(19)
(11) EP 3 020 900 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.05.2016  Patentblatt  2016/20

(21) Anmeldenummer: 14193361.4

(22) Anmeldetag:  14.11.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05D 15/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: DORMA Deutschland GmbH
58256 Ennepetal (DE)

(72) Erfinder:
  • KREYENBORG, Ralf
    58256 Ennepetal (DE)
  • BUSCH, Sven
    58256 Ennepetal (DE)
  • JÄHNKE, Jan-Hendrik
    58256 Ennepetal (DE)
  • LIEBSCHER, Arne
    58256 Ennepetal (DE)

(74) Vertreter: Balder IP Law, S.L. 
Paseo de la Castellana 93 5a planta
28046 Madrid
28046 Madrid (ES)

   


(54) Rollenwagen für die Aufnahme einer Schiebetür mit Höhenverstellvorrichtung


(57) Die Erfindung betrifft einen Rollenwagen (10) für die Aufnahme einer Schiebetür (110), aufweisend ein Rollenmodul (20) zur verschiebbaren Anbringung an einer Rollenlaufbahn (120) und einen Grundkörper (30) zur Befestigung an der Schiebetür (110), wobei der Grundkörper (30) an dem Rollenmodul (20) entlang einer Schwerkraftrichtung (SKR) für eine Justierbewegung bewegbar gelagert ist, wobei am Grundkörper (30) ein erstes Verstellmittel (32) für eine Verstellbewegung beweglich gelagert ist, wobei das erste Verstellmittel (32) für eine Bewegung des Grundkörpers (30) entlang der Schwerkraftrichtung (SKR) relativ zum Rollenmodul (20) bei Durchführung der Verstellbewegung mit einem zweiten Verstellmittel (22) des Rollenmoduls (20) in Wirkverbindung seht.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Rollenwagen für die Aufnahme einer Schiebetür mit einer Höhenverstellvorrichtung, eine Schiebetürenanlage mit einem solchen Rollenwagen sowie ein Verfahren für das Justieren der Höhe einer derartigen Schiebetürenanlage.

[0002] Es ist bekannt, dass für Schiebetüren Schiebetürenanlagen eingesetzt werden, welche mit einer Rollenlaufbahn ausgestattet sind. Diese Rollenlaufbahn ist üblicherweise an der Decke oder der Wand oberhalb der Türöffnung angebracht. Auf der Rollenlaufbahn bzw. in der Rollenlaufbahn sind ein oder mehrere Rollenwagen eingesetzt, welche in abrollender oder gleitender Weise eine Linearbewegung auf der Rollenbahn durchführen können. An den Rollenwagen sind Schiebetüren in Form von Schiebetürkörpern angebracht bzw. befestigt. Solche Schiebetüren können aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt sein. So können beispielsweise Holzschiebetüren oder Glasschiebetüren zum Einsatz kommen. Je nach eingesetztem Material und Art des Einsatzortes sind dabei unterschiedlichste Gewichtsklassen für Schiebetüren möglich. Insbesondere sind bei Glasschiebetüren auch hohe Gewichte von bis zu 150 kg und mehr für jede Schiebetür denkbar.

[0003] Nachteilhaft bei den bekannten Rollenwagen sowie den bekannten Schiebetürenanlagen ist es, dass die exakte Einstellung der senkrechten Positionierung der Schiebetür einen hohen Aufwand mit sich bringt. So ist es notwendig, für akustische Abschottung und thermische Isolation einen definierten und möglichst geringen Spalt an der Unterseite zwischen einem Boden und der Schiebetür selbst einzustellen. Hierfür ist eine Justierung der Höhe der Schiebetür am Rollenmodul bzw. im Rollenwagen notwendig. Dies wird üblicherweise durch ein Öffnen der zugehörigen Klemmen der Schiebetüre und einem entsprechenden Verschieben der Schiebetüre bewirkt. Dies führt zu hohem Aufwand, da entweder zwei Personen notwendig sind, um dieses Verschieben bei eingehängtem Rollenwagen durchzuführen oder jedes Mal der Rollenwagen aus der Rollenlaufbahn ausgehoben werden muss, um anschließend im stehenden oder liegenden Zustand den Justierschritt durchführen zu können. Dies führt weiter neben Ungenauigkeiten bei der Einstellung des beschriebenen Spaltes zu erhöhtem Montageaufwand und deutlich längerer Montagezeit.

[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, in kostengünstiger und einfacher Weise eine möglichst genaue Justierung hinsichtlich der Höheneinstellung der Schiebetür vornehmen zu können.

[0005] Voranstehende Aufgabe wird gelöst durch einen Rollenwagen mit den Merkmalen des Anspruchs 1, eine Schiebetürenanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 12 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 14. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Rollenwagen beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Schiebetürenanlage sowie dem erfindungsgemäßen Verfahren und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird bzw. werden kann.

[0006] Ein erfindungsgemäßer Rollenwagen dient der Aufnahme einer Schiebetür. Der Rollenwagen weist ein Rollenmodul zur verschiebbaren Anbringung an einer Rollenlaufbahn auf. Weiter ist ein Grundkörper zur Befestigung an der Schiebetür vorgesehen. Ein erfindungsgemäßer Rollenwagen zeichnet sich dadurch aus, dass der Grundkörper an dem Rollenmodul entlang einer Schwerkraftrichtung für die Justierbewegung bewegbar gelagert ist. Dabei ist am Grundkörper ein erstes Verstellmittel für eine Verstellbewegung beweglich gelagert. Das erste Verstellmittel steht für eine Bewegung des Grundkörpers entlang der Schwerkraftrichtung relativ zum Rollenmodul bei der Durchführung der Verstellbewegung mit einem zweiten Verstellmittel des Rollenmoduls in Wirkverbindung.

