[0001] Die Erfindung betrifft im Allgemeinen ein System und Verfahren zum Erstellen und
Auswerten von Nutzungsberechtigungen und im Besonderen ein System und Verfahren zum
Erstellen und Auswerten von Fahrscheinen bzw. Fahrberechtigungen im öffentlichen Personenverkehr
(ÖPV).
[0002] Klassische e-Ticketing Systeme im öffentlichen Personenverkehr (ÖPV) speichern Berechtigungen
mithilfe von kryptographischen Verfahren auf Chips, die in Plastik- oder Papierkarten
eingebettet werden und über Kontakte oder kontaktlos mittels Kurzstreckenfunk gelesen
und beschrieben werden. Damit funktionieren diese e-Ticketing Systeme autonom, d.h.
ohne jeglichen Kontakt zu einer zentralen Instanz im Netz. Der für den Betrieb nötige
Aufwand ist jedoch erheblich. Da Fahrkarten in einem solchen autonomen System den
Wert der Fahrkarte (in Form einer Fahrberechtigung) in sich tragen, kommt eine illegale
Vervielfältigung der Fahrkarte einer Vervielfältigung von Geldscheinen gleich. Das
bedeutet, dass in solchen autonomen Systemen viel Sicherheitsaufwand betrieben werden
muss, um eine illegale Vervielfältigung zu verhindern.
[0003] Diese Kosten sinken dramatisch, wenn die Berechtigung nicht mehr auf der Karte gespeichert
wird, sondern nur auf einem Server im Rechenzentrum. Dann dient die Karte, oder beispielsweise
ein Barcode auf einem Handydisplay nur der Identifikation des Eigentümers und muss
lediglich diese ID eindeutig und fälschungssicher vorhalten.
[0004] Zur Kontrolle der Berechtigung der ID ist in bestehenden Systemen eine Verbindung
zum Server im Rechenzentrum erforderlich, die jedoch ausfallen kann und die den Zeitbedarf
zur Prüfung erhöht und weitere Kosten verursacht. Insbesondere fordern diese bestehenden
Systeme eine sehr zuverlässige, stabile und vor allem flächendeckende Datenverbindung,
welche benötigt wird, um jederzeit eine Verbindung zum Rechenzentrum aufbauen zu können.
[0005] Jedoch gerade im öffentlichen Personenverkehr, wie beispielsweise in Bus und Bahn,
gestaltet sich diese Überprüfung der ID mittels Abfrage bei einem zentralen Server
schwierig. Zum einen ist nicht in jedem Gebiet des Verkehrsunternehmens die Netzinfrastruktur
so gut ausgebaut, dass jederzeit eine Anfrage zum Server gestellt werden kann und
weiterhin müssen Fahrgastkontrollen im öffentlichen Personenverkehr sehr zügig und
schnell durchgeführt werden, was bei einer Fahrkartenkontrolle mit einer Serveranfrage
für jedes einzelne Ticket nicht gewährleistet ist.
[0006] Eine Ausführungsform der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen und Auswerten
einer Fahrberechtigung in einem Personenverkehrssystem. Hierbei werden Identifikationen
(nachfolgend auch als ID oder Kennung bezeichnet) mit einer ersten Berechtigung verknüpft,
wobei die erste Berechtigung wenigstens eine erste Zone oder eine erste Strecke des
Personenverkehrssystems betrifft und die ID in dieser ersten Zone oder auf dieser
ersten Strecke als eine gültige Fahrberechtigung dient. Die ID wird gemäß der Ausführungsform
mit einer zweiten Berechtigung verknüpft, die wenigstens eine zweite Zone oder eine
zweite Strecke betrifft und die ID auch in dieser zweiten Zone oder auf dieser zweiten
Strecke als eine gültige Fahrberechtigung dient. Die zweite Zone oder die zweiten
Strecke kann Teil desselben Personenverkehrssystems sein. Gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung kann die zweite Zone und die zweiten Strecke auch zu einem weiteren
Personenverkehrssystem gehören, welches räumlich von dem ersteren Personenverkehrssystem
getrennt ist, wie etwa unterschiedliche Städte oder Verkehrsverbünde, oder welches
zu einem anderen Unternehmen oder Dienstleister mit eigener Infrastruktur gehört.
Die mit einer Berechtigung verknüpfte ID wird an ein Prüfgerät zum Überprüfen der
Gültigkeit von Fahrberechtigungen von Benutzern des entsprechenden Personenverkehrssystems
übermittelt. Das Prüfgerät kann in einem Verfahrensschritt eine ID eines Benutzers
bzw. Fahrgastes einlesen. Das Prüfgerät überprüft danach, ob die eingelesene ID in
einer Liste enthalten ist. Diese Liste kann hierzu lokal in dem Prüfgerät gespeichert
werden und umfasst eine Vielzahl von IDs, welche in der Zone oder auf der Strecke,
in der sich das Prüfgerät momentan befindet, gültige Fahrberechtigungen sind. Das
Prüfgerät kann hierfür mit einem Hintergrundsystem kommunizieren, um die Liste zu
empfangen oder zu aktualisieren. Dies hat den Vorteil, dass das Prüfgerät lediglich
solche IDs lokal speichern muss, die in der der Zone oder auf der Strecke, in der
sich das Prüfgerät momentan befindet gültige Fahrberechtigungen anzeigen. Dieses lokale
Speichern der Liste mit momentan gültigen Fahrberechtigungen ermöglicht eine erhebliche
Reduzierung der zu speichernden Daten in dem Prüfgerät und vermeidet, wie nachfolgende
beschrieben ist, dass eine ständige Verbindung des Prüfgerätes mit einem entfernten
System, wie ein Hintergrundsystem oder Server erforderlich ist.
[0007] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung betrifft ein Prüfgerät zum Überprüfen
der Gültigkeit von Fahrberechtigungen in einem Personenverkehrssystem. Das Prüfgerät
kann Mittel zum Empfangen von einer Identifikation von einem Hintergrundsystem umfassen.
Hierzu ist die ID mit einer Fahrberechtigung verknüpft, die wenigstens eine erste
Zone oder eine erste Strecke des Personenverkehrssystems betrifft. Die ID dient entsprechend
in dieser Zone oder auf dieser Strecke als eine gültige Fahrberechtigung. Das Prüfgerät
umfasst des Weiteren Mittel zum Einlesen einer ID eines Benutzers oder Fahrgastes
sowie Mittel zum Überprüfen der eingelesene ID. Hierfür speichert das Prüfgerät eine
Liste mit einer Vielzahl von IDs. Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
umfasst die in dem Prüfgerät gespeicherte Liste solche IDs, die mit gültigen Berechtigungen
für eine Zone oder eine Strecke eines Personenverkehrssystems verknüpft sind, in der
oder auf der sich das Prüfgerät momentan befindet. Hierfür kann vorgesehen sein, dass
das Prüfgerät mit dem Hintergrundsystem kommunizieren kann, um die Liste zu empfangen
oder zu aktualisieren.
[0008] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen und
Auswerten von Benutzerberechtigungen. Das Verfahren umfasst einen Schritt des Verknüpfens,
in einem ersten Hintergrundsystem, einer ID mit einer ersten Berechtigung für wenigstens
eine erste Dienstleistung von einem ersten Dienstleister. Das Verfahren umfasst des
Weiteren einen Schritt des Verknüpfens dieser ID mit einer zweiten Berechtigung für
wenigstens eine zweite Dienstleistung von einem zweiten Dienstleister, wobei die ID
für die wenigstens erste und zweite Dienstleistung als eine gültige Berechtigung für
einen Benutzer dient. Das Verfahren umfasst weiterhin ein Übertragen der ID und der
ersten Berechtigung an ein zweites Hintergrundsystem des ersten Dienstleisters, wobei
das zweite Hintergrundsystem die ID und die erste Berechtigung speichert. Ebenso kann
das Verfahren die ID und die zweite Berechtigung an ein drittes Hintergrundsystem
des zweiten Dienstleisters übertragen, um die ID und die zweite Berechtigung in dem
dritten Hintergrundsystem zu speichern. Als weiterer Schritt kann die ID durch das
zweite oder das dritte Hintergrundsystem an ein Prüfgerät zum Überprüfen der Gültigkeit
von Berechtigungen von den Benutzern übermittelt werden. Das Prüfgerät kann eine ID
einlesen. Des Weiteren wird mittels des Prüfgeräts überprüft, ob die eingelesene ID
in einer Liste enthalten ist. Die Liste kann hierfür in dem Prüfgerät gespeichert
sein und eine Vielzahl von IDs für gültige Berechtigungen enthalten. Das Prüfgerät
kann des Weiteren mit mindestens dem zweiten oder dem dritten Hintergrundsystem kommunizieren,
um die Liste zu empfangen oder zu aktualisieren. Weiterhin betrifft eine weitere Ausführungsform
ein entsprechendes System zum Implementieren des Verfahrens.
