(19)
(11) EP 2 189 276 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
18.05.2016  Patentblatt  2016/20

(21) Anmeldenummer: 08105863.8

(22) Anmeldetag:  25.11.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B30B 15/06(2006.01)
B30B 5/02(2006.01)

(54)

Plattenpresse sowie Pressblech-Presspolster-Einheit

Plate press and pressed sheet-pressed cushion unit

Presse à plaques et unité de coussin de presse pour tôle de presse


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
26.05.2010  Patentblatt  2010/21

(73) Patentinhaber: Hueck Rheinische GmbH
41747 Viersen (DE)

(72) Erfinder:
  • Espe, Rolf, Dr.
    44795 Bochum (DE)

(74) Vertreter: Bauer, Dirk 
BAUER WAGNER PRIESMEYER Patent- und Rechtsanwälte Grüner Weg 1
52070 Aachen
52070 Aachen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 151 416
DE-A1- 2 724 056
DE-A1- 4 116 324
DE-A1- 19 937 694
JP-A- 7 080 871
US-B1- 6 481 482
DE-A1- 2 026 258
DE-A1- 3 935 562
DE-A1- 10 316 774
DE-A1-102005 020 486
JP-A- H08 192 300
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Einleitung



    [0001] Die Erfindung betrifft eine Plattenpresse, insbesondere eine Einetagen- oder Mehretagen-Taktpresse, mit mindestens einer Heizplatte, mindestens einem Pressblech und mindestens einem zwischen dem Pressblech und der Heizplatte angeordneten Presspolster, das eine zumindest bei Betriebstemperatur der Plattenpresse flüssige Polsterschicht aufweist, die auf einer Seite von einer fluiddichten Membran begrenzt ist, wobei sich das Pressblech auf einer einem Pressgut zugewandten Seite befindet und wobei die Membran ein flexibles Polymermaterial, insbesondere ein Elastomermaterial, vorzugsweise ein Silikon-, Fluor- oder ein Silikon-Fluor-Blendelastomer, oder ein Fluor-Tetrapolymer aufweist.

    [0002] Derartige Plattenpressen werden insbesondere zur Beschichtung von Holzwerkstoffplatten mit Aminoplastharzen in Form von Phenol-, Harnstoff-, Melamin-, oder Melamin-/Harnstoff Mischharzen verwendet. Bei dem Pressgut bzw. so genannten Pressling, handelt es sich z.B. um HDF-Platten (High Density Fibreboards), die zur Verwendung im Fußbodenbereich (als so genanntes "Laminat") mit Melaminharzen beschichtet werden, wobei dekorative Oberflächen unterschiedlichster Ausgestaltung realisierbar sind. Um eine hohe Oberflächenqualität bei derartigen Beschichtungsvorgängen zu erreichen, ist eine gleichmäßige Druckverteilung über die gesamte Plattenpresse, die eine Arbeitsfläche von bis zu 20 m2 aufweisen kann, von entscheidender Bedeutung.

    [0003] Hier ist die Funktionalität der zwischen Heizplatte und Pressblech angeordneten Presspolster von großer Bedeutung, da bedingt durch Fertigungstoleranzen zu eventuellem späteren Verzug bei der Presse sowie Dickentoleranzen bei dem Pressgut ansonsten eine gleichmäßige Druckbelastung über den gesamten Pressling nicht erzielbar wäre. Presspolster müssen aus diesem Grunde eine hinreichende Elastizität, d.h. Nachgiebigkeit, besitzen, um die Dickentoleranzen beim Pressvorgang ausgleichen zu können. Darüber hinaus müssen sie ein gutes Erholungsvermögen nach Druckentlastung besitzen, da ohne ein Auswechseln der Presspolster eine möglichst große Anzahl von Presszyklen möglich sein soll. Eine weitere wichtige Eigenschaft der Presspolster ist ihre Hitzebeständigkeit sowie ihre Wärmeleitfähigkeit.

