[0001] Die vorliegende Anmeldung adressiert folgendes Szenario:
Ein Elternteil arbeitet beispielsweise an einer Bohrmaschine oder einem Mixer. Aus
einem beliebigen Grund muss sie oder er seine Arbeit kurz unterbrechen, legt das Gerät
ab und geht in einen anderen Raum oder dreht dem Gerät den Rücken zu. Dies nutzt der
aufgeweckte, noch recht junge Nachwuchs, um Mama oder Papa nachzueifern, schaltet
das Gerät an und kann von Glück sagen, wenn dies früh genug bemerkt wird, um Verletzungen
zu vermeiden.
[0002] Ähnliche Konstellationen ergeben sich beispielsweise bei der Betreuung von insbesondere
dementen Senioren oder bei der Anwendung von Haartrocknern im Bad.
[0003] Beim häuslichen Betrieb von elektrischen Arbeitsmaschinen wie Bohrmaschinen oder
Sägen sowie von elektrischen Küchengeräten wie Mixern oder Brotschneidemaschinen ist
in der Praxis nicht immer auszuschließen, dass Kinder unbeaufsichtigt ein mit dem
Stromnetz verbundenes Gerät erreichen können. Setzen sie dieses in Betrieb, besteht
teilweise erhebliche Verletzungsgefahr.
[0004] Der Schutzschalter gemäß der vorliegenden Anmeldung dient daher dem Schutz vor solchen
Verletzungen.
[0005] Stand der Technik ist in manchen besonders verletzungsgefährlichen Haus- und Gartengeräten
wie Brotschneidemaschinen, Winkelschleifern oder Heckenscheren ein mechanischer Schutz,
der das Einschalten nur durch komplexe Bedienungsabläufe (beispielsweise das gleichzeitige
Betätigen von zwei Schaltern) ermöglicht.
[0006] Nachteilig ist hieran, dass ein solcher Schutz nicht vom Anwender nachrüstbar ist.
[0007] Weiterhin nachteilig ist, dass ein solcher Schutz bei Arbeitsmaschinen, welche häufig
an- und wieder ausgestellt werden (beispielsweise Handbohrmaschinen) den Arbeitsablauf
behindern würde. Schließlich ist daran auch nachteilig, dass Kinder durch Beobachten
der Tätigkeiten von Erwachsenen das Betätigen auch komplexer Einschaltvorgänge erlernen
können.
[0008] Stand der Technik sind weiterhin neben dem einfachen "Stecker ziehen" der Einsatz
von vor Ort oder per Fernbedienung schaltbaren Steckdosen als Einbausteckdose oder
Zwischenstecker. Hiermit könnte die beschriebene Gefährdung sicher vermieden werden.
Nachteilig ist daran jedoch, dass die Betreiberin oder der Betreiber des Gerätes proaktiv
die Spannungsversorgung des Gerätes unterbrechen muss, was insbesondere bei unerwarteten
Störungen leicht vergessen werden kann.
[0009] Bekannt sind zunächst Funksteckdosen als Aufsatzgeräte, die mit einer Fernbedienung
ein- und ausgeschaltet werden können.
[0010] Ferner existieren Zeitschalter, bei welchem mit einer Drehbewegung ein variabler
Countdown von bis zu 120 Minuten aktiviert werden kann. In dieser Zeit, bei der der
Zeitschalt-Einsatz aktiv ist, kann ein angeschlossener Stromverbraucher benutzt werden.
Wenn der Countdown beendet ist, wird die Stromzufuhr abgebrochen. Auch Zeitschaltuhren
mit einer Countdown-Funktion beliebiger Dauer, beginnend von 1 Sekunde bis hin zu
23 Stunden, 59 Minuten und 59 Sekunden sind bekannt.
[0011] Außerdem sind auch Entfernungsmelder-Funksysteme, bestehend aus zwei Geräten, bekannt.
Den Sender trägt beispielsweise ein Kind am Handgelenk, der Empfänger bleibt bei der
das Kind betreuenden Person. Entfernen sich Sender und Empfänger mehr als eine festgelegte
Distanz (z.B. 15 Meter) voneinander, erfolgt ein akustisches Signal an Sender und
Empfänger.
[0012] Die vorliegende Erfindung löst die Aufgabe, Elektrogeräte, insbesondere handgeführte
Elektrogeräte, für die Bedienbarkeit durch Unbefugte, insbesondere durch Kinder, zu
sperren und gleichzeitig einen ungehinderten Betrieb durch den eigentlichen Nutzer
zu gewährleisten.
[0013] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Hauptanspruchs gelöst.
