl.
[0012] Der Leerlauf kann anstelle oder zusätzlich zu der Stromerfassung über andere Sensoren
erfolgen. Beispielsweise kann ein Positionssensor die Stellung des Döppers
18 erfassen. Liegt der Döpper
18 an dem Anschlag
22 an, ist der Bohrhammer
1 in dem meißelnden Betrieb, ist der Döpper
18 gegenüber dem Anschlag
22 verschoben, ist der Bohrhammer
1 in dem Leerlauf.
1. Meißelnde Handwerkzeugmaschine (1) mit
einem Motor (5),
einem pneumatischen Schlagwerk (6), das einen von dem Motor (5) zwangserregten Erregerkolben
(12) und einen über eine pneumatische Kammer (17) an den Erregerkolben (12) angekoppelten
Schläger (13) aufweist,
einem Wahlschalter (24) zum Wählen einer Leerlauf-Drehzahl zwischen wenigstens einer
ersten Leerlauf-Drehzahl und einer zweiten Leerlauf-Drehzahl,
einer Motorsteuerung (20), die im meißelnden Betrieb eine Drehzahl des Motors (5)
auf eine nominelle Drehzahl regelt, und in einem Leerlauf die Drehzahl des Motors
(5) in Abhängigkeit des Wahlschalters (24) auf die gewählte Leerlauf-Drehzahl regelt,
wobei die erste Leerlauf-Drehzahl größer als die nominelle Drehzahl ist.
2. Meißelnde Handwerkzeugmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Leerlauf-Drehzahl zwischen 120 % und 140 % der nominellen Drehzahl liegt.
3. Meißelnde Handwerkzeugmaschine (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Leerlauf-Drehzahl gleich der nominellen Drehzahl ist.