Einleitung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Plattenpresse, insbesondere eine Einetagen- oder Mehretagen-Taktpresse,
mit mindestens einer Heizplatte, mindestens einem Pressblech und mindestens einem
zwischen dem Pressblech und der Heizplatte angeordneten Presspolster, das eine zumindest
bei Betriebstemperatur der Plattenpresse flüssige Polsterschicht aufweist, die auf
einer Seite von einer fluiddichten Membran begrenzt ist, wobei sich das Pressblech
auf einer einem Pressgut zugewandten Seite befindet und wobei die Membran ein flexibles
Polymermaterial, insbesondere ein Elastomermaterial, vorzugsweise ein Silikon-, Fluor-
oder ein Silikon-Fluor-Blendelastomer, oder ein Fluor-Tetrapolymer aufweist.
[0002] Derartige Plattenpressen werden insbesondere zur Beschichtung von Holzwerkstoffplatten
mit Aminoplastharzen in Form von Phenol-, Harnstoff-, Melamin-, oder Melamin-/Harnstoff
Mischharzen verwendet. Bei dem Pressgut bzw. so genannten Pressling, handelt es sich
z.B. um HDF-Platten (High Density Fibreboards), die zur Verwendung im Fußbodenbereich
(als so genanntes "Laminat") mit Melaminharzen beschichtet werden, wobei dekorative
Oberflächen unterschiedlichster Ausgestaltung realisierbar sind. Um eine hohe Oberflächenqualität
bei derartigen Beschichtungsvorgängen zu erreichen, ist eine gleichmäßige Druckverteilung
über die gesamte Plattenpresse, die eine Arbeitsfläche von bis zu 20 m
2 aufweisen kann, von entscheidender Bedeutung.
[0003] Hier ist die Funktionalität der zwischen Heizplatte und Pressblech angeordneten Presspolster
von großer Bedeutung, da bedingt durch Fertigungstoleranzen zu eventuellem späteren
Verzug bei der Presse sowie Dickentoleranzen bei dem Pressgut ansonsten eine gleichmäßige
Druckbelastung über den gesamten Pressling nicht erzielbar wäre. Presspolster müssen
aus diesem Grunde eine hinreichende Elastizität, d.h. Nachgiebigkeit, besitzen, um
die Dickentoleranzen beim Pressvorgang ausgleichen zu können. Darüber hinaus müssen
sie ein gutes Erholungsvermögen nach Druckentlastung besitzen, da ohne ein Auswechseln
der Presspolster eine möglichst große Anzahl von Presszyklen möglich sein soll. Eine
weitere wichtige Eigenschaft der Presspolster ist ihre Hitzebeständigkeit sowie ihre
Wärmeleitfähigkeit.
[0004] Bei den weiter oben genannten Aminoplastharzen handelt es sich um Duroplaste, bei
denen der Vernetzungsvorgang im Wege einer Polykondensation erfolgt. Das bedeutet,
dass während des Pressvorgangs Wasserdampf und überschüssiges Formaldehyd in Dampfform
frei wird. Die entstehenden Dampfblasen müssen während des Pressvorgangs, der unter
einem Druck von ca. 150 N/cm
2 bis 600 N/cm
2 und einer Temperatur von 140°C bis 220°C abläuft, in den zu beschichtenden Werkstoff,
d.h. z.B. die HDF-Platte, diffundieren. Eine unterschiedliche Druckverteilung über
die Pressenfläche betrachtet kann in diesem Zusammenhang zu Diffusionsproblemen führen,
die sich in Fehlern in der Oberflächenqualität des fertigen Produkts zeigen.
Stand der Technik
[0005] Während Presspolster anfangs meist aus mehreren Lagen von Kraftpapier bestanden,
wird der heute übliche Stand der Technik von unterschiedlichsten textilen Presspolstertypen
gebildet. Aufgrund der textilen Struktur und der insofern prinzipbedingt nicht perfekt
homogenen Oberflächenstruktur lassen sich Unterschiede im effektiv auf das Pressgut
wirkenden Druck über die gesamte Fläche der Plattenpresse betrachtet in der Praxis
nicht vermeiden.