[0014] Erfindungsgemäß wird ein Schutzschalter zur Unterbrechung eines über eine elektrische
Leitung fließenden Stroms zum Schutz gegen unbeabsichtigte Betätigung eines mit dem
Strom betriebenen Geräts angegeben. Der Schutzschalter kann einen aktivierten Zustand,
in dem der Stromfluss unterbrochen ist, und einen deaktivierten Zustand, in dem ein
Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät zugelassen wird, einnehmen. Im Grundzustand
liegt der aktivierte Zustand vor. Der Schutzschalter umfasst folgende Elemente:
- eine Bedieneinheit, durch deren proaktive Betätigung durch einen Benutzer der Schutzschalter
in den deaktivierten Zustand versetzt werden kann,
- eine Prüfeinheit, die (nachdem die Bedieneinheit betätigt wurde) die Einnahme des
deaktivierten Zustands nur dann zulässt, wenn unmittelbar nach Betätigung der Bedieneinheit
im deaktivierten Zustand kein Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät erfolgt oder
erfolgen kann oder der Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät einen vorbestimmbaren
Schwellwert nicht überschreitet oder nicht überschreiten kann.
[0015] Mittels der vorgeschlagenen Lösung werden effektiv Unfälle unterbunden, die durch
nichtausgeschaltete Geräte verursacht werden, da durch die Schutzschaltung zunächst
überprüft wird, ob sich ein Gerät, das durch Betätigung eines Schalters, durch Anschluss
an eine Stromquelle und dergleichen in Betrieb genommen wird, überhaupt in einem Zustand
befindet, der eine derartige Inbetriebnahme objektiv zulässt. Hiermit können insbesondere
eine unbeabsichtigte Inbetriebnahme und hierdurch hervorgerufene Verletzungen effektiv
verhindert werden. Auch Verletzungen oder Schäden, die durch Inbetriebnahme durch
Personen hervorgerufen werden, die die Bedienung des Geräts nicht beherrschen, werden
wirkungsvoll unterbunden.
[0016] Beispielsweise kann es speziell bei der Anwendung durch Kinder kann geschehen, dass
ein Haartrockner oder dergleichen im Bad oder anderen Nassbereichen abgelegt wird,
ohne dass er vom Strom getrennt wurde. Nachfolgend ist es leicht möglich, dass der
Haartrockner Spritzwasser ausgesetzt wird oder sogar in ein mit Wasser gefülltes Gefäß,
beispielsweise eine Badewanne, fällt, in der sich dann im schlimmsten Fall auch noch
ein Mensch befindet.
[0017] Nach den Lösungen des Stands der Technik wird dann der Sicherungsautomat und/oder
- sofern vorhanden - der Fehlerstromschalter (FI-Schalter) auslösen. Dies geschieht
jedoch erst nach einer gewissen Reaktionszeit, die ausreichen kann, dass durch den
erfolgten elektrischen Schlag eine unbedachte Bewegung erfolgt, die beispielsweise
zum Sturz mit Sekundärfolgen führt. Selbst ohne direkte Sekundärunfälle führt das
Anspringen von Sicherungsautomat und/oder FI-Schalter zum Ausfall der Beleuchtung,
die dann im Schaltschrank, der sich unter Umständen im gemeinschaftlich genutzten
Hausflur befindet, wieder eingeschaltet werden kann. Dies ist im besten Fall unangenehm,
es kann jedoch auch hier zu Sekundärunfällen z. B. durch Stürze im Dunkeln kommen.
Bei der erfindungsgemäßen Lösung treten derartige Probleme nicht mehr auf.
[0018] Erfindungsgemäß kann der Schutzschalter einerseits eine Prüfeinheit aufweisen, die
die Einnahme des deaktivierten Zustands nur dann zulässt, wenn direkt (also unmittelbar)
nach Betätigung der Bedieneinheit kein Stromfluss erfolgt oder der Stromfluss einen
vorbestimmbaren Schwellwert nicht überschreitet. Bei dieser ersten Alternative erfolgt
dann also eine direkte Messung ob ein Stromfluss zu dem mit Strom betriebenen Gerät
erfolgt.
