[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung einer Kupfer-Kokille oder Kupfer-Kokillenplatte
zum Stranggießen von Metallen oder Metall-Legierungen, bei dem die durch Stranggießen
verschlissene Innenfläche bis zur maximalen Tiefe der Verschleißriefen mechanisch
abgetragen und anschließend wieder beschichtet wird.
[0002] Kokillen der genannten Art bestehen aus einzelnen Platten, die zu einer Kokille zusammengebaut
werden. Zur Kühlung sind in den Kokillenplatten Kühlkanäle vorgesehen, die von einer
Kühlflüssigkeit, zumeist Wasser, durchströmt werden.
[0003] Bereits in der
DE 30 38 289 A1 wird beschrieben, dass die Kokilleninnenwände häufig galvanisch behandelt werden,
um die Kokilleninnenwand gegenüber den zu Beginn des Stranggießens in den kokillenbewegten
Anfahrsträngen sowie später gegenüber dem flüssigen bzw. fest werdendem Stahl widerstandsfähig
zu erhalten. Zunächst ist zur Oberflächenbehandlung eine Hartverchromung vorgeschlagen
worden, allerdings waren die Standzeiten derartiger Kokillen verhältnismäßig gering,
weshalb eine Metallschicht aus Nickel zusammen mit in einer temperierten Lösung eines
oder mehrerer Nickelsalze suspendierten Hartstoffpartikeln auf die Kokilleninnenwand
zur Abscheidung vorgeschlagen wird. Als Hartstoffpartikel soll insbesondere Siliziumkarbid
mit (SiC) verwendet werden. Seinerzeit konnte überraschend festgestellt werden, dass
mit SiC-Partikeln dotierte Nickelschichten eine Verschleißminderung bewirken. Es war
überraschend, dass insbesondere beim Stahlguss das in der Kokille bewegte flüssige
Metall weder die SiC-Partikel chemisch angreift noch beim Aushärten des Stahls ein
mechanisches Herausbrechen der Partikel eintritt.
[0004] Eine solche mit SiC-Partikeln dotierte Ni-Beschichtung der Kokilleninnenwände wurde
mit Erfolg auch bei Kupfer-Kokillen verwendet, die durch Gebrauch auf der Innenseite
so stark verschlissen waren, dass sie für den Strangguss nicht mehr brauchbar waren.
Die Innenwandbeschichtung ermöglicht die Wiederherstellung einer Kokille mit den gewünschten
Innenmaßen, welche einen optimalen Strangguss gewährleisten.
[0005] Das Dokument DATABASE WPI Week 198051 - Thomson Scientific, London, GB; AN
1980-91089C &
JP 55 141364 A (MITSUBISHI METAL CORP) 5. November 1980 offenbart eine rohrförmige Gießform mit
einem Hauptkörper aus einer feuerfesten Cu-Legierung und einer Außen-Oberfläche, die
vollständig mit reinem Kupfer beschichtet ist. Die Dicke der Kupferschicht ist 6 mm
oder mehr. Die Innenfläche der Gießform ist mit einer harten Cu-Legierung beschichtet,
um die Festigkeit dieser Oberfläche zu erhöhen.
[0006] Die
DE 10 2005 040 151 A1 betrifft ein Verfahren zum galvanischen Abscheiden von Metallschichten aus Elektrolytlösungen,
wobei die Elektrolytlösung Hartstoffpartikel enthält, die in die Metallschicht eingebettet
werden. Zunächst wird eine Suspension aus Hartstoffpartikel, einer geringen Menge
Flüssigkeit und einem Benetzungsmittel hergestellt und anschließend die Suspension
in die Elektrolytlösung gegeben und gleichmäßig verteilt, in der dann die galvanische
Abscheidung durchgeführt wird. Mit Hilfe dieses Verfahrens sollen Metallschichten
abgeschieden werden, die besonders gleichmäßig verteilt Hartstoffpartikel enthalten.
Die Metallschicht besteht vorwiegend aus Nickel oder Kupfer, worin Hartstoffpartikel
aus Oxiden, Nitriden, Boriden oder Carbiden, insbesondere von Metallen oder Halbmetallen
eingebettet sind.
[0007] Das Abstract der
JP 7 001086 A offenbart ein Verfahren zur Reparatur von Beschädigungen an Kokilleninnenwänden,
wobei die nicht durch Erosion beschädigten Wandpartien mit einer Maske versehen werden
und hiernach die nicht maskierten erodierten Wandflächen mittels eines Elektroplattierens
mit Kupfer beschichtet werden.
[0008] Das Dokument DATABASE WPI Week 198130 - Thomson Scientific, London, GB; AN
1981-54166D &
JP 56 068555 A (SATHOSEN KK) 9. Juni 1981 beschreibt eine Gießform aus Kupfer oder einer Kupferlegierung
mit einer 10-200 µm dicken Legierungsbeschichtung, die aus Cu und/oder Ni und Phosphorgehalten
zwischen 2 bis 14 Gew% und/oder Borgehalten zwischen 1 und 7 Gew% besteht.