[0006] Neben Plattenpressen mit textilen oder auch mattenförmigen Presspolstern sind auch
bereits Pressenkonstruktionen bekannt, bei denen das Problem der ungleichförmigen
Druckverteilung mit Presspolstern gelöst werden soll, die eine flüssige Polsterschicht
aufweisen:
[0007] So ist in der
DE 199 37 694 A1 eine Plattenpresse offenbart, bei der unterhalb des Pressblechs eine Membran in Form
einer metallischen Platte angeordnet ist, die randseitig umlaufend mit der Heizplatte
verschweißt ist. In einem geschlossenen Zwischenraum zwischen der metallischen Membranplatte
und der Heizplatte ist eine flüssige Polsterschicht angeordnet. Diese Polsterschicht
besteht aus einer Blei-Zinn-Legierung, die sich durch eine gute Wärmeleitfähigkeit
auszeichnet. Im kalten Zustand der Presse ist das Material des Druckkissens ausgehärtet.
Um eine formschlüssige Verbindung der metallischen Membranplatte mit der Heizplatte
zu erreichen und dennoch ein vorgegebenes Bewegungsspiel der Membranplatte relativ
zu der Heizplatte zu ermöglichen, sind an der Unterseite der Membranplatte T-förmige
Verankerungsköpfe vorhanden, die in korrespondierende Verankerungsnuten in der Oberseite
der Heizplatte eingreifen.
[0008] Nachteilig tritt bei einer derartigen Pressenkonstruktion in Erscheinung, dass die
Herstellung der Heizplatten mit den vorgenannten hinterschnittenen Nuten teuer ist,
und auch die Membranplatte mit ihren Verankerungsköpfen kompliziert aufgebaut ist.
Auch der Wechselvorgang wird durch die formschlüssige Verbindung zwischen den vorgenannten
Bauteilen erschwert.
[0009] Darüber hinaus beschreibt die
DE 10 2005 020 468 A1 eine Taktpresse, bei der gleichfalls eine flüssige Polsterschicht zwischen dem Pressblech
und der Heizplatte vorhanden ist. In einer der in der
DE 10 2005 020 486 A1 gezeigten Ausführungsformen einer Plattenpresse grenzt die flüssige Polsterschicht
einerseits unmittelbar an die Rückseite des Pressblechs an. Andererseits steht die
flüssige Polsterschicht direkt mit der Heizplatte in Verbindung. Bewegliche, in Nuten
in der Heizplatte eingebrachte Dichtungen sind umlaufend am Rand der Heizplatte angeordnet,
wohingegen die Befestigung des Pressblechs an überstehenden Rändern erfolgt, wo sich
Befestigungselemente befinden, die mit stirnseitig an der Heizplatte angebrachten
Befestigungswinkeln zusammenwirken.
[0010] Nachteilig bei der vorstehend beschriebenen Plattenpresse ist der Umstand, dass ein
Pressblechwechsel nur erfolgen kann, nachdem die flüssige Polsterschicht mehr oder
weniger vollständig aus dem Raum zwischen dem Pressblech und der Heizplatte entfernt
wurde. Dies erfolgt mit Hilfe einer speziellen Vakuumkammer, die über einen Entleerungskanal
mit der Druckkissenkammer verbunden ist. Der Entleerungsvorgang vor dem Entfernen
des Pressblechs und der Befüllungsvorgang, der nach der Montage eines neuen Pressblechs
durch einen separaten Befüllkanal aus einer Druckkammer heraus wieder erforderlich
ist, erfordert jeweils Zeit, wodurch die Stillstandszeiten der Presse vergrößert werden.
Darüber hinaus lässt sich der Druckkissenraum niemals vollständig restentleeren, so
dass unvermeidlich gewisse Restmengen des Materials des flüssigen Druckkissens auch
nach dem Entleerungsvorgang noch an dem zu entfernenden Pressblech anhaften.