[0019] Andererseits kann der Schutzschalter eine Prüfeinheit aufweisen, die die Einnahme
des deaktivierten Zustands nur dann zulässt, wenn direkt nach Betätigung der Bedieneinheit
kein Stromfluss erfolgen kann oder der Stromfluss einen vorbestimmbaren Schwellwert
nicht überschreiten kann. Bei dieser zweiten Alternative erfolgt kein signifikanter
Stromfluss zu dem mit Strom betriebenen Gerät, sondern es wird lediglich überprüft,
ob der Widerstand des strombetriebenen Gerätes dem eines ausgeschalteten Geräts entspricht
oder zumindest nahe kommt. Die Widerstandsermittlung kann beispielsweise durch Division
von angelegter Spannung und dem Stromfluss durch das Gerät erfolgen, vorzugsweise
bei einer nur zur Prüfung angelegten Kleinspannung, die das Gerät nicht in Betrieb
setzt. Somit wird erstmals die Verhinderung einer sofortigen Gefährdung durch selbstanlaufende
Geräte ermöglicht (beispielsweise bei Geräten, die einen einrastenden Einschalter
aufweisen, bei denen der Einschalter eingerastet ist). Allgemeiner ausgedrückt wird
das Gefährdungspotential von Geräten vermindert, die beim Verbinden des Geräts mit
einer Stromquelle in Funktion treten würden (bzw. ihren bestimmungsgemäßen Betrieb
aufnehmen würden), wobei insbesondere das Einstecken eines mit dem Gerät verbundenen
Steckers (insbesondere des Gerätesteckers) in eine Steckdose zu nennen ist oder auch
das manuelle Deaktivieren einer Schutzschaltung (ohne eine derartige Anschaltkontrolle)
bei einem Gerät, das keine Bedienung (insbesondere kein Einschalten) an dem Gerät
selbst erfordert. Diese zweite Alternative ist besonders vorteilhaft, da hierbei jeglicher
signifikante Stromfluss zum Gerät unterbunden wird.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform kann der Schutzschalter ferner eine Triggereinheit aufweisen,
die nachdem der Schutzschalter in den deaktivierten Zustand gebracht wurde, einen
Countdown mit einem vorbestimmbaren Zeitintervall startet, wobei die Triggereinheit
nach Ablauf des Countdowns den Schutzschalter in den aktivierten Zustand versetzt
oder versetzen kann, sofern kein Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät erfolgt
oder der Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät einen vorbestimmbaren Schwellwert
nicht überschreitet, oder nach dessen Ablauf der Countdown von neuem startet, sofern
ein Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät erfolgt oder der Stromfluss zu dem strombetriebenen
Gerät einen vorbestimmbaren Schwellwert überschreitet.
[0021] Die zusätzliche Kombination mit einer Triggereinheit ermöglicht erstmals die Verbindung
der Funktionen einer Zeitschaltuhr mit der Funktion einer Betriebskontrolle des bedienten
Gerätes zur Erzeugung eines Bedienungsschutzes. Der Anwender kann daher ein beliebiges
netzbetriebenes elektrisches Gerät an der Sicherheitseinrichtung bedienen, ohne nennenswert
in den Arbeitsabläufen behindert zu werden. Bei Nichtbenutzung schaltet die Sicherheitseinrichtung
zeitgesteuert und/oder distanzgesteuert in den sicheren Zustand, so dass eine Inbetriebnahme
durch nicht autorisierte Personen, insbesondere Kinder, verhindert wird. Unfälle durch
"vergessen, den Netzstecker zu ziehen" werden hiermit vermieden.
[0022] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend noch näher beschrieben: Die erfindungsgemäße
Schutzeinrichtung (vorstehend auch Schutzschalter genannt) besitzt eine Stromversorgung
und eine Anschlussmöglichkeit für die Stromversorgung einer Arbeitsmaschine.
[0023] Es ergibt sich folgendes Funktionsprinzip (vergleiche auch Figur 1): Zunächst wird
die Schutzeinrichtung (sofern es sich nicht um ein Einbaugerät handelt) an eine Stromversorgung
angeschlossen. Die Arbeitsmaschine wird mit ihrer Stromversorgung an die Schutzeinrichtung
angeschlossen.
[0024] Im Ausgangszustand ist die Schutzschaltung »aktiviert«, worunter verstanden wird,
dass die Schutzeinrichtung keine Ausgangsspannung aufweist.
[0025] Nun wird die Schutzschaltung manuell deaktiviert. Zunächst wird überprüft, ob ein
sekundärseitiger Stromverbrauch vorliegt, ob also das Arbeitsgerät bereits angeschaltet
ist.
[0026] Ist dies der Fall, so ertönt ein Warnsignal, und die Schutzschaltung wird aktiviert
bzw. bleibt aktiviert. Hiermit kann insbesondere verhindert werden, dass sich die
Arbeitsmaschine »ferngesteuert« einschalten lässt.
