[0001] Die Erfindung betrifft einen Transportbehälter für Flaschen, Gläser oder dergleichen
mit einem Boden, von dem sich Ecksäulen erstrecken, die durch Seitenwände miteinander
verbunden sind, wobei die Seitenwände die Stirnseiten und die Seitenwände die Längsseiten
bilden, und der an dem dem Boden abgewandten Ende mit einer Abschlusskante versehen
ist und auf dem Boden ein Gefache vorgesehen ist.
[0002] Transportbehälter der eingangs genannten Art sind beispielsweise in Form von Flaschenkästen
bekannt (vgl. bspw.
DE 1 259 770 A). Sie dienen der sicheren Aufnahme von Flaschen, um einen zerstörungsfreien Transport
zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen die Transportbehälter eine ausreichend hohe Stabilität
aufweisen, um ihre Stapelbarkeit auch in befülltem Zustand der Flaschen zu ermöglichen.
[0003] Um einen zerstörungsfreien Transport der Flaschen oder Gläser in den Behältern sowohl
in gefülltem Zustand als auch in leerem Zustand sicherzustellen, sind am Boden der
Behälter Gefache vorgesehen. Bei den Gefachen handelt es sich üblicherweise um Stege,
die den Querschnitt der Flaschen oder Gläser nachbilden und deren Einstellen ermöglichen.
Alternativ zu den Gefachen können gleich wirkende Pinolen vorgesehen sein. Bei den
Pinolen handelt es sich um vertikal vom Boden hervorragende Säulen, die den Querschnitt
der in den Behälter einzustellenden Flaschen oder Gläser lediglich bereichsweise nachbilden.
[0004] In der Transportlogistik tritt insbesondere bei Mehrwegsystemen vermehrt das Problem
auf, dass an Sammelstellen mehr leere Flaschen oder Gläser gesammelt werden, als gefüllte
Flaschen oder Gläser verkauft werden. Daraus folgt, dass an der Sammelstelle weniger
Transportbehälter zum Rücktransport der leeren Flaschen oder Gläser vorhanden sind,
als dies notwendig ist. Infolgedessen ist es erforderlich, leere Transportbehälter
zu Sammelstellen zu transportieren, um den beschädigungsfreien Rücktransport der leeren
Flaschen oder Gläser zu gewährleisten. Dies stellt grundsätzlich kein Problem dar.
Allerdings ist die Anzahl der transportierbaren Behälter durch ihr Transportvolumen
begrenzt. Somit kann das jeweilige Fahrzeug nur eine maximale Anzahl an Behältern
transportieren, unabhängig davon, ob die Behälter befüllt oder leer sind. Dies ist
nachteilig, da im Falle des Transports von leeren Transportbehältern das zulässige
Ladegewicht des jeweiligen Fahrzeugs bei weitem unterschritten wird.
[0005] Zur Vermeidung dieses Nachteils ist aus der
DE 20 2013 101 031 U1 ein Transportbehälter bekannt, bei dem in den die Längsseiten des Behälters bildenden
Seitenwänden viereckige Aussparungen ausgebildet sind, die die Abschlusskante in den
Seitenwänden unterbrechen. Die Aussparungen ermöglichen eine verbundartige Stapelbarkeit.
Dabei führt die kreuzweise Anordnung der Transportbehälter in leerem Zustand dazu,
dass zwei verbundartig übereinander angeordnete Behälter lediglich die Höhe eines
üblichen Transportbehälters aufweisen. Daraus folgt, dass die Transporthöhe leerer
Transportbehälter um die Hälfte reduziert ist, wodurch das Transportvolumen der leeren
Behälter ebenfalls um die Hälfte reduziert ist.