[0009] Gemäß weiterer Ausführungsformen der Erfindung ist ein computerlesbares Medium mit
computerlesbaren Instruktionen vorgesehen, welche, wenn sie ausgeführt werden, eines
der zuvor und nachfolgend beschriebenes Verfahren ausführen.
[0010] Es sei hier erwähnt, dass die Ausführungsformen der Erfindung im Allgemeinen Berechtigungen
für alle möglichen Dienstleistungen betreffen. Auch wenn die folgende Beschreibung
anhand eines Personenverkehrssystems beschrieben ist und von Fahrberechtigungen in
Form von Fahrscheinen oder Fahrkarten die Rede ist, so ist dabei grundsätzlich immer
auch der allgemeine Begriff "Berechtigung" gemeint, was ebenfalls Dienstleistungen
wie Taxifahrten, Dienstleistungen von Reiseunternehmern, Mietwagenfahrten, Schifffahrten
und/oder Flüge mit einschließt. Aber auch allgemeinere Berechtigungen können unter
den Begriff Berechtigung fallen, wie beispielsweise Kino- oder Theaterkarten, Schwimmbadbesuche,
Web-Downloads, Hotelreservierungen, Einkaufsberechtigungen und so weiter.
[0011] Dadurch ermöglicht sich ein Verkauf von Reiseketten: Verknüpfung der ID mit mehreren
Produkten bei unterschiedlichen Dienstleistern.
[0012] Erfindungsgemäße Ausführungsformen werden anhand der nachfolgenden Zeichnungen beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Übersicht über das Konzept und einen Teil der Infrastruktur, gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung,
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm für ein Verfahren, welches das Erstellen einer Fahrkarte beschreibt,
- Figur 3
- ein Ablaufdiagramm für ein Verfahren, welches das Kontrollieren und Überprüfen einer
Fahrkarte mittels eines Prüfgeräts beschreibt,
- Figur 4
- eine Übersicht zur Veranschaulichung einer erweiterten Infrastruktur eines Systems
zur Steigerung der Interoperabilität zwischen mehreren Dienstleistern, und
- Figur 5
- eine Übersicht zur Veranschaulichung einer erweiterten Infrastruktur eines Systems
zur Steigerung der Interoperabilität zwischen mehreren Dienstleistern, durch die Aufteilung
in einen Vertriebspartner und mehrere Dienstleister.
[0013] Unter Bezug auf die Figuren ist im Folgenden ein System und ein Verfahren beschrieben,
mit denen es möglich ist, schnell, zuverlässig und sicher Berechtigungen (z.B. Fahrkarten)
für verschiedenste Dienstleistungen von verschiedenen Dienstleistern zu erwerben,
zu erstellen und auszuwerten.
[0014] Grundsätzlich sind die Ausführungsformen der Erfindung auf alle Aspekte anwendbar,
die mit dem sicheren Bezug von vorausbezahlten oder zahlungsgesicherten Leistungen
zu tun haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn an der Leistungserbringung mehrere
Dienstleister beteiligt sind. Dadurch wird ein global interoperables Berechtigungssystem
erschaffen, was eine Verkettung von Dienstleistungen erschaffen kann, die über einen
Vertriebspartner abgerechnet werden kann.
[0015] Die im Nachfolgenden beschriebenen Ausführungsformen nutzen das Prinzip der Identifikation
(ID) als Basis für ausgestellte Fahrkarten. Bei diesem Prinzip wird die Ticketinformation
(also die Beschreibung von Berechtigungen, welche Dienstleistung, welcher Eintritt,
welche Verkehrsmittel etc. wann und wo genutzt werden dürfen) nicht mehr auf der Fahrkarte
direkt gespeichert, sondern zunächst in einem Server in einem Rechenzentrum. Die Fahrkarte
dient lediglich als eine Identifikation, welche in einem Server mit einer bestimmten
Berechtigung verknüpft ist. Es ist somit kein werthaltiger Schreibvorgang mehr nötig,
um Fahrkarten zu bedrucken, da dieser Wert (die Berechtigung) nicht mehr auf der Fahrkarte
selber gespeichert oder vermerkt wird.
[0016] Der Fahrschein (oder die Fahrkarte) kann dabei nun verschiedenartige Formen annehmen.
Zum einen kann ein Fahrschein eine Karte sein, in welcher ein RFID-Chip eingebettet
ist und eine zweifelsfreie Identifikation erlaubt. Solche RFID-Karten können mit Standard
Lesegeräten nach ISO 14443 A/B schnell ausgelesen werden. Die RFID Karten können dabei
von einem Verkehrsunternehmen ausgegeben und jederzeit wieder verwendet werden. Alternativ
kann ein Fahrgast jedoch auch selber eine Karte mit einer eindeutigen RFID-Kennung
mitbringen, welche dann als Fahrkarte genutzt werden kann. In alternativen oder zusätzlichen
Ausführungsformen kann der Fahrschein auch auf dem Handy eingebettet sein, zum Beispiel
in Form einer NFC-Identifikation oder durch Anzeigen eines QR-Scancodes. Weiterhin
kann der Fahrschein auch in personalisierter Form sein, wie beispielsweise in Form
einer Kreditkarte oder eines Ausweisdokuments des Fahrgastes. Wichtig dabei ist lediglich
die Eindeutigkeit der ID des Fahrscheins.
[0017] Anstatt nun die Gültigkeit eines Fahrscheins mittels einer Anfrage zum Server zu
überprüfen, wird im hierin beschriebenen System die ID des Fahrscheins mit einer Liste
von gültigen IDs in einem Prüfgerät abgeglichen. Um dies zu ermöglichen, ist es wichtig,
dass das Prüfgerät Kenntnis über alle gültigen IDs hat, welche sich in der gleichen
Zone befinden, in der sich auch das Prüfgerät befindet. Genauer bedeutet dies, dass
das Prüfgerät die Gültigkeit eines Fahrscheins lokal prüft, indem es die ID des Fahrscheins
mit intern gespeicherten IDs abgleicht. Dazu ist es nötig, dass das Prüfgerät regelmäßig
- jedoch nicht notwendigerweise ununterbrochen - alle gültigen Fahrkarten in der zu
überprüfenden Zone kennt.
[0018] Tatsächlich benötigen die Ausführungsformen der Erfindung nicht zwangsläufig, dass
alle gültigen IDs für eine ganze Region (z.B. für den ganzen Verkehrsbund) in einem
Prüfgerät gespeichert sind, sondern lediglich diejenigen IDs sollten in einem Prüfgerät
vorhanden sein, die in der entsprechenden Zone (Gültigkeitszone) gültig sind, in welcher
sich das Prüfgerät selbst befindet. Das heißt, wenn sich ein Kontrolleur mit einem
Prüfgerät in der Zone "Z1" befindet, so sind idealerweise in dem Prüfgerät auch nur
die IDs gespeichert, die in der Zone Z1 zu diesem Zeitpunkt gültig sind. In alternativen
Ausführungsformen können auch mehr oder weniger IDs in dem Prüfgerät aufgelistet sein,
wie weiter unten beschrieben.
[0019] Der hierin benutzte Begriff "Zone" bezieht sich im Allgemeinen auf einen Gültigkeitsbereich.
Zum Beispiel ist eine Region (beispielsweise eine Stadt mit Umland) in verschiedene
Zonen eingeteilt. Im Speziellen kann es aber auch sein, dass eine Zone nicht nur einen
bestimmten Abschnitt oder Teil in der Region beschreibt, sondern auch eine Richtung
eines Verkehrsmittels in dem Teil oder dem Abschnitt der Region. So kann beispielsweise
die Zone "München: Marienplatz - Odeonsplatz" eine andere Zone beschreiben als "München:
Odeonsplatz - Marienplatz". Somit ist der Begriff "Zone" beliebig skalierbar und kann
eine ganze Region, eine Stadt, einen Stadtteil, eine Menge an Haltestellen oder einzelne
Strecken beschreiben.