[0011] Aus einem anderen in der
DE 10 2005 020 486 A1 offenbarten Ausführungsbeispiel ist es bekannt, die Druckkissenkammer mit Hilfe einer
allseits geschlossenen Umhüllung zu bilden. Das Pressblech steht somit auf der dem
Pressgut abgewandten Rückseite mit der Umhüllung in direktem Kontakt. Auf der anderen
Seite des Druckkissens liegt die Umhüllung an der Heizplatte an. Auf dieser Seite
steht die Umhüllung auch im Bereich eines Durchbruchs mit einem an der Heizplatte
befindlichen Kanal in Verbindung durch den das Druckkissen von außen befüllt und entleert
werden kann. Ein Nachteil dieser Bauart ist die Schwierigkeit, aus metallischem Material
ein geschlossenes, druckdichtes Druckkissen herzustellen.
[0012] Aus der
EP 0 151 416 A2 ist eine gattungsgemäße Presse zum Laminieren bekannt, bei der der auf den Pressling
ausgeübte Druck mittels eines Fluids vergleichmäßigt wird. Hierzu befindet sich das
Fluid in einer Kammer zwischen der Heizplatte und einer flexiblen Membran, die umlaufend
über ein Dichtelement dichtend mit der Heizplatte verbunden ist.
[0013] Das Dokument
JP-A-8192300 offenbart eine Plattenpresse mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Aufgabe
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Presspolster mit flüssiger Polsterschicht
vorzusehen, das sich einfach und schnell austauschen lässt.
Lösung
[0015] Ausgehend von einer Plattenpresse der eingangs beschriebenen Art wird die zugrunde
liegende Aufgabe dadurch gelöst, dass die Plattenpresse die Merkmale des Anspruchs
1 aufweist.
[0016] Bei Presspolstern gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 wird somit auf die Verwendung
metallischer Membranen zur Abdichtung flüssiger Polsterschichten verzichtet. Diese
Tatsache basiert auf dem Ansatz, dass flexible Polymermaterialien die Anforderungen
hinsichtlich Pressdruck und Temperatur ebenso gut wie metallische Materialien erfüllen,
demgegenüber jedoch günstiger herzustellen und zu handhaben sind. Ein weiterer Vorteil
des flexiblen Polymermaterials besteht darin, dass sich die Membran sehr innig an
die Heizplatte bzw. das Pressblech anpasst und somit isolierende Luftzwischenräume,
wie sie bei wesentlich steiferen metallischen Membranen nicht auszuschließen sind,
vermeidet. Der Wärmedurchgang von der Heizplatte durch das Presspolster und anschießend
das Pressblech auf das Pressgut kann daher auch mit der erfindungsgemäßen, ein flexibles
Polymermaterial enthaltenden Membran ein ausgezeichnetes Niveau erreichen.
[0017] Gemäß der erfindungsgemäßen Plattenpresse ist die flüssige Polsterschicht auf einer
der Membran gegenüber liegenden Seite von dem Pressblech begrenzt und mit diesem fluiddicht
verbunden. In diesem Fall bilden somit Pressblech und Membran eine Einheit, die einen
schnellen Wechsel von Pressblech einschließlich Presspolster erlaubt. Dabei kann der
Raum zwischen dem Pressblech und dem Presspolster dauerhaft abgeschlossen sein, so
dass beim Wechsel das Presspolster mit der flüssigen Polsterschicht ausgetauscht wird
oder aber es existiert ein verschließbarer Anschluss zu dem Raum, der vor Entfernung
des Presspolsters ein Entfernen des die flüssige Polsterschicht bildenden Materials
erlaubt. In letztgenanntem Fall ist auch während des Pressvorgangs über den Anschluss
eine Beeinflussung des Drucks in der Polsterschicht möglich. Durch die Verbindung
von Pressblech und Presspolster zu einer Funktionseinheit kann die Heizplatte selbst
gegenüber bekannten Pressentypen unverändert bleiben, so dass auf einfache Weise eine
Umstellung von textilen Presspolstern auf ein Flüssigkeitspolster möglich ist.