    [0004] Bei den weiter oben genannten Aminoplastharzen handelt es sich um Duroplaste, bei denen der Vernetzungsvorgang im Wege einer Polykondensation erfolgt. Das bedeutet, dass während des Pressvorgangs Wasserdampf und überschüssiges Formaldehyd in Dampfform frei wird. Die entstehenden Dampfblasen müssen während des Pressvorgangs, der unter einem Druck von ca. 150 N/cm2 bis 600 N/cm2 und einer Temperatur von 140°C bis 220°C abläuft, in den zu beschichtenden Werkstoff, d.h. z.B. die HDF-Platte, diffundieren. Eine unterschiedliche Druckverteilung über die Pressenfläche betrachtet kann in diesem Zusammenhang zu Diffusionsproblemen führen, die sich in Fehlern in der Oberflächenqualität des fertigen Produkts zeigen.

    Stand der Technik



    [0005] Während Presspolster anfangs meist aus mehreren Lagen von Kraftpapier bestanden, wird der heute übliche Stand der Technik von unterschiedlichsten textilen Presspolstertypen gebildet. Aufgrund der textilen Struktur und der insofern prinzipbedingt nicht perfekt homogenen Oberflächenstruktur lassen sich Unterschiede im effektiv auf das Pressgut wirkenden Druck über die gesamte Fläche der Plattenpresse betrachtet in der Praxis nicht vermeiden.

    [0006] Neben Plattenpressen mit textilen oder auch mattenförmigen Presspolstern sind auch bereits Pressenkonstruktionen bekannt, bei denen das Problem der ungleichförmigen Druckverteilung mit Presspolstern gelöst werden soll, die eine flüssige Polsterschicht aufweisen:

    [0007] So ist in der DE 199 37 694 A1 eine Plattenpresse offenbart, bei der unterhalb des Pressblechs eine Membran in Form einer metallischen Platte angeordnet ist, die randseitig umlaufend mit der Heizplatte verschweißt ist. In einem geschlossenen Zwischenraum zwischen der metallischen Membranplatte und der Heizplatte ist eine flüssige Polsterschicht angeordnet. Diese Polsterschicht besteht aus einer Blei-Zinn-Legierung, die sich durch eine gute Wärmeleitfähigkeit auszeichnet. Im kalten Zustand der Presse ist das Material des Druckkissens ausgehärtet. Um eine formschlüssige Verbindung der metallischen Membranplatte mit der Heizplatte zu erreichen und dennoch ein vorgegebenes Bewegungsspiel der Membranplatte relativ zu der Heizplatte zu ermöglichen, sind an der Unterseite der Membranplatte T-förmige Verankerungsköpfe vorhanden, die in korrespondierende Verankerungsnuten in der Oberseite der Heizplatte eingreifen.

    [0008] Nachteilig tritt bei einer derartigen Pressenkonstruktion in Erscheinung, dass die Herstellung der Heizplatten mit den vorgenannten hinterschnittenen Nuten teuer ist, und auch die Membranplatte mit ihren Verankerungsköpfen kompliziert aufgebaut ist. Auch der Wechselvorgang wird durch die formschlüssige Verbindung zwischen den vorgenannten Bauteilen erschwert.

    [0009] Darüber hinaus beschreibt die DE 10 2005 020 468 A1 eine Taktpresse, bei der gleichfalls eine flüssige Polsterschicht zwischen dem Pressblech und der Heizplatte vorhanden ist. In einer der in der DE 10 2005 020 486 A1 gezeigten Ausführungsformen einer Plattenpresse grenzt die flüssige Polsterschicht einerseits unmittelbar an die Rückseite des Pressblechs an. Andererseits steht die flüssige Polsterschicht direkt mit der Heizplatte in Verbindung. Bewegliche, in Nuten in der Heizplatte eingebrachte Dichtungen sind umlaufend am Rand der Heizplatte angeordnet, wohingegen die Befestigung des Pressblechs an überstehenden Rändern erfolgt, wo sich Befestigungselemente befinden, die mit stirnseitig an der Heizplatte angebrachten Befestigungswinkeln zusammenwirken.