[0007] Ein erfindungsgemäßer Rollenwagen weist insbesondere zumindest zwei Bauteile, nämlich das Rollenmodul und den Grundkörper auf. Dabei können selbstverständlich auch weitere Bauteile vorgesehen sein und/oder diese beiden Bauteile aus einzelnen Körpern zusammengesetzt sein. Ein Rollenwagen ist im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Gesamtsystem, welches zumindest zwei Funktionen erfüllt. So ist zum einen durch das Rollenmodul die verschiebbare Anbringung auf der Rollenlaufbahn möglich. Auch wenn bereits hier die Begrifflichkeit von Rollen verwendet wird, so ist eine Anbringung von Lagervorrichtungen von Rollen nur eine Möglichkeit der Ausführung eines erfindungsgemäßen Rollenwagens. Selbstverständlich kann ein solcher Rollenwagen für die verschiebbare Lagerung auch eine Linearführung, zum Beispiel eine Gleitlagerung oder einen Linearantrieb aufweisen. Hinsichtlich reduzierter Komplexität und verminderten Kosten ist jedoch die Ausbildung durch rotierbare Rollen für eine solche Lagervorrichtung bevorzugt. Als zweite Funktion wird die Befestigung der Schiebetür zur Verfügung gestellt. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine klemmende Befestigung handeln.

[0008] Das Rollenmodul und der Grundkörper sind dabei erfindungsgemäß separate Bauteile bzw. separate Körper. Jedes dieser beiden Bauteile, also das Rollenmodul und/oder der Grundkörper können dabei selbst eine Vielzahl von Einzelteilen aufweisen, die miteinander verbunden sind. So kann das Rollenmodul zum Beispiel entsprechende Lagervorrichtungen in Form von rotierbar gelagerten Rollen aufweisen. Der Grundkörper kann eine Vielzahl von Einzelbauteilen aufweisen, wie zum Beispiel weitere Vorrichtungen für Zusatzfunktionen. Dies kann neben einer Höhenverstellvorrichtung auch eine Sicherungsvorrichtung, eine Fixiervorrichtung oder auch eine Klemmvorrichtung sein, mittels welcher die Schiebetür an dem Grundkörper befestigbar ist.

[0009] Grundsätzlich ist die Richtung der Bewegung mittels des Rollenwagens erfindungsgemäß offen. So kann hier eine Bewegung entlang einer Geraden genauso durchgeführt werden, wie eine Bewegung entlang einer gekrümmten oder mehrfach gekrümmten Bewegungslinie im Rahmen der vorliegenden Erfindung denkbar ist.

[0010] Eine verschiebbare Anbringung an einer Rollenlaufbahn ist dabei spezifisch für die jeweilige Ausführungsform der Lagerung zu verstehen. Sind beispielsweise Lagervorrichtungen in Form von einzelnen Rollen vorgesehen, so werden diese Rollen in eine entsprechende Rollenlaufbahn eingesetzt. Ist beispielsweise eine Gleitlagerung vorgesehen, so erfolgt ein Anbringen des Rollenmoduls auf einer entsprechenden Gleitschiene bzw. an einer entsprechenden Gleitschiene. Das Rollenmodul ist vorzugsweise aus einem Stahlgussmaterial hergestellt. Der Grundkörper kann leichter, zum Beispiel aus Leichtmetalldruckguss gefertigt sein. Insbesondere kommen hier Aluminium oder Zink als Leichtmetallgussmittel zum Einsatz.

[0011] Erfindungsgemäß ist nun eine Höhenverstellvorrichtung vorgesehen. Diese Höhenverstellvorrichtung dient dazu, im eingesetzten Zustand oder alternativ auch im liegenden Zustand eine Relativpositionierung zwischen Rollenwagen und Grundkörper vornehmen zu können. Da durch die Anbringung der Schiebetür am Grundkörper die Position des Grundkörpers mit der Position des Schiebekörpers übereinstimmt und gleichzeitig durch das Einsetzen in bzw. auf oder an einer Rollenlaufbahn das zugehörige Rollenmodul mit der Position der Rollenlaufbahn und damit mit der Absolutposition der Türöffnung übereinstimmt, kann eine Relativpositionierung zwischen Grundkörper und Rollenmodul eine Justierung der Höhe in der Relativpositionierung zwischen Schiebetür und Türöffnung zur Verfügung stellen.

[0012] Erfindungsgemäß ist die Höhenverstellvorrichtung mit zwei miteinander korrespondierenden Verstellmitteln ausgestattet. Ein erstes Verstellmittel ist im Grundkörper beweglich gelagert, so dass eine Verstellbewegung durchgeführt werden kann. Diese Verstellbewegung kann eine einzelne singuläre Bewegung oder eine Kombination unterschiedlicher Bewegungen sein. So sind rotatorische Bewegungen genauso denkbar, wie translatorische, insbesondere lineare Bewegungen. Auch kombinierte Bewegungen aus unterschiedlichen Bewegungskomponenten, welche zum Beispiel mithilfe von Führungsmitteln zur Verfügung gestellt werden können, sind für die Durchführung der Verstellbewegung im Rahmen der vorliegenden Erfindung denkbar.

[0013] Das zweite Verstellmittel ist mit dem Rollenmodul korreliert und kann insbesondere statisch ausgeführt sein. Dabei besteht eine Wirkverbindung, welche ein Umsetzen der Verstellbewegung in die Justierbewegung erlaubt. Diese Wirkverbindung kann unterschiedlich komplex ausgebildet sein. Während im Nachfolgenden hauptsächlich Lösungen beschrieben werden, welche von einer reduzierten Komplexität ausgehen, kann grundsätzlich auch eine Form eines umsetzenden Getriebes als Wirkverbindung zur Verfügung gestellt sein, um zwischen dem ersten Verstellmittel und dem zweiten Verstellmittel eine entsprechende Umsetzung von der Verstellbewegung in die Justierbewegung zur Verfügung zu stellen. Diese Umsetzung ist insbesondere auf die Art der Bewegung, also Rotation, Translation, Linearbewegung oder Ähnliches, sowie die Richtung der Bewegung gerichtet.