[0018] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Pressblech-Presspolster-Einheit besteht darin,
dass die Membran und das Pressblech in Randstreifen, die jeweils über einen Umriss
der Heizplatte vorstehen, umlaufend fluiddicht miteinander verbunden, insbesondere
verklebt oder verpresst sind. Als Klebstoff kann vorzugsweise ein kondensationsvernetzter
Silikonkleber verwendet werden, der dazu in der Lage ist, die aus Silikonelastomer
bestehende Membran mit dem Stahlmaterial des Pressblechs dauerhaft und temperaturbeständig
zu verbinden.
[0019] Um eine umlaufend hinreichend große Verbindungskraft zwischen Membran und Pressblech
zu erhalten, können an den Randstreifen des Pressblechs umlaufende Klemmleisten vorgesehen
werden, die Randstreifen der Membran zwischen sich und dem Pressblech fluiddicht einklemmen.
Dabei können des Weiteren entlang der Randstreifen umlaufend verteilt angeordnete
Verbindungselemente, insbesondere in Form von Schrauben, Bolzen, Nieten oder Klammern
jeweils eine Klemmkraft auf den von Membran, Pressblech und eventuell dazwischen befindlichem
Kleb- und/oder Dichtstoff gebildeten Randverbund ausüben.
[0020] Um ein seitliches Ausweichen des Presspolsters unter dem Pressdruck zu vermeiden,
können die Klemmleisten einen Spaltbereich zwischen der Heizplatte und dem Pressblech,
so wie dieser im Pressbetrieb gegeben ist, im Wesentlichen vollständig verschließen
und somit Stirnseiten der Membran umlaufend seitlich abstützen.
[0021] Um den im Pressenbetrieb vorherrschenden Beanspruchungen Stand zu halten, sollte
die Membran aus einem Folienmaterial mit einer Dicke zwischen 0,1 mm und 10 mm, vorzugsweise
zwischen 1 mm und 3mm, bestehen. Zur Erhöhung der Festigkeit kann die Membran mit
einer Verstärkungseinlage, insbesondere mit einem Gewebe oder auch einem alternativen
textilen Flächengebilde aus metallischen und/oder polymeren Fäden versehen sein, wobei
die Verstärkungseinlage vollständig in das Folienmaterial eingebettet sein sollte,
um eine möglichst glatte Oberfläche der Membran zu erreichen. Eine glatte Oberfläche
mit geringer Rauigkeit ist wichtig, um eine große Kontaktfläche zu dem Pressblech
bzw. zu der Heizplatte zu erhalten, wodurch der Wärmeübergang begünstigt wird. Die
Membran kann auch so hergestellt werden, dass auf die Verstärkungseinlage das Polymermaterial
aufgerakelt wird, wobei die Einlage dabei mehr oder weniger vollständig eingebettet
werden kann.
[0022] Zur weiteren Steigerung des Wärmedurchgangs durch das Presspolster kann das Folienmaterial
der Membran mit wärmeleitenden anorganischen Zuschlagsstoffen, insbesondere mit Metallpulver
und/oder Quarzpulver, angereichert sein. Bei solchermaßen die Wärmeleitfähigkeit erhöhenden
Stoffen kann es sich beispielsweise um Aluminiumoxid, Bornitrid oder Quarzmehl handeln.
Der Anteil der Zusatzstoffe darf ein gewisses Maß, insbesondere ca. 40 %, möglichst
nicht übersteigen, damit die Elastizität und Flexibilität der Membran erhalten bleibt.
[0023] In Anbetracht der erforderlichen Arbeitstemperaturen der fraglichen Plattenpressen
kann das Material der flüssigen Polsterschicht aus langkettigen und/oder zyklischen
Kohlenwasserstoffen, insbesondere Hydrauliköl, dem die Wärmeleitfähigkeit erhöhende
Zuschlagsstoffen zugesetzt sein können, oder aus bei der Betriebstemperatur der Plattenpresse
flüssigem Metall oder einer Metalllegierung, insbesondere einer Blei und/oder Zinn
und/oder Wismut enthaltenden Legierung, bestehen.
[0024] Um während des Pressbetriebs über den mit der flüssigen Polsterschicht ausgefüllten
Raum den Druck und/oder die Temperatur innerhalb des Presspolsters verändern zu können,
kann ein Kanal für die Zufuhr und Abfuhr des Materials der flüssigen Polsterschicht
vorgesehen sein, wobei der Kanal die Membran und/oder das Pressblech durchdringt und
wechselweise verschließbar und öffenbar ist.