    [0010] Nachteilig bei der vorstehend beschriebenen Plattenpresse ist der Umstand, dass ein Pressblechwechsel nur erfolgen kann, nachdem die flüssige Polsterschicht mehr oder weniger vollständig aus dem Raum zwischen dem Pressblech und der Heizplatte entfernt wurde. Dies erfolgt mit Hilfe einer speziellen Vakuumkammer, die über einen Entleerungskanal mit der Druckkissenkammer verbunden ist. Der Entleerungsvorgang vor dem Entfernen des Pressblechs und der Befüllungsvorgang, der nach der Montage eines neuen Pressblechs durch einen separaten Befüllkanal aus einer Druckkammer heraus wieder erforderlich ist, erfordert jeweils Zeit, wodurch die Stillstandszeiten der Presse vergrößert werden. Darüber hinaus lässt sich der Druckkissenraum niemals vollständig restentleeren, so dass unvermeidlich gewisse Restmengen des Materials des flüssigen Druckkissens auch nach dem Entleerungsvorgang noch an dem zu entfernenden Pressblech anhaften.

    [0011] Aus einem anderen in der DE 10 2005 020 486 A1 offenbarten Ausführungsbeispiel ist es bekannt, die Druckkissenkammer mit Hilfe einer allseits geschlossenen Umhüllung zu bilden. Das Pressblech steht somit auf der dem Pressgut abgewandten Rückseite mit der Umhüllung in direktem Kontakt. Auf der anderen Seite des Druckkissens liegt die Umhüllung an der Heizplatte an. Auf dieser Seite steht die Umhüllung auch im Bereich eines Durchbruchs mit einem an der Heizplatte befindlichen Kanal in Verbindung durch den das Druckkissen von außen befüllt und entleert werden kann. Ein Nachteil dieser Bauart ist die Schwierigkeit, aus metallischem Material ein geschlossenes, druckdichtes Druckkissen herzustellen.

    [0012] Aus der EP 0 151 416 A2 ist eine gattungsgemäße Presse zum Laminieren bekannt, bei der der auf den Pressling ausgeübte Druck mittels eines Fluids vergleichmäßigt wird. Hierzu befindet sich das Fluid in einer Kammer zwischen der Heizplatte und einer flexiblen Membran, die umlaufend über ein Dichtelement dichtend mit der Heizplatte verbunden ist.

    [0013] Das Dokument JP-A-8192300 offenbart eine Plattenpresse mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

    Aufgabe



    [0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Presspolster mit flüssiger Polsterschicht vorzusehen, das sich einfach und schnell austauschen lässt.

    Lösung



    [0015] Ausgehend von einer Plattenpresse der eingangs beschriebenen Art wird die zugrunde liegende Aufgabe dadurch gelöst, dass die Plattenpresse die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.

    [0016] Bei Presspolstern gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 wird somit auf die Verwendung metallischer Membranen zur Abdichtung flüssiger Polsterschichten verzichtet. Diese Tatsache basiert auf dem Ansatz, dass flexible Polymermaterialien die Anforderungen hinsichtlich Pressdruck und Temperatur ebenso gut wie metallische Materialien erfüllen, demgegenüber jedoch günstiger herzustellen und zu handhaben sind. Ein weiterer Vorteil des flexiblen Polymermaterials besteht darin, dass sich die Membran sehr innig an die Heizplatte bzw. das Pressblech anpasst und somit isolierende Luftzwischenräume, wie sie bei wesentlich steiferen metallischen Membranen nicht auszuschließen sind, vermeidet. Der Wärmedurchgang von der Heizplatte durch das Presspolster und anschießend das Pressblech auf das Pressgut kann daher auch mit der erfindungsgemäßen, ein flexibles Polymermaterial enthaltenden Membran ein ausgezeichnetes Niveau erreichen.

    [0017] Gemäß der erfindungsgemäßen Plattenpresse ist die flüssige Polsterschicht auf einer der Membran gegenüber liegenden Seite von dem Pressblech begrenzt und mit diesem fluiddicht verbunden. In diesem Fall bilden somit Pressblech und Membran eine Einheit, die einen schnellen Wechsel von Pressblech einschließlich Presspolster erlaubt. Dabei kann der Raum zwischen dem Pressblech und dem Presspolster dauerhaft abgeschlossen sein, so dass beim Wechsel das Presspolster mit der flüssigen Polsterschicht ausgetauscht wird oder aber es existiert ein verschließbarer Anschluss zu dem Raum, der vor Entfernung des Presspolsters ein Entfernen des die flüssige Polsterschicht bildenden Materials erlaubt. In letztgenanntem Fall ist auch während des Pressvorgangs über den Anschluss eine Beeinflussung des Drucks in der Polsterschicht möglich. Durch die Verbindung von Pressblech und Presspolster zu einer Funktionseinheit kann die Heizplatte selbst gegenüber bekannten Pressentypen unverändert bleiben, so dass auf einfache Weise eine Umstellung von textilen Presspolstern auf ein Flüssigkeitspolster möglich ist.