[0014] Erfindungsgemäß ist es nun also möglich, dass der gesamte Rollenwagen mithilfe seines Grundkörpers an der Schiebetür befestigt wird. Anschließend wird das Rollenmodul mit den daran befestigten Lagervorrichtungen in eine Rollenlaufbahn eingesetzt, so dass sich nun die Schiebetür über das Rollenmodul und damit den gesamten Rollenwagen auf der Rollenlaufbahn abstützt und in einer hängenden Position angeordnet ist. In dieser Position hat sich bereits der Spalt an der Unterseite der Schiebetür zum Boden ausgebildet und kann vermessen werden. Für eine Veränderung dieser Spaltbreite wird nun die Verstellbewegung am ersten Verstellmittel durchgeführt. Durch die Wirkverbindung mit dem zweiten Verstellmittel ändert sich durch das Durchführen der Verstellbewegung und die damit einhergehende Durchführung der Justierbewegung die relative Positionierung zwischen Grundkörper und Rollenmodul. Je nach Richtung der Verstellbewegung und daraus resultierend je nach Richtung der Justierbewegung hebt sich die Schiebetür gemeinsam mit dem Grundkörper an oder senkt sich relativ zum Rollenmodul ab. Im Ergebnis ändert sich der Spalt an der Unterseite zwischen Boden und unterer Kante der Schiebetür. Hier ist gut erkennbar, wie einfach, kostengünstig und vor allem schnell auf diese Weise die Montage hinsichtlich der Einstellung der Höhenjustierung zur Verfügung stellbar ist.

[0015] Die Wirkverbindung zwischen den beiden Verstellmitteln ist dabei bevorzugt kontinuierlich vorgesehen. Das bedeutet, dass sowohl vor der Durchführung der Verstellbewegung, als auch nach Beendigung der Verstellbewegung diese Wirkverbindung, welche insbesondere als direkter Kontakt zwischen den beiden Bauteilen ausgebildet ist, bestehen bleibt. Unter einer Schwerkraftrichtung ist dabei der jeweilige Bezug auf die Einbausituation zu verstehen. Da es sich insbesondere um eine hängende Anordnung des Einsetzens des Rollenmoduls in die Rollenlaufbahn handelt, ist die Schwerkraftrichtung insbesondere senkrecht oder im Wesentlichen senkrecht zu den entsprechenden Lagerachsen zugehöriger Rollen oder zugehöriger anderer Lagermittel ausgerichtet.

[0016] Es kann von Vorteil sein, wenn bei einem erfindungsgemäßen Rollenwagen das erste Verstellmittel zumindest für einen Teil der Verstellbewegung rotierbar am und/oder im Grundkörper gelagert ist, insbesondere mittels eines Verstellgewindes. Eine Rotationsbewegung erlaubt es, eine besonders definierte Einstellung für die Justierbewegung zur Verfügung stellen zu können. Insbesondere sind dabei definierte Gewinde, also Normgewinde, oder sogar Feingewinde im Einsatz. Über eine rotierende Ausbildung mithilfe eines Verstellgewindes erfolgt darüber hinaus eine Kombination mit einer linearen Translationsbewegung. Eine Rotation, welche als Bewegung in eine entsprechende Handhabungsschnittstelle des ersten Verstellmittels eingebracht wird, wird umgesetzt in den Translationsteil der Verstellbewegung. Diese translatorische bzw. lineare Bewegung, welche durch die rotatorische Komponente im Wesentlichen ausgelöst wird, wird mithilfe der Wirkverbindung am zweiten Verstellmittel in eine entsprechende Justierbewegung umgewandelt. Dies kann zum Beispiel mithilfe von kontaktierenden Flächen erfolgen. So ist es zum Beispiel denkbar, dass das zweite Verstellmittel als schiefe Ebene ausgebildet ist, so dass ein Einschrauben des ersten Verstellmittels in ein entsprechendes Verstellgewinde und die zugehörige lineare Translationsverschiebung zu einem Abgleiten des ersten Verstellmittels auf der schiefen Ebene des zweiten Verstellmittels führt. Dies wiederum führt durch die entsprechende Verdrängung zu einem Anheben oder Absenken des Grundkörpers relativ zum Rollenmodul. Der Grad des Anhebens und die entstehenden Kräfte hängen dabei von der Gewindesteigung sowie der Steigung der schiefen Ebene ab. Die einzelnen Bauteile, insbesondere das erste Verstellmittel, weisen dabei entsprechende mechanische Parameter auf. So kann hier zum Beispiel eine Gewindeschraube eingesetzt werden, welche das erste Verstellmittel ausbildet. Diese kann als Stahllegierung ein E-Modul im Bereich von ca. 210 kN/mm2, insbesondere +- 20kN/mm2, aufweisen. Wird ein Verstellgewinde eingesetzt, sind insbesondere mindestens acht Gewindegänge in Eingriff. Um einen entsprechenden Verstellraum zur Verfügung stellen zu können, weist eine solche Gewindeschraube vorzugsweise mindestens ca. 15 Gewindegänge auf. Um die Bewegung einer Rotation durchzuführen, ist vorzugweise ein Drehmoment von weniger als ca. 5 Nm, insbesondere +- 2 Nm, ausreichend, um Schiebetüren von bis zu 150 kg anzuheben. Die Vereinfachung der Verstellbewegung auf eine Rotationsbewegung, insbesondere im Rahmen eines Verstellgewindes, bringt damit eine weitere Reduktion der Komplexität und eine weitere Reduzierung der Montagezeit mit sich. Erfindungsgemäß ist es ebenfalls von Vorteil, wenn bei einem erfindungsgemäßen Rollenwagen das erste Verstellmittel zumindest für einen Teil der Verstellbewegung verschiebbar am Grundkörper gelagert ist, insbesondere mittels eines Verstellgewindes. Bereits hier wird durch den Bezug auf ein Verstellgewinde die Korrelation von kombinierten Bewegungsarten für die Verstellbewegung deutlich. Jedoch ist grundsätzlich auch ein reines Verschieben, insbesondere ein lineares Verschieben, grundsätzlich denkbar. Der Vorteil der Kombination mit einem Verstellgewinde liegt insbesondere in der selbsthemmenden Ausbildung eines solchen Verstellgewindes. So führt die Korrelation zwischen Rotationsbewegung im Gewinde und Translationsbewegung des Verstellmittels durch das Gewinde dazu, dass die Bewegung ähnlich einem Schneckentrieb ausschließlich durch die Rotation des Verstellmittels erzeugt werden kann. Der Gegendruck durch das Gewicht der Schiebetür, welcher in translatorischer Richtung schiebend auf das Verstellmittel wirkt, stützt sich gegen die Gewindegänge ab und führt gerade nicht zu einer Rückrotation des Verstellmittels. Dies führt zu einer erhöhten Sicherheit bei der Montage. Die Verstellbewegung hinsichtlich ihrer linear translatorisch bewegbaren Ausrichtung bzw. Komponente ist insbesondere quer zur Schwerkraftrichtung angeordnet. Dies führt zu einem erleichterten Zugang und vor allem einer leichteren Durchführung der Verstellbewegung.