[0009] Die
US-3,671 407 behandelt ein Verfahren zur Verringerung der Blasenbildung und des Abschälens von
galvanischen Überzügen auf Kupfergrundkörpern, die einer Betriebstemperatur von mehr
als 260°C ausgesetzt sind, wobei vor dem Plattieren die Oberfläche des Kupfergrundkörpers
bis zu einer Tiefe abgetragen wird, bei der der Sauerstoffgehalt dem Sauerstoffgehalt
im Grundmetall nahe kommt. Für eine Betriebstemperatur von mehr als 593°C soll die
Dicke des Abtrages mindestens 3,05 µm betragen. Aus Tabelle II lässt sich ersehen,
dass dort, wo ein Grundmaterial mit einem sehr geringen Massensauerstoffgehalt vorliegt,
bereits ein Metallabtrag von 4,57 µm ausreicht, um einen hinreichenden Widerstand
gegen die Blasenbildung bis zu Temperaturen von 760°C zu schaffen. Fig. 2 dieses Dokumentes
lässt empfohlene Abtragdicken von weniger als 50,8 µm bei Betriebstemperaturen von
704°C erkennen.
[0010] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren der eingangs genannten Art
anzugeben, das preiswert durchführbar ist und eine gleichgute Verschleißbeständigkeit
der Kokille oder Kokillenplatte gewährleistet.
[0011] Zur Reparatur von verschlissenen Kokillen oder Kokillenplatten wird das im Anspruch
1 beschriebene Verfahren vorgeschlagen, bei dem die durch Stranggießen verschlissene(n)
Innenfläche(n) bis zu einer maximalen Tiefe der Verschleißriefen mechanisch abgetragen
und anschließend wieder mit Kupfer elektrolytisch beschichtet wird (werden), bis das
gewünschte Endmaß erreicht ist. Dieses Verfahren kann auch bei Kokillen oder Kokillenplatten
verwendet werden, die durch Gießen hergestellt und bei denen abschließend bis zum
Erreichen des gewünschten Endmaßes Kupfer elektrolytisch aufgetragen wird. Im Unterschied
zu solche Kokillen oder Kokillenplatten, die durch Gießen und anschließendes Schmieden
hergestellt worden sind, ergeben sich an der Oberfläche feinkörnige, härtere und homogene
Gefüge, die zu längeren Standzeiten führen.
[0012] Der Vorteil einer solchen Kokille besteht darin, dass Kupfer einerseits ein preiswerterer
Rohstoff als Nickel ist. Andererseits kann durch die Beschichtung der Kokille, insbesondere
der Kupferkokille mit Kupfer ein besserer Haftverbund erzielt werden. Überraschenderweise
ist die Verschleißbeständigkeit einer solchen Kokille besser als bei einer Nickelbeschichtung.
Die Dicke der Beschichtung richtet sich nach dem gewünschten Endmaß der Kokillen-Innenabmessung
und liegt zwischen 1 mm und 25 mm, vorzugsweise 3 mm bis 15 mm. Vorzugsweise besitzt
die aufgetragene Cu-Schicht eine größere Härte als der Basiskörper.
[0013] Falls es im Hinblick auf die Stranggießprozess sinnvoll oder erforderlich erscheint,
kann die Kokilleninnenseite bzw. die Kokillenplatteninnenseite noch mit einer NickelBeschichtung
versehen werden, die unterhalb der späteren Gießspiegelhöhe aufgetragen wird.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird die aufgetragene Schicht durch
Festwalzen nachbehandelt, vorzugsweise mit einem hydraulischen Festwalzwerkzeug. Soweit
die Oberfläche der Kokille oder der Kokillenplatte noch eine Rautiefe von mehr als
100 µm besitzt, ist es zweckmäßig, zunächst die Oberfläche durch zerspanende Abtragung
zu glätten, bis etwa ein Rauigkeitsmaß von 50 µm bis 70 µm erreicht ist. Ein Festwalzwerkzeug
wird zur abschließenden Behandlung mit einem Druck von 1,5 x 10
7 Pa bis 6 x 10
7 Pa an das Werkstück gepresst, wobei die hydrostatisch gelagerter Kugel des Festwalzwerkzeuges
durch eine meanderförmige Führung über die Kokillen- oder Kokillenplatten-Oberfläche
eine abschließende Randschichtverfestigung herbeiführt, bei der die Druckeigenspannung
in der Randschicht erhöht wird.