    [0018] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Pressblech-Presspolster-Einheit besteht darin, dass die Membran und das Pressblech in Randstreifen, die jeweils über einen Umriss der Heizplatte vorstehen, umlaufend fluiddicht miteinander verbunden, insbesondere verklebt oder verpresst sind. Als Klebstoff kann vorzugsweise ein kondensationsvernetzter Silikonkleber verwendet werden, der dazu in der Lage ist, die aus Silikonelastomer bestehende Membran mit dem Stahlmaterial des Pressblechs dauerhaft und temperaturbeständig zu verbinden.

    [0019] Um eine umlaufend hinreichend große Verbindungskraft zwischen Membran und Pressblech zu erhalten, können an den Randstreifen des Pressblechs umlaufende Klemmleisten vorgesehen werden, die Randstreifen der Membran zwischen sich und dem Pressblech fluiddicht einklemmen. Dabei können des Weiteren entlang der Randstreifen umlaufend verteilt angeordnete Verbindungselemente, insbesondere in Form von Schrauben, Bolzen, Nieten oder Klammern jeweils eine Klemmkraft auf den von Membran, Pressblech und eventuell dazwischen befindlichem Kleb- und/oder Dichtstoff gebildeten Randverbund ausüben.

    [0020] Um ein seitliches Ausweichen des Presspolsters unter dem Pressdruck zu vermeiden, können die Klemmleisten einen Spaltbereich zwischen der Heizplatte und dem Pressblech, so wie dieser im Pressbetrieb gegeben ist, im Wesentlichen vollständig verschließen und somit Stirnseiten der Membran umlaufend seitlich abstützen.

    [0021] Um den im Pressenbetrieb vorherrschenden Beanspruchungen Stand zu halten, sollte die Membran aus einem Folienmaterial mit einer Dicke zwischen 0,1 mm und 10 mm, vorzugsweise zwischen 1 mm und 3mm, bestehen. Zur Erhöhung der Festigkeit kann die Membran mit einer Verstärkungseinlage, insbesondere mit einem Gewebe oder auch einem alternativen textilen Flächengebilde aus metallischen und/oder polymeren Fäden versehen sein, wobei die Verstärkungseinlage vollständig in das Folienmaterial eingebettet sein sollte, um eine möglichst glatte Oberfläche der Membran zu erreichen. Eine glatte Oberfläche mit geringer Rauigkeit ist wichtig, um eine große Kontaktfläche zu dem Pressblech bzw. zu der Heizplatte zu erhalten, wodurch der Wärmeübergang begünstigt wird. Die Membran kann auch so hergestellt werden, dass auf die Verstärkungseinlage das Polymermaterial aufgerakelt wird, wobei die Einlage dabei mehr oder weniger vollständig eingebettet werden kann.

    [0022] Zur weiteren Steigerung des Wärmedurchgangs durch das Presspolster kann das Folienmaterial der Membran mit wärmeleitenden anorganischen Zuschlagsstoffen, insbesondere mit Metallpulver und/oder Quarzpulver, angereichert sein. Bei solchermaßen die Wärmeleitfähigkeit erhöhenden Stoffen kann es sich beispielsweise um Aluminiumoxid, Bornitrid oder Quarzmehl handeln. Der Anteil der Zusatzstoffe darf ein gewisses Maß, insbesondere ca. 40 %, möglichst nicht übersteigen, damit die Elastizität und Flexibilität der Membran erhalten bleibt.

    [0023] In Anbetracht der erforderlichen Arbeitstemperaturen der fraglichen Plattenpressen kann das Material der flüssigen Polsterschicht aus langkettigen und/oder zyklischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Hydrauliköl, dem die Wärmeleitfähigkeit erhöhende Zuschlagsstoffen zugesetzt sein können, oder aus bei der Betriebstemperatur der Plattenpresse flüssigem Metall oder einer Metalllegierung, insbesondere einer Blei und/oder Zinn und/oder Wismut enthaltenden Legierung, bestehen.