[0017] Vorteilhaft ist es ebenfalls, wenn bei einem erfindungsgemäßen Rollenwagen das erste Verstellmittel einen Kontaktabschnitt und das zweite Verstellmittel einen Gegenkontaktabschnitt aufweisen, wobei der Kontaktabschnitt den Gegenkontaktabschnitt für die Ausbildung der Wirkverbindung zwischen dem ersten Verstellmittel und dem zweiten Verstellmittel kontaktiert. Diese Kontaktabschnitte sind insbesondere Flächen, die einander zumindest punktförmig berühren. Jedoch sind grundsätzlich auch linienförmige flächige Berührungen zwischen diesen beiden Abschnitten denkbar. Die Oberflächenkonturen von Kontaktabschnitt und Gegenkontaktabschnitt sind dabei grundsätzlich frei. Für eine reduzierte Komplexität ist aber zumindest einer dieser beiden Abschnitte als ebene Fläche, insbesondere als schiefe Ebene, ausgebildet. Die Kontaktierung in direkter Weise zwischen den beiden Abschnitten und damit zwischen den beiden Verstellmitteln stellt eine besonders einfache und damit kostengünstige Ausführung der notwendigen Wirkverbindung in erfindungsgemäßer Weise dar. Kontaktabschnitt und Gegenkontaktabschnitt bewegen sich damit kontaktierend relativ zueinander, so dass vorzugsweise hier ein Abgleiten aufeinander stattfindet. Um Reibung in diesen Abschnitten zu verhindern bzw. zu minimieren, sind die Oberflächen vorzugsweise reibungsminimiert ausgestaltet. Dies kann mittels reduzierter Oberflächenrauigkeit erzielt sein. Jedoch können auch zusätzliche Beschichtungen in fester oder zumindest teilweise flüssiger Form eine entsprechende Reibungsreduktion erzeugen.

[0018] Ein weiterer Vorteil kann es sein, wenn bei einem erfindungsgemäßen Rollenwagen der Kontaktabschnitt und der Gegenkontaktabschnitt ausgebildet sind für eine Umwandlung einer Richtung der Verstellbewegung des ersten Verstellmittels quer zur Schwerkraftrichtung in eine Richtung der Justierbewegung des Grundkörpers entlang der Schwerkraftrichtung. Der Kontaktabschnitt und der Gegenkontaktabschnitt wirken also als eine Art Umsetzgetriebe um 90°oder im Wesentlichen 90°. Die Schwerkraftrichtung ist üblicherweise senkrecht zum Boden in der Einbausituation ausgebildet. Bei dieser Ausführungsform führt das dazu, dass die Verstellbewegung in Richtung quer zu dieser Schwerkraftrichtung, also damit horizontal durchgeführt wird. Da das Verstellmittel häufig eine Handhabungsschnittstelle aufweist, mit welcher mittels eines Montagewerkzeugs die Verstellbewegung durchgeführt werden kann, führt diese Korrelation der Ausrichtung von Verstellbewegung und Justierbewegung dazu, dass einfacher und vor allem mit erleichtertem Zugang diese Verstellbewegung durchgeführt werden kann. Insbesondere große und leicht handhabbare Montagewerkzeuge sind auf diese Weise einsetzbar.

[0019] Ein erfindungsgemäßer Rollenwagen lässt sich dahingehend weiterbilden, dass der Gegenkontaktabschnitt und/oder der Kontaktabschnitt zumindest teilweise als schiefe Ebene ausgebildet sind. Dabei handelt es sich um eine bevorzugte und insbesondere sehr kostengünstige Ausführungsform der Wirkverbindung zwischen den beiden Verstellmitteln. Insbesondere ist dabei die Ausrichtung bzw. die Umsetzung von Verstellbewegung und Justierbewegung durch das bereits beschriebene Abgleiten möglich. Als Anstellwinkel für die schiefe Ebene ist ein Bereich zwischen ca. 30° und ca. 50° bevorzugt. Insbesondere liegt der Anstellwi nkel der schiefen Ebene im Bereich von ca. 45°. Um eine ausreichende Festigkeit zur Verfügung zu stellen, sind Kontaktabschnitt und/oder Gegenkontaktabschnitt mit einer Härte HV von mehr als ca. 160 (Vickershärte), insbesondere +-12 HV, ausgestattet. Sie weisen insbesondere ein E-Modul im Bereich von ca. 210 kN/mm2 auf. Um die Reibung beim Abgleiten aneinander zu reduzieren, ist vorzugsweise eine Oberflächenrauigkeit von Erz:9 ca. 32 pm, insbesondere im Bereich zwischen 20 µm und 30 µm, gegeben. Der Gegenkontaktabschnitt ist dabei insbesondere integral mit dem Rollenmodul ausgebildet. Dies ist insbesondere bei einer Ausführungsform als Gussteil von Vorteil hinsichtlich der Kostenreduktion bei der Herstellung. Der Gegenkontaktabschnitt und/oder der Kontaktabschnitt können am Ende der schiefen Ebene eine senkrechte Wandung aufweisen, um für einen finalen Endkontakt einen entsprechenden Anschlag auszubilden. Dies führt dazu, dass ab hier keine weitere Relativverschiebung mehr möglich ist und damit ein erstes Ende in Form eines mechanischen Anschlags für die Verstellbewegung zur Verfügung gestellt wird. Es handelt sich also um eine Translationsanschlagssicherung, um die Bewegungsmöglichkeit für die Justierbewegung bzw. die Verstellbewegung zumindest in eine Richtung zu begrenzen.