[0025] Schließlich wird die erfindungsgemäße Aufgabe auch durch eine Pressblech-PresspolsterEinheit
gelöst, die aus einem metallischen Pressblech und einer aus einem flexiblen Polymermaterial
bestehenden Membran besteht, wobei die Membran und das Pressblech in jeweiligen Randstreifen
fluiddicht miteinander verbunden, insbesondere verklebt und/oder verklemmt und/oder
verpresst, sind und wobei das Pressblech und die Membran zwischen sich einen abgeschlossenen
Raum definieren, der mit einem Material befüllt oder befüllbar ist, das bei Betriebstemperatur
einer Plattenpresse eine Flüssigpolsterschicht bildet. Wie bereits weiter oben ausgeführt,
lässt sich eine derartige Pressblech-Presspolster-Einheit bei bestehenden Plattenpressen
einsetzen, wenn von dem Prinzip textiler Presspolster zu dem Prinzip eines Flüssigkeitspolsters
gewechselt werden soll.
Ausführungsbeispiele
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele von Plattenpressen,
die in der Zeichnung schematisch dargestellt sind, näher erläutert.
[0027] Es zeigt:
- Fig. 1:
- Einen Querschnitt durch eine erste Ausführungsform einer Plattenpresse mit einer Pressblech-Presspolster-Einheit
und
- Fig.1a:
- einen vergrößerten Ausschnitt des Randverbunds der Plattenpresse gemäß Figur 1.
:
:
[0028] Eine in Figur 1 nur ausschnittsweise und schematisch dargestellte Plattenpresse 1,
die neben den abgebildeten Bauteilen in bekannter Weise auch mit einer Mehrzahl von
in Pressenlängsrichtung angeordneten Pressenrahmen mit Oberholmen und Unterholmen
und mit auf den Oberholmen oder Unterholmen abgestützten Hydraulikzylindern ausgestattet
ist, weist darüber hinaus eine Heizplatte 2, eine Membran 3, eine Polsterschicht 4
aus einem flüssigen Material, ein Pressblech 5 sowie einen Pressling 6 auf. Bei einer
Einetagenpresse ist der Aufbau derselben symmetrisch zu einer Symmetrieebene 7, die
auch die Mittelebene des Presslings 6 ist. Bei Mehretagenpressen schließt sich an
eine nicht dargestellte untere Heizplatte wiederum ein drittes Presspolster an, das
von einem zweiten Pressling gefolgt wird. Der Aufbau kann sich über eine Mehrzahl
von Etagen auf dieselbe Weise fortsetzen. Der Einfachheit halber soll bei der nachfolgenden
Beschreibung lediglich auf die Anordnung oberhalb der Symmetrieebene 7 eingegangen
werden.
[0029] Die als metallische Gussplatte ausgebildete Heizplatte 2 besitzt eine Mehrzahl von
diese durchziehenden Heizkanälen 8, in denen flüssiges Thermoöl zirkuliert, das auf
die erforderliche Betriebstemperatur bzw. um ein gewisses Maß darüber hinaus erhitzt
wurde. Eine Unterseite der Heizplatte 9 steht in flächigem, wärmeleitendem Kontakt
mit der aus einem Silikonelastomer bestehenden, flexiblen und eine gewisse Elastizität
aufweisenden Membran 3. Im Inneren der aus einem Folienmaterial bestehenden Membran
3 befindet sich eine vollständig in das Silikonmaterial eingebettete Verstärkungseinlage
in Form eines aus Aramidfäden bestehenden Gewebes.
[0030] Die Membran 3 bildet zusammen mit dem aus Stahlblech mit einer dem Pressling 6 zugewandten
Chromschicht versehenen Pressblech 5 eine Pressblech-Presspolster-Einheit 10, die
mit nicht näher dargestellten Befestigungsmitteln während des Pressbetriebs an der
Heizplatte 2 befestigt ist, von dieser jedoch sehr leicht lösbar ist, ohne dass die
Einheit aufgehoben werden müsste. Das Presspolster selbst besteht aus der oberhalb
des Pressblechs 5 angeordneten flüssigen Polsterschicht 4, die im vorliegenden Fall
aus einer Blei-Zinn-Legierung mit einem Schmelzpunkt von ca. 70°C bis 80°C besteht
und der die Polsterschicht 4 oberhalb des Pressblechs 5 einschließenden Membran 3.