[0015] Insgesamt ist es überraschend, dass sowohl bei neuen, bisher unbenutzten Kokillenplatten
als auch bei solchen Kokillen oder Kokillenplatten, die bereits durch Stranggießen
verschlissen sind, elektrolytisch aufgetragene Kupferschichten sowohl hinsichtlich
ihrer Bindung an den Grundwerkstoff als auch hinsichtlich ihrer Struktur, Homogenität,
Fehlerfreiheit sowie Härte zu optimalen Ergebnissen führen. Dies gilt sowohl für reine
Cu-Schichten als auch für solche Cu-Schichten, die zusätzlich mit SiC-Partikeln versehen
sind.
[0016] In einem konkreten Ausführungsbeispiel wurde eine Rechteckprobe mit den Maßen 25
mm x 30 mm x 105 mm aus Kupfer einseitig elektrolytisch verkupfert. Die aufgetragene
Kupferschicht hatte eine Dicke von ca. 10 mm. Der Übergangsbereich vom Grundwerkstoff
zur Schicht weist keine Fehlstellung oder Bindefehler auf. Während das durch Gießen
und Schmieden hergestellte Cu-Grundmaterial verformte Körner mit geringen Ausscheidungen
zeigt, zeichnet sich die Cu-Auflage durch eine sehr feine Struktur, bei der einzelne
Cu-Körner lichtmikroskopisch nicht mehr auszulösen waren. Härtemessungen des Grundkörpers
haben Härten im Bereich von 74 bis 78 HV 0,01 ergeben, wohingegen die Härte der galvanisch
aufgebrachten Kupferschicht bei 80 HV 0,01 lag.
[0017] Stranggießen verschlissen sind, elektrolytisch aufgetragene Kupferschichten sowohl
hinsichtlich ihrer Bindung an den Grundwerkstoff als auch hinsichtlich ihrer Struktur,
Homogenität, Fehlerfreiheit sowie Härte zu optimalen Ergebnissen führen. Dies gilt
sowohl für reine Cu-Schichten als auch für solche Cu-Schichten, die zusätzlich mit
SiC-Partikeln versehen sind.
[0018] In einem konkreten Ausführungsbeispiel wurde eine Rechteckprobe mit den Maßen 25
mm x 30 mm x 105 mm aus Kupfer einseitig elektrolytisch verkupfert. Die aufgetragene
Kupferschicht hatte eine Dicke von ca. 10 mm. Der Übergangsbereich vom Grundwerkstoff
zur Schicht weist keine Fehlstellung oder Bindefehler auf. Während das durch Gießen
und Schmieden hergestellte Cu-Grundmaterial verformte Körner mit geringen Ausscheidungen
zeigt, zeichnet sich die Cu-Auflage durch eine sehr feine Struktur, bei der einzelne
Cu-Körner lichtmikroskopisch nicht mehr auszulösen waren. Härtemessungen des Grundkörpers
haben Härten im Bereich von 74 bis 78 HV 0,01 ergeben, wohingegen die Härte der galvanisch
aufgebrachten Kupferschicht bei 80 HV 0,01 lag.
1. Verfahren zur Aufarbeitung einer Kupfer-Kokille oder Kupfer-Kokillenplatte zum Stranggießen,
bei dem die durch Stranggießen verschlissene Innenfläche bis zur maximalen Tiefe der
Verschleißriefen mechanisch abgetragen und anschließend wieder beschichtet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Beschichtungsmaterial reines Kupfer verwendet wird, das elektrolytisch in einer
Dicke von 1 mm bis 25 mm aufgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Teile der Cu-Kokille oder Cu-Kokillenplatte mit einer zusätzlichen Ni-Außenschicht
versehen werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die aufgetragene Schicht durch Festwalzen nachbehandelt wird.
1. Method for reconditioning a copper mould or a copper mould plate for continuous casting,
in which process material is removed mechanically from the inner surface worn by continuous
casting down to the maximum depth of the wear grooves, and the inner surface is then
recoated again,
characterized in that
the coating material used is pure copper which is applied electrolytically in a thickness
of 1 mm to 25 mm.
2. Method according to claim 1, characterized in that parts of the Cu-mould or Cu-mould plate are provided with an additional Ni-outer
layer.
3. Method according to one of the claims 1 or 2, characterized in that the applied layer is aftertreated by roller compression.
1. Procédé de reconditionnement d'une lingotière en cuivre ou d'une plaque de lingotière
en cuivre pour la coulée continue, dans lequel la surface intérieure usée par coulée
continue est enlevée de façon mécanique jusqu'à la profondeur maximale des rayures
d'usure et est ensuite à nouveau revêtue,
caractérisé par le fait que
l'on utilise du cuivre pur en tant que matériau de revêtement qui est appliqué par
voie électrolytique en une épaisseur comprise entre 1 mm et 25 mm.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que des parties de la lingotière en Cu ou de la plaque de lingotière en Cu sont pourvues
d'une couche extérieure en Ni supplémentaire.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé par le fait que la couche appliquée est traitée ultérieurement par une compression par rouleau.