[0006] Der bekannte Transportbehälter erfüllt die Anforderungen in Bezug auf die Reduzierung
des Transportvolumens bei leeren Behältern. Allerdings hat sich als nachteilig erwiesen,
dass bei befülltem Behälter das transportierte Gut in Form von Flaschen, Gläsern oder
dergleichen im Bereich der Aussparungen im Wesentlichen ungeschützt ist, so dass die
Gefahr von Beschädigungen des transportierten Guts erhöht ist. Zudem ist durch die
Aussparungen auf den Längsseiten des Behälters die Fläche, auf der Werbung plazierbar
ist wesentlich verkleinert.
[0007] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
einen Transportbehälter für Flaschen, Gläser oder dergleichen zu schaffen, der eine
platzsparende Anordnung in leerem Zustand ermöglicht, gleichzeitig aber einen Schutz
für das zu transportierende Gut bereitstellt, der vergleichbar ist zu Behältern, deren
Längsseiten keine Aussparungen aufweisen. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch
gelöst, dass in den Seitenwänden Schlitze ausgebildet sind, die die Abschlusskante
in den Seitenwänden unterbrechen.
[0008] Mit der Erfindung ist ein Transportbehälter für Flaschen, Gläser oder dergleichen
geschaffen, der die üblichen Anforderungen an Stabilität und Handhabbarkeit von Transportbehältern
erfüllt. Gleichzeitig bietet der erfindungsgemäße Behälter die Möglichkeit, mehrere
Behälter in unbefülltem Zustand mit einem sehr geringen Volumen zu stapeln. Dennoch
bietet der Behälter entgegen den aus dem Stand der Technik bekannten platzsparend
stapelbaren Behältern ein Höchstmaß an Schutz für das zu transportierende Gut. Dies
ist durch die mit Ausnahme der Schlitze geschlossene Ausbildung der Längsseiten des
Transportbehälters hervorgerufen.
[0009] Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen
angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- die stirnseitige Ansicht eines erfindungsgemäßen Transportbehälters in Form eines
Flaschenkastens;
- Figur 2
- die Seitenansicht von links des in Fig. 1 dargestellten Transportbehälters;
- Figur 3
- die Draufsicht auf den in Fig. 1 dargestellten Transportbehälter;
- Figur 4
- die dreidimensionale Darstellung des in Fig. 1 dargestellten Transportbehälters;
- Figur 5
- die Darstellung von drei verschachtelt übereinander angeordneten leeren Transportbehältern;
- Figur 6
- die Seitenansicht der in Fig. 5 dargestellten Anordnung;
- Figur 7
- die Draufsicht auf die in Fig. 5 dargestellte Anordnung und
- Figur 8
- die dreidimensionale Darstellung der in Fig. 5 dargestellten Anordnung.
[0010] Bei dem als Ausführungsbeispiel gewählten Transportbehälter handelt es sich um einen
Flaschenkasten. Er weist einen Boden 1 auf, von dem sich Ecksäulen 2 vertikal erstrecken.
Die Ecksäulen 2 sind durch Seitenwände 3, 4 miteinander verbunden, wobei die Seitenwände
3 die Stirnseiten und die Seitenwände 4 die Längsseiten des Flaschenkastens bilden.
Der Flaschenkasten ist an seinem dem Boden 1 abgewandten Ende mit einer Abschlusskante
5 versehen. Im Bereich der Seitenwände 3 verbindet die Abschlusskante 5 die Ecksäulen
2 an ihrem dem Boden 1 abgewandten Ende miteinander. In den beiden stirnseitigen Seitenwänden
3 ist jeweils eine Grifföffnung 6 ausgebildet.
[0011] Im Bereich des Bodens 1 ist an dem Flaschenkasten eine Aufstell- und Stapelhilfe
7 ausgebildet. Die Aufstell- und Stapelhilfe 7 ist im Ausführungsbeispiel lediglich
in den Ecken des Bodens 1 angeordnet und nach Art eines Viertelkreises ausgebildet.
In Abwandlung des Ausführungsbeispiels besteht auch die Möglichkeit, zwei benachbarte
Aufstell- und Stapelhilfen 7 unterhalb der stirnseitigen Seitenwände 3 zu verbinden.