    [0024] Um während des Pressbetriebs über den mit der flüssigen Polsterschicht ausgefüllten Raum den Druck und/oder die Temperatur innerhalb des Presspolsters verändern zu können, kann ein Kanal für die Zufuhr und Abfuhr des Materials der flüssigen Polsterschicht vorgesehen sein, wobei der Kanal die Membran und/oder das Pressblech durchdringt und wechselweise verschließbar und öffenbar ist.

    [0025] Schließlich wird die erfindungsgemäße Aufgabe auch durch eine Pressblech-PresspolsterEinheit gelöst, die aus einem metallischen Pressblech und einer aus einem flexiblen Polymermaterial bestehenden Membran besteht, wobei die Membran und das Pressblech in jeweiligen Randstreifen fluiddicht miteinander verbunden, insbesondere verklebt und/oder verklemmt und/oder verpresst, sind und wobei das Pressblech und die Membran zwischen sich einen abgeschlossenen Raum definieren, der mit einem Material befüllt oder befüllbar ist, das bei Betriebstemperatur einer Plattenpresse eine Flüssigpolsterschicht bildet. Wie bereits weiter oben ausgeführt, lässt sich eine derartige Pressblech-Presspolster-Einheit bei bestehenden Plattenpressen einsetzen, wenn von dem Prinzip textiler Presspolster zu dem Prinzip eines Flüssigkeitspolsters gewechselt werden soll.

    Ausführungsbeispiele



    [0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele von Plattenpressen, die in der Zeichnung schematisch dargestellt sind, näher erläutert.

    [0027] Es zeigt:
    Fig. 1:
    Einen Querschnitt durch eine erste Ausführungsform einer Plattenpresse mit einer Pressblech-Presspolster-Einheit und
    Fig.1a:
    einen vergrößerten Ausschnitt des Randverbunds der Plattenpresse gemäß Figur 1.

    :

    :



    [0028] Eine in Figur 1 nur ausschnittsweise und schematisch dargestellte Plattenpresse 1, die neben den abgebildeten Bauteilen in bekannter Weise auch mit einer Mehrzahl von in Pressenlängsrichtung angeordneten Pressenrahmen mit Oberholmen und Unterholmen und mit auf den Oberholmen oder Unterholmen abgestützten Hydraulikzylindern ausgestattet ist, weist darüber hinaus eine Heizplatte 2, eine Membran 3, eine Polsterschicht 4 aus einem flüssigen Material, ein Pressblech 5 sowie einen Pressling 6 auf. Bei einer Einetagenpresse ist der Aufbau derselben symmetrisch zu einer Symmetrieebene 7, die auch die Mittelebene des Presslings 6 ist. Bei Mehretagenpressen schließt sich an eine nicht dargestellte untere Heizplatte wiederum ein drittes Presspolster an, das von einem zweiten Pressling gefolgt wird. Der Aufbau kann sich über eine Mehrzahl von Etagen auf dieselbe Weise fortsetzen. Der Einfachheit halber soll bei der nachfolgenden Beschreibung lediglich auf die Anordnung oberhalb der Symmetrieebene 7 eingegangen werden.

    [0029] Die als metallische Gussplatte ausgebildete Heizplatte 2 besitzt eine Mehrzahl von diese durchziehenden Heizkanälen 8, in denen flüssiges Thermoöl zirkuliert, das auf die erforderliche Betriebstemperatur bzw. um ein gewisses Maß darüber hinaus erhitzt wurde. Eine Unterseite der Heizplatte 9 steht in flächigem, wärmeleitendem Kontakt mit der aus einem Silikonelastomer bestehenden, flexiblen und eine gewisse Elastizität aufweisenden Membran 3. Im Inneren der aus einem Folienmaterial bestehenden Membran 3 befindet sich eine vollständig in das Silikonmaterial eingebettete Verstärkungseinlage in Form eines aus Aramidfäden bestehenden Gewebes.