[0020] Ein weiterer Vorteil kann es sein, wenn bei einem erfindungsgemäßen Rollenwagen der Kontaktabschnitt und/oder der Gegenkontaktabschnitt zumindest teilweise eine gewölbte Oberfläche aufweisen. Insbesondere korreliert dabei eine im Wesentlichen ebene Fläche mit einer gewölbten Oberfläche, insbesondere eines Kugelabschnitts. So kann beispielsweise der Kontaktabschnitt des ersten Verstellmittels eine entsprechend gewölbte Oberfläche aufweisen, welche damit eine reduzierte Kontaktfläche mit dem Gegenkontaktabschnitt aufweist. Damit reduziert sich darüber hinaus das Gewicht des jeweiligen Kontaktabschnitts bzw. des ersten und/oder des zweiten Verstellmittels. Der Durchmesser einer solchen Halbkugel für den Kontaktabschnitt kann zum Beispiel im Bereich zwischen 4 mm und 6 mm liegen bei einem metrischen Gewinde von M6 mit einer Gewindesteigung von 1 mm. Wird als Gewinde M8 mit 1,25 mm Gewindesteigung gewählt, liegt der Kugeldurchmesser vorzugsweise im Bereich zwischen 5 mm und 8 mm. Auch hier werden für das erste Verstellmittel vorzugsweise mechanische Parameter im Bereich eines E-Moduls von ca. 210 kN/mm2, insbesondere +- 20kN/mm2, eingesetzt. Eine größere Härte von > ca. 450 HV (Vickershärte), insbesondere weniger als 800 HV, ist ebenfalls bevorzugt. Rauigkeitsgrade dieses Kontaktabschnitts im Kugelbereich liegen vorzugsweise um ca. 25 µm (Rz), insbesondere im Bereich zwischen 20 µm und 30 µm. Der Kontaktabschnitt ist dabei formschlüssig, stoffschlüssig, kraftschlüssig bzw. vorzugsweise integral mit dem Rest des ersten Verstellmittels ausgebildet.

[0021] Vorteilhaft ist es weiter, wenn ein erfindungsgemäßer Rollenwagen derart ausgebildet ist, dass der Gegenkontaktabschnitt und/oder der Kontaktabschnitt zumindest eine Verstärkungsrippe für eine mechanische Verstärkung in Schwerkraftrichtung aufweist. Eine solche Rippe oder eine Mehrzahl von zwei oder mehr Rippen dient dazu, den Querschnitt bzw. die Wandstärke des zweiten Verstellmittels zu reduzieren. Dies führt zu einer erleichterten und vor allem verbesserten und mechanisch stabileren Ausbildung insbesondere im Stahlgussverfahren. Die mechanische Verstärkung kann dabei angestellte Rippen oder Rippen exakt entlang der Schwerkraftrichtung aufweisen.

[0022] Ein weiterer Vorteil ist es, wenn bei einem erfindungsgemäßen Rollenwagen zumindest eine Sicherungsvorrichtung vorgesehen ist für ein sicherndes Fixieren der verschiebbaren Lagerung des Grundkörpers am Rollenmodul. Eine solche Sicherungsvorrichtung kann zum Beispiel durch ein, zwei oder mehr Schrauben erfolgen, welche durch Löcher im Rollenmodul und im Grundkörper ragen. Sie dienen dazu, das Rollenmodul und den Grundkörper miteinander in einer justierten Position zu fixieren und damit die Höhenverstellvorrichtung, also die beiden Verstellmittel, zu entlasten. Damit wird ein zusätzlicher Kraftpfad über die Sicherungsvorrichtung zur Verfügung gestellt, welcher es nun erlaubt, die im Einsatz auftretenden Kräfte nicht mehr ausschließlich über die Wirkverbindung zwischen den beiden Verstellmitteln zu übertragen. Neben der Reduktion der notwendigen mechanischen Anforderungen an die beiden Verstellmittel führt dies dazu, dass die Höhenverstellvorrichtung auch später einsetzbar bleibt, da mechanische Beschädigungen durch die Sicherungsvorrichtung im Wesentlichen ausgeschlossen sind. Die Sicherungsvorrichtung kann dabei als Formschluss, als Reibschluss und/oder auch als Kraftschluss ihre entsprechende Sicherungswirkung entfalten.