[0027] Ist in der Schutzschaltung auch eine Triggereinheit enthalten und liegt kein sekundärer
Stromverbrauch an, so wird ein Countdown gestartet. Während dieser Countdown läuft,
ist der Stromkreis der Arbeitsmaschine freigegeben, und sie kann in Betrieb genommen
werden.
[0028] Der Countdown wird durch den Betrieb der Arbeitsmaschine immer wieder neu gestartet,
bzw. läuft erst gar nicht an. Er ist auch durch die manuelle Deaktivierung nachtriggerbar.
[0029] Durch manuelle Aktivierung oder durch Ablaufen des Countdowns wird die Schutzschaltung
erneut aktiviert und die Stromzufuhr der Arbeitsmaschine unterbrochen.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird die Schutzeinrichtung mit einem ersten
Entfernungssensor betrieben. Hierbei ist die Schutzeinrichtung mit einem Empfänger
ausgestattet, der Betreiber der Arbeitsmaschine trägt einen mobilen Sender bei sich.
In Erweiterung des oben beschriebenen Ablaufes kann nun die Aktivierung der Schutzschaltung
zusätzlich auch dadurch erfolgen, dass beispielsweise die Signalstärke des Senders
am Empfänger einen voreingestellten Grenzwert unterschreitet bzw. das Schutzaggregat
eine Entfernung zwischen Sender und Empfänger detektiert, welche einen voreingestellten
Grenzwert überschreitet.
[0031] Alternativ oder zusätzlich zum ersten Entfernungssensor kann gemäß einer weiteren
Ausführungsform ein zweiter Entfernungssensor enthalten sein, der mit einem, insbesondere
von einer vor Unfällen mit dem strombetriebenen Gerät zu schützenden Person (beispielsweise
einem Kind), tragbaren zweiten Entfernungsanzeiger nach Art eines Sender/Empfänger-Paares
wechselwirkt, wobei der Schutzschalter in den aktivierten Zustand versetzt wird, sofern
der zweite Entfernungssensor detektiert, dass sich der zweite Entfernungsanzeiger
innerhalb eines vorbestimmbaren Abstandsbereichs vom zweiten Entfernungsdetektor befindet.
Diese Ausführungsform ist auch bei Schutzschaltern möglich, die keine Triggereinheit
enthalten.
[0032] Alternativ zum mittels der Triggereinheit überprüften Betriebszustand des Geräts
kann somit auch die Entfernungsmessung zum Hauptmessprinzip verwendet werden (vergleiche
auch Figur 2):
Zunächst wird die Schutzeinrichtung (sofern es sich nicht um ein Einbaugerät handelt)
an eine Stromversorgung angeschlossen. Die Arbeitsmaschine wird mit ihrer Stromversorgung
an die Schutzeinrichtung angeschlossen.
[0033] Im Ausgangszustand ist die Schutzschaltung »aktiviert«, worunter verstanden wird,
dass die Schutzeinrichtung keine Ausgangsspannung aufweist.
[0034] Nun wird die Schutzschaltung manuell deaktiviert. Zunächst wird überprüft, ob ein
sekundärseitiger Stromverbrauch vorliegt, ob also das Arbeitsgerät bereits angeschaltet
ist.
[0035] Ist dies der Fall, so ertönt ein Warnsignal, und die Schutzschaltung wird aktiviert
bzw. bleibt aktiviert. Hiermit kann insbesondere verhindert werden, dass sich die
Arbeitsmaschine »ferngesteuert« einschalten lässt.
[0036] Liegt kein sekundärer Stromverbrauch an, so fährt die Schutzeinrichtung mit der Deaktivierungsroutine
fort.
[0037] Die Entfernung zwischen Sender und Empfänger wird kontinuierlich nach bestimmten
Zeitintervallen überprüft, insbesondere solange kein sekundärer Stromverbrauch anliegt..
Die Zeitintervalle können auch so kurz sein, dass gewissermaßen ein quasikontinuierlicher
Betrieb erfolgt.
[0038] Wird der Entfernungsgrenzwert überschritten, so wird die Schutzschaltung aktiviert
und wartet erneut auf die manuelle Deaktivierung.
[0039] Wird der Entfernungsgrenzwert nicht überschritten, so wird der Stromkreis der Arbeitsmaschine
freigegeben, und sie kann in Betrieb genommen werden.
[0040] Nach Außerbetriebnahme der Arbeitsmaschine springt das System zurück zur Überprüfung
des Entfernungsgrenzwertes.
[0041] Durch manuelle Aktivierung wird die Schutzschaltung aktiviert und die Stromzufuhr
der Arbeitsmaschine unterbrochen; die Schutzschaltung wartet dann erneut auf die manuelle
Deaktivierung.