    [0030] Die Membran 3 bildet zusammen mit dem aus Stahlblech mit einer dem Pressling 6 zugewandten Chromschicht versehenen Pressblech 5 eine Pressblech-Presspolster-Einheit 10, die mit nicht näher dargestellten Befestigungsmitteln während des Pressbetriebs an der Heizplatte 2 befestigt ist, von dieser jedoch sehr leicht lösbar ist, ohne dass die Einheit aufgehoben werden müsste. Das Presspolster selbst besteht aus der oberhalb des Pressblechs 5 angeordneten flüssigen Polsterschicht 4, die im vorliegenden Fall aus einer Blei-Zinn-Legierung mit einem Schmelzpunkt von ca. 70°C bis 80°C besteht und der die Polsterschicht 4 oberhalb des Pressblechs 5 einschließenden Membran 3.

    [0031] Wie sich insbesondere aus Figur 1a ergibt, erfolgt die Abdichtung eines Raumes 11, in dem sich die flüssige Polsterschicht 4 befindet, in umlaufend um die Heizplatte 2 herum angeordneten Randstreifen 12, die über einen Umriss 13 der Heizplatte nach außen vorstehen. In den Randstreifen 12 sind oberhalb der Membran 3 gleichfalls umlaufende Klemmleisten 14 angeordnet, die mittels Schrauben 15 mit dem Pressblech 5 verspannt sind und auf diese Weise die dazwischen befindliche Mem-bran 3 einklemmen und damit den Raum 11 fluiddicht verschließen. Die Klemmleisten 14 können so geformt sein, dass sie einen sich senkrecht zu der Symmetrieebene 7 erstreckenden Spaltbereich 16 zwischen dem Pressblech 5 und der Unterseite 9 der Heizplatte 2 im Wesentlichen verschließen, so dass sich im Betriebszustand der Presse die Membran im Bereich der Randstreifen 12 gegen die hinreichend steife Klemmleiste 14 abstützen kann, so dass ein übermäßiges Ausdehnen der Membran in den ansonsten ungeschützten Spaltbereichen 16 verhindert wird. In Figur 1 ist die Klemmleiste 14 jedoch als flacher Rechteckquerschnitt, der parallel zu dem Pressblech 5 verläuft, dargestellt. Im Bereich der Klemmleisten 14 befindet sich zwischen der Membran 3 und dem Pressblech 5 eine Klebstoffschicht K, die neben einer vergrößerten Festigkeit des Randverbunds auch eine größere Dichtigkeit bewirkt.

    [0032] In den Spaltbereichen 16 der Membran 3 kann ein Anschluss 17 für eine Leitung zur Befüllung des Raumes 11 mit dem Material der flüssigen Polsterschicht 4 angeordnet sein. Mit Hilfe einer Hydraulik-Pumpe 19 kann der Druck innerhalb der flüssigen Polsterschicht 4 während des Pressbetriebs oder zuvor eingestellt werden.

    Bezugszeichenliste



    [0033] 
    1
    Plattenpresse
    2
    Heizplatte
    3
    Membran
    4
    Polsterschicht
    5
    Pressblech
    6
    Pressling
    7
    Symmetrieebene
    8
    Heizkanal
    9
    Unterseite
    10
    Pressblech-Presspolster-Einheit
    11
    Raum
    12
    Randstreifen
    13
    Umriss
    14
    Klemmleiste
    15
    Schraube
    16
    Spaltbereich
    17
    Anschluss
    18
    Leitung
    19
    Hydraulikpumpe



    Ansprüche

    1. Plattenpresse (1), insbesondere Einetagen- oder Mehretagen-Taktpresse, mit mindestens einer Heizplatte (2), mindestens einem Pressblech (5) und mindestens einem zwischen dem Pressblech (5) und der Heizplatte (2) angeordneten Presspolster, das eine zumindest bei Betriebstemperatur der Plattenpresse (1) flüssige Polsterschicht (4) aufweist, die auf einer Seite von einer fluiddichten Membran (3) begrenzt ist, wobei sich das Pressblech auf einer einem Pressgut zugewandten Seite befindet und wobei die Membran (3) sich auf einer dem Pressblech (5) gegenüberliegenden Seite befindet und ein flexibles Polymermaterial, insbesondere ein Elastomermaterial, vorzugsweise ein Silikon-, Fluor- oder ein Silikon-Fluor-Blendelastomer, oder ein Fluor-Tetrapolymer aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (3) und das Pressblech (5) in Randstreifen (12), die jeweils über einen Umriss (13) der Heizplatte (2) vorstehen, umlaufend fluiddicht miteinander verbunden, nämlich verklebt oder verpresst, sind.
     