[0031] Wie sich insbesondere aus Figur 1a ergibt, erfolgt die Abdichtung eines Raumes 11,
in dem sich die flüssige Polsterschicht 4 befindet, in umlaufend um die Heizplatte
2 herum angeordneten Randstreifen 12, die über einen Umriss 13 der Heizplatte nach
außen vorstehen. In den Randstreifen 12 sind oberhalb der Membran 3 gleichfalls umlaufende
Klemmleisten 14 angeordnet, die mittels Schrauben 15 mit dem Pressblech 5 verspannt
sind und auf diese Weise die dazwischen befindliche Mem-bran 3 einklemmen und damit
den Raum 11 fluiddicht verschließen. Die Klemmleisten 14 können so geformt sein, dass
sie einen sich senkrecht zu der Symmetrieebene 7 erstreckenden Spaltbereich 16 zwischen
dem Pressblech 5 und der Unterseite 9 der Heizplatte 2 im Wesentlichen verschließen,
so dass sich im Betriebszustand der Presse die Membran im Bereich der Randstreifen
12 gegen die hinreichend steife Klemmleiste 14 abstützen kann, so dass ein übermäßiges
Ausdehnen der Membran in den ansonsten ungeschützten Spaltbereichen 16 verhindert
wird. In Figur 1 ist die Klemmleiste 14 jedoch als flacher Rechteckquerschnitt, der
parallel zu dem Pressblech 5 verläuft, dargestellt. Im Bereich der Klemmleisten 14
befindet sich zwischen der Membran 3 und dem Pressblech 5 eine Klebstoffschicht K,
die neben einer vergrößerten Festigkeit des Randverbunds auch eine größere Dichtigkeit
bewirkt.
[0032] In den Spaltbereichen 16 der Membran 3 kann ein Anschluss 17 für eine Leitung zur
Befüllung des Raumes 11 mit dem Material der flüssigen Polsterschicht 4 angeordnet
sein. Mit Hilfe einer Hydraulik-Pumpe 19 kann der Druck innerhalb der flüssigen Polsterschicht
4 während des Pressbetriebs oder zuvor eingestellt werden.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Plattenpresse
- 2
- Heizplatte
- 3
- Membran
- 4
- Polsterschicht
- 5
- Pressblech
- 6
- Pressling
- 7
- Symmetrieebene
- 8
- Heizkanal
- 9
- Unterseite
- 10
- Pressblech-Presspolster-Einheit
- 11
- Raum
- 12
- Randstreifen
- 13
- Umriss
- 14
- Klemmleiste
- 15
- Schraube
- 16
- Spaltbereich
- 17
- Anschluss
- 18
- Leitung
- 19
- Hydraulikpumpe
1. Plattenpresse (1), insbesondere Einetagen- oder Mehretagen-Taktpresse, mit mindestens
einer Heizplatte (2), mindestens einem Pressblech (5) und mindestens einem zwischen
dem Pressblech (5) und der Heizplatte (2) angeordneten Presspolster, das eine zumindest
bei Betriebstemperatur der Plattenpresse (1) flüssige Polsterschicht (4) aufweist,
die auf einer Seite von einer fluiddichten Membran (3) begrenzt ist, wobei sich das
Pressblech auf einer einem Pressgut zugewandten Seite befindet und wobei die Membran
(3) sich auf einer dem Pressblech (5) gegenüberliegenden Seite befindet und ein flexibles
Polymermaterial, insbesondere ein Elastomermaterial, vorzugsweise ein Silikon-, Fluor-
oder ein Silikon-Fluor-Blendelastomer, oder ein Fluor-Tetrapolymer aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (3) und das Pressblech (5) in Randstreifen (12), die jeweils über einen
Umriss (13) der Heizplatte (2) vorstehen, umlaufend fluiddicht miteinander verbunden,
nämlich verklebt oder verpresst, sind.