[0012] Auf dem Boden 1 ist in dem Flaschenkasten ein Gefache 8 vorgesehen. Das Gefache 8
umfasst Gefachewände 9, die sich senkrecht vom Boden 1 erstrecken. Die Gefachewände
9 sind zur Einsparung von Material und damit zur Einsparung von Gewicht stegartig
ausgebildet und stützen beim Transport die in das Gefache eingestellten Flaschen.
Die Höhe der Gefachewände 9 entspricht etwa der halben Höhe des Flaschenkastens. Die
Gefachewände 9 sind derart zueinander ausgerichtet, dass sie in der Draufsicht Einstellplätze
für die Flaschen ausbilden.
[0013] In den die Längsseiten des Flaschenkastens bildenden Seitenwänden 4 sind Schlitze
10 ausgebildet, die im Ausführungsbeispiel rechteckförmig sind. Die Schlitze 10 sind
jeweils benachbart zu den Ecksäulen 2 angeordnet und erstrecken sich senkrecht in
den Seitenwänden 4. Die Seitenwände 4 weisen im Ausführungsbeispiel jeweils zwei Schlitze
10 auf. Aufgrund der Schlitze 10 ist die Abschlusskante 5 in den Seitenwänden 4 unterbrochen.
Die Schlitze 10 enden jeweils in einem Schlitzgrund 11. Sie haben eine Tiefe, die
im Wesentlichen der halben Höhe des Flaschenkastens entspricht. Jeder Schlitzgrund
11 befindet sich daher in etwa auf der Höhe der freien Enden der Gefachewände 9. Seitlich
sind die Schlitze 10 durch Wangen 12 begrenzt.
[0014] Auf der dem Boden 1 abgewandten Seite sind in den die Längsseiten des Flaschenkastens
bildenden Seitenwänden 4 zwischen den Schlitzen 10 Ausnehmungen 13 vorgesehen. Im
Ausführungsbeispiel sind jeweils drei Ausnehmungen 13 vorgesehen. Die Ausnehmungen
13 führen ebenso wie die Schlitze 10 zu einer Unterbrechung der Abschlusskante 5.
[0015] Der erfindungsgemäße Transportbehälter in Form eines Flaschenkastens ist sowohl in
befülltem als auch in leerem Zustand zu bekannten Transportbehältern vergleichbar
einsetzbar und damit stapelbar. In üblich gestapeltem Zustand fährt die Aufstellund
Stapelhilfe 7 des oberen Flaschenkastens in dem Bereich der Abschlusskante 5 in den
darunter befindlichen Flaschenkasten ein. Trotz der Schlitze 10 in den Seitenwänden
4 weist der Transportbehälter eine ausreichende Stabilität auf, um auch in befülltem
Zustand mehrere Behälter übereinander stapeln zu können.
[0016] In leerem Zustand besteht bei dem Transportbehälter erfindungsgemäß zusätzlich die
Möglichkeit, diesen platzsparend zu stapeln. Hierzu ist es lediglich erforderlich,
auf einen auf dem Boden stehenden Behälter einen zweiten Behälter auf den Kopf gedreht
und um 90° verdreht auf den unteren Behälter aufzusetzen. Diese Ausrichtung zweier
übereinander angeordneter Behälter hat zur Folge, dass die an beiden Behältern vorgesehenen
Schlitze 10 ineinander greifen. Auf diese Weise tauchen die Transportbehälter ineinander
ein, wie dies in den Figuren 5 bis 8 erkennbar ist. In diesem Zustand stützen sich
die Behälter jeweils mit dem Schlitzgrund 11 eines jeden Schlitzes 10 aufeinander
ab. Gleichzeitig sind die jeweiligen Wangen 12 der auf diese Weise gestapelten Behälter
in unmittelbarer Nähe zueinander positioniert, so dass nur ein geringes Spiel zwischen
den Behältern vorahnden ist.