[0020] Ein Prüfgerät gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann ein mobiles Prüfgerät
sein, welches von einem Kontrolleur getragen werden kann, um spontane Überprüfungen
von Fahrscheinen durchzuführen. Das Prüfgerät kann aber auch ein Teil eines stationären
Kontroll- oder Einlasssystems sein. Beispielsweise kann das Prüfgerät auch in Verbindung
mit einem Drehkreuz oder einer Durchgangssperre realisiert werden. In weiteren Ausführungsformen
kann das Prüfgerät fest in einem Verkehrsmittel (Bus, Bahn, etc.) angebracht sein
und vom Fahrgast fordern, dass dieser sich mit der Fahrkarte in dem Verkehrsmittel
einloggt, sobald er einsteigt. Das Prüfgeräts der vorliegenden Erfindung umfasst einen
internen Speicher, mindestens eine drahtlose Kommunikationseinheit (Mobilfunk, WLAN
etc.), einen Prozessor und wenigstens eine Einleseeinheit zum Einlesen einer ID einer
Fahrkarte. Mögliche Einleseeinheiten können sein: Kamera, Laser oder Laserscanner,
NFC-Leser, RFID-Leser, herkömmlicher Kartenleser, Bluetoothschnittstelle, Infrarotschnittstelle,
Tastatur, Touchscreen usw. Des Weiteren kann das Prüfgerät auch ein Ortserfassungssystem
umfassen, welches jederzeit die aktuelle Zone erfasst, in welchem sich das Prüfgerät
befindet. Dieses Ortserfassungssystem kann beispielsweise GPS sein. In alternativen
Ausführungsformen ist es aber auch möglich, dass das Ortserfassungssystem aus einem
Sensor besteht, mittels dem sich ein Kontrolleur mit dem Prüfgerät an entsprechenden
Ortspunkten eingecheckt. Zum Beispiel kann ein Kontrolleur sich mit seinem Prüfgerät
an einer bestimmten Haltestelle einchecken, an welcher über den Sensor eine Ortsinformation
an das Prüfgerät übermittelt wird, wodurch dem Prüfgerät die aktuelle Zone mitgeteilt
wird. Jedoch sind auch weitere Ortserfassungssysteme für das Prüfgerät denkbar. Außerdem
ist auch denkbar, dass ein Kontrolleur die aktuelle Zone, in welcher er sich befindet,
manuell in das Prüfgerät eingibt oder ein Fremdsystem die Ortungsinformation an das
Prüfgerät übermittelt.
[0021] Vorzugsweise übermittelt das Prüfgerät auch den Ort (die Zone) des Prüfgeräts an
den Server, so dass der Server die Liste gültiger IDs für das Prüfgerät managen kann
und dem Prüfgerät die entsprechenden IDs zur Verfügung stellen kann.
[0022] Für kurzfristig gültige Berechtigungen, d.h. Berechtigungen (z.B. Fahrberechtigungen),
die kurzfristig (z.B. am Bahnsteig) gekauft wurden und sofort benutzt werden sollen,
kann auch eine direkte, lokale Kommunikation zwischen einem Verkaufsgerät (z.B. Fahrkartenautomat)
und dem Prüfgerät möglich sein, wie weiter unten beschrieben. Zum Beispiel kann das
Prüfgerät direkt von einem Fahrkartenautomaten eine neue ID mit Berechtigung übermittelt
bekommen, welche in der Zone des Prüfgeräts sofort gültig ist.
[0023] In den folgenden Figuren wird das oben beschriebene Konzept weiter verdeutlicht.
Dabei sollte stets berücksichtigt werden, dass das beschriebene Konzept für alle denkbaren
Dienstleistungen und deren Berechtigung(en) herangezogen werden kann und sich nicht
nur auf den Gebrauch von Fahrkarten, Fahrscheinen, oder Fahrberechtigungen in einem
Personenverkehrssystem beschränkt.
[0024] Im Speziellen kann ein Fahrgast das System für diesen Zweck des Personenverkehrs
nutzen. Dabei gibt ein Fahrgast Startpunkt, Ziel und Zeitraum für eine geplante Fahrt
oder Reise an (z.B. an einem Fahrkartenautomat, oder über Internet, Eingabeterminal
etc.) und das beschriebene System bietet verschiedene Routen mit verschiedenen Verkehrsmitteln
(Taxi, Bus, Zug, Flugzeug, Seilbahn, Schiff, Rikscha, Mietwagen, etc.) in dem gewünschten
Zeitraum an. Nach der Auswahl der Reiseroute und entsprechender Zustimmung werden
alle erforderlichen Fahrkarten (bzw. die Berechtigungen dafür) gekauft und/oder reserviert
und dann mit einer ID verknüpft, wie beschrieben.
[0025] Figur 1 zeigt eine Übersicht über das Konzept und einen Teil der Infrastruktur, gemäß
der vorliegenden Erfindung. Figur 1 zeigt ein System 100, welches einen Server 101
im Hintergrundsystem (z.B. in einem Rechenzentrum) zeigt, in welchem IDs mit Berechtigungen
verknüpft werden. Beispielsweise sind in Figur 1 die ID
1 110 und die ID
2 120 dargestellt, wie sie jeweils mit den entsprechenden Berechtigungen 120 und 122
verknüpft sind. Selbstverständlich können auch weitere IDs in dem Server 101 gespeichert
und mit Berechtigungen verknüpft sein, denn die vorliegende Erfindung ist nichts auf
eine bestimmte Anzahl auf dem Server 101 gespeicherte IDs beschränkt. Eine Berechtigung
120 (und auch 122) enthält verschiedene Informationen. Eine wesentliche Information
der Berechtigung 120 ist der Gültigkeitsbereich des Fahrscheins, welcher mit der ID
1 110 verknüpft ist. In dem Beispiel aus Figur 1 beschreibt die Berechtigung 120, dass
der Fahrschein in den Zonen I und II gültig ist. Eine weitere Information in der Berechtigung
kann ein Zeitraum sein, in welchem der Fahrschein in den besagten Zonen, oder der
besagten Zone gültig ist (Gültigkeitszeitraum). Im obigen Beispiel also beschreibt
die Berechtigung 120, welche mit der ID
1 110 verknüpft ist, dass der Fahrschein mit der ID
1 am 8.11.2014 in der Zone I und II gültig ist. In gleicher Weise ist die ID
2 112 mit der entsprechenden Berechtigung 122 verknüpft. Die Berechtigung 122 beschreibt,
dass ein Fahrschein mit der ID
2 112 in den Zonen II, III und IV gültig ist, und zwar am 8.11.2014 zwischen 14:25
Uhr und 16:25 Uhr. Auch wenn in dem obigen Beispiel nur die Zone und die Gültigkeitsdauer
als Informationen in einer Berechtigung auf dem Server 101 beschrieben sind, so ist
die vorliegende Erfindung nicht darauf beschränkt. Weitere Informationen können in
den entsprechenden Berechtigungen beschrieben sein, wie beispielsweise eine Beschreibung
der Verkehrsmittel, welche benutzt werden dürfen (zum Beispiel Bus, Straßenbahn und
U-Bahn, aber keine S-Bahn).
[0026] In weiteren Ausführungsformen kann eine ID auch mit mehreren Berechtigungen verknüpft
sein. Beispielsweise kann eine erste Berechtigung eine Dienstleistung eines ersten
Dienstleisters umfassen und eine zweite Berechtigung kann eine Dienstleistung eines
zweiten Dienstleisters umfassen. Die ID kann dann mit sowohl der ersten Berechtigung,
als auch der zweiten Berechtigung verknüpft sein. Diese Verknüpfungen zwischen ID
und einer entsprechenden Berechtigung können dann getrennt voneinander an entsprechende
Hintergrundsysteme (z.B. Server) der entsprechenden Dienstleister übertragen werden.
Das heißt, die Verknüpfung der ID mit der ersten Berechtigung wird an den ersten Dienstleister
übertragen und die Verknüpfung der ID mit der zweiten Berechtigung wird an den zweiten
Dienstleister übertragen.
[0027] Die Verknüpfung einer ID mit einer Berechtigung im Server 101 kann durch den Kauf
einer Fahrkarte im beschriebenen System geschehen. Ein Fahrgast kann beispielsweise
eine Fahrkarte erwerben, mit welcher er öffentliche Verkehrsmittel in einer bestimmten
Zone innerhalb einer bestimmten Zeit nutzen darf. Dieser Erwerb der Fahrkarte kann
auf verschiedene Arten geschehen. Zum Beispiel kann der Fahrgast an einem Fahrkartenautomat
eine Fahrkarte erwerben, woraufhin der Fahrkartenautomat dem Fahrgast eine Fahrkarte
mit einer eindeutigen ID ausgibt, z.B. eine RFID-Chipkarte oder in Form eines Barcodes
auf Papier, und gleichzeitig die Information über die ausgestellte ID und die erworbene
Berechtigung an den Server 101 überträgt. Daraufhin kann der Server 101 die vom Fahrkartenautomat
übermittelte ID mit der Berechtigung verknüpfen und speichern. Alternativ kann die
Fahrkarte auch online durch den Fahrgast erworben werden, zum Beispiel am Computer
oder per Handy. Das System kann dem Fahrgast dann eine eindeutige ID zuweisen, zum
Beispiel in Form eines QR-Codes zum Ausdrucken oder zum darstellen auf einem Handydisplay,
oder Handys mit integriertem NFC-Chip, oder Bluetooth-Modul, oder Infrarot Schnittstelle
können zum Übertragen einer digitalen ID benutzt werden. Außerdem kann der Fahrgast
beim Kauf einer Fahrberechtigung eine bereits bestehende ID angeben. Diese mitgebrachte
ID kann bereits im Server 101 bekannt sein und gegebenenfalls schon mit einer Berechtigung
verknüpft sein. Diese bereits bestehende Berechtigung für die ID des Fahrgastes kann
dann vom Server 101 um die neu erworbene Berechtigung erweitert werden. Dieses Konzepts
der Wiederverwendung bestehender IDs ist nicht zwangsläufig auf den Fahrkartenkauf
per Handy oder Computer beschränkt, sondern kann auch am Fahrkartenautomat erfolgen.