[0042] Gemäß einer weiteren Ausführungsform können Arbeitsmaschine und Schutzschalter mit
einer mechanischen Verriegelung versehen sein. Diese wird wiederum optional so ausgeführt,
dass sie nur durch eine komplexe Bedienung (insbesondere nach Art einer Kindersicherung)
oder mit einem Standardwerkzeug oder aber einem Spezialwerkzeug oder einem Schlüssel
geöffnet werden kann. Hierdurch wird verhindert, dass die Schutzeinrichtung einfach
durch »Ausstöpseln des Arbeitsgerätes und Einstöpseln in eine normale Steckdose« überbrückt
werden kann.
[0043] Die manuelle Deaktivierung und/oder Aktivierung der Schutzschaltung kann im einfachsten
Fall nur direkt an der Schutzeinrichtung vorgenommen werden. Dies würde beispielsweise
über eingebaute mechanisch betätigte Taster oder magnetisch betätigte Reedschalter
erfolgen. Vorzugsweise ist alternativ oder zusätzlich die Deaktivierung und/oder Aktivierung
über eine Fernsteuerung, beispielsweise über Funk, Infrarot oder sogar über eine App
für einen Smartphone mittels W-LAN oder Bluetooth möglich.
[0044] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Schutzeinrichtung ausgeführt werden
als:
- Einbausteckdose für unter oder auf Putz mit eigener Schutzschaltung,
- Einbausteckdose, gesteuert durch eine zwischen Netzzuleitung und Steckdose geschaltete
Schutzschaltung als Nachrüstsatz,
- Einbausteckdose, gesteuert durch eine Hauselektronik, welche die Schutzschaltungsfunktion
beinhaltet,
- Zwischenstecker, Verlängerungskabel oder Mehrfachsteckdose mit eingebauter Schutzschaltung.
[0045] Die Realisierung als Einbausteckdose (6) bietet sich vor allem an Küchenarbeitsplätzen
oder in Badezimmern an, in denen Steckdosen schon rein geometrisch außerhalb des Zugriffsbereiches
kleiner Kinder liegen, während die daran betriebenen Küchengeräte oder im Bad betriebenen
Geräte wie Haartrockner häufig auch für Kinder gut erreichbar abgestellt sind (vergleiche
Figur 3). Hier kann meist auch auf eine Fernsteuerung zur Deaktivierung verzichtet
werden.
[0046] Üblicherweise ist die erfindungsgemäße Bedieneinheit derart ausgebildet, dass die
Bedienung durch eine aktive willentliche Aktion des Benutzers erfolgt, beispielsweise
durch Betätigung eines Schalters oder dergleichen.
[0047] Gemäß einer Ausführungsform kann die Bedieneinheit alternativ oder zusätzlich so
ausgebildet sein, dass sie zwangsgeführt durch das Einsetzen des mit dem Gerät verbundenen
Steckers (insbesondere des Gerätesteckers) in eine Steckdose betätigt wird. Dies kann
beispielsweise so realisiert werden, dass in der Steckdose und/oder im Stecker ein
zur Bedieneinheit gehöriger Mikroschalter, Reedschalter oder ein sonstiger elektromechanische
Schalter so positioniert ist, dass dieser bei Einstecken des Stecker des Gerätes in
die Steckdose automatisch betätigt wird. In diesem Fall wird dann unmittelbar nach
Einstecken des Steckers durch die Prüfeinheit geprüft, ob der deaktivierte Zustand
eingenommen werden kann. Ist der deaktivierte Zustand eingenommen, so bleibt er bis
zum Herausziehen des Steckers bestehen, sofern nicht durch ein anderes Element der
Schutzschaltung (beispielsweise ein zusätzlich vorhandener Entfernungssensor) eine
die Einnahme des aktivierten Zustands erforderlich wird.
[0048] Bei der vorstehenden Ausführungsform kann es vorteilhaft sein, zusätzlich einen Taster
vorzusehen, der in dem Falle, dass der angestrebte Schutzzweck zum Tragen kommt (die
Schutzschaltung ist im aktivierten Zustand während der Stecker eingesteckt ist) ein
manuelles Deaktivieren der Schutzschaltung ermöglicht, beispielsweise nachdem der
Einschalter des Geräts auf "Aus" gestellt wurde. Alternativ oder zusätzlich hierzu
kann die Prüfeinheit auch kontinuierlich oder in regelmäßigen Abständen überprüfen,
ob die Bedingungen für den deaktivierten Zustand vorliegen und die Schutzschaltung
dann in den deaktivierten Zustand versetzen, wenn der der Einschalter des Geräts auf
"Aus" gestellt wurde.