2. Plattenpresse (1) nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch an den Randstreifen (12) des Pressblechs (5) angeordnete umlaufende Klemmleisten
(14), die Randstreifen (12) der Membran (3) zwischen sich und dem Pressblech (5) fluiddicht
einklemmen, wobei entlang der Randstreifen (12) umlaufend verteilt angeordnete Verbindungselemente,
insbesondere in Form von Schrauben (15), Bolzen, Nieten oder Klammern, jeweils eine
Klemmkraft auf den Randverbund ausüben.
3. Plattenpresse (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmleisten (12) umlaufend einen Spaltbereich (16) zwischen der Heizplatte (2)
und dem Pressblech (5), so wie dieser im Pressbetrieb gegeben ist, im Wesentlichen
vollständig verschließen und somit Stirnseiten der Membran (3) umlaufend seitlich
abstützen.
4. Plattenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (3) aus einem Folienmaterial mit einer Dicke zwischen 0,1 mm und 10 mm,
vorzugsweise zwischen 1 mm und 3 mm besteht und mit einer Verstärkungseinlage, insbesondere
einem Gewebe aus metallischen und/oder polymeren Fäden, versehen ist, wobei die Verstärkungseinlage
vollständig in das Folienmaterial eingebettet ist.
5. Plattenpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial mit wärmeleitenden, anorganischen Zuschlagsstoffen, insbesondere
mit Metallpulver und/oder Quarzpulver, versehen ist.
6. Plattenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die flüssige Polsterschicht (4) aus langkettigen und/oder zyklischen Kohlenwasserstoffen,
insbesondere Hydrauliköl, dem die Wärmeleitfähigkeit erhöhende Zuschlagsstoffe zugesetzt
sind, oder aus einem bei der Betriebstemperatur der Plattenpresse (1) flüssigen Metall
oder einer Metalllegierung, insbesondere einer Blei und/oder Zinn und/oder Wismut
enthaltenden Legierung, besteht.
7. Plattenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch einen die Membran (3) und/oder das Pressblech (5) durchdringenden und verschließbaren
und öffenbaren Kanal (24) für die Zufuhr und Abfuhr des Materials der flüssigen Polsterschicht
(4).
1. A plate press (1), in particular a one-level or multilevel cycle press, comprising
at least one heating plate (2), at least one press plate (5) and at least one press
cushion which is disposed between the press plate (5) and the heating plate (2) and
has at least one cushion layer (4) which is liquid at least at the operating of the
plate press (1) and which is defined on one side by a fluid-tight membrane (3), wherein
the press plate is situated on a side facing a press blank and wherein the membrane
(3) is situated on a side opposite the press plate (5) and includes a flexible polymer
material, in particular an elastomer material, preferably a silicone, fluorine or
a silicone-fluorine mix elastomer, or a fluorine-tetra-polymer, characterized in that the membrane (3) and the press plate (5) are circumferentially connected to one another,
namely glued or presses together, in a fluid-tight manner in edge strips (12), each
of which protrudes beyond a circumference (13) of the heating plate (2).
2. The plate press (1) according to claim 1, characterized by circumferential clamping bars (14) which are disposed at the edge strips (12) of
the press plate (5) and which clamp the edge strips (12) of the membrane (3) between
themselves and the press plate (5) in a fluid-tight manner, wherein connection elements,
in particular in the form of screws (15), bolts, rivets or clamps, disposed circumferentially
distributed along the edge strips (12) exert in each case a clamping force on the
edge bond.
3. The plate press (1) according to claim 2, characterized in that the clamping bars (12) close a gap region (16) substantially completely between the
heating plate (2) and the press plate (5) as soon as the gap occurs during the pressing
operation and therefore circumferentially and laterally supports the end faces of
the membrane (3).
4. The plate press according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the membrane (3) is made of a foil material having a thickness between 0.1 mm and
10 mm, preferably between 1 mm and 3 mm, and is provided with a reinforcement insert,
in particular a fabric made of metallic and/or polymeric threads, wherein the reinforcement
insert is completely embedded in the foil material.