Beispielsweise kann die ID einer bereits vorhandenen Fahrkarte an einem Fahrkartenautomat
eingelesen werden und mit weiteren Berechtigungen verknüpft werden. Zusätzlich gibt
es auch die Möglichkeit, dass der Fahrgast ein eigenes Fahrkartenmedium mitbringt,
welches dazu in der Lage ist, eindeutig identifiziert zu werden. Dies kann beispielsweise
ein Ausweisdokument, eine Kreditkarte, oder etwas ähnliches sein, was sich vorzugsweise
per RFID auslesen lässt. Selbst wenn das Identifikationsmedium noch nicht im Server
101 bekannt ist, kann es sofort bei der erstmaligen Nutzung zum Kauf einer Berechtigung
im Server 101 hinzugefügt werden, wenn das Identifikationsmedium bestimmte, vom Betreiber
zugelassene Kriterien erfüllt.
[0028] Eine ID kann mit mehreren Berechtigungen verknüpft werden. Damit können z.B. Fahrscheine
in verschiedenen Regionen oder ganz allgemein Dienstleistungen bei verschiedenen Dienstleistern
auf einer ID abgebildet werden.
[0029] Wenn der Server 101 im Hintergrundsystem eine neue ID mit einer entsprechenden Berechtigung
verknüpft hat, so kann der Server 101 die ID an eine oder mehrere Zonen übertragen,
für welche die Berechtigung der ID eine Gültigkeit beschreibt. Im obigen Beispiel
bedeutet dies, dass der Server 101 die ID
1 110 an die Zone I 130 und an die Zone II 140 überträgt, und die ID
2 112 an die Zone II 140 überträgt. Um genauer zu sein, überträgt der Server 101 die
entsprechenden IDs an Prüfgeräte 131 und 141, welche sich in den entsprechenden Zonen
130 und 140 befinden. Diese Übertragung der IDs kann direkt vom Server 101 auf die
entsprechenden Prüfgeräte 131 und 141 geschehen, es können jedoch auch ein oder mehrere
Server dazwischen geschaltet sein, um eine beliebig große Skalierbarkeit auf mehrere
Verkehrsunternehmen zu realisieren, wie weiter unten mit Bezug auf Figur 4 beschrieben.
Auch wenn in Figur 1 nur ein Prüfgerät pro Zone dargestellt ist, sollte es dem Fachmann
klar sein, dass auch mehrere Prüfgeräte gleichzeitig in einer Zone sein können. In
solch einem Fall überträgt der Server 101 (oder ein zwischen geschalteter Server)
an alle Prüfgeräte in einer bestimmten Zone die ID, welche in der entsprechenden Zone
gültig ist.
[0030] Wenn das Prüfgerät die ID vom Server 101 (oder von einem zwischengeschalteten Server)
empfängt, speichert es diese ID zusammen mit der Berechtigung in einer lokalen Liste.
Dies erfordert, dass das Prüfgerät regelmäßig - jedoch nicht zwangsläufig ununterbrochen
- eine Datenverbindung mit dem Server 101 (oder einem zwischengeschalteten Server)
haben muss. Diese Datenverbindung kann beispielsweise über das Mobilfunknetz geschehen,
oder über WLAN, ein anderes Datenfunknetz, z.B. Tetra, oder mehrere. Zur Verbesserung
der Netzabdeckung kann ein Prüfgerät, gemäß der vorliegenden Erfindung, auch mehrere
SIM-Karten oder eine Multi-Netz-SIM-Karte umfassen. Außerdem können an bestimmten
Punkten (zum Beispiel an ausgewählten, oder an allen Haltestellen) auch WLAN-Hotspots
errichtet werden, so dass spätestens an einer solchen Haltestelle die Liste gültiger
IDs in dem Prüfgerät aktualisiert werden kann. Damit ist die Aktualität der lokal
im Prüfgerät gespeicherten Liste während der Fahrt bis zur nächsten Haltestelle sicher
gestellt, denn wenn die Tür zu ist, dürfen in einer Ausführungsform keine neuen Tickets
mehr gekauft werden, d.h. während der Fahrt muss die Liste gültiger IDs nicht zwingend
auf dem neuesten Stand sein.
[0031] Sobald ein Prüfgerät mit dem Server 101 (oder mit einem zwischengeschalteten Server)
verbunden ist, wird eine aktualisierte Liste gültiger IDs mit Berechtigung an das
Prüfgerät übertragen. Diese Aktualisierung der Liste gültiger IDs/Berechtigung, die
in den entsprechenden Prüfgeräten gespeichert sind, erfolgt vorzugsweise durch eine
Übertragung von Änderungen in der Liste. Dies bedeutet, dass nicht bei jeder Verbindung
zum Server 101 (oder einem zwischengeschalteten Server) die komplette Liste gültiger
IDs/Berechtigung an ein entsprechendes Prüfgerät übertragen werden muss. Sondern nur
diejenigen IDs/Berechtigung werden vom Server 101 (oder einem zwischengeschalteten
Server) an das Prüfgerät übertragen, die in der Zone des Prüfgeräts gültig sind und
noch nicht im Prüfgerät gespeichert sind.
[0032] Die Liste gültiger IDs/Berechtigung in einem Prüfgerät kann immer dann auf den neuesten
Stand gebracht werden, sobald das Prüfgerät Verbindung zum Server 101 (oder einem
zwischengeschalteten Server) aufnehmen kann. Alternativ kann die Liste auch in vorbestimmten
Zeitintervallen aktualisiert werden, zum Beispiel einmal pro Minute oder alle 5 Minuten
etc.
[0033] Verfällt die Gültigkeit einer Berechtigung für eine Zone, so kann der Server 101
(oder ein zwischengeschalteter Server) an die entsprechenden Prüfgeräte der Zone auch
die Anweisung zur Löschung der entsprechenden Berechtigung und damit auch der ID übertragen.
In alternativen Ausführungsformen kann ein Prüfgerät auch selbstständig feststellen,
dass eine ID nicht mehr die Berechtigung für die entsprechende Zone hat und kann diese
ID aus der Liste gültiger IDs des Prüfgeräts entfernen. Es können auch diese beiden
Möglichkeiten miteinander kombiniert werden und somit kann entweder das Prüfgerät
selbst die nicht mehr gültige ID aus der Liste gültiger IDs löschen, oder das Prüfgerät
empfängt den Befehl zur Löschung der nicht mehr gültigen ID vom Server, je nachdem
welches Ereignis zuerst eintritt.
[0034] Für den Verfall der Gültigkeit einer ID kann es verschiedene Gründe geben. Ein Grund
für den Verfall der Gültigkeit einer ID kann sein, dass der Gültigkeitszeitraum abgelaufen
ist, welcher in der mit der ID verknüpften Berechtigung beschrieben ist. Beispielsweise
würde die Gültigkeit der ID
2 112 aus Figur 1 in den Zonen II, III und IV am 8.11.2014 um 16:26 Uhr ablaufen, woraufhin
die ID aus allen Prüfgeräten in den Zonen II, III und IV zu diesem Zeitpunkt aus der
Liste gültiger IDs gelöscht wird.
[0035] Ein weiterer Grund für den Verfall der Gültigkeit einer ID kann sein, dass das Prüfgerät
von einer ersten Zone in eine zweite Zone begibt, wobei die verknüpfte Berechtigung
besagter ID in der ersten Zone gültig ist, aber nicht in der zweiten Zone. In diesem
Fall können aus der Liste gültiger IDs des Prüfgeräts alle IDs gelöscht werden, welche
in der zweiten Zone nicht gültig sind. Wenn beispielsweise das Prüfgerät 141 aus Figur
1 von der Zone II in die Zone I geht, so wird die ID
2 aus dem Prüfgerät 141 gelöscht da diese in der Zone I keine Berechtigung aufweist.