[0049] Ferner kann es vorteilhaft sein, durch ein vorzugsweise optisches oder akustisches
Signal anzuzeigen, wenn sich die Schutzschaltung bei einem in die Steckdose eingesteckten
Stecker im aktivierten Zustand befindet. In einer Variante dieser Ausführungsform
ist die Schutzschaltung zudem so angelegt, dass sie sowohl bei nicht eingesetztem
Stecker als auch bei eingesetztem Stecker und gleichzeitig deaktiviertem Zustand keinen
Eigenstromverbrauch aufweist. Dies ist beispielswiese durch Einsatz von einem bistabilen
Relais möglich, wobei dann bis zu zwei Mikroschalter oder Mikrotaster oder ein bis
zu zweipoliger Mikrotaster oder Mikroschalter eingesetzt werden, wobei sowohl das
Einstecken des Steckers als auch das Entfernen des Steckers zu einem Schalt- bzw.
Tastimpuls führen.
[0050] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Countdownzeit der Schutzschaltung entweder
fest voreingestellt oder aber individuell durch den Anwender einstellbar ausgeführt
werden.
[0051] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Aktivierung und/oder Deaktivierung
der Schutzschaltung mit einem optischen oder akustischen Signal verbunden sein. Bevorzugt
zeigt die Schutzeinrichtung nach Inbetriebnahme zumindest optisch an, ob die Schutzschaltung
aktiviert oder deaktiviert ist.
[0052] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Schutzschaltung die Form eines Zwischensteckers
auf. Die Schutzeinrichtung wird primärseitig dabei über Steckkontakte mit dem Hausnetz
verbunden und somit mit Strom versorgt.
[0053] Gemäß einer weiteren Ausführungsform liegt die Schutzschaltung als Unterputzmodul
vor. Die Schutzeinrichtung (2) wird primärseitig dabei direkt mit der Netzzuleitung
mit dem Hausnetz verbunden und somit mit Strom versorgt. Figur 4 zeigt eine Prinzipskizze
der Schutzeinrichtung (4). Das Modul wird in der Unterputzdose in der Wand zwischen
Steckdose (2) und der unter Putz verlegten Leitung (3) angeschlossen. Vorstellbar
ist auch, dass der Steckdoseneinsatz und die Schutzeinrichtung aus einer Einheit (4+2)
entwickelt wird, die man bei Neuinstallationen vorsehen kann.
[0054] Figur 5 zeigt eine detailliere Abbildung: Ein Netzteil (2.1) in der Schutzeinrichtung
(2) versorgt den Microcontroller und Sensorik mit nötiger Spannung. Die manuelle Aktivierung
und Deaktivierung erfolgt über eingebaute Taster oder durch kabellose Verbindungen
wie Funk (3.2), Near field communication (NFC) Transponder (3.1), Reedkontakte, etc.
Durch die weite Verbreitung von Smartphone kann auch die Schutzeinrichtung über eine
APP durch eine WLAN(3.4) oder Bluetooth (3.5) -Verbindung ermöglicht werden.
[0055] Die Programmabläufe, wie in Figur 1 und 2 dargestellt, werden in einem Microcontroller
(2.2) verarbeitet. Ein wesentlicher Vorteil bei der Verwendung eines Microcontrollers
ist, dass dieser über die Programmier/- und Kommunikationsschnittstelle (2.5) an eine
bestehende Gebäudeleittechnik verbunden werden kann. Hierüber können beispielsweise
Einstellungen wie Schaltzeiten, Stromschwellen, etc. vorgenommen werden. Die Verbindung
hierzu kann sowohl kabellos über W-LAN oder Kabelgebunden über ein Bus- oder Netzwerkkabel
erfolgen. Um ein sicheres Trennen der Steckdose (4) bzw. letztendlich des angeschlossenen
Verbrauchers vom Netz zu ermöglichen, kann ein Netzrelais (2.4) mit idealerweise zwei
Kontakten zum allpoligen Abschalten verwendet werden.
[0056] Die Messung des sekundären Stromverbrauchs für die Nachtriggerung der Abschaltzeit
kann über einen Stromsensor (2.3) (z. B. einen Hallsensor) erfolgen.