5. The plate press according to claim 4, characterized in that the foil material is provided with heatconducting inorganic additives, in particular
with metal powder and/or powdered silica.
6. The plate press according to any one of claims 1 to 5, characterized in that the liquid cushion layer (4) is composed of long-chain and/or cyclical carbon hydrocarbons,
in particular hydraulic oil, to which the additives increasing heat conductivity are
added, or of a metal or a metal alloy that is liquid at the operating temperature
of the plate press (1), in particular an alloy containing lead and/or tin and/or bismuth.
7. The plate press according to any one of the claims 1 to 6, characterized by a channel (24) which extends through the membrane (3) and/or the press plate (5)
and can be closed and opened for feeding or discharging the material of the liquid
cushion layer (4).
1. Presse à plateaux (1), en particulier presse intermittente à un plateau ou à plateaux
multiples, comportant au moins une plaque chauffante (2), au moins une tôle de presse
(5) et au moins un coussinet de presse disposé entre la tôle de presse (5) et la plaque
chauffante (2) et qui présente une couche de garniture (4) liquide au moins à la température
de fonctionnement de la presse à plateaux (1) et qui est limitée d'un côté par une
membrane étanche au fluide (3), la tôle de presse se trouvant d'un côté tourné vers
le produit à presser et la membrane (3) se trouvant d'un côté opposé à la tôle de
presse (5) et présentant un matériau polymérique souple, en particulier un matériau
élastomérique, de préférence un mélange d'élastomère au silicone, au fluor ou au silicones
et fluor ou un tétra-polymère au fluor, caractérisée en ce que la membrane (3) et la tôle de presse (5), dans des bandes périphériques (12) qui
dépassent respectivement d'un contour (13) de la plaque chauffante (2), sont reliées
entre elles de manière étanche au fluide par leur circonférence, à savoir collées
ou compressées.
2. Presse à plateaux (1) selon la revendication 1, caractérisé par des baguettes de serrage (14) périphériques disposées au niveau des bandes périphériques
(12) de la tôle de presse (5) et qui serrent des bandes périphériques (12) de la membrane
(3) entre elles et la tôle de presse (5) de manière étanche au fluide, des éléments
de connexion disposés répartis en circonférence le long des bandes périphériques (12),
en particulier sous forme de vis (15), boulons, rivets ou agrafes, exerçant respectivement
une force de serrage sur le composite périphérique.
3. Presse à plateaux (1) selon la revendication 2, caractérisée en ce que les baguettes de serrage (12) ferment sur la circonférence sensiblement dans son
intégralité une zone d'intervalle (16) entre la plaque chauffante (2) et la tôle de
presse (5) telle qu'elle se présente pendant le pressage et soutiennent ainsi latéralement
sur la circonférence les faces frontales de la membrane (3).
4. Presse à plateaux selon une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la membrane (3) est composée d'une feuille de matériau d'une épaisseur comprise entre
0,1 mm et 10 mm, de préférence entre 1 mm et 3 mm et est pourvue d'une garniture de
renfort, en particulier une toile de film métallique et/ou polymérique, la garniture
de renfort étant complètement noyée dans la feuille de matériau.
5. Presse à plateaux selon la revendication 4, caractérisée en ce que la feuille de matériau est pourvue de substances additives anorganiques conductrices
thermiques, en particulier de poudre métallique et/ou de poutre de quartz.
6. Presse à plateaux selon une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que la couche de garniture liquide (4) est composée d'hydrocarbures à chaîne longue et/ou
cycliques, en particulier d'huile hydraulique à laquelle des additifs augmentant la
conductivité thermique sont ajoutés, ou d'un métal liquide à la température de fonctionnement
de la presse à plateaux (1) ou d'un alliage métallique, en particulier d'un alliage
contenant du plomb et/ou de l'étain et/ou du bismuth.
7. Presse à plateaux selon une des revendications 1 à 6, caractérisée par un canal fermant et ouvrant (24) traversant la membrane (3) et/ou la tôle de presse
(5) pour l'apport vers et l'évacuation de matériau depuis la couche de garniture liquide
(4).