Alternativ können in dem Fall, dass ein Prüfgerät sich von einer ersten Zone in eine
zweite Zone begibt IDs beibehalten werden, obwohl sie in der zweiten Zone nicht mehr
gültig sind. In diesem Fall werden die in der zweiten Zone ungültigen IDs jedoch im
Prüfgerät als ungültig markiert. Sollte sich das Prüfgerät danach wieder in die erste
Zone begeben, so müssen die als ungültig markierten IDs nicht erneut vom Server ermittelt
oder herunter geladen werden, sondern lediglich die Ungültigkeitsmarkierungen entfernt
werden.
[0036] Ein weiterer Grund für den Verfall der Gültigkeit einer ID kann sein, dass eine ID
vom Server 101 (oder einem zwischengeschalteten Server) gesperrt wurde. Wenn zum Beispiel
vom System erkannt wird, dass eine Fahrkarte unerlaubt vervielfältigt wurde und somit
quasi zwei Fahrkarten mit identischer ID im Umlauf sind, so kann die ID gesperrt werden.
Dies hat zur Folge, dass die gesperrte ID in keinem Prüfgerät auf der Liste gültiger
IDs gespeichert ist. In alternativen Ausführungsformen kann an entsprechende Prüfgeräte
(in den entsprechenden Zonen) auch eine Liste gesperrter IDs übertragen werden, womit
Betrugsversuche sofort aufgedeckt werden können. Die Liste erlaubter IDs in einem
Prüfgerät kann auch, gemäß einer Ausführungsform der Erfindung, vor der nächsten Haltestelle
ausgewertet werden, um zu überprüfen, ob die IDs in der Liste an dieser Haltestelle
gültig sind.
[0037] Wenn ein Prüfgerät eine Fahrkarte kontrolliert (einliest), ermittelt das Prüfgerät
die ID der Fahrkarte und durchsucht die Liste gültiger IDs nach der ID der eingelesenen
Fahrkarte. Erkennt das Prüfgerät, dass sich die eingelesene ID der Fahrkarte auch
in der Liste gültiger IDs befindet, so erkennt das Prüfgerät, dass die Fahrkarte gültig
ist. Auf der anderen Seite, wenn die ID der eingelesenen Fahrkarte nicht in der lokal
gespeicherten Liste gültiger IDs in dem Prüfgerät gefunden wird, so ist dies ein Indiz
dafür, dass die Fahrkarte ungültig ist. Das Prüfgerät kann in einem solchen Fall versuchen,
eine gezielte Anfrage beim Server 101 (oder einem zwischengeschalteten Server) zu
stellen, um online nachzuprüfen, ob eine entsprechende Berechtigung in der aktuellen
Zone für die eingelesene ID der Fahrkarte existiert. Das Ergebnis dieser Onlineabfrage
kann das Prüfgerät direkt anzeigen. Ein Ergebnis dieser Anfrage kann sein, dass die
Verbindung zum Server erfolgreich hergestellt werden konnte und eine entsprechende
Berechtigung vom Server 101 (oder einem zwischengeschalteten Server) als gültig verifiziert
werden konnte. Ein anderes Ergebnis dieser Anfrage kann sein, dass die Verbindung
zum Server erfolgreich hergestellt werden konnte, jedoch keine entsprechende Berechtigung
auf dem Server gefunden wurde, welche mit der ID der Fahrkarte verknüpft ist. Ein
anderes Ergebnis dieser Anfrage kann sein, dass aus verschiedenen Gründen keine Verbindung
zum Server hergestellt werden konnte, wodurch weitere Schritte zur Verifizierung der
Fahrkarte unternommen werden können, oder der Vorgang noch einmal wiederholt wird.
[0038] Durch das beschriebene Verfahren wird erreicht, dass die Liste gültiger IDs in den
Prüfgeräten für deren Einsatzgebiete optimiert werden, wodurch die Liste gültiger
IDs möglichst klein gehalten wird. Das heißt, dass die Liste gültiger IDs nur die
IDs beinhaltet, die im entsprechenden Einsatzgebiet (in der entsprechenden Zone) gültig
sind. Dadurch kann erreicht werden, dass die Suchzeiten und damit die Prüfzeiten minimiert
werden. Ein weiteres Resultat der kleinen Liste gültiger IDs ist auch, dass die Datenübertragungsmenge
und damit die Kosten dafür minimiert werden. Diese Zusammenstellung der Liste erfolgt
im Allgemeinen für ein oder mehrere Prüfgeräte im Hintergrund, zum Beispiel im Server
101. Die Server im Hintergrund sind für bestimmte Gruppen von Prüfgeräten zuständig,
d.h. die Bereitstellung der Listen gültiger IDs kann auf mehrere Server im Hintergrund
verteilt werden. Damit ist es möglich, das System auf beliebig große Regionen auszuweiten
und zu realisieren.
[0039] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird in einem Prüfgerät ein Protokoll
über die geprüften IDs angelegt. Dieses Prüfprotokoll kann in regelmäßigen Abständen
an den Server 101 im Hintergrund übertragen werden, um eine Doppelnutzung einer ID
schnell zu erkennen. Wenn beispielsweise eine ID
1 an einem Ort r
1 zum Zeitpunkt t
1 von einem Prüfgerät erfasst wird, also ID
1(r
1, t
1), und die selbe ID
1 an einem anderen Ort r
2 zu einem Zeitpunkt t2 erfasst wird, also ID
1(r
2, t
2), so wird auf dem Server 101 überprüft, ob es möglich ist, vom Ort r1 zum Ort r2
in der Zeit T=t
2-t
1 zu gelangen. Wenn festgestellt wird, dass die zwei Orte r
1 und r
2 zu weit voneinander entfernt sind, als dass es möglich wäre in der Zeit T=t
2-t
1 vom einen Ort zum anderen Ort zu gelangen, so wird auf eine doppelte Nutzung ein
und derselben ID geschlossen. Dies bedeutet, dass eine ID vervielfältigt wurde, wodurch
diese ID als ungültig gekennzeichnet werden kann. In alternativen Ausführungsformen
kann die ID auch von einem zweiten Prüfgerät gelöscht werden (z.B. mittels Befehl
vom Server), wenn die ID gerade von einem ersten Prüfgerät in einer entfernten Zone
eingelesen wurde. Die ID kann dann nach Ablauf einer berechneten Zeit wieder an das
zweite Prüfgerät übertragen werden.
[0040] Ein Vorteil des hierin beschriebenen Systems ist, dass elektronische Fahrkarten auf
ihre Gültigkeit hin überprüft werden können, auch wenn das dazu notwendige Prüfgerät
keinen ununterbrochenen Kontakt zu einem Server hat, welcher die entsprechenden Berechtigungen
der elektronischen Fahrkarten kennt und speichert. Gerade in ländlichen Regionen,
aber auch in U-Bahnen unter der Erde, oder anderen Fahrzeugen in Tunneln ist eine
Funk-Netzabdeckung nicht immer unterbrechungsfrei gewährleistet. Somit gestaltet sich
im öffentlichen Personenverkehr die Gültigkeitsanfrage von einem Prüfgerät an einen
zentralen Server über das Mobilfunknetz oftmals schwierig. Da aber bei Fahrkartenkontrollen
eine schnelle Prüfung von Fahrtberechtigungen für einen hohen Durchsatz (d.h. für
schnellen Einstieg oder viele Kontrollen) notwendig ist, ist eine solche Serveranfrage
selbst bei guter Netzabdeckung eine zu zeitintensive Prozedur. Die hierin beschriebene
Gültigkeitsprüfung von Fahrkarten erfordert gerade keine Serveranfrage für jede einzelne
Fahrkarte, sondern die Prüfung erfolgt gegen eine Liste gültiger IDs, welche die Prüfgeräte
lokal gespeichert haben. Diese Prüfprozedur ist effizienter, weniger fehleranfällig
und schneller, als eine Onlineabfrage für jede einzelne Fahrkarte.
[0041] Figur 2 zeigt ein Verfahren 200, gemäß einer Ausführungsform der Erfindung, welches
das Erstellen einer Fahrkarte beschreibt. Im Schritt 202 erwirbt der Fahrgast eine
Fahrkarte. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen, wie bereits beschrieben. Beispiele
hierfür sind Fahrkartenautomaten, per Internet, an Vorverkaufsstellen, beim Fahrer
direkt im Fahrzeug, etc.
[0042] Im Schritt 204 wird während des Kaufvorgangs überprüft, ob der Fahrgast bereits eine
bestehende ID hat. Beispielsweise kann ein Fahrgast dem Verkaufssystem (zum Beispiel
dem Fahrkartenautomat) eine bereits bestehende ID präsentieren, welche auch schon
mit Berechtigungen verknüpft sein kann. Dazu kann der Fahrgast die bereits vorhandene
ID beispielsweise über eine Tastatur eingeben, oder die ID mittels der bereits vorhandenen
Fahrkarte von dem Verkaufssystem (zum Beispiel dem Fahrkartenautomat) einlesen lassen.