[0023] Weiter kann es von Vorteil sein, wenn bei einem erfindungsgemäßen Rollenwagen das erste Verstellmittel eine Handhabungsschnittstelle für die Einbringung einer Verstellkraft zur Durchführung der Verstellbewegung aufweist. Dabei ist die Handhabungsschnittstelle auf einer ersten Seite des Rollenwagens angeordnet und eine Lagervorrichtung des Rollenmoduls für die verschiebbare Anbringung an der Rollenlaufbahn auf einer zweiten Seite des Rollenwagens, welcher entgegengesetzt zur ersten Seite ausgerichtet ist. Mit anderen Worten befinden sich die Lagervorrichtung und der Zugang zur Handhabungsschnittstelle auf unterschiedlichen Seiten des Rollenwagens. Da die Rollenlaufbahn üblicherweise direkt an der Wand oberhalb einer Türöffnung befestigt wird, zeigt durch diese entgegengesetzte Anordnung nun die Handhabungsschnittstelle entgegengesetzt von der Wand oberhalb der Türöffnung weg. Damit ist eine frontale Einstellbarkeit gegeben, welche insbesondere einen erleichterten Zugang zur Folge hat. Dies führt dazu, dass beim eingesetzten Zustand des Rollenwagens die Justierbewegung und damit auch die vorangehende Verstellbewegung erleichtert zugänglich und damit leichter und schneller durchführbar ist.

[0024] Erfindungsgemäß ist es weiter von Vorteil, wenn bei dem Rollenwagen eine Anschlagsvorrichtung vorgesehen ist, für eine Begrenzung der Justierbewegung entlang der Schwerkraftrichtung nach oben und/oder nach unten. Dabei kann es sich um die bereits beschriebene Wandung handeln, welche Teil eines der beiden Verstellmittel sein kann. Auch können Langlöcher vorgesehen sein, welche mit entsprechenden Stiften nach oben und nach unten eine Begrenzung darstellen. Insbesondere ist ein Auffanganschlag nach unten vorgesehen, um bei einem möglichen Versagen der Verstellmittel zu verhindern, dass der gesamte Grundkörper zusammen mit der Schiebetür aus seiner Lagerung am Rollenmodul rutschen kann. Dies führt zu einer Reduktion des Montagerisikos. Beispielsweise können Langlöcher eingesetzt werden, welche mit entsprechenden Sicherungsschrauben gleichzeitig auch die Sicherungsvorrichtung, wie sie bereits erläutert worden ist, ausbilden.

[0025] Ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Schiebetürenanlage aufweisend eine Rollenlaufbahn mit wenigstens einem in der Rollenlaufbahn verschiebbar gelagerten Rollenwagen gemäß der vorliegenden Erfindung. Bevorzugt sind wenigstens zwei Rollenwagen gemäß der vorliegenden Erfindung vorgesehen, welche eine Schiebetür aufgenommen haben und halten. Durch die Verwendung erfindungsgemäßer Rollenwagen bringt eine erfindungsgemäße Schiebetürenanlage die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf einen erfindungsgemäßen Rollenwagen erläutert worden sind.

[0026] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren für das Justieren der Höhe einer Schiebetür einer Schiebetürenanlage mit den Merkmalen der vorliegenden Erfindung. Ein solches Verfahren weist die folgenden Schritte auf:
  • Befestigen einer Schiebetür an einem Grundkörper eines Rollenwagens gemäß der vorliegenden Erfindung,
  • Einsetzen des Rollenwagens in eine Rollenlaufbahn zur verschiebbaren Lagerung,
  • Durchführen einer Verstellbewegung des ersten Verstellmittels für die Erzeugung einer Justierbewegung des Grundkörpers entlang der Schwerkraftrichtung zur Einstellung eines definierten


[0027] Spaltmaßes zwischen der Unterkante der Schiebetür und einem darunterliegenden Boden.

[0028] Selbstverständlich können die zwei letzten Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens auch in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden, wenn auch die beschriebene Reihenfolge bevorzugt ist. Durch die Verwendung einer erfindungsgemäßen Schiebetürenanlage sowie eines erfindungsgemäßen Rollenwagens bringt ein erfindungsgemäßes Verfahren die gleichen Vorteile mit sich, wie sie bereits ausführlich mit Bezug auf einen erfindungsgemäßen Rollenwagen erläutert worden sind.

[0029] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Es zeigen schematisch:
Fig. 1
eine Ausführungsform eines Rollenwagens,
Fig. 2
eine Ausführungsform einer Schiebetürenanlage,
Fig. 3
eine seitliche Darstellung eines Rollenwagens in einer Rollenlaufbahn,
Fig. 4
eine seitliche Darstellung eines Rollenwagens im Querschnitt,
Fig. 5
die Darstellung der Fig. 4 in isometrischer Schnittansicht,
Fig. 6
eine erste Ausführungsform einer Höhenverstellvorrichtung,
Fig. 7
eine zweite Ausführungsform einer Höhenverstellvorrichtung und
Fig. 8
eine dritte Ausführungsform einer Höhenverstellvorrichtung.


[0030] In Fig. 1 ist in isometrischer Darstellung eine Ausführungsform eines Rollenwagens 10 dargestellt. Dieser weist zwei grundsätzliche Bauteile auf. Dabei handelt es sich zum einen um das Rollenmodul 20 und zum anderen um den Grundkörper 30. Beide Bauteile, also Rollenmodul 20 und Grundkörper 30 weisen dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Einzelteile auf. Diese Einzelteile werden im Nachfolgenden kurz erläutert.

[0031] Das Rollenmodul 20 ist hier mit einer Lagervorrichtung 26 ausgestattet. Diese Lagervorrichtung 26 ist hier in Form von zwei Rollen 26a ausgestattet, welche rotierbar an einem Basiskörper des Rollenmoduls 20 gelagert sind. Diese Rollen 26a können nun auf bzw. in einer Rollenlaufbahn 120 eingesetzt werden, wie in der Fig. 2 und der Fig. 3 gut zu erkennen ist. Weiter ist am Rollenmodul 20 ein Teil einer Höhenverstellvorrichtung 70 zur Verfügung gestellt. Die detaillierten Bestandteile dieser Höhenverstellvorrichtung 70 sind insbesondere in den Fig. 4 und 5 dargestellt. So ist hier ein erstes Verstellmittel 32 vorgesehen, welches mithilfe einer Handhabungsschnittstelle 36 eine Verstellbewegung durchführen kann. Da hier das erste Verstellmittel 36 als Gewindeschraube in einem Verstellgewinde 32a ausgebildet ist, erfolgt an der Handhabungsschnittstelle 36 eine Rotationsbewegung, welche gleichzeitig eine lineare Translationsbewegung des ersten Verstellmittels 32 erzeugt. Über einen entsprechenden Kontaktabschnitt 34 steht das erste Verstellmittel 32 in Wirkverbindung mit einem Gegenkontaktabschnitt 24 des zweiten Verstellmittels 22 des Rollenmoduls 20. Die explizite Wirkung dieser Verstellvorrichtung ist dabei ein Umsetzen der Verstellbewegung in eine Justierbewegung entlang der Schwerkraftrichtung SKR.