    2. Plattenpresse (1) nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch an den Randstreifen (12) des Pressblechs (5) angeordnete umlaufende Klemmleisten (14), die Randstreifen (12) der Membran (3) zwischen sich und dem Pressblech (5) fluiddicht einklemmen, wobei entlang der Randstreifen (12) umlaufend verteilt angeordnete Verbindungselemente, insbesondere in Form von Schrauben (15), Bolzen, Nieten oder Klammern, jeweils eine Klemmkraft auf den Randverbund ausüben.
     
    3. Plattenpresse (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmleisten (12) umlaufend einen Spaltbereich (16) zwischen der Heizplatte (2) und dem Pressblech (5), so wie dieser im Pressbetrieb gegeben ist, im Wesentlichen vollständig verschließen und somit Stirnseiten der Membran (3) umlaufend seitlich abstützen.
     
    4. Plattenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (3) aus einem Folienmaterial mit einer Dicke zwischen 0,1 mm und 10 mm, vorzugsweise zwischen 1 mm und 3 mm besteht und mit einer Verstärkungseinlage, insbesondere einem Gewebe aus metallischen und/oder polymeren Fäden, versehen ist, wobei die Verstärkungseinlage vollständig in das Folienmaterial eingebettet ist.
     
    5. Plattenpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial mit wärmeleitenden, anorganischen Zuschlagsstoffen, insbesondere mit Metallpulver und/oder Quarzpulver, versehen ist.
     
    6. Plattenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die flüssige Polsterschicht (4) aus langkettigen und/oder zyklischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Hydrauliköl, dem die Wärmeleitfähigkeit erhöhende Zuschlagsstoffe zugesetzt sind, oder aus einem bei der Betriebstemperatur der Plattenpresse (1) flüssigen Metall oder einer Metalllegierung, insbesondere einer Blei und/oder Zinn und/oder Wismut enthaltenden Legierung, besteht.
     
    7. Plattenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch einen die Membran (3) und/oder das Pressblech (5) durchdringenden und verschließbaren und öffenbaren Kanal (24) für die Zufuhr und Abfuhr des Materials der flüssigen Polsterschicht (4).
     


    Claims

    1. A plate press (1), in particular a one-level or multilevel cycle press, comprising at least one heating plate (2), at least one press plate (5) and at least one press cushion which is disposed between the press plate (5) and the heating plate (2) and has at least one cushion layer (4) which is liquid at least at the operating of the plate press (1) and which is defined on one side by a fluid-tight membrane (3), wherein the press plate is situated on a side facing a press blank and wherein the membrane (3) is situated on a side opposite the press plate (5) and includes a flexible polymer material, in particular an elastomer material, preferably a silicone, fluorine or a silicone-fluorine mix elastomer, or a fluorine-tetra-polymer, characterized in that the membrane (3) and the press plate (5) are circumferentially connected to one another, namely glued or presses together, in a fluid-tight manner in edge strips (12), each of which protrudes beyond a circumference (13) of the heating plate (2).
     
    2. The plate press (1) according to claim 1, characterized by circumferential clamping bars (14) which are disposed at the edge strips (12) of the press plate (5) and which clamp the edge strips (12) of the membrane (3) between themselves and the press plate (5) in a fluid-tight manner, wherein connection elements, in particular in the form of screws (15), bolts, rivets or clamps, disposed circumferentially distributed along the edge strips (12) exert in each case a clamping force on the edge bond.
     
    3. The plate press (1) according to claim 2, characterized in that the clamping bars (12) close a gap region (16) substantially completely between the heating plate (2) and the press plate (5) as soon as the gap occurs during the pressing operation and therefore circumferentially and laterally supports the end faces of the membrane (3).
     
    4. The plate press according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the membrane (3) is made of a foil material having a thickness between 0.1 mm and 10 mm, preferably between 1 mm and 3 mm, and is provided with a reinforcement insert, in particular a fabric made of metallic and/or polymeric threads, wherein the reinforcement insert is completely embedded in the foil material.
     