Wird im Schritt 204 festgestellt, dass keine ID bereits vorhanden ist, so wird im
Schritt 206 eine ID für den Fahrgast erstellt. Diese ID kann anonym sein, kann aber
auch personengebunden sein. Zum Beispiel kann der Fahrkartenautomat eine RFID-Chipkarte
mit einer eindeutigen ID ausstellen und an den Fahrgast übergeben, aber auch Papiertickets
mit beispielsweise einem Scanncode oder einem normalen Code ist als nichtabschließendes
Beispiel denkbar.
[0043] Im Schritt 208 wird die ID des Fahrgastes mit einer entsprechenden Berechtigung verknüpft,
die der Fahrgast durch den Kaufvorgang erworben hat. Wenn bereits eine ID besteht,
die mit einer Berechtigung verknüpft ist, so kann diese Berechtigung erweitert werden.
Das kann durch Anpassung der Berechtigung geschehen, oder durch eine zusätzliche Verknüpfung
im Server mit einer weiteren Berechtigung. Diese Verknüpfung der eindeutigen ID mit
der entsprechenden Berechtigung geschieht vorzugsweise im Server 101 aus Figur 1,
kann jedoch auch schon bereits in einem Fahrkartenautomat geschehen und danach an
den Server 101 übertragen werden.
[0044] Im Schritt 210 wird die ID an diejenigen Prüfgeräte übermittelt, die sich in den
Zonen befinden, für welche die verknüpfte Berechtigung eine Gültigkeit der ID beschreibt.
Diese Übertragung der ID kann zum Beispiel vom Server 101 direkt an die Prüfgeräte
vorgenommen werden. In alternativen Ausführungsformen kann auch ein Fahrkartenautomat
direkt IDs von kürzlich erworbenen Fahrkarten und/oder Berechtigungen an nahe gelegene
Prüfgeräte übertragen, so dass eine sofortige Kontrolle einer ID mit einem Prüfgerät
möglich ist. Erwirbt beispielsweise ein Fahrgast an einem Fahrkartenautomat direkt
an einer Haltestelle eine Fahrkarte, so wird die ID des Fahrgastes zusammen mit der
entsprechenden Berechtigung nicht nur an den Server 101 übertragen, sondern kann zusätzlich
auch an ein oder mehrere Prüfgeräte übertragen werden, welche sich in direkter Nähe
zu der Haltestelle befindet, falls die Berechtigung eine Gültigkeit in dieser Zone
beschreibt. Dadurch kann erreicht werden, dass Prüfgeräte die neu erworbene ID sofort
in der Liste gültiger IDs aufnehmen, ohne dass vorher eine Verbindung zwischen Prüfgerät
und Server 101 aufgebaut werden muss.
[0045] Das in Figur 3 gezeigte Verfahren 300 betrifft das Kontrollieren und Überprüfen einer
Fahrkarte mittels des Prüfgeräts, gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Im Schritt
302 wird eine Fahrkarte in das Prüfgerät eingelesen. Um genauer zu sein, wird die
ID der Fahrkarte von dem Prüfgerät ausgelesen, was auf verschiedene Arten geschehen
kann, wie bereits beschrieben.
[0046] Im Schritt 304 überprüft das Prüfgerät, ob sich die ID der Fahrkarte in der Liste
gültiger IDs befindet, die in dem Prüfgerät gespeichert ist. Sollte diese Überprüfung
positiv ausfallen und die eingelesene ID sich in der Liste gültiger IDs befinden,
so erkennt das Prüfgerät im Schritt 306, dass die Fahrkarte gültig ist. Sollte hingegen
die eingelesene ID nicht in der Liste gültiger IDs im Prüfgerät gefunden werden, so
wird das Prüfgerät im Schritt 308 versuchen, den Server zu kontaktieren, um dort eine
Anfrage bezüglich der Gültigkeit der eingelesenen ID vorzunehmen.
[0047] Im Schritt 310 überprüft das Prüfgerät, ob die Verbindung zum Server möglich ist.
Sollte aktuell keine Verbindung zum Server möglich sein, so wird das Verfahren im
Schritt 312 zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt. Alternativ kann auch ein anderes
Prüfverfahren zur Gültigkeit der ID herangezogen werden, wenn keine Verbindung zum
Server möglich ist. Wird im Schritt 310 festgestellt, dass eine Verbindung zum Server
erfolgreich ist, stellt das Prüfgerät eine Anfrage zum Server, um festzustellen ob
die ID laut Server in der aktuellen Zone gültig ist.
[0048] Wenn diese Rückmeldung vom Server negativ ist (d.h. der Server teilt mit, dass die
ID keine erforderliche Berechtigung für die entsprechende Zone hat), stellt das Prüfgerät
im Schritt 316 fest, dass die Fahrkarte ungültig ist. Andernfalls stellt das Prüfgerät
im Schritt 306 fest, dass die Fahrkarte gültig ist, wenn eine positive Rückmeldung
vom Server kommt.
[0049] Figur 4 zeigt eine Übersicht zur Veranschaulichung einer erweiterten Infrastruktur
eines Systems zur Steigerung der Interoperabilität zwischen mehreren Dienstleistern.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird die Interoperabilität deutlich vereinfacht.
Die Server der verschiedenen Verkehrsunternehmen können Berechtigungen und Nutzung,
Sperrungen und die Abrechnung für verschiedene IDs im geschützten Umfeld interoperabel,
ohne Manipulationsmöglichkeiten durch externe austauschen.
[0050] Wie in Figur 4 zu sehen ist, kann das System eine Infrastruktur mit mehreren Hintergrundsystemen
und dazugehörigen Prüfgeräten und Verkaufsstellen umfassen. Dabei ist ein Hintergrundsystem
jeweils in ähnlicher Weise aufgebaut, wie in Figur 1 beschrieben. Das heißt, ein Hintergrundsystem
besteht aus wenigstens einem Server, der in Kontakt zu wenigstens einem Prüfgerät
und einem Vertriebsgerät steht.
[0051] Die einzelnen Hintergrundsysteme können mit einem standardisierten Protokoll miteinander
verknüpft sein. Für sehr große Systeme kann statt einer vollständigen Vermaschung
der Hintergrundsysteme eine Vermittlungsebene (Datendrehscheibe) eingefügt werden.
Ebenso sind Vermittlungsinstanzen zwischen den Hintergrundsystemen für die Abrechnung
innerhalb von Verkehrsverbünden möglich.
[0052] Durch dieses System mit mehreren Hintergrundsystemen, die miteinander kommunizieren,
lässt sich ein beliebig skalierbare System erreichen. Beispielsweise kann das HGS
A ein zuständiges Hintergrundsystem für die Region München darstellen, das HGS B ein
zuständiges Hintergrundsystem für die Region Berlin darstellen, das HGS C ein zuständiges
Hintergrundsystem für die Region Dresden darstellen, das HGS D ein zuständiges Hintergrundsystem
für die Region Zürich darstellen, das HGS E ein zuständiges Hintergrundsystem für
die Region Paris darstellen und das HGS F ein zuständiges Hintergrundsystem für die
Region London darstellen. Wie bereits erwähnt, können die Hintergrundsysteme auch
andere Dienstleistungsberechtigungen in der jeweiligen Region verwalten und sind nicht
auf Fahrdienstleistungen beschränkt.
[0053] Durch dieses interoperable System ist es möglich, dass von jedem Vertriebsgerät V
aus, eine gültige Fahrkarte für jede beliebige Region erworben werden kann und dort
dann auch problemlos auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden kann. Die einzelnen
Hintergrundsysteme der verschiedenen Verkehrsbünde tauschen die IDs zusammen mit den
Berechtigungen aus, welche für die entsprechenden Hintergrundsysteme der Verkehrsunternehmen
in einer bestimmten Regionen nützlich sind.
[0054] Das bedeutet, dass sich ein Fahrgast an einem Vertriebsgerät V eines ersten Verkehrsbundes
problemlos eine Fahrtberechtigung für eine beliebige Zone in einem zweiten Verkehrsbund
erwerben kann. Beispielsweise kann ein Fahrgast in München an einem Fahrkartenautomat,
der zum HGS A gehört, sich eine Fahrkarte für London (HGS F) kaufen. Das HGS A übermittelt
dann die ID des Fahrgastes zusammen mit der erworbenen Berechtigung an das HGS F für
London. Das HGS F speichert die ID zusammen mit der Berechtigung, wie oben beschrieben,
und überträgt die gültige ID dann an die entsprechenden Prüfgeräte in den Zonen Londons,
für welche die erworbene Berechtigung ihre Gültigkeit hat.