[0032] Wie aus der Fig. 1 zu erkennen ist, ist der Rollenwagen 10 mit einer Mehrzahl unterschiedlicher Montagevorrichtungen 90 ausgestattet, welche unterschiedliche Montagefunktionen zur Verfügung stellen können. Die bereits beschriebene Justierfunktion der Höhe der Schiebetür 110 wird dabei durch die Montagevorrichtung 90 in Form der Höhenverstellvorrichtung 70 zur Verfügung gestellt. Weiter ist eine Montagevorrichtung 90 in Form einer Sicherungsvorrichtung 50 vorgesehen, welche nach erfolgter Justierung der Höhe der Schiebetür 110 eine klemmende Fixierung zwischen Grundkörper 30 und Rollenmodul 20 zur Verfügung stellt.

[0033] Eine weitere Montagevorrichtung 90 ist hier eine Zubehörvorrichtung 40, welche durch eine entsprechende Schnittstelle und ein angebrachtes Zubehörmodul 300 zur Verfügung gestellt ist. Darüber hinaus ist eine Aushebeschutzvorrichtung 60 als Montagevorrichtung 90 vorgesehen, welche einen Aushebeschutz gegen unerwünschtes Verlassen des Rollenwagens 10 der in der Rollenlaufbahn 120 eingesetzten Position zur Verfügung stellt. Weiter ist eine Befestigungsvorrichtung 80 als Glasklemme für eine Montagevorrichtung 90 vorgesehen, um die Schiebetür 110 in klemmender Weise zu befestigen.

[0034] Allen Montagevorrichtungen ist es gemeinsam, dass sie zumindest ein Montagemittel 92 aufweisen, um eine entsprechende Montagebewegung durchführen zu können. Darüber hinaus ist eine Handhabungsschnittstelle vorgesehen, um genau diese Montagebewegung mit dem Montagemittel auch durchführen zu können.

[0035] Wie der Fig. 1 darüber hinaus zu entnehmen ist, weist der Rollenwagen 10 unterschiedliche Seiten auf, nämlich die erste Seite 12 und die zweite Seite 14. Alle Montagevorrichtungen sind dabei hinsichtlich ihrer Handhabungsschnittstelle 96 vorzugsweise von der gleichen Seite, nämlich der ersten Seite 12 entgegengesetzt zur zweiten Seite 14, auf welcher die Lagervorrichtung 26 angeordnet ist, ausgerichtet. Dies ermöglicht einen deutlich erleichterten Zugang.

[0036] In Fig. 2 ist dargestellt, wie eine Schiebetür 110 von zwei Rollenwagen 10 gemäß der Fig. 1 gehalten wird und diese beiden Rollenwagen 10 bereits in der Rollenlaufbahn 120 eingesetzt sind. In einer seitlichen Darstellung gemäß Fig. 3 ist insbesondere die Korrelation der Rollen 26a mit der Rollenlaufbahn 120 gut zu erkennen.

[0037] In den Fig. 6 bis 8 werden Details hinsichtlich unterschiedlicher Ausbildungen der Höhenverstellvorrichtung 40 dargestellt. So zeigt die Fig. 6 eine Lösung, bei welcher das erste Verstellmittel 32 eine Kombination aus Rotationsbewegung und linearer Translation durchführt. Als Gewindeschraube ausgeführt wird das erste Verstellmittel 32 in einem Verstellgewinde 32a um eine Bewegungsachse BA rotiert und bewegt sich auf diese Weise in der Fig. 6 von rechts nach links. Damit gleitet ein Kontaktabschnitt 34a auf einem Gegenkontaktabschnitt 24 ab und hebt damit den gesamten Grundkörper 30 relativ zum Rollenmodul 20 an. Durch die Befestigung der Schiebetür 110 am Grundkörper 30 erfolgt damit auch ein Anheben der Schiebetür 110. Anstelle eines kugelförmigen Kopfes ist auch eine andere, insbesondere konische oder kegelstumpfförmige Ausbildung denkbar.

[0038] In Fig. 7 ist eine Lösung dargestellt, welche ausschließlich ein Verschieben, insbesondere in linearer Weise, als Verstellbewegung zur Verfügung stellt. Hier ist im Grundkörper 30 eine Linearführung vorgesehen, entlang welcher das erste Verstellmittel 32 geschoben wird. Der flächige Kontakt zwischen Kontaktabschnitt 34 und Gegenkontaktabschnitt 24 führt zu einem Abgleiten aufeinander und damit ebenfalls zu einem Anheben des Grundkörpers 30.

[0039] In Fig. 8 ist eine rein rotatorische Lösung des ersten Verstellmittels 32 dargestellt, welche mithilfe eines Exzenterkopfes und eines rotatorischen Abgleitens des Kontaktabschnitts 34 auf dem Gegenkontaktabschnitt 24 ebenfalls das bereits mehrfach beschriebene Anheben des Grundkörpers 30 relativ zum Rollenmodul 20 zur Verfügung stellen.