[0017] Wie den Figuren 5 bis 8 zu entnehmen ist, bilden die zueinander verdrehten und umgekehrten
Transportbehälter einen Verbund. Hierdurch ist die Stabilität der gestapelten Behälter
zusätzlich erhöht. Dies auch deshalb, weil aufgrund der Abmessungen der beiderseitigen
Schlitze der obere - umgedrehte - Transportbehälter mit seiner Abschlusskante 5 auf
dem Boden beispielsweise einer Europalette aufliegt. Gleichzeitig ermöglicht die erfindungsgemäße
Ausgestaltung, dass auf die den Verbund bildenden Transportbehälter ein weiterer Transportbehälter
in herkömmlicher Weise stapelbar ist (vgl. Figuren 5 bis 8). Dieser ist ebenfalls
höhesparend auf dem unteren Transportbehälter angeordnet, da die den Boden 1 bildenden
und das Gefache 8 nachbildenden kreisförmigen Stege, teilweise in die Ausnehmungen
13 eintreten, wodurch die Höhe der übereinander gestapelten Behälter um die Tiefe
der Ausnehmungen 13 zusätzlich reduziert ist. In den oberen Behälter kann dann wiederum
ein weiterer verdrehter und umgekehrter Transportbehälter angeordnet werden. Somit
können mit den nach der Erfindung gestalteten Transportbehältern auf derselben Höhe
doppelt so viele Behälter gestapelt werden, wie dies bei herkömmlichen Transportbehältern
der Fall ist.
[0018] Und auch unter Berücksichtigung des vergrößerten Flächenbedarfs der im Verbund gestapelten
Transportbehälter ergibt sich aufgrund der erheblich verbesserten Raumhöhennutzung
eine um etwa ein Drittel erhöhte Transportkapazität an leeren Transportbehältern.
Durch das Vorsehen lediglich von Schlitzen ist im Vergleich zum Stand der Technik
eine nahezu geschlossene Ausbildung der die Längsseiten bildenden Seitenwände 4 hervorgerufen,
wie sie bei herkömmlichen Behältern vorhanden ist. Dadurch sind einerseits die in
dem Behälter zu transportierenden Waren ebenso gut gegen Beschädigungen geschützt,
wie dies bei vollständig geschlossenen Behältern der Fall ist. Andererseits stehen
die Längsseiten aufgrund ihrer fast vollständig geschlossenen Ausgestaltung auch als
Werbefläche zu Verfügung, was insbesondere bei der Benutzung als Flaschenkasten vorteilhaft
ist. Darüber hinaus ist der erfindungsgemäße Behälter ebenso gut handhabbar, wie die
bekannten geschlossenen Behälter. Dies bietet insbesondere den Vorteil, dass eine
automatisierte Reinigung, Förderung, Entleerung, Befüllung usw. auf dieselbe Weise
erfolgen kann, wie dies bei herkömmlichen, also geschlossenen Behältern der Fall ist.
1. Transportbehälter für Flaschen, Gläser oder dergleichen mit einem Boden (1), von dem
sich Ecksäulen (2) erstrecken, die durch Seitenwände (3, 4) miteinander verbunden
sind, wobei die Seitenwände (3) die Stirnseiten und die Seitenwände (4) die Längsseiten
bilden, und der an dem dem Boden (1) abgewandten Ende mit einer Abschlusskante (5)
versehen ist und auf dem Boden ein Gefache (8) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass in den Seitenwänden (4) Schlitze (10) ausgebildet sind, die die Abschlusskante (5)
in den Seitenwänden (4) unterbrechen.
2. Transportbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (10) benachbart zu den Ecksäulen (2) angeordnet sind.
3. Transportbehälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (10) jeweils in einem Schlitzgrund (11) enden.
4. Transportbehälter nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (10) eine Tiefe haben, die im Wesentlichen der halben Höhe des Behälters
entspricht.
5. Transportbehälter nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (10) seitlich durch Wangen (12) begrenzt sind.
6. Transportbehälter nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der dem Boden (1) abgewandten Seite in den Seitenwänden (4) zwischen den Schlitzen
(10) Ausnehmungen (13) vorgesehen sind.