[0055] Eine weitere Ausführungsform betrifft die mögliche Trennung von Dienstleister (DL)
und Vertriebs-Partner (VP). Dieses Prinzip ist in Figur 5 weiter gezeigt. Gemäß einer
Ausführungsform ist es denkbar, dass ein Teil der Hintergrundsysteme zu einem DL gehört
und ein anderer Teil der Hintergrundsysteme zu einem VP.
[0056] Die Rolle des DLs ist dabei die Verwaltung und das Referenzieren des angebotenen
Produkts, zusammen mit Preis und Gültigkeit, wie beispielsweise Zone, Personenanzahl,
Zeit etc. Der Dienstleister kann folglich die allgemeine Dienstleistung (Fahrten,
Eintritte, Downloads, etc.) zur Verfügung stellen und arbeitet dabei zusammen mit
einem oder mehreren Vertriebspartnern VP. Weiterhin ist der DL für die Überprüfung
der Berechtigungen für eine Dienstleistung zuständig, wie oben beschrieben.
[0057] Die Rolle des VPs dabei ist die Abwicklung des Kaufs einer Berechtigung und das damit
einhergehende Verknüpfen einer ID mit einer Berechtigung. Der VP kann dabei IDs mit
seinen Kundenstammdaten verknüpfen. Die ID, die mit einer oder mehreren Berechtigungen
verknüpft ist, kann dann vom VP an die entsprechenden Hintergrundsysteme des DLs weitergeleitet
werden, so dass die DLs die Berechtigungen der Benutzer überprüfen können.
[0058] Zusammenfassend kann im Allgemeinen ein Verfahren in einem System mit Trennung von
VP und DL folgende Schritte umfassen:
Verkauf: VP erstellt Berechtigung und verteilt diese an die DLs; die DLs verteilen
diese an relevante Prüfgeräte während der Gültigkeit (räumlich und zeitlich) für die
schnelle offline-Prüfung.
Kontrolle: Der DL überprüft anhand der ID des Nutzers, ob dieser die Berechtigung
zur Nutzung besitzt, wie oben beschrieben. Liegt die Berechtigung vor, meldet der
DL die Nutzung an den durch die Übermittlung der ID/Berechtigung bereits bekannten
VP. Damit kann der DL seine Dienstleistung zuverlässig abrechnen. Der VP kann mit
der Nutzungs-Meldung vom DL eventuellen Missbrauch erkennen und die IDs mit Berechtigungen
gegebenenfalls sperren, wie zuvor beschrieben.
[0059] Ein Sonderfall einer Nutzungs-Berechtigung stellt ein Guthaben in Geld dar. Damit
kann der Nutzer ohne explizite Bezahlung Dienstleistungen beim VP erwerben. In einem
globalen System mit mehreren VPs kann er das Guthaben auch bei einem anderen VP nutzen,
als bei dem, bei dem er es erworben hat. Dann fungiert der zweite VP als DL des ersten,
der das Guthaben verwaltet. In diesem Sonderfall berechnet ein VP dem anderen die
Nutzung des Guthabens.
[0060] Diese Sonderfall kann offensichtlich auf andere Bezahlformen ausgeweitet werden,
z.B. kann ein VP einem Nutzer einen Kreditrahmen gewähren (PostPaied).
[0061] Dabei kann die Trennung von VP und DL folgende Vorteile aufweisen:
- Jeder VP behält seine Daten auf seinem Server, insbesondere "seine" Kunden und deren
Umsätze. Der Wettbewerber (alle verknüpften Unternehmen sind scharfe Wettbewerber)
erfährt weder Stammdaten noch Umsätze.
- Jeder DL kann seine Produkte flexibel und individuell gestalten und muss sie bei diesem
Verfahren dem VP erst zum Zeitpunkt des Kaufes mitteilen statt wie heute lange davor.
- Der DL kennt schon vor der Nutzung den ausstellenden VP und kann zuverlässig abrechnen.
- Transparenz: der Kunde kann Käufe und Nutzung im Internet verfolgen
[0062] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es möglich, dass ein VP für
verschiedene Dienstleister Berechtigungen für deren entsprechenden Dienstleistungen
ausstellt. Dies wird durch die Ausführungsformen der Erfindung ermöglicht, da der
VP keine werthaltigen Tickets, Voucher oder Fahrscheine ausstellen muss und die typischen
Sicherheitsmerkmale solcher Tickets, Voucher oder Fahrscheine einzelner verschiedener
Dienstleister nicht implementieren oder kennen muss. Stattdessen kann ein VP lediglich
eine (bekannte oder neue) ID für einen Benutzer mit einer oder mehreren Berechtigungen
für die verschiedenen Dienstleistungen der verschiedenen Dienstleister verwenden.
Basierend auf dieser Verknüpfung einer einfachen ID oder Kennung mit den jeweiligen
verscheiden Dienstleistungen oder Dienstleistern kann ein einzelnes System, wie etwa
der VP, den Erwerb für sämtliche verschiedene Dienstleistungen und Dienstleister vornehmen.
Ebenso kann der Benutzer die verschiedenen Dienstleistungen von einem einzelnen System,
wie etwa dem VP, käuflich erwerben und dieses einzelne System kann die gezahlten Gebühren
bereits vor der eigentlichen Benutzung der Dienstleistungen mit den anderen Dienstleitern
und Dienstleistungen bzw. dessen Hintergrundsystemen verrechnen.
[0063] Diese Aspekte und Ausführungsformen sind in Figur 5 weiter veranschaulicht, wobei
das erste Hintergrundsystem 501 zu einem VP gehören kann. Ein Benutzer kann an den
Verkaufsgeräten V 505a-c, die mit dem ersten Hintergrundsystem 501 verbunden sind,
Berechtigungen erwerben, die als Berechtigungen für Dienstleistungen von einem ersten
Dienstleister und/oder einem zweiten Dienstleister gelten. Mit anderen Worten, in
dem ersten Hintergrundsystem 501 liegt eine Verknüpfung einer ID mit einer ersten
Berechtigung vor und eine Verknüpfung der selben ID mit einer zweiten Berechtigung.
Die erste Berechtigung betrifft dabei eine Dienstleistung des ersten Dienstleisters
und die zweite Berechtigung betrifft dabei eine Dienstleistung des zweiten Dienstleisters.
[0064] Das erste Hintergrundsystem 501 überträgt dann die ID zusammen mit der ersten Berechtigung
an das zweite Hintergrundsystem 502 des ersten Dienstleisters und überträgt die gleiche
ID zusammen mit der zweiten Berechtigung an das dritte Hintergrundsystem 503 des zweiten
Dienstleisters.
[0065] Die entsprechenden Hintergrundsysteme 502 und 503 der beiden Dienstleister können
dann die IDs mit Berechtigung an die entsprechenden Prüfgeräte 510a bis 510f übertragen,
sofern diese Dienstleistungen für zugeordnete Berechtigungen kontrollieren, wie oben
in den Figuren 1 bis 4 beschrieben.
[0066] In alternativen Ausführungsformen können das zweite Hintergrundsystem 502 und das
erste Hintergrundsystem 501 ein einzelnes Hintergrundsystem sein. In diesem Fall überträgt
das erste Hintergrundsystem 501 nicht die ID und die erste Berechtigung an das zweite
Hintergrundsystem 502, sondern speichert diese Information.
1. Verfahren zum Erstellen und Auswerten einer Fahrberechtigung in einem Personenverkehrssystem,
wobei das Verfahren umfasst:
Verknüpfen einer Identifikation, ID, mit einer ersten Berechtigung, wobei die erste
Berechtigung wenigstens eine erste Zone oder eine erste Strecke des Personenverkehrssystems
betrifft und die ID in dieser ersten Zone oder auf dieser ersten Strecke als eine
gültige Fahrberechtigung dient;
Verknüpfen der ID mit einer zweiten Berechtigung, wobei die zweite Berechtigung wenigstens
eine zweite Zone oder eine zweite Strecke des Personenverkehrssystems betrifft und
die ID in dieser zweiten Zone oder auf dieser zweiten Strecke als eine gültige Fahrberechtigung
dient;
Übermitteln der ID an ein Prüfgerät (131, 141; 510) zum Überprüfen der Gültigkeit
von Fahrberechtigungen von Benutzern des Personenverkehrssystems;
Einlesen einer ID durch das Prüfgerät; und
Überprüfen, durch das Prüfgerät, ob die eingelesene ID in einer Liste ist, wobei:
die Liste in dem Prüfgerät gespeichert ist;
die Liste eine Vielzahl von IDs enthält, die in der Zone, in der sich das Prüfgerät
befindet, eine gültige Fahrberechtigung sind; und
das Prüfgerät mit einem Hintergrundsystem kommuniziert, um die Liste zu aktualisieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Verknüpfen der ID mit der ersten Berechtigung
und das Verknüpfen der ID mit der zweiten Berechtigung durch ein erstes Hintergrundsystem
(501) durchgeführt wird, und das Verfahren des Weiteren umfasst:
Übertragen der ID und der ersten Berechtigung an ein zweites Hintergrundsystem (502),
wobei das zweite Hintergrundsystem die ID und die erste Berechtigung speichert;
Übertragen der ID und der zweiten Berechtigung an ein drittes Hintergrundsystem (503),
wobei das dritte Hintergrundsystem die ID und die zweite Berechtigung speichert; und
wobei das Prüfgerät (131, 141; 510) mit dem zweiten Hintergrundsystem kommuniziert,
wenn das Prüfgerät die Gültigkeit von Fahrberechtigungen in der ersten Zone oder auf
der ersten Strecke des Personenverkehrssystems überprüft, und wobei das Prüfgerät
mit dem dritten Hintergrundsystem kommuniziert, wenn das Prüfgerät die Gültigkeit
von Fahrberechtigungen in der zweiten Zone oder auf der zweiten Strecke des Personenverkehrssystems
überprüft.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei das erste Hintergrundsystem (501) das zweite Hintergrundsystem
(502) ist und das Übertragen der ID und der ersten Berechtigung an das zweite Hintergrundsystem
das Speichern der ID und der ersten Berechtigung im zweiten Hintergrundsystem ist.