[0040] Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Bezugszeichenliste



[0041] 
10
Rollenwagen
12
erste Seite
14
zweite Seite
20
Rollenmodul
22
zweites Verstellmittel
24
Gegenkontaktabschnitt
26
Lagervorrichtung
26a
Rolle
30
Grundkörper
32
erstes Verstellmittel
32a
Verstellgewinde
34
Kontaktabschnitt
36
Handhabungsschnittstelle
38
Verstärkungsrippe
40
Zubehörvorrichtung
50
Sicherungsvorrichtung
52
Anschlagsvorrichtung
60
Aushebeschutzvorrichtung
70
Höhenverstellvorrichtung
80
Befestigungsvorrichtung
90
Montagevorrichtung
92
Montagemittel
96
Handhabungsschnittstelle
100
Schiebetürenanlage
110
Schiebetür
120
Rollenlaufbahn
300
Zubehörmodul
SKR
Schwerkraftrichtung
BA
Bewegungsachse



Ansprüche

1. Rollenwagen (10) für die Aufnahme einer Schiebetür (110), aufweisend ein Rollenmodul (20) zur verschiebbaren Anbringung an einer Rollenlaufbahn (120) und einen Grundkörper (30) zur Befestigung an der Schiebetür (110), dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (30) an dem Rollenmodul (20) entlang einer Schwerkraftrichtung (SKR) für eine Justierbewegung bewegbar gelagert ist, wobei am Grundkörper (30) ein erstes Verstellmittel (32) für eine Verstellbewegung beweglich gelagert ist, wobei das erste Verstellmittel (32) für eine Bewegung des Grundkörpers (30) entlang der Schwerkraftrichtung (SKR) relativ zum Rollenmodul (20) bei Durchführung der Verstellbewegung mit einem zweiten Verstellmittel (22) des Rollenmoduls (20) in Wirkverbindung seht.
 
2. Rollenwagen (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verstellmittel (32) zumindest für einen Teil der Verstellbewegung rotierbar am und/oder im Grundkörper (30) gelagert ist, insbesondere mittels eines Verstellgewindes (32a).
 
3. Rollenwagen (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verstellmittel (32) zumindest für einen Teil der Verstellbewegung verschiebbar am Grundkörper (30) gelagert ist, insbesondere mittels eines Verstellgewindes (32a).
 
4. Rollenwagen (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verstellmittel (32) einen Kontaktabschnitt (34) und das zweite Verstellmittel (22) einen Gegenkontaktabschnitt (24) aufweisen, wobei der Kontaktabschnitt (34) den Gegenkontaktabschnitt (24) für die Ausbildung der Wirkverbindung zwischen dem ersten Verstellmittel (32) und dem zweiten Verstellmittel (22) kontaktiert.
 
5. Rollenwagen (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktabschnitt (34) und der Gegenkontaktabschnitt (24) ausgebildet sind für eine Umwandlung einer Richtung der Verstellbewegung des ersten Verstellmittels (32) quer zur Schwerkraftrichtung (SKR) in eine Richtung der Justierbewegung des Grundkörpers (30) entlang der Schwerkraftrichtung (SKR).
 
6. Rollenwagen (10) nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenkontaktabschnitt (24) und/oder der Kontaktabschnitt (34) zumindest teilweise als schiefe Ebene ausgebildet sind.
 
7. Rollenwagen (10) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktabschnitt (34) und/oder der Gegenkontaktabschnitt (24) zumindest teilweise eine gewölbte Oberfläche aufweisen.
 
8. Rollenwagen (10) nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenkontaktabschnitt (24) und/oder der Kontaktabschnitt (34) zumindest eine Verstärkungsrippe (38) für eine mechanische Verstärkung in Schwerkraftrichtung (SKR) aufweist.
 
9. Rollenwagen (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Sicherungsvorrichtung (50) vorgesehen ist für ein sicherndes Fixieren der verschiebbaren Lagerung des Grundkörpers (30) am Rollenmodul (20).
 
10. Rollenwagen (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verstellmittel (32) eine Handhabungsschnittstelle (36) für die Einbringung einer Verstellkraft zur Durchführung der Verstellbewegung aufweist, wobei die Handhabungsschnittstelle (36) auf einer ersten Seite (12) des Rollenwagens (10) angeordnet ist und eine Lagervorrichtung (26) des Rollenmoduls (20) für die verschiebbare Anbringung an der Rollenlaufbahn (120) auf einer zweiten Seite (14) des Rollenwagens (10) angeordnet ist, welche entgegengesetzt zur ersten Seite (12) ausgerichtet ist.
 
11. Rollenwagen (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anschlagsvorrichtung (52) vorgesehen ist für eine Begrenzung der Justierbewegung entlang der Schwerkraftrichtung (SKR) nach oben und/oder nach unten.
 
12. Schiebetürenanlage (100), aufweisend eine Rollenlaufbahn (120) und wenigstens einen in der Rollenlaufbahn (120) verschiebbar gelagerten Rollenwagen (10) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 11.
 
13. Schiebetürenanlage (100) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Schiebetür (110) mittels wenigstens zwei Rollenwagen (10) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 11 verschiebbar in der Rollenlaufbahn (120) gelagert ist.
 
14. Verfahren für das Justieren der Höhe einer Schiebetür (110) einer Schiebetürenanlage (100) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 12 und 13, aufweisend die folgenden Schritte:

- Befestigen einer Schiebetür (110) an einem Grundkörper (30) eines Rollenwagens (10) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 11,

- Einsetzen des Rollenwagens in eine Rollenlaufbahn (120) zur verschiebbaren Lagerung,

- Durchführen einer Verstellbewegung des ersten Verstellmittels (32) für die Erzeugung einer Justierbewegung des Grundkörpers (30) entlang der Schwerkraftrichtung (SKR) zur Einstellung eines definierten Spaltmaßes zwischen der Unterkante der Schiebetür (110) und einem darunter liegenden Boden.


 




Zeichnung

























Recherchenbericht









Recherchenbericht