[0057] Die Feststellung im Einschaltmoment, ob ein Gerät grundsätzlich eingeschaltet ist,
kann auch durch einen Stromsensor erfolgen. Allerdings muss hierfür kurz die Schutzeinrichtung
deaktiviert werden. Falls in diesem kurzen Moment ein Stromfluss gemessen wird, ist
dies ein Zeichen für ein eingeschaltetes Gerät. Die Schutzeinrichtung wird wieder
aktiviert. Nachteilig ist bei dieser Variante, dass dieses kurze Einschalten schon
zu einer Gefährdung führen kann. Um dies zu vermeiden kann eine indirekte Widerstandmessung
(2.3) sinnvoll sein. Hierfür wird bei aktivierter Schutzeinrichtung mit Kleinspannung
der Widerstand gemessen werden und hierüber die Entscheidung herbeigeholt, ob aktiviert
oder deaktiviert werden soll.
[0058] Gemäß einer weiteren Ausführungsform lässt sich die beschriebene Funktionalität sich
durch eine Softwarelösung innerhalb einer Hauselektriksteuerung realisieren. Dabei
ist jedoch darauf zu achten, dass die für die Steuerung relevanten Signale der individuellen
Steckdose an die Steuerungseinheit übermittelt werden, ohne dass dies den Betrieb
der anderen Steckdosen und sonstigen Verbraucher negativ beeinflusst. Dies kann beispielsweise
geschehen, indem hinter jede zu schützenden Steckdose lokal ein eigener Sensor mit
Signalwandler geschaltet wird, der en steckdosenspezifisches Signal an die Steuerung
sendet.
[0059] Die oben beschriebene Aufgabe wird auch durch die Verwendung des vorstehend näher
erläuterten Schutzschalters zur Vermeidung von unmittelbaren oder mittelbaren Verletzungen
(oder allgemeiner Schäden) durch elektrischen Strom in einem Bad oder einem Nassbereich
sowie durch ein für die Verwendung in einem Bad oder einen Nassbereich vorgesehenes
Gerät mit dem Schutzschalter gelöst. Insbesondere ist hierbei der Betrieb von handgeführten
elektrischen Geräten, insbesondere von Haartrocknern, Lockenwicklern oder Rasierapparaten
zu nennen.
[0060] Die oben beschriebene Aufgabe wird ferner durch die Verwendung des vorstehend näher
erläuterten Schutzschalters zur Vermeidung von Verletzungen (oder allgemeiner Schäden)
in einer Küche oder einem Bereich zur Nahrungsmittelzubereitung sowie durch ein für
die Verwendung in einer Küche oder einem Bereich zur Nahrungsmittelzubereitung vorgesehenes
Gerät mit dem Schutzschalter gelöst. Insbesondere ist hierbei der Betrieb von Küchengeräten,
insbesondere Mixern, Brotschneidemaschinen, oder elektrischen Geräten zur Nahrungsmittelzerkleinerung
zu nennen.
[0061] Die oben beschriebene Aufgabe wird schließlich auch durch die Verwendung des vorstehend
näher erläuterten Schutzschalters zur Vermeidung von Verletzungen (oder allgemeiner
Schäden) im Werkstattbereich, insbesondere im häuslichen Werkstattbereich sowie durch
ein für die Verwendung im Werkstattbereich vorgesehenes Gerät mit dem Schutzschalter
gelöst. Insbesondere ist hierbei der Betrieb von handgeführten elektrischen Geräten,
insbesondere von Bohrmaschinen, Sägen, Schleifmaschinen und dergleichen zu nennen.
1. Schutzschalter zur Unterbrechung eines über eine elektrische Leitung fließenden Stroms
zum Schutz gegen unbeabsichtigte Betätigung eines mit dem Strom betriebenen Geräts,
wobei der Schutzschalter einen aktivierten Zustand, in dem der Stromfluss unterbrochen
ist, und einen deaktivierten Zustand, in dem ein Stromfluss zu dem strombetriebenen
Gerät zugelassen wird, einnehmen kann, und wobei der Grundzustand der aktivierte Zustand
ist, mit folgenden Elementen:
- eine Bedieneinheit, durch deren Betätigung durch einen Benutzer der Schutzschalter
in den deaktivierten Zustand versetzt werden kann,
- eine Prüfeinheit, die die Einnahme des deaktivierten Zustands nur dann zulässt,
wenn direkt nach Betätigung der Bedieneinheit im deaktivierten Zustand kein Stromfluss
zu dem strombetriebenen Gerät erfolgt oder erfolgen kann oder der Stromfluss zu dem
strombetriebenen Gerät einen vorbestimmbaren Schwellwert nicht überschreitet oder
nicht überschreiten kann.
2. Schutschalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Prüfeinheit überprüft, ob an dem mit Strom betriebenen Gerät eine Spannung anliegt.
3. Schutzschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich eine Triggereinheit enthalten ist, die nachdem der Schutzschalter in den
deaktivierten Zustand gebracht wurde, einen Countdown mit einem vorbestimmbaren Zeitintervall
startet, wobei die Triggereinheit nach Ablauf des Countdowns den Schutzschalter in
den aktivierten Zustand versetzt oder versetzen kann, sofern kein Stromfluss zu dem
strombetriebenen Gerät erfolgt oder der Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät einen
vorbestimmbaren Schwellwert nicht überschreitet, oder wobei die Triggereinheit nach
Ablauf des Countdowns den Countdown von neuem startet, sofern ein Stromfluss zu dem
strombetriebenen Gerät erfolgt oder der Stromfluss zu dem strombetriebenen Gerät einen
vorbestimmbaren Schwellwert überschreitet.
4. Schutzschalter nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich zumindest ein erster Entfernungssensor enthalten ist, der mit einem, insbesondere
vom Benutzer tragbaren, ersten Entfernungsanzeiger nach Art eines Sender/Empfänger-Paares
wechselwirkt, wobei
die Triggereinheit derart ausgebildet ist, dass das Zeitintervall des Countdowns verlängert
wird oder nach Ablauf des Countdowns den Countdown von neuem startet, sofern der erste
Entfernungssensor detektiert, dass sich der erste Entfernungsanzeiger in einen vorbestimmbaren
Abstandsbereich vom ersten Entfernungssensor befindet.
5. Schutzschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich ein zweiter Entfernungssensor enthalten ist, der mit einem, insbesondere
von einer vor Unfällen mit dem strombetriebenen Gerät zu schützenden Person, tragbaren
zweiten Entfernungsanzeiger nach Art eines Sender/Empfänger-Paares wechselwirkt, wobei
der Schutzschalter in den aktivierten Zustand versetzt wird, sofern der zweite Entfernungssensor
detektiert, dass sich der zweite Entfernungsanzeiger in einen vorbestimmbaren Abstandsbereich
vom zweiten Entfernungssensor befindet.
6. Schutzschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schutzschalter Teil einer Steckdose ist.
7. Schutzschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bedieneinheit einen aktiv durch den Benutzer zu betätigenden Schalter aufweist.
8. Schutzschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bedieneinheit zwangsgeführt durch das Einsetzen des Gerätesteckers des mit Strom
betriebenen Geräts in eine Steckdose betätigt und durch Entfernen des Gerätesteckers
die Schutzschaltung zwangsgeführt in den aktivierten Zustand überführt wird.
9. Schutzschalter nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zwangsgeführte Betätigung mittels eines zur Bedieneinheit gehörigen elektromechanischen
Schalters, Mikroschalters oder Reedschalters erfolgt.
10. Schutzschalter nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
im deaktiviertem Zustand die Schutzschaltung sowohl bei in die Steckdose eingesetztem
als auch bei nicht eingesetztem Stecker keinen Eigenstromverbrauch aufweist.
11. Schutzschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich eine Kommunikationsschnittstelle enthalten ist, wobei die Kommunikationsschnittstelle
zur kabellosen oder kabelgebundenen Beeinflussung von Schwellwerten und/oder Schaltzuständen
der Triggereinheit, der Bedieneinheit und/oder der Prüfeinheit durch den Benutzer
ausgebildet ist.
12. Schutzschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich eine Verriegelungsvorrichtung oder ein Teil einer Verriegelungsvorrichtung
an dem Schutzschalter oder einem Schutzschaltergehäuse vorgesehen ist, mit der eine
mechanische Verrieglung des Schutzschalters oder des Schutzschaltergehäuses mit dem
strombetriebenen Geräts erfolgen kann..
13. Verwendung des Schutzschalters nach einem der vorhergehenden Ansprüche in einem Bad
oder einem Nassbereich, beim Betrieb von handgeführten elektrischen Geräten, insbesondere
von Haartrocknern, Lockenwicklern oder Rasierapparaten zur Vermeidung von Verletzungen
durch elektrischen Strom.
14. Verwendung des Schutzschalters nach einem der vorhergehenden Ansprüche in einer Küche
oder einem Bereich zur Nahrungsmittelzubereitung, zur Vermeidung von Verletzungen
beim Betrieb von Küchengeräten, insbesondere Mixern, Brotschneidemaschinen, oder elektrischen
Geräten zur Nahrungsmittelzerkleinerung.
15. Verwendung des Schutzschalters nach einem der vorhergehenden Ansprüche beim Betrieb
von handgeführten elektrischen Geräten im Werkstattbereich, insbesondere im häuslichen
Werkstattbereich.