4. Verfahren zum Erstellen und Auswerten von Benutzerberechtigungen, wobei das Verfahren
umfasst:
Verknüpfen, in einem ersten Hintergrundsystem (501), einer Identifikation, ID, mit
einer ersten Berechtigung für wenigstens eine erste Dienstleistung von einem ersten
Dienstleister und Verknüpfen dieser ID mit einer zweiten Berechtigung für wenigstens
eine zweite Dienstleistung von einem zweiten Dienstleister, wobei die ID für die wenigstens
erste und zweite Dienstleistung als eine gültige Berechtigung für einen Benutzer dient;
Übertragen der ID und der ersten Berechtigung an ein zweites Hintergrundsystem (502)
des ersten Dienstleisters, wobei das zweite Hintergrundsystem die ID und die erste
Berechtigung speichert;
Übertragen der ID und der zweiten Berechtigung an ein drittes Hintergrundsystem (503)
des zweiten Dienstleisters, wobei das dritte Hintergrundsystem die ID und die zweite
Berechtigung speichert;
Übermitteln der ID, durch das zweite oder dritte Hintergrundsystem, an ein Prüfgerät
(131, 141; 510) zum Überprüfen der Gültigkeit von Berechtigungen von den Benutzern;
Einlesen einer ID durch das Prüfgerät; und
Überprüfen, durch das Prüfgerät, ob die eingelesene ID in einer Liste ist, wobei:
die Liste in dem Prüfgerät gespeichert ist;
die Liste eine Vielzahl von IDs für gültige Berechtigungen enthält; und
das Prüfgerät mit mindestens dem zweiten oder dem dritten Hintergrundsystem kommuniziert,
um die Liste zu empfangen oder zu aktualisieren.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei unterschiedliche Dienstleistungen unterschiedliche
Listen von IDs haben, und wobei ein Prüfgerät (131, 141;510) zum Überprüfen der Gültigkeit
von Berechtigungen für eine dieser verschiedenen Dienstleistungen eine Liste nur mit
IDs für gültige Berechtigungen dieser Dienstleistung empfängt oder speichert, welche
von einem entsprechendem Hintergrundsystem bereitgestellt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei der erste Dienstleister der zweite Dienstleiter
ist, und wobei die erste und die zweite Dienstleistung unterschiedlich sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei das Aktualisieren der Liste durchgeführt
wird, sobald eine Kommunikationsverbindung zwischen Prüfgerät (131, 141; 510) und
dem zweiten oder dritten Hintergrundsystem (502, 503) hergestellt ist, wobei nur Änderungen
der Liste vom entsprechenden Hintergrundsystem an das Prüfgerät übertragen werden.
8. System zum Erstellen und Auswerten von Benutzerberechtigungen, wobei das System ein
erstes Hintergrundsystem (501), ein zweites Hintergrundsystem (502) eines ersten Dienstleisters
und ein drittes Hintergrundsystem (503) eines zweiten Dienstleisters umfasst,
wobei das erste Hintergrundsystem (501) umfasst:
Mittel zum Verknüpfen einer Identifikation, ID, mit einer ersten Berechtigung für
wenigstens eine erste Dienstleistung eines ersten Dienstleisters,
Mittel zum Verknüpfen dieser ID mit einer zweiten Berechtigung für wenigstens eine
zweite Dienstleistung eines zweiten Dienstleisters, wobei die ID für die wenigstens
erste und zweite Dienstleistung als eine gültige Berechtigung dient,
Mittel zum Übertragen der ID und der ersten Berechtigung an das zweite Hintergrundsystem
(502) des ersten Dienstleisters, und
Mittel zum Übertragen der ID und der zweiten Berechtigung an das dritte Hintergrundsystem
(503) des zweiten Dienstleisters;
wobei das zweite Hintergrundsystem des ersten Dienstleisters eingerichtet ist, die
ID und die erste Berechtigung zu speichern;
wobei das dritte Hintergrundsystem des zweiten Dienstleisters eingerichtet ist, die
ID und die zweite Berechtigung zu speichern; und
wobei das erste und/oder das zweite Hintergrundsystem des Weiteren umfasst:
Mittel zum Kommunizieren mit einem Prüfgerät (131, 141; 510) zum Überprüfen der Gültigkeit
von Berechtigungen der Benutzung der ersten und/oder der zweiten Dienstleistung, wobei
eine Liste mit einer Vielzahl von IDs für gültige Berechtigungen für die erste und/oder
zweite Dienstleistung an das Prüfgerät übertragen wird oder die Liste durch Übertragen
einer oder mehrerer IDs aktualisiert wird.
9. System nach Anspruch 8, wobei das erste Hintergrundsystem (501) das zweite Hintergrundsystem
(502) ist und das Übertragen der ID und der ersten Berechtigung an das zweite Hintergrundsystem
das Speichern der ID und der ersten Berechtigung in dem zweiten Hintergrundsystem
ist.
10. System nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Liste aktualisiert wird, wenn eine Kommunikationsverbindung
zwischen dem Prüfgerät (131, 141; 510) und dem zweiten oder dem dritten Hintergrundsystem
(502, 503) besteht, wobei nur Änderungen der Liste von dem zweiten oder dritten Hintergrundsystem
an das Prüfgerät übertragen werden.
11. Prüfgerät (131, 141; 510) zum Überprüfen der Gültigkeit von Fahrberechtigungen in
einem Personenverkehrssystem, wobei das Prüfgerät umfasst:
Mittel zum Empfangen von einer Identifikation, ID, von einem Hintergrundsystem, wobei
die ID mit einer Berechtigung verknüpft ist, wobei die Berechtigung wenigstens eine
erste Zone oder eine erste Strecke des Personenverkehrssystems betrifft und die ID
in dieser Zone oder auf dieser Strecke als eine gültige Fahrberechtigung dient;
Mittel zum Einlesen einer ID; und
Mittel zum Überprüfen, ob die eingelesene ID in einer Liste ist, wobei:
die Liste in dem Prüfgerät gespeichert ist;
die Liste eine Vielzahl von IDs für gültige Berechtigungen enthält; und
das Prüfgerät mit dem Hintergrundsystem kommuniziert, um die Liste zu empfangen oder
zu aktualisieren.
12. Prüfgerät (131, 141; 510) nach Anspruch 11, wobei:
die Liste in dem Prüfgerät IDs enthält, die in einer Zone, in der sich das Prüfgerät
befindet, eine gültige Fahrberechtigung sind.
13. Prüfgerät (131, 141; 510) nach Anspruch 12, wobei das Prüfgerät eingerichtet ist,
direkt mit einem Verkaufsgerät zu kommunizieren, um die Liste zu aktualisieren.
14. Prüfgerät (131, 141; 510) nach Anspruch 11 oder 12, wobei das Prüfgerät des Weiteren
eingerichtet ist, während einer Fahrt von einer ersten Haltestelle zu einer zweiten
Haltestelle, die gespeicherte Liste in dem Prüfgerät auszuwerten und zu überprüfen
ob die IDs an der zweiten Haltestelle noch gültig sind, wobei wenn festgestellt wird,
dass eine gespeicherte ID an der zweiten Haltestelle nicht gültig ist, die gespeicherte
ungültige ID vom Prüfgerät entfernt wird.
15. Prüfgerät (131, 141; 510) nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei das Prüfgerät
des Weiteren eingerichtet ist, die Liste zu aktualisieren, sobald eine Kommunikationsverbindung
zum Hintergrundsystem hergestellt ist, wobei nur Änderungen der Liste vom Hintergrundsystem
an das Prüfgerät übertragen werden.