    5. The plate press according to claim 4, characterized in that the foil material is provided with heatconducting inorganic additives, in particular with metal powder and/or powdered silica.
     
    6. The plate press according to any one of claims 1 to 5, characterized in that the liquid cushion layer (4) is composed of long-chain and/or cyclical carbon hydrocarbons, in particular hydraulic oil, to which the additives increasing heat conductivity are added, or of a metal or a metal alloy that is liquid at the operating temperature of the plate press (1), in particular an alloy containing lead and/or tin and/or bismuth.
     
    7. The plate press according to any one of the claims 1 to 6, characterized by a channel (24) which extends through the membrane (3) and/or the press plate (5) and can be closed and opened for feeding or discharging the material of the liquid cushion layer (4).
     


    Revendications

    1. Presse à plateaux (1), en particulier presse intermittente à un plateau ou à plateaux multiples, comportant au moins une plaque chauffante (2), au moins une tôle de presse (5) et au moins un coussinet de presse disposé entre la tôle de presse (5) et la plaque chauffante (2) et qui présente une couche de garniture (4) liquide au moins à la température de fonctionnement de la presse à plateaux (1) et qui est limitée d'un côté par une membrane étanche au fluide (3), la tôle de presse se trouvant d'un côté tourné vers le produit à presser et la membrane (3) se trouvant d'un côté opposé à la tôle de presse (5) et présentant un matériau polymérique souple, en particulier un matériau élastomérique, de préférence un mélange d'élastomère au silicone, au fluor ou au silicones et fluor ou un tétra-polymère au fluor, caractérisée en ce que la membrane (3) et la tôle de presse (5), dans des bandes périphériques (12) qui dépassent respectivement d'un contour (13) de la plaque chauffante (2), sont reliées entre elles de manière étanche au fluide par leur circonférence, à savoir collées ou compressées.
     
    2. Presse à plateaux (1) selon la revendication 1, caractérisé par des baguettes de serrage (14) périphériques disposées au niveau des bandes périphériques (12) de la tôle de presse (5) et qui serrent des bandes périphériques (12) de la membrane (3) entre elles et la tôle de presse (5) de manière étanche au fluide, des éléments de connexion disposés répartis en circonférence le long des bandes périphériques (12), en particulier sous forme de vis (15), boulons, rivets ou agrafes, exerçant respectivement une force de serrage sur le composite périphérique.
     
    3. Presse à plateaux (1) selon la revendication 2, caractérisée en ce que les baguettes de serrage (12) ferment sur la circonférence sensiblement dans son intégralité une zone d'intervalle (16) entre la plaque chauffante (2) et la tôle de presse (5) telle qu'elle se présente pendant le pressage et soutiennent ainsi latéralement sur la circonférence les faces frontales de la membrane (3).
     
    4. Presse à plateaux selon une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la membrane (3) est composée d'une feuille de matériau d'une épaisseur comprise entre 0,1 mm et 10 mm, de préférence entre 1 mm et 3 mm et est pourvue d'une garniture de renfort, en particulier une toile de film métallique et/ou polymérique, la garniture de renfort étant complètement noyée dans la feuille de matériau.
     
    5. Presse à plateaux selon la revendication 4, caractérisée en ce que la feuille de matériau est pourvue de substances additives anorganiques conductrices thermiques, en particulier de poudre métallique et/ou de poutre de quartz.
     
    6. Presse à plateaux selon une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que la couche de garniture liquide (4) est composée d'hydrocarbures à chaîne longue et/ou cycliques, en particulier d'huile hydraulique à laquelle des additifs augmentant la conductivité thermique sont ajoutés, ou d'un métal liquide à la température de fonctionnement de la presse à plateaux (1) ou d'un alliage métallique, en particulier d'un alliage contenant du plomb et/ou de l'étain et/ou du bismuth.
     
    7. Presse à plateaux selon une des revendications 1 à 6, caractérisée par un canal fermant et ouvrant (24) traversant la membrane (3) et/ou la tôle de presse (5) pour l'apport vers et l'évacuation de matériau depuis la couche de garniture liquide